Drei große göttliche Offenbarungen

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Übersicht und Vergleich

Swedenborg Offenbarungen

Lorber Offenbarungen

Mexikanische Offenbarungen

Die göttliche Liebe

Das Dritte Testament

Teil 1 - Wiederkunft Christi

Teil 2 - Erste + Zweite Zeit

Teil 3 - Kirchenchristentum

Teil 4 - Gesetz und Liebe

Teil 5 - Offenbarungsarten

Teil 6 - Die Schöpfung

Teil 7 - Entwicklungsweg

Teil 8 - Der Mensch

Teil 9 - Göttliche Weisheit

Teil 10 - Materialismus

Teil 11 - Die Menschheit

Teil 12 - Gericht + Läuterg

Teil 13 - Vollendung d Welt

Teil 14 - Missionsauftrag

Teil 15 - Ermahnungen

Teil 16 - Prophetien

Buch des Wahren Lebens

Die göttliche Zärtlichkeit


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Impressum


Das Dritte Testament - Teil 16

Prophetien und Gleichnisse, Trost und Verheißung

Kapitel 64 – Prophetien

Die Erfüllung alter und neuer Prophetien

Große Völkerprophetie vom 10. Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges

Kriege und Naturkatastrophen – Zeichen am Himmel

Prophetie über die Spaltung der mexikanischen Gemeinden

Kapitel 65 – Gleichnisse, Trost und Verheißung

Gleichnis von den schlechten Hausverwaltern

Gleichnis von der Wüstendurchquerung bis zur Großen Stadt

Gleichnis von der Großmut eines Königs

Seligpreisungen und Segnungen

Ermutigungen zur Aufwärtsentwicklung

Der Ruf Gottes

Aufruf an die Menschen dieser Zeit

Aufruf an die Intellektuellen

Aufruf an die Mühseligen und Beladenen

Aufruf an das Geistige Israel






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Kapitel 64
Prophetien

Die Erfüllung alter und neuer Prophetien

1. Was die Propheten verkündeten, wird in dieser Zeit in Erfüllung gehen. Mein neues Wort wird zu Philosophen und Theologen gelangen, viele werden darüber spotten, und andere werden sich empören. Doch während dies geschieht, werden ihre verwunderten Augen die Erfüllung der Prophetien schauen, die Ich euch jetzt angekündigt habe. (151, 75)

2. Jene Propheten vergangener Zeiten erhielten keinerlei rechtliche Vollmacht oder Ermächtigung auf Erden, sie waren nicht gezwungen, sich irgendeiner Autorität zu unterwerfen, und sie konzentrierten sich nur darauf, den Befehlen ihres Herrn zu gehorchen, der sein Wort auf die Lippen jener von Ihm Erwählten legte.

3. Voller Glauben und Mut hielt sie nichts von ihrer Aufgabe ab, das Volk mein Gesetz zu lehren und es vom religiösen Fanatismus abzubringen, indem sie ihm die Gleichgültigkeit und die Irrtümer der Priester zu Bewusstsein brachten. (162, 7-8)

4. Menschheit, erscheint dir der Schmerz, das Elend und das Chaos, das dich in dieser Zeit umfängt, als unvorhersehbar?

5. Wenn ihr überrascht seid, dann deshalb, weil ihr euch für meine Prophetien nicht interessiert und euch nicht vorbereitet habt.

6. Alles war vorausgesehen, und alles war angekündigt, aber euch fehlte der Glaube, und nun trinkt ihr als Folge davon einen sehr bitteren Kelch.

7. Auch heute prophezeie Ich durch das menschliche Verstandesvermögen. Einige Prophetien gehen bald in Erfüllung, andere erst in fernen Zeiten.

8. Dies Volk, das sie vernimmt, hat die große Verantwortung, sie der Menschheit bekanntzumachen. Denn sie enthalten Licht, das den Menschen die Wirklichkeit, in der sie leben, begreiflich macht, damit sie in ihrem rasenden Lauf auf den Abgrund zu innehalten. (276, 41-42)

9. Vieles von dem, was Ich in dieser Zeit zu euch gesprochen habe, ist Prophetie, die sich mal auf die nächsten Zeiten, mal auf zukünftige Zeiten bezieht. Deshalb wollen viele Menschen dieser göttlichen Botschaft keine Bedeutung beimessen.

10. Dies Wort wird jedoch voll Licht unter den Menschen der kommenden Zeiten auferstehen, welche in ihm große Offenbarungen erkennen und entdecken werden, deren Genauigkeit und Vollkommenheit die Wissenschaftler in Erstaunen setzen werden. (216, 13)

Große Völkerprophetie vom 10. Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges

11. In diesem Augenblicke spreche Ich zu den Nationen der Erde. Alle haben mein Licht; mit ihm sollen sie darüber nachdenken, dass sie gewagt haben, über das Leben zu verfügen, als ob sie die Eigentümer desselben wären.

12. Wahrlich, Ich sage euch, eure Zerstörung und euer Schmerz hat bei vielen tiefe Reue hervorgerufen und hat Millionen von Menschen zum Lichte erweckt, die Mich suchen und anrufen, und von ihnen steigt ein Klageschrei zu Mir empor, der fragt: "Vater, wird der Krieg 1945 womöglich nicht zu Ende gehen, und Du unsere Tränen nicht trocknen und uns den Frieden bringen?"

13. Hier bin Ich unter euch gegenwärtig, o ihr sieben Nationen! Sieben Häupter, die ihr euch auf der Welt vor Mir emporgereckt habt!

14. ENGLAND: Ich erleuchte dich, meine Gerechtigkeit wird dich noch schwer heimsuchen; doch Ich gebe dir Kraft, berühre dein Herz und sage dir: Deine Machtansprüche werden fallen, deine Reichtümer dir genommen werden, und sie werden niemandem gegeben werden.

15. DEUTSCHLAND: Ich suche in diesem Augenblick deinen Stolz heim und sage dir: Bereite dich vor, denn dein Same wird nicht untergehen. Um neue Länder hast du Mich gebeten, doch die Menschen haben sich in meine hohen Ratschlüsse eingemischt. Ich beuge deinen Nacken und sage dir: Nimm meine Kraft und vertraue darauf, dass Ich dich retten werde.

16. Aber wenn du nicht auf Mich vertrauen wirst und dich deinem Stolze hingeben solltest, wirst du fallen und Sklave der Welt sein. Doch dies ist nicht mein Wille, denn nun ist die Zeit, in der Ich die Herren stürze und die Sklaven und Gefangenen befreie. Nimm mein Licht und richte dich wieder auf.

17. RUSSLAND: Mein Geist sieht alles. Die Welt wird nicht dein sein. Ich werde es sein, der über euch alle regiert. Du wirst nicht imstande sein, meinen Namen auszulöschen, denn Christus, der zu dir spricht, wird über alle Menschen herrschen. Befreie dich vom Materialismus und bereite dich für ein neues Leben vor, denn wenn dies nicht geschieht, werde ich deinen Hochmut brechen. Ich übergebe dir mein Licht.

18. ITALIEN: Du bist nicht mehr der Herr wie in den vergangenen Zeiten; heute haben dich Spott, Knechtschaft und Krieg zugrunde gerichtet. Infolge deiner Entartung durchlebst du eine große Läuterung. Doch Ich sage dir: Erneuere dich, beseitige deinen Fanatismus und Götzendienst und erkenne Mich als den höchsten Herrn. Ich werde neue Inspirationen und Licht auf dich ausgießen. Nimm meinen Heilbalsam, und vergebt einander.

19. FRANKREICH: Du bringst deinen Schmerz vor Mich. Dein Wehklagen gelangt bis zu meinem hohen Thron. Ich empfange dich. Früher hast du dich zum Herrn erhoben, jetzt zeigst du Mir nur die Ketten, die du mit dir schleppst.

20. Du hast weder gewacht noch gebetet. Du hast dich den Vergnügungen des Fleisches hingegeben, und der Drache hat dich zur Beute genommen.

21. Doch Ich werde dich retten, denn die Klage deiner Frauen und das Weinen der Kinder dringen zu Mir empor. Du willst dich retten, und Ich reiche dir meine Hand. Aber wahrlich, Ich sage dir: Wache, bete und vergebe!

22. VEREINIGTE STAATEN: In diesem Augenblick empfange Ich auch dich. Ich betrachte dein Herz — es ist nicht aus Stein, sondern aus Metall, aus Gold. Dein Gehirn aus Metall sehe Ich verhärtet. Ich finde keine Liebe bei dir, entdecke keine Geistigkeit. Ich sehe nur Größenwahn, Ehrgeiz und Habgier.

23. "Mach nur so weiter", doch Ich frage dich: Wann wird mein Same bei dir tiefe Wurzeln treiben? Wann wirst du dein "Goldenes Kalb" und deinen "Turm von Babel" niederreißen, um stattdessen den wahren Tempel des Herrn aufzurichten?

24. Ich berühre eure Gewissen, vom ersten bis zum letzten, und vergebe euch. Ich erleuchte euch, damit in der schwersten Stunde, wenn die Heimsuchung ihren Höhepunkt erreicht, euer Verstand nicht getrübt ist, sondern klar denkt und euch daran erinnert, dass Ich über euch stehe.

25. Ich gebe dir Licht, Kraft und Vollmacht. Mische dich nicht in meine hohen Ratschlüsse ein, denn wenn du meinen Weisungen nicht gehorchen oder die Grenze überschreiten solltest, die Ich ziehe, wird Schmerz, Zerstörung, Feuer, Seuche und Tod über dich kommen.

26. JAPAN: Ich empfange dich und spreche zu dir. Ich bin in dein Heiligtum eingetreten und habe alles betrachtet. Du willst nicht Letzter sein, hast immer Erster sein wollen. Doch wahrlich, Ich sage dir: Dieser Same ist nicht wohlgefällig vor Mir.

27. Es ist nötig, dass du den Leidenskelch leerst, damit sich dein Herz läutert. Es ist erforderlich, dass sich deine "Sprache" mit anderen "Sprachen" vermischt. Es ist notwendig, dass die Welt sich dir nähert. Wenn die Welt zubereitet und geläutert ist, wird sie dir den Samen bringen, den Ich ihr übergeben werde. Denn Ich sehe niemanden zubereitet. Ich sehe bei dir nicht den geistigen Samen meiner Göttlichkeit. Doch Ich werde den Weg bahnen.

28. Bald wird es auf der ganzen Welt ein Chaos der Weltanschauungen geben, eine Verwirrung der Wissenschaften und Theorien. Doch nach diesem Chaos wird das Licht zu dir gelangen. Ich bereite euch alle zu und vergebe euch und sorge dafür, dass ihr den rechten Weg beschreitet.

29. Wenn der Zeitpunkt da ist und der Friede zu den Nationen kommt, so sei nicht widersetzlich, schalte dich nicht in meine hohen Ratschlüsse ein, noch widersetze dich meinem Willen. Wenn die Nationen Frieden geschlossen haben, sollst du ihnen nicht in den Rücken fallen, denn dann werde Ich mein Gericht über dich kommen lassen.

30. Sieben Nationen! Sieben Häupter! Der Vater hat euch empfangen. Vor euch, unter eurer Herrschaft, steht die Welt. Ihr seid Mir für sie verantwortlich!

31. Das Licht des "Buches der Sieben Siegel" sei in jeder der Nationen, damit die Menschen sich zubereiten, wie es mein Wille ist. Mein Friede sei mit euch! (127, 50-65)

Kriege und Naturkatastrophe — Zeichen am Himmel

32. Dieselbe Welt, die ihr derzeit bewohnt, ist lange Zeit hindurch ein Schlachtfeld gewesen. Doch dem Menschen hat die enorme Erfahrung, die ihm von seinen Vorfahren vermacht wurde, nicht genügt — eine bittere und schmerzvolle Erfahrung, die wie ein durch das Gewissen aufgeschlagenes Buch vor den Menschen dieser Zeit liegt.

33. Aber das Herz der Menschen ist zu hart, um jene Frucht der Erfahrung anzunehmen, die wie ein Lichtvermächtnis ist. Das einzige, was sie von ihren Vorfahren als Erbe übernommen haben, ist der Hass, der Stolz, der Groll, die Habgier, der Hochmut und die Rache gewesen, die ihnen im Blute weitergegeben wurden. (271, 65)

34. Bedenkt, dass Gerichtszeit ist; denn wahrlich, Ich sage euch, jedes Vergehen wird gesühnt werden. Die Erde selbst wird Rechenschaft fordern von dem schlechten Gebrauch, den der Mensch von ihr und ihren Naturreichen gemacht hat.

35. Alles, was zerstört worden ist, wird euch zur Rechenschaft ziehen und die Menschen dadurch erkennen lassen, dass sie vom Schöpfer mit Liebesabsichten geschaffen wurden und dass gerade jener einzige Wille, der sie vernichten könnte, sie umsorgt, sie beschützt und sie segnet. (180, 67)

36. Ich übergebe euch diese Botschaft, die ihr über die Meere hinweg weitergeben müsst. Mein Wort soll den Alten Kontinent durchqueren und selbst zu den Menschen Israels gelangen, die sich in einen brudermörderischen Kampf um ein Stückchen Land gestürzt haben, ohne sich des Elends ihrer Seele bewusst zu werden.

37. Ihr könnt euch die Prüfung, die die Welt durchleben wird, nicht vorstellen. Alle erwarten den Frieden, doch dieser wird erst zur Geltung kommen, nachdem die Naturgewalten von Mir Zeugnis abgelegt haben. (243, 52)

38. Meine Naturkräfte werden entfesselt sein und ganze Landstriche verheeren. Die Wissenschaftler werden einen neuen Planeten entdecken, und ein "Sternenregen" wird eure Welt erhellen. Aber dies wird kein Unheil für die Menschheit herbeiführen; es wird den Menschen nur das Kommen einer neuen Zeit ankündigen. (182, 38)

39. Ich habe euch schon offenbart, dass mein Volk über die ganze Erde verstreut ist, das heißt, dass der geistige Same auf dem ganzen Erdkreis ausgestreut ist.

40. Heute seid ihr uneinig und missachtet euch sogar gegenseitig wegen Kleinigkeiten. Doch wenn die materialistischen Lehren euch alle zu überwältigen drohen, werdet ihr, die ihr mit dem Geiste denkt und fühlt, endlich eins werden. Wenn jene Zeit kommt, werde Ich euch ein Zeichen geben, damit ihr euch erkennen könnt — etwas, das ihr in derselben Weise sehen und hören könnt. Wenn ihr euch dann gegenseitig Zeugnis davon gebt, werdet ihr verwundert sein und sagen: "Es ist der Herr, der uns besucht hat." (156, 35-36)

Prophetie über die Spaltung der mexikanischen Gemeinden

41. Hör Mir jetzt gut zu, Volk, und gehe daran, mein Wort würdig und wahr zu befolgen.

42. Ich sehe, dass ihr Traurigkeit in euren Herzen tragt, weil ihr vorausahnt, dass nicht alle diese Menschenscharen sich an das Gesetz halten werden, das Ich in eure Seele geschrieben habe. Doch Ich sage euch, dass sich heute wie in der "Ersten Zeit" das Volk spalten wird.

43. Ich habe viel zu euch gesprochen und habe für alle einen einzigen Pfad gekennzeichnet. Deshalb sage Ich euch: Falls einige meiner Kinder Mir ungehorsam sind, wird der Urteilsspruch über dies Volk gefällt werden, wenn der durch den Willen eures Vaters festgesetzte Tag da ist, um diese Kundgebung zu beenden.

44. Ich bin in dieser Zeit als ein Befreier zu euch gekommen, habe euch den Weg durch die Wüste gezeigt, das geistige "Tagewerk" des Kampfes um die Befreiung und Rettung, und habe euch am Ende das neue Land der Verheißung versprochen, welches Friede, Licht und Seligkeit für den Geist ist.

45. Wohl denen, die aufbrechen und Mir auf dieser Reise folgen im Verlangen nach Befreiung und Vergeistigung, denn sie werden sich niemals verlassen noch schwach fühlen in den Prüfungen, die ihnen die weite Wüste bringt.

46. Wehe dagegen denen, die gegen den Glauben verstoßen, die die Dinge der Welt mehr lieben als das Geistige — denen, die weiterhin an ihren Götzenbildern und ihren Traditionen festhalten! In der Meinung, Mir zu dienen, werden sie Untertanen des "Pharao" sein, welcher das "Fleisch", der Materialismus, der Götzendienst ist.

47. Wer zum Gelobten Lande, zum Vaterland des Geistes kommen möchte, muss bei seinem Gang durch die Welt eine Spur des Guten hinterlassen.

48. Kommt auf diesem Wege und fürchtet euch nicht. Denn wenn ihr eure Hoffnung auf Mich setzt, ist es unmöglich, euch zu verirren. Wenn ihr euch fürchtet oder kein Vertrauen habt, dann ist euer Glaube nicht absolut, doch Ich sage euch, dass, wer Mir nachfolgen will, von meiner Wahrheit überzeugt sein muss. (269, 50-51)






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Kapitel 65
Gleichnisse, Trost und Verheißung

Gleichnis von den schlechten Hausverwaltern

1. Im Verlangen nach Barmherzigkeit näherte sich einem Hause eine Menschenmenge von Hungrigen, Kranken und Nackten.

2. Die Verwalter des Hauses rüsteten es unablässig zu, um die Durchziehenden an ihrem Tische zu bewirten.

3. Der Gutsbesitzer, Eigentümer und Herr jener Ländereien kam dazu, um den Vorsitz des Festmahls einzunehmen.

4. Die Zeit verging, und die Bedürftigen fanden in dem Hause immer Nahrung und Obdach.

5. Eines Tages sah jener Herr, dass das Wasser auf dem Tische trübe war, dass die Speisen nicht gesund und wohlschmeckend und die Tischtücher befleckt waren.

6. Da rief er die mit der Zurichtung der Speisetafel Beauftragten zu sich und sagte ihnen: "Habt ihr die Leintücher gesehen und die Speisen gekostet und von dem Wasser getrunken?"

7. "Ja, Herr," antworteten jene.

8. "Dann lasst, bevor ihr diesen Hungrigen zu essen gebt, zuerst eure Kinder davon essen, und wenn sie die Speisen gut finden, gebt diesen Gästen davon."

9. Die Kinder nahmen von dem Brot, den Früchten und was es auf dem Tische gab; doch der Geschmack war widerwärtig, und es gab Unzufriedenheit und Aufruhr dagegen, und sie beschwerten sich heftig.

10. Da sagte der Gutsbesitzer denen, die noch warteten: "Kommt unter einen Baum, denn ich werde euch die Früchte meines Gartens und wohlschmeckende Speisen anbieten."

11. Doch zu den Dienstleuten sagte er dies: "Reinigt das Befleckte, beseitigt den schlechten Geschmack von den Lippen derer, die ihr enttäuscht habt. Ich habe keinen Gefallen an euch, denn ich habe euch aufgetragen, alle Hungernden und Dürstenden zu empfangen, um ihnen die besten Speisen und reines Wasser anzubieten, doch ihr habt es nicht befolgt. Eure Arbeit ist mir nicht wohlgefällig."

12. Der Herr jener Ländereien bereitete nun das Festmahl selbst vor: Das Brot war gehaltvoll, die Früchte gesund und reif, das Wasser frisch und erquickend. Dann lud er jene ein, die darauf warteten — Bettler, Kranke und Aussätzige –, und alle sättigten sich, und ihre Freude war groß. Bald waren sie gesund und frei von Leiden, und sie entschieden sich, auf dem Landgut zu bleiben.

13. Sie begannen die Felder zu bestellen, wurden zu Feldarbeitern, doch sie waren schwach und wussten den Anweisungen jenes Herrn nicht zu folgen. Sie vermischten verschiedenartige Samenkörner, und das Erntegut entartete, der Weizen wurde vom Unkraut erstickt.

14. Als die Zeit der Ernte da war, kam der Gutsherr und sprach zu ihnen: "Was tut ihr da, wo ich euch doch nur die Verwaltung des Hauses aufgetragen habe, um die Gäste zu empfangen? Die Aussaat, die ihr ausgebracht habt, ist nicht gut, andere sind zur Bestellung der Felder bestimmt. Geht und säubert das Land von Disteln und Unkraut und verwaltet dann wieder das Haus. Der Brunnen ist ausgetrocknet, das Brot kräftigt nicht, und die Früchte sind bitter. Tut an den Durchziehenden, was ich an euch getan habe. Wenn ihr die, die sich an euch wenden, genährt und geheilt habt, wenn ihr den Schmerz eurer Nächsten beseitigt habt, dann werde ich euch in meinem Hause ausruhen lassen." (196, 47-49)

Gleichnis von der Wüstendurchquerung bis zurGroßen Stadt

15. Zwei Wanderer gingen mit langsamen Schritten durch eine weite Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen, und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu gelangen, belebte sie auf ihrem schweren Wege; denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise alleine fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

16. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht schon bald auf eine Oase stoßen würden, wo sie die verlorenen Kräfte zurückgewinnen würden; aber jener fasste keinen neuen Mut.

17. Der Ältere gedachte ihn nicht in jener Einöde im Stich zu lassen, und obwohl auch er müde war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rücken und setzte die Wanderung mühsam fort.

18. Nachdem der Jüngling ausgeruht war und er die Mühsal erwog, die er dem bereitete, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand, und so setzten sie ihren Weg fort.

19. Unermesslicher Glaube beseelte das Herz des greisen Wanderers, welcher ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu überwinden.

20. Wie er es erahnt hatte, tauchte am Horizont eine Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem erquickenden Wasser, bis sie sich satt getrunken hatten.

21. Sie fielen in einen erholsamen Schlaf, und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst. Sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten.

22. Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

23. Der betagte Wanderer, der die Stütze des jungen gewesen war, sagte: "Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maßen Gebrauch machen. Es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger treffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Verdursten oder krank sind, und es wird dann notwendig sein, ihnen das anzubieten, was wir bei uns tragen."

24. Der junge Mann widersprach und sagte, dass es unvernünftig wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie selbst ausreichen würde; dass sie es in so einem Falle zu dem Preis verkaufen könnten, den sie wollten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

25. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass wenn sie Frieden in ihrer Seele haben wollten, sie das Wasser mit den Notleidenden teilen müssten.

26. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, ehe er es mit jemandem teile, den man unterwegs treffen würde.

27. Wieder ging die Ahnung des Alten in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kindern bestehende Karawane, die, in der Wüste verirrt, dem Untergang nahe war.

28. Eilig ging der gute Alte auf jene Leute zu und gab ihnen zu trinken. Die Ermatteten fühlten sich sogleich gestärkt, die Kranken öffneten ihre Augen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

29. Friede war im Herzen des edelmütigen Wanderers, während der andere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie umkehren und die Quelle aufsuchen sollten, um das Wasser, das sie verbraucht hatten, zu ersetzen.

30. "Wir dürfen nicht zurückgehen", sagte der gute Wandersmann, "wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf neue Oasen stoßen."

31. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um im Verlangen nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Leidensgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine auf dem Pfade weiterging, vom Glauben an sein Ziel beseelt, lief der andere bei dem Gedanken, er könnte in der Wüste umkommen, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu.

32. Schließlich kam er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er alleine gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu leben.

33. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorüber, die aus erschöpften und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begierig näher, um von dem Wasser jener Quelle zu trinken.

34. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

35. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz, der ihren Durst löschen würde, nicht kaufen. Schließlich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein wenig Wasser, um den brennenden Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

36. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durchzogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

37. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den brüderlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

38. Eines Tages sah er eine Karawane kommen, die zielsicher der großen Stadt zustrebte. Doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude ausschritten und dabei ein Loblied anstimmten.

39. Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener voranging, welcher sein Reisegefährte gewesen war.

40. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einander gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der Oasenbewohner den, der sein Gefährte gewesen war: "Sage mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren?"

41. Er tat dies, weil er in seinem Innern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Obdach zu bitten.

42. Der gute Wanderer sagte zu seinem Gefährten: "Ich gelangte zu der großen Stadt, doch nicht allein. Unterwegs traf ich Kranke, Dürstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab ich neuen Mut durch den Glauben, der mich beseelt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der großen Stadt.

43. Dort wurde ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, der mir, als er sah, dass ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Führer und Berater der Reisenden bei der qualvollen Wüstendurchquerung zu sein.

44. Und hier siehst du mich, wie ich gerade eine weitere Karawane führe, die ich zu der großen Stadt bringen muss. — Und du? Was machst du hier?" fragte er den, der in der Oase geblieben war. — Dieser schwieg beschämt.

45. Da sagte der gute Reisende zu ihm: "Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du Wasser verkaufst und für den Schatten Geld verlangst. Diese Güter gehören dir nicht, sie wurden von einer göttlichen Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, der sie benötigen würde.

46. Siehst du diese Menschenscharen? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst spüren noch müde werden. Es genügt, dass ich ihnen die Botschaft weitergebe, die ihnen der Herr der großen Stadt durch meine Vermittlung sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritte neue Kraft dank dem hohen Ziele, das sie haben: jenes Reich zu erreichen.

47. Überlasse die Quelle den Dürstenden, damit sie bei ihr Erquickung finden, und jene ihren Durst löschen, die die Härten der Wüste erleiden.

48. Dein Stolz und Egoismus hat dich verblendet. Doch was hat es dir genützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und dich der Möglichkeit beraubt hast, die große Stadt kennenzulernen, der wir gemeinsam entgegengingen? Hast du jenes hohe Ziel bereits vergessen, das wir beide hatten?"

49. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verfehlungen. Er riss sich die falschen Prunkgewänder vom Leibe und suchte den Ausgangspunkt auf, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der großen Stadt führen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Lichte erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen.

Ende des Gleichnisses

50. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elias der Greis meines Gleichnisses. Er ist "die Stimme dessen, der in der Wüste ruft", er ist der, der sich aufs neue unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch bei der Verklärung auf dem Berge Tabor gab. Er ist es, der euch in der "Dritten Zeit" zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

51. Folge Elias, o geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in deinem Leben, in deiner Gottesverehrung und deinen Idealen; alles wird verwandelt werden.

52. Habt ihr geglaubt, dass eure unvollkommene Religionsausübung ewig bestehen bleiben würde? — Nein, meine Jünger. Morgen, wenn euer Geist die Große Stadt am Horizont erblickt, wird er wie sein Herr sagen: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." (28, 18-40)

Gleichnis von der Großmut eines Königs

53. Es war einmal ein König, der, von seinen Untertanen umgeben, einen Sieg feierte, den er über ein rebellisches Volk errungen hatte, das zum Vasallen wurde.

54. Der König und die Seinen sangen eine Siegeshymne. Dann sprach der König so zu seinem Volke: "Die Kraft meines Armes hat gesiegt und hat mein Reich wachsen lassen; doch die Besiegten werde ich wie euch lieben, ich werde ihnen Felder auf meinen Gütern geben, damit sie den Weinstock anbauen, und es ist mein Wille, dass ihr sie ebenso liebt, wie ich sie liebe."

55. Die Zeit verging, und unter jenem Volke, das durch die Liebe und die Gerechtigkeit jenes Königs gewonnen worden war, trat ein Mann auf, der sich gegen seinen Herrn auflehnte und ihn im Schlafe zu töten versuchte, wobei er ihn aber nur verletzte.

56. Angesichts seines Verbrechens floh jener Mann voller Furcht, um sich in den dunkelsten Wäldern zu verstecken, während der König die Undankbarkeit und die Abwesenheit seines Untergebenen beklagte, denn sein Herz liebte ihn sehr.

57. Jener Mann wurde auf seiner Flucht von einem dem König feindlichen Volke gefangengenommen, und als er angeklagt wurde, ein Untertan dessen zu sein, dessen Herrschaft sie nicht anerkannten, rief dieser ihnen erschreckt aus voller Kehle zu, dass er ein Flüchtling sei, weil er den König gerade erst getötet habe. Doch man schenkte ihm keinen Glauben und verurteilte ihn dazu, auf einem Scheiterhaufen zu sterben, nachdem er zuvor gemartert wurde.

58. Als er bereits blutete, und man im Begriffe war, ihn ins Feuer zu werfen, geschah es, dass der König mit seinen Knechten, die auf der Suche nach dem Rebellen waren, dort vorüber kam, und als er sah, was hier geschah, erhob jener Herrscher seinen Arm und sprach zu den Schergen: "Was tut ihr da, aufrührerisches Volk?" Und beim Klang der majestätischen und gebieterischen Stimme des Königs warfen sich die Rebellen vor ihm nieder.

59. Der undankbare Untertan, der noch immer nahe beim Feuer in Fesseln lag und nur auf den Vollzug seines Urteilsspruches wartete, war verblüfft und bestürzt, als er sah, dass der König nicht tot war, und dass er sich ihm Schritt für Schritt näherte und ihn losband.

60. Er führte ihn weg vom Feuer und behandelte seine Wunden. Dann gab er ihm Wein zu trinken, bekleidete ihn mit einem neuen weißen Gewand, und nachdem er ihn auf die Stirne geküsst hatte, sprach er zu ihm: "Mein Untertan, warum bist du vor mir geflohen? Warum hast du mich verletzt? Antworte mir nicht mit Worten, ich will nur, dass du weißt, dass ich dich liebe, und ich sage dir jetzt: Komm und folge mir nach."

61. Jenes Volk, das diese Szenen der Barmherzigkeit miterlebte, rief verwundert und innerlich gewandelt: "Hosianna, Hosianna!" Es bekannte sich als gehorsamen Vasallen jenes Königs und empfing nur Wohltaten von seinem Herrn, und der Untertan, der einst rebellierte, fasste — von so viel Liebe seines Königs überwältigt — den Vorsatz, jene Beweise grenzenloser Zuneigung zu vergelten, indem er seinen Herrn immerdar lieben und verehren würde, bezwungen von dessen so vollkommenem Handeln.

Ende des Gleichnisses

62. Siehe, Volk, wie klar mein Wort ist! Doch die Menschen kämpfen gegen Mich und verlieren ihre Freundschaft zu Mir.

63. Welchen Schaden habe Ich den Menschen angetan? Welchen Nachteil bringt ihnen meine Lehre und mein Gesetz?

64. Wisset: Sooft ihr Mich auch verletzt − jedes Mal wird euch vergeben werden. Aber dann seid ihr auch verpflichtet, euren Feinden zu vergeben, wann immer sie euch beleidigen.

65. Ich liebe euch, und wenn ihr euch einen Schritt von Mir entfernt, so tue Ich den gleichen Schritt, um Mich euch zu nähern. Wenn ihr Mir die Tore eures Tempels verschließt, werde Ich an sie pochen, bis ihr öffnet und Ich ihn betreten kann. (100, 61-70)

Seligpreisungen und Segnungen

66. Selig, wer sein Leid mit Geduld trägt, denn gerade in seiner Sanftmut wird er die Kraft finden, um auf seinem Entwicklungswege weiterhin sein Kreuz zu tragen.

67. Gesegnet sei, wer die Erniedrigung mit Demut erträgt und denen zu vergeben vermag, die ihn beleidigt haben, denn Ich werde ihn rechtfertigen. Doch wehe denen, die die Handlungen ihrer Mitmenschen richten, denn sie werden ihrerseits gerichtet werden!

68. Gesegnet sei, wer das erste Gebot des Gesetzes erfüllt und Mich mehr als alles Erschaffene liebt.

69. Gesegnet sei, wer Mich seine gerechte oder ungerechte Sache richten lässt. (44, 52-55)

70. Selig, wer sich auf Erden demütigt, denn Ich werde ihm vergeben. Selig, wer verleumdet wird, denn Ich werde seine Unschuld bezeugen. Selig, wer Zeugnis von Mir ablegt, denn Ich werde ihn segnen. Und wer aufgrund der Ausübung meiner Lehre verkannt wird, den werde Ich anerkennen. (8, 30)

71. Selig, die fallen und sich wieder aufrichten, die weinen und Mich segnen, die, von ihren eigenen Brüdern verletzt, auf Mich vertrauen im Innersten ihres Herzens. Diese Kleinen und Betrübten, Verspotteten, doch Sanftmütigen und dadurch Starken im Geiste sind in Wahrheit meine Jünger. (22, 30)

72. Selig, wer den Willen seines Herrn segnet, selig, wer sein eigenes Leiden segnet, weil er weiß, dass es seine Schandflecken abwaschen wird. Denn dieser gibt seinen Schritten Halt, um den Geistigen Berg zu ersteigen. (308, 10)

73. Alle erwarten das Licht eines neuen Tages, die Morgenröte des Friedens, welche Beginn eines besseren Zeitalters sein soll. Die Unterdrückten erwarten den Tag ihrer Befreiung, die Kranken hoffen auf ein Heilmittel, das ihnen Gesundheit, Kraft und Lebensfreude zurückgibt.

74. Wohl denen, die bis zum letzten Augenblicke zu warten verstehen, denn ihnen wird mit Zinsen zurückgegeben werden, was sie verloren haben. Diese Erwartung segne Ich, denn sie ist Beweis von Glauben an Mich. (286, 59-60)

75. Wohl den Getreuen, Segen denen, die bis zum Ende ihrer Prüfungen standhaft bleiben. Gesegnet seien, die die Kraft, die ihnen meine Unterweisung zuteil werden lässt, nicht vergeudet haben, denn sie werden in den kommenden Zeiten der Bitternis die Wechselfälle des Lebens kraft- und lichtvoll überstehen. (311, 10)

76. Gesegnet seien, die Mich auf dem Altar der Schöpfung segnen und die Folgen ihrer Verfehlungen demütig entgegenzunehmen verstehen, ohne sie göttlichen Strafen zuzuschreiben.

77. Gesegnet seien, die meinen Willen zu befolgen wissen und ihre Prüfungen in Demut annehmen. Sie alle werden Mich lieben. (325, 7-8)

Ermutigungen zur Aufwärtsentwicklung

78. Gesegnet seien, die Mich mit Demut und Glauben um den Aufstieg ihrer Seele bitten, denn sie werden empfangen, was sie von ihrem Vater erbitten.

79. Gesegnet seien, die zu warten verstehen, denn meine barmherzige Hilfe wird im geeigneten Augenblicke in ihre Hände gelangen.

80. Lernt, zu bitten und auch zu warten — im Wissen, dass meinem Liebeswillen nichts entgeht. Vertraut darauf, dass mein Wille sich in jedem eurer Bedürfnisse und in jeder eurer Prüfungen bekundet. (35, 1-3)

81. Gesegnet seien die, die von einem Paradies des Friedens und der Harmonie träumen.

82. Wohl jenen, die die Trivialitäten, die Eitelkeiten und Leidenschaften, welche dem Menschen nichts Gutes bringen und noch weniger seiner Seele, verachten und sie gleichgültig betrachtet haben.

83. Gesegnet seien jene, die die fanatischen Kulthandlungen, die zu nichts führen, beseitigt haben, und alte und irrtümliche Glaubensvorstellungen aufgegeben haben, um die absolute, nackte und reine Wahrheit zu umfangen.

84. Ich segne diejenigen, die das Äußerliche ablehnen, um sich statt dessen der geistigen Betrachtung, der Liebe und dem inneren Frieden hinzugeben, weil sie immer mehr erkennen, dass die Welt keinen Frieden schenkt, dass ihr ihn in euch selbst finden könnt.

85. Gesegnet seien jene unter euch, welche die Wahrheit nicht erschreckt hat, und die sich nicht über sie empört haben, denn wahrlich, Ich sage euch, das Licht wird wie ein Wasserfall auf eure Seele herabfallen, um für immer euer Verlangen nach Licht zu stillen. (263, 2-6)

86. Selig, wer meine Unterweisungen vernimmt, sie sich zu eigen macht und sie befolgt, denn er wird auf der Welt zu leben verstehen, wird der Welt abzusterben verstehen und, wenn seine Stunde gekommen ist, in der Ewigkeit auferstehen.

87. Gesegnet sei, wer sich in mein Wort vertieft, denn er hat den Grund für den Schmerz, den Sinn der Wiedergutmachung und der Sühne begreifen gelernt, und statt zu verzweifeln oder zu lästern, womit er seine Pein noch vermehren würde, erhebt er sich voller Glauben und Hoffnung, um zu kämpfen, damit die Last seiner Verschuldungen täglich leichter wird und sein Leidenskelch weniger bitter.

88. Frohsinn und Frieden ist den Menschen des Glaubens zu eigen — denen, die mit dem Willen des Vaters einverstanden sind. (283, 45-47)

89. Euer Fortschritt oder eure Aufwärtsentwicklung wird euch ermöglichen, meine Wahrheit zu entdecken und meine göttliche Gegenwart wahrzunehmen — sowohl im Geistigen als auch in jedem meiner Werke. Dann werde Ich euch sagen: "Selig, die Mich überall zu erkennen vermögen, denn sie sind es, die Mich wirklich lieben. Selig, die Mich mit der Seele und selbst mit dem Körper zu fühlen vermögen, denn sie sind es, die ihrem ganzen Wesen Feinfühligkeit verliehen haben, die sich wirklich vergeistigt haben." (305, 61-62)

90. Ihr wisst, dass Ich von meinem "Hohen Throne" aus das Weltall in meinen Frieden und in meine Segnungen hülle.

91. Alles ist von Mir zu jeder Stunde, in jedem Augenblicke gesegnet.

92. Von Mir ist nicht, noch wird jemals irgendeine Verfluchung oder Verdammung für meine Kinder kommen. Daher lasse Ich, ohne Gerechte oder Sünder zu sehen, auf alle meinen Segen, meinen Kuss der Liebe und meinen Frieden herniederkommen. (319, 49-50)

MEIN FRIEDE SEI MIT EUCH!






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Der Ruf Gottes

Aufruf an die Menschen dieser Zeit:

"Menschen, Menschen, erhebt euch, die Zeit drängt, und wenn ihr es nicht an diesem ‚Tage‘ tut, werdet ihr in diesem Erdenleben nicht mehr erwachen. Wollt ihr weiterschlafen trotz meiner Botschaft? Wollt ihr, dass euch der Tod des Fleisches aufweckt — mit dem verzehrenden Feuer der Reue eurer Seele ohne Materie?

Seid aufrichtig, versetzt euch in die Lage, euch im Geistigen Leben zu befinden, im Angesicht der Wahrheit, wo nichts euren Materialismus entschuldigen kann, wo ihr euch wirklich in Lumpen erblickt — befleckt, schmutzig und zerrissen — die eure Seele als Bekleidung tragen wird. Wahrlich, Ich sage euch, dort werdet ihr beim Anblick eures Elends und im Gefühl so großer Scham das unermessliche Verlangen spüren, euch im Wasser der tiefsten Reue reinzuwaschen, weil ihr wisst, dass ihr nur rein zum Feste des Geistes gehen könnt.

Seht euch jenseits des menschlichen Egoismus mit all seinen Gebrechen, die derzeit euer Stolz, eure Befriedigung sind, und sagt Mir, ob ihr den Schmerz der Menschen mitgefühlt habt, ob in euren Herzen das Schluchzen der Frauen oder das Weinen der Kinder Widerhall finden. Sagt Mir also: Was seid ihr den Menschen gewesen? Seid ihr für sie Leben gewesen?" (228, 62-63)

Aufruf an die Intellektuellen:

"Kommt zu Mir, ihr Intellektuellen, die ihr des Todes überdrüssig und im Herzen enttäuscht seid. Kommt zu Mir, die ihr verwirrt seid und statt zu lieben gehasst habt. Ich werde euch Ruhe geben und euch begreiflich machen, dass der meinen Geboten gehorsame Geist niemals ermüdet. Ich werde euch in eine Wissenschaft einführen, die niemals die Intelligenz verwirrt." (282, 54)

Aufruf an die Mühseligen und Beladenen:

"Kommt zu Mir, ihr betrübten, einsamen und kranken Menschen. Ihr, die ihr Ketten der Sünde mit euch schleppt, ihr Erniedrigten, nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, seid bei Mir; in meiner Gegenwart werden viele eurer Übel verschwinden, und ihr werdet fühlen, dass eure Last leichter wird.

Wenn ihr die Güter des Geistes besitzen wollt, werde Ich sie euch gewähren; wenn ihr Mich um irdische Güter bittet, um davon guten Gebrauch zu machen, werde Ich sie euch gleichfalls geben, weil eure Bitte edel und gerecht ist. Dann werdet ihr zu guten Treuhändern werden, und Ich werde euch die Mehrung jener Güter gewähren, damit ihr eure Mitmenschen an ihnen teilhaben lasst." (144, 80-81)

Aufruf an das Geistige Israel:

"Israel, werde zum Führer der Menschheit, gib ihr dies Brot des ewigen Lebens, zeige ihr dies Geistwerk, damit die verschiedenen Religionen sich in meiner Lehre vergeistigen und auf diese Weise das Reich Gottes zu allen Menschen kommt." (249, 66)

"Höre Mich, geliebtes Israel! Öffnet eure geistigen Augen und schaut die Herrlichkeit eures Vaters. Vernehmt meine Stimme durch euer Gewissen, hört mit euren geistigen Ohren die himmlischen Melodien, damit euer Herz und Geist sich erfreut, damit ihr Frieden fühlt; denn Ich bin der Friede und lade euch ein, in ihm zu leben. Ich offenbare euch die Liebe, die Ich zu allen Zeiten für die Menschheit empfunden habe — der Grund dafür, dass Jesus in der ‚Zweiten Zeit‘ sein kostbarstes Blut vergoss, um euch von der Sünde zu erlösen, euch die Liebe zu lehren und eurem Geist und Herzen die wahrhaftige Lehre einzuprägen." (283, 71)

"Richtet eure Blicke auf Mich, wenn ihr den Weg verloren habt; seid heute bei Mir. Erhebt eure Gedanken zu Mir und sprecht mit Mir, wie ein Kind mit seinem Vater spricht, wie man vertrauensvoll mit einem Freunde spricht." (280, 31)

"Wandelt euch unter meiner Unterweisung, fühlt euch als neue Menschen, übt meine Tugenden aus, dann wird es in eurer Seele immer lichter werden, und Christus wird sich auf eurem Wege bekunden." (228, 60)

"Volk, gehe zu den Menschen, sprich mit ihnen, wie Christus zu euch sprach — mit demselben Mitgefühl, mit derselben Bestimmtheit und Hoffnung. Lasst sie erkennen, dass es Wege der Aufwärtsentwicklung gibt, die größere Befriedigungen schenken als jene, die die materiellen Güter gewähren. Lasst sie erkennen, dass es einen Glauben gibt, der über das Sicht- und Fühlbare hinaus glauben und hoffen lässt. Sagt ihnen, dass ihre Seele ewig leben wird, und sie sich daher vorbereiten müssen, um jener ewigen Seligkeit teilhaftig werden zu können." (359, 94-95)


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