Drei große göttliche Offenbarungen

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Übersicht und Vergleich

Swedenborg Offenbarungen

Lorber Offenbarungen

Mexikanische Offenbarungen

Die göttliche Liebe

Das Dritte Testament

Teil 1 - Wiederkunft Christi

Teil 2 - Erste + Zweite Zeit

Teil 3 - Kirchenchristentum

Teil 4 - Gesetz und Liebe

Teil 5 - Offenbarungsarten

Teil 6 - Die Schöpfung

Teil 7 - Entwicklungsweg

Teil 8 - Der Mensch

Teil 9 - Göttliche Weisheit

Teil 10 - Materialismus

Teil 11 - Die Menschheit

Teil 12 - Gericht + Läuterg

Teil 13 - Vollendung d Welt

Teil 14 - Missionsauftrag

Teil 15 - Ermahnungen

Teil 16 - Prophetien

Buch des Wahren Lebens

Die göttliche Zärtlichkeit


Literatur + Websites

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Impressum


Das Dritte Testament - Teil 8

Der Mensch

Kapitel 32 – Inkarnation, Natur und Aufgabe des Menschen

Die Inkarnation auf Erden

Die richtige Bewertung des Körpers und seine Führung durch den Geist

Die Bedeutung und Aufgabe von Seele, Geist und Gewissen im Menschen

Der Tempel Gottes im Menschen

Kapitel 33 – Mann und Frau, Eltern und Kinder, Ehe und Familie

Die Beziehung zwischen Mann und Frau

Die Beschaffenheit und Aufgabe des Mannes

Die Frau, Gattin und Mutter

Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen

Ein Wort an die Kinder und Jungfrauen

Ehe und Familie

Kapitel 34 – Willensfreiheit und Gewissen

Die Bedeutung des Gewissens und der Willensfreiheit

Der Missbrauch der Willensfreiheit

Die notwendige Befolgung der Gewissensimpulse

Der Kampf zwischen Willensfreiheit und Gewissen

Schärfung des Gewissens durch das neue Gotteswort

Kapitel 35 – Die Macht der Gedanken, der Gefühle und des Willens

Das Senden und Empfangen von Gedanken und deren Wirkungen

Die Kraft der Gefühle, Wünsche oder Befürchtungen

Der Mangel an Selbstüberwindung






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Kapitel 32
Inkarnation, Natur und Aufgabe des Menschen

Die Inkarnation auf Erden

1. Ihr weint, wenn einer der Euren ins "Geistige Tal" abscheidet, statt dass ihr euch voll Frieden fühlt, weil ihr begreift, dass jener sich seinem Herrn einen weiteren Schritt nähert. Dagegen feiert ihr ein Fest, wenn ein neues Wesen in euer Heim kommt, ohne in dieser Stunde daran zu denken, dass jene Seele ins Fleisch gekommen ist, um in diesem Tränental eine Sühne zu erfüllen; dann solltet ihr um sie weinen. (52, 58)

2. Ihr zeugt Kinder eures Fleisches, doch Ich bin es, der die Seelen auf die Familien, Volksstämme, Nationen und Welten verteilt, und in dieser für die Menschen unzugänglichen Gerechtigkeit offenbart sich meine Liebe. (67, 26)

3. Ihr lebt in der Gegenwart und wisst nicht, was Ich für eure Zukunft bestimmt habe. Ich bereite große Legionen von Geistwesen vor, die auf der Erde wohnen werden und eine schwierige Mission mitbringen, und ihr müsst wissen, dass viele von euch die Eltern jener Geschöpfe sein werden, in denen meine Boten inkarniert werden. Eure Pflicht ist es, euch innerlich zu bereiten, damit ihr sie zu empfangen und zu leiten versteht. (128, 8)

4. Ich möchte zu euch über viele geistige Themen sprechen, aber ihr könnt sie noch nicht verstehen. Wenn Ich euch offenbaren würde, zu welcher Art von Behausungen ihr schon auf die Erde herabgekommen seid, könntet ihr nicht begreifen, wie ihr an solchen Orten gelebt habt.

5. Heute könnt ihr verneinen, dass ihr das "Geistige Tal" kennt, weil eurer Seele, solange sie inkarniert ist, ihre Vergangenheit unzugänglich ist, damit sie nicht eitel wird noch niedergedrückt, noch angesichts ihres neuen Daseins verzweifelt, in welchem sie wie in einem neuen Leben von vorn beginnen muss.

6. Auch wenn ihr es wolltet, könntet ihr euch nicht erinnern. Ich gestatte euch nur, dass ihr eine Ahnung oder eine Intuition von dem bewahrt, was Ich euch hier offenbare, damit ihr im Lebenskampfe ausharrt und die Prüfungen bereitwillig ertragt.

7. Ihr könnt an allem zweifeln, was Ich euch sage, doch wahrlich, jene Geisterwelt war wirklich eure Heimat, solange ihr Geistwesen wart. Ihr wart Bewohner jener Heimstatt, in der ihr kein Leid kanntet, in der ihr die Herrlichkeit des Vaters in eurem Wesen fühltet, da in ihm kein Makel war.

8. Doch ihr hattet keine Verdienste, und so war es nötig, dass ihr jenen Himmel verlassen und zur Welt herabkommen musstet, damit eure Seele durch ihre Anstrengung jenes Reich zurückgewinnen würde.

9. Doch ihr seid immer mehr moralisch gesunken, bis ihr euch dem Göttlichen und Geistigen, eurem Ursprung, sehr ferne fühltet. (114, 35-36)

10. Wenn die Seele zur Erde kommt, ist sie von den besten Vorsätzen beseelt, ihr Dasein dem Vater zu weihen, Ihm in allem zu gefallen, ihren Nächsten nützlich zu sein.

11. Aber sobald sie sich im Körper gefangen sieht, auf tausendfache Weise versucht und auf die Probe gestellt auf ihrem Lebenswege, wird sie schwach, gibt sie den Impulsen des "Fleisches" nach, erliegt sie den Versuchungen, wird egoistisch und liebt sich schließlich selbst über alles, und nur für Augenblicke schenkt sie dem Geiste Gehör, wo die Bestimmung und die Gelöbnisse geschrieben stehen.

12. Mein Wort hilft euch, euch an euren geistigen Bund zu erinnern und die Versuchungen und Hindernisse zu besiegen.

13. Niemand kann sagen, dass er niemals von dem von Mir vorgezeichneten Wege abgewichen ist. Aber Ich vergebe euch, damit ihr lernt, euren Mitmenschen zu vergeben. (245, 47-48)

14. Eine große geistige Unterweisung ist nötig, damit der Mensch in Einklang mit der Stimme seines Gewissens lebt. Denn obwohl alles von göttlicher Liebe durchdrungen ist, weise geschaffen zum Wohle und zur Beglückung des Menschen, bedeutet die Materie, die ihn auf der Welt umgibt, eine Prüfung für die Seele von dem Augenblick an, da sie eine Welt bewohnt, der sie nicht angehört, und mit einem Körper vereinigt, dessen Natur anders ist als die ihre.

15. Darin könnt ihr den Grund dafür sehen, weshalb die Seele ihre Vergangenheit vergisst. Von dem Augenblick an, in dem sie in ein unbewusstes Geschöpf, das eben geboren wurde, inkarniert und mit ihm verschmilzt, beginnt sie ein Leben, das mit jenem Körper eng verbunden ist.

16. Vom Geiste bleiben nur zwei Eigenschaften gegenwärtig: das Gewissen und die Intuition; aber die Persönlichkeit, die vollbrachten Werke und die Vergangenheit bleiben eine Zeitlang verborgen. So ist es vom Vater vorgesehen.

17. Was würde aus der Seele, die aus dem Lichte einer hohen Heimat gekommen ist, um unter den elenden Umständen dieser Welt zu leben, wenn sie sich an ihre Vergangenheit erinnern würde? Und welche Eitelkeiten würde es unter den Menschen geben, wenn ihnen die Größe offenbart würde, die in einem anderen Leben in ihrer Seele existierte? (257, 18-19)

Die richtige Bewertung des Körpers und seine Führung durch den Geist

18. Ich sage euch nicht nur, dass ihr eure Seele reinigen sollt, sondern auch, dass ihr euren Körper kräftigen sollt, damit die neuen Generationen, die aus euch hervorgehen, gesund sind und ihre Seelen ihren schwierigen Auftrag erfüllen können. (51, 59)

19. Achtet auf die Gesundheit eures Körpers, sorgt für seine Erhaltung und Lebenskraft. Meine Lehre rät euch, liebevolle Fürsorge für eure Seele und für euren Körper zu haben, denn beide ergänzen sich und benötigen einander bei der schwierigen geistigen Auftragserfüllung, die ihnen anvertraut ist. (92, 75)

20. Messt eurem Körper nicht mehr Bedeutung bei, als er in Wirklichkeit hat, und lasst auch nicht zu, dass er den Platz einnimmt, der nur eurer Seele zukommt.

21. Begreift, dass die Körperhülle nur das Werkzeug ist, das ihr benötigt, damit sich die Seele auf Erden kundtun kann. (62, 22-23)

22. Seht, wie diese Lehre eurer Seele förderlich ist; denn während die Körpermaterie sich mit jedem Tag, der vergeht, ein wenig mehr dem Schoß der Erde nähert, nähert sich die Seele dagegen immer mehr der Ewigkeit.

23. Der Körper ist der Stützpunkt, auf dem die Seele ruht, solange sie auf Erden wohnt. Warum zulassen, dass er zu einer Kette wird, die fesselt, oder zu einem Kerker, der gefangen hält? Weshalb zulassen, dass er das Steuer eures Lebens ist? Ist es etwa richtig, dass ein Blinder den führt, dessen Augen sehen? (126, 15-16)

24. Diese Unterweisung ist schlicht wie alles Reine, Göttliche und daher leicht zu verstehen. Doch manchmal wird es euch schwierig erscheinen, sie in die Tat umzusetzen. Die Bemühungen eurer Seele erfordern Anstrengung, Verzichtleistung oder Opfer vonseiten eures Körpers, und wenn es euch an Erziehung oder geistiger Disziplin mangelt, habt ihr zu leiden.

25. Seit Anbeginn der Zeiten hat es den Kampf zwischen der Seele und dem "Fleisch" gegeben bei dem Versuch, zu verstehen, was das Richtige, das Erlaubte und Gute ist, um ein Leben zu führen, das dem von Gott gegebenen Gesetze angepasst ist.

26. In diesem schweren Ringen kommt es euch so vor, als ob eine fremde und übelwollende Macht euch fortwährend dazu verleite, der Schlacht den Rücken zu kehren, und euch einlade, von eurer Willensfreiheit Gebrauch zu machen und den Weg des Materialismus fortzusetzen.

27. Ich sage euch, dass es keine größere Versuchung gibt als die Schwachheit eures Körpers: sensibel für alles, was ihn umgibt; schwach genug, um nachzugeben; leicht zu Fall zu bringen und zu verführen. Doch wer die Antriebe, Leidenschaften und Schwächen des Körpers zu beherrschen gelernt hat, hat die Versuchung besiegt, die er in sich selbst trägt. (271, 49-50)

28. Die Erde ist ein Kampfplatz, da gibt es viel zu lernen. Wenn es nicht so wäre, würden euch einige Lebensjahre auf diesem Planeten genügen, und ihr würdet nicht ein ums andere Mal ausgesandt werden, um aufs neue geboren zu werden. Es gibt keine düsterere und dunklere Grabeshöhle für die Seele als ihr eigener Körper, wenn diesem Schmutz und Materialismus anhaften.

29. Mein Wort erhebt euch aus diesem Grabe und gibt euch hernach Flügel, damit ihr euch zu den Regionen des Friedens und geistigen Lichtes emporschwingt. (213, 24-25)

Die Bedeutung und Aufgabe von Seele, Geist und Gewissen im Menschen

30. Der Mensch könnte ohne Geist existieren, allein mittels des beseelten körperlichen Lebens; aber er wäre dann kein menschliches Wesen. Er würde Seele besitzen und ohne Geist sein, aber er könnte sich dann nicht selbst führen, noch wäre er das höchste Wesen, welches das Gesetz durch den Geist erkennt, das Gute vom Bösen unterscheidet und jede göttliche Offenbarung empfängt. (59, 56)

31. Der Geist soll die Seele erleuchten, und die Seele soll den Körper führen. (71, 9)

32. Während auf der Welt die einen der falschen Größe nachlaufen, sagen andere, dass der Mensch ein unbedeutendes Geschöpf vor Gott sei, und es gibt sogar solche, die sich mit dem Wurm des Erdreichs vergleichen. Gewiss, euer materieller Körper kann euch inmitten meiner Schöpfung klein erscheinen, aber für Mich ist er es nicht, wegen der Weisheit und der Befähigung, mit der Ich ihn geschaffen habe.

33. Doch wie könnt ihr die Größe eures Wesens aufgrund der Maße eures Körpers beurteilen? Spürt ihr in ihm nicht die Gegenwart der Seele? Sie ist größer als euer Körper, ihr Dasein ist ewig, ihr Weg unendlich, ihr seid nicht imstande, das Ende ihrer Entwicklung zu erkennen, so wenig wie ihren Ursprung. Ich will euch nicht klein sehen, Ich schuf euch, damit ihr Größe erreicht. Wisst ihr, wann Ich den Menschen als klein betrachte? − Wenn er in der Sünde verkommen ist, weil er dann seinen Adel und seine Würde verloren hat.

34. Schon seit langem haltet ihr euch nicht mehr an Mich, wisst ihr nicht mehr, was ihr in Wirklichkeit seid, weil ihr zugelassen habt, dass in eurem Wesen viele Eigenschaften, Fähigkeiten und Gaben, die euer Schöpfer in euch legte, untätig schlummern. Ihr schlaft bezüglich der Seele und des Geistes, und gerade in deren geistigen Eigenschaften liegt die wahre Größe des Menschen. Ihr lebt wie die Wesen, die von dieser Welt sind, weil sie in ihr entstehen und sterben. (85, 56-57)

35. Mit meinem Liebesworte beweise Ich euch den Wert, den euer Geist für Mich hat. Es gibt nichts in der materiellen Schöpfung, das größer ist als euer Geist — weder das Königsgestirn mit seinem Lichte, noch die Erde mit all ihren Wundern, noch irgend etwas anderes Geschaffenes ist größer als der Geist, den Ich euch gegeben habe, denn er ist ein göttlicher Partikel, ist eine Flamme, die aus dem Göttlichen Geiste hervorgegangen ist.

36. Außer Gott besitzen nur die Geister geistige Intelligenz, Bewusstsein, Wille und Willensfreiheit.

37. Über den Instinkt und die Neigungen des "Fleisches" erhebt sich ein Licht, welches eure Seele ist, und über dies Licht ein Führer, ein Lehrbuch und ein Richter, welcher der Geist ist. (86, 68)

38. Die Menschheit sagt Mir in ihrem Materialismus: "Gibt es das Reich des Geistes überhaupt?" Doch Ich antworte euch: O ihr Ungläubigen, ihr seid der Thomas der "Dritten Zeit". Gefühle des Mitleids und Erbarmens, der Zärtlichkeit, Güte und Hochherzigkeit sind keine Eigenschaften des Körpers, so wenig wie es die Gnadengaben sind, die ihr verborgen in euch tragt. All jene Gefühle, die euch in Herz und Verstand geprägt sind, all jene Fähigkeiten gehören dem Geiste an, und ihr dürft ihn nicht verleugnen. Das "Fleisch" ist nur ein begrenztes Werkzeug, doch der Geist ist dies nicht: er ist groß, weil er ein Atom Gottes ist.

39. Sucht den Sitz eures Geistes im Kern eures Wesens und die große Weisheit in der Herrlichkeit der Liebe. (147, 21-22)

40. Wahrlich, Ich sage euch, von den frühesten Tagen der Menschheit an besaß der Mensch das intuitive Wissen, ein geistiges Wesen in sich zu tragen — eine Wesenheit, die, obwohl sie unsichtbar war, sich bei den verschiedenen Werken seines Lebens offenbarte.

41. Euer Herr hat euch von Zeit zu Zeit die Existenz des Geistes offenbart, seine Wesensnatur und sein verborgenes Sein. Denn obschon ihr ihn in euch tragt, ist der Schleier, in den euch eure Vermaterialisierung hüllt, so dicht, dass ihr nicht zu erkennen vermögt, was das Edelste und Reinste in eurem Wesen ist.

42. Viele Wahrheiten hat der Mensch zu leugnen gewagt. Dennoch — der Glaube an die Existenz seines Geistes gehörte nicht zu dem, was er am meisten bekämpft hat, weil der Mensch gefühlt und schließlich begriffen hat, dass die Leugnung seines Geistes dasselbe wäre wie sich selbst zu leugnen.

43. Als der menschliche Körper aufgrund seiner Leidenschaften, seiner Laster und seines Sinnengenusses entartete, wurde er zu einer Kette, zu einer dunklen Augenbinde, zu einem Gefängnis und einem Hindernis für die Entfaltung der Seele. Trotzdem hat dem Menschen in seinen Stunden der Prüfung nie ein Funken inneren Lichtes gefehlt, der ihm zu Hilfe kommt.

44. Wahrlich, Ich sage euch, der höchste und reinste Ausdruck des Geistes ist das Gewissen, jenes innere Licht, das den Menschen unter allen Geschöpfen, die ihn umgeben, das erste, das höchste, das größte und edelste sein lässt. (170, 56-60)

45. Ich sage allem Volk, dass der höchste und schönste Titel, den der Mensch besitzt, der ist, ein "Kind Gottes" zu sein, wenngleich es nötig ist, ihn zu verdienen.

46. Der Sinn des Gesetzes und der Unterweisungen ist es, euch die Kenntnis meiner Wahrheit zu offenbaren, damit ihr zu würdigen Kindern jenes Göttlichen Vaters werden könnt, welcher die höchste Vollkommenheit ist. (267, 53)

47. Ihr wisst, dass ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" geschaffen wurdet; doch wenn ihr es sagt, denkt ihr an eure menschliche Gestalt. Ich sage euch, nicht dort ist mein Ebenbild, sondern in eurer Seele, welche — um Mir ähnlich zu werden — sich vervollkommnen muss, indem sie die Tugenden ausübt.

48. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, bin die Gerechtigkeit und das Gute, und dies alles entstammt der Göttlichen Liebe. Versteht ihr nun, wie ihr sein müsstet, damit ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" wäret? (31, 51-52)

49. Ihr habt einen Abglanz des Göttlichen in euch, Ich bin wirklich in euch. Die Intelligenz, der Wille, die Fähigkeiten, Sinne und Tugenden, die ihr besitzt, zeugen von der höheren Wesensnatur, der ihr angehört, und sind ein lebendiges Zeugnis des Vaters, aus dem ihr hervorginget.

50. Zuweilen befleckt und schändet ihr durch Ungehorsam und Sünde das Ebenbild, das ihr von Mir in eurem Wesen tragt. Dann gleicht ihr Mir nicht; denn es genügt nicht, einen menschlichen Körper und eine Seele zu haben, um ein Ebenbild des Schöpfers zu sein. Die wahre Ähnlichkeit mit Mir besteht in eurem Licht und in eurer Liebe für alle eure Nächsten. (225, 23-24)

51. Ich schuf euch "Mir zum Bilde und Gleichnis", und da Ich zugleich Drei und Eins bin, existiert in euch gleichfalls diese Trinität.

52. Euer materieller Körper repräsentiert die Schöpfung aufgrund seiner vollkommenen Gestaltung und Harmonie. Eure inkarnierte Seele ist ein Abbild des "Wortes", das Mensch wurde, um auf der Welt der Menschen eine Liebesspur zu hinterlassen, und euer Geist ist ein strahlender Funke vom Göttlichen Lichte des Heiligen Geistes. (220, 11-12)

53. Welches Verdienst hätte eure Seele, wenn sie innerhalb eines Körpers ohne Willen und ohne eigene Neigungen wirken würde? Der Kampf der Seele mit ihrer Körperhülle ist der von Macht gegen Macht. Da findet sie den Prüfstein, an dem sie ihre Überlegenheit und ihre Seelengröße beweisen muss. Es ist die Prüfung, in welcher die Seele oft für einen Augenblick den Versuchungen erlegen ist, in die die Welt sie durch das "Fleisch" bringt. So groß ist die Gewalt, die diese (Versuchungen) auf die Seele ausüben, dass ihr schließlich den Eindruck hattet, dass eine übernatürliche und bösartige Macht euch ins Verderben riß und euch in den Leidenschaften zugrunde richtete.

54. Wie groß ist die Verantwortung der Seele vor Gott! Das Fleisch hat diese Verantwortung nicht übernommen. Seht, wie es für immer in der Erde ruht, wenn der Tod kommt. Wann werdet ihr Verdienste erwerben, damit eure Seele würdig wird, vollkommenere Heimstätten zu bewohnen als diese, in der ihr lebt?

55. Die Welt bietet euch Kronen an, die nur von Eitelkeit, von Stolz und falscher Größe zeugen. Der Seele, die über diese Eitelkeiten hinwegzuschreiten versteht, ist im Jenseits eine andere Krone vorbehalten, jene meiner Weisheit. (53, 9-11)

56. Das Leben soll sich mehr in der Seele als im Körper offenbaren. Wie viele haben schon auf dieser Welt gelebt; doch wie wenige haben geistig gelebt, haben die Gnade zum Ausdruck gebracht, die in jedem Menschenwesen existiert, in jenem göttlichen Funken, den der Schöpfer in den Menschen legte.

57. Wenn die Menschen die Hellsichtigkeit in ihrem Geiste zu bewahren vermöchten, könnten sie durch sie ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft schauen.

58. Der Geist gleicht meinem Buche der Göttlichen Weisheit. Wie vieles enthält er! Fort und fort hat er euch etwas zu enthüllen — manchmal so tiefe Offenbarungen, dass sie für euch unbegreiflich sind.

59. Jener Lichtfunke, der in jedem Menschenwesen vorhanden ist, ist das Band, das den Menschen mit dem Geistigen verbindet, ist das, was ihn in Kontakt mit dem Jenseits und mit seinem Vater bringt. (201, 37-40)

60. Ach, wenn doch eure materielle Natur das aufnehmen könnte, was euer Geist durch seine Sehergabe empfängt! Denn euer Geist hört niemals auf zu schauen, auch wenn der Körper aufgrund seiner materiellen Beschaffenheit nichts davon wahrnimmt. Wann werdet ihr imstande sein, euren Geist zu verstehen? (266, 11)

61. Solange ihr, die ihr das Leben nicht liebt, weil ihr es grausam nennt, nicht die Bedeutung des Geistes im Menschen erkennt noch euch von ihm führen lasst, werdet ihr nichts von wahrem Werte finden.

62. Der Geist ist es, der die Seele zu einem höheren Leben über der Materie und ihren Leidenschaften emporhebt. Die Vergeistigung wird euch die große Liebe Gottes fühlen lassen, wenn es euch gelingt, sie zu verwirklichen. Dann werdet ihr die Bedeutung des Lebens verstehen, werdet seine Schönheit schauen und seine Weisheit entdecken. Dann werdet ihr wissen, warum Ich es "Leben" genannt habe.

63. Wer wird diese Lehre abzulehnen wagen, indem er sagt, dass sie nicht wahr ist, nachdem er sie kennengelernt und verstanden hat?

64. Wenn ihr begreift, dass euer wahrer Wert in eurem Geiste begründet ist, werdet ihr in Harmonie mit allem von eurem Vater Geschaffenen leben.

65. Dann wird der Geist das arme menschliche Leben verschönen; aber zuvor muss sich der Mensch von allen Leidenschaften abwenden, die ihn von Gott trennen, um dem Pfade der Gerechtigkeit und Weisheit zu folgen. Dann wird für euch das wahre Leben beginnen − das Leben, das ihr heute mit Gleichgültigkeit betrachtet, weil ihr nicht wisst, was ihr verachtet, und keine Vorstellung von seiner Vollkommenheit habt. (11, 44-48)

Der Tempel Gottes im Menschen

66. Die Vorstellung, die die Menschheit von Mir hat, ist kindlich, weil sie die Offenbarungen, die Ich ihr unaufhörlich gegeben habe, nicht zu ergründen verstand. Für den, der sich vorzubereiten weiß, bin Ich sichtbar und berührbar und überall gegenwärtig; für den jedoch, der keine Empfindsamkeit besitzt, weil der Materialismus ihn verhärtet hat, ist es kaum zu begreifen, dass Ich existiere, und er hat das Gefühl, dass Ich unermesslich weit entfernt bin, dass es unmöglich ist, dass Ich in irgendeiner Weise gefühlt oder gesehen werden kann.

67. Der Mensch muss wissen, dass er Mich in sich trägt, dass er in seiner Seele und im Lichte seines Geistes die reine Gegenwart des Göttlichen besitzt. (83, 50-51)

68. Das Leid, das die Menschen dieser Zeit niederdrückt, führt sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merken, vor die Tore des inneren Heiligtums, angesichts dessen sie — unfähig weiterzugehen — fragen werden: "Herr, wo bist Du?" Und aus dem Innern des Tempels wird die gütige Stimme des Meisters vernehmbar sein und ihnen sagen: "Ich bin hier, wo Ich immer gewohnt habe — in eurem Geiste." (104, 50)

69. Ihr seid in Mir geboren worden. Das geistige und das materielle Leben habt ihr vom Vater erhalten. Und in bildlichem Sinne kann Ich euch sagen, dass zur gleichen Zeit, da ihr in Mir geboren wurdet, Ich in euch geboren worden bin.

70. Ich werde in eurem Geiste geboren, wachse bei eurer Entwicklung und offenbare Mich völlig in euren Werken der Liebe, damit ihr voll Jubel sagt: "Der Herr ist mit mir." (138, 68-69)

71. Heute seid ihr noch Kinderschüler und könnt meine Unterweisung nicht immer richtig verstehen; doch sprecht vorläufig zu Gott mit eurem Herzen, mit euren Gedanken, und Er wird euch aus dem Innersten eures Wesens antworten. Seine Botschaft, die in eurem Geiste sprechen wird, wird eine klare, weise, liebevolle Stimme sein, die ihr nach und nach entdecken werdet, und an die ihr euch später gewöhnen werdet. (205, 47)

72. Ich werde in dieser "Dritten Zeit" im Herzen meiner Jünger die Kirche des Heiligen Geistes aufrichten. Dort wird der Schöpfergott wohnen, der starke Gott, der Gott, der in der "Zweiten Zeit" Mensch wurde, der Gott von unendlicher Weisheit. Er lebt in euch, doch wenn ihr Ihn fühlen und den Klang seines Wortes vernehmen wollt, müsst ihr euch innerlich zubereiten.

73. Wer das Gute tut, fühlt meine Gegenwart innerlich, ebenso jener, der demütig ist oder in jedem Nächsten einen Bruder sieht.

74. In eurer Seele existiert der Tempel des Heiligen Geistes. Dieser Bereich ist unzerstörbar, es gibt keine Stürme oder Orkane, die fähig wären, ihn niederzureißen. Er ist für den menschlichen Blick unsichtbar und unberührbar, seine Säulen sollen das Verlangen sein, im Guten zu wachsen. Seine Kuppel ist die Gnade, die der Vater seinen Kindern zuteil werden lässt, die Pforte ist die Liebe der Göttlichen Mutter; denn jeder, der an meine Türe klopft, wird an das Herz der Himmlischen Mutter rühren.

75. Jünger, hier ist die Wahrheit, die in der Kirche des Heiligen Geistes lebt, damit ihr nicht zu denen gehört, die durch falsche Auslegungen in die Irre gehen. Die Kirchen aus Stein waren nur ein Symbol, und von ihnen wird kein Stein auf dem andern bleiben.

76. Ich will, dass auf eurem inneren Altar immer die Flamme des Glaubens brennt und ihr begreift, dass ihr mit euren Werken die Fundamente legt, auf denen eines Tages das große Heiligtum ruhen soll. Ich stelle alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Ideen auf die Probe und wirke auf sie ein, denn alle werde Ich an der Aufrichtung meines Tempels teilhaben lassen. (148, 44-48)






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Kapitel 33
Mann und Frau, Eltern und Kinder,Ehe und Familie

Die Beziehung zwischen Mann und Frau

1. Schon bevor ihr zur Erde kommen würdet, kannte Ich bereits euren Lebensweg und eure Neigungen, und um euch auf eurer Lebensreise beizustehen, stellte Ich auf euren Weg ein Herz, das durch seine Liebe zu euch den Pfad erhellen würde. Dies Herz war sowohl das eines Mannes wie das einer Frau. Damit wollte Ich euch eine Hilfe geben, damit ihr zu einem Stab des Glaubens, der moralischen Kraft und der Barmherzigkeit für die würdet, die dessen bedürfen. (256, 55)

2. An dem Glücke, Vater zu sein, wollte Ich euch teilhaben lassen, und so machte Ich euch zu Eltern von Menschen, damit ihr solchen Wesen Gestalt geben würdet, die euch gleichen und in welche die Seelen inkarnieren würden, die Ich euch sende. Da es im Göttlichen und Ewigen mütterliche Liebe gibt, wollte Ich, dass es im menschlichen Leben ein Wesen gäbe, das sie verkörpert, und jenes Wesen ist die Frau.

3. Am Anfang wurde das Menschenwesen in zwei Teile geteilt und so die zwei Geschlechter geschaffen, das eine — der Mann, das andere — die Frau; in ihm Stärke, Intelligenz, Würde; in ihr Zärtlichkeit, Anmut, Schönheit. Der eine — der Same, die andere — die fruchtbare Erde. Seht hier zwei Wesen, die nur vereint sich vollständig, vollkommen und glücklich fühlen können. In ihrer Harmonie werden sie ein einziges "Fleisch", einen einzigen Willen und ein einziges Ideal bilden.

4. Wenn diese Verbindung vom Geist und von der Liebe inspiriert ist, wird sie Ehe genannt. (38, 29-31)

5. Wahrlich, Ich sage euch: Ich sehe, dass in dieser Zeit Mann und Frau von ihrem Wege abgewichen sind.

6. Ich entdecke Männer, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen; Frauen, die der Mutterschaft ausweichen, und andere, die in die Bereiche vordringen, die für den Mann bestimmt sind, obwohl euch schon in alter Zeit gesagt wurde, dass der Mann das Haupt der Frau ist.

7. Die Frau soll sich deswegen nicht zurückgesetzt fühlen; denn jetzt sage Ich euch, dass die Frau das Herz des Mannes ist.

8. Siehe, darum habe Ich die Ehe eingesetzt und geheiligt. Denn in der Vereinigung dieser zwei Wesen, die geistig gleichwertig, aber körperlich verschieden sind, besteht der vollkommene Stand. (66, 68-69)

9. Wie wenige sind es, die danach trachten, im Paradies des Friedens, des Lichtes und der Harmonie zu leben, indem sie mit Liebe die göttlichen Gesetze erfüllen.

10. Sehr lang ist der Weg, den die Menschen zurückgelegt haben, doch noch immer ziehen sie es vor, die verbotenen Früchte zu essen, die nur Leiden und Enttäuschungen in ihrem Leben anhäufen. Verbotene Früchte sind jene, die zwar gut sind, weil Gott sie geschaffen hat, die für den Menschen jedoch schädlich werden können, wenn er sich nicht gebührend vorbereitet hat oder sie im Übermaß gebraucht.

11. Der Mann und die Frau nehmen ohne Vorbereitung die Frucht des Lebens und erkennen nicht ihre Verantwortung gegenüber dem Schöpfer, wenn sie neue Wesen zur Menschwerdung auf der Erde zeugen. (34, 12-14)

12. Einige fragen Mich: "Herr, ist die menschliche Liebe vor Dir etwa unzulässig und abscheulich, und billigst Du nur die geistige Liebe?"

13. Nein, Volk. Zwar stehen dem Geiste die höchsten und reinsten Empfindungen der Liebe zu, doch auch in den menschlichen Körper legte Ich ein Herz, damit das Herz liebe, und Ich gab ihm Gefühle, damit das Herz durch dieselben alles liebe, was das Herz umgibt.

14. Die Liebe, deren Wurzeln nur im Körperlichen liegen, ist den vernunftlosen Wesen eigen, weil ihnen ein Gewissen fehlt, das ihren Weg erhellt. Außerdem sage Ich euch, dass aus den guten Vereinigungen immer gute Früchte hervorgehen und in ihnen Lichtseelen inkarnieren werden. (127, 7-8, 10)

15. Ich verlange von euch keine übermenschlichen Opfer. Ich habe weder den Mann aufgefordert, nicht mehr Mann zu sein, um Mir nachzufolgen, noch habe Ich von der Frau verlangt, dies nicht mehr zu sein, um eine geistige Aufgabe zu erfüllen. Den Gatten habe Ich nicht von seiner Gefährtin getrennt, noch habe Ich diese von ihrem Gatten entfernt, damit sie Mir dienen könne; noch habe Ich den Eltern gesagt, dass sie ihre Kinder verlassen oder ihre Arbeit aufgeben sollen, um Mir nachfolgen zu können.

16. Den einen wie den anderen habe Ich begreiflich gemacht, als Ich sie zu "Arbeitern in diesem Weinberge" machte, dass sie — um meine Diener zu sein — nicht aufhören, Mensch zu sein, und dass sie darum verstehen müssen, Gott zu geben, was Gottes ist, und der Welt, was ihr zukommt. (133, 55-56)

Die Beschaffenheit und Aufgabe des Mannes

17. Euch Männern habe Ich ein Erbe, ein Gut gewährt, eine Frau, die euch anvertraut ist, um sie zu lieben und zu pflegen. Und dennoch ist eure Gefährtin zu Mir gekommen und hat wegen eurer Verständnislosigkeit vor Mir geklagt und geweint.

18. Ich habe euch gesagt, dass ihr stark seid, dass ihr "nach meinem Bild und Gleichnis" geschaffen wurdet. Ich habe euch jedoch nicht aufgetragen, die Frau zu erniedrigen und eure Sklavin aus ihr zu machen.

19. Ich habe euch stark gemacht, damit ihr Mich in eurem Heim vertretet: stark in der Tugend, in der Begabung, und habe euch als Ergänzung in eurem Erdenleben als Gefährtin die Frau gegeben, damit ihr in gegenseitiger Liebe die Kraft findet, den Prüfungen und wechselvollen Schicksalen die Stirne zu bieten. (6, 61)

20. Bedenket, Männer, dass oftmals ihr es wart, die in ihren Netzen tugendhafte Frauen zu Fall gebracht haben, indem ihr in ihnen die empfindsamen und schwachen Seiten gesucht habt. Doch jene Spiegel, die klar waren und die heute trübe sind, sollt ihr dazu bringen, dass sie erneut die Reinheit und Schönheit ihrer Seele widerspiegeln.

21. Warum verachtet ihr heute eben jene, die ihr früher zu einem verkommenen Leben verführt habt? Weshalb beklagt ihr euch über die Entartung der Frau? Begreift, dass, wenn ihr sie auf den Weg meines Gesetzes geführt hättet, welcher das Gesetz des Herzens und des Geistes, der Achtung und der Nächstenliebe ist, indem ihr sie mit der Liebe liebet, die erhebt, und nicht mit der Leidenschaft, die herabwürdigt, so hättet ihr keinen Grund, zu weinen und euch zu beklagen, und sie wären nicht zu Fall gekommen.

22. Der Mann sucht und erwartet bei der Frau Tugenden und Schönheit. Doch wieso verlangt ihr das, was ihr nicht verdient?

23. Ich sehe, dass ihr noch immer große Verdienste zu haben glaubt, obwohl ihr nur wenige habt. Baut mit euren Werken, Worten und Gedanken wieder auf, was ihr zerstört habt, und gebt der Ehrenhaftigkeit, der Moral und der Tugend den Wert, den sie haben.

24. Wenn ihr euch in dieser Weise bemüht, Männer, helft ihr Jesus bei seinem Rettungswerk, und euer Herz wird von Wonne erfüllt sein, wenn ihr die Heime durch gute Gattinnen und ehrbare Mütter geehrt seht. Eure Freude wird groß sein, wenn ihr seht, dass die Tugend zu jenen zurückkehrt, die sie verloren hatten.

25. Die Erlösung gilt allen. Warum sollte nicht selbst der größte Sünder erlöst werden? Deshalb sage Ich euch Männern: Arbeitet mit Mir zusammen, um die zu retten, die ihr ins Verderben gestürzt habt, indem ihr ihnen mit dem Lichte meiner Lehre neue Hoffnung einflößt. Lasst meine liebevollen Gedanken ihren Verstand und ihr Herz erreichen. Bringt ihnen meine Botschaften auch in die Gefängnisse und Krankenhäuser, sogar zu den Orten des Morastes. Denn dort werden sie vor Reue und Schmerz weinen, weil sie nicht stark genug gewesen sind, als die Welt mit ihren Versuchungen sie ins Verderben zog.

26. Jede Frau war einmal ein Kind, jede Frau war einmal Jungfrau, deshalb könntet ihr mit Einfühlungsvermögen ihr Herz erreichen.

27. Ich werde Mich jener Männer bedienen, die diese Tugenden nicht befleckt haben, und ihnen diese Aufgabe anvertrauen. Denkt daran, dass Ich euch gesagt habe: "An euren Werken werdet ihr erkannt werden." Lasst zu, dass die Seele durch die irdische Erscheinungsform spricht.

28. Doch denen, welche die von Mir in jenes Wesen gelegten Liebreize nicht zu achten bereit waren, sage Ich: Warum sagt ihr, dass ihr liebt, wenn es nicht Liebe ist, was ihr fühlt? Weshalb gebt ihr Anlass dazu, dass andere zu Fall kommen, und nichts hält euch davon ab? Bedenkt: Was würde euer Herz fühlen, wenn man das, was ihr mit jenen entblätterten Blumen macht, mit eurer Mutter, eurer Schwester oder mit eurer geliebten und daher geachteten Frau machen würde? Habt ihr einmal an die Wunden gedacht, die ihr den Eltern von denen geschlagen habt, die sie mit so viel Liebe großgezogen haben?

29. Fragt euer Herz in einer regelrechten Prüfung im Lichte des Gewissens, ob man das ernten kann, was man nicht gesät hat.

30. Was bereitet ihr euch für euer zukünftiges Leben, wenn ihr dauernd eure Nächsten verletzt? Wie viele werden eure Opfer sein? Was wird euer Ende sein? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt viele im Wirbelsturm eurer Leidenschaften zu Opfern gemacht; manche gehören eurer Gegenwart an und die anderen eurer Vergangenheit.

31. Ich will, dass das Herz und der Mund, die ein Hort der Treulosigkeiten und der Lüge waren, zu einem Hort der Wahrheit und keuscher Liebe werden.

32. Erhellt den Weg eurer Nächsten durch das Wort und euer Vorbild, damit ihr die Retter der gefallenen Frauen sein könnt. Ach, wenn doch jeder von euch wenigstens eine erlösen würde!

33. Äußert euch nicht schlecht über jene Frau, weil das verletzende Wort, welches eine verwundet, alle verletzen wird, die es hören — weil von diesem Augenblick an auch jene zu bösen Richtern werden.

34. Respektiert die Handlungsweisen und die Geheimnisse anderer, denn es ist nicht eure Sache, sie zu verurteilen. Mir sind Männer, die in der Sünde zu Fall gekommen sind und die Ich wieder aufrichten werde, lieber als Heuchler, die Reinheit zur Schau tragen und dennoch sündigen. Ich ziehe einen großen Sünder, der jedoch aufrichtig ist, der Vortäuschung einer falschen Tugendhaftigkeit vor. Wenn ihr euch schmücken wollt, sollen es die Festkleider der Aufrichtigkeit sein.

35. Wenn ihr eine tugendhafte Frau mit hohen Gefühlen findet und euch unwürdig fühlt, zu ihr zu kommen, obwohl ihr sie liebt, und wenn ihr sie daraufhin demütigt und verachtet und, nachdem ihr gelitten und eure Verfehlung eingesehen habt, euch ihr zuwendet, um Trost zu finden, so werdet ihr vergeblich an ihre Türe klopfen.

36. Wenn alle Frauen, die im Leben jedes einzelnen Mannes eine Rolle gespielt haben, von ihm das Wort und das Gefühl der Liebe, der Achtung und des Verständnisses empfangen hätten, befände sich eure Welt nicht auf der Höhe der Sünde, auf der sie ist. (235, 18-32)

Die Frau, Gattin und Mutter

37. Frauen, ihr seid es, die mit ihrem Gebete den geringen Frieden erhalten, der auf Erden vorhanden ist — jene, die als treue Hüterinnen des Heimes dafür sorgen, dass ihm nicht die Wärme der Liebe fehlt. Auf diese Weise vereinigt ihr euch mit Maria, eurer Mutter, um den menschlichen Hochmut zu brechen. (130, 53)

38. Frauen, die ihr den Weg dieser Welt mit euren Tränen benetzt und euren Gang durch dies Leben mit Blut kennzeichnet: Ruht euch bei Mir aus, damit ihr neue Kräfte gewinnt und weiterhin der Hort der Liebe, das Feuer des Herdes, das starke Fundament des Hauses seid, das Ich euch auf Erden anvertraut habe. Damit ihr auch fernerhin die Lerche seid, deren Flügel den Gatten und die Kinder bedecken. Ich segne euch.

39. Ich erhöhe den Mann und den Platz der Frau zur Rechten des Mannes. Ich heilige die Ehe und segne die Familie.

40. In dieser Zeit komme Ich mit dem Schwerte der Liebe, um alle Dinge zurechtzurücken, da sie zuvor durch den Menschen verschoben worden sind. (217, 29-31)

41. Wahrlich, Ich sage euch, die menschliche Erneuerung muss bei der Frau beginnen, damit ihre Früchte, die die Menschen von morgen sein werden, frei von den Makeln sind, die euch zur Degeneration gebracht haben.

42. Danach wird es Sache des Mannes sein, seinen Teil zu diesem Werk der Wiederherstellung beizutragen; denn jeder, der eine Frau verdorben hat, wird sie wieder aufrichten müssen.

43. Heute habe Ich euch dazu inspiriert, die Frau zu retten, die auf ihrem Wege gestrauchelt ist; und wenn ihr Mir dann diejenige vorführt, die ihr gerettet habt, werde Ich ihr eine Blume, Segen und sehr großen Frieden geben, damit sie nicht nochmals zu Fall kommt.

44. Wenn ihr diese Aufgabe so erfüllt, werden jene Wesen, die durch die Welt verwundet wurden, die Liebe Jesu in ihre Herzen einziehen fühlen.

45. Ich werde es vernehmen, wenn sie Mir in ihrem Gebete sagen: "Mein Vater, schau nicht auf meine Sünde, sieh nur meinen Schmerz an. Richte nicht meine Verdorbenheit, blicke nur auf mein Leid." In diesem Augenblicke wird auf jenes gequälte Herz mein Trost herabkommen, und es wird sich mit Tränen reinigen. Wenn ihr nur wüsstet, dass das Gebet des Sünders stärker empfunden ist als das des Stolzen, der sich für gerecht und rein hält. (235, 16-17, 43-45)

46. Von der Liebe, mit der Ich euch das Leben gegeben habe, zeigen die Menschen nur wenige Beweise oder Merkmale. Von allen menschlichen Gefühlsregungen ist die, die der göttlichen Liebe am ähnlichsten ist, die mütterliche Liebe, denn in ihr ist Selbstlosigkeit, Selbstverleugnung und das Bestreben, das Kind glücklich zu machen, auch wenn es Opfer kostet. (242, 39)

47. Euch unfruchtbaren Frauen sagt der Meister: Ihr habt euch sehr gewünscht und darum gebeten, dass euer Leib zu einem Quell des Lebens werde, und habt gehofft, dass eines Abends oder eines Morgens in eurem Innern das Pochen eines zarten Herzens zu vernehmen ist. Aber die Tage und Nächte sind verstrichen, und nur Schluchzer entrangen sich eurer Brust, weil kein Kind an eure Pforten gepocht hat.

48. Wie viele von euch, die ihr Mich hört, und die ihr von der Wissenschaft aller Hoffnung beraubt worden seid, werden fruchtbar werden müssen, damit ihr an meine Macht glaubt, und Mich viele durch dieses Wunder erkennen. Wachet und geduldet euch. Vergesst meine Worte nicht! (38, 42-43)

Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen

49. Familienväter, vermeidet Fehler und schlechte Beispiele. Ich verlange keine Vollkommenheit von euch, nur Liebe und Fürsorge für eure Kinder. Bereitet euch geistig und körperlich vor, denn im Jenseits warten große Legionen von Seelen auf den Augenblick, um unter euch Mensch zu werden.

50. Ich will eine neue Menschheit, die nicht nur an Zahl, sondern auch an Tugend zunimmt und sich mehrt, damit die Menschen die verheißene Stadt nahe sehen und ihre Kinder es erreichen, im Neuen Jerusalem zu wohnen.

51. Ich will, dass sich die Erde mit Menschen guten Willens füllt, welche Früchte der Liebe sind.

52. Zerstört das Sodom und Gomorrha dieser Zeit, lasst nicht zu, dass euer Herz sich an deren Sünden gewöhnt, und tut es nicht deren Bewohnern gleich. (38, 44-47)

53. Weist euren Kindern mit Eifer den Weg, lehrt sie, die Gesetze des Geistes und der Materie zu erfüllen; und wenn sie sie verletzen, so weist sie zurecht, denn ihr als Eltern vertretet Mich auf Erden. Erinnert euch dann an Jesus, der voll heiligen Zornes den Händlern von Jerusalem für alle Zeiten eine Lektion erteilte, indem er die Sache Gottes, die unwandelbaren Gesetze, verteidigte. (41, 57)

54. Heute seid ihr keine kleinen Kinder mehr und könnt den Sinngehalt meiner Unterweisungen verstehen. Auch wisst ihr, dass eure Seele nicht zugleich mit dem Körper, den ihr besitzt, entstand, und dass der Ursprung des einen nicht der des anderen ist. Jene Kindlein, die ihr in euren Armen wiegt, tragen in ihren Herzen Unschuld, doch in ihrer Seele bergen sie eine Vergangenheit, die zuweilen länger und unheilvoller ist als die ihrer eigenen Eltern. Wie groß ist die Verantwortung derer, die jene Herzen pflegen sollen, damit deren Seelen Fortschritte auf ihrem Entwicklungswege erreichen.

55. Blickt deswegen nicht mit weniger Liebe auf eure Kinder. Bedenkt, dass ihr nicht wisst, wer sie sind, noch was sie getan haben. Vermehrt vielmehr eure Zuwendung und Liebe ihnen gegenüber und dankt eurem Vater, dass Er seine Barmherzigkeit in euch gelegt hat, um euch zu Führern und Beratern eurer geistigen Geschwister zu machen, für die ihr hinsichtlich deren Körper und Blut vorübergehend Eltern seid. (56, 31-32)

56. Ich sage den Familienvätern, dass sie ebenso, wie sie sich um die materielle Zukunft ihrer Kinder sorgen, sich auch um deren geistige Zukunft kümmern sollen, aufgrund der Mission, die sie in dieser Hinsicht auf die Welt mitgebracht haben. (81, 64)

57. Wisset, dass die Seele, wenn sie inkarniert, alle ihre Fähigkeiten mitbringt, dass ihre Bestimmung bereits niedergeschrieben ist, und dass sie daher nichts auf der Welt erst empfangen muss. Sie bringt eine Botschaft mit oder eine Sühneaufgabe. Manchmal erntet sie eine (gute) Saat, und ein andermal bezahlt sie eine Schuld. Aber immer empfängt sie in diesem Leben eine Lektion der Liebe, die ihr ihr Vater gibt.

58. Ihr, die ihr eure Kinder durch dies Leben geleitet, sorget dafür, dass sie, wenn die Zeit kindlicher Unschuld vorüber ist, den Weg meines Gesetzes beschreiten. Erweckt ihre Gefühle, offenbart ihnen ihre Fähigkeiten und regt sie immer zum Guten an, und wahrlich, Ich sage euch, wen ihr Mir in dieser Weise zuführt, der wird von dem Lichte überströmt werden, das von jenem göttlichen Feuer ausstrahlt, welches meine Liebe ist. (99, 64-65)

59. Geistig habt ihr schon einen weiten Weg zurückgelegt, und nun seid ihr erstaunt angesichts der Intuition und der Entfaltung, die die neuen Generationen von ihrer zartesten Kindheit an offenbaren. Denn es sind Seelen, die viel erlebt haben und nun wiederkommen, um der Menschheit voranzuschreiten — die einen auf den Wegen des Geistes und die andern auf den Wegen der Welt, je nach ihren Fähigkeiten und ihrer Mission. Doch bei ihnen allen werden die Menschen inneren Frieden feststellen. Diese Wesen, von denen Ich zu euch spreche, werden eure Kinder sein. (220, 14)

60. Meint ihr, dass ein Kind angesichts des schlechten Beispiels eines irdischen Vaters, der lasterhaft oder bösartig ist, einen Fehler begeht, wenn es nicht seiner Lebensweise folgt? Oder meint ihr, dass das Kind dazu verpflichtet ist, den Schritten seiner Eltern zu folgen?

61. Wahrlich, Ich sage euch, das Gewissen und die Vernunft sollen es sein, die euch auf den rechten Pfad leiten. (271, 33-34)

62. Die gesegnete Unschuld wird von der Verderbtheit der Welt angesteckt, die Jugendlichen folgen ihrem Weg in atemberaubendem Laufe, und auch die Jungfrauen haben Schamhaftigkeit, Keuschheit und Sittsamkeit verloren. All diese Tugenden sind aus ihren Herzen entschwunden. Sie haben die weltlichen Leidenschaften genährt und verlangen nur nach den Vergnügungen, die sie ins Verderben führen.

63. Ich spreche zu euch in aller Klarheit, damit ihr euch aufmacht und einen festen Schritt in der Entwicklung eurer Seele tut. (344, 48)

64. Entzündet in der Jugend die Liebe zum Nächsten, gebt ihr große und edle Ideale, denn die Jugend wird es sein, die morgen darum kämpft, ein Dasein zu erreichen, in welchem Gerechtigkeit, Liebe und die heilige Freiheit des Geistes erstrahlt. Bereitet euch vor, denn die große Schlacht, von der die Prophetien sprechen, ist noch nicht gekommen. (139, 12)

Ein Wort an die Kinder und Jungfrauen

65. Ihr Geistwesen habt in Mir alle einen göttlichen Vater, und wenn Ich euch im materiellen Leben menschliche Eltern gegeben habe, so geschah es, damit sie eurem Körper das Leben geben und euren Himmlischen Vater bei euch vertreten. Ich habe euch gesagt: "Du sollst Gott mehr als alles Geschaffene lieben", und habe hinzugefügt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren." Vernachlässigt also nicht eure Pflichten. Wenn ihr die Liebe eurer Eltern nicht dankbar anerkannt habt, und ihr sie noch auf der Welt habt, so segnet sie und anerkennt ihre Verdienste. (9, 19)

66. An diesem Tage spreche Ich besonders zu den Mädchen, die morgen durch ihre Gegenwart das Leben eines neuen Heimes erhellen müssen, die wissen sollen, dass das Herz der Gattin und das der Mutter Leuchten sind, die jenes Heiligtum erhellen, so wie der Geist den inneren Tempel erhellt.

67. Bereitet euch schon jetzt darauf vor, damit euch euer neues Leben nicht überrascht; bereitet schon jetzt den Weg, auf dem eure Kinder gehen werden — jene Seelen, die auf die Stunde warten, sich eurem Schoße zu nähern, um Gestalt und menschliches Leben anzunehmen, um eine Aufgabe zu erfüllen.

68. Seid meine Mitarbeiter bei meinen Plänen der Wiederherstellung, in meinem Werke der Erneuerung und der Gerechtigkeit.

69. Wendet euch ab von den vielen Versuchungen, die eure Schritte in dieser Zeit umlauern. Betet für die sündigen Städte, wo so viele Frauen zugrunde gehen, wo so viele Heiligtümer geschändet werden, und wo so viele Lampen erlöschen.

70. Verbreitet durch euer Beispiel den Samen des Lebens, der Wahrheit und des Lichtes, der den Folgen des Mangels an Vergeistigung in der Menschheit Einhalt gebietet.

71. Jungfrauen dieses Volkes: Erwacht und rüstet euch zum Kampfe! Werdet nicht blind durch die Leidenschaften des Herzens, lasst euch nicht vom Unwirklichen verblenden. Entfaltet eure Gaben der Intuition, der Inspiration, eure Empfindsamkeit und euer Zartgefühl. Werdet stark in der Wahrheit, und ihr werdet eure besten Waffen zugerüstet haben, um dem Kampf dieses Lebens gewachsen zu sein.

72. Um mit eurem Blute die Liebe weiterzugeben, um euren Kindern mit der Essenz des Lebens beizustehen, welches die Liebe ist, von der Ich so viel zu euch spreche, müsst ihr sie zuvor erleben, euch von ihr durchdringen lassen und sie zutiefst fühlen. Das ist es, was meine Unterweisung in euren Herzen bewirken will. (307, 31-36)

Ehe und Familie

73. Das Gesetz der Ehe kam als ein Licht herab, das durch den Geist der Erzväter sprach, damit sie erkennen sollten, dass die Vereinigung von Mann und Frau ein Bündnis mit dem Schöpfer bedeutet. Die Frucht dieser Vereinigung ist das Kind, in welchem das Blut seiner Eltern zusammenfließt als ein Beweis dafür, dass, was vor Gott verbunden wird, auf Erden nicht gelöst werden darf.

74. Jenes Glück, das der Vater und die Mutter empfinden, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben, ist dem ähnlich, das der Schöpfer erlebte, als Er Vater wurde, indem Er seinen vielgeliebten Kindern Leben gab. Wenn Ich euch später durch Moses Gesetze gab, damit ihr die Gefährtin auszuwählen verstündet und nicht die Frau eures Nächsten begehrtet, so geschah es, weil die Menschen sich aufgrund ihrer Willensfreiheit auf die Wege des Ehebruchs und der Leidenschaften verirrt hatten.

75. Nachdem diese Zeit vergangen war, kam Ich in Jesus zur Welt und erhöhte die Ehe und damit die menschliche Gesittung und Tugend durch meine gütige Unterweisung, die immer Gesetz der Liebe ist. Ich sprach in Gleichnissen, um mein Wort unvergesslich zu machen, und machte aus der Ehe eine geheiligte Institution.

76. Jetzt, da Ich aufs Neue unter euch bin, frage Ich euch, Männer und Frauen: Was habt ihr aus der Ehe gemacht? Wie wenige können darauf befriedigend antworten! Meine geheiligte Institution ist entweiht worden, aus jenem Lebensquell entspringen Tod und Schmerz. Auf dem reinen Weiß dieses Gesetzesblattes befinden sich die Schandflecken und Spuren von Mann und Frau. Die Frucht, die süß sein sollte, ist bitter, und der Kelch, den die Menschen trinken, ist voll Galle.

77. Ihr entfernt euch von meinen Gesetzen, und wenn ihr strauchelt, fragt ihr euch angstvoll: Warum gibt es so viel Schmerz? − Weil die Begierden des Fleisches immer die Stimme des Gewissens überhört haben. Jetzt frage Ich euch: Warum habt ihr keinen Frieden, obwohl Ich euch alles Notwendige gegeben habe, um glücklich zu sein?

78. Ich habe am Himmelszelt einen blauen Mantel ausgebreitet, damit ihr unter ihm eure "Liebesnester" bautet, damit ihr dort, fern den Versuchungen und Verwicklungen der Welt, mit der Einfachheit der Vögel lebtet; denn in der Einfachheit und im aufrichtigen Gebete kann man den Frieden meines Reiches und die Offenbarung vieler Geheimnisse fühlen.

79. Jeder, der sich vor meiner Göttlichkeit ehelich verbindet — auch wenn seine Vereinigung von keinem Geistlichen bestätigt ist — schließt einen Pakt mit Mir, einen Vertrag, der im Buche Gottes aufgezeichnet bleibt, in welchem alle Geschicke niedergeschrieben sind.

80. Wer kann diese beiden ineinander verflochtenen Namen von dort auslöschen? Wer kann auf der Welt lösen, was in meinem Gesetze vereinigt worden ist?

81. Wenn Ich euch trennen würde, würde Ich mein eigenes Werk zerstören. Wenn ihr Mich gebeten habt, auf der Erde vereinigt zu sein, und Ich es euch gewährt habe — warum haltet ihr hernach eure Gelöbnisse nicht und verleugnet eure Schwüre? Ist das etwa kein Hohn auf mein Gesetz und meinen Namen? (38, 32-37, 39-41)

82. Ich habe zum Herzen der Frau, Mutter und Gattin gesprochen, die im Herzen nicht die Reinheit zu erhalten verstand, noch dem Lebensgefährten und den Kindern die Wärme der Zärtlichkeit und des Verständnisses zu geben vermochte.

83. Wie könnten Männer und Frauen ihr Seelenleben erhöhen, wenn sie nicht zuvor die schweren Fehler korrigiert haben, die in ihrem menschlichen Leben existieren?

84. Mein Werk macht es erforderlich, dass seine Jünger durch die Lauterkeit und die Wahrhaftigkeit der Handlungsweisen in ihrem Leben davon Zeugnis abzulegen verstehen.

85. Die einen wie die anderen frage Ich: Habt ihr Kinder? Dann habt Erbarmen mit ihnen. Wenn ihr auch nur für einen Augenblick deren Seelen erblicken könntet, würdet ihr euch unwürdig fühlen, euch ihre Eltern zu nennen. Gebt ihnen keine schlechten Beispiele, hütet euch davor, in Gegenwart der Kinder ein Geschrei zu erheben.

86. Ich weiß, dass es in dieser Zeit wie nie zuvor Probleme innerhalb der Ehen gibt — Probleme, für die die Betreffenden nur eine Lösung finden: die Trennung, die Scheidung.

87. Wenn der Mensch vom geistigen Wissen die nötige Kenntnis hätte, würde er keine so schweren Fehler begehen, denn er würde im Gebet und in der Vergeistigung die Inspiration finden, um die schwierigsten Verwicklungen zu lösen und die härtesten Prüfungen zu bestehen.

88. Mein Licht erreicht alle Herzen, auch die betrübten und niedergeschlagenen, um ihnen neuen Lebensmut zu geben. (312, 36-42)

89. In der "Zweiten Zeit" betrat Ich das Heim vieler Ehepaare, die nach dem Gesetze Moses getraut worden waren, und wisst ihr, wie Ich viele von ihnen antraf? Streitend, die Saat des Friedens, der Liebe und des Vertrauens zerstörend. Ich sah Feindschaften und Zwietracht in den Herzen, an ihrem Tisch und ihrem Lager.

90. Ich betrat auch das Heim von vielen, die — ohne dass ihr Eheleben durch das Gesetz bestätigt worden war — sich liebten und lebten, wie es die Lerchen in ihrem Nest tun, und ihren kleinen Liebling liebkosten und beschützten.

91. Wie viele gibt es, die unter ein und demselben Dach wohnen und sich doch nicht lieben, und da sie sich nicht lieben, auch nicht vereint, sondern geistig getrennt sind! Doch sie lassen ihre Entzweiung nicht bekannt werden, aus Furcht vor einer göttlichen Strafe oder den menschlichen Gesetzen oder dem Urteil der Gesellschaft, doch dies ist keine Ehe; bei diesen Menschen gibt es weder Gemeinschaft noch Wahrhaftigkeit.

92. Dennoch führen sie ihre falsche Gemeinsamkeit vor, besuchen Familien und Kirchen, gehen spazieren, und die Welt verurteilt sie nicht, weil sie ihre fehlende Liebe zu verheimlichen verstehen. Wie viele dagegen, die sich lieben, müssen sich verstecken, ihre wirkliche Einigkeit verheimlichen und Verständnislosigkeit und Ungerechtigkeiten ertragen!

93. Der Mensch hat sich nicht hoch genug entwickelt, um durchzublicken und das Leben seines Nächsten richtig zu beurteilen. Jene Menschen, die die geistlichen und weltlichen Gesetze in Händen halten, bringen nicht die wahre Gerechtigkeit zur Anwendung, um solche Fälle zu ahnden.

94. Aber jene Zeiten des Verständnisses und der Einsichtigkeit, die Ich euch ankündige, in der sich die Menschheit vervollkommnen wird, werden kommen, und dann werdet ihr wie in den Zeiten der Patriarchen vor Moses erleben, dass die Vereinigung der Liebenden so geschieht, wie Ich es an diesem Tage bei meinen Kindern gemacht habe: in geistiger Weise. So werdet es auch ihr in jenen künftigen Zeiten machen: in Gegenwart der Eltern derer, die sich vereinen werden, der Freunde und Verwandten, in größter Geistigkeit, Brüderlichkeit und Freude. (357, 25-27)






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Kapitel 34
Willensfreiheit und Gewissen

Die Bedeutung des Gewissens und der Willensfreiheit

1. Höret, Jünger: Der Mensch besitzt als geistige Gaben Willensfreiheit und das Gewissen; alle kommen mit Tugenden begabt auf die Welt und können von ihnen Gebrauch machen. In ihrer Seele ist das Licht des Gewissens; aber gleichzeitig mit der Entwicklung des Körpers entwickeln sich mit ihm die Leidenschaften, die bösen Neigungen, und diese liegen im Kampfe mit den Tugenden.

2. Gott lässt dies so geschehen, denn ohne Kampf gibt es keine Verdienste, und dies ist daher für euch notwendig, um auf dem geistigen Wege emporzusteigen. Worin bestünde das Verdienst der Kinder Gottes, wenn sie nicht kämpfen würden? Was würdet ihr tun, wenn ihr von Glück erfüllt leben würdet, wie ihr es in der Welt ersehnt? Könnt ihr, von Annehmlichkeiten und Reichtümern umgeben, einen geistigen Fortschritt erwarten? Ihr würdet stehenbleiben; denn wo kein Kampf ist, gibt es kein Verdienst.

3. Doch versteht es nicht falsch; denn wenn Ich von Kampf spreche, meine Ich jenen, den ihr entfaltet, um eure Schwächen und Leidenschaften zu überwinden. Diese Kämpfe sind die einzigen, die Ich den Menschen erlaube, damit sie ihre Selbstsucht und ihr materielles Trachten beherrschen, auf dass die Seele, durch den Geist erleuchtet, ihren wahren Platz einnimmt.

4. Diesen inneren Kampf heiße Ich gut, nicht aber jenen, den die Menschen im Verlangen nach Selbsterhöhung führen, verblendet von Ehrgeiz und Bosheit. (9, 42-44)

5. Die Seele ringt darum, ihren Aufstieg und Fortschritt zu erreichen, während "das Fleisch" immer wieder den Anreizen der Welt erliegt. Doch Seele und Körper könnten miteinander harmonieren, wenn beide nur von dem Gebrauch machen würden, was ihnen erlaubterweise zukommt, und dies ist es, was euch meine Lehre zeigt.

6. Wie könnt ihr mein Gesetz jederzeit ausüben? Indem ihr auf die Stimme des Gewissens hört, welche der Richter eurer Handlungen ist. Ich gebiete euch nichts, was ihr nicht erfüllen könntet. Ich will euch davon überzeugen, dass der Weg zum Glücklichsein keine Phantasie ist, sondern dass er existiert, und Ich offenbare euch hier, wie man ihn zurücklegt.

7. Ihr habt die Freiheit, den Weg zu wählen, doch es ist meine Pflicht als Vater, euch den wahren, den kürzesten zu zeigen — jenen, der immer vom Lichte des göttlichen Leuchtfeuers erhellt ist, welches meine Liebe zu euch ist. Denn ihr seid Jünger, die danach dürsten, immer neue Worte zu vernehmen, die eure Kenntnisse bestätigen und euren Glauben beleben. (148, 53-55)

8. Ich habe das Gewissen in eure Wesenheit gelegt, damit es die Richtschnur auf allen euren Wegen ist, da das Gewissen das Gute vom Bösen zu unterscheiden vermag und das Rechte von dem, was unrecht. Mit diesem Lichte werdet ihr nicht getäuscht noch unwissend genannt werden können. Wie könnte der Spiritualist seinen Nächsten betrügen oder sich selbst zu täuschen suchen, so er die Wahrheit kennt? (10, 32)

9. Der Mensch auf Erden ist ein Fürst, dem meine Liebe und meine Gerechtigkeit diesen Titel gaben, und der Auftrag, den er von Anbeginn erhielt, war der, über die Erde zu herrschen.

10. Über die göttliche Gabe seiner Willensfreiheit stellte Ich einen strahlenden Leuchtturm, der seinen Lebensweg erhellen würde: das Gewissen.

11. Freiheit, um zu wirken, und das Licht des Gewissens, um das Gute vom Bösen zu unterscheiden, sind zwei der größten Gaben, die meine Vaterliebe eurem Geiste vermachte. Sie sind im Menschen, schon bevor er geboren wird und auch nachdem er gestorben ist. Das Gewissen leitet ihn und trennt sich nicht von ihm in der Verzweiflung noch beim Verluste der Vernunft, noch im Todeskampf, weil es zutiefst mit dem Geiste vereint ist. (92, 32-34)

12. Die Seele erfreut sich der Willensfreiheit, mittels derer sie Verdienste erwerben soll, um das Heil zu erlangen.

13. Wer führt, orientiert oder berät die Seele auf ihrem freien Entwicklungsweg, um das Erlaubte vom Unerlaubten zu unterscheiden und um sich daher nicht zu verirren? − Das Gewissen.

14. Das Gewissen ist der göttliche Funke, ist ein höheres Licht und eine Kraft, die dem Menschen hilft, nicht zu sündigen. Welches Verdienst gäbe es im Menschen, wenn das Gewissen materielle Gewalt besäße, um ihn zu zwingen, im Guten zu verbleiben?

15. Ich will, dass ihr wisst, dass das Verdienst darin besteht, auf jene Stimme zu hören, sich davon zu überzeugen, dass sie niemals lügt noch sich irrt in dem, was sie rät, und im treuen Befolgen ihrer Weisungen.

16. Wie ihr sicherlich begreifen könnt, erfordert es Schulung und Konzentration auf sich selbst, um jene Stimme klar vernehmen zu können. Welche unter euch üben diesen Gehorsam derzeit aus? − Antwortet euch selbst.

17. Das Gewissen hat sich immer im Menschen kundgetan; aber der Mensch hat nicht die notwendige Entwicklung erreicht, um sein ganzes Leben von jenem Lichte leiten zu lassen. Er benötigt Gesetze, Unterweisungen, Vorschriften, Religionen und Ratschläge.

18. Wenn die Menschen dahin gelangen, mit ihrem Geiste in Verbindung zu treten, und, anstatt das Geistige im Äußeren zu suchen, es in ihrem Inneren suchen, werden sie die sanfte, überredende, weise und gerechte Stimme vernehmen können, die immer in ihnen lebendig war, ohne dass sie auf sie hörten, und sie werden begreifen, dass im Geiste die Gegenwart Gottes ist, dass er der wahre Mittler ist, durch den der Mensch mit seinem Vater und Schöpfer in Verbindung treten soll. (287, 26-30)

19. Ihr alle habt mein Licht in euch, jede Seele besitzt diese Gnade; aber während bei manchen dies Licht immer stärker wurde, anwuchs, nach außen drang, um sich kundzutun, bleibt es bei anderen nur in einem geheimen, verborgenen, unbewussten Zustand. Doch wahrlich, Ich sage euch: Wie sehr ein Mensch auch spirituell zurückgeblieben sein mag, immer wird er zwischen dem Guten und dem Bösen unterscheiden können, weshalb ihr alle für eure Werke Mir gegenüber verantwortlich seid.

20. Ich muss euch sagen, dass eure Verantwortlichkeit in dem Maße wächst, in dem eure Erkenntnis zunimmt, denn ihr werdet dann immer sensibler werden für die Weisungen des Gewissens. (310, 69-70)

21. Ich will, dass ihr wisst, dass ihr unter allen Geschöpfen dieser Welt das bevorzugte Wesen seid, das mit Geist und Gewissen ausgestattet worden ist. Ich habe euch die Willensfreiheit gegeben, damit ihr aus eigenem Willen den rechten Weg einschlagt, der zu Mir führt. Es ist kein blumiger Weg, den Ich euch anbiete, sondern der des Gebetes, der Buße und des Kampfes, und auf diesem Pfade soll euch euer Gewissen führen. (58, 42)

22. Was würde aus dem Geiste, wenn er seiner Willensfreiheit beraubt wäre? In erster Linie wäre er nicht Geist, und deshalb wäre er kein Geschöpf, das des Höchsten würdig ist. Er wäre so etwas wie jene Maschinen, die ihr herstellt, etwas ohne eigenes Leben, ohne Intelligenz, ohne Willen, ohne Strebsamkeit. (20, 37)

23. Ich gab dem Menschen die Willensfreiheit. Doch wenn dieser in seiner Verblendung so weit gehen sollte, Mir deswegen Vorwürfe zu machen, werde Ich ihm sagen, dass Ich ihm auch Willenskraft und Verstand gab. Zugleich offenbarte Ich ihm mein Gesetz, welches der Weg ist, um nicht zu straucheln oder sich zu verirren, und entzündete in ihm das Licht des Gewissens, welches das innere Leuchtfeuer ist, das den Weg der Seele erhellt und sie zum ewigen Leben führt.

24. Warum gibt es die Sünde, überwiegt das Böse und brechen Kriege aus? Weil der Mensch nicht auf die Stimme des Gewissens hört und schlechten Gebrauch von seiner Willensfreiheit macht. (46, 63-64)

25. Die Welt vernimmt Mich nicht, denn die Stimme dieser Körper, durch die Ich Mich kundgebe, hat nur eine geringe Reichweite. Daher ist es die Stimme des Geistes, welche meine Weisheit ist, die zu den Menschen spricht und viele überrascht, die im Banne ihrer Selbstsucht sonst taub sind gegenüber den Rufen jener Stimme, nur auf Schmeicheleien und irdisches Ansehen achten und sich an ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Macht berauschen. (164, 18)

Der Missbrauch der Willensfreiheit

26. Heute treffe Ich eine Menschheit an, die geistig geschwächt ist infolge des Missbrauchs, den sie mit der Gabe der Willensfreiheit getrieben hat. Ich entwarf einen Weg der Gerechtigkeit, der Liebe, der Barmherzigkeit, des Guten. Der Mensch hat einen anderen von scheinbarem Licht geschaffen, der ihn ins Verderben geführt hat.

27. Bei meiner Wiederkunft zeigt euch mein Wort eben jenen Weg, den ihr nicht gehen wolltet, und ungerecht und unvernünftig wäre, wer sagen würde, dass diese Lehre verwirrt oder teilnahmslos macht. (126, 5-6)

28. Betrachtet die Menschen, wie sie sich vernichten und hassen, einander die Macht entreißen, ohne vor dem Verbrechen, dem Betrug oder dem Verrat zurückzuschrecken. Da gibt es Menschen, die zu Millionen als Opfer ihrer Mitmenschen sterben, und andere, die unter der Wirkung des Lasters zugrunde gehen. Ist etwa Licht in ihnen? Spricht etwa der Geist, der in ihnen lebt? Das, was da ist, ist Finsternis und Schmerz, das Ergebnis des Missbrauchs der Gabe der Willensfreiheit und des Nicht-Hörens auf die innere Stimme, und weil die Menschen ihr Augenmerk nicht auf das Licht jenes Gottesfunkens richteten, den ihr alle in eurem Wesen tragt, welcher der göttliche Lichtstrahl ist, den ihr Gewissen nennt. (79, 31)

29. Die Willensfreiheit ist der höchste Ausdruck, ist das vollendetste Geschenk der Freiheit, die dem Menschen auf dem Lebensweg gewährt wurde, damit seine Beharrlichkeit im Guten, die er durch den Rat des Gewissens und durch den Kampf im Bestehen der Prüfungen erlangt hat, ihn den Schoß des Vaters erreichen lassen wird. Doch die Willensfreiheit ist durch die Zügellosigkeit ersetzt worden, das Gewissen wird überhört; man hört nur noch auf die Forderungen der Welt, und die Geistigkeit ist durch Materialismus ersetzt worden.

30. Angesichts so großer Verwirrung und so vieler Abweichungen wird den Menschen dieser Zeit meine Lehre absurd erscheinen. Doch Ich sage euch, dass es die rechte Unterweisung ist, um zu erreichen, dass die Menschen sich aus der Lethargie, in die sie geraten sind, befreien. (157, 15-16)

31. Mein Wort ist der Weg, ist das Göttliche Gesetz, das euch zur Vollkommenheit führt, es ist das Licht, das die Seele erhebt, die jedoch getrübt wurde, als das "Fleisch" mit seiner Unnachgiebigkeit sich durchgesetzt und nicht auf den inneren Ruf seines Geistes gehört hatte.

32. Wehe dann der Seele, die unter dem Antrieb des "Fleisches" nachgegeben hat und sich vom Einfluss der Welt, die sie umgibt, beherrschen ließ, wobei sie ihre Führerstellung mit der eines schutzlosen Wesens vertauschte, das die menschlichen Leidenschaften und Schwächen umtreiben gleich den dürren Blättern, wenn sie richtungslos vom Wind umhergewirbelt werden.

33. Der Mensch, der die Freiheit am meisten liebt, fürchtet sich, sich dem göttlichen Willen zu unterwerfen, aus Angst, dass sein Geist ihn schließlich unterwirft und ihn vieler menschlicher Befriedigungen beraubt, von denen er weiß, dass sie ihm schaden; und so verlässt er den Weg, der ihn zum wahren Leben führt. (97, 36)

34. Die Zeit, in der die Menschen die Willensfreiheit gebraucht haben, um sie für Vergnügungen, niedere Leidenschaften, Feindschaften und Rache zu verwenden, geht nun zu Ende. Meine Gerechtigkeit versperrt die Pfade der Sünde und öffnet statt dessen den Weg der Versöhnung und der Erneuerung, damit die Menschen den Weg des Friedens finden können, den sie mit anderen Mitteln vergeblich gesucht haben. (91, 80)

35. Ich gab euch die Gabe der Willensfreiheit und habe jene meinen Kindern gewährte, gesegnete Freiheit respektiert. Aber Ich legte in euer Wesen auch das göttliche Licht des Geistes, damit ihr, von ihm geführt, eure Fähigkeiten in rechte Bahnen lenken würdet. Doch Ich sage euch: Im Kampf zwischen der Seele und dem Körper hat die Seele eine Niederlage erlitten, einen schmerzhaften Fall, der sie allmählich immer mehr von der Quelle der Wahrheit entfernt hat, welche Ich bin.

36. Ihre Niederlage ist nicht endgültig, ist vorübergehend; denn sie wird sich aus der Tiefe ihres Abgrunds erheben, wenn sie ihren Hunger, ihren Durst, ihre Blöße und ihre Finsternis nicht länger ertragen kann. Der Schmerz wird ihre Rettung sein, und wenn sie dann die Stimme ihres Geistes hört, wird sie sich stark und strahlend, inbrünstig und inspiriert erheben und aufs neue ihre Fähigkeiten gebrauchen. Jedoch nicht mehr mit jener Freiheit, sie für das Gute oder das Böse zu verwenden, sondern indem sie sie allein der Erfüllung der göttlichen Gesetze widmet, welches der beste Gottesdienst ist, den ihr meinem Geiste darbringen könnt. (257, 65-66)

Die notwendige Befolgung der Gewissensimpulse

37. Wie fern der Wirklichkeit befinden sich derzeit Millionen von Wesen, die nur für ihre materielle Gegenwart leben! Wie könnten sie ihre Augen für die Wirklichkeit öffnen? − Nur, indem sie auf die Stimme des Gewissens lauschen — jene Stimme, welche Sammlung, Besinnung und Gebet benötigt, um gehört zu werden. (169, 16)

38. Immer, wenn ihr wissen wollt, ob der Weg, dem ihr folgt, jener der Aufwärtsentwicklung ist, sollt ihr das Gewissen befragen, und wenn Frieden in ihm ist und in eurem Herzen Nächstenliebe und guter Wille gegenüber euren Mitmenschen zuhause ist, werdet ihr sicher sein, dass euer Licht noch immer scheint und euer Wort tröstet und heilt.

39. Doch wenn ihr entdecken solltet, dass in eurem Herzen die Habgier, das Übelwollen, der Materialismus und die Fleischeslust Wurzeln geschlagen haben, könnt ihr sicher sein, dass euer Licht zu Finsternis, zu Trug geworden ist. Wollt ihr, dass — wenn der Vater euch abberuft — ihr statt goldenem Weizen eine unreine Ernte vorweist? (73, 45)

40. Jünger: Wenn ihr keine Irrtümer oder Fehler begehen wollt, so prüft eure Handlungen im Lichte eures Gewissens, und wenn es etwas gibt, das es trübt, so erforscht euch gründlich, und ihr werdet den Schandfleck entdecken, damit ihr ihn korrigieren könnt.

41. Es gibt einen Spiegel in euch, in dem ihr euch betrachten und sehen könnt, ob ihr rein seid oder nicht.

42. Der Spiritualist soll an seinen Taten erkannt werden, welche, um rein zu sein, vom Gewissen diktiert sein müssen. Wer so handelt, wird fühlen, dass er sich zu Recht mein Jünger nennt.

43. Wer könnte Mich täuschen? Niemand. Ich beurteile euch nicht nach dem, was ihr tut, sondern nach der Absicht, mit der ihr es tut. Ich bin in eurem Gewissen und jenseits desselben. Wie könnt ihr glauben, dass Ich eure Taten und deren Beweggrund nicht wissen kann? (180, 11-13)

Der Kampf zwischen Willensfreiheit und Gewissen

44. Als die ersten menschlichen Wesen die Erde bewohnten, legte der Schöpfer seine Liebe in sie und gab ihnen eine Seele, entzündete sein Licht in ihrem Geiste, wobei ihnen gleichzeitig die Willensfreiheit gegeben wurde.

45. Doch während die einen sich Mühe gaben, im Guten standhaft zu bleiben, indem sie alle Versuchungen bekämpften in der Absicht, rein zu bleiben, des Herrn würdig und im Einklang mit ihrem Gewissen, schmiedeten die anderen von Sünde zu Sünde und von einer Verfehlung zur nächsten Glied für Glied eine Kette der Sünden, nur von der Stimme der Sinne geführt, beherrscht von ihren Leidenschaften, und säten den Irrtum und die Versuchung unter ihre Mitmenschen.

46. Aber zur Seite dieser verwirrten Seelen sind auch meine Propheten als Engelsboten meiner Göttlichkeit gekommen, um die Menschheit zu erwecken, sie vor den Gefahren zu warnen und ihr mein Kommen anzukündigen. (250, 38-39)

47. Das "Fleisch" war zu hartnäckig und widerspenstig, um den Weisungen jenes inneren Lichtes zu folgen, das ihr Gewissen nennt, und es fiel ihm viel leichter, den Impulsen zu folgen, die es zur Zügellosigkeit seiner Instinkte und seiner Leidenschaften verleiteten.

48. Lange ist die Menschheit in schwerem Ringen zwischen dem Gewissen, das nie geschwiegen hat, und dem "Fleisch", das aus dem Materialismus seinen Kult und sein Gesetz machen möchte, den Lebensweg auf dieser Erde gegangen, ohne dass bis heute weder die Materie noch der Geist gesiegt haben, da der Kampf andauert.

49. Ihr fragt Mich, wer siegen wird? Und Ich sage euch, dass es nicht mehr lange dauert bis zum absoluten Sieg des Gewissens, der mittels der Seele im "Fleische" bewirkt wird.

50. Ahnt ihr nicht, dass nach so viel Kampf und so langem Ringen der Körper, der menschlich und vergänglich ist, sich dem Geiste beugen muss, der mein ewiges Licht ist?

51. Begreift, dass der Mensch nach einem so langen Widerstreit schließlich jene Empfindsamkeit und Nachgiebigkeit erlangen wird, die er nie zuvor gegenüber jener Stimme und jenem geistigen Leben gehabt hat, das in seinem Wesen vibriert und lebt.

52. Ihr alle bewegt euch auf diesen Punkt zu, ohne dass ihr es merkt. Doch wenn ihr dereinst auf Erden den Sieg des Guten und der Gerechtigkeit schaut, werdet ihr den Grund für den Kampf, die Schlachten und die Prüfungen begreifen. (317, 21-26)

53. Seht, wie der Mensch vor und über allem steht, was ihn umgibt; dass er das einzige Wesen ist, das mit Willensfreiheit und Gewissen ausgestattet ist. Von dieser Willensfreiheit haben alle Verirrungen, Stürze und Sünden der Menschen ihren Ausgang genommen. Aber es sind vergängliche Verfehlungen vor der Gerechtigkeit und der Ewigkeit des Schöpfers. Denn hernach wird sich das Gewissen gegenüber den Schwächen des Körpers und der Verführbarkeit der Seele durchsetzen. Damit wird der Sieg des Lichtes kommen, welcher Wissen über die Finsternis ist, die Unwissenheit bedeutet. Es wird der Sieg des Guten, welches Liebe, Gerechtigkeit und Harmonie ist, über das Böse sein, welches Selbstsucht, Zügellosigkeit, Ungerechtigkeit ist. (295, 49)

54. Für Mich ist nichts unmöglich, mein Wille ist in Erfüllung gegangen und wird dies immer tun, auch wenn es gelegentlich so scheint, als ob es der Wille des Menschen wäre, der herrscht, und nicht der meine.

55. Der Weg der Willensfreiheit des Menschen, seine Herrschaft auf Erden, die Siege seines Hochmutes, der Zwang, den er zuweilen durch seine Gewaltanwendung auferlegt, sind so flüchtig im Vergleich zur Ewigkeit, dass sie zwar in gewisser Weise die göttlichen Pläne abändern können; aber morgen oder im Verlauf ihres Vollzugs wird sich immer mehr der Wille meines Geistes über alle Wesen offenbaren, indem er das Gute bestehen lässt und das Unreine beseitigt. (280, 9ex -10)

56. Die Zeit wird kommen, in der die Grenzen dieser Welt durch die Liebe aufgehoben werden und in der die Welten einander durch die Vergeistigung näherkommen.

57. Bis dahin wird der Kampf zwischen dem Gewissen und der Willensfreiheit weitergehen, die der Mensch dazu gebrauchen und nutzen wird, um aus seinem Leben das zu machen, was ihm gefällt.

58. Das Ringen zwischen diesen beiden Kräften wird seinen Höhepunkt erreichen, und der Sieg wird sich der Seite des Geistes zuneigen, welcher in einer absoluten Liebeshingabe an seinen Vater zu Ihm sagen wird: "Herr, ich verzichte auf meine Willensfreiheit, vollbringe in mir allein Deinen Willen."

59. Ich werde den, der so vor Mich gelangt, segnen und ihn in mein Licht hüllen; doch Ich werde ihn wissen lassen, dass Ich ihm niemals jene gesegnete Freiheit, mit der er beschenkt wurde, wieder entziehen werde. Denn wer den Willen seines Vaters tut, wer treu und gehorsam ist, ist des Vertrauens seines Herrn würdig. (213, 61-64)

Schärfung des Gewissens durch das neue Gotteswort

60. Meine Lehre voll Licht und Liebe stärkt den Geist, damit er seine Macht über das "Fleisch" ausüben und es derart empfindsam machen kann, dass diesem die Eingebungen des Gewissens immer leichter wahrnehmbar werden.

61. Spiritualität ist das Ziel, das der Mensch anstreben soll, da er dadurch imstande sein wird, voll und ganz mit seinem Geiste eins zu werden und schließlich das Gute vom Bösen zu unterscheiden.

62. Denn aufgrund des Mangels an seelischer Erhebung der Menschen konnte jene tiefgründige und weise, unbeirrbare und gerechte innere Stimme nicht genügend vernommen und gedeutet werden, und daher hat der Mensch keine uneingeschränkte Erkenntnis erlangt, die ihm wirklich das Gute vom Bösen zu unterscheiden erlaubt.

63. Doch nicht nur dies, sondern er soll in sich die notwendige Kraft finden, um jedem guten Impuls zu folgen und jeder lichtvollen Eingebung zu gehorchen und zugleich jede Versuchung, jeden unlauteren oder schlechten Gedanken oder Gefühlsimpuls zurückzuweisen. (329, 56-57)

64. Wie leicht wird es für die Menschen sein, sich untereinander zu verstehen, wenn sie in sich stille werden und die Stimme ihrer höheren Vernunft vernehmen, die Stimme jenes Richters, den sie nicht hören wollen, weil sie wissen, dass er ihnen das völlige Gegenteil dessen befiehlt, was sie gerade tun.

65. Ich kann euch überdies sagen, dass, wenn ihr nicht bereit wart, den Weisungen eures Gewissens Gehör zu schenken, ihr auch nicht gehorsam und willig gewesen seid, meine Lehre auszuüben. Ihr anerkennt sie in der Theorie, wendet sie aber nicht in der Praxis an. Ihr sprecht ihr göttliche Essenz zu — sagt, dass Christus sehr groß war, und dass seine Unterweisung vollkommen ist. Aber niemand will groß sein wie der Meister, niemand will zu ihm kommen, indem er ihn wirklich zum Vorbild nimmt. Doch ihr sollt wissen, dass Ich nicht nur kam, damit ihr wüsstet, dass Ich groß bin, sondern auch, damit ihr alle es sein würdet. (287, 35-36)

66. Ich werde alle Menschen und alle Völker um meine neue Botschaft scharen, werde sie rufen wie der Hirte seine Schafe und werde ihnen den Frieden eines Stalles verschaffen, wo sie vor rauem Wetter und Stürmen Zuflucht finden.

67. Ihr werdet noch erleben, wie viele, obwohl sie scheinbar nicht die geringste Spur von Glauben oder von Geistigkeit haben, im Reinsten ihrer Seele die unsterblichen Prinzipien des Geistigen Lebens bewahrt haben — werdet noch erkennen, wie viele von denen, die für euch den Anschein erwecken, als ob sie keinerlei Gottesverehrung hätten, im Innersten ihres Wesens einen unzerstörbaren Altar in sich tragen.

68. Vor diesem inneren Altar werden die Menschen geistig niederknien müssen, um über ihre Verfehlungen, ihre bösen Werke und ihre Beleidigungen zu weinen, in aufrichtiger Reue über ihren Ungehorsam. Dort, vor dem Altar des Gewissens, wird der menschliche Hochmut zusammenbrechen, so dass die Menschen sich nicht mehr aufgrund ihrer Rassen für überlegen halten. Dann werden die Verzichtleistungen, die Wiedergutmachung und schließlich der Friede kommen als gesetzmäßige Frucht der Liebe und der Demut, des Glaubens und des guten Willens. (321, 9-11)






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Kapitel 35
Die Macht der Gedanken, der Gefühleund des Willens

Das Senden und Empfangen von Gedankenund deren Wirkungen

1. Es gibt Kräfte, die — nicht sichtbar für den menschlichen Blick und nicht wahrnehmbar für die Wissenschaft des Menschen — beständig Einfluss auf euer Leben ausüben.

2. Es gibt gute, und es gibt böse; die einen geben euch Gesundheit, und die anderen verursachen bei euch Krankheiten; es gibt lichtvolle und dunkle.

3. Woher stammen jene Kräfte? Vom Geiste, Jünger, vom Verstande und von den Gefühlen.

4. Jede inkarnierte oder entkörperte Seele sendet beim Denken Schwingungen aus; jedes Gefühl übt einen Einfluss aus. Ihr könnt sicher sein, dass die Welt voll von diesen Schwingungen ist.

5. Jetzt könnt ihr leicht begreifen, dass dort, wo man im Guten denkt und lebt, heilsame Kräfte und Einflüsse vorhanden sein müssen und dass dort, wo man außerhalb der Gesetze und Regeln lebt, die das Gute, die Gerechtigkeit und die Liebe kennzeichnen, unheilvolle Kräfte existieren müssen.

6. Beide erfüllen den Raum und kämpfen gegeneinander; sie haben Einfluss auf das Gefühlsleben der Menschen, und wenn diese zu unterscheiden vermögen, nehmen sie die guten Eingebungen an und weisen die schlechten Einflüsse zurück. Aber wenn sie schwach sind und im Vollbringen des Guten nicht geübt sind, können sie diesen Schwingungen nicht Widerstand leisten und sind in Gefahr, zu Sklaven des Bösen zu werden und seiner Herrschaft zu erliegen. (40, 58-63)

7. Alles Geistige im Universum ist ein Quell des Lichts, sichtbar oder unsichtbar für euch, und dieses Licht ist Kraft, ist Macht, ist Inspiration. Den Ideen, Worten und Werken entströmt ebenfalls Licht, der Reinheit und Hoheit entsprechend, die sie besitzen. Je höherstehend die Idee oder das Werk ist, desto zarter und feiner ist seine Schwingung und die davon ausgehende Inspiration, wenn es auch für die Sklaven des Materialismus schwerer ist, sie wahrnehmen zu können. Dennoch — die Wirkung, welche die hohen Gedanken und Werke geistig ausüben, ist groß. (16, 16)

8. Wenn eurem Sinn eine Idee oder ein Gedanke des Lichts entspringt, so gelangt er an seine Bestimmung, um seine wohltätige Aufgabe zu erfüllen. Wenn statt Gedanken der Güte von eurem Sinn unreine Ausstrahlungen ausgehen, so werden sie nur Schaden verursachen, wohin ihr sie sendet. Ich sage euch, auch die Gedanken sind Werke, und als solche bleiben sie in dem Buche niedergeschrieben, das in eurer Seele existiert.

9. Ob eure Werke gut oder böse sind — ihr werdet das, was ihr euren Mitmenschen wünschtet, vielfach zurückerhalten. Es wäre besser für euch, euch selbst etwas Böses zu tun, als es einem eurer Nächsten zu wünschen.

10. Darum sagte Ich euch in der "Zweiten Zeit": "Das, was man sät, erntet man"; denn es ist notwendig, dass ihr eure Erfahrungen in diesem Leben erkennt und daran denkt, dass eure Ernten euch denselben Samen bescheren, den ihr ausgesät habt, jedoch in Vervielfältigung.

11. O Menschheit, du hast die Lehren deines Meisters weder bedenken, fühlen noch leben wollen! (24, 15-18)

12. Das ist der Grund, weshalb Ich euch gesagt habe, dass ihr nicht die Macht des Gedankens erkanntet. Heute sage Ich euch, dass der Gedanke Stimme und Gehör ist, dass er Waffe und Schild ist. Er erschafft ebenso, wie er zerstört. Der Gedanke verkürzt die Entfernung zwischen ferne voneinander Weilenden und findet die, deren Spur er verloren hatte.

13. Erkennt eure Waffen, bevor der Kampf beginnt. Wer sich vorzubereiten versteht, wird stark und unüberwindlich sein. Es wird nicht notwendig sein, dass ihr Mordwaffen schwingt. Euer Schwert soll der reine und lautere Gedanke sein, und euer Schild der Glaube und die Nächstenliebe. Selbst in der Stille soll eure Stimme als Botschaft des Friedens ertönen. (76, 34)

14. Wachet, darauf achtend, dass ihr euren Verstande nicht mit unreinen Gedanken befleckt. Er ist schöpferisch, und wenn ihr einer schlechten Vorstellung Obdach gewährt, wirkt sie herabziehend auf niedere Ebenen, und eure Seele wird vom Dunkel umfangen. (146, 60)

15. Die vereinten Gedanken einer großen Menschengruppe werden fähig sein, die schlechten Einflüsse niederzuringen und die Götzen von ihren Sockeln zu stoßen. (160, 60)

16. Heute kann Ich euch versichern, dass in der Zukunft die Mitteilung durch Gedanken eine große Entfaltung erreichen wird, und durch dies Verständigungsmittel werden viele Barrieren verschwinden, die heute noch die Völker und Welten trennen. Wenn ihr lernt, euch gedanklich mit eurem Vater zu verbinden, wenn ihr die Zwiesprache von Geist zu Geist erreicht — was könnte euch dann noch Schwierigkeiten bereiten, euch mit euren sichtbaren oder unsichtbaren, anwesenden oder abwesenden, nahen oder fernen Geschwistern in Verbindung zu setzen? (165, 15)

17. Eure Gedanken erreichen Mich immer, so unvollkommen sie auch seien, und Ich vernehme eure Gebete, auch wenn ihnen der Glaube fehlt, den ihr immer in sie legen sollt. Der Grund dafür ist, dass mein Geist die Schwingung und die Gefühle aller Wesen aufnimmt.

18. Aber die Menschen, die wegen ihrer Selbstsucht Distanz zueinander halten, weitab vom geistigen Leben infolge des Materialismus, in den sie sich heutzutage haben verstricken lassen, sind nicht darauf vorbereitet, sich mittels ihrer Gedanken untereinander verständigen zu können.

19. Dennoch, Ich sage euch, dass es notwendig ist, dass ihr euren Geist zu schulen beginnt. Um dies zu erreichen, "sprecht" zu den Seelen, auch wenn ihr keine deutlich wahrnehmbare Antwort von ihnen erhaltet.

20. Morgen, wenn alle zu geben gelernt haben, werden sie immer mehr Hinweise auf eine geistige Verständigung erhalten, wie sie sich die Menschen niemals träumen ließen. (238, 51)

Die Kraft der Gefühle, Wünsche oder Befürchtungen

21. In jedem Augenblicke gehen gedankliche oder seelische Schwingungen von euch aus, aber in den meisten Fällen strahlt ihr Selbstsucht, Hass, Gewalttätigkeit, Eitelkeit und niedere Leidenschaften aus. Ihr verletzt und fühlt, wenn man euch verletzt: aber ihr liebt nicht, und deswegen fühlt ihr nicht, wenn man euch liebt, und mit euren krankhaften Gedanken sättigt ihr die Umgebung, in der ihr lebt, immer mehr mit Schmerz und erfüllt euer Dasein mit Unbehagen. Doch Ich sage euch: Sättigt alles mit Frieden, mit Harmonie, mit Liebe, dann werdet ihr glücklich sein. (16, 33)

22. Denkt niemals schlecht von denen, die euch nicht mögen, und seid nicht erbittert über jene, die euch nicht verstehen, da ihr selbst das innerste Gefühl, das ihr gegenüber euren Nächsten habt, diesen gedanklich übermittelt. (105, 37)

23. Seht ihr jene Menschen, die durch Gewalt mächtig sein wollen? Sehr bald werdet ihr sie von ihrem Irrtum überführt sehen.

24. Ich werde ihnen beweisen, dass man nur durch die Güte, welche Ausstrahlung der Liebe ist, wahrhaft groß und mächtig sein kann. (211, 22-23)

25. Euch fehlt der Glaube, um euer Angesicht emporzurichten und hoffnungsvoll zu lächeln und der Zukunft ohne Befürchtungen, ohne Misstrauen ins Gesicht zu blicken, denn in der Zukunft bin Ich.

26. Wie oft seid ihr krank, nur weil ihr dies denkt; denn auf Schritt und Tritt meint ihr, dass euch das Verhängnis verfolgt und der Schmerz auflauert. Dann zieht ihr durch euer Denken dunkle Kräfte an, mit denen ihr euer materielles Leben und euren geistigen Aufstiegsweg überschattet.

27. Doch Ich bin hier bei euch, um aufs neue den Glauben an das Leben, an die Wahrheit, an das Ewige, an den vollkommenen Frieden zu entzünden, und auch um euch zu lehren, das Licht anzuziehen. (205, 28-29)

Der Mangel an Selbstüberwindung

28. Der Mensch hat sich doppelt schuldig gemacht: nicht nur, weil er keinerlei Anstrengungen unternimmt, damit die Binde fällt, die ihm die Kenntnis der höchsten Belehrungen verwehrt, sondern auch deshalb, weil er sich nicht von den Fesseln der Materie befreit hat, die ihn — im Gegensatz zu den seelischen Freuden — zu den körperlichen Genüssen verführt haben. Das ist der Grund, weshalb er sich unter die Herrschaft der Leidenschaften versklavt hat und zulässt, dass seine Seele einem Lahmen gleicht, der nichts tut, um gesund zu werden.

29. Auf allen Gebieten sehe Ich die Mehrzahl der Menschen haltlos, überall begegne Ich nur dem schwachen Menschen. Und worauf ist das zurückzuführen? − Darauf, dass ihr nicht den Mut und genügend Willenskraft habt, aus dem Schmutz, in dem ihr steckt, herauszukommen, die Trägheit zu überwinden, die die Fesseln schmiedet, die an die Materie binden, und dies ist der Ursprung aller Laster, aller Fehler.

30. Aber der Mensch will von jener Macht, mit der er ausgestattet wurde, welche der Wille ist, keinen Gebrauch machen — dem Willen, welcher der uneingeschränkte Gesetzgeber sein soll, welcher zum obersten Führer werden und, von der Vernunft unterstützt, kämpfen soll — Macht gegen Macht, Herrschaft gegen Herrschaft: auf der einen Seite die Leidenschaften und die Begierden, auf der anderen die Vernunft und der Wille, bis diese letzteren die Schlacht gewinnen und ihr sagen könnt, dass ihr befreit seid.

31. Dann werdet ihr die großen Propheten, die großen Erleuchteten, die "Übermenschen" sein können. Dann werdet ihr mit den wilden Tieren zusammenleben und mit Reptilien spielen können. Denn wahrlich, Ich sage euch, es sind die euch belastenden Verfehlungen, die bewirken, dass ihr jene kleinen Brüder von euch fürchtet, und dies ist auch der Grund dafür, dass sie euch angreifen.

32. Doch wenn ihr euch die Zeit nehmt, die Menschen zu beobachten, werdet ihr entdecken, dass es Menschen gibt, die wilder als Tiger sind und die mehr Gift haben als die Kobra. (203, 3-6)


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