Drei große göttliche Offenbarungen

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Übersicht und Vergleich

Swedenborg Offenbarungen

Lorber Offenbarungen

Mexikanische Offenbarungen

Die göttliche Liebe

Das Dritte Testament

Teil 1 - Wiederkunft Christi

Teil 2 - Erste + Zweite Zeit

Teil 3 - Kirchenchristentum

Teil 4 - Gesetz und Liebe

Teil 5 - Offenbarungsarten

Teil 6 - Die Schöpfung

Teil 7 - Entwicklungsweg

Teil 8 - Der Mensch

Teil 9 - Göttliche Weisheit

Teil 10 - Materialismus

Teil 11 - Die Menschheit

Teil 12 - Gericht + Läuterg

Teil 13 - Vollendung d Welt

Teil 14 - Missionsauftrag

Teil 15 - Ermahnungen

Teil 16 - Prophetien

Buch des Wahren Lebens

Die göttliche Zärtlichkeit


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Impressum


Das Dritte Testament

Kompendium der Göttlichen Offenbarungen aus dem
12-bändigen Werk "Buch des Wahren Lebens"

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Vorwort

Einführung

Teil   1 –  Die Wiederkunft Christi – Die Dritte Offenbarungszeit

Kapitel 1 – In Erwartung der Wiederkunft Christi

Kapitel 2 – Die Morgenröte der Dritten Zeit

Kapitel 3 – Die Geistige Sonne der Wiederkunft Christi

Kapitel 4 – Die Unterweisung durch göttliche Kundgaben

Kapitel 5 – Der Grund für die neue Gottesoffenbarung

Kapitel 6 – Das Dritte Testament, das Große Buch des Lebens

Kapitel 7 – Wirkung und Bedeutung der Geistlehre

Kapitel 8 – Die neuen Gemeinden Christi, Jünger und Apostel

Teil   2 –  Rückschau auf die Erste und Zweite Offenbarungszeit

Kapitel 9 – Geschichten und Gestalten des Volkes Israel

Kapitel 10 – Als die Zeit erfüllt war

Kapitel 11 – Das Wirken Jesu auf Erden

Kapitel 12 – Leiden, Tod und Auferstehung

Kapitel 13 – Mission und Bedeutung Jesu und seiner Apostel

Teil   3 –  Die Zeit des Kirchenchristentums

Kapitel 14 – Christentum, Kirchen und Kulte

Kapitel 15 – Scheinchristen, kirchliche Irrlehren und Missstände

Teil   4 –  Das Gesetz, Gottes- und Nächstenliebe

Kapitel 16 – Das Göttliche Gesetz

Kapitel 17 – Die neue Art der Verehrung Gottes

Kapitel 18 – Werke der Barmherzigkeit und die ...

Teil   5 –  Offenbarungsformen und Wirken Gottes

Kapitel 19 – Die Dreieinigkeit Gottes

Kapitel 20 – Maria, die mütterliche Liebe Gottes

Kapitel 21 – Allmacht, Allgegenwart Gottes und ...

Kapitel 22 – Liebe, Fürsorge und Gnade Gottes

Kapitel 23 – Inspirationen und Offenbarungen Gottes

Teil   6 –  Die Schöpfung

Kapitel 24 – Die geistige und die materielle Schöpfung

Kapitel 25 – Die Natur

Kapitel 26 – Andere Welten

Kapitel 27 – Das Jenseits

Teil   7 –  Der Entwicklungsweg zur Vollkommenheit

Kapitel 28 – Sterben, Tod und jenseitiges Erwachen

Kapitel 29 – Läuterung und Aufstieg der Seelen im Jenseits

Kapitel 30 – Die Entwicklung der Seele über Reinkarnationen

Kapitel 31 – Rettung, Erlösung und ewiges Heil

Teil   8 –  Der Mensch

Kapitel 32 – Inkarnation, Natur und Aufgabe des Menschen

Kapitel 33 – Mann und Frau, Eltern und Kinder, Ehe und Familie

Kapitel 34 – Willensfreiheit und Gewissen

Kapitel 35 – D Macht der Gedanken, der Gefühle u des Willens

Teil   9 –  Lehren der Göttlichen Weisheit

Kapitel 36 – Glaube, Wahrheit und Erkenntnis

Kapitel 37 – Das richtige Verständnis biblischer Texte

Kapitel 38 – Die drei Offenbarungszeiten und die sieben Siegelepochen

Kapitel 39 – Das irdische und das Geistige Israel

Kapitel 40 – Die Kräfte des Guten und des Bösen

Kapitel 41 – Die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits

Kapitel 42 – Schuld und Sühne, Prüfungen und Leiden

Kapitel 43 – Krankheit, Heilung und Erneuerung

Kapitel 44 – Leben im göttlichen Sinne

Kapitel 45 – Vorherbestimmung, Sinn u Erfüllung im Leben

Teil 10 –  Materialismus und Spiritualismus

Kapitel 46 – Der fehlgeleitete, materialistische Mensch

Kapitel 47 – Materialismus und Spiritualismus

Kapitel 48 – Geistesgaben und Vergeistigung

Teil 11 –  Die Menschheit

Kapitel 49 – Religion und Rechtsprechung

Kapitel 50 – Bildung und Wissenschaft

Kapitel 51 – Machthaber, Machtmissbrauch und Kriege

Kapitel 52 – Ungerechtigkeit und Niedergang der Menschheit

Teil 12 –  Gericht und Läuterung der Menschheit

Kapitel 53 – Die Zeit des Gerichts ist da

Kapitel 54 – Kampf d Weltanschauungen, Religionen u Kirchen

Kapitel 55 – Reinigung der Erde u d. Menschheit im Gericht

Teil 13 –  Wandlung und Vollendung von Welt und Schöpfung

Kapitel 56 – Sieg und Anerkennung des Geistwerkes Christi

Kapitel 57 – Umkehr und Wandel auf allen Gebieten

Kapitel 58 – Das Friedensreich Christi und die Vollendung der Schöpfung

Teil 14 –  Der Missionsauftrag

Kapitel 59 – Auftrag zur Verbreitung des neuen Gotteswortes

Kapitel 60 – Wirken im Geiste Christi

Teil 15 –  Ermahnungen, Warnungen, Unterweisungen

Kapitel 61 – Ermahnungen und Warnungen des Herrn

Kapitel 62 – Worte für die anwesenden Zuhörer

Kapitel 63 – Unterweisungen für die Gemeinden und alle Jünger Christi

Teil 16 –  Prophetien und Gleichnisse, Trost und Verheißung

Kapitel 64 – Prophetien

Kapitel 65 – Gleichnisse, Trost und Verheißung

Der Ruf Gottes






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Vorwort

Das vorliegende Buch enthält eine zusammenfassende Auswahl von Textstellen aus den 12 Sammelbänden mit göttlichen Kundgaben, die unter dem Titel "Libro de la Vida Verdadera" zwischen 1956 und 1962 in Mexiko erschienen sind. In diesen Kundgaben oder Unterweisungen offenbarte sich Gott als Schöpfer, Richter und Vater, und Christus als sein "Wort" und als Göttlicher Meister der Weisheit aus Gott, in der Einheit des Heiligen Geistes mit Ihm.

Es war keine leichte Aufgabe, aus der großen Fülle von Unterweisungstexten jene zu finden und auszuwählen, die für eine nach Themen geordnete Auszugsausgabe inhaltlich und sprachlich am geeignetsten und für die jeweiligen Themen unerlässlich waren hinsichtlich einer möglichst umfassenden Darstellung derselben. Auch zeigte sich die Notwendigkeit, manchmal um einer bestimmten Aussage in einem Vers der Originalausgabe willen mehrere sinngemäß zugehörige Verse in das deutsche Kompendium mit aufzunehmen. Bei anderen Textstellen ergab sich die Notwendigkeit, nur einen Teil eines größeren Originalverses mit unterschiedlichen Themeninhalten aufzunehmen.

Bei der Übersetzung des spanischen Originaltextes der Kundgaben ins Deutsche war die genaue Wiedergabe des Sinngehaltes oberstes Prinzip, da dieser die Essenz des göttlichen Wortes darstellt. Wo immer es möglich war, wurde auch der spanische Wortlaut möglichst wortgetreu wiedergegeben, so dass zuweilen etwas eigentümliche und ungewohnte Worte, Begriffe und Ausdrucksweisen in diesen Texten vorkommen. In manchen Fällen war daher zur näheren Erläuterung eine Fußnote erforderlich. Grundsätzlich wurde aber auch auf eine gefällige und verständliche deutsche Ausdrucksweise Wert gelegt und daher oftmals auf eine wörtliche Übersetzung verzichtet, wenn eine solche sprachlich unschön gewesen wäre und der Sinngehalt der betreffenden Textstelle ohne Beeinträchtigung auch in gutem Deutsch ausgedrückt werden konnte.

Obwohl die Stimmträger in einem Zustand der Verzückung nicht bewusst an der Formulierung der Kundgaben beteiligt waren und sie dabei nur ihr mehr oder weniger entwickeltes Sprach- und Begriffsbildungsvermögen als Werkzeug für die göttliche Kundgebung zur Verfügung stellten, und obwohl die Wortgewalt der Kundgaben deren normale Ausdrucksfähigkeit weit überstieg, war die sprachliche Klarheit und Ausdrucksmöglichkeit der Kundgaben doch auch von der geistig-seelischen Vorbereitung und dem Sprachschatz des jeweiligen Wortübermittlers abhängig.

Ein Problem besonderer Art stellte die sinngemäß richtige Übersetzung hinsichtlich der Begriffe "Geist" und "Seele" dar, da in den spanischen Ausgaben die Begriffe "alma" oder "anima" für "Seele" völlig fehlen und dafür gleichfalls das Wort für "Geist" : "espiritu" verwendet wird. In manchen Fällen fiel also die Entscheidung, ob "espiritu" in seinem ursprünglichen Sinn als "Geist" oder mit "Seele" zu übersetzen war, recht schwer und musste nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden. Der Grund für diese teilweise verwechselten Wortverwendungen lag nicht etwa an den göttlichen Kundgaben selbst, sondern an den Sprachgewohnheiten der Wortübermittler und einer Fehlentscheidung bei der späteren Zusammenstellung und ersten Veröffentlichung des "BUCH DES WAHREN LEBENS" in Mexiko.

Das vorliegende, nach Themen gegliederte Kompendium soll dem interessierten Leser und allen nach Erkenntnis und Wahrheit strebenden Menschen dazu dienen, sich einen umfassenden Überblick darüber zu verschaffen, was der Gottesgeist im Verlauf zahlreicher Kundgebungen in Mexiko vor Ende des Jahres 1950, d. h. in der Zeit von 1884 bis 1950, als neue Botschaft und Unterweisung für die Menschheit geoffenbart hat. Vor allem aber hat es die Aufgabe, das gründliche Studium und die Vertiefung in die Lehre des Geistes, das neue Gotteswort, zu erleichtern und zu fördern.

Durch den übersichtlichen Themenaufbau ist anhand des Inhaltsverzeichnisses ein schnelles Auffinden der Themen und Textstellen möglich, die den Leser gerade beschäftigen oder die er für die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden oder für die Erörterung mit Geistgeschwistern benötigt.

Der Auftrag und die Berechtigung zur Erstellung dieses Kompendiums in dieser Form und mit diesem Titel wurde von Christus selbst in seinem neuen Wort gegeben. Die einzelnen Buchkapitel behandeln jeweils ein Thema (außer Kap. 61 bis 63) und sind auch ohne Kenntnis der vorangegangenen Kapitel für den daran besonders Interessierten verständlich. Dennoch ist für das vollständige Erfassen der Geistlehre ein systematisches Studium des Werkes vom ersten bis zum letzten Kapitel empfehlenswert und erforderlich.

Für die tägliche Erbauung und Wegweisung eignen sich besonders die Kapitel 9-11, 16-18, 20-22, 32-36, 43-45, 59-61, 63 und 65, wobei besonders auch auf die vollständigen Unterweisungen in den deutschen Übersetzungsausgaben des "BUCH DES WAHREN LEBENS" »Libro de la Vida Verdadera« hingewiesen sei, die über den Buchhandel erhältlich sind. Aus ihnen kann der interessierte Leser oder Gläubige einen Eindruck davon gewinnen, wie die göttlichen Kundgaben als Ganzes erfolgt sind, und kann beim Lesen derselben ebenso wie aus diesem Dritten Testament tiefe Beglückung und Erleuchtung für Geist und Herz erfahren. Möge dies allen Menschen guten Willens zuteil werden.

Der Herausgeber






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Einführung

Die meisten Christen, welcher Konfession oder Glaubensgruppe sie auch angehören mögen, werden den Titel dieses Buches: "Das Dritte Testament" als Anmaßung empfinden, da dieses Neuoffenbarungs-Werk damit auf eine Stufe mit dem ihnen bekannten Alten und Neuen Testament der Bibel gestellt wird, die als Heilige Schrift und Grundlage ihres Glaubens für abgeschlossen und keiner Fortsetzung und Erweiterung bedürftig betrachtet wird.

Dem wirklich Bibelkundigen wird jedoch bekannt sein, dass diese traditionelle Einstellung keine Basis in den maßgeblichen Lehren Jesu hat, wie sie uns in den Evangelien des Neuen Testamentes überliefert sind. Ganz im Gegenteil! Jesus hat in seinen Abschiedsreden mehrfach von seiner Wiederkunft und im Zusammenhang damit vom "Geist der Wahrheit", dem "Tröstergeist", dem "Heiligen Geist" gesprochen, der dann "in alle Wahrheit einführen wird".

Der Apostel Paulus hat seine Überzeugung von einer großen kommenden Gottesoffenbarung in der Vollendung der Zeiten mit den Worten ausgedrückt: "Jetzt erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin." (1. Kor. 13, 12)

Diese Einführung will dem gläubigen Christen und darüber hinaus allen interessierten Lesern dieses Buches eine wahrheitsgetreue Kenntnis von seiner Entstehung vermitteln, und in welcher Weise und unter welchen äußeren Umständen die Verheißung Jesu von seiner Wiederkunft in Erfüllung ging, da trotz der in den Kundgaben selbst enthaltenen Aussagen darüber manche Fragen offenbleiben würden und Anlass zu Zweifeln und falschen Vorstellungen geben könnten. Auch soll diese Einführung das Verstehen dessen erleichtern, was der Gottesgeist bei seiner neuen Offenbarung als sein Drittes Testament für die Menschheit hinterließ.

Wie jeder Leser dieses neuen Gotteswortes selbst feststellen kann, strahlt es höchste Autorität, Weisheit und Liebe aus. Es ist die Erfüllung der Verheißung Jesu von seiner Wiederkunft "in der Wolke" (Lukas 21, 27), was — in der Sprache des Geistes symbolisch ausgedrückt — bedeutet: in geistiger Weise. Somit ist dies Dritte Testament Gottes als thematisch gegliederte Zusammenfassung der göttlichen Kundgaben in Mexiko ein wahrheitsgetreues Zeugnis von der Wiederkunft Christi "im Geiste", es ist seine zeitgemäße Botschaft und Lehre für die Menschheit in konzentrierter Form.

Dies Wort soll dem Menschen von heute eine geistige Orientierungshilfe sein und ihn zu einem besseren und tieferen Verstehen Gottes, seiner selbst, des Sinnes seines Daseins auf Erden und der Geschehnisse bringen, die ihm in seinem persönlichen Leben widerfahren, sowie der Ereignisse und Veränderungen, die den Anbruch des "Zeitalters des Heiligen Geistes" notwendigerweise begleiten. Von dieser Zeit sprach bereits der mittelalterliche Abt Joachim von Fiore und manche andere nach ihm. Es ist das kommende Friedensreich Christi auf Erden, der Menschheit seit der Zeit der Propheten verheißen.

Mit der geistigen Wiederkunft Christi im Worte ist dieses Zeitalter des Geistes und der Vergeistigung des Menschen bereits angebrochen, und Christus hat mit seinem neuen Liebeswort den Weg dahin gewiesen.

Das zentrale Geschehen in der Wiederkunft Christi ist, entgegen allen Erwartungen der Christenheit, nichts Zukünftiges, sondern bereits Geschichte: Es vollzog sich im Zeitraum von 1866 bis 1950 in aller Stille, von der "Großen Welt" und der Christenheit unbemerkt und unbeachtet! Nicht im Zentrum der abendländischen Christenheit, in Rom, oder im Zentrum orthodoxer Frömmigkeit auf dem Berge Athos, oder, wie von vielen erwartet, im alten jüdisch-christlichen Jerusalem, oder im Umfeld protestantischer Theologie und Religionsphilosophie, sondern in einem Land der sogenannten Dritten Welt, in Mexiko! Und auch dort nicht etwa innerhalb der dominierenden katholischen Kirche in Macht und Pracht, sondern in einem Milieu der Armut und Bedeutungslosigkeit unter dem einfachen, ungebildeten Volk in den Vororten oder Randbezirken von Mexiko-City, und von dort über das Land ausstrahlend und sich verbreitend. Wer hätte das erwartet?

Die Wiederkunft Christi wurde Wirklichkeit in Form von geistig empfangenen Kundgaben Christi durch von Ihm erwählte Menschen im Zustand der Verzückung innerhalb neu gegründeter, charismatischer, christlich-spiritualistischer Gemeinden oder Bruderschaften.

Ein großer Teil dieser Kundgaben wurde in den letzten Jahren vor 1950 stenographisch festgehalten, niedergeschrieben und später in 12 Sammelbänden mit dem Titel "Libro de la Vida Verdadera" veröffentlicht, zu deutsch: "BUCH DES WAHREN LEBENS". In diesen letzten Jahren wurden alle früheren Unterweisungen in erweiterter und vertiefter Form wiederholt. Das vorliegende Buch enthält eine sorgfältige Textauswahl aus diesem Werk zu allen darin vorkommenden Themen.

Diese Sammlung von Unterweisungen Christi sowie thematisch gegliederte Auszüge daraus waren vom Herrn von Anfang an vorgesehen als sein Drittes Testament für die Menschheit, besonders für die Christenheit. Die Wahrheit dieser schwerwiegenden Aussage soll dem Leser durch diese Einführung verdeutlicht werden.

Die Erwählung Mexikos als das für die Wiederkunft Christi im Wort bestimmte Land hat nach dem Wort des Herrn seinen Grund darin, dass die indianischen Vorfahren der heutigen Bewohner in seinem Namen gemartert und gewaltsam "christianisiert" wurden von den spanischen Eroberern. Zum andern haben diese Völker und ihre heutigen Nachfahren durch die jahrhundertelange Unterdrückung und Knechtschaft mehr brüderlichen Geist, Mitmenschlichkeit, Herzensdemut und Duldsamkeit entwickelt als andere Völker der Erde, zumal die europäischen. Daher wurden auch viele reifere Seelen aus dem alten auserwählten "Volk Israel" in der Gegenwart im mexikanischen Volke geboren und waren Zeugen der Erfüllung der dem "Geistigen Israel" gegebenen Verheißungen.

Auch die Geburt Jesu, das erste Kommen Christi zur Welt, geschah nicht in den Macht- und Zivilisationszentren Roms oder Griechenlands, nicht einmal im jüdischen Kulturzentrum Jerusalem, sondern abseits, unter armseligen Umständen, und Jesu Heimat und Hauptwirkungsgebiet war das von den Jerusalemer Juden verachtete Galiläa. Dazu meinten die Schriftgelehrten von einst im Gefühl der Überlegenheit: "Was kann von Nazareth schon Gutes kommen?" Die Theologen von heute sollten nicht denselben Irrtum und Fehler begehen und aus einem intellektuellen Überlegenheitsgefühl heraus insgeheim denken: Was kann von Mexiko schon Gutes und Großes kommen?

Welche Gründe sprechen dafür, dass die dortigen geistigen Kundgebungen wirklich göttlichen Ursprungs sind? Vor allem die Kundgaben selbst, die unverkennbar vom Geist und der Gesinnung Christi und der Liebe und Barmherzigkeit des Himmlischen Vaters durchdrungen sind. Welches Menschenherz sollte davon unberührt bleiben? Auch die Weisheit und die Tiefgründigkeit der Gedanken, Offenbarungen, Ermahnungen und Unterweisungen legen ein beredtes Zeugnis von ihrem Urheber ab. Welcher Truggeist sollte imstande sein, all dies mit finsteren Absichten nur vorzutäuschen? Worin sollten diese bestehen, da diese Unterweisungen der Besserung, Entwicklung und Veredlung des Menschengeschlechtes nur dienlich sein können?

Als weiterer Grund, der für die Echtheit dieser Kundgaben als neues Wort Gottes spricht, ist der Umstand zu betrachten, dass diese über einen so langen Zeitraum und durch so viele verschiedene Übermittler und Kundgebungsorte erfolgt sind und doch ihrem Geist und Charakter nach ein einheitliches Gepräge haben und deutlich auf eine einzige Offenbarungsquelle hinweisen. Welche dunkle Macht sollte in der Lage sein, so etwas in einem ganzen Land jahrzehntelang als verführerisches Gaukelspiel zu veranstalten — Gott zum Hohne? Das ist einfach unmöglich und würde Gott als liebender Vater seiner Menschenkinder und oberster Lenker irdischer Geschicke niemals zulassen.

Weitere schwerwiegende Gründe für die Wahrhaftigkeit dieser Kundgaben als Zeugnis der geistigen Wiederkunft Christi im Wort sind die Übereinstimmungen zwischen den Verheißungen Jesu über seine Wiederkunft und deren "Zeichen" und dem Geschehen in Mexiko während eines Zeitraums weltbewegender und verändernder Ereignisse mit zwei Weltkriegen. Hierzu sei auf die Einführung in Band I des "BUCH DES WAHREN LEBENS" mit dem Titel: "Die Wiederkunft Christi im Spiegel biblischer Verheißungen" hingewiesen, ebenso auf die Studie von Ernesto Enkerlin mit dem Titel "Gottes Geisteswerk", beide im Reichl Verlag erschienen.

Ein bedeutendes Zeugnis für die Weltregion und damit auch für Mexiko als Ort der geistigen Wiederkunft Christi wurde der Christenheit im 19. Jahrhundert durch den so bezeichneten "Schreibknecht Gottes", Jakob Lorber gegeben. An einer Stelle seines großen Neuoffenbarungs-Werkes spricht Jesus davon, dass seine geistige Wiederkunft in einem Land jenseits des großen Weltmeeres, also des Atlantiks, geschehen werde (Gr. Ev. Joh. 94, 14-15). Sollte dies für die an die Offenbarungen durch Lorber Glaubenden und alle geistig wachen Christen nicht Anlass dazu sein, sich zu fragen, ob diese Prophetie nicht bereits in Erfüllung gegangen ist, und nachzuforschen, ob in einem der Länder des amerikanischen Kontinents etwas geschehen ist, das diesen Anspruch erhebt und ihm auch gerecht wird? Der Beurteilungsmaßstab dafür sollte aber nicht nur die Größe des offenbarten Schöpfungswissens sein, sondern vor allem die zum Ausdruck kommende göttliche Liebe und Weisheit.

Ein solches Geschehen hat tatsächlich stattgefunden und begann in den frühen Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts in Mexiko. Ein einfacher Mann aus dem Volk mit Namen Roque Rojas hatte damals, am 23. Juni 1861, ein erstes Berufungserlebnis durch den Erzengel Gabriel und eine Vision, bei der ihm seine Mission als irdischer Wegbereiter des Herrn angekündigt wurde. Nachdem er durch eine weitere große Vision von der Echtheit seiner göttlichen Berufung überzeugt war, begann er anderen Menschen von den Botschaften und Gesichten zu berichten, die ihm im Zustand der Verzückung zuteil wurden, und scharte so durch seine Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit nach und nach eine Gemeinde von Gläubigen um sich. Durch die sich einstellende Gabe der geistigen Heilung wurde er in der Folgezeit weithin bekannt und von allen Hilfe und Rat Suchenden hochgeschätzt. Er gründete eine erste Versammlungsstätte, in der am 1. September 1866 erstmals Elias durch ihn sprach und sieben Männer und Frauen zu Leitern neu zu gründender Gemeinden geweiht wurden, die die Sieben Siegel der entsprechenden heilsgeschichtlichen Epochen symbolisierten.

Als die Teilnehmer einer Zusammenkunft in der Karwoche von 1869 nicht die Ehrfurcht und Andacht zeigten, die Roque Rojas von ihnen erwartete, erfasste ihn heiliger Zorn, und er zerstörte die bis dahin von ihm empfangenen göttlichen Offenbarungen durch Elias. Er erklärte den Versammlungsort für geschlossen und setzte damit seinem segensreichen Wirken ein vorzeitiges Ende. Doch der gute Samen, den er ausgesät hatte, keimte und erblühte an anderen Orten, und in einer der Sieben Siegel-Gemeinden sprach Jahre später, im Jahre 1884, erstmals Christus selbst durch eine ihrer Mission treu gebliebene Stimmträgerin. Von da an setzten sich die göttlichen Kundgaben ununterbrochen fort, über Generationen hinweg, bis zum Ende des Jahres 1950.

Die Zahl der Gemeinden und Gläubigen wuchs in dieser Zeit immer mehr an, so dass diese von Christus als sein Geistwerk bezeichnete christlich-spiritualistische Bewegung zuletzt mehrere hundert Gemeinden mit Tausenden von Anhängern im ganzen Land umfasste.

Die Gläubigen versammelten sich regelmäßig am Sonntagvormittag in ihren schmucklosen Gemeindesälen oder auch in privaten Räumlichkeiten, und überall dort, wo ein oder mehrere Wortübermittler zur Verfügung standen, gab sich der Gottesgeist gleichzeitig kund, je nach den Bedürfnissen und der Aufnahmefähigkeit der Zuhörer.

Einmal in der Woche fanden Heilungsgottesdienste statt, bei denen die Geisterwelt Gottes lehrend, beratend und heilend sich geistig kundgab. Es gab viele geistige Heilungen an Körper und Seele, doch leider wurden diese nicht schriftlich festgehalten und für die Nachwelt bezeugt. Man betrachtete sie offenbar als nichts Außergewöhnliches und Überlieferungswertes.

Mit der vom Herrn schon lange zuvor angekündigten und festgesetzten Beendigung der göttlichen Kundgaben und jener der Geisterwelt Gottes zum Jahresende 1950 trat ein tiefer Bruch innerhalb des Geistwerkes ein, eine Spaltung zwischen den Gemeinden, die sich an diese Anordnung Christi hielten und auf weitere Geistkundgaben verzichteten, und solchen Gemeinden und Gemeindeleitern, die sich nicht daran hielten und ihre Stimmträger nunmehr in einen Trancezustand fallen ließen und so der niederen Geisterwelt und den Truggeistern Tür und Tor öffneten für falsche Christus- und Geistkundgaben.

Leider hatten diese ungehorsamen Gemeinden eine viel größere Anziehungskraft für das einfache Volk als die treu gebliebenen, deren Mitglieder sich größtenteils in kleine Gruppen auflösten oder in das andere Lager überwechselten, weil dort für die menschliche Unterhaltungs- und Sensationslust mehr "geboten" wurde als bei den stillen Andachten mit Lesung eines Unterweisungsabschnittes und anschließendem Gedankenaustausch darüber.

Trotz dieser ungünstigen Umstände begann nach 1950 eine Gruppe von Männern und Frauen, meist ehemalige Stimmträger, die über das ganze Land verstreuten Kundgaben zu sammeln, um sie in Buchform zu veröffentlichen und der Menschheit bekanntzumachen. Dabei mussten sie sich überwiegend auf Kopien der Schreibmaschinen-Manuskripte stützen, die nach den damaligen stenographischen Mitschriften der Kundgebungen von den Schreibern selbst ausgeführt und dann auf Verlangen als Kopien weitergegeben worden waren. Es wurde eine große Zahl verschiedener Kundgaben-Manuskripte zusammengetragen, von denen schließlich 366 für die Aufnahme in den Sammelbänden des "Libro de la Vida Verdadera", zu deutsch: "BUCH DES WAHREN LEBENS", ausgewählt wurden.

Obwohl diese also nur einen Teil aller Kundgaben, vor allem aus den letzten Jahren vor 1950, darstellen — was auch ein erst unlängst "aufgetauchter" großer Packen mit anscheinend noch unveröffentlichten Kundgaben-Manuskripten aus dem Nachlass eines ehemaligen Stimmträgers beweist — kann angesichts dieser großen Zahl von Kundgaben davon ausgegangen werden, dass in ihnen, als Ganzes betrachtet, alle Themen und Lehrinhalte enthalten sind, die der Gottesgeist der Menschheit nahebringen und worüber Er sie aufklären wollte, damit sie den Weg in eine lichtvollere Zukunft findet.

Im Jahre 1962 kam in Deutschland ein erster deutscher Auswahlband dieses Gesamtwerkes unter dem Titel: "Die Dritte Zeit" heraus, der das Offenbarungswort des Herrn erstmals auch einem begrenzten Personenkreis im deutschen Sprachraum bekanntmachte. Seit 1979 bringt der Reichl Verlag auch die deutschen Bände des "BUCH DES WAHREN LEBENS" heraus, von wo sie über den Buchhandel erhältlich sind.

In den Siebziger Jahren wurde dann in Mexiko-City die "Gesellschaft für geistige Studien" gegründet, die sich die Verwaltung und Bewahrung der Kundgaben-Manuskripte und die Herausgabe von Neuauflagen der Sammelbände sowie von Begleitliteratur zur Aufgabe machte. Darin sieht die Gesellschaft auch heute noch ihre eigentliche Aufgabe, nicht jedoch in der zentralen Führung einer religiösen Bewegung, die die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen im Lichte des Gewissens zur Grundlage hat.

Wo immer wir das vorliegende Werk aufschlagen, lesen und erleben wir geistig die überzeugenden, weisen und liebevollen Worte und Offenbarungen Christi durch seine vorbereiteten menschlichen Werkzeuge — Menschen, die teilweise kaum weltliche Schulbildung besaßen und oft der Sprache, die von ihren Lippen kam, in dieser Weise gar nicht mächtig waren, geschweige denn des Inhalts, der Weisheit und der sich darin bekundenden göttlichen Autorität.

Dies neue Gotteswort enthält einerseits Bestätigungen und Erläuterungen zu Geschehnissen und Offenbarungen im Alten Volk Israel und während des irdischen Lebens und Wirkens Jesu, andererseits bringt es eine Fülle neuer geistiger Erkenntnisse, die teilweise einschneidende Korrekturen des überkommenen christlichen Weltbildes darstellen. Dies betrifft das Gottesbild, die göttliche Natur Jesu und Marias, das Wesen des Menschen mit einem innewohnenden Gottesfunken und einer ewigen Entwicklung der Seele, die Vorstellungen über Himmel und Hölle, den Jüngsten Tag oder das Jüngste Gericht, die Erlösungslehre und Sündenvergebung, die Auferstehung von den Toten und das Ewige Leben. Auch in Bezug auf die Ausübung des christlichen Glaubens, die Anbetungsformen, werden teilweise neue Maßstäbe und Ziele gesetzt und Altvertrautes in Frage gestellt oder verworfen, was vor allem die gottesdienstlichen Kultformen und die Sakralbauten betrifft.

Die zentrale Botschaft entspricht der durch Jesus gebrachten: statt äußerlicher Religionsausübung, zur Schau gestellter Frömmigkeit — innerliches Gebetsleben und individuelles Handeln nach dem eigenen Gewissen; statt einer berechnenden Wohltätigkeit aus selbstsüchtigen Motiven — spontanes, selbstloses Handeln aus Liebe zu Gott, den Menschen und zur Natur, der Schöpfung Gottes, wobei "Liebe" viele Ausdrucksmöglichkeiten haben kann: Beachtung, Rücksichtnahme, Respekt, Mitgefühl, Zuneigung, Trost, Hilfe und Unterstützung; statt eines bequemen, blinden Glaubens — lebendiger, sehender Glaube aus Erkenntnis und geistigem Wissen.

In seinen Kundgaben richtete der Herr sein Wort zunächst an die anwesenden Gläubigen, die er öfters mit "(Mein) Volk", "Jünger" oder "Arbeiter" ansprach, gelegentlich auch mit "(geliebtes) Israel". In weiterem Sinn richtet sich sein Wort jedoch, von Ausnahmen abgesehen, an das ganze Geistige Israel, das ganze Volk Gottes in aller Welt und an die Menschen aller Völker, Rassen und Religionen. Doch werden diese das neue Gotteswort freudig willkommen heißen und anerkennen?

Dieses soll und darf nicht Anlass zur Gründung einer neuen Religionsgemeinschaft, Kirche oder Sekte sein. Es ist der Ruf Gottes zur Erneuerung und Vergeistigung des Menschen und all seiner gesellschaftlichen und religiösen Institutionen. Wer sein Drittes Testament für die Menschheit verwirft, verwirft Ihn selbst und seinen sich darin offenbarenden Heiligen Geist. Dies warnende Wort aus Gottes neuer Liebesbotschaft selbst möge jedermann wohl bedenken und beherzigen, ebenso jene in den Gleichnissen Jesu von den "klugen und den törichten Jungfrauen" (Math. 25, 1-13) und von der "königlichen Hochzeit" (Math. 22, 2-14) enthaltenen Warnungen. Denn dies Wort ist das heilige Öl für die erlöschenden Leuchten des Geistes, es ist das Brot und der Wein vom Tische des Herrn, die ewige Nahrung und Erquickung der Seele.


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