Drei große göttliche Offenbarungen

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Band   9     242 - 276

Band 10     277 - 309

Band 11     310 - 338

Band 12     339 - 366

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Buch des Wahren Lebens - Band 2

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Unterweisung 29

1. Jünger, wieder bin Ich unter euch; doch weil die Form, in der Ich Mich kundgebe, neu ist, zweifelt ihr, ohne zu begreifen, dass ihr euch nicht bei den Formen aufhalten dürft; denn so werdet ihr nicht herausfinden, wo die Wahrheit ist.

2. Das Mittel, durch das Ich Mich in dieser Zeit kundtue, ist der Mensch; dies ist der Grund, weshalb ihr an meiner Kundgabe zweifelt. Meine Botschaft liegt im Sinngehalt des Wortes, das über die Lippen des Stimmträgers kommt.

3. Heute zweifelt ihr von neuem. Wollt ihr, dass Ich wie in der Vergangenheit komme? Erinnert euch, dass ihr damals auch gezweifelt habt!

4. Ich spreche nicht durch einen Gelehrten oder Philosophen zu euch, denn dann hättet ihr das Wort nicht Mir, sondern ihm zugeschrieben. Stattdessen offenbare Ich Mich durch den Demütigen, den Unwissenden und Unbeholfenen, damit, wenn ihr die Bedeutungslosigkeit und Armseligkeit seiner menschlichen Erscheinung mit der Größe und Weisheit des Wortes vergleicht, das aus seinem Munde kommt, ihr zu der Einsicht gelangen würdet, dass allein der Herr so zu euch sprechen kann.

5. Es gibt auch solche, die sich in ihrem Zweifel fragen: "Ist es in Wahrheit der Meister? Bin ich auf einem guten Weg? Ist dies nicht ein Werk der Versuchung?" — Doch wenn ihr euch so fragt, hört ihr mein liebevolles Wort, das euch sagt: Habt ihr Frieden empfunden auf diesem Wege? Habt ihr Trost gefunden und seid ihr von euren Krankheiten genesen? — Dann bekennt ihr vor eurem Gewissen und sagt: "Ja, all dies habe ich erlebt und empfangen."

6. Noch ist nicht die Zeit, in der ihr alle glaubt. Die Zeiten, die Prüfungen und die Ereignisse werden die Menschen wachrütteln, und morgen werden sie sagen: "Wahrlich, Der, welcher hier gewesen ist und zu uns sprach, war der Göttliche Meister."

7. Ich offenbare euch viele Geheimnisse der Seele, damit ihr euch erkennen könnt und auf diese Weise euren Vater besser erkennt.

8. Die Menschen, die Gott studieren, sind sich nicht einig. Welche sind in der Wahrheit? Die Wissenschaftler widersprechen sich. Welche sind im Recht? Religion und Wissenschaft haben immer im Widerspruch zueinander gestanden, ohne dass die Menschen begreifen, dass das Geistige und das Materielle in vollkommener Harmonie zusammenleben und mit ihr das wahre Werk des Schöpfers bildet. Die einen haben einen andersartigen Auftrag unter den Menschen als die andern; doch sie sollten es dem göttlichen Werke gleichtun, indem sie wie alle Wesen der Schöpfung miteinander in Einklang sind.

9. Wie viele Bannflüche hat die Religion gegen die Wissenschaft geschleudert, und wie oft hat die Wissenschaft gegenüber der Religion das Vorhandensein des Geistigen Lebens geleugnet! Die Religion stützt sich dabei auf die Übel, welche die Wissenschaft der Menschheit zugefügt hat, und die Wissenschaft bedient sich als Waffe des Fanatismus' und des Aberglaubens, den die Diener der Religionen der Menschheit beigebracht haben.

10. Wahrlich, Ich sage euch, den einen fehlt es an Kenntnis der Wahrheit, welche die Natur in sich birgt, und den andern an gebührender Auslegung meines Gesetzes.

11. Ich bin der Friedenskönig. Ich habe mein Schwert gezückt und komme in der Absicht, zu kämpfen, um jede Sünde und Finsternis zu beseitigen. Die Mir folgen, dürfen sich nicht fürchten, falls sie von ihren Eltern oder ihren Kindern verkannt werden, da meine Liebe sie in ihrem Kampfe entschädigen wird.

12. Schon in der "Zweiten Zeit" verkannten die einen die andern; denn während die einen auf Jesus hörten, lehnten Ihn die andern ab.

13. Meine neuen Soldaten werden sich aufmachen müssen, um diese Botschaft unter den Menschen, die meine Wahrheit vergessen haben, durch ihre Werke und ihr Vorbild zu verkünden. Heute finde Ich mein Wort nur in verstaubten Büchern. Die Menschheit hat sich vom wahren Weg entfernt und hat sich an die Sünde, das Laster und die Zügellosigkeit gewöhnt. Die Sünde stößt sie nicht mehr ab, das Verbrechen erfüllt sie nicht mehr mit Entsetzen, und auch der Ehebruch macht sie nicht betroffen.

14. Menschheit, hier hast du mein Wort in begrenzter Form, damit du es verstehen kannst. Doch wenn du Beweise meiner Gegenwart willst — Beweise habe Ich dir schon gegeben und werde Ich dir noch mehr geben; aber weine nicht und raufe dir nicht die Haare, wenn sie sich einstellen.

15. In der "Zweiten Zeit" machte Jesus einmal eine Wanderung, gefolgt von einigen seiner Jünger. Sie hatten einen Berg erstiegen, und während der Meister jene Männer durch seine Worte mit Bewunderung erfüllte, sahen sie plötzlich den Körper ihres Herrn verklärt, welcher im Raume schwebte und zu seiner Rechten den Geist Moses und zu seiner Linken den Elias' hatte.

16. Bei jenem übernatürlichen Anblick warfen sich die Jünger zur Erde, geblendet vom göttlichen Lichte. Doch sie beruhigten sich sogleich und schlugen ihrem Meister vor, über seine Schultern den Purpurmantel der Könige zu legen, ebenso über Moses und Elias. Da hörten sie eine Stimme, die aus der Unendlichkeit herabkam, welche sprach: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe; hört auf Ihn!"

17. Große Furcht befiel die Jünger, als sie jene Stimme hörten, und als sie aufblickten, sahen sie nur den Meister, der ihnen sagte: "Fürchtet euch nicht und sagt dieses Gesicht niemandem, bis Ich von den Toten auferstanden bin." Da fragten sie ihren Herrn: "Warum sagen die Schriftgelehrten, dass Elias zuvor kommen muss?" Und Jesus antwortete ihnen: "Wahrlich, Elias wird zuvor kommen und alle Dinge zurechtrücken. Doch Ich sage euch, dass Elias schon gekommen ist, und sie erkannten ihn nicht; vielmehr taten sie an ihm, was sie wollten." Da verstanden die Jünger, dass Er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach.

18. Wie oft habe Ich in dieser Zeit vor euren Augen den Körper, durch den Ich Mich mitteilte, unsichtbar werden lasssen, um euch zu ermöglichen, Mich in der menschlichen Gestalt, in der die Menschheit Jesus kannte, zu schauen, und dennoch habt ihr euch angesichts der neuen Verklärung nicht niedergeworfen.

19. Mein Werk ist der Geistige Berg, zu dem Ich euch einlade, ihn auf Pfaden der Liebe, der Barmherzigkeit und Demut zu besteigen. Es ist der neue Berg Tabor, auf dem die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft in eins verschmelzen, und wo das Gesetz, die Liebe und die Weisheit zu einer einzigen Essenz vereinigt werden.

20. Moses, Jesus und Elias — dies ist der Weg, den der Herr dem Menschen vorgezeichnet hat, um ihm zu helfen, sich zum Reiche des Friedens, des Lichtes und der Vollkommenheit zu erheben.

21. Fühlt in eurem Leben die Gegenwart der Boten des Herrn. Keiner von ihnen ist gestorben, sie alle leben, um den Weg der Menschen, die sich verirrt haben, zu erhellen und ihnen zu helfen, sich von ihren Stürzen zu erheben, und um sie zu stärken, damit sie sich in den Prüfungen ihrer Schuldabtragung mit Liebe widmen.

22. Erkennt das Werk, das Moses durch die Inspiration Jehovas auf Erden erfüllte. Erforscht eingehend die Lehre Jesu, durch welchen das "Göttliche Wort" sprach, und sucht den geistigen Sinn meiner neuen Offenbarung, deren Zeitalter von Elias vertreten wird.

23. Wenn ihr vollständige Kenntnis dieser göttlichen Offenbarungen erlangt habt, so bildet davon ein Buch, das in drei Teile geteilt sein soll, und ihr werdet finden, dass der erste vom Gesetz spricht, der zweite von der Liebe und der dritte von der Weisheit. Dann werdet ihr verstehen, dass es das Gesetz ist, das führt, dass die Liebe erhebt und die Weisheit vervollkommnet. Schließlich werdet ihr begreifen, dass diese Offenbarungen euch in vollkommener Ordnung gegeben wurden, wobei sie das menschliche Leben erhellen: dass euch die Lehre der Liebe gegeben wurde, als ihr schon ein umfangreiches Wissen von der Gerechtigkeit besaßet, und dass ebenso die Weisheit zu euch kommen wird, wenn ihr im Einklang mit den Lehren lebt, welche die Liebe in sich birgt.

24. Immer hat der Herr durch Menschen zur Menschheit gesprochen, denn zwischen dem Göttlichen Wesen und dem Menschenwesen steht euer Geist, der die himmlische Botschaft wiedergibt, der das Ewige wahrnimmt und erahnt.

25. Moses, Jesus und Elias verkörpern die drei Entwicklungsstufen, in denen Ich Mich euch kundgetan habe: der Arm Moses, welcher die Tafel des Gesetzes hielt und den Weg zum Gelobten Lande wies; die Lippen Jesu, die das göttliche Wort verkündeten; und Elias, welcher mit seinen geistigen Kundgebungen die Tore öffnete, die euch zum Unendlichen und zur Erkenntnis dessen führen, was ihr Geheimnis nennt.

26. Ich unterhalte Mich mit euch, spreche zu eurem Herzen; während ihr, um Mich zu hören, dies durch das menschliche Sprachrohr tun müsst, höre Ich euch, wenn ihr zu Mir im Innersten eures Wesens sprecht.

27. Ich bin Christus, den man verfolgt, verlästert und zum Angeklagten gemacht hat in dieser Welt. Nach allem, was ihr Mir in der "Zweiten Zeit" in Jesus angetan habt, komme Ich zu euch, um euch einmal mehr zu beweisen, dass Ich euch vergeben habe und euch liebe.

28. Nackt habt ihr Mich ans Kreuz geschlagen, und ebenso komme Ich zu euch zurück; denn Ich verberge euren Augen meinen Geist und meine Wahrheit nicht hinter dem Gewand der Heuchelei oder der Lüge. Doch damit ihr Mich erkennen könnt, müsst ihr zuvor euer Herz reinigen.

29. Ihr möchtet Mich in meiner ganzen Größe schauen, und so möchte sich der Meister seinen Jüngern zeigen; aber noch immer treffe Ich euch an, wie ihr die ersten Schritte macht, und muss Ich Mich begrenzen, bis Ich von euch verstanden werden kann.

30. Was würde geschehen, wenn ihr plötzlich mein Licht in seiner ganzen Herrlichkeit schautet? — Ihr würdet erblinden. Und wenn ihr meine Stimme in ihrer ganzen Macht hörtet? — Ihr würdet den Verstand verlieren. — Wenn sich in dem Stimmträger, durch den Ich Mich kundtue, meine ganze Kraft entlüde — was würde aus ihm? — Sein Körper würde zunichte werden.

31. Seid deshalb damit einverstanden, dass der Vater sich begrenzt, um von den Menschen verstanden, empfunden und geistig geschaut zu werden, denn selbst in dieser Begrenztheit ist Er vollkommen, weise und unendlich.

Viele von euch möchten gerne, dass Ich materielle Wunder vollbringe, um zu glauben, dass Ich es bin, der sich kundgibt. So machtet ihr es auch in der "Ersten Zeit", als Moses das Volk aufrief, um es durch die Wüste ins Gelobte Land zu führen. Viele von euch forderten, dass er machtvolle Werke vollbringe, um zu glauben, dass er der Gesandte Gottes sei, und um ihm darum zu folgen.

32. Moses hatte genügend Beweise geliefert, dass der wahre Gott mit ihm war; doch das Volk wollte noch mehr Zeugnisse, und als der Sendbote die Menschenmengen bis zum Fuße des Berges Sinai gebracht hatte, rief er die Macht Jehovas an, und der Herr erhörte ihn und gewährte ihm große Beweise und Wunder.

33. Wenn das Volk Durst hatte, nahm Ich dies zum Anlass und offenbarte durch den Glauben Moses meine Macht, indem Ich aus dem Felsen Wasser quellen ließ. Wenn das Volk hungerte, gab Ich Beweise meiner Gegenwart beim Gebete dessen, der Israel führte, indem Ich ihm das Manna sandte.

34. Das Volk wollte Jenen hören und sehen, den Moses durch seinen Glauben hörte und schaute, und Ich offenbarte Mich dem Volk in der Wolke und ließ es meine Stimme stundenlang hören. Doch sie war so gewaltig, dass die Menschen vor Furcht zu sterben glaubten; ihre Körper zitterten, und ihre Seelen schauderten bei jener Stimme der Gerechtigkeit. Da flehte das Volk Moses an, er solle Jehova bitten, nicht mehr zu seinem Volke zu sprechen, weil sie Ihn nicht mehr anhören konnten. Es erkannte, dass es noch viel zu unreif war, um mit dem Ewigen direkt in Verbindung treten zu können.

35. In der Zeit, in welcher Christus in Jesus unter den Menschen wohnte, sagten die Menschen, wenn sie Ihn sahen: Wie kann der Sohn des Zimmermanns und der Maria der verheißene Messias sein, jener — den die Propheten ankündigten und die Patriarchen erwarteten? Wie kann dieser unbedeutende Mensch der Sohn Gottes, der Befreier sein? — Aber der Meister sprach, und sein Wort ließ die erzittern, die guten Glaubens zu Ihm kamen, und sogar die Ungläubigen.

Auf Schritt und Tritt verlangten die Menschen von Jesus ein Wunder, und Er tat es. Es kam der Blinde, und zur Verwunderung der Pharisäer gab der Meister ihm das Augenlicht, indem Er ihn nur berührte. Ebenso gab Er dem Gelähmten die Beweglichkeit zurück, der Aussätzige wurde frei von seinem Übel, der Besessene befreit, die Ehebrecherin mit einem Worte umgewandelt, und die Toten erhoben sich bei seiner Stimme.

36. Alles, was die Menschen erbaten, um zu glauben und Mich zu erkennen, gewährte Ich ihnen; denn in Mir war die Macht, ihnen alles zu geben, was sie verlangten, da in Jesus der Göttliche Geist verborgen war, um sich kundzutun und das Gesetz zu erfüllen.

37. Als Jesus am Kreuze hing, gab es keinen Geist, der sich nicht erschüttert gefühlt hätte bei der Stimme der Liebe und Gerechtigkeit Dessen, welcher starb — nackt wie die Wahrheit selbst, die Er in seinem Worte brachte. Die, welche das Leben Jesu erforscht haben, haben erkannt, dass es weder vor noch nach Ihm jemanden gegeben hat, der ein Werk wie das seine vollbrachte, denn es war ein göttliches Werk, das durch sein Beispiel die Menschheit retten wird.

38. Sanftmütig kam Ich zur Opferung, denn Ich wusste, dass mein Blut euch umwandeln und retten sollte. Bis zum letzten Augenblick sprach Ich mit Liebe und vergab Ich euch, denn Ich kam, um euch eine erhabene Lehre zu bringen und euch mit vollkommenen Beispielen den Weg zur Ewigkeit vorzuzeichnen.

39. Die Menschheit wollte Mich von meinem Vorhaben abbringen, indem sie die Schwäche des Fleisches suchte; doch Ich ließ nicht ab davon. Die Menschen wollten Mich zur Gotteslästerung verleiten; doch Ich lästerte nicht. Je mehr Mich die Menge beleidigte, desto mehr Mitleid und Liebe hatte Ich ihr gegenüber, und je mehr sie meinen Körper verletzten, desto mehr Blut quoll aus ihm, um den für den Glauben Toten Leben zu geben.

40. Jenes Blut ist das Symbol der Liebe, mit der Ich dem menschlichen Geiste den Weg vorgezeichnet habe. Ich hinterließ mein Wort des Glaubens und der Hoffnung den nach Gerechtigkeit Hungernden, und den Schatz meiner Offenbarungen den geistig Armen.

41. Erst nach dieser Zeit wurde die Menschheit sich dessen bewusst, Wer in der Welt gewesen war. Daraufhin wurde das Werk Jesu als vollkommen und göttlich aufgefasst, als übermenschlich erkannt. — Wie viele Tränen der Reue! Wie viele Gewissensbisse in den Seelen!

42. In der heutigen Zeit erscheine Ich bei euch geistig auf dem Berge der Vollkommenheit und habe wie in dem Gesichte jener Jünger Moses und Elias an meiner Seite — es sind die drei Boten, die den Menschen den Weg der Seele durch die Erfüllung des Gesetzes vorgezeichnet haben.

43. Moses übergab der Menschheit das Gesetz in Stein gemeißelt, Jesus brachte sein Gesetz der Liebe am Kreuz zur höchsten Entfaltung, und Elias erleuchtete in dieser Zeit als ein göttlicher Strahl jede Seele mit der Weisheit. Jeder Abgesandte hatte seine Zeit, um der Menschheit die göttliche Botschaft, die Offenbarungen und die Prophetien verständlich zu machen.

44. Moses wurde aus dem Wasser gerettet, damit er als Erwachsener sein Volk befreie und ihm das Gesetz Gottes übergebe.

45. "Das Wort" wurde Mensch, um der Menschheit mit seinem Vorbild zu sagen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Maria, die jungfräuliche Mutter, war die gesegnete Leiter, auf welcher Christus zu den Menschen herabstieg. Maria, die heilige und liebliche Mutter Jesu, nährte an ihrem Busen Den, welcher später alle Seelen mit dem göttlichen Brote seines Wortes nähren würde.

46. Alles, was Christus euch sagte und mit seinen Werken lehrte, war ein Gesetz, welches dasjenige bestätigte, das ihr durch Moses empfangen hattet. Doch nicht alles war gesagt, nicht alles war offenbart, es stand noch aus, dass Elias in Erfüllung der Weissagungen und meines Wortes kommen würde, um von neuem meine Ankunft vorzubereiten.

Hierzu gab er sich durch das menschliche Verstandesorgan als Vermittler mittels seines Lichtstrahles kund, um die Seelen, die Herzen und die Sinne zu erleuchten, um ein Verstehen des schon Offenbarten zu bewirken und die Menschen auf die neuen Offenbarungen und Aufklärungen vorzubereiten, die Ich euch in diesem Worte anzuvertrauen haben würde.

47. Diejenigen, die 1866 den ersten Kundgebungen zuhörten, vernahmen jene Worte, welche lauteten: "Ich bin Elias, der Prophet der Ersten Zeit, jener der Verklärung auf dem Berge Tabor; bereitet euch vor, denn die Sieben Siegel werden euch bekanntgegeben und die Pforten des Geheimnisses werden euch aufgetan, damit ihr den Weg zu eurer Erlösung schauen könnt."

48. Auch in diesem Augenblicke werde Ich zusammen mit Moses und Elias durch das geistige Gesicht jener erschaut, die diese kostbare Gabe entwickelt haben. — Die einen erschreckt und die andern reuevoll — so steht ihr vor dieser Verklärung; doch dies Licht und diese Gnade werden auf den ganzen Erdkreis ausgegossen werden.

49. "Mose", sieh dein Volk an. Es ist dasselbe wie jenes, das du auf der Suche nach dem Gelobten Lande durch die Wüste geführt hast. Zerstreut und umherirrend zieht es durch die Welt. Während einige begriffen haben, dass das Land der Verheißung in meinem Schoße ist, und man zu ihm durch die Liebe gelangt, die mein Wort lehrt, haben sich andere der Welt bemächtigt, als ob sie ihre letzte Heimat und ihr einziger Besitz wäre. Diese glaubten nicht an den Messias, noch haben sie die Gegenwart des Heiligen Geistes empfunden. Kehre im Geiste zu ihnen zurück und weise ihnen von neuem den Weg zum Verheißenen Lande, zum himmlischen Vaterland. Doch wenn sie dir nicht glauben — so verfinstere sich die Sonne, der Mond verliere seinen Schein und die Erde erbebe, denn dies Volk soll erwachen und sich niemals mehr verirren."

50. Meine helfende Liebe ist mit der Menschheit. Bei jedem Tagesanbruch trage Ich den Menschen den Frieden an, doch sie haben meine Liebe nicht gewollt. Sie haben den Krieg geschaffen, und sie verschaffen sich selbst ihr Recht. Darum wird das Unkraut ausgerissen werden, und alles Unreine in den Wassern der Liebe und der Erneuerung abgewaschen werden.

51. Nach dem Tode wird die Auferstehung zum wahren Leben kommen; nach dem Krieg wird Frieden werden, und sobald das Chaos vorüber ist, wird das Licht in den Gewissen aufleuchten; denn Ich bin das Licht der Welt.

52. Das Jahr 1950 wird kommen, und bis dahin werden viele Stimmträger mein Wort übertragen. Auch in anderen Nationen wird man Mich hören. Doch am letzten Tag meiner Kundgebung wird das "Geistige Tal" seinen Blick auf euch gerichtet haben: die Seelen der Erdenbewohner, diejenigen eurer Eltern, und es werden die Patriarchen und die Gerechten zugegen sein. Wohl denen, die meinem Gesetze gehorsam sind, denn sie werden als Schafe des Göttlichen Hirten eingestuft werden. Doch wehe den Ungehorsamen, denn sie werden als Böcke gerichtet werden.

53. "Elias, du bist das Licht. In dieser Zeit, welche die deine ist, wurde der Menschheit offenbart, dass es nicht drei Gesetze sind, die ihr gegeben worden sind, sondern ein einziges, erläutert in drei Zeiten, das in zwei Geboten zusammengefasst ist: Gott mehr als alles Geschaffene zu lieben, und sich gegenseitig zu lieben." — Heute tue Ich Mich kund, um mein Volk an vergangene Unterweisungen zu erinnern, und auch, um ihm meine neuen Offenbarungen zu verkünden.

54. An diesem Tage, an dem ihr des Augenblicks gedachtet, in welchem Elias für die Menschheit die Dritte Zeit eröffnete, als er sich durch das Verstandesorgan des Menschen kundtat — fühlet die Liebe eures Meisters, macht euch frei von Bitternissen und festigt eure Schritte auf dem Wege zur Erlösung!

55. Lebt im Einklang mit meinen Offenbarungen der drei Zeiten und macht euer Dasein immerdar zu einem unerschöpflichen Borne der Gerechtigkeit, der Liebe und der Weisheit.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 30

1. In den Unterweisungen, die Ich euch gebe, habe Ich euch "Volk Israel" oder "Same Jakobs" genannt, und in dem Maße, in dem ihr meine Lehren allmählich versteht, seid ihr euch bewusst geworden, dass ihr geistig zum Geschlechte jenes alten Volkes gehört, auserwählt unter den Nationen der Erde, um den Auftrag zu erfüllen, der Menschheit meine Offenbarungen zu übermitteln.

2. Der Same, den Ich Jakob anvertraute, betrifft den Geist und nicht den Körper, wie die Menschen fälschlicherweise angenommen haben. Denn Ich sage euch: Wenn das Erbe, das die ersten Patriarchen Israel vermachten, körperlich gewesen wäre, würde es noch immer Propheten, Sendboten und Erleuchtete hervorbringen.

Stattdessen — seht, wie jenes Volk Ketten geistigen und materiellen Elends an sich trägt, wobei es weiß, dass es das Kommen eines Messias nicht mehr erhoffen kann, weil es begriffen hat, dass Jener, welcher ihm verheißen war, im Schoße ihres Volkes gelebt hat und nicht erkannt wurde.

3. Der Geist Israels als Rasse ist eingeschlafen, in einen Traum versunken, der schon Jahrhunderte währt, und es kann die Wahrheit nicht erkennen, weil es nur für die Freuden der Welt gelebt hat — in der Erwartung, hier sein Gelobtes Land, sein Gericht und seine Herrlichkeit zu erlangen.

Doch denkt nicht, dass sein Schlaf ewig sein wird. Nein, jetzt, da das Elend, der Schmerz und die Erniedrigung als ein neuer Leidenskelch von jenem Volke getrunken worden ist, beginnt sein Geist zu erwachen und sich durch Nachdenken zurechtzufinden, und dabei entdeckt er allmählich, dass alle Prophetien und Zeichen, die ihm das Kommen des Messias angekündigt hatten, sich treulich in Christus erfüllten.

4. Nicht ferne ist sein Erwachen in der umfassendsten Weise; schon naht sein geistiger Tagesanbruch. Aber zuvor wird es erleben, wie sich der Materialismus der Menschheit aufgrund seines Machtstrebens, seiner Selbstsucht und seiner niederen Leidenschaften zerstört.

5. Wenn sich jenes Volk davon überzeugt, dass das Reich des wahren Friedens und der Gnade nicht auf der Erde ist, dann wird es Christus suchen, den Verstoßenen, den Verkannten, und Ihm sagen: "Meister, Du hattest recht, die Freiheit ist nur in denen, die die Vergeistigung lieben. Denn wir, die wir die materiellen Güter erstrebt haben, haben damit nur erreicht, Sklaven zu werden."

6. Wenn aus jenen Herzen dies Bekenntnis zu Mir aufsteigt, werde Ich unter ihnen meine neuen Propheten erscheinen lassen, die ihnen helfen werden, sich auf dem Wege der Vergeistigung zuzurüsten, welcher der ihrer Befreiung sein wird. Wundert euch nicht, dass es jenen, die in ihrer Entwicklung durch Jahrhunderte stehengeblieben sind, in kurzer Zeit gelingt, den Weg zurückzulegen, für den andere, die ihnen vorangegangen sind, so lange Zeit brauchten, und dass sie dieselben sogar überholen.

Vergesst nicht, dass viele von ihnen eine Seele besitzen, die von den ersten Zeiten an zur Erde gesandt wurde, und dass, wenn einmal ihre Sühne zum Abschluss gebracht ist, sie wieder ihren Platz unter den vom Herrn Auserwählten einnehmen werden, um ihren Brüdern aus allen Nationen das Licht zu bringen.

7. Wenn die, welche den Namen "Israel" aufgrund ihrer Rasse tragen, mit denen, die es durch den Geist sind, auf dem gleichen Wege zusammentreffen, werden sich beide vereinen, da sie erkennen, dass sie beide zu jenem gesegneten Samen gehören, der durch die Propheten, durch die Patriarchen der "Ersten Zeit" emporspross, und der mit dem Blute des Erlösers begossen wurde, um in dieser Zeit des Lichtes, in der ihr Mir zuhört, zu erblühen.

Jetzt habt ihr Mich im Geiste bei euch, auch wenn ihr manchmal daran zweifelt und sagt: "Wie kann ich glauben, dass der Meister mit uns in Verbindung steht und hierfür einen so unvollkommenen und armseligen Mittler verwendet?" — Doch es ist nicht das erste Mal, dass ihr an meiner Gegenwart unter euch zweifelt; auch in der "Zweiten Zeit" sagten die Menschen: "Wie kann der Sohn des Zimmermanns der erwartete Messias sein?"

8. Meine Kinder, in meine hohen Ratschlüsse könnt ihr nicht eindringen. Doch jetzt, da Ich euch die Geheimnisse aufkläre, die ihr nicht begriffen habt — öffnet eure Sinne und eure Herzen, damit ihr den tieferen Sinn vieler göttlicher Kundgebungen erfahrt, soweit euer Herr es euch zu offenbaren für gut hält.

9. Als in der "Zweiten Zeit" unter meinen Jüngern oder unter den Scharen, die Mir folgten, jemand fragte, ob Ich vielleicht zu euch zurückkehren würde, hatte Ich keinen Grund, es ihnen zu verheimlichen, und Ich erklärte ihnen, dass meine Rückkehr in einer Zeit großer Prüfungen für die Menschheit sein würde, welcher große Ereignisse und Umwälzungen auf den verschiedenen Gebieten eures Lebens vorausgehen würden.

10. Jenes Versprechen, das Ich euch gab, habe Ich erfüllt, denn keines der vorausgehenden Zeichen hat gefehlt, ebenso auch keines der angekündigten Ereignisse. Trotzdem hat die Menschheit, in geistige Lethargie versunken, die Zeichen meiner Gegenwart unter den Menschen unbeachtet vorübergehen lassen.

11. Niemand erwartete Mich, Ich fand eure Herzen kalt, erloschen die Lampe der Liebe. Ihr schlieft einen mehrere Jahrhunderte währenden Schlaf. Nur einige wenige erwachten beim Rufe des Boten des Herrn, der sich euch nahte, um euch zu verkünden, dass Ich an eure Herzenstüren pochte.

12. Meine erste Kundgabe fand eines Nachts statt, während die Menschen schliefen, gleich wie in jener Nacht, in der Ich Mensch wurde, um unter euch zu leben. Wenn es wenige waren, die Mich bei jener Gelegenheit empfingen, so waren es noch weniger, die bei meinem neuen Erscheinen zugegen waren. Doch fasst meine Worte nicht als einen Vorwurf auf, denn es ist keiner: Ich bin die vollkommene Liebe, die euch immerdar belebt.

13. Ich bin gekommen, euch den Weg vorzuzeichnen, der euch inmitten dieses weiten Meeres von Schlechtigkeit zu eurer Erlösung führen soll. Doch Monate und sogar Jahre sind seit dem Augenblicke meiner ersten Kundgabe vergangen, und seit damals sind die "Wanderer" — einer nach dem andern — auf der Suche nach der Gegenwart des Meisters herbeigekommen, und heute sind es nicht einige wenige, die bei meinen Kundgebungen anwesend sind, jetzt bilden sie große Menschenmengen.

14. Glaubt nicht, dass alle, die Mir zuhören, von dieser Wahrheit überzeugt sind. — Nein. — Während für einige dies Werk das Größte ist, was ihr Herz beseelt, ist es für andere etwas, das sie nicht begreifen können, und dann richten sie, analysieren und forschen sie, und wenn sie die Wahrheit nicht in der Form finden, in der sie diese wünschen, verlangen sie von Mir Beweise, um zu glauben, ebenso wie Thomas tat. Darauf habe Ich ihnen gesagt: Stellt Mich nicht auf die Probe, Ich gebe euch genug Beweise von meiner Gegenwart, von meiner Wahrheit und meiner Liebe. — Doch sie bestehen auf ihrer Forderung und sagen: "Wenn der Meister in der Zweiten Zeit, als Er bereits im Geiste war, sich vor Thomas materialisierte, um seinem Unglauben einen Beweis zu geben — warum tut Er jetzt nicht uns, den Ungläubigen, den Gefallen, sich vor uns zu materialisieren, und sei es auch nur für einen Augenblick?"

15. Ja, meine Kinder, ihr hättet Recht, Mich um Beweise zu bitten, wenn eure Unmündigkeit der Wirklichkeit entspräche und eure Unwissenheit wahr wäre. Aber ihr tragt eine entwickelte Seele in euch, die keine materiellen Beweise braucht, um zu glauben. Was ihr tun müsst, ist, euch zu entmaterialisieren, dann werdet ihr euch bewusst werden, dass ihr fähig seid, meine neuen Unterweisungen zu verstehen, und dass es nicht nötig ist, dass Ich meine Gegenwart materialisiere.

16. Glaubt an Mich aufgrund des Sinngehalts meines Wortes, er ist klar und wird euch nicht in Verwirrung bringen. Erinnert euch, dass Ich euch schon seinerzeit sagte: "Der Baum wird an seiner Frucht erkannt." Jetzt sage Ich euch: Mein Wort wird an seinem Sinngehalt erkannt werden.

17. Oftmals haben sich die Menschen gefragt, warum Jesus, selbst nachdem er gekreuzigt worden war, sich von der Sünderin Magdalena sehen ließ und hernach seine Jünger aufsuchte, man hingegen nichts davon weiß, dass er seine Mutter besucht hätte. Darauf sage Ich euch, dass es nicht notwendig war, Mich bei Maria in der gleichen Weise kundzutun, wie Ich es bei jenen tat. Denn die Verbindung zwischen Christus und Maria bestand schon immer, schon ehe die Welt war.

18. Durch Jesus offenbarte Ich Mich der Menschheit, um Sünder zu retten, und Ich ließ Mich nach der Kreuzigung von ihnen betrachten, um den Glauben derer zu beleben, die Mich benötigten. Doch wahrlich, Ich sage euch, Maria — als Mensch meine liebevolle Mutter — brauchte sich von keiner Befleckung reinzuwaschen, und sie konnte auch gar keinen Mangel an Glauben haben, weil sie wusste, wer Christus war, noch bevor sie Ihm ihren mütterlichen Schoß darbot.

19. Es war nicht nötig, meinen Geist zu vermenschlichen, um jene zu besuchen, welche mit der gleichen Reinheit und Sanftmut, mit der sie Mich in ihrem Schoße empfing, Mich dem Reiche zurückgab, von dem Ich gekommen war. Doch wer konnte die Form kennen, in der Ich in ihrer Einsamkeit zu ihr sprach, und die göttliche Liebkosung, mit der sie mein Geist umgab?

20. So antworte Ich denen, die Mir diese Frage gestellt haben, weil sie häufig dachten, dass der erste Besuch Jesu seiner Mutter hätte gelten sollen.

21. Wie verschieden musste die Form, in der Ich Mich Maria kundtat, von derjenigen sein, die Ich verwandte, um Mich Magdalena und meinen Jüngern fühlbar zu machen.

22. Maria fühlte Mich in ihrem Geiste. Maria trauerte nicht um Mich, noch beweinte sie den Tod Jesu. Ihr Schmerz galt der ganzen Menschheit, welche sie zu Füßen des Kreuzes ihres Sohnes als ein göttliches Geschenk des Ewigen empfing, und für die sie die Reinheit ihres Körpers und ihres Blutes dargeboten hatte, damit "Das Wort" Mensch würde.

23. Als Ich jedoch auf dem Wege nach Emmaus einige meiner Jünger einholte, erkannten sie, obwohl sie Mich sahen, in jenem Wanderer ihren Meister nicht, bis Ich sie mein göttliches Wort hören ließ. Doch als Thomas Mich sah, ließ er sich die Wunde an meiner Seite zeigen, um sich zu überzeugen, dass Jener, den er für tot hielt, in Wirklichkeit lebte. Denn dazu bin Ich gekommen: zu bewirken, dass die einen zum Glauben geboren werden und die andern wieder zu ihm auferstehen.

24. Heute wollte Ich euch nicht nur meine Botschaft offenbaren, sondern euch auch die beste Form lehren, sie bekannt zu machen.

25. Während der Zeit meines Predigens habe Ich eurer Seele in ihrer Entwicklung beigestanden, indem Ich Härten beseitigte, Charaktere milderte, die Jünger erweckte, damit sie ihr Herz der Nächstenliebe, der Erfüllung meines Gebotes widmen sollten, das Ich euch so oft wiederholt habe, wenn Ich euch sagte: "Liebet einander." Doch obwohl die Zeit, in der ihr darangeht, mein Wort zu verbreiten, noch nicht gekommen ist, weil ihr nicht die nötige Zubereitung erlangt habt, habe Ich all jenen, die aus dieser Quelle der Gesundheit, der Moral und des Lebens trinken, zugebilligt, dass sie meine göttlichen Lehren auszuüben beginnen, damit sie sich schulen und für den kommenden Kampf stählen, um mit ihren guten Werken neue Herzen zu überzeugen, die später auch Arbeiter und neue Sämänner auf den Feldern des Herrn sein werden.

26. Heute sehe Ich, dass — während einige allzu furchtsam und verschwiegen sind — andere sich stattdessen prahlerisch aufführen. Doch Ich will nicht, dass ihr in eines dieser Extreme fallt. Ich will nicht, dass die Furcht vor den Urteilen eurer Nächsten bewirkt, dass ihr euch versteckt, denn damit würdet ihr beweisen, dass euch das Vertrauen in meine Unterweisung fehlt, und wenn ihr keinen Glauben an die Macht habt, die der Same enthält, den ihr weiterreichen wollt — wie wird da die Ernte eurer Saat sein?

27. Fürchtet jedoch, dass euer schlechtes Benehmen euch bei euren Mitmenschen schadet. Aber solange ihr Reinheit in eurem Leben habt, sollt ihr würdig auftreten, mein Wort predigen und eure Mitmenschen mit meiner Unterweisung bekanntmachen.

28. Prahlt nicht mit euren Gaben und den Erkenntnissen der Wahrheit, die ihr habt. Ich sage euch, wenn ihr dies tun würdet, würdet ihr euch der Gefahr aussetzen, von euren Mitmenschen großen Prüfungen unterworfen zu werden.

29. Ich habe euch mein Wort nicht gegeben, damit ihr es auf Straßen und Plätzen verkündet. Jesus tat dies zwar; aber Er wusste auf jegliche Frage zu antworten und diejenigen einer Prüfung zu unterziehen, die Ihn zu prüfen versuchten.

30. Ihr seid klein und schwach, deshalb dürft ihr nicht den Zorn eurer Mitmenschen herausfordern. Versucht nicht, die Aufmerksamkeit auf euch zu lenken — denkt, dass ihr nichts Besonderes habt. Strebt auch nicht danach, den Menschen zu beweisen, dass sich alle im Irrtum befinden, und dass nur ihr die Wahrheit kennt; denn auf diese Weise werdet ihr nichts Gutes mit eurer Saat erreichen.

31. Wenn ihr euch seelisch und sittlich entwickeln wollt, so richtet nicht die Fehler eurer Mitmenschen, um nicht in den gleichen Irrtum zu fallen. Korrigiert eure Unvollkommenheiten, betet demütig zu eurem Meister, damit ihr euch von seiner Sanftmut inspirieren lasst, und erinnert euch an seinen Rat, niemals eure guten Werke bekannt zu machen, so dass eure linke Hand nie erfährt, was die rechte getan hat.

32. Auch sage Ich euch, dass es nicht nötig ist, die Menschen aufzusuchen, um zu ihnen über meine Lehre zu sprechen; denn meine Barmherzigkeit wird euch die eurer Hilfe Bedürftigen zuführen.

Doch falls es Augenblicke gibt, in denen ihr in Erfüllung meines Gesetzes das Bedürfnis fühlen solltet, ein Werk der Nächstenliebe zu tun, und ihr in eurer Nähe keinen Bedürftigen habt, so werdet deshalb nicht bekümmert und zweifelt nicht an meinem Worte. Dies wird gerade die Stunde sein, in der ihr für eure abwesenden Brüder beten sollt, welche meine Barmherzigkeit empfangen werden, wenn ihr wahrhaft Glauben habt.

33. Strebt nicht danach, mehr als eure Brüder zu wissen. Verstehet, dass ihr alle die eurer Entwicklung gemäße Erkenntnis erlangt. Wenn Ich euch mein Licht gewähren würde, ohne dass ihr Verdienste hättet, würdet ihr euch groß dünken und in eurer Eitelkeit verderben, und eure Weisheit wäre falsch.

34. Ich will euch demütig sehen. Doch um es vor Mir zu sein, müsst ihr es auch gegenüber euren Nächsten bekunden.

35. Jünger, die Liebe und die Weisheit sind niemals getrennt, das eine ist Teil des anderen. Wie kommt es, dass manche bestrebt sind, diese beiden Tugenden zu trennen? Beide sind der Schlüssel, der die Pforten des Heiligtums öffnet, das euch ermöglichen wird, zur vollen Erkenntnis meiner Lehre zu gelangen.

36. Ich habe euch gesagt: Wollt ihr viele Freunde haben? — Dann macht Gebrauch von der Güte, der Herzlichkeit, der Duldsamkeit und der Barmherzigkeit. Denn nur mit Hilfe dieser Tugenden wird euer Geist auf dem Pfade eurer Nächsten erstrahlen können, da sie alle unmittelbarer Ausdruck der Liebe sind. Denn der Geist birgt in seinem innersten Wesen die Liebe, da er Göttlicher Funke ist, und Gott Liebe ist.

37. Mit meiner Unterweisung forme Ich euch geistig, damit ihr an dem geistigen Festmahle teilnehmt, bei dem ihr die Speisen der Weisheit und der vollkommenen Liebe genießen könnt.

38. Versteht, dass es eure Bestimmung ist, zu leben, wie Ich es euch lehrte, das heißt in der Demut, in der Liebe, in der Vergeistigung, und dass ihr dabei durch euer Wesen einen unerschöpflichen Strom von Nächstenliebe fließen lasst.

39. In meiner Unterweisung zeige Ich euch einen weiten Horizont, und wenn ihr euer Leben ähnlich dem gestaltet, welches das meine war, so seid versichert, dass ihr in mein Reich zur wahren Ruhe kommen werdet.

40. Mein Werk sichert euch die ewige Seligkeit in eurem Geiste. Habt ihr nicht in eurem Herzen eine süße und harmonische Stimme vernommen, die jedes Mal zu euch spricht, wenn ihr etwas Gutes tut, wenn ihr einen Trost spendet, oder wenn ihr großmütig Verzeihung gewährt? Wer ist Jener, der so in eurem Innern zu euch spricht und eure Güte belohnt? — Es ist euer Meister, der sich nicht von seinen Jüngern trennt.

41. Mit diesen Unterweisungen mache Ich euch verständlich, dass die Tugenden die einzigen Güter sind, die eure Seele schmücken können. Auch sage Ich euch, dass ihr die Irrtümer, die Verfehlungen und die bösen Gefühle mit Lumpen vergleichen könnt, mit denen ihr zuweilen eure Seele bedeckt. Ich will euch rein und geschmückt sehen, denn mit Lumpen des Elends werdet ihr im universellen Palaste eures Vaters nicht glänzen können.

42. Die guten Werke sind das kristallklare Wasser, mit dem sich die Seelen reinigen. Macht Gebrauch davon!

43. Ich spreche so zu euch, damit ihr begreift, dass ihr außerhalb eures Reiches seid, und dass ihr zu ihm zurückkehren müsst; denn Gott erwartet euch.

44. Ich will aus jedem Menschen einen Apostel machen und aus jedem Apostel einen Meister. Denn Ich liebe euch mit unendlicher Liebe, und bevor ein einziger von euch verloren geht, würde Ich lieber auf meinem Geiste allen Schmerz fühlen, der in der Menschheit vorhanden ist und vorhanden war.

45. In eurem Herzen sagt ihr Mir: "Meister, so sehr liebst Du uns?" Doch Ich sage euch, dass ihr meine Liebe noch nicht begreifen könnt, dass euch aber genügen soll, zu wissen, dass jedes Kind, das zu Gott zurückkehrt, ein Schatz ist, der zum Vater zurückkommt. — Ich muss euch darauf aufmerksam machen, dass alles in den Schoß Gottes zurückkehren wird. Alle Früchte, die aus dem schöpferischen Samen hervorgegangen sind, werden in seine Kornkammer zurückkehren.

46. O geliebte Jünger, arbeitet an euch, damit ihr euch mir starkem Glauben danach sehnt, zum wahren Tempel zu gelangen, welcher von meiner Barmherzigkeit in eurem Innern errichtet ist. Denn dort werdet ihr Mich finden, und Ich werde euch auf eurem Entwicklungswege zu Mir begleiten.

47. Ich bin es, der euch führt, denn Ich bin vollkommen. Ich weiß immer, wohin Ich gehe und wohin Ich euch bringe. Ich bin der Gute Hirte, der euch behütet, euch liebkost und euch in solcher Weise liebt, dass Ich nicht einen Augenblick zögerte, euch mit meinem Opfer am Kreuze die Lehre zu geben, die euch zum wahren Leben führen wird.

48. Die Menschen glaubten, wenn sie Jesus das Leben nähmen, würden sie meine Lehre vernichten, ohne zu wissen, dass sie damit an meiner Verherrlichung mitwirkten.

49. Ich bin zur Menschheit zurückgekehrt und werde Mich in diesen Versammlungsstätten bis 1950 durch Menschen geringen Verstandes kundgeben, die von Mir für diese Aufgabe bestimmt sind. Während Ich in dieser Form mit euch in Verbindung stehe, werde Ich die Ankunft der Gelehrten erwarten, die Mich befragen und leugnen werden.

50. Dies Wort, einfach und bescheiden in seiner Form, jedoch tief in seinem Sinn, wird die Gelehrten in ihrem Hochmut und in ihrer Eitelkeit wiederum verwirren und ihnen beweisen, dass die Lehre Christi, des Erlösers, niemand auslöschen kann, weil Er das Leben ist.

51. Niemand wird mit Mir ein Ende machen können, Ich erwache zu neuem Leben, so wie Ich in jener Zeit auferstand, nachdem ein Volk Mich aus seinem Schoße verstoßen hatte und Mich zu einem schmachvollen Tode verdammte. Doch wenn Ich jetzt von neuem in dieser Welt erscheine, geschieht es, weil Ich euch alle liebe.

52. O Gelehrte, Philosophen und Doktoren! Ihr werdet erfahren, dass Ich euer Herr bin, wenn ihr herbeikommt, um Mich zu erforschen, denn ihr werdet erleben, wie Ich eure bösen und böswilligen Fragen beantworte, und ihr werdet bei meinen Gegenfragen verstummen. Doch wenn ihr reuig und verzagt seid, werde Ich euch, ohne dass ihr Mich um Beweise bittet, diese geben, und diese Beweise werden aus Liebe und Vergebung bestehen.

53. Ich bin der Einzige, der eure Konflikte lösen kann, der eure Krankheiten wahrhaft heilt, die Kinder liebkost und die Alten segnet der — Der, wenn Er zum Menschen spricht, dessen Seele liebkost und erleuchtet. Die Menschen und die Jahrhunderte werden vergehen, doch nicht mein Trinitarisch-Marianisches Geistwerk.

Wahrlich, Ich sage euch, dieses Werk, welches mein Gesetz und meine Lehre ist, wird die Menschheit erleuchten. Zweifelt nicht an meiner Weisheit und fordert nicht länger meine Gerechtigkeit heraus. Wenn Ich eure Herausforderung annähme, würde meinerseits ein schwacher Hauch meiner Naturgewalten genügen, um eure Wissenschaft und eure Theorien in Staub oder in Nichts zu verwandeln. Sucht Mich nicht als Richter, sucht Mich als Vater, denn Ich bin Liebe.

54. O geliebtes Volk, dessen Aufgabe es ist, mein Wort unter den Menschen zu verbreiten, die heute durch ihren Materialismus versteinert sind — lernt, sie zu lieben, und habt immer Mitleid mit jenen, die meine Lehren der unendlichen Liebe nicht begreifen.

55. Verschließt eure Lippen der Klatscherei, dem Spott, dem Richten oder Kritisieren. Steckt dies zweischneidige Schwert in die Scheide, das zur Rechten und zur Linken verletzt, wenn ihr es schwingt. Wenn ihr in meinem Namen kämpfen wollt, so ergreift das Schwert der Liebe.

56. Schließt eure Lippen, damit sie nicht von neuem Lästerungen aussprechen oder Schande verursachen. Öffnet stattdessen eure Augen, damit ihr das Böse entdeckt und euch von ihm trennt. Doch verurteilt nicht eure Geschwister, die Menschheit, denn ihr gehört zu ihr und leidet an den gleichen Gebrechen. Wenn eure Lippen und euer Herz sich in den Wassern der Reue und der guten Werke reinigen, werden sie mit der Wahrheit meines Wortes zu sprechen beginnen, das Ich euch eingeben werde.

57. Wenn ihr über meine Lehre sprechen würdet, ohne euch zuvor erneuert und zugerüstet zu haben, würdet ihr, statt den Glauben in den Herzen zu erwecken, nur den Spott derer empfangen, die von euren Fehlern unterrichtet sind. Wenn dagegen der Spott und die Kritik zu euren Herzen gelangen, nachdem ihr "gewacht" und gebetet habt, werden sie euch nicht zu verletzten vermögen, weil ihr euch bereits mit den Waffen geschützt habt, die Ich euch gab, welche Geduld, Barmherzigkeit, Sanftmut und Liebe sind.

58. Seid demütig, dann werden jene, die euch lieben, dies in Wahrheit tun. Wenn ihr jene Zubereitung der Seele und des Körpers nicht erreicht habt, wäre es besser für euch, nicht daranzugehen, mein Wort zu predigen, denn es wird euch dann nicht gelingen, mein Saatkorn mit der Reinheit zu säen, mit der Ich es euch ausgehändigt habe, und immer wird es mit euren Unvollkommenheiten vermischt sein. Bevor ihr sät, müsst ihr meine Lehre erforschen und sie studieren, damit ihr fähig werdet, meine Unterweisung zu verstehen und zu befolgen.

59. Wenn ihr den Schlag auf die rechte Wange hinzunehmen versteht, und zum Zeichen der Vergebung, der Liebe und Demut eurem Beleidiger auch die linke darbietet, dann könnt ihr darauf vertrauen, dass ihr meine Jünger zu werden beginnt. Erst wenn die Vergebung unter den Menschen in Erscheinung tritt, werden ihre brudermörderischen Kriege aufhören und die Einheit aller Nationen ihren Anfang nehmen.

60. Mit diesen Unterweisungen will Ich verhindern, dass ihr eines Tages zu Heuchlern werdet, dass ihr von Liebe, selbstloser Hilfe und Vergeistigung redet und mit euren Werken gerade das Gegenteil tut. Ich sage euch dies, weil es unter euch manche gibt, die ausposaunen, dass sie Mich lieben; doch in ihren Herzen ist keine Liebe zu ihren Mitmenschen.

61. Ich will, dass ihr im Geistigen und Materiellen aufrichtig seid, damit Ich euch meine würdigen Kinder nennen kann. Denn andernfalls wird meine Stimme unversöhnlich zu eurem Geiste gelangen und euch Heuchler nennen, wie Ich in der "Zweiten Zeit" die Sekte der Pharisäer nannte, die das lebende Abbild eines Grabmals waren — außen weiß angestrichen, poliert und mit Blumen bedeckt, aber in seinem Innern nur Fäulnis und Tod bergend.

62. Ich höre die, welche Mir sagen: "Meister, wir halten die Prüfung für sehr hart, die linke Wange jenem hinhalten zu müssen, welcher uns auf die rechte schlug. Trotzdem wollen wir jedoch deine Jünger sein."

63. O Volk, das beim Hören meines Wortes dasselbe immer in seinem materiellen Sinne auffasst, ohne innezuhalten, um es in seinem geistigen Sinn zu verstehen. Ich sage euch, dass ebenso, wie ihr auf die Wange geschlagen werden könnt, ihr in eurem Herzen, in moralischer Hinsicht, oder auch in eurer Seele verletzt werden könnt. Doch sollt ihr nicht glauben, dass diese Prüfung, die Ich von euch verlange, die größte ist, die ihr ertragen könnt. In dieser "Dritten Zeit" fordere Ich von euch ein wenig mehr, wenn Ich euch in meinem Lehrwort frage: Wenn der Mörder eures Vaters sich von der menschlichen Justiz verfolgt sähe und an eure Türen klopfte, um euch um Schutz zu bitten, würdet ihr ihm Obdach gewähren, ohne ihn zu verraten, zum Zeichen der Vergebung?

64. Dies ist die Prüfung, die Ich jetzt von all jenen verlange, welche in dieser Zeit Jünger des Heiligen Geistes sein wollen.

65. Wenn ihr diese Unterweisungen zur Tat werden lasst — wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet euch einen hohen Lohn erarbeiten. Doch dürft ihr die Belohnung nicht erwarten, solange ihr auf dieser Welt seid.

Noch einmal schärfe Ich euch ein, nicht über die Handlungen eurer Mitmenschen zu richten; denn so, wie euer Urteil wäre, wird eure Verurteilung sein. Überlasst Mir die Sache, ob gerecht oder ungerecht, bekannt oder unbekannt, da Ich euren Mitmenschen geben werde, was ihnen gebührt, und euch, was euch zukommt.

66. Seid demütig bei allen Handlungen eures Lebens, fühlt euch unwissend gegenüber der Klugheit eurer Mitmenschen.

67. Selig, wer sich zubereitet, denn er wird Mich in Wahrheit hören. Selig, wer sich reinigt und den Geboten seines Herrn gehorcht, denn er wird Mich schauen. "Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich."

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 31

1. Schließt eure materiellen Augen bei dieser Kundgebung und erhebt euren Geist zu eurem Schöpfer, denn euer Geist ist es, mit dem Ich sprechen will.

2. Ich versprach euch, zu euch zurückzukehren, und konnte nicht versäumen, zu dieser Verabredung mit eurem Geiste zu kommen.

3. Habt Frieden, hört Mir aufmerksam zu und erlaubt, dass der Meißel meines Wortes eure Seele allmählich formt.

4. Ihr seid viel gewandert auf der Suche nach einem Orte, der euch Frieden schenken würde, und habt ihn nicht gefunden.

Als ihr zum ersten Mal zu diesen bescheidenen Stätten gekommen seid, mein Wort zu hören, habt ihr euch nicht vorgestellt, dass ihr in ihnen — so ärmlich und unscheinbar, wie sie sind — den Frieden finden würdet, den ihr so sehr ersehntet.

5. Ich werde euch durch die Liebe für Mich gewinnen. Darum gebe Ich euch meine Unterweisung, welche Quelle unerschöpflicher Segnungen ist. Ich werde euch diesen Quell hinterlassen, damit ihr in ihm eure Brüder, die "Reisenden", die "Wanderer", mit der gleichen Sorgsamkeit und Nächstenliebe empfangt, mit der Ich euch empfangen habe.

6. Nicht nur vom Brote lebt der Mensch, sondern auch von meinem Wort. Es ist ein Hunger und Durst in euch, der nicht körperlich ist, und um neue Kraft zu gewinnen, sucht ihr das Wasser und das Brot des Geistes. Es war nötig, dass euch der Schmerz heimsuchte, damit ihr die Lehren begreifen konntet, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab.

7. Einige fragen Mich betroffen: "Herr, ist die menschliche Liebe etwa unerlaubt und abscheulich vor Dir, und billigst Du nur die geistige Liebe?" Doch Ich antworte euch: Seid nicht bestürzt. Wohl kommt dem Geiste das Höchste und Reinste der Liebe zu. Aber auch in die Körpermaterie habe Ich ein Herz gelegt, damit es auf Erden liebe, und Ich gab dem Menschen Sinne, damit er durch sie sich an allem erfreue, was ihn umgibt.

8. Ich vertraute den Seelen das menschliche Leben an, damit sie die Erde bewohnen würden, und um dann auf ihr ihre Liebe zu Gott auf die Probe zu stellen. Hierfür teilte Ich die menschliche Natur in zwei Teile und gab den einen den stärkeren und den andern den schwächeren Teil: jene Teile waren der Mann und die Frau. Nur vereint können sie stark und glücklich sein; dafür setzte Ich die Ehe ein. Die menschliche Liebe ist von Mir gesegnet, wenn sie durch die Liebe des Geistes erhöht ist.

9. Die nur durch den Körper empfundene Liebe ist den vernunftlosen Wesen eigen, weil sie keinen Geist besitzen, welcher das Leben der vernunftbegabten Wesen erleuchtet. Aus den Vereinigungen voll geistigen Verstehens müssen gute Früchte hervorgehen und Seelen des Lichts in ihnen inkarnieren.

10. Es ist an der Zeit, euren Samen zu reinigen, damit ihr eine Familie bildet, die geistig und körperlich stark ist.

11. Versteht Mich, meine Kinder, legt meinen Willen richtig aus, schon nähert sich das Jahr 1950. Erinnert euch, dass es dasjenige ist, das Ich als das Ende dieser Kundgabe angezeigt habe. Ich will euch zu jenem Zeitpunkt zugerüstet finden; denn nur die, die das erreicht haben, werden auf der seelischen Reifestufe, die sie erreicht haben, standhaft bleiben. Diese werden es sein, die ein wahrhaftiges Zeugnis von Mir ablegen.

12. Nur die, die sich vergeistigt haben, werden mein Werk in seiner neuen Form der Kundgabe zu offenbaren vermögen. Doch wie werden sie es anstellen, um die notwendige Inspiration zu erhalten, um meine Gedanken zu empfangen und meine geistigen Botschaften zu übermitteln? — Indem sie wachen und beten.

13. Ich will, dass alle diesen Fortschritt erreichen, dass nicht nur einige wenige soweit kommen, damit euer Zeugnis zum Wohle der Menschheit ist. Bedenkt: Wenn einige von euch auf die eine Weise und andere in anderer Form denken, werdet ihr euren Mitmenschen nur ein Durcheinander bringen.

14. Der Sinngehalt dieses Wortes hat sich seit dem Beginn seiner Kundgebung durch Damiana Oviedo niemals verändert. Doch wo ist das Resultat jener Worte? Was geschah mit ihnen? — Verborgen sind die Niederschriften jener göttlichen Lehrworte, welche die ersten dieser Zeit waren, in denen sich mein Wort so reichlich unter euch ergossen hat.

Diese Unterweisungen müssen ans Licht kommen, damit ihr morgen Zeugnis davon ablegt, wie der Beginn dieser Kundgebung war. So werdet ihr das vollständige Buch meines Wortes in dieser "Dritten Zeit" besitzen, so werdet ihr das Datum meiner ersten Unterweisung, ihren Inhalt, und den der letzten kennenlernen, die Ich euch im Jahre 1950 geben werde, wenn dieser Zeitabschnitt zu Ende ist.

15. Heute ahnt ihr noch nicht das Chaos, das in der Menschheit herrschen wird, nachdem mein Wort aufgehört hat. Könnt ihr euch den Wirbel vorstellen, den ein solcher Zustand unter den Nationen entfesseln wird? — Es wird Zügellosigkeit in den Seelen geben, und ihr müsst vorbereitet sein, um dem entgegenzuwirken. Bedenkt, dass mit jedem Zeitalter eure Verantwortung größer wird, denn mit jedem neuen Zeitabschnitt, oh Volk, hast du immer größere Kenntnis meines Gesetzes.

Euer Erbe ist sehr groß, und es ist unerlässlich, dass ihr es euren Brüdern, die seiner bedürfen, hinterlasst, bevor ihr von dieser Erde scheidet.

16. Macht euer Herz empfindsam, damit ihr mein Wort begreift, denn noch habt ihr es nicht verstanden. Wenn ihr euch nicht vorbereitet — wie wollt ihr da meine Unterweisung empfangen und verstehen, wenn Ich sie euch morgen durch Inspiration anvertraue?

17. Vereinigt euch in der Wahrheit und im Geiste, dann werdet ihr euch nicht mehr entzweien, nicht einmal in den größten Prüfungen. Nur ein Gott, nur ein Wille, und nur ein Wort sind bei euch gewesen. Daher wird in der Zukunft kein andersartiges Gesetz aufkommen können als das, das Ich euch jetzt gegeben habe.

18. Werde nicht schwach, Volk! Denke jeden Augenblick daran, dass Ich dich "stark" genannt habe. Wenn Ich euren Glauben nicht enttäuscht und euch bewiesen habe, dass der Sinngehalt meines Wortes nicht veränderlich ist — warum solltet dann ihr eure Mitmenschen enttäuschen, indem ihr ihnen ein schlechtes Beispiel gebt? Es ist Zeit, dass ihr allmählich das vorbereitet, was ihr den kommenden Generationen als Erbe hinterlassen werdet.

19. Viele sagen Mir im Innern ihres Herzens: "Meister, siehst Du etwa, dass wir im Begriff sind, untreu zu werden? Ist dies möglich?" — Doch Ich antworte das gleiche, was Ich meinen Aposteln in der "Zweiten Zeit" sagte: "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet." Denn wenn ihr auch heute nur Schüler seid, die danach trachten, sich in meine Jünger zu verwandeln, so wird eure Beharrlichkeit euch eine edle Sühne erreichen lassen. Ich werde Mich nicht entfernen, bis Ich euch Ende 1950 meine letzte Unterweisung gegeben habe.

20. Fühlt meine Liebe nahe bei euch, vertraut Mir eure Sorgen an, besprecht euch mit Mir in Frieden, und wahrlich, Ich sage euch, danach werdet ihr euch gestärkt fühlen. Warum kommt ihr furchtsam zu Mir? Glaubt ihr etwa, dass Ich euch bei euren Brüdern verrate?

21. Ich höre, dass ihr Mir im Innersten eures Herzens sagt: "Meister, wie sollten wir von Dir empfangen werden, da wir durch unsere Sünden so befleckt sind, und Du die Vollkommenheit selbst bist?"

22. Ich antworte euch, Menschenkinder: Glaubt ihr, dass Ich nicht wusste, dass ihr befleckt seid, als Ich kam, um euch aufzusuchen? — Alles wusste Ich, nichts ist Mir unbekannt. Daher habe Ich Mich euch genähert, um euch meine Lehre der Liebe zu übergeben, die euch aus jedem Fallstrick errettet und euch hilft, euch von jeder Sünde zu reinigen.

23. Warum fühlen sich die Armen, die Parias der Welt, als die meiner Liebe Unwürdigsten? Etwa, weil sie gehört haben, dass Ich ein König bin? — Wie langsam seid ihr im Begreifen der göttlichen Lehren! Habt ihr nicht begriffen, dass Ich in der "Zweiten Zeit" Mensch wurde, um euch die größte Demutslehre zu geben? Erinnert euch, dass Ich in Jesus unter den Armen geboren wurde und unter ihnen lebte, dass Ich mit ihnen auf den Wegen wanderte, dass Ich ihre Wohnungen aufsuchte und Mich an ihren Tisch setzte, dass ich ihre kranken Körper heilte, ihre Kinder liebkoste, mit allen litt und weinte.

24. Seht, hier ist der gleiche Herr, aber heute kommt er im Geiste. Dieser König hat nicht Krone, Purpurmantel noch Zepter. Einfach lebe Ich in der Vollkommenheit und regiere mit Liebe.

25. Wozu sollte Ich Mich in prächtigen Palästen, unter Pomp und Zeremonien kundgeben, wenn dies nichts für Mich ist? Wahrlich, Ich sage euch: Die, welche Mich unter Luxus und äußerlichem Glanze wähnen, haben eine irrige Auffassung von dem, was meine Göttlichkeit ist.

26. Es wird manchen geben, der sich darüber wundert, dass Ich als Christus Mir nun Göttlichkeit zuerkannt habe, und er mag sagen: "Wie kommt es, dass Du, der einst sagte, dass Er nur gekommen sei, den Willen seines Vaters zu erfüllen, jetzt zu uns sprichst, als ob du der Vater Selbst wärest?" — Doch Ich antworte euch: Begreift, dass Christus als Gottheit sprach, da er "Das Wort" Gottes ist, und dass heute von neuem "Das Wort" im Geiste zu euch spricht. Darum sage Ich euch, dass der Vater, Das Wort und der Heilige Geist ein einziger Gott ist.

27. Ihr seid aus Materie gemacht, in die Ich eine Seele gelegt habe, und diese habe Ich mit einem Geist ausgestattet. Sagt ihr etwa deshalb, dass drei Personen in jedem Menschen wohnen?

28. Diese drei Kräfte bilden ein einziges Wesen, auch wenn jedes seiner Teile sich auf verschiedene Weise äußert.

29. Wenn im Menschenwesen vollkommene Harmonie unter den drei Naturen besteht, aus denen es gebildet ist, hat es Ähnlichkeit mit der Harmonie, die in Gott besteht, denn es gibt in ihm dann nur einen Willen, nämlich den, den Gipfel seiner seelischen Vollkommenheit zu erreichen.

30. Volk, schon seit langem lehre Ich dich für deinen Kampf. Doch nur jene bleiben bei Mir, die sich von ehrgeizigen, materiellen Zielen freigemacht haben und ihren Lebenssinn allein im Kennenlernen geistiger Lehren gesehen haben. Auch unter denen, die schon ins Jenseits abgeschieden sind, gibt es viele, die Mir von ihrer Entwicklungsstufe aus zuhören.

Wie viele der "Ersten" waren nicht fähig, auszuharren und Mir treu zu sein! Sie wollten nicht auf das Fruchttragen der ersten Samen warten. Sie wurden schwankend in ihrem Glauben, zweifelten, ahnten nicht das Große, das sich noch auf die "Letzten" ergießen sollte. Doch wenn sie zurückkehren, von dem Jauchzen und Jubeln dieses Volkes angezogen, werden sie den letzten Platz einnehmen müssen.

31. Dies soll jenen zur Lehre dienen, die heute, obwohl sie die Vervielfältigung des Saatkorns sehen, noch immer am Gedeihen dieser Lehre zweifeln.

32. Entmaterialisiert euch, bringt von heute an eure Verehrung Gottes in äußerst schlichte Formen, wodurch ihr euch für die Kommunikation von Geist zu Geist, die ihr mit eurem Herrn haben werdet, vorbereitet und tauglich macht. Heute muss Ich zu euch noch durch Vermittlung dieser Körper sprechen, damit ihr in eurem Glauben bestärkt werdet und fühlt, dass Ich euch im Innersten eures Herzens nahe bin.

33. Erfülle (deine Aufgabe), Volk, dann werde Ich euch (meine Verheißungen) erfüllen. Legt Zeugnis von Mir ab, dann werde Ich es von euch tun. Macht euch frei von jeder Selbstsucht, wenn ihr in Wahrheit zu meinen Arbeitern gehören wollt, die mein Wort unter den Menschen bekanntmachen sollen. Hört auf, euch nur um euch zu sorgen, und beginnt, euch um eure Mitmenschen zu kümmern. Ich will, dass ihr die höchste Wonne entdeckt, die man erreicht, wenn man fremden Schmerz lindert.

34. Bringt euren Mitmenschen in meinem Worte des Trostes, des Lichtes und der Liebe den Balsam, den Ich euch anvertraut habe.

35. Eines Tages werdet ihr begreifen lernen, dass die Weisheit des Geistes der Wissenschaft des Verstandes überlegen ist; denn die Intelligenz des Menschen entdeckt nur das, was sein Geist ihm offenbart. Ich gebe euch diesen Hinweis, weil viele von euch sagen werden: "Wie soll ich die Kranken heilen, wenn Ich die Heilwissenschaft nicht kenne?"

36. Erbarmt euch eurer Mitmenschen, habt Glauben, versteht zu beten und macht euch mit diesen Verdiensten meiner Gnade würdig. Wahrlich, Ich sage euch, dann werdet ihr erleben, wie es möglich ist, Wunder zu tun.

37. Wenn es trotz meiner Unterweisung jemanden gibt, der zweifelt, dass dies Wort vom Vater ausgeht, soll er meine Arbeiter, dies Volk, das Mir nachfolgt, fragen, und er wird Tausende von Zeugnissen bekommen, die ihm von wirklichen Wundern berichten, welche die Wissenschaftler, die sie erführen, in Erstaunen setzen würden.

38. Hört gut zu: Wenn Ich aufgehört habe, euch mein Wort zu geben, soll dies Volk Sämann meines geistigen Saatkorns sein. Doch Ich frage euch: Was wird euer Entschluss hinsichtlich der Anweisungen sein, die ihr von Mir erhalten habt? Werdet ihr bereit sein, meine Inspirationen getreulich weiterzugeben? — Versprecht Mir nichts von dem, was ihr in jenen Tagen tun wollt, hört lieber weiterhin dieser Lehre zu und vertieft euch in sie. Heute seid ihr um den Meister vereint, vom "Morgen" wisst ihr nicht, wie viele von euch Mir den Rücken kehren werden, indem sie meinen Geboten nicht gehorchen.

39. Lasst die Jahre nicht ungenutzt an euch vorübergehen, sorgt an jedem Tag dafür, auf dem geistigen Wege einen weiteren Schritt nach vorn zu tun. Wandert mit festem Schritt, niemand gehe mit Eile, nur um sich den andern voraus zu fühlen, denn sein Straucheln wäre sehr schmerzhaft.

40. Ich will, dass ihr stark werdet durch euer Denken, durch die Intuition, durch die Vergeistigung eurer Werke, damit ihr in eurem Leben nicht den geringsten Schmerz verursacht und euch bereitmacht, alle Leiden, die sich auf eurem Wege zeigen, zu lindern.

41. Ich habe dir viele Unterweisungen gegeben, oh Volk, einige davon sind tiefschürfender als andere. Ich spreche zu allen meinen Kindern — zu denen, die vorangehen, und zu den "Letzten". Dies ist nötig, weil immer neue Schüler im Verlangen nach diesem Worte eintreffen, und wie Ich bei euch tat, werde Ich damit beginnen, ihnen die einfachsten Unterweisungen zu geben.

42. Ich frage die "Letzten": Meint ihr, dass ihr keinen geistigen Auftrag habt? Fühlt ihr euch nicht verantwortlich für die Menschheit? Wenn ihr so denkt, befindet ihr euch in einem Irrtum, denn eure Gaben und eure Aufträge sind ebenso groß wie die, die ihr jene innehaben seht, derer Ich Mich bediene, um euch meine Unterweisung zu geben. Sie dachten dasselbe wie ihr, als sie Mich zum ersten Male hörten, und schaut sie jetzt an: Wie hatten sie sich geirrt!

43. Bleibt auf diesem Wege, denn bald werdet ihr alles verstehen, was ihr besitzt, und was für eine Mission es ist, die ihr auf Erden erfüllen sollt.

44. Begreift, dass Ich, euer Gott, keinen Anfang gehabt habe noch ein Ende haben werde. Ich bin ewig und offenbare euch in dieser Zeit viele der Geheimnisse des Geistigen Lebens. Diese Kenntnis wird euch dazu bringen, das Gesetz in Liebe und Treue gegenüber eurer Bestimmung zu erfüllen.

45. Die Zeit ist gekommen, in der Ich euch neue Lehren offenbare, und dies erscheint euch so, als ob der Vater nach einer langen Abwesenheit zu seinen Kindern zurückkehren würde.

46. Ich gab euch die Gabe der Willensfreiheit, denn eure Seele wurde an den Anfang eines langen Weges gestellt, an dessen Ende sich das Ziel ihrer Läuterung und Vollendung befindet. Um dies Glück zu erreichen, müsst ihr durch die Verdienste der Liebe, des Glaubens und der Standhaftigkeit hingelangen.

47. Wie schön ist die Gabe der Willensfreiheit, und wie schlecht hat der Mensch sie angewendet. Doch nach dieser langen Erfahrung wird der Geist sich erheben, sich gegenüber den Leidenschaften der Welt durchsetzen und jene gesegnete Freiheit nur gebrauchen, um seinen Vater zu verherrlichen.

48. Die Blüten entsprießen den Pflanzen und bieten Mir ihren Duft. Dies ist ihre Bestimmung, der sie sich nicht entziehen könnten, weil ihnen der Geist fehlt und somit die Gabe der Freiheit. Die Vögel bieten Mir ihren Gesang dar, doch könnten sie nichts anderes tun, denn dafür wurden sie geschaffen, und sie besitzen keinen freien Willen.

49. Wie groß wird euer Verdienst sein an dem Tage, an dem auch ihr wie die Blumen oder wie die Vögel seid, obwohl euch das Herz aufgrund der Willensfreiheit euch mit seinen Leidenschaften vom Wege der Erfüllung eurer Aufgaben abbringen möchte. Dies wird die Zeit der Seele sein, denn sie wird den Platz einnehmen, der ihr zukommt, und es wird auch die Zeit des Körpers sein, wenn er seine untergeordnete Stellung eingesteht und beide sich durch den Geist führen lassen. Die Harmonie, die dann im Menschen besteht, wird die gleiche sein wie die, welche in allem Geschaffenen vorhanden ist. Meine Gegenwart wird nicht nur erkannt, sondern sogar gefühlt werden von den Menschen.

50. Die Zeit naht, in der die Menschen Mir den wahren Tribut darbringen, in der sie aufhören, den Weihrauch zu verbrennen, den sie Mir seit den ersten Tagen dargebracht haben — ein Weihrauch, der nicht immer von reinen Werken zu Mir spricht, sondern oft von menschlicher Bosheit durchdrungen war. Der Tribut, der den Weihrauch ersetzen wird, wird eure Liebe sein, die zu Mir gelangen wird.

51. Ihr wisst, dass ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" geschaffen wurdet; doch wenn ihr es sagt, denkt ihr an eure menschliche Gestalt. Ich sage euch, nicht dort ist mein Ebenbild, sondern in eurer Seele, welche — um Mir ähnlich zu werden — sich vervollkommnen muss, indem sie die Tugenden ausübt.

52. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, bin die Gerechtigkeit und das Gute, und dies alles entstammt der Göttlichen Liebe. Versteht ihr nun, wie ihr sein müsstet, damit ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" wäret?

53. Der Grund für eure Erschaffung war die Liebe, die Göttliche Sehnsucht, meine Macht mit jemandem zu teilen; und der Grund dafür, dass ich euch mit Willensfreiheit ausgestattet habe, war gleichfalls die Liebe. Ich wollte Mich von meinen Kindern geliebt fühlen — nicht durch Gesetz bedingt, sondern aus einem spontanen Gefühl heraus, das frei aus ihrer Seele hervorbrechen würde.

54. Die Menschen, fortgerissen von der Gewalt ihrer Leidenschaften, sind so sehr in ihren Sünden gesunken, dass sie jede Hoffnung auf Erlösung aufgegeben haben. Doch es gibt niemanden, der nicht heil werden kann. Denn die Seele — wenn sie sich überzeugt hat, dass die menschlichen Stürme nicht aufhören werden, solange sie nicht auf die Stimme des Gewissens hört — wird sich erheben und mein Gesetz erfüllen, bis sie zum Ziele ihrer Bestimmung gelangt, das nicht auf der Erde ist, sondern in der Ewigkeit.

55. Jene, die glauben, dass das Dasein sinnlos ist, und die dabei an die Nutzlosigkeit des Kampfes und des Schmerzes denken, wissen nicht, dass das Leben der Meister ist, der formt, und der Schmerz der Meißel, der vervollkommnet. Denkt nicht, dass Ich den Schmerz schuf, um ihn euch in einem Kelche zu reichen, denkt nicht, dass Ich euch zum Fallen veranlasst habe. Der Mensch wurde von sich aus ungehorsam, und darum muss er sich auch durch seine eigene Anstrengung wiederaufrichten. Auch sollt ihr nicht meinen, dass nur der Schmerz euch vervollkommnet; nein, auch durch Liebestätigkeit werdet ihr zu Mir gelangen, denn Ich bin Liebe.

56. So Ich euch auf einen langen und schwierigen Weg stellte — bedenkt, dass Ich euch auf ihm begleite, euch weiterhin lehre und euch helfe bei eurem Kreuze. Und um euch Beweise zu geben, dass Ich euch beistehe, bin Ich soweit gegangen, Mensch zu werden, um sichtbar und berührbar zu sein. Aber ihr seid töricht in euren Urteilen, ihr zweifelt, wenn ihr Mich vermenschlicht seht, und sagt, dass es nicht möglich ist, dass eure Augen Gott sehen können. Doch wenn Ich euch sage, dass Ich Geist bin, dann sagt ihr: "Wie ist es möglich, das zu erkennen, was man nicht sieht, und daran zu glauben?"

57. Ihr habt eine Stufe der Entwicklung erreicht, auf der ihr Mich in meinem Göttlichen Wesen verstehen und als Geist empfinden könnt. Die Entwicklung und Reinkarnation der Seele haben euch allmählich darauf vorbereitet, meine neuen Unterweisungen zu empfangen.

58. Wenn das Dunkel, das die Menschheit eingehüllt hat, sich verflüchtigt, und es in den Seelen hell wird, werden sie die Gegenwart eines neuen Zeitalters fühlen, weil Elias zu den Menschen zurückgekehrt ist. Doch da diese ihn nicht zu sehen vermochten, war es notwendig, dass sich sein Geist durch das menschliche Verstandesorgan kundgab, und er sich vor den Sehern in jenem Sinnbild des Propheten Elias zeigte: über den Wolken in seinem feurigen Wagen.

59. Elias ist in dieser Zeit als Wegbereiter gekommen, um mein Kommen vorzubereiten. Er ist als Prophet gekommen, um euch das neue Zeitalter mit seinen Kämpfen und seinen Prüfungen, aber auch mit der Weisheit seiner Offenbarungen anzukündigen. Er kommt mit seinem Lichtgefährt, um euch einzuladen, es zu besteigen, um euch über die Wolken emporzutragen und euch zur Geistigen Heimat zu bringen, wo der Friede regiert. Vertraut ihm als dem Guten Hirten, folgt ihm geistig, wie das Volk in der "Ersten Zeit" Moses nachfolgte. Betet, damit er euch bei der Erfüllung eures Auftrags hilft, und wenn ihr ihm nacheifern wollt, so tut es.

60. Bevor Elias durch den feurigen Wagen hinweggenommen und zu den Himmelshöhen getragen wurde, bat Elisa ihn, seine Prophetengabe und seinen Geist auf ihn zu übertragen, damit er so sei, wie Elias auf Erden gewesen war; und Elias ließ ihm zum Beweise dafür, dass er seinem Jünger dessen Wünsche erfüllte, seinen Mantel zurück. Doch der Geist Elias' und seine Prophetengabe waren in Elisa als ein offensichtliches Zeichen für die geistige Verbindung mit den Menschen und für die Reinkarnation der Seele.

61. In jedem Zeitalter und bei jeder göttlichen Offenbarung erscheint Elias bei den Menschen.

62. Noch war der Messias nicht zur Erde gekommen, nicht mehr lange, so würde er als Mensch geboren werden, und schon war die Seele des Propheten in Johannes inkarniert, welcher später der Täufer genannt wurde, um die Nähe des Himmelreiches anzukündigen, welches die Gegenwart des "Wortes" unter den Menschen sein würde.

63. Als Ich Mich später auf dem Berge Tabor verklärte, um Mich vor einigen meiner Jünger im Geiste zu zeigen, kam Elias mit Mose, um seinen Platz neben seinem Herrn einzunehmen. Auf diese Weise gab er zu verstehen, dass ihm in der Zukunft eine Zeit anvertraut sei, in der er der Menschheit seine Gegenwart fühlbar machen müsste, um die schlafende Seele der Menschen zum leuchtenden und vollkommenen Leben zu erwecken.

64. Jetzt ist die Elias anvertraute Zeit, damit er die Menschheit erwecke. Er ist der Wegbereiter, der von Volk zu Volk, von Nation zu Nation, von Mensch zu Mensch gehen wird, um zu ihnen zu sprechen, wie es seinerzeit Johannes an den Ufern des Jordans tat, als er zu den Menschenmengen sprach und ihnen sagte, dass sie sich vorbereiten sollen, weil das Reich Gottes schon nahe sei. Jetzt wird er ihnen mit seiner geistigen Stimme sagen, dass sie sich innerlich sammeln sollen, weil die Gegenwart des Herrn als Heiliger Geist bei den Menschen ist.

65. Wenn Elias die Menschheit vorbereitet und die Wege des Herrn geebnet hat, wird er zum Vater zurückkehren.

66. Wenn dies geschieht, so bittet ihn nicht darum, dass er euch seinen Mantel zurücklässt, wie er ihn Elisa zurückließ; denn er hat sich geistig kundgetan, die Zeiten haben sich geändert, und ihr sollt die Sinnbilder vergessen. Doch wird er euch als ein Geschenk der Liebe und als ein Zeugnis dafür, dass er unter euch war, die Prophetengabe hinterlassen.

67. Bereitet euch vor, Jünger, lernt von Mir, damit Ich euch unter die Menschen sende, um meine Kundgebung als Heiliger Geist bekannt zu machen und ihnen wie Johannes zu sagen: "Tut Buße, denn das Himmelreich ist den Menschen nahe gekommen."

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 32

1. Bereitet euch vor, denn Ich will, dass ihr den Sinngehalt meines Wortes, das Ich euch in dieser "Dritten Zeit" darbiete, klar erfasst.

2. Ihr seid noch immer kleine Kinder; dabei solltet ihr schon große Jünger sein, weil ihr in mehreren Inkarnationen gelebt habt. Nur in der "Ersten Zeit" solltet ihr Kinder sein, um in der "Zweiten Zeit" zu Jünglingen heranzuwachsen und in der "Dritten Zeit" zur Reife zu kommen.

3. Immer habe Ich euch wie kleine Kinder gesehen. In eurer geistigen Kindheit lebtet ihr unschuldig, ungenügend entwickelt in euren Fähigkeiten und Empfindungen, ohne Kenntnis eures Lebensbeginns. Danach habt ihr meine ersten Unterweisungen und Offenbarungen erhalten.

In der "Zweiten Zeit" solltet ihr bereits Jünglinge sein, die in voller geistiger Jugend in einer hochstehenden Form leben sollten. Doch Ich fand euch niedergedrückt, geknechtet, an Riten und Traditionen gebunden, und als Ich sah, dass ihr meine Lehren nicht genutzt hattet, kam Ich, um euch mit meinen Beispielen von Barmherzigkeit und Liebe den Weg zu weisen, der euch zum Verheißenen Lande bringen soll, und euch für die heutige Etappe neuer Unterweisungen vorzubereiten, die Ich euch zu geben versprochen habe.

Ich sagte euch, dass ihr stark sein sollt, dass ihr kämpfen sollt, um nicht in eine neue Knechtschaft zu geraten. Doch was habt ihr aus meiner Lehre gemacht? — Ihr kennt meine Unterweisung noch immer nicht. Warum habt ihr das euch gegebene Versprechen vergessen, dass Ich geistig zu euch zurückkommen werde? Ich bin im Geiste gegenwärtig, wie Ich es euch angeboten hatte, doch ihr erkennt Mich nicht.

Ihr fragt, warum Ich euch Israel nenne, und verlangt Beweise von Mir, um zu glauben. — Warum habt ihr euch der Abgötterei und dem Mystizismus ergeben und verwechselt materielle Kulthandlungen mit der geistigen Verehrung Gottes? Ich finde euch durch die falschen Lehren verwirrt, mit denen eure Mitmenschen euch vom Weg zu eurer Höherentwicklung abgebracht haben.

Ihr beklagt euch, weil euch die Freiheit fehlt. Ich sehe, was ihr durch den so bitteren Kelch gelitten habt, den ihr bis zur Neige leertet. Doch denkt nicht, dass Ich euch gezüchtigt habe: Nein, immer wollte Ich eure Schritte lenken, damit ihr Mich als Vater liebt und meinen göttlichen Schutz fühlt.

4. Viele Jahrhunderte sind vergangen seit dem Tag, da Ich euch mein Wort und meine letzten Ermahnungen durch Jesus gab; doch heute erscheine Ich bei euch als Heiliger Geist, um mein Versprechen an euch zu erfüllen.

Ich bin nicht Mensch geworden, Ich komme im Geiste, und nur diejenigen werden Mich sehen, die zubereitet sind. Während ihr an mein Wort glaubt und Mir nachfolgt, nehmen andere meine Kundgebung nicht an und leugnen sie. Ich musste ihnen große Beweise geben, und dank dieser habe Ich allmählich ihren Unglauben besiegt.

Die Liebe und die Geduld, die Ich euch immer bekundet habe, lassen euch begreifen, dass nur euer Vater euch in dieser Weise lieben und unterweisen kann. Ich wache über euch und mache euer Kreuz leicht, damit ihr nicht strauchelt. Ich lasse euch meinen Frieden fühlen, damit ihr euren Weg voll Vertrauen auf Mich geht.

5. Immer habt ihr gelitten, weil ihr mein Vorbild der Demut nicht beherzigt habt. Ihr habt nicht bedacht, wie tief Ich herabgekommen bin, um Mich für euch hörbar und verständlich zu machen. Doch Ich vergebe euch, denn ihr gehört dem ersten Volke an, dem erstgeborenen.

Lebt nach meinem Vorbild und sorgt dafür, dass die Menschheit Mich liebt, dass sie sich Mir nähert. Denn die Menschen verstehen es nicht mehr, Mich zu suchen, sie fühlen meine Gegenwart nicht, sie erkennen nicht meine Wohltaten und schreiben meine Wunder dem Zufall zu. Sie vertrauen nicht auf Mich und leben sorglos in ihrer großen Verwirrtheit.

Ich habe euch gesagt, dass kein Blatt vom Baume sich ohne meinen Willen bewegt. Ihr wisst, dass Ich das Universum mit meinen Gesetzen der Liebe regiere, dass alle Wesen Mir gehorsam sind. Nur der Mensch versucht, diese Gesetze zu umgehen, ohne guten Gebrauch von seiner Willensfreiheit machen zu wollen.

6. Ruht euch aus von den Wechselfällen eures Lebens. Heute seid ihr von der Last eurer Leiden gebeugt, in eurer Seele ist Schmerz, und aus euren Augen quellen Tränen der Reue über eure Verfehlungen.

Ihr seid verkannt worden, weil ihr meiner Sache gefolgt seid. Doch Ich habe euch gesagt: Wenn ihr euch zurüstet, werdet ihr die Urteile eurer Mitmenschen mit der Stärke überwinden und ertragen können, die euch die Ausübung der Nächstenliebe geben wird.

7. Nicht umsonst habe Ich euch als Werkzeuge ausgewählt, um mein Wort zu verbreiten. Auf euch setze Ich mein Vertrauen. Ich beauftrage euch mit einer schwierigen Mission, die darin besteht, euren Mitmenschen durch euer Vorbild die Erlösung zu bringen. Das Saatkorn ist in euch, es ist dasselbe wie jenes, durch das Ich euch von Anbeginn an Leben gab. Als Ergebnis eurer Arbeit und Fürsorge erwarte Ich gute Früchte von eurer Saat. Macht das Kreuz, das ihr tragt, leicht, indem ihr mit Liebe den Auftrag erfüllt, den Ich euch anbefohlen habe. Führt euer Werk zu Ende, fürchtet nicht den Tod des Körpers, denkt daran, dass eure Seele niemals sterben wird. Sie wird sich nur der Körpermaterie entledigen, die ihr als ein Werkzeug gewährt wurde, um auf Erden zu leben, und die, wenn einmal ihre Aufgabe beendigt ist, der Erde ihren Tribut zahlen wird. Doch eure Seele wird frei werden, um zu unbegrenzten Horizonten aufzubrechen, womit für euch ein neues Leben beginnt, in welchem ihr den Lohn für eure Arbeit in dieser Welt finden werdet.

8. Verwerft irrtümliche Bräuche und Überlieferungen. Macht Gebrauch von dem Licht in meiner Unterweisung, damit euer Zweifel sich verflüchtigt und die Geheimnisse sich aufklären, wie es mein Wille ist.

9. Ich zeige euch das wahre Leben der Seele, damit ihr nicht unter ungerechtfertigten Drohungen lebt und mein Gesetz nicht nur aus Furcht vor Strafe erfüllt, von der jene zu euch gesprochen haben, die mein Wort nicht (richtig) auszulegen verstanden.

Erfasst mein Gesetz, es ist nicht kompliziert oder schwer zu begreifen. Keiner, der es kennt und sich danach richtet, wird zuschanden, noch gibt er falschen Worten oder Voraussagen, irrigen Vorstellungen oder schlechten Auslegungen Raum.

Mein Gesetz ist einfach, es weist immer den Weg, dem ihr folgen sollt. Vertraut Mir, Ich bin der Weg, der euch zu der weißglänzenden Stadt führen wird, zum Verheißenen Lande, das seine Tore in Erwartung eurer Ankunft offen hält.

10. Es hat Mir Freude gemacht, euch ein Erbe zu übergeben, das nicht nur euch gehört, sondern der ganzen Menschheit. Ihr habt so vieles empfangen, dass ihr die Pflicht habt, jeden, der darum bittet, an dieser Fülle teilhaben zu lassen. Tragt das Licht zu euren Brüdern, die ihre Vergehen im Gefängnis büßen, tröstet die Kranken, "salbt" sie durch eure Liebe, wie Ich es in der "Zweiten Zeit" tat, und ihr werdet den Balsam meiner Barmherzigkeit auf sie überströmen sehen. Ermuntert die Betrübten, lehrt sie Ergebung und gebt ihnen neue Kraft. Auf diese Weise werdet ihr eure Gaben zur Anwendung bringen und euch gestärkt fühlen.

11. Ihr habt um euch die Welt der tugendhaften Geistwesen, die euch zu Hilfe kommen. Bittet gläubig und ehrerbietig, dann werdet ihr ihre Wohltaten empfangen. Ruft sie ohne irgendeine Bevorzugung, denn alle sind sie von Mir in gleicher Weise vorbereitet worden, sie alle haben sich würdig gemacht, der Menschheit in dieser Zeit zu Hilfe zu kommen. Eifert ihrem Vorbild nach und seid mit ihnen in dem hohen Ziele geistigen Fortschritts vereint.

Ich habe dieser "Geistigen Welt" erlaubt, euch zu lehren, und in dem Kampfe, der näherrückt, werden sie unbesiegbare Soldaten und eure Schutzwehr sein.

12. Mein Gesetz ist nicht begrenzt, es ist unendlich, und ihr könnt es auf vielerlei Weise erfüllen. Ich verlange nicht von euch, dass ihr vollkommene Werke vollbringt, aber ihr müsst es studieren und euch in dasselbe vertiefen, damit ihr es praktisch anwenden könnt.

13. Ich will nicht, dass ihr diese "Augenblicke" hier für verloren oder schlecht angewendet haltet, nachdem ihr mein Wort während einer so langen Zeit gehört habt. Wenn ihr beharrlich bleibt, wird es euch gelingen, euch zu vergeistigen, und dann werdet ihr bei euren Mitmenschen wie ein offenes Buch sein.

Nach 1950 werdet ihr einen höheren Grad der Erhebung erreichen. Ich werde weiter mit euch in Verbindung stehen durch Inspiration, und das Volk wird eure Worte als Botschaften aufnehmen, die Ich ihm sende. Zu dieser Zeit werdet ihr erkennen, wie weise und tiefgründig meine Unterweisung war.

14. Nach 1950 — dem Jahr, in welchem meine Kundgabe in dieser Form enden wird, wird die Menschheit große Prüfungen durchleben. Die Natur wird Umwälzungen erleiden, alles wird erschüttert werden, auf allen Gebieten werden sich Auflösungserscheinungen zeigen. Bereitet euch vor und steht den Schwachen in jener Zeit bei, denn viele werden in jenen Prüfungen unterliegen.

15. Das Jahr 1950, gefürchtet von den einen und herbeigesehnt von andern, wird bald kommen. Viele Kirchen und Sekten denken an dieses Datum und erwarten die Ereignisse, die um diese Zeit in Erscheinung treten werden, um mein Werk zu richten. Andere werden nach der Ursache des irdischen Chaos fragen, und ihr werdet in meinem Namen zu ihnen sprechen und ihnen ankündigen, dass nach diesem Chaos die Menschheit den ersehnten Frieden erlangen wird.

16. Denn Ich bin nicht gefühllos gegenüber euren Leiden, sie gelangen zu Mir und bereiten Mir Schmerz. Warum betrachtet ihr euch als Fremde, obwohl ihr im gleichen Heime wohnt, welches diese Welt ist, und sondert euch ab in Rassen, Klassen und Glaubensbekenntnisse? Ich verspreche euch, dass Ich die Grenzen beseitigen und alle einander näherbringen werde. Die Kronen und Zepter werden fallen, die Macht wird verschwinden und der Reichtum ebenso, denn es ist an der Zeit, dass jene Unterschiede aufhören zu bestehen.

17. Der Tag wird kommen, an dem ihr alle die Erde gleichermaßen besitzen werdet. Ihr werdet von einem Pol zum andern gehen, ohne dass euch irgendwer daran hindert. Verschwinden wird die Heuchelei, das Übelwollen, die Eitelkeit, um der Liebe und der Eintracht Platz zu machen. Und jenes Wehklagen, das sich von den Witwen, den Waisen wegen Mangel an Brot, aus Fried- und Freudlosigkeit zu Mir erhebt, wird sich in einen Lobgesang der Liebe und Dankbarkeit verwandeln, der aus allen meinen Kindern hervorbrechen wird.

18. Ihr fühlt euch nicht beunruhigt in eurer Nation, weil ihr Frieden und Wohlergehen genießt. Doch Ich sage euch, vertraut nicht allzu sehr darauf. Ihr dürft nicht schlafen, sondern sollt wachen und Verdienste erwerben, wenn ihr diesen Frieden bewahren wollt.

19. Arbeiter, Ich suche euch heim in den Prüfungen, wie Ich es zu einer andern Zeit mit dem geduldigen Hiob tat. Denkt jedoch nicht, dass Ich es mit dem Verlangen tue, euch leiden zu lassen. Nein, es geschieht mit der Absicht, dass eure Seele in diesem Schmelztiegel des Leides stark wird.

20. Versucht nicht, euch vor Mir rein zu zeigen, wenn euer Gewissen euch wegen eurer Verfehlungen und Sünden anklagt. Es ist besser, wenn ihr vor eurem Vater ein Bekenntnis ablegt und zulasst, dass sein Wort euch wie ein reinigender Strom von jedem Flecken reinigt. Dann werdet ihr euch würdig fühlen, vor eure Mitmernschen zu treten, um sie die Wahrheit zu lehren, die meine Unterweisung enthält.

21. Mein Friede ist in eurer Nation. Wachet und betet, damit ihr diese Gnade nicht durch eure schlechten Werke verliert. Erhaltet meinen Frieden, sammelt meine Weisheit wie einen Schatz an.

Seid ihr euch nicht bewusst geworden, wie der Krieg euch auflauert, an eure Türen pocht und euch Schlingen legt, um euch zu Fall zu bringen? Doch wenn ihr zu wachen versteht, so fürchtet euch nicht, denn Ich werde euch beistehen, damit ihr in eurem Kampfe siegreich seid.

22. Ich bin Jehova, der euch zu allen Zeiten vom Tode befreit hat. Ich bin der eine Gott, der zu allen Zeiten zu euch gesprochen hat. Christus ist "mein Wort", das durch Jesus zu euch sprach. Er sagte euch: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater." Und der Heilige Geist, der heute zu euch spricht, bin gleichfalls Ich; denn es gibt nur einen Heiligen Geist, nur ein "Wort", und dies ist das meine.

23. Höret, meine Jünger: In der "Ersten Zeit" gab Ich euch das Gesetz, in der Zweiten lehrte Ich euch die Liebe, mit der ihr jene Gebote auslegen solltet, und nun in diesem dritten Zeitalter sende Ich euch das Licht, damit ihr in den Sinn all dessen eindringt, was euch offenbart wurde.

24. Warum wollt ihr dann durchaus dort drei Gottheiten entdecken, wo nur ein Göttlicher Geist existiert, welcher der meine ist?

25. Ich gab den ersten Menschen das Gesetz, und dennoch kündigte Ich Moses an, dass Ich den Messias senden werde. Christus, in welchem Ich euch mein "Wort" gab, sagte euch, als seine Mission bereits zu Ende ging: "Ich kehre zum Vater zurück, von dem Ich ausgegangen bin." Er sagte euch auch: "Der Vater und Ich sind Eins." Doch danach versprach Er, euch den Geist der Wahrheit zu senden, der nach meinem Willen und gemäß eurer Entwicklung das Geheimnis meiner Offenbarungen erhellen würde.

26. Doch wer kann Licht in meine Geheimnisse bringen und diese Mysterien erklären? Wer kann die Siegel des Buches meiner Weisheit lösen außer Mir?

27. Wahrlich, Ich sage euch, der Heilige Geist, den ihr derzeit für etwas von Jehova und Christus Verschiedenes haltet, ist nichts anderes als die Weisheit, die Ich eurem Geiste kundtue, um euch die Wahrheit begreifen, schauen und fühlen zu lassen.

28. Heute mache Ich euch bereit, mein Wort aufzunehmen, damit es wie Tau auf dürstende Pflanzen herabsinkt, wie kristallklares Wasser, das den Durst eurer Seele stillt. Ich empfange euch in meiner Vaterliebe wie zarte Kinder.

29. Ihr fangt an, die ersten Schritte auf festem Boden zu machen. Wenn ihr jedoch stehenbleibt und später meinen Geboten kein Gehör schenkt, so versperrt euren Geschwistern nicht den Weg — denen, die voll Sehnsucht, Mir zu dienen, nach euch kommen werden, denen, die sich vorbereitet haben und Mich erwarten. Was könnt ihr denn lehren, wenn ihr meine Lektion nicht lernt? Dringt in mein Werk ein und lasst euch erleuchten, damit ihr Mich begreifen könnt. Ich bin das Alpha und das Omega, Anfang und Ende jeder Unterweisung.

30. In dieser Zeit kündige Ich euch die Heimsuchungen an, die sein müssen. Drei Viertel des Erdreichs werden verschwinden, der Schmerz wird bei allen Menschen anklopfen, und die Welt wird große Härten erleiden. Doch wenn ihr euch zubereitet, wird durch einen von euch ein ganzer Landstrich gerettet werden.

Die Wissenschaft, die der Mensch erreicht hat, wird nicht hinlänglich sein, um die fremdartigen Krankheiten zu heilen, die aufkommen werden. Dann werdet ihr begreifen, dass ihr euch über das Irdische erheben müsst, um die Übel zu heilen und zu verhindern. "Israel" wird die Menschheit von großen Nöten befreien. Doch wie sehr müsst ihr euch vorbereiten, um eure Bestimmung zu erfüllen. Die Apostel dieser Zeit werden von Land zu Land gehen und die Frohe Botschaft hinbringen, und ihre Gaben werden wie eine unerschöpfliche Quelle sein, die ihre Wohltaten auf alle Menschen überströmen lässt.

31. Mit jedem Wunder, das Ich ihnen gewähre, werden sie den Glauben neuer Apostel erwecken, und ihre Mission wird groß sein. Doch wehe ihnen, wenn sie eitel werden, denn dann werden sie ihre Gaben verlieren.

32. Achtet die euren Brüdern gewährten Gaben. Pflegt den Baum, den Ich euch anvertraut habe, denn ihr alle seid Arbeiter auf ein- und demselben Feld. Meine Barmherzigkeit folgt euch überallhin, Ich kenne eure Werke und Gedanken. Wachet und betet, denn die Menschen brauchen euer Gebet für ihre seelische Entwicklung.

33. Viele von euch glauben, dass eure Leiden im Widerspruch zu dem Liebesgesetz des Vaters stehen, weil ihr denkt: "Wenn ich ein Kind Gottes bin, wenn der allgegenwärtige Vater mich erschuf, warum ließ Er mich dann zu Fall kommen, warum schuf Er mich nicht gehorsam, gut und vollkommen?"

34. Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt nicht nachgedacht über das, was ihr denkt. Das, was ihr als Widerspruch zu meinen Gesetzen anseht, ist gerade die Bestätigung des Gesetzes der Liebe. Doch damit ihr dies besser versteht, höret gut zu:

Auf der Göttlichen Himmelsleiter gibt es eine unendliche Zahl von Wesen, deren seelische Vervollkommnung ihnen erlaubt, gemäß dem Entwicklungsgrade, den sie erreicht haben, verschiedene Stufen einzunehmen. Eure Seele wurde mit passenden Eigenschaften geschaffen, um sich auf dieser Stufenleiter der Vervollkommnung zu entwickeln und bis zu dem in den hohen Ratschlüssen des Schöpfers festgesetzten Ziele zu gelangen.

35. Die Bestimmung jener Seelen kennt ihr nicht, doch Ich sage euch, dass sie vollkommen ist wie alles von Mir Geschaffene.

36. Noch immer begreift ihr nicht die Gaben, die euch der Vater schenkte. Doch seid unbesorgt, denn später werdet ihr euch ihrer bewusst werden und erleben, wie sie sich voll offenbaren.

37. Die unendliche Zahl von Seelen, die — wie die euren — unterschiedliche Lebensebenen bewohnen, sind unter sich vereint durch eine höhere Macht, welche die der Liebe ist. Sie wurden für den Kampf, für ihre Höherentwicklung, nicht für den Stillstand geschaffen. Diejenigen, die meine Gebote erfüllt haben, wurden groß in der Göttlichen Liebe.

Ich erinnere euch jedoch daran, dass selbst dann, wenn eure Seele Größe, Macht und Weisheit erreicht hat, sie nicht allmächtig werden wird, da ihre Eigenschaften nicht unendlich sind, wie sie es in Gott sind. Dennoch werden sie ausreichen, um euch auf dem geraden Weg, den euch vom ersten Augenblicke an die Liebe eures Schöpfers vorgezeichnet hat, zum Gipfel eurer Vollendung zu bringen.

38. Bei eurer Erschaffung schenkte Ich euch die Gabe der Willensfreiheit, damit ihr Mich aufgrund eures eigenen Willens durch die Liebe und die Barmherzigkeit verherrlichen würdet, die ihr auf eure Geschwister überströmen lasst.

39. Eine Seele ohne Willensfreiheit wäre kein des Höchsten Wesens würdiges Geschöpf. Es wäre ein träges Wesen ohne Streben nach Vervollkommnung.

40. Heute lebt ihr noch ein materialistisches Leben, bedingt durch den Mangel an Brüderlichkeit. Denn in den Reichen des Geistigen lebt alles in vollkommener Harmonie.

41. Der Mangel an Verständnis gegenüber der Göttlichen Liebe bewirkt den Rückschritt für die Seele, was nur durch die Rückkehr zum rechten Weg, zu unumstößlicher Reue und zum Gehorsam vermieden werden kann.

42. In eurer gegenwärtigen Welt haben eure Mitmenschen, die die Wissenschaften pflegen, euch nicht auf den Gipfel eurer Entwicklung geführt. Sie haben euch zum Schmerz, zum Abgrund und Hochmut geführt. Doch in keinem Augenblick habe Ich euch verlassen, ihr seid es, die meinen Liebesruf nur zögernd beantwortet haben.

43. Da ihr die liebevolle und gerechte Freiheit missbraucht habt, die euch euer Vater gab, müsst ihr euch unter Schmerzen und Tränen von den Flecken reinigen, die ihr eurer Seele aufgedrückt habt. Dennoch wird der, der seine Verfehlungen mit Ergebung sühnt, seine Höherentwicklung erreichen, und sein Aufstieg wird schneller als sein Fall sein.

44. Während vieler Jahrhunderte hindurch habe Ich euch Beispiele und Beweise von Zärtlichkeit, von Göttlicher Liebe gegeben, die manchmal eure Herzen zu rühren vermochten und euch ausrufen ließen: "Ich liebe Dich, Herr, ich bewundere Dich". Doch Ich frage euch: Wenn ihr Mich liebt, warum eifert ihr Mir dann nicht nach und setzt meine Unterweisungen in die Tat um? Warum habt ihr euch vom Geistigen Leben entfernt und dadurch eure Entwicklung verzögert? Wie könnt ihr es wagen, Gott die Schuld an euren eigenen Stürzen, an eurem Schmerz und eurer Unklugheit zu geben?

45. Heute, da Ich euch rufe, hört ihr nicht alle auf Mich. Dennoch, Ich verspreche euch, dass noch alle auf Mich hören werden, und dass keines meiner Kinder in der Ewigkeit des Geistes verloren gehen wird.

46. Die einen werden Mich in Erwiderung meiner Liebe suchen, die andern werden vom Schmerz gebeugt flehentlich bitten, dass meine Barmherzigkeit ihren Leidenskelch abwende.

47. Ich erweitere die Botschaft, die Ich euch durch Jesus gab. Doch ihr wollt die unsicheren Pfade noch nicht verlassen, auf die ihr euch verirrt habt.

48. Wollt ihr Mich etwa all dessen beschuldigen, was nicht von Mir kommt und von euch verursacht worden ist? — Ich habe euch gesagt, dass ihr Liebe säen sollt, doch stattdessen habt ihr Hass gesät. Wollt ihr da etwa Liebe ernten?

49. Ich habe euch gelehrt, in Frieden ein einfaches, reines und hochherziges Leben zu leben, doch ihr beharrt darauf, in einem beständigen Krieg aus Hass, Materialismus und wahnsinnigem Ehrgeiz zu leben.

50. Ihr bittet Gott fast immer, ohne zu wissen, um was ihr bittet; doch ihr gebt Gott niemals das, was Er von euch um eurer selbst willen fordert.

51. Wenn ihr so eitel geworden seid und euch so verirrt habt in den göttlichen Lehren, wie könnt ihr da verlangen, dass Gott euch das gibt, um was ihr nicht zu bitten versteht, oder dass Er das Universum euren Vorstellungen oder eurem Willen gemäß regiere? Wahrlich, Ich sage euch, das Weltall würde nicht eine Sekunde lang Bestand haben, wenn Er es von euch nach euren menschlichen Launen regieren ließe.

52. Ich habe euch einen weiteren Tropfen der Göttlichen Grundweisheit gegeben. Mehr werde Ich euch in kommenden Lektionen geben. Aber nehmt meine Unterweisung nicht entgegen, ohne gründlich darüber nachzudenken. Sie hilft euch nur dazu, meine Ausstrahlung zu fühlen, die euch mit Licht erfüllen wird, damit ihr meine Offenbarungen besser versteht.

53. Erfasst den Sinngehalt der Unterweisung und legt ihn aus, wie es euer Geist und euer Herz euch gebietet.

54. Die Vergeistigung findet man nicht in den Texten von Konfessionen oder Wissenschaften. Sie ruht (verborgen) in eurer Seele, welche in sinnvoller Weise in Anspruch genommen wäre, wenn sie immer das Gebot erfüllte, das euch sagt: "Liebet einander".

55. Bildet keine neuen Philosophien oder Theorien, die von dieser Lehre abgeleitet sind, errichtet keine materiellen Tempel und macht auch keine Sinnbilder oder Symbole. Ich werde euch alle Offenbarungen geben, die euch in diesen Zeiten zukommen sollen.

56. Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid nicht die einzigen, die die Wahrheit besitzen werden. Die Geistlichen der verschiedenen Religionen, die Wissenschaftler, Gläubige und Ungläubige, sie alle sind in ihrem Ursprung geistige Geschöpfe Gottes, die Ich während ihres Lebensweges mit Gnaden überschütten werde.

57. Ladet eure Mitmenschen demütig ein, meine Lehre der Liebe, Barmherzigkeit und geistigen Erhebung zu studieren. Vergesst nicht, dass keines eurer Werke vollkommen sein wird, wenn es nicht auf der Liebe zu allem beruht, was ihr seht, und selbst zu dem, was ihr nur in den Augenblicken eurer Versenkung ahnt.

58. Es gibt viele Leben im Unsichtbaren — ahnt sie, segnet sie und liebt sie.

59. Schafft kein Götzendienertum, keinen Fanatismus oder irdische Rangordnungen. Es gibt nichts Größeres als das Licht, das jene Seele schmückt, die durch ihre Tugend die Vollkommenheit erreicht hat.

60. Wer mehr liebt, ist größer als jener, der aufgrund seines Amtes oder seiner Eitelkeit von sich sagt, dass er es sei.

61. Erinnert euch an Jesus!

62. Euer Verständnis ist in diesen Zeiten klarer, und mein Wort wird auch verständlicher.

63. Mein Tempel ist euer Herz, sein Licht ist meine Liebe. Die größte Opfergabe, die ihr in ihm niederlegen könnt, ist der Friede eurer Seele, wenn ihr im Leben das Gute tut, eure Geschwister segnet und liebt.

64. Was würden euch Gesänge, Gebete und Riten nützen, wenn ihr in eurem Innern nur niedere Leidenschaften bergen würdet? Ich habe Durst nach eurer Liebe, nicht nach Weihrauch. Weniger Tränen und mehr Licht ist das, was Ich für euer Dasein wünsche.

65. Für alles müsst ihr euch verantworten, und je nachdem, wie eure schlechten Werke beschaffen sind, werdet ihr nachdrücklichste Gerichte durch euch selbst empfangen. Denn Ich richte euch nicht, dies ist falsch. Euer eigener Geist in seinem Zustand der Klarheit ist es, der euer furchtbarer Ankläger und schrecklicher Richter ist. Ich dagegen verteidige euch gegen die wilden Anklagen, spreche euch frei und erlöse euch, denn Ich bin die Liebe, die läutert und vergibt.

66. Neue Unterweisungen werde Ich euch geben, damit ihr diese Lektion begreift, welche ein weiteres Blatt ist, das Ich euch gebe, damit ihr das "Buch des Wahren Lebens" zusammenstellt.

67. Erfüllet mein Gesetz, dann werden sich durch euer Vorbild der Demut, der Barmherzigkeit und Liebe diese kleinen Scharen vervielfachen und so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 33

1. Wieder öffnet der Meister das Buch seiner Unterweisung, um euch Silbe für Silbe seine Lehre der Liebe zu erklären. Wenn ihr Mir als Vater Gehör schenken wollt, sage Ich euch: Seht, hier ist der gedeckte Tisch, damit ihr euch niedersetzt, um die Speisen zu genießen, die Ich mit soviel Liebe für euch aufbewahrt habe.

2. Ich komme im Geiste, um Mich unter meinen Jüngern kundzutun. Ihr nennt diese Zeit die des Lichtes, weil jede Seele und jeder Körper meine geistige Gegenwart empfunden hat.

3. Ich bin das Licht und der Weg, doch ihr seid euch nicht alle des Zweckes meiner Kundgebung unter euch bewusst. Statt euch an meiner göttlichen Unterweisung und meinen Offenbarungen zu erfreuen, bleibt ihr gefühllos gegenüber meinen Inspirationen, weil ihr meint, dass Ich nur gekommen bin, um euren materiellen Bedürfnissen und Kümmernissen abzuhelfen, und ihr beschränkt euch darauf, um Brot, Arbeit, Geld oder Gesundheit zu bitten, ohne zu begreifen, dass Ich euch jede materielle Wohltat obendrein gewähre.

4. Einige von euch kommen mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Freude, weil sie eine Wohltat empfangen haben, die sie für ihr irdisches Leben erbaten, und Ich segne sie. Aber wahrlich, Ich sage euch, größer sind die geistigen Gaben, die in eurem Wesen vorhanden sind, welche euch unter dem Ansporn meiner Unterweisung ihre ersten Früchte zu geben beginnen, und dafür habt ihr Mir noch nicht gedankt.

5. Öffnet euer Herz, damit ihr in ihm alles empfindet, was Ich euch gewähre. Seht, das ist der Grund, warum Ich euch oft gesagt habe, dass, obwohl Ich unter euch bin, ihr Mich nicht gefühlt habt.

6. Muss Ich noch einmal wie in der "Zweiten Zeit" die Werke tun, die ihr Wunder nennt, um Glauben zu finden? Muss Ich dem Blinden das Sehvermögen geben, Bewegungsfähigkeit dem Gelähmten und das Leben dem Lazarus, um euren Glauben zu erwecken? Wahrlich, Ich sage euch, viele "Blinde" haben in dieser Zeit das Licht gesehen, viele "Gelähmte" sind wieder gegangen, und viele "Tote" sind zu einem Leben der Gnade auferstanden.

7. Zwei Wege bieten sich aufs neue euren Blicken dar — die gleichen, die ihr vom Beginne eurer Pilgerschaft an kennt. Breit und blumig der eine, der andere schmal und mit Dornen besät. Ihr wollt auf dem schmalen Wege gehen, welcher der der Tugend ist, ohne den andern aufzugeben; doch das ist nicht möglich.

8. Wahrlich, Ich sage euch, ihr kennt meinen Weg nicht und erkennt nicht, dass trotz seiner zahllosen Prüfungen auf ihm der Friede ist, im Gegensatz zu dem sehr breiten Weg, welcher Vergnügungen beschert, die nur Schmerz und Ekel im Herzen zurücklassen.

9. Ich will, dass euer Geist ewig in meinem Frieden lebt. Deshalb offenbare Ich Mich ihm, um ihn auf diese Weise zu lehren. Vergesst nicht, dass ihr in dieser Zeit vor der Bundeslade des Neuen Bundes mit eurem Vater von neuem ein Bündnis geschlossen habt.

10. Es ist mein Wille, dass ihr in den kommenden Zeiten des Schmerzes standhaft bleibt und euch aufmacht, um euren Nächsten meine Unterweisung zu geben. Wenn ihr unter der Menschheit mein Wort und euer Zeugnis verbreitet, so verliert nicht den Mut angesichts des Zweifels eurer Mitmenschen. Habt ihr etwa alle geglaubt, als ihr Mir zum ersten Male zuhörtet? — Nützt diesen Körper oder diese Hülle jetzt, da ihr sie besitzt, um euren Auftrag an der Menschheit zu erfüllen. Wie viele von denen, die im Geistigen Raume leben, möchten eine Körpermaterie besitzen, die sie als ein Kleinod ansehen!

11. Eurer Seele sage Ich: "Lass dich vom Geiste leiten"; und eurem Körper: "Lass dich von der Seele führen, dann wird mein Friede mit dir sein". Wenn ihr so handelt, wird eure Seele wachen wie die Jungfrauen des Gleichnisses, welche die Ankunft des Bräutigams mit brennender Lampe erwarteten. Selig, die "wachend" leben, denn sie werden achtsam sein, um Mich zu empfangen. Und wenn für sie die letzte Stunde kommt und sie an die Tür des Geistigen Tales klopfen, werde Ich ihnen öffnen.

12. Wenn ihr mit Eifer arbeitet, werdet ihr morgen bei Mir sein. Bereitet euch mit diesen Unterweisungen vor, damit ihr euch wie meine Jünger der "Zweiten Zeit" auf den Weg macht, euren Mitmenschen das Licht bringt und den Bekümmerten Trost spendet. Erwacht aus eurer trägen Gleichgültigkeit! Denn wenn ihr, die ihr das Gesetz habt, mein Wort nicht begreifen noch Zeugnis von Mir ablegen solltet, werden die Heimsuchungen kommen; ihr werdet ausgefragt werden, und wenn ihr meine Lehre nicht in euch aufgenommen habt — was wollt ihr antworten? Dann werdet ihr verurteilt werden, werdet Angst und Reue fühlen und euch an das erinnern, was der Meister liebevoll und unablässig zu euch sprach. Doch wenn ihr mein Wort studiert und darüber nachdenkt, werdet ihr vorbereitet sein, wenn ihr über diese Offenbarung sprechen müsst, und diejenigen, die euch verstehen, werden sagen: "Der Göttliche Meister ist wirklich bei uns gewesen!"

Wenn ihr trotz eurer Erfüllung von euren Brüdern verkannt werden solltet, so seid unbesorgt, denn Ich werde eure Arbeit anerkennen, und nachdem ihr in den großen Prüfungen gesiegt habt, werde Ich euch die höchste Friedenswonne geben.

13. In der Zukunft werden sich viele von euch der Verbreitung dieser Lehre unter der Menschheit widmen, und ihr werdet erleben, dass eure Arbeit Früchte trägt und sich das Göttliche Saatkorn vervielfacht.

14. Ich rufe alle Erdenpilger, damit sie meine Stimme hören, die sie zum geistigen Aufstieg und zum Besitze des Ewigen Lebens einlädt.

An diesem Tag, an dem sich Das Göttliche Wort kundtut — nützet sein Wort und lasst euch durch dasselbe erleuchten, denn im Wissen ist das Licht und eure Erlösung.

15. Wenn mein Gesetz euch Moral, Rechtschaffenheit und Ordnung in allen Handlungen eures Lebens lehrt — warum sucht ihr dann entgegengesetzte Wege, wodurch ihr euch Schmerzen schafft? Und wenn ihr ins Jenseits scheidet und euren Körper auf der Erde zurücklasst, weint ihr, weil ihr diese Hülle zu sehr geliebt habt.

Wenn ihr fühlt, dass euch der Körper nicht mehr gehört und dass ihr auf dem Wege weitergehen müsst, bis ihr zu Mir kommt, sage Ich euch: "Mein Kind, was hast du Mir vorzuweisen? Hast du auf der Erde in Erfüllung meiner Gebote gelebt?"

Doch ihr, beschämt und verzagt, weil ihr kein Geschenk der Liebe habt für Den, der euch so sehr liebt und euch so viel gewährt hat, habt Ketten geschmiedet, die eure Seele niederdrücken, und sie erscheint lichtlos, weint und jammert über sich, weil sie die Gnade verloren hat. Sie hört nur die Stimme des Vaters, die sie ruft. Doch da sie sich nicht entwickelt hat und sich auch nicht wert fühlt, zu Ihm zu kommen, bleibt sie stehen und wartet ab.

Die Zeiten vergehen, und die Seele hört wiederum die Stimme, und ganz von ihrem Leid erfüllt fragt sie, wer zu ihr spricht, und diese Stimme sagt ihr: "Erwache! Weißt du nicht, woher du gekommen bist und wohin du gehst?" Da hebt sie ihre Augen auf, sieht ein unermessliches Licht, bei dessen Glanze sie sich armselig vorkommt. Sie erkennt, dass sie, bevor sie zur Erde gesandt worden war, schon existierte, schon vom Vater geliebt war, von dem die Stimme ausging, und der nun, da Er sie in dem beklagenswerten Zustand sieht, Leid um sie trägt. Sie erkennt, dass sie zu verschiedenen Heimstätten gesandt worden ist, um den Weg des Kampfes zu durchlaufen und durch ihre Verdienste ihren Lohn zu erlangen.

Doch das Kind fragt: "Wenn ich, bevor ich zur Erde gesandt wurde, dein sehr geliebtes Geschöpf gewesen bin — warum bin ich nicht in der Tugend standhaft geblieben und musste fallen, leiden und mich abmühen, um zu Dir zurückzukommen?"

Die Stimme hat ihm geantwortet: "Alle Seelen sind dem Gesetze der Entwicklung unterworfen worden, und auf diesem Wege behütet sie mein Vatergeist immerdar, und Er hat Wohlgefallen an den guten Werken der Kinder. Allerdings habe Ich euch zur Erde gesandt, damit ihr aus ihr einen Kampfplatz der seelischen Vervollkommnung, nicht eine Wallstatt des Krieges und des Schmerzes macht.

Ich habe euch gesagt, dass ihr euch mehren sollt, dass ihr nicht unfruchtbar sein sollt. Doch wenn ihr ins Geistige Tal zurückkehrt, bringt ihr keine Ernte mit, weint ihr nur und kommt ohne die Gnade, mit der Ich euch ausgestattet habe. Deshalb entsende Ich euch noch einmal und sage euch: Reinigt euch, sucht das, was ihr verloren habt, und erarbeitet euren geistigen Aufstieg.

Die Seele kehrt zur Erde zurück, sucht einen kleinen und zarten menschlichen Körper, um in ihm zu ruhen und die neue Lebensreise zu beginnen. Sie findet den kleinen Kindeskörper, der ihr zugewiesen ist, und gebraucht ihn, um ihre Verstöße gegen mein Gesetz wiedergutzumachen. Mit Kenntnis der Ursache kommt die Seele zur Erde, sie weiß, dass sie Odem des Vaters ist, und kennt den Auftrag, den sie von Ihm mitbringt.

16. In den ersten Jahren ist sie unschuldig und bewahrt ihre Reinheit, sie bleibt in Verbindung mit dem Geistigen Leben. Danach beginnt sie die Sünde kennenzulernen, sieht aus der Nähe den Stolz, den Hochmut und die Widerspenstigkeit der Menschen gegenüber den gerechten Gesetzen des Vaters, und das von Natur aus widerspenstige Fleisch beginnt sich mit dem Bösen zu beflecken. In Versuchung gefallen, vergisst sie den Auftrag, den sie zur Erde mitbrachte, und schickt sich an, Werke zu tun, die wider das Gesetz sind. Seele und Körper kosten die verbotenen Früchte, und wenn sie dem Verderben anheim gefallen sind, überrascht sie die letzte Stunde.

Wieder befindet sich die Seele im (geistigen) Lebensraum, ermattet und gebeugt von der Last ihrer Schuld. Da erinnert sie sich an die Stimme, die einst zu ihr sprach und sie noch immer ruft, und nachdem sie viele Tränen vergossen hat, da sie sich verloren fühlt, ohne zu wissen, wer sie ist, erinnert sie sich, dass sie schon einmal an jenem Orte gewesen ist.

Der Vater, der sie mit soviel Liebe geschaffen hat, erscheint auf ihrem Wege und spricht zu ihr: "Wer bist du, woher kommst du und wohin gehst du?"

Das Kind erkennt in jener Stimme das Wort Dessen, der ihm das Sein, die Intelligenz und die Fähigkeiten gegeben hat — den Vater, der ihm immer wieder vergibt, es reinigt, es aus der Finsternis wegbringt und zum Lichte führt. Es erbebt, denn es weiß, dass es vor dem Richter steht, und sagt: "Vater, mein Ungehorsam und meine Schuld bei Dir sind sehr groß, und ich kann nicht erwarten, in deinem Reiche zu leben, denn ich habe keine Verdienste. Heute, da ich zum Geistigen Tale zurückgekehrt bin, sehe ich, dass ich nur Schuld angehäuft habe, die ich sühnen muss."

Doch der liebevolle Vater zeigt ihm ein weiteres Mal den Weg, es kehrt wieder ins Fleisch zurück und gehört wieder der Menschheit an.

Doch nun macht die schon erfahrene Seele die körperliche Hülle mit größerer Kraft gefügig, um die Oberhand zu gewinnen und den göttlichen Geboten zu gehorchen. Der Kampf beginnt. Sie bekämpft die Sünden, die den Menschen zu Fall bringen, und will die Gelegenheit nutzen, die ihr für ihre Erlösung gewährt worden ist. Sie kämpft vom Anfang bis zum Ende, und wenn die weißen Haare an ihren Schläfen erglänzen und ihr früher widerstandsfähiger und starker Körper sich unter der Last der Jahre zu beugen beginnt und die Kräfte verliert, fühlt sich die Seele stark, reifer und erfahrener.

Wie groß und abstoßend erscheint ihr die Sünde! Sie wendet sich von ihr ab und gelangt ans Ziel. Nun wartet sie nur noch auf den Augenblick, an dem der Vater sie ruft, denn sie ist zu dem Schluss gekommen, dass das Göttliche Gesetz gerecht und der Wille Gottes vollkommen ist, dass dieser Vater lebt, um seinen Kindern Leben und Heil zu geben.

Als der letzte Tag kam, spürte sie in ihrem Fleische den Tod und fühlte keinen Schmerz. Sie schied still und ehrfurchtsvoll. Sie sah sich im Geiste, und als ob sie vor sich einen Spiegel hätte, erblickte sie sich schön und strahlend vor Licht.

Da sprach die Stimme zu ihr und sagte ihr: "Kind, wohin gehst du?" Und sie, die wusste, wer sie war, ging auf den Vater zu, ließ sein Licht in ihr Wesen einströmen und sprach also: "O Schöpfer, o allumfassende Liebe, ich komme zu Dir, um auszuruhen und Dir die Erfüllung zu übergeben."

Die Rechnung war beglichen, und die Seele war gesund, rein und ohne Ketten der Sünde und sah vor sich den hohen Lohn, der sie erwartete.

Danach fühlte sie, dass sie mit dem Lichte jenes Vaters verschmolz, dass ihre Seligkeit größer wurde, und sie erblickte eine Stätte des Friedens, ein heiliges Land, empfand eine tiefe Stille, und ruhte im Schoße Abrahams.

17. Ich spreche zu euch von den Wundern, die das Geistige Leben enthält, und biete euch meine Unterweisung an. Willst du auf Erden deine Aufgabe erfüllen, um zu Mir zu kommen, o Volk Israel, o Menschheit, meine Tochter? Durch Verdienste werdet ihr in das Himmlische Reich eingehen, und durch die Ausübung der Tugenden den Frieden auf Erden erreichen.

18. Ihr seid wieder und wieder ins Fleisch gekommen, und bei jeder Wiedereinkörperung habt ihr eure Schuld und Sühnepflicht vergrößert. Gebt nicht Mir die Schuld an euren Leiden, denn Ich strafe euch nicht, ihr selbst fällt euer Urteil.

19. Jetzt habt ihr die letzte Gelegenheit, eure Verfehlungen wiedergutzumachen.

20. Ich bin zu euch aufgrund des Versprechens zurückgekehrt, das Ich euch gab. Von den Ersten Zeiten an habe Ich einen Bund mit euch geschlossen, und Ich werde euch bis ans Ende führen. Denn ihr seid das Volk, das sich vorbereitet hat, um sich an meinen Tisch zu setzen. Ich bin die Speise und die Frucht, das Brot und der Wein.

21. Unermüdlich kommt ihr herbei, um Mir zuzuhören und euren Hunger und Durst nach Gerechtigkeit zu stillen, wie in der Zweiten Zeit, in der Mir die nach Liebe hungernden Menschen ebenfalls nachfolgten. Ich übergab mein Wort in den Tälern und auf den Bergen, selbst auf das Meer und in die Wüste folgten Mir die Menschenscharen nach. Ihr Glaube kannte keine Müdigkeit, ihre Gewissheit war unzerstörbar. Da breitete sich mein Erbarmen über jene Menschen aus und hüllte sie in die Liebesessenz meines Wortes. Die Mütter trugen ihre Kinder auf den Armen, die Männer verließen ihre Arbeit, um Mich zu hören, die Greise, auf ihre Stöcke gestützt, folgten der Menge.

22. Bei einer dieser Gelegenheiten vollbrachte der Meister das Wunder der Brote und der Fische als einen Beweis dafür, dass jedes Brot ausreicht, wenn es mit Liebe und ohne Ansehen der Person verteilt wird. Denn die Einmütigkeit und die Brüderlichkeit werden ebenfalls eine Nahrung sein.

23. Selbst die Jünger hatten daran gezweifelt, dass so karge Vorräte ausreichen würden, eine so große Menge zu speisen. Doch als sie sahen, dass das Wunder Wirklichkeit geworden war, sagten sie beschämt zu sich: "Wahrlich, dies ist der Messias!"

24. Jetzt, in der Dritten Zeit, habt ihr Mich aufs neue. Ich gebe euch das Brot des ewigen Lebens, von dem die Menschheit essen wird.

25. Ich gebe euch dies Wort mittels des menschlichen Verstandesorgans. Um Mich in dieser Weise kundzutun, musste Ich die seelische und intellektuelle Entwicklung des Menschen abwarten, um Mich seiner in dieser Zeit zu bedienen. Mein Wille hat sich erfüllt, und dieses Geheimnis wird sich für all jene, die es vorerst nicht richtig verstehen, in Klarheit verwandeln.

26. Fürchtet nicht die Urteile und Spöttereien der Kirchen und Sekten. Sie sind es, die, obwohl sie die Bücher der Weissagung in ihren Händen haben, diese nicht (richtig) ausgelegt haben und Mich daher nicht zu erwarten verstanden. Ihr dagegen, die ihr die Prophetien nicht kanntet, die von meiner Wiederkunft als Heiliger Geist sprachen, habt Mich erwartet. Nun ist die "Dritte Zeit" da, doch die Menschheit hat es nicht verstanden, das Evangelium richtig auszulegen.

27. Wie viele Gemeinschaften gehen dahin wie Schafe ohne Hirten. Doch Ich bin bei euch, und um Mich erkennbar zu machen, habe Ich Mich wie in der "Zweiten Zeit" in der Armut und in der Niedrigkeit offenbart. Wenn die Menschheit Mich durch die, die Mir folgen, identifizieren will, kann ihr dies gelingen: die Kranken, die Betrübten, die Erniedrigten, die Erschöpften, die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, die dem Glauben nach Toten — sie sind es, die Mir nachfolgen.

28. Niemand wundere sich, dass Ich in dieser Zeit nicht im Schoße irgendeiner Kirche erschienen bin, so wenig wie Ich in der "Zweiten Zeit" aus einer Synagoge hervorging.

29. Ich werde Mich nicht da aufhalten, wo Eitelkeit, Materialismus und Abgötterei herrschen. Ich will Mich im Schoße der größten Einfachheit und Bescheidenheit kundtun, wo es keine Riten gibt, die euch den Kern meines Gesetzes vergessen lassen. Darum soll es euch nicht wundernehmen, Mich von Bedürftigen, Ungebildeten und Sündern umgeben zu sehen; denn Ich habe meine Barmherzigkeit in sie gelegt und sie so in nützliche Wesen verwandelt, sie beschenkt, damit sie viele bekehren; und durch sie — welches ihr seid — habe Ich deutliche Beweise meiner Macht gegeben.

Doch wenn ihr trotzdem noch Bedenken habt, so seid unbesorgt, denn "niemand ist Prophet in seinem Vaterland". Morgen werden die Ausländer kommen, und sie werden euch glauben, oder ihr werdet in unbekannte Länder gehen, und sie werden euch aufnehmen; denn nicht alle zweifeln an euch. Es gibt auch solche, die euch nachfolgen und sich auf eure Liebe und Hilfsbereitschaft stützen, womit sie euch als Anreiz und Ansporn auf dem beschwerlichen Anstieg des Weges dienen. — Was soll aus jenen werden, die euch folgen und in euch Kraft finden, wenn ihr schwankend werden solltet? Wenn ihr euch verzagt fühlt, so sucht Mich, und Ich werde euch stärken. Wenn ihr dem Schmerz begegnet, so denkt nicht, dass Ich euch gezüchtigt habe. Zieht aus jener Prüfung den Nutzen, den sie für eure Entwicklung enthält.

30. Ich bräuchte es nur zu wollen, und schon wäret ihr rein. Doch welches Verdienst bestünde, wenn Ich es wäre, der euch reinigt? Jeder soll seine Verstöße gegen mein Gesetz wiedergutmachen, dies ist Verdienst. Denn dann werdet ihr in Zukunft die Stürze und Fehler zu vermeiden wissen, weil der Schmerz euch daran erinnern wird.

31. Wenn sich zwischen der begangenen Verfehlung und ihren natürlichen Folgen eine aufrichtige Reue einstellt, wird euch der Schmerz nicht erreichen, denn dann werdet ihr bereits stark genug sein, um die Prüfung mit Ergebung zu ertragen.

Die Welt trinkt einen sehr bitteren Kelch; doch Ich habe sie nie gestraft. Aber nach ihrem Schmerz wird sie zu Mir kommen, der Ich sie rufe. Dann werden die, welche undankbar waren, Dem zu danken wissen, welcher nur Wohltaten in ihr Dasein ausgegossen hat.

32. Bisher ist es nicht die menschliche Liebe gewesen, die sich in der Welt durchgesetzt hat. Es ist, wie es von Anbeginn der Menschheit an gewesen war, die Gewalt gewesen, die herrscht und siegt. Der, welcher geliebt hat, ist als Opfer der Bosheit unterlegen.

33. Das Böse hat sein Reich ausgedehnt und ist stark geworden auf der Erde. Doch gerade in dieser Zeit komme Ich, um jenen Mächten meine Waffen entgegenzusetzen, damit das Reich der Liebe und der Gerechtigkeit unter den Menschen aufgerichtet wird. Zuvor werde Ich kämpfen. Denn um euch den Frieden meines Geistes zu geben, ist es notwendig, dass Ich Krieg führe und alles Böse beseitige.

34. Der Tag des Gerichts ist schon bei euch, Lebende und Tote hören in dieser Zeit die Stimme des Gewissens.

35. Diese Welt ist nicht die ewige Heimat für euren Geist. Wenn es so wäre, würdet ihr euren Körper, den ihr so sehr liebt, nicht sterben sehen, würdet ihr nicht das Leben eurer Eltern verlöschen sehen — jener, die euch das Dasein schenkten. Alles ist vergänglich, nichts ist beständig in dieser Welt. Wenn hier alles Glück und Vergnügen wäre, würdet ihr euch nie an eure Seele erinnern, würdet ihr nicht an die andern denken, noch euch meiner erinnern.

36. Sehr lange ist der Schmerzensweg gewesen, den eure Seele zurückgelegt hat, und Ich will nicht, dass ihr noch größeren Schmerzen begegnet als denen, die ihr bereits erfahren habt. Kehrt auf der Suche nach Frieden zu Mir zurück, trachtet nach eurer Vervollkommnung, dann werde Ich euch in Lehrer verwandeln, welche die in der Finsternis der Unwissenheit Verirrten unterweisen und retten.

37. Männer, die ihr bei meinen Worten der Vergebung geweint habt — warum ist das Gericht noch nicht zu euch gekommen, obwohl sich Mir eure rechte Hand vom Blute eures Bruders befleckt gezeigt hat?

Fürchtet euch nicht, denn eure wahrhaftige Reue wird wie ein Mantel sein, der euch beschützt, und meine Vergebung wie kristallklares Wasser, das euch bei eurer Sühne stärken wird. Doch wehe dem, der getötet hat und seine Schuld nicht beglichen hat! Wehe dem, der betrogen hat, der Schande verursacht hat, oder der gegenüber seinen Eltern nicht seine Pflicht getan hat! Denn dann wird das Leben und der Schmerz sie als ein weiser Richter richten und als Meister lehren.

38. Heute seid ihr zu Mir gekommen, indem ihr alle Widerstände besiegt habt, und weil euch sehr danach verlangt, aufs neue mein Wort zu hören. Denn ihr habt das Verlangen, zu meinen Jüngern zu werden, und darum kommt ihr, um meine göttliche Lehre zu hören und zu studieren.

39. Ihr wisst, dass es nichts Besseres gibt, um euch zu erneuern und Kräfte zu finden zur Überwindung eurer Leidenschaften, als mein Wort, das eure Seele erleuchtet und in euch die wahre Liebe zu eurer seelischen Reinheit erweckt.

40. Dies ist die Zeit, in der mein Wort mit größter Ausführlichkeit dargeboten wird, damit ihr nicht unwissend seid in dem, was Ich euch offenbare. Doch wenn Ich manchmal in Sinnbildern zu euch spreche, geschieht es, damit ihr euch meine Lehren besser einprägt.

41. Ich bin das Rettungsboot, das in Reichweite des Schiffbrüchigen erschienen ist, der am Ertrinken war. Diejenigen, die heil ans Ufer gesetzt worden sind, wo der Friede wohnt, fühlen später in ihrem Innern die Verpflichtung, dasselbe an ihren Nächsten zu tun, wenn diese in Gefahr sind, umzukommen.

42. Die Schiffe haben nicht ausgereicht, und es sind viele Schiffbrüchige, die nach Hilfe verlangen. Seht die Menschheit, wie sie in den Lastern, in der Verderbtheit und im Verbrechen zugrundegeht! Seht die Männer, hingegeben an ein Leben des Materialismus und der Selbstsucht! Die Frauen haben sich an die Sünde gewöhnt, die überall herrscht, sie verlieren ihre Tugend und ihr Zartgefühl. Das Heim, das der Tempel des Menschen ist, ist entweiht, weil das Licht, die Wärme und der Friede aus ihm entschwindet.

43. Ich komme zu diesem Planeten und suche auf ihm die Seele des Menschen, welche der Tempel Gottes ist, und entzünde in ihr den Glauben, indem Ich zu ihr von einer neuen Welt spreche, einer Welt des Friedens, zu der sie durch die sittliche Erneuerung und die Brüderlichkeit gelangen kann.

Die einen fühlen ihr Herz mit Macht pochen und machen das göttliche Ideal zu dem ihren; die andern beklagen sich über Hindernisse und Schwierigkeiten als Vorwände, um Mir nicht zu folgen. Diesen fehlt der Glaube, und sie haben nicht begriffen, dass, wer sich von seiner Bestimmung abwendet, immer wieder an den gleichen Punkt gelangen muss, bis er den ganzen Weg zurückgelegt hat.

44. Ich sage euch nicht, dass ihr euch von euren irdischen Pflichten oder von den gesunden Freuden des Herzens und der Sinne abwenden sollt. Ich verlange nur von euch, dass ihr auf das verzichtet, was eure Seele vergiftet und euren Körper krank macht.

45. Wer innerhalb des Gesetzes lebt, erfüllt das, was ihm sein Gewissen vorschreibt. Wer die erlaubten Freuden verschmäht, um sich in die verbotenen Vergnügungen zu stürzen, fragt sich sogar in den Augenblicken größten Vergnügens, warum er nicht glücklich ist noch Frieden findet. Denn von Genuss zu Genuss sinkt er immer tiefer, bis er im Abgrund umkommt, ohne wahre Befriedigung für sein Herz und seine Seele zu finden.

46. Manche müssen unterliegen und den Kelch, in welchem sie das Vergnügen suchten, ohne es zu finden, bis zum letzten Tropfen leeren, damit sie die Stimme Dessen vernehmen können, der sie immerdar zum Festmahle des ewigen Lebens einlädt.

47. Ich empfange die Opfergabe meiner Jünger. Elias hat euch vorbereitet und hat Fürbitte bei Mir eingelegt, damit ihr würdig seid, mein Wort zu hören, und ihr seinen Sinngehalt zu nutzen versteht. Mein Versprechen ist, dass jeder, der Mich in seinem Herzeleide sucht, getröstet werden wird.

48. Es ist die Zeit des Heiligen Geistes, in der Ich mit dem Menschen in Verbindung trete. Von denen, die Mich gehört haben, beginnen einige Mich zu erkennen, und andere lieben Mich schon. Wenn diese Zeit meiner Kundgabe vorüber ist, wird die Menschheit erfahren,

Wer gekommen ist. Sie wird Elias als Vorläufer voller Gnade und Macht erkennen, und ebenso den Meister, der aus Liebe zum Menschengeschlechte herabgekommen ist.

49. Geliebte Jünger, nehmt Mich zum Vorbilde, damit ihr bald ans Ende eurer Wiedergutmachung gelangt, an dem Elias, der Hirte, der euch zu allen Zeiten geführt hat, euch Mir vorstellen wird.

50. Ich will nicht, dass die Seelen, wenn sie sich von dieser Erde lösen, sich in der Unermesslichkeit des Geistigen Tales, das alle erwartet, einsam oder verloren fühlen. Daher spricht Elias zu euch und bereitet euch für diesen Übergang vor, und ihr sollt eure Mitmenschen mit jenem Geiste bekanntmachen, welcher Hirte ist und Mittler zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer.

51. Ihr durchlebt einen Zeitabschnitt der Härte und des Gerichtes, ihr alle erntet jetzt die Früchte eurer Arbeit. Diese Zeit musste kommen, es stand so geschrieben. Ich habe euch warnend darauf hingewiesen, dass ihr beten und Buße tun sollt; doch habe Ich euch schlafend angetroffen, ohne Erinnerung an meine Worte. Aber Ich wache über euch und bin noch einmal gekommen, um euch meine Lehre zu bringen, die euch sehr weite Horizonte zeigt. Wenn ihr sie zu begreifen vermögt, werdet ihr mutig und willensstark sein, und wenn dies Licht in eure Seele eingedrungen ist, so geht zu den andern und helft ihnen, sich von ihrer Lethargie freizumachen. Habt Erbarmen mit denen, die aus Unwissenheit sündigen, und weist ihnen den Weg, der sie zu ihrer Erlösung führt.

52. Die, welche früher Schüler waren, mache Ich zu Jüngern, und die Jünger ziehe Ich noch näher zu Mir. Euch alle habe Ich auf eine einzige Himmelsleiter gestellt, und Ich habe an euren Drangsalen teilgehabt. Der Schmerz der Menschheit gelangt zu Mir, Elias kämpft für die geistige Einigkeit der Menschen. Der neue Turm von Babel ist im Hochmut und Zwist gewachsen, doch ihm gegenüber errichte Ich den Turm Israels mit Fundamenten aus Demut und Liebe. Der Kampf wird groß sein, aber zuletzt wird die Tugend die Sünde niederwerfen und der Friede wiederhergestellt sein. Dann werden die, die schwach gewesen sind, stark werden, die Blinden werden ihre Augen öffnen, und das wahre Erwachen der Seele wird erfolgen, damit sie in ein Leben der Entwicklung eintritt.

53. Das Gold und die Macht, die der Mensch so sehr erstrebt, werden seinem Geiste nicht den Frieden geben, noch Trost auf seinem Krankenlager; sie werden nur sein Herz verhärten. Wie oft habe Ich den Reichen Bilder des Schmerzes vor Augen gestellt, um ihre Gefühle zu prüfen, doch sie sind gleichgültig gegenüber den Waisen, dem Elend und dem Schmerz ihrer Mitmenschen gewesen und haben nicht begriffen, dass Ich sie nur zu Verwaltern materieller Güter gemacht habe, damit sie diese mit Gerechtigkeit und Liebe verteilen.

54. Es gibt viele Menschen, die auf eine mitleidige Hand warten, die sie heilt, auf ein Wort des Trostes oder ein Vorbild, das sie erlöst. Die Seele leidet Hunger nach Liebe, nach Aufrichtigkeit und nach Gerechtigkeit, und du, Israel, kannst geben, denn Ich habe dir ein Übermaß an geistigen Gütern gegeben, die du austeilen sollst.

55. Nicht alle Zeiten werden solche des Friedens für euch sein. Daher sollt ihr heute, da ihr noch Handlungsfreiheit habt, mit Eifer arbeiten und eure Brüder von andern Nationen durch das Gebet vorbereiten. Ihr wisst bereits, dass der Geist keine Entfernungen kennt, und daher werden an dem Tage, da meine Lehre durch meine Boten überbracht wird, diese nicht straucheln, sondern Freunde, Brüder finden, die ihre Mission verstehen und ihnen Unterstützung und Wärme geben.

56. Wem diese Botschaft anvertraut ist und wer in Gemeinschaft mit Mir lebt, dem werde Ich vollkommene Werke eingeben, und Ich werde meinen Geist in seinen Worten offenbaren.

57. Viele von euch haben die Verachtung der Menschen empfunden, weil sie dem Meister folgen. Andere sind im Heime ihrer Eltern abgelehnt worden, und wieder andere sind von ihrer Gattin oder ihrem Gatten verstoßen worden. Doch denkt daran, dass Ich all dies sehe und dass Ich euer Opfer reichlich vergüten werde.

58. Seht nicht Feinde, sondern Brüder in allen, die euch umgeben. Verlangt für niemanden Bestrafung, seid nachsichtig, damit ihr ein Beispiel von Vergebung gebt und keine Gewissensbisse in eurer Seele entstehen. Verschließt eure Lippen und lasst Mich eure Sache richten.

59. Heilt die Kranken, gebt den Verwirrten die Vernunft zurück. Vertreibt die Geister, die den Verstand trüben, und sorgt dafür, dass beide das Licht, das sie verloren haben, wiedergewinnen.

60. Betet für die Nationen, denn über euch werde Ich wachen. Bringt mein Wort zu allen Herzen. Dankt Mir hernach für die Wohltaten, die ihr empfangen habt, denn ihr werdet dann erkannt haben, dass kein Blatt vom Baume sich ohne meinen Willen bewegt.

61. Wahrlich, Ich sage euch: Die, die sich am meisten von Mir entfernt haben, werden sich bewusst, dass Gerichtszeit ist, denn sie haben Ahnungen und Beunruhigungen.

62. Meine Stimme ruft und erweckt die Seelen wie eine Trompete. Doch wenn die Menschheit Sorge getragen hätte, die Prophetien der "Ersten" und der "Zweiten Zeit" zu studieren und zu ergründen, würde sie nichts von dem, was jetzt geschieht, überraschen oder verwirren, denn alles war schon vorhergesagt.

63. Mein Wort von gestern erfüllt sich heute; denn eher würde das Königsgestirn zu leuchten aufhören, als dass sich dasselbe nicht erfüllte.

64. Ertragt die Bitterkeit, die der Krieg der Völker euch verursacht, verlangt nicht ddas Gericht über sie, denn ihr Leidenskelch ist schon bitter genug. Seid barmherzig in euren Urteilen, Gedanken und Gebeten.

65. Die, welche noch etwas Frieden genießen, haben die Pflicht, zu beten, um denen beizustehen, die die Härten und Nöte des Krieges erleiden.

66. Wenn ihr statt Mitleid Zorn oder Verachtung gegenüber denen fühlt, die der Menschheit so große Leiden bereiten — wahrlich, Ich sage euch, dann beraubt ihr euch jeder seelischen Erhebung und jeden Verständnisses.

67. Lasst meine Stimme Widerhall in eurem Herzen finden, setzt mein Wort in die Tat um: Dies wird die Art und Weise sein, durch die meine Lehre auf der Erde Macht gewinnt. Sie ist das Licht, das den Ideen entgegentreten wird, die aus einer kranken und im Verfall begriffenen Menschheit hervorgegangen sind.

68. Alle Gerechtigkeit, alle Größe und alles Licht, das die Menschen sich für die Entwicklung ihrer Seele wünschen können, werden sie in meiner Lehre zu finden vermögen. Doch damit der Mensch innehält, um meine Unterweisung zu erforschen, und damit er sich für ihren Inhalt interessiert, muss er zuvor die ersten Früchte derselben in der Erneuerung und in den Tugenden meiner Jünger gewahr werden.

69. Ich verspreche, euch große Geheimnisse zu offenbaren, wenn ihr in Frieden lebt. Denn dann wird mein Licht in eurem Wesen erstrahlen können.

70. Ihr alle möchtet zu denen gehören, die meine Wahrheit bezeugen und auf dem Wege der Menschheit wie ein Leuchtturm für den Seefahrer oder wie ein Stern für den Pilger sind.

71. Heute habt ihr Mich mittels dieser Kundgabe unter euch. Nutzt mein Verweilen und werdet aus Schülern zu Jüngern, damit ihr mit meinem Worte in würdiger Weise predigen könnt, wenn Ich aufgehört habe, zu sprechen.

72. Lernet, wachet und betet, sät Liebe und Barmherzigkeit unter eure Brüder, damit Ich den Menschen durch eure Werke sage: Liebet einander!

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 34

1. Geliebtes Volk, warte nicht auf bessere Zeiten, um der Menschheit diese Botschaft zu offenbaren, denn es wird keine andere Zeit kommen, die geeigneter wäre als diese.

2. Öffne deine Augen der Wirklichkeit und träume nicht länger von den Eitelkeiten der Welt. Begreife, dass es deine Mission ist, meine Lehre auf allen Erdenwegen bekannt zu machen.

3. Hier unter diesen Menschenscharen entdecke Ich die zukünftigen Sendboten, die neuen Apostel, die Arbeiter, die in der Erfüllung ihrer Aufgabe unermüdlich sein sollen.

4. Die einen werden nach Osten gehen, andere werde Ich nach Westen senden, und die Verschiedenheit der Sprachen wird kein Hindernis für die Verbreitung meines Wortes sein.

5. Das Schwert des Lichtes, der Liebe und der Gerechtigkeit, das in meiner Lehre vorhanden ist, wird Wege bahnen, Mauern der Unwissenheit zerstören und Grenzen auslöschen. Alles wird für die Vereinigung der Völker vorbereitet sein.

6. Zu Beginn des Kampfes werden einige die Trinitarisch-Marianische Geistlehre mit Freuden annehmen. Andere dagegen werden sie zurückweisen und euch verfolgen, da sie in ihr eine Bedrohung ihrer irdischen Macht und ihrer irrtümlichen Auslegungen sehen. Doch wahrlich, Ich sage euch, es wird sein, als ob sie mit ihrer Handfläche verhindern wollten, dass die Sonne ihr Licht spendet.

7. Ich muss euch warnend darauf hinweisen, dass der, der dieses Wort ablehnt, Mich abgelehnt haben wird, und der, der es annehmen wird, Mich angenommen haben wird. Denn in seinem geistigen Sinngehalt habe Ich Mich den Menschen in dieser Zeit offenbart, in ihm ist mein Geist gegenwärtig. Darum sage Ich euch: Wer mein Wort aufnimmt, der wird meine Stimme erkennen, wird Mir die Türen seines Herzens öffnen und Mich in sich haben.

8. Meine Gerechtigkeit hat euch eine wunderbare Gelegenheit angeboten, eure Schuld wiedergutzumachen und zu begleichen. Lasst keinen einzigen Tag eures Lebens ungenutzt, den Ich euch anvertraut habe.

9. Ihr seid "Der Verlorene Sohn", der reuevoll zum Vaterhaus zurückkehrte, und Ich habe euch mit Liebe empfangen, um euch zu veranlassen, euer Erbe zurückzugewinnen.

10. Ich weiß, welche von denen, die weinend in meine Gegenwart kommen, die wahrhaft Reumütigen sind, die ihre Schuld mit Tränen aufrichtiger Reue beweinen und Mich um eine Gelegenheit bitten, wiedergutzumachen. Sie weinen, weil sie ihren Vater verletzt haben, sie weinen nicht wegen sich selbst. Dagegen gibt es andere, denen es dem Anschein nach leid tut, Mich verletzt zu haben, und sie weinen, sie versprechen und schwören sogar, nicht wieder zu sündigen. Aber zur gleichen Zeit, da sie geloben, bitten sie Mich um neue irdische Güter. Dies sind jene, die sich bald wieder von dem Vaterhause entfernen werden.

11. Wenn sie erreichen, das von Mir zu erhalten, was sie suchten, werden sie es verschwenden. Wenn sie es nicht erlangt haben, werden sie gegen Mich lästern. Sie glauben, dass es in der Niedrigkeit dieses Weges nur Dornen gibt, und wissen nicht, dass der, den sie gewählt haben, der unsicherste, holprigste und gefährlichste ist. Sie meinen, wenn sie sich völlig den Freuden der Welt hingeben, können sie ihre Reichtümer vermehren und damit ihre Nöte verringern, ohne sich bewusst zu werden, dass sie dadurch, dass sie die süße Bürde eines geistigen Kreuzes abgelehnt haben, eine ungeheure, materielle Last auf ihre Schultern geladen haben, unter deren Gewicht sie niedergedrückt enden werden.

12. Wie wenige sind es, die danach trachten, im Paradiese des Friedens, des Lichtes und der Harmonie zu leben, indem sie mit Liebe die göttlichen Gesetze erfüllen.

13. Sehr lang ist der Weg, den die Menschen zurückgelegt haben, und noch immer ziehen sie es vor, die verbotenen Früchte zu essen, die nur Leiden und Enttäuschungen in ihrem Leben anhäufen. Verbotene Früchte sind jene, die zwar gut sind, weil Gott sie geschaffen hat, die für den Menschen jedoch schädlich werden können, wenn er sich nicht gebührend vorbereitet hat oder sie im Übermaß gebraucht.

14. Der Mann und die Frau nehmen ohne Vorbereitung die Frucht des Lebens und erkennen nicht ihre Verantwortung gegenüber dem Schöpfer, wenn sie neue Wesen zur Menschwerdung auf der Erde veranlassen.

15. Der Wissenschaftler schneidet mit ehrfurchtsloser Hand eine Frucht vom Baume der Wissenschaft, ohne zuvor auf die Stimme seines Gewissens zu hören, in der mein Gesetz zu ihm spricht, um ihm zu sagen, dass alle Früchte des Baumes der Weisheit gut sind, und dass daher, wer sie pflückt, es einzig zum Wohle seiner Nächsten tun darf.

16. Diese zwei Beispiele, die Ich angeführt habe, zeigen euch, warum die Menschheit weder die Liebe, noch den Frieden jenes inneren Paradieses kennt, das der Mensch aufgrund seines Gehorsams gegenüber dem Gesetze für immer in seinem Herzen haben sollte.

17. Um euch zu helfen, dasselbe zu finden, lehre Ich die Sünder, die Ungehorsamen, Undankbaren und Hochmütigen, um euch begreiflich zu machen, dass ihr mit Geist ausgestattet seid, dass ihr Gewissen habt, dass ihr voll und ganz beurteilen und bewerten könnt, was gut und was böse ist, und um euch den Pfad zu zeigen, der euch zum Paradies des Friedens, der Weisheit, der unendlichen Liebe, der Unsterblichkeit, Herrlichkeit und Ewigkeit führen wird.

18. Ich spreche zu euch, die ihr gesündigt habt, denn die Gerechten leben schon im geistigen Paradiese; und die übrigen Wesen, die keinen Geist besitzen und infolgedessen auch kein Gewissen, ergötzen sich in ihrem Paradiese, welches die Natur ist, wo sie in vollkommenem Gehorsam und in vollkommener Harmonie mit der ganzen Schöpfung leben.

19. Heute beleuchte Ich den Weg, auf dem ihr euch entwickeln sollt und an dessen Ende ihr Mir begegnen werdet. Ich nötige euch nicht; doch Ich mache euch darauf aufmerksam, dass — wenn ihr nicht auf diesen Ruf hört — ihr bald aus eigenem Antrieb kommen werdet, den Weg der Erlösung zu suchen. Aber dann werdet ihr vor den Schrecken eurer Unmenschlichkeit, eurer Vermessenheit und eures Hochmuts fliehen.

20. Ich komme nicht mit Strenge zu euch. Ihr selbst seid es, die ihren Verfehlungen die verdiente Strafe geben.

21. Mein Volk, in deinem Herzen lasse Ich die Essenz meines Wortes, damit ihr euch geistig davon nährt. Denn euer Herz ist wie eine Blume, und sein Duft ist die Liebesessenz, die Ich in dasselbe hineingelegt habe. Lasst diese Blume nicht welk werden, denn bald würde sie ihren Wohlgeruch verlieren. Empfindlich sind die Blumen eurer Gärten, aber empfindlicher ist euer Herz, und mehr noch sein göttlicher Wesenskern.

22. Nach 1950 werdet ihr mein Wort nicht mehr durch diese Verständigungsorgane empfangen, die ihr Stimmträger oder Dolmetscher genannt habt. Die einen werden von dieser Erde zum Geistigen Tale aufbrechen, die andern werden bleiben, um die ersten Inspirationen zu empfangen, — die der Kundgabe von Geist zu Geist vorausgehenden Zeichen.

23. Wenn diese Kundgabe sich unter euch zu entwickeln beginnt, werdet ihr in Wahrheit die Lehre zu ergründen und zu begreifen anfangen, die ihr derzeit erhaltet, und gleichzeitig werdet ihr den Sinngehalt meines Wortes von allen Unvollkommenheiten zu trennen wissen, die der Stimmträger meinem Worte beigemischt haben mag.

24. Jetzt frage Ich euch: Seid ihr damit einverstanden, die Armen der Erde, aber reich im Geiste zu sein? Oder zieht ihr die Freuden der Welt den Erkenntnissen des ewigen Lebens vor? — Ich segne euch, denn in eurem Herzen sagt ihr Mir: "Herr, nichts ist der Herrlichkeit, dein Wort zu hören, vergleichbar."

25. In dieser Zeit gebe Ich euch eine neue Botschaft: das Dritte Testament. Viele sind Zeugen dieser Kundgebung gewesen. Doch wahrlich, Ich sage euch, nicht ihr werdet es sein, die den ganzen Sinngehalt dessen, was Ich euch offenbart habe, verstehen werden, noch werdet ihr die Bedeutung ermessen, die diese Botschaft hat.

26. Oft habe Ich euch eine Unterweisung gegeben, und ihr habt sie irrtümlich ausgelegt, weil ihr vermaterialisiert seid, und während Ich zu euch von geistigen Erkenntnissen sprach, habt ihr ihnen einen materiellen Sinn gegeben. Es werden andere, geistig entwickeltere Generationen kommen, und wenn sie die Unterweisungen studieren, die diese Offenbarungen enthalten, werden sie vor geistiger Ergriffenheit erbeben. Ein andermal werden sie sich an dem sanften Frieden meines Wortes ergötzen, und bei anderen Gelegenheiten werden sie verwundert sein über das, was sie in meinen Lehren der Liebe finden werden. Dann werden sie sagen: Wie ist es möglich, dass die damals anwesenden Zeugen dieses Wortes sich nicht seines Sinnes, seiner Größe und seines Lichtes bewusst wurden?

Es wird nicht das erste Mal sein, dass dies geschieht: Auch in der Zweiten Zeit, als Ich zum Herzen der Menschen sprach, verstanden Mich diese nicht, weil sie nur für die Welt und für das Irdische lebten und dachten.

27. Als der Körper, der Mir in der "Zweiten Zeit" als Hülle diente, in den Todeskampf eintrat, und Ich vom Kreuze herab die letzten Worte sprach, war unter meinen letzten Sätzen einer, der weder in jenen Augenblicken noch lange Zeit danach verstanden wurde: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?"

28. Wegen jener Worte zweifelten viele; andere wurden verwirrt, da sie dachten, dass es Kleinmut, ein Wanken, ein Augenblick der Schwäche war. Doch sie haben nicht bedacht, dass dies nicht der letzte Satz war, sondern dass Ich nach ihm noch andere sprach, welche volle Stärke und Klarheit offenbarten: "Vater, in deine Hände befehle Ich meinen Geist"; und: "Alles ist vollbracht".

29. Jetzt, da Ich zurückgekehrt bin, um in eure Verwirrungen Licht zu bringen und das zu erhellen, was ihr Geheimnisse genannt habt, sage Ich euch: Als Ich am Kreuze hing, war der Todeskampf lange, blutig, und der Körper Jesu, unendlich empfindsamer als der aller andern Menschen, erdultete eine lange währende Agonie, und der Tod kam nicht. Jesus hatte seine Mission auf der Welt erfüllt, hatte bereits das letzte Wort gesprochen und die letzte Lehre gegeben. Da fragte jener gemarterte Körper, jenes zerrissene Fleisch, als es die Trennung vom Geiste fühlte, schmerzerfüllt den Herrn: "Vater, Vater, warum hast Du mich verlassen?" — Es war der sanfte und leidende Klageruf des verletzten Lammes nach seinem Hirten. Es war der Beweis, dass Christus, Das Wort, wirklich Mensch geworden ist in Jesus, und dass sein Leiden real war.

30. Könnt ihr diese Worte Christus zuschreiben, der ewig mit dem Vater vereinigt ist? — Nun wisst ihr, dass es ein Wimmern des Körpers Jesu war, der durch die Blindheit der Menschen geschändet war. Doch als sich die Liebkosung des Herrn auf jenes gemarterte Fleisch niedersenkte, fuhr Jesus fort zu sprechen, und seine Worte waren: "Vater, in deine Hände befehle Ich meinen Geist". — "Alles ist vollbracht".

31. Wann wirst du so zu Mir sprechen, Menschheit? Wann werdet ihr diesen sanften Klageruf ausstoßen, der kein Vorwurf, kein Zweifel, kein Mangel an Glauben ist, sondern der Beweis der Liebe zum Vater, mit dem ihr Ihm kundtut, dass ihr Ihn in der letzten Stunde nahe fühlen wollt? — Denkt über jeden meiner Sätze nach, denn Ich bin die Wahrheit, die euch verheißen wurde.

32. Jetzt, da Ich euch lehre, habe Ich Mich des Ungebildeten und Unwissenden bedient, denn die Wissenschaftler und die Gelehrten haben Mich geleugnet. Auch Sünder habe Ich gesucht, um sie zu bekehren und sie auszusenden, damit sie von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen. Diese meine Kinder, durch die Ich Mich kundgebe, müssen sich dieser Gnade würdig erweisen, indem sie zum Lichte der Lehre erwachen, die sie predigen werden, damit sie volle Kenntnis ihrer Aufgabe erlangen und verstehen, dass nur, wenn sie Vorbild geben und gute Werke zeigen, ihnen von ihren Mitmenschen geglaubt werden wird.

33. Diese Zeit der Vorbereitung wird für die Zurüstung der Menschenscharen günstig sein.

34. Meine Lehre ist das reine und kristallklare Wasser des Stromes des Lebens, mit dem ihr euch reinigen und die Umwandlung erlangen werdet, die euch würdig macht, euch Jünger des Heiligen Geistes zu nennen. Bereitet euer Herz bei meinem Worte vor, und wahrlich, Ich sage euch, guter Samen wird aus ihm hervorsprießen. Bildet euren Geist und Verstand, indem ihr Mir zuhört, dann werden eure Werke, Worte und Gedanken meine Wahrheit ausstrahlen.

35. Zwar werdet nicht nur ihr Zeugnis von Mir ablegen, denn die ganze Schöpfung ist ein lebender Beweis meiner Wahrheit. Aber in diesem Werke habt ihr eine Aufgabe zu erfüllen und eine Schuld gegenüber euch selbst zu begleichen. Denn wahrlich, Ich sage euch, Mir schuldet ihr nichts, sondern euch.

36. Wenn ihr nicht Zeugnis von eurem Herrn geben werdet, werde Ich es tun; aber ihr werdet bitterlich weinen, weil ihr nicht beim Meister wart in der Stunde des Kampfes.

37. Wollt ihr wissen, wie ihr es erreicht, dass euer Zeugnis als wahr angenommen wird? — Seid aufrichtig gegen euch selbst, sagt niemals, dass ihr etwas besitzt, das ihr nicht habt, versucht auch nicht, etwas zu offenbaren, was ihr nicht empfangen habt. Lehrt nur das, was ihr wisst, bezeugt allein das, was ihr miterlebt habt. Doch wenn man euch etwas fragt, das ihr nicht beantworten könnt, so schweigt, aber lügt niemals. Von neuem sage Ich euch, dass euer Ja immer Ja und euer Nein immer Nein sein soll, dann werdet ihr der Wahrheit treu sein.

Ihr sollt auch nicht schwören, denn wer die Wahrheit sagt, braucht keine Schwüre, um sich Glauben zu verschaffen, da er mit seinen Werken Aufklärung bringt. Lasst jenen schwören, welcher falsch gewesen ist und der — wenn der Augenblick gekommen ist, da ihm Glaubwürdigkeit vonnöten ist — den Namen Gottes in Anspruch nehmen muss, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Ihr sollt weder bei Gott, noch bei Maria schwören, auch nicht bei euren Eltern oder bei eurem Leben. Ich sage euch noch einmal, dass eure Werke es sein sollen, die eure Worte bezeugen, dann werden beide von Mir Zeugnis ablegen.

38. Wenn ihr die Wahrheit sagt und man euch glaubt, so seien gesegnet, die euch glauben. Wenn man euch ablehnt, verletzt oder verspottet, weil ihr die Wahrheit sagt, so überlasst die Sache Mir, denn die Sache der Wahrheit ist die meine; Ich werde euch dann verteidigen. Sucht auch nicht, die Wahrheit mit dem Schleier der Lüge zu verhüllen, denn euer Gericht wird dann groß sein. Wisst ihr nichts von jenem großen Tempel in Jerusalem, in den die Menschen viele Jahrhunderte lang im Verlangen nach Kraft und Weisheit eintraten? Denn er war groß, solange sein Schoß wie ein Hort des Friedens für die Seelen war. Doch als die Heuchelei, die Lüge und die Habsucht eindrangen, zerriss sein Vorhang, und später blieb von ihm kein Stein auf dem andern.

39. Ich sage euch noch einmal, dass ihr beginnen sollt, ehrlich gegen euch selbst zu sein, dass ihr nicht versuchen sollt, euch selbst zu betrügen, das heißt, dass ihr anfangen sollt, die Wahrheit zu lieben. Der Zeitpunkt rückt näher, an dem die großen Häupter der Welt fallen, an dem die Nationen mein göttliches Gericht fühlen sollen. Wie viel Wehgeschrei wird dann unter den Menschen sein! Eine Welt der Falschheiten, der Irrtümer und Ungerechtigkeiten wird verschwinden, damit an ihrer Stelle das Reich Gottes errichtet wird, welches Gerechtigkeit und Licht ist. Für viele Menschenwerke wird es das Ende sein, doch für die Zeit der Vergeistigung wird es der Anfang sein.

40. Die Welt, die verschwinden wird, wird die Welt der Verderbtheit sein, die ihr geschaffen habt, in der die Starken die Schwachen unterdrücken, aus der sogar die Unschuld der Kinder entschwunden ist, in der die Eltern die Kinder und die Kinder die Eltern nicht verstehen. Diese Welt, in der die heiligsten Prinzipien und Institutionen von den Menschen entweiht worden sind, und in der man sich gegenseitig tötet, statt sich als Brüder zu lieben.

41. Damit dieses neue Babel verschwindet, muss seine Verderbtheit mit der Wurzel ausgerissen werden wie Unkraut. Der Schmerz wird groß sein; aber in diesem Leidenskelch werden sich die Unreinen läutern und die Blinden ihre Augen öffnen, der Tod wird den Erdenlauf vieler Menschen anhalten, doch nicht, um sie zu vernichten, sondern sie in das Leben zu bringen.

42. Von den bösen Werken der Menschheit wird nichts übrigbleiben. Doch auf den Trümmern eurer Vergangenheit werde Ich eine neue Welt als ein großes Reich erstehen lassen, in welchem die Menschheit wie eine ausgedehnte Familie ist, die in Frieden lebt, die liebt, die fühlt und denkt in meinem Gesetze der Liebe.

43. Neue Generationen werden die Erde bevölkern und sowohl geistig, als auch materiell die Früchte der Erfahrung und der Entwicklung ernten, die ihre Vorgänger hinterlassen haben; denn aus der gesamten Vergangenheit werden sie die guten Früchte auswählen.

44. Über die unvollkommenen Kulte für meine Göttlichkeit wird sich eine wahrhaft geistige Gottesverehrung erheben, ebenso wie sich auch über die materialistische Wissenschaft der Menschen der Gegenwart eine neue Wissenschaft im Dienste der Brüderlichkeit, des Wohlergehens und des Friedens erheben wird.

45. Die Getrenntheit der Menschen wird verschwinden, und so, wie sie sich in ihrer Zwietracht voneinander entfernten und für jedes Volk Dialekte und Sprachen schufen, so werden, wenn die Harmonie auf der Erde zu erstrahlen beginnt, alle das Bedürfnis fühlen, sich mit einer einzigen Sprache zu verständigen. Wahrlich, Ich sage euch, die brüderliche Liebe zueinander wird ihnen dies Werk erleichtern, denn es wird auf mein Gebot gegründet sein, das euch sagt: Liebet einander.

46. Wie sollte es richtig sein, dass das menschliche Geschlecht sich nicht untereinander versteht, wenn selbst die Tiere derselben Gattung sich verstehen, auch wenn die einen aus der einen und andere aus einer anderen Gegend sind?

47. Vereinigt euch in Liebe unter der Inspiration eures Vaters, und Er, der das Alpha und Omega der ganzen Schöpfung ist, wird euch die Universelle Sprache eingeben.

48. Erquickt euch, erquickt euch an meinem Worte, es steht über der Gespaltenheit eurer Sprachen, jenseits eures Anfangs und eures Endes. Doch wenn ihr euch über die so ausführliche und unerschöpfliche Art und Weise gewundert habt, in der Ich durch die Lippen meiner Stimmträger zu euch gesprochen habe, so wisset, dass es nur ein Funken meines Göttlichen Lichtes war, den Ich auf diese Verstandesorgane gesandt habe.

49. Ihr fragt Mich: "Herr, wenn Du uns ausgewählt hast, um Zeugen dieser Kundgabe zu sein — warum hast Du uns dann nicht von den Leiden und Missgeschicken der Erde ausgeschlossen?" — Darauf antworte Ich euch, dass es notwendig ist, dass ihr — auch wenn es nur wenig ist — den Leidenskelch leert, den eure Brüder trinken, damit ihr ihre Leiden versteht.

50. Wenn Ich euch gesagt habe, dass in dieser Zeit alles zerstört werden wird, was der Hochmut und die Schlechtigkeit der Menschen geschaffen hat, glaubt ihr da nicht, dass es auch bei euch etwas zu zerstören, zu beschneiden oder zu sühnen gibt?

51. Ihr seid begnadet, aber zugleich sehr heimgesucht durch die Prüfungen. Doch wenn euch der Schmerz wachsam erhält, sollt ihr daran denken, dass es nur ein Tropfen des Bittertranks ist, den andere Völker trinken. Wenn euer Herz den Schmerz mitempfindet, fühlt es sich zu beten veranlasst, und darin erkennt es intuitiv eine der Aufgaben, die dies Volk zur Erde mitgebracht hat.

52. Betet, meine Kinder, mit Gedanken des Lichtes, des Friedens und der Brüderlichkeit, denn diese Gebete werden sich nicht im Raume verlieren, sondern ihre Kraft wird sie im Geistigen schwingend erhalten und sie zum Herzen jener lenken, für die ihr gebetet habt. Mein Wort darf euch nicht zu etwas Alltäglichem werden, kommt mit der gleichen Demut und Andächtigkeit wie in den ersten Tagen, damit euer Gebet von euren Brüdern empfunden wird. Denn ein Tag wird kommen, an dem ihr euer ganzes Wesen erschüttert fühlt, und dieser Tag wird jener sein, an dem Ich zum letzten Male in dieser Form zu euch spreche.

53. Wozu, glaubt ihr, habe Ich euch in dieser Zeit gerufen, ihr Menschenscharen? Geschah es etwa nur, um eure Krankheiten zu heilen, oder um euch den verlorenen Frieden wiedererlangen zu lassen? — Nein, Volk; wenn Ich euch zum wahren Leben aufrichtete, in euren Herzen den Glauben entfachte, euren Gesichtern das Lächeln zurückgab und euren Körpern die Kraft, so geschah es, weil Ich euch auf diese Weise zurüsten wollte, damit ihr euch zum Kampfe erheben könnt. Aber Ich sehe, dass viele an sich selbst denken, und meinem Unterricht nur beiwohnen, um den Frieden ihrer Seele zu suchen, ohne das geringste von der Aufgabe wissen zu wollen, die auf sie wartet. Andere entfernen sich, sobald sie das empfangen haben, was sie begehrten, ohne sich dafür zu interessieren, den Sinngehalt meiner Lehre zu studieren und zu verstehen.

54. Ihr alle seid gerufen worden, um an diesem Werke teilzuhaben, und daher habe Ich mein Wort über dieses Volk ergossen, damit es dasselbe in seinem Herzen bewahrt, und wenn es auch nur ein einziger meiner Sätze ist.

55. Meine Unterweisung sagt euch: Wenn ihr mein Wort nicht unter der Menschheit bekannt macht, werden die Steine sprechen, um Zeugnis von meiner Wahrheit und von der Zeit zu geben, in der ihr lebt. Doch wartet nicht, bis die Steine sprechen, denn sie werden es tun, indem sie die Erde erbeben lassen, die Meere aufwühlen oder in Strömen aus den Kratern der Vulkane hervorbrechen.

56. Besser wird es sein, euch rechtzeitig vorzubereiten, damit, wenn diese Welt durch Seuchen, unbekannte Krankheiten und Trübsale aller Art verheert wird, ihr — auf alle Wege der Erde verstreut — den Herzen mein gütiges, stärkendes Wort bringt, damit ihr wie eine sanfte Brise zu jenen kommt, welche von den Orkanen gepeitscht worden sind.

57. Legt eure Trägheit ab und nutzt die kostbare Zeit, die ihr heute genießt, denn ihr wisst nicht, ob ihr in den kommenden Zeiten die Ruhe habt, um mein Wort zu studieren und euch in dasselbe zu vertiefen.

58. Betet als gute Jünger und erfüllt euer Herz mit edlen Zielen. Vergesst nicht, dass Ich keine Unterschiede der Rassen, Klassen oder Konfessionen bei euch mache, damit, wo immer ihr hingeht, ihr euch wie in eurem Vaterlande fühlt und jeden, dem ihr begegnet, welcher Rasse er auch angehöre, als das betrachtet, was er wirklich ist: eurer Bruder.

59. Ich brachte euch dies Wort und ließ es euch in eurer Sprache hören, doch Ich gebe euch den Auftrag, es später in andere Sprachen zu übersetzen, damit es allen bekannt wird.

60. Auf diese Weise werdet ihr den wahren Turm Israels zu bauen beginnen — jenen, welcher alle Völker geistig zu einem einzigen vereint, welcher alle Menschen in jenem göttlichen, unwandelbaren und ewigen Gesetze eint, das ihr in der Welt aus dem Munde Jesu erfahen habt, als Er euch sagte: "Liebet einander!"

61. Erforscht mein Wort, bis ihr seiner Reinheit und seiner Wahrheit gewiss seid. Nur so werdet ihr euren Weg mutig gehen und standhaft bleiben können gegenüber dem Eindringen materialistischer Vorstellungen, die den Geist bedrohen. Denn der Materialismus ist Tod, ist Finsternis, ist Joch und Gift für den Geist. Vertauscht niemals das Licht oder die Freiheit eures Geistes für irdisches Brot oder für armselige materielle Güter!

62. Wahrlich, Ich sage euch: Wer auf mein Gesetz vertraut und im Glauben ausharrt bis ans Ende, dem wird niemals der materielle Lebensunterhalt fehlen, und in den Augenblicken seiner Verbindung mit meinem Geiste wird er durch meine unendliche Barmherzigkeit immer das Brot des ewigen Lebens empfangen.

Mein Friede sei mit Euch!






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Unterweisung 35

1. Gesegnet seien, die Mich mit Demut und Glauben um den Fortschritt ihrer Seele bitten, denn sie werden empfangen, was sie von ihrem Vater erbitten.

2. Gesegnet seien, die zu warten verstehen, denn meine barmherzige Hilfe wird im geeigneten Augenblick in ihre Hände gelangen.

3. Lernt zu bitten und auch zu warten, im Wissen, dass meinem Liebeswillen nichts entgeht. Vertraut darauf, dass mein Wille sich in jedem eurer Bedürfnisse und in jeder eurer Prüfungen bekundet.

4. Das Kind hat das Recht, von seinem Vater zu erbitten, was innerhalb seines Gesetzes der Gerechtigkeit und Liebe liegt, und der Vater seinerseits hat die Pflicht, für das Kind zu sorgen.

5. Ich sage euch, dass die, welche hier auf Erden meinen Willen befolgen, sich meiner Liebe erfreuen werden, wenn sie im Geiste sind.

6. Wenn die Last eures Kreuzes euch niederdrückt, so ruft euren Kreuzträger an, und augenblicklich werde Ich euch zu Hilfe kommen.

7. Betet in den Augenblicken der Prüfung ein kurzes, aber lauteres und aufrichtiges Gebet, und ihr werdet euch getröstet fühlen; und wenn ihr erreicht, im Einklang mit eurem Herrn zu sein, werde Ich zu euch sagen können, dass mein Wille der eure und euer Wille der meine ist.

8. Betet nicht nur, wenn ihr gerade eine schmerzliche Prüfung durchlebt, betet auch, wenn ihr im Frieden seid, denn dann werden sich euer Herz und eure Gedanken mit den andern beschäftigen können. Bittet auch nicht nur für die, die euch Gutes getan, oder für jene, die euch keinen Schaden zugefügt haben, denn obwohl dies verdienstvoll ist, ist es nicht so groß, wie wenn ihr für diejenigen Fürbitte einlegt, die euch in irgendeiner Form Schaden zugefügt haben.

9. Denkt daran, dass Ich, euer Meister, der Helfer und Erlöser eben jener gewesen bin, die vor Pilatus schrien: "Kreuzige Ihn! Kreuzige Ihn!" — Auch ihr könnt euren Brüdern helfen, ihr Kreuz in Ergebung zu tragen: durch Gebete, Gedanken, Worte, und auch auf materielle Art. So werdet ihr die Sühne dessen, der von der Last seines Schmerzes oder seines Kampfes niedergedrückt ist, erträglicher machen können.

10. Dies ist eine günstige Zeit, um barmherzig zu sein. Deshalb betet, bittet und arbeitet, die Felder sind fruchtbar und warten auf euch.

11. Erbittet den Frieden für die Nationen, zieht ihn mit euren Gebeten an. Sendet heilenden Balsam durch eure Gedanken und übermittelt dem Verstande eurer Brüder Licht. Wahrlich, Ich sage euch, eure Bitten werden von eurem Vater niemals ungehört und unbeachtet gelassen werden.

12. Seid vorbereitet, denn viele werden leugnen, dass Ich Mich durch das Verstandesorgan des Menschen kundgetan habe. Doch ihr werdet ihnen sagen, dass es nicht das erste Mal ist, dass dies geschieht: dass Gott in den Drei Zeitepochen durch den Menschen gesprochen hat, dass seit Anbeginn der Zeiten alle Weissagungen, Inspirationen und Offenbarungen, die der Menschheit gegeben wurden, göttliche Stimmen gewesen sind, die durch menschliche Vermittlung empfangen wurden und die die Menschen aller Zeiten geführt haben.

13. Die, welche leugnen, widersprechen oder sich über euer Zeugnis entrüsten, handeln so, weil sie nicht wissen, was eine geistige Kundgabe ist, auch wenn sie sich auf Erden Gelehrte nennen.

14. Es ist mein Wille, dass die Menschheit durch dies Volk, das Zeuge meiner Kundgabe in dieser Form gewesen ist, erfährt, dass der Mensch von seinem Ursprung an dazu bestimmt war, mit seinem Himmlischen Vater in Verbindung zu stehen, Ihm auf diesem Planeten als Stimmträger zu dienen, und dass — obschon in den vergangenen Zeiten die Fälle der Menschen, durch deren Lippen der Herr sprach, vereinzelt waren — ihr jetzt eine Zeit durchlebt, in der die Menschen von Generation zu Generation mehr Vollkommenheit und Klarheit bei der Zwiesprache von Geist zu Geist mit dem Vater erreichen werden.

15. Ihr sollt ankündigen, dass die Menschen in jener Zeit alles mit ihrem Herrn beraten werden, um ihre Werke auf der Welt innerhalb der Gebote des Göttlichen Gesetzes zu vollbringen. Der Familienvater wird zu seinen Kindern mit Worten sprechen, welche der Herr auf seine Lippen legt. Die Lehrer werden unter höherer Inspiration lehren, die Regierenden werden ihren Völkern den Willen Gottes zu übermitteln verstehen, die Richter werden sich der Stimme ihres Gewissens unterwerfen, welches das Licht Dessen ist, der alles weiß und der darum der einzige ist, der fähig ist, mit Vollkommenheit zu richten. Die Ärzte werden in erster Linie auf die göttliche Macht vertrauen, und ihr Wort und ihre Heilkraft werden vom Herrn kommen. Die Wissenschaftler werden die so schwierige Aufgabe begreifen, die sie zur Erde mitgebracht haben, und aufgrund ihrer seelischen Zubereitung werden sie göttliche Eingebungen empfangen. Schließlich werden alle, die den Auftrag auf die Welt mitgebracht haben, Seelen auf den Weg der Entwicklung zu führen, sich zu erheben wissen, um meine Offenbarungen zu empfangen und sie den Herzen der Menschen mit dem Lichte und der Reinheit nahezubringen, mit der sie dieselben empfangen haben.

16. Ich spreche zu euch von einem Zeitalter, das kommen wird, und das ihr in der Gewissheit, dass es eintreffen wird, ankündigen und prophezeien werdet. Doch wenn eure Brüder sich über eure Prophetie lustig machen sollten, so verzagt nicht, denn auch der Apostel Johannes wurde, als er das bekanntgab, was er bei seiner Verbindung mit dem Vater empfangen hatte, verspottet und sogar für wahnsinnig gehalten. Dennoch kam die Stunde der Erfüllung all dessen, was den einen unmöglich, den andern befremdlich und unverständlich erschien.

17. Die Zeit, in der ihr heute lebt, ist genau diejenige, in der sich alles erfüllt, was Ich durch den Mund jenes Sehers, Propheten und Stimmträgers des Meisters sagte.

18. Wegen seiner geistigen Schau wurde jener Apostel der Liebe und der Wahrheit verfolgt, gemartert und verbannt. Doch fehlte ihm nicht mein Schutz gegen seine Verfolger und Henker, weshalb Ich euch sage, dass ihr euch nicht fürchten sollt. Wenn sie euch aus diesem Grunde ins Gefängnis bringen, werde Ich euch in Freiheit setzen; wenn sie euch die Arbeit oder das Brot verweigern, werde Ich euch erhalten; wenn sie euch erniedrigen oder verleumden, werde Ich euch loben und euch Gerechtigkeit widerfahren lassen, und wenn sie euch töten, werde Ich euch zum wahren Leben auferwecken.

19. Darum sage Ich euch immerzu, dass ihr euch durch das Gebet vorbereiten sollt, damit ihr diese Prophetie verbreiten und dies Zeugnis mit einem Herzen voll Sanftmut, Kraft, Glauben und Liebe an eure Brüder weitergeben könnt.

20. Alles, was ihr unter dieser Zubereitung in meinem Namen tun werdet, wird gute Früchte bringen müssen, und ihr werdet alles, was ihr ersehnt habt, sich verwirklichen sehen.

21. So, wie Ich den Menschen vergangener Zeiten alle meine Versprechen erfüllte, so werde Ich sie auch euch erfüllen.

22. Ihr lebt in Zeiten der Angst, in welchen die Menschen sich reinigen, indem sie ihren Leidenskelch bis zur Neige leeren. Doch jene, die die Prophetien erforscht haben, wussten bereits, dass der Zeitpunkt unmittelbar bevorstand, an dem überall Kriege ausbrechen würden, weil die Nationen sich nicht verstehen.

23. Noch steht aus, dass die unbekannten Krankheiten und Seuchen unter der Menschheit in Erscheinung treten und die Wissenschaftler verwirren. Doch wenn der Schmerz seinen Höhepunkt bei den Menschen erreicht, werden sie immer noch Kraft haben, um zu schreien: "Strafe Gottes!" Aber Ich strafe nicht, ihr seid es, die sich strafen, wenn ihr von den Gesetzen abweicht, die eure Seele und euren Körper regieren.

24. Wer hat die Naturgewalten entfesselt und herausgefordert, wenn nicht die Unvernunft der Menschen? Wer hat meinen Gesetzen getrotzt? — Der Hochmut der Wissenschaftler! Doch wahrlich, Ich sage euch, dieser Schmerz wird dazu dienen, das Unkraut, das im Herzen der Menschen hochgewachsen ist, mit der Wurzel auszureißen.

25. Die Felder werden sich mit Leichen bedecken, auch die Unschuldigen werden umkommen. Die einen werden durch das Feuer, andere durch Hunger, und wieder andere durch den Krieg sterben. Die Erde wird beben, die Naturkräfte werden in Bewegung geraten, die Berge werden ihre Lava ausspeien, und die Meere werden emporwogen.

26. Ich werde zulassen, dass die Menschen ihre Verderbtheit bis zu der Grenze treiben, bis zu welcher es ihnen ihr freier Wille erlaubt, damit sie, über ihr eigenes Werk entsetzt, in ihrer Seele wahre Reue fühlen.

27. Ihr demütigen Jünger — Menschen, die ihr für eure Brüder Liebe empfindet, obwohl ihr voller Unvollkommenheiten seid: Wirket dem Einfluss der durch den Krieg entfesselten Leidenschaften entgegen mit Gedanken des Friedens — mit Gebeten, die von geistigem Lichte gesättigt sind, mit Worten der Brüderlichkeit und mit Werken, die Wahrheit und Nächstenliebe enthalten. Ihr müsst vorbereitet sein, denn am Ende des Krieges, wenn dieser Streit beendet ist, werden die Menschenscharen auf der Suche nach Balsam für den Körper und für die Seele von ferne herbeikommen.

28. ,Verlasse uns nicht, wenn diese Stunde kommt, o Meister!" sagt Mir dieses Volk. Worauf Ich euch antworte, dass Ich euch nicht verlassen kann, denn in allem Geschaffenen bin Ich gegenwärtig.

29. Ich werde zu den Menschen durch die Naturgewalten sprechen, aus den Meeren wird meine Stimme hervorbrechen, und von einem Ende dieses Planeten zum andern werden die Seelen sich vom Lichte Dessen berührt fühlen, welcher der einzige ist, der mit wahrer Zärtlichkeit zu euch sagen kann: "Liebet einander!"

30. Dies Gebot wird für viele zu ihrem Richter werden, andere werden es in ihrem Herzen wie eine offene Wunde fühlen, und für manche wird es wie ein Wächter sein, der sie um seiner Erfüllung willen nicht schlafen lassen wird.

31. Ihr seht jetzt, dass Ich Mich von euch nicht werde trennen können, so wie es einstens einer meiner Propheten aussprach: dass in dieser Zeit "mein Geist über alles Fleisch und über jeden Geist ausgegossen" werde.

32. Wo immer ihr hingeht, werde Ich euch vorangehen. Wo immer ihr Mich sucht, werdet ihr Mich finden. Wo immer ihr eure Blicke hinwendet, werdet ihr Mich schauen. Aber Ich will euch mit meinem Wort an diesem Tage nicht nur Bitternisse und Vorzeichen von großen Drangsalen ankündigen. Wenn Ich von all diesem zu euch spreche, so geschieht es, um euch wachend und betend zurückzulassen, damit euch die Prüfungen zu dem Zeitpunkt, da sie über euch kommen, nicht überraschen.

33. So, wie Ich euch den Krieg und die großen Unglücke angekündigt habe, welche die Menschheit erwarten, so sage Ich euch auch, dass der Tag kommen wird, an dem alle Nationen der Erde den Frieden genießen werden, an dem die Menschen sich in Mir lieben werden, und ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Werke in der Welt werden die wohlgefällige Verehrung sein, die wie duftender Weihrauch von diesem Planeten zu Mir emporsteigt.

34. Ihr fragt Mich: "Herr, wann wird diese Zeit kommen?" Und Ich antworte euch: Wenn die Menschheit sich durch den Schmerz, die Reue, die Erneuerung und die Ausübung des Guten gereinigt hat.

35. Wenn der Geist der Menschen den Bund, den er mit seinem Vater geschlossen hat, erfüllt, werde Ich meinerseits meine Versprechen bis zum letzten erfüllen. Ich werde meine Schatzkammer öffnen und ihren Inhalt in Weisheit, Frieden und Offenbarungen auf meine Kinder ausgießen.

36. Mein Volk, wache und bete, solange du durch diese Welt gehst. Bereite dich seelisch und körperlich vor, denn bald werde Ich dich aussenden, um von meiner Wahrheit zu sprechen.

37. Bereitet eure Seele zu durch die Ausübung des Gebetes, der Nächstenliebe und der Demut, die euch meine Lehre zeigt, und bereitet auch euren Körper vor, indem ihr ihn von den Lastern, den schlechten Gewohnheiten abbringt und ihn gefügig macht, bis ihr aus ihm einen vollkommenen Mitarbeiter der Seele gemacht habt. Wenn ihr erst einmal zubereitet seid, werdet ihr erleben, mit welcher Klarheit sich der Weg vor euch abzeichnet. Darum sage Ich euch, dass das Leben der Seele von ihrem Aufbruch aus dem göttlichen Schoße bis zu ihrer Rückkehr eine Stufenleiter der Entwicklung ist.

38. Als der Vater euch erschuf, stellte er euch auf die erste Stufe jener Leiter, damit ihr Gelegenheit hättet, euren Schöpfer wahrhaft kennenzulernen und zu verstehen, während ihr diesen Weg zurücklegt. Aber wie wenige begannen den aufwärtsführenden Entwicklungsweg beim Verlassen der ersten Sprosse! Die meisten schlossen sich in ihrem Ungehorsam und ihrer Widerspenstigkeit zusammen, machten schlechten Gebrauch von der Gabe der Freiheit und hörten nicht auf die Stimme des Gewissens; sie ließen sich von der Materie beherrschen und schufen so durch ihre Ausstrahlungen eine Macht — die des Bösen —, und gruben einen Abgrund, in den sie durch ihren Einfluss ihre Brüder mit hineinreißen mussten, welche einen blutigen Kampf zwischen ihren Schwächen und Verderbtheiten und ihrem Verlangen nach Erhöhung und Reinheit begannen.

39. Wie anders wäre das Leben gewesen, das ihr auf der Erde geführt hättet, wenn ihr beständig im Guten und in der Gerechtigkeit verblieben wäret. Denn in ihr hättet ihr die Früchte meiner Liebe geerntet. Dennoch seid ihr nicht verloren, noch habe Ich euch aus meinem Reiche verbannt. Beweis dafür ist, dass Ich, als Ich zu euch kam, indem Ich meine Gegenwart in menschliche Form hüllte, bis zu der Welt herabkam, die ihr mit so vielen Irrtümern und Unvollkommenheiten geschaffen habt.

40. Hier auf dieser Welt gab Ich euch mein Blut und meinen Körper, um euch zu beweisen, dass Ich euch trotz eurer Verirrungen und eurer Undankbarkeit liebe.

41. Mein unwandelbares Gesetz, das Ich euch in den ersten Zeiten gab, die Ermahnungen der Propheten zum Guten, meine Lehre und jede meiner Botschaften sind das geistige Licht, das der Mensch durch das Gewissen empfangen hat; und sein Geist wäre mit dem meinen verschmolzen, wenn er vom Anfang seiner Entwicklung an im Gesetz und in der Reinheit verblieben wäre.

42. Die Unzucht der Menschen, ihre Unwissenheit, ihr Mangel an geistiger Erhebung und die durch ihre Verstöße verursachten Leiden waren der Anlass, dass der Vater herabkam, um sie zu retten, indem Er ihnen das Buch der Weisheit kundtat, das sie um der Freuden der Welt willen verachtet hatten, und um ihnen erneut den wahren Weg zu weisen.

43. Viele Jahrhunderte sind vergangen, und viele Male mussten die Menschen auf die Welt zurückkehren; doch noch immer verstehen sie nicht den Wesenskern meines Gesetzes und die Natur ihrer eigenen Seele.

44. Noch immer gebe Ich Mich den Menschen in vermenschlichter Art kund, obschon Ich euch auch sage, dass das, was Ich in dieser Zeit offenbare, die Lehre ist, welche die Seelen auf jene Stufe erheben wird, von der Ich zu euch spreche und von der aus sie jeden Irrtum erkennen und berichtigen, das Zerstörte wiederaufbauen und alles, was sie verloren haben, wiedererlangen können.

45. Bei meiner göttlichen Aussaat geht kein Samenkorn verloren, obschon die Stürze der Menschen ihr geistiges Erblühen und Fruchtbringen verzögert haben.

46. In dieser Zeit wird die Erde unter großem Schmerz der Menschheit umgegraben, doch ist es notwendig, dass Ich meinen Samen finde, um ihn vom Unkraut zu trennen.

47. Was war die Ursache eurer Sünde und eures Ungehorsams gegenüber meinem Gesetz?

48. Höret, Jünger: Bevor ihr ins Leben tratet, war Ich schon vorhanden, und in meinem Geiste war der eure verborgen. Doch Ich wollte nicht, dass ihr mein Reich erben solltet, ohne Verdienste erworben zu haben. Ich wollte nicht, dass ihr das Vorhandene besäßet, ohne zu wissen, wer euch geschaffen hatte, noch wollte Ich, dass ihr ohne Richtung, ohne Ziel und ohne Ideal wegginget.

49. Deshalb gab Ich euch das Gewissen, damit es euch als Führer diene. Ich gewährte euch die Willensfreiheit, damit eure Werke wahren Wert vor Mir hätten. Ich gab euch Geist, damit er sich immer danach sehnen sollte, sich zum Lichtvollen und Reinen zu erheben. Ich gab euch den Körper, damit ihr mittels des Herzens ein Gefühl für das Gute und für das Schöne hättet, und damit er euch als Prüfstein, als dauernde Prüfung und auch als Werkzeug diene, um in der materiellen Welt zu leben.

Die Erde ist eine Schule für euren Geist gewesen, auf ihr hat niemals die Gegenwart des Göttlichen Meisters gefehlt. Das menschliche Leben ist ein Buch von tiefer Weisheit für den inkarnierten Geist gewesen.

50. Als der Raum zum ersten Mal durch die Gegenwart der Geister erhellt wurde, fühlten diese — da sie noch wankend und stammelnd wie kleine Kinder waren und weder die Entwicklung noch die Kraft hatten, sich an den Orten hoher Vergeistigung aufzuhalten — das Bedürfnis nach einer Stütze, nach einem Stützpunkt, um sich stark zu fühlen, und so wurde ihnen die Materie und eine materielle Welt gegeben, und in ihrem neuen Zustand gewannen sie Erfahrung und Erkenntnisse.

51. Ihr seid euch der Mission noch nicht bewusst geworden, die ihr in dieser Zeit unter der Menschheit zu erfüllen habt; doch Ich werde euch mit meinem Worte euren Kampf und die Art und Weise, wie ihr ans Ziel kommen könnt, erkennen lassen.

52. Euer Gehirn ist klein, und allein von sich aus gelingt es ihm nicht, den Wert der Gaben, die ihr besitzt, und die Bedeutung des Werkes zu verstehen, das der Vater durch dieses Volk unter der Menschheit zu vollbringen hat.

53. Mein weiser und machtvoller Wille bahnt die Wege, auf denen meine Boten, meine Jünger, meine Propheten mit der guten Nachricht von der Kundgabe meines Wortes hinausziehen sollen, damit sie zugleich die Wege vorbereiten, auf denen die großen Scharen eurer Brüder, die ihr Ausländer nennt, zum Schoße eurer Nation gelangen werden.

54. Jene Scharen werden dem Anschein nach auf der Suche nach Brot für den Körper und Frieden für das Herz herbeikommen. Ich jedoch weiß, dass ihr Geist es sein wird, welcher der Erfüllung meiner Verheißung nachgeht, die im Innersten jedes Geistes bewahrt worden ist.

55. Aus fernen Landstrichen und Nationen werdet ihr eure Brüder im Verlangen nach Befreiung ihres Geistes ankommen sehen. Aus jenem alten Palästina werden sie ebenfalls in Scharen herbeikommen, wie damals, als die Stämme Israels die Wüste durchquerten.

56. Lange und leidvoll ist seine Pilgerschaft gewesen, seit es aus seinem Schoße Jenen verstieß, der ihm sein Reich als ein neues Erbe anbot. Doch schon nähert es sich der Oase, wo es ausruhen und über mein Wort nachsinnen wird, um danach, in der Erkenntnis meines Gesetzes gestärkt, den Weg fortzusetzen, der ihm seine so lange Zeit vergessene Entwicklung weist. Dann werdet ihr viele sagen hören, dass eure Nation das neue Land der Verheißung ist, das Neue Jerusalem. Ihr sollt ihnen jedoch sagen, dass jenes Gelobte Land jenseits dieser Welt liegt, und dass man, um zu ihm zu gelangen, dies im Geiste tun muss, nachdem man die große Wüste der Prüfungen dieser Zeit durchquert hat. Auch werdet ihr ihnen sagen, dass diese Nation nur eine Oase inmitten der Wüste ist.

Du sollst jedoch begreifen, Volk, dass die Oase den erschöpften Wanderern Schatten spenden muss und außerdem muss sie ihr kristallklares und frisches Wasser den vor Durst ausgedörrten Lippen derer anbieten, die in ihr Zuflucht suchen.

57. Was ist jener Schatten und jenes Wasser, von denen Ich zu euch spreche? — Meine Lehre, Volk, meine göttliche Unterweisung in der Liebestätigkeit. Und in wen habe Ich diesen Reichtum an Gnade und an Segnungen gelegt? — In dich, Volk, damit du dein Herz immer mehr von jeder Selbstsucht freimachst und es bei jedem deiner Werke als einen reinen Spiegel vorweisen kannst.

58. Würde euer Geist und Herz nicht von Wonne erfüllt werden, wenn es durch eure Liebe gelänge, jenes Volk, das so an seinen Traditionen hängt und geistig stehengeblieben ist, zur Trinitarisch-Marianischen Geistlehre zu bekehren? Wäre nicht Freude unter euch, wenn sich das alte Israel durch Vermittlung des neuen Israel bekehren würde — das heißt, dass das erstere Gnade erlangen würde durch das letztere?

Bis jetzt hat nichts das jüdische Volk davon überzeugt, dass es mit den alten Überlieferungen brechen muss, um seine sittliche und seelische Aufwärtsentwicklung zu erreichen. Es ist das Volk, das glaubt, die Gesetze Jehovas und Moses zu erfüllen, das aber in Wirklichkeit noch immer sein Goldenes Kalb anbetet.

Die Zeit ist nahe, in der dies irrende und über die Welt verstreute Volk aufhört, auf die Erde zu schauen, und es seine Augen zum Himmel erhebt, auf der Suche nach Jenem, der ihm von Anfang an als sein Erlöser verheißen war und den es verkannte und tötete, weil es Ihn für arm hielt und nichts Gutes an Ihm fand.

59. Nun kommt die Stunde, in der jenes Kreuz, das sie Mir durch Urteilsspruch auferlegten, für jeden einzelnen jener Seelen zur Elle der Gerechtigkeit wird, bis schließlich ihre Lippen ausrufen: "Jesus war der Messias!"

60. Sie werden Mich in ihrer geistigen Armut, in ihrem Elend und in ihrem Schmerze suchen, und sie werden überrascht sein, wenn sie sehen, dass Jener, der in ihren Augen nichts in der Welt besaß, alles besitzt, und dass jene Schätze und jenes Reich, von denen Er so oft zu ihnen sprach, Wahrheit waren, und sie werden einsehen, dass nichts auf der Welt — kein Schatz, kein Reichtum, mit dem Frieden der Seele verglichen werden kann.

61. Wenn jenes Volk Mir den Rücken kehrte, warte Ich dennoch auf es. Denn die Menschen können ihr Wort und selbst ihre Bündnisse brechen, aber Ich bin unwandelbar und werde meine Verheißungen niemals brechen.

62. Wenn ihm gesagt wurde, dass Ich sein Erlöser sein würde, so werde Ich es erlösen; wenn ihm gesagt wurde, dass Ich es in mein Reich bringen würde, so werde Ich es in mein Reich bringen.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 36

1. Angesichts der sanften Güte meines Wortes kommt tiefe Reue über die Seele, die sich vom Wege der Entwicklung entfernt hat. Die liebevolle Milde meiner Worte bringt den Menschen zum Weinen, weil er annimmt, dass seine Sünden nicht vergeben zu werden verdienen.

2. Ich tröste den, der aufrichtig bereut, vergebe seine Verfehlungen und helfe ihm, das verursachte Böse wiedergutzumachen. Wisset, dass der, der nicht bereut, nicht zu Mir gelangt, denn nur aus der Reue kann die Erneuerung, die Besserung und die Reinigung hervorgehen. Auch sollt ihr wissen, dass nur die geläuterten Seelen in meine Gegenwart gelangen können. Doch wie konntet ihr wahrhaft Reue fühlen, wenn ihr nicht die Größe eurer Vergehen kanntet? Ich musste zu den Menschen kommen, um ihnen begreiflich zu machen, was es vor der Göttlichen Gerechtigkeit bedeutet: einem Mitmenschen das Leben nehmen, den Glauben zerstören, eine Seele betrügen, ein Herz verraten, die Unschuld entweihen, eine Schande verursachen, einem Mitmenschen das wegnehmen, was sein ist; zu lügen, zu demütigen, und so viele Unvollkommenheiten, die von euch unbeachtet gelassen wurden, weil ihr euch an all das gewöhnt hattet. Doch es kam mein Wort der Liebe, und in seinem Sinngehalt fandet ihr die Gegenwart einer vollkommenen Gerechtigkeit, die euch durch euer Gewissen jedes eurer bösen Werke erkennen ließ, eure Gedanken prüfen ließ und euch an eure geistige Erfüllung erinnerte, die ihr bereits vergessen hattet.

3. Erst da habt ihr die Größe eurer Verfehlungen, die Tragweite eurer Irrtümer eingesehen, die euch vorher bedeutungslos erschienen, und erst da habt ihr die Heftigkeit vieler Leiden und Schmerzen, die ihr verursacht hattet, richtig bewertet. Daraufhin empfandet ihr Scham über euch selbst, fühltet euch in all eurer Nacktheit und mit all euren Schandflecken von Mir betrachtet. Deshalb habt ihr euch beim Hören meines Wortes voll Zartgefühl, Frieden und Reinheit für einen Augenblick meiner Liebe nicht wert gefühlt. Doch sogleich hörtet ihr, dass gerade ihr es wart, die Ich suchte; und euer Herz, das als Beweis dafür, dass ihr bereutet, dass ihr euch läutern und Mir dienen solltet, sich in seinen Tränen wusch, begann den Weg seiner seelischen Entwicklung.

4. Es ist unmöglich, dass eines meiner Kinder Mich vergisst, da es in seinem Geiste das Gewissen mit sich trägt, welches das Licht meines Geistes ist, durch das es Mich früher oder später erkennen muss.

5. Für die einen ist es leicht, in den Sinn meines Wortes einzudringen und dort das Licht zu finden; doch für andere ist mein Wort ein Rätsel.

6. Ich sage euch, dass nicht alle in dieser Zeit die Geistigkeit meiner Botschaft verstehen können. Diejenigen, die es nicht vermögen, werden neue Zeiten abwarten müssen, damit ihr Geist seine Augen dem Lichte meiner Offenbarungen öffnet.

7. Niemals bin Ich zu den Menschen in Geheimnisse gehüllt gekommen. Wenn Ich zu euch in bildlichem Sinne gesprochen habe, um euch das Göttliche zu offenbaren oder das Ewige in irgendeiner materiellen Form darzustellen, so geschah es, damit ihr Mich versteht. Aber wenn die Menschen dabei stehenbleiben, Figuren, Gegenstände oder Symbole zu verehren, statt nach dem Sinngehalt jener Belehrungen zu suchen, so ist es natürlich, dass sie Jahrhunderte hindurch einen Stillstand erleiden und in allem Geheimnisse sehen.

8. Seit den Zeiten des Aufenthaltes Israels in Ägypten, in denen mein Blut durch das eines Lammes verkörpert wurde, hat es Menschen gegeben, die nur von Überlieferungen und Riten leben, ohne zu begreifen, dass jenes Opfer ein Abbild des Blutes war, das Christus vergießen sollte, um euch das Geistige Leben zu geben. Andere, die sich von meinem Körper zu nähren glauben, essen materielle Brote, ohne begreifen zu wollen, dass — als Ich meinen Jüngern bei dem Abendmahle das Brot gab — es geschah, um ihnen begreiflich zu machen, dass der, der den Sinngehalt meines Wortes wie Nahrung zu sich nimmt, sich von Mir nährt.

9. Wie wenige sind derer, die in Wahrheit meine göttlichen Lehren zu begreifen vermögen, und diese wenigen sind jene, die sie mit dem Geiste auslegen. Bedenkt jedoch, dass Ich euch die göttliche Offenbarung nicht auf einmal übergeben habe, sondern dass Ich sie euch nach und nach bei jeder meiner Unterweisungen erläutere.

10. Wenn ihr gelegentlich in Verwirrung geraten seid und über eine irrtümliche Auslegung andere gehäuft habt, ist es nur natürlich, dass ihr heute die geistige Lehre der "Dritten Zeit" nicht klar versteht und sie auch nicht richtig auslegt.

11. Es ist notwendig, dass ihr eure Götzen zu stürzen, eure alten Irrtümer zu zerstören und eure Gedanken zu ordnen beginnt, damit ihr euch bewusst werdet, dass der Vater von den frühesten Zeiten an immer vom Geiste zu euch gesprochen hat, und wenn Er auch häufig materielle Bilder gebraucht hat, um euch zu lehren, Er immer auf das Geistige Leben Bezug genommen hat.

12. Erwacht aus eurem Schlummer, Menschen, lasst euren Geist mein Wort erforschen. Denn wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr eine meiner Unterweisungen gut studiert und sie versteht, werdet ihr zum geistigen Kern meiner Offenbarungen vorgedrungen sein.

13. Erinnert euch an die Unterweisung, in der Ich euch sagte: "Bittet, bittet, auf dass euch gegeben werde." Heute sage Ich euch: Lernet zu bitten.

14. Wenn Ich euch jetzt sage, dass ihr Bitten lernen müsst, dann geschieht es, weil euer Bitten früher unvollständig und selbstsüchtig war; ihr dachtet nur daran, für euch oder eure Angehörigen zu bitten. Mein Unterricht von heute sagt euch, dass ihr lernen müsst, den Kummer anderer mitzufühlen. Erlebt und empfindet die Schmerzen und Leiden eurer Nächsten, die Missgeschicke, die eure Brüder peinigen. Ihr müsst jenen begreifen lernen, der im Verborgenen eine Wunde trägt, und die Leiden jener fühlen lernen, die ihr, weil sie ferne sind, nicht sehen könnt. Unter den letzteren müsst ihr an die denken, die in andern Völkern und Nationen zuhause sind, jene, die sich in andern Welten oder im Jenseits aufhalten. Fürchtet euch nicht, wenn ihr eines Tages euch selbst vergesst und nur noch an die andern denkt, denn ihr werdet nichts einbüßen. Wisset: Wer für die andern betet, tut es für sich selbst.

15. Wie viel Freude bereitet ihr meinem Geiste, wenn Ich sehe, dass ihr eure Gedanken auf der Suche nach eurem Vater emporrichtet. Ich lasse euch meine Gegenwart fühlen und überflute euch mit Frieden.

Sucht Mich, sprecht mit Mir, macht euch nichts daraus, dass eure Gedanken zu unbeholfen sind, um eure Bitte auszudrücken; Ich werde sie zu verstehen wissen. Sprecht zu Mir mit dem Vertrauen, mit dem man mit seinem Vater spricht. Vertraut Mir eure Klagen an, wie ihr es bei eurem besten Freunde tun würdet. Fragt Mich, was ihr nicht wisst, alles, was euch unbekannt ist, und Ich werde zu euch mit dem Worte des Meisters sprechen. Aber betet, damit ihr in jenem gesegneten Augenblick, in welchem euer Geist sich zu Mir erhebt, das Licht, die Kraft, den Segen und den Frieden empfanget, den euch euer Vater gewährt.

16. Viele Offenbarungen mittels des Gebetes halte Ich noch in der Zukunft für den Geist bereit. Vervollkommnet euch bei dieser Kundgabe, und ihr werdet fähig werden, in euren Bitten Vollkommenheit zu erreichen, das heißt, ihr werdet lernen, zu bitten.

17. Wenn eure Seele sich im Geistigen Tale einfindet, um von ihrem Aufenthalt und ihren Werken auf Erden Rechenschaft abzulegen, so wird das, wonach Ich euch am meisten frage, all das sein, was ihr zugunsten eurer Mitmenschen erbeten und getan habt. Dann werdet ihr euch meiner Worte an diesem Tage erinnern.

18. Das Ende eines Zeitalters und der Beginn eines neuen hat diese Krise und dieses Chaos, das ihr erleidet, veranlasst. Es ist das gleiche, was einem Schwerkranken widerfährt, wenn die Genesung naht: es hat mehr den Anschein, dass der Tod gekommen ist.

19. Je größer diese Krise in der Menschheit ist, desto größer wird hernach ihre Gesundheit sein. Wahrlich, Ich sage euch, so wird es sein, und Ich habe es euch schon seit Jahrtausenden angekündigt. Jetzt müsst ihr euch zurüsten, euch im Glauben stärken und euch zum Kampfe bereitmachen.

20. Euch, die ihr dies Wort häufig hört, sage Ich: Wachet und betet, denn für alle kommt eine Zeit großer Drangsal, eine Zeit, in der den Menschen weder all ihre Macht, ihr Gold, noch ihre Gelehrsamkeit nützen werden, um die Schwere der Göttlichen Gerechtigkeit abzuschwächen. In jenen Tagen werdet ihr Zeugen von Geschehnissen sein, welche den Stolzen und den Sich-Groß-Dünkenden widersinnig und unlogisch erscheinen werden; denn es wird der Fall eintreten, dass die Gelehrten sich an die wenden werden, die sie für unwissend gehalten haben, dass die Reichen und Mächtigen die Bedürftigen aufsuchen werden, weil bei ihnen mehr Verständnis und Gleichmut gegenüber den Prüfungen vorhanden sein wird, mehr Nächstenliebe und mehr geistige Reichtümer.

21. Einige sagen Mir in ihrem Herzen: "Meister, ich musste nicht erst auf diese Zeiten des Schmerzes, die Du ankündigst, warten, denn mein ganzes Leben bestand aus leidvollen Prüfungen". Darauf sage Ich euch: Selig seid ihr, die ihr euch im Leiden gestählt habt; denn wenn diese Tage kommen, werdet ihr nicht mehr weinen und stattdessen denen Mut und Trost spenden können, die solche Bedrängnis nicht kannten.

22. Wahrlich, Ich sage euch: Wenn die Mehrheit der Menschen heute den Kelch des Leidens trinkt, so deshalb, weil der Soldat nur im Kampfe gestählt wird, und Ich sage euch, dass der Endkampf, die große Schlacht, näherrückt. Verschließt eure Augen und eure Ohren in jenen Augenblicken nicht vor dem Schmerz eurer Brüder und versucht auch nicht, euch vor dem Tode zu verstecken. Denn wahrlich, Ich sage euch, wo die Menschen mit geringem oder fehlendem Glauben das Ende sehen, dort wird der Anfang sein; wo sie den Tod zu sehen glauben, wird das Leben sein. Denn Ich werde gegenwärtig sein, um euch mit meiner Liebe zu decken und euch zu helfen, in jene Welt einzugehen, die ihr wiederherstellen sollt.

23. Ich mache euch im voraus auf alles aufmerksam, damit euch nichts überrascht. Sucht ihr nach den Mitteln, um die andern zu warnen und sie zur Vorbereitung, zum Gebet, zur Besserung und zum Wachen zu ermahnen.

24. Erinnert euch daran, dass Ich Das Wort des Vaters bin, dass die göttliche Essenz, die ihr in diesem Worte empfangt, Licht von diesem Schöpfergeiste ist, dass Ich in jedem von euch einen Teil meines Geistes gelassen habe. Doch wenn ihr die Armut seht, welche die Schar umgibt, die Mir jetzt zuhört, und die Bescheidenheit des Raumes, in dem ihr euch versammelt, fragt ihr Mich im Stillen: "Meister, warum erwähltest Du Dir für deine Kundgebung in dieser Zeit nicht einen jener großen Tempel oder eine der großen Kirchen, wo Dir reiche Altäre und feierliche Zeremonien hätten dargeboten werden können, die Deiner würdig sind?"

25. Ich antworte jenen Herzen, die so über ihren Meister denken: Nicht die Menschen waren es, die Mich zu dieser Armut hergebracht haben. Ich selbst habe Mir für meine Kundgebung die bescheidene Wohnung in dem armen Vorort eurer Stadt ausgesucht, um euch damit begreiflich zu machen, dass es nicht der materielle Tribut oder die äußerlichen Opfergaben sind, die Ich bei euch suche, sondern im Gegenteil: Ich bin gerade darum zurückgekehrt, um noch einmal Demut zu predigen, damit ihr in ihr Vergeistigung findet.

26. Ich verschmähe alles, was menschliche Eitelkeit und menschlicher Prunk ist, denn zu meinem Geiste gelangt nur, was geistig ist, was edel und hochherzig ist, das Reine und Ewige. Erinnert euch, dass Ich der Frau aus Samaria sagte: "Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten". Sucht Mich im Unendlichen, im Reinen, und dort werdet ihr Mich finden.

27. Von den materiellen Opfergaben, welche die Menschheit Mir darbringt, nehme Ich nur die gute Absicht entgegen, wenn diese in Wahrheit gut ist; denn nicht immer kommt in einer Gabe eine hochherzige und edle Absicht zum Ausdruck. Wie oft bieten Mir die Menschen ihr Opfer an, um ihre Übeltaten zu verdecken oder um dafür etwas von Mir zu verlangen. Darum sage Ich euch, dass der Friede des Geistes nicht käuflich ist, dass eure dunklen Flecken nicht durch materiellen Reichtum abgewaschen werden, auch wenn ihr Mir den größten Schatz anbieten könntet.

28. Reue, Schmerz darüber, dass man Mich beleidigt hat, Erneuerung, Besserung, Wiedergutmachung der begangenen Verfehlungen, dies alles mit der Demut, die Ich euch gelehrt habe, ja, dann bringen Mir die Menschen die wahren Opfer des Herzens, des Geistes und der Gedanken dar, die eurem Vater unendlich wohlgefälliger sind als der Weihrauch, die Blumen und die Kerzen.

29. Warum Mir das anbieten, was Ich für euch geschaffen habe? Warum schenkt ihr Mir Blumen, wenn sie nicht euer Werk sind? Wenn ihr Mir dagegen Werke der Liebe, der Barmherzigkeit, der Vergebung, der Gerechtigkeit, der Hilfe für euren Nächsten darbringt, so wird dieser Tribut gewiss geistig sein und sich zum Vater erheben wie eine Liebkosung, wie ein Kuss, den die Kinder ihrem Herrn von der Erde aus zusenden.

30. Meine Kundgebung durch den menschlichen Verstand ist schlicht und einfach, wie auch die Form, in der Ich Mich ausdrücke. Dennoch lässt sie euch erzittern, und ihr begreift eine Vergangenheit, die euer Geist bereits kennt, und sie lässt euch die Ereignisse, die der Zukunft angehören, klar sehen. Deshalb bleibt ihr hingerissen, solange ihr Mir zuhört, denn niemand weiß in den Herzen zu lesen wie dieser Meister.

31. Aus verschiedenen Landstrichen kommt ihr herbei, um euch in den wohltätigen Schatten des breitausladenden Baumes zu flüchten, der alle Wanderer einlädt, sich unter seinem Laubwerk zu erfrischen. Doch Ich sage euch, dass die Zeit schon nahe ist, in der Menschen ferner Länder zu dieser Nation kommen.

32. Die Intuition und das Ahnungsvermögen wird es sein, was jene zu euch hinführen wird; sie werden auf der Suche nach eurem Zeugnis und eurem Frieden herbeikommen. Vielen von ihnen wird ein Wort von denen, die Ich euch lehre, genügen, um sich als wahre Apostel des Spiritualismus an die Erfüllung ihrer Aufgabe zu machen.

33. Wehe diesem Volke, wenn es nicht vorbereitet sein sollte, den Fremden mit liebevollem Herzen zu empfangen, denn von seinen Städten würde kein Stein auf dem andern bleiben, wie es mit Jerusalem geschah!

34. Seid ihr euch nicht bewusst geworden, dass eure Reinigung dazu dient, euch würdig zu machen, meine Unterweisungen zu empfangen, die ihr denen mitteilen sollt, die an eure Türen klopfen? Habt ihr euch nicht eingeprägt, dass Ich will, dass in dieser Zeit der Unwetter, der Kriege und Leidenschaften ihr das Rettungsboot sein sollt, das unbekümmert zwischen den Wogen der Bosheit kreuzt und eure Mitmenschen rettet?

35. Selig, wer sich zubereitet, denn er wird Mich von Geist zu Geiste hören.

36. Betet für eure Brüder in dieser Nation, in der ihr lebt, damit sie in den Prüfungen geduldig sind und ihre Reinigung erlangen. Eine große geistige Bestimmung hat dies Volk auf die Erde mitgebracht, und um sie zu erfüllen, ist es unerlässlich, dass es lauter ist, vorbereitet und wachsam.

37. Begreift, dass ihr nicht Unnützes mit den Unterweisungen meiner Lehre vermischen dürft. Ihr müsst sie mit der gleichen Reinheit bekanntmachen, mit der ihr sie von Mir empfangen habt. Verbreitet meine Unterweisung durch euer Vorbild und Zeugnis über Landstriche, Dörfer und Provinzen, und sorgt dafür, dass sich an ihr auch eure Mitmenschen stärken. Dies Volk muss sich vervielfältigen, sich zubereiten und vergeistigt leben, denn mit seinen Werken soll es der Verteidiger dieser Wahrheit werden.

38. Erwirb dir Verdienste, o Volk, und erreiche, dass durch diese Verdienste jene diese Gnade erlangen, die euch morgen in ihrem Heim aufnehmen, oder die ihr in dem euren aufzunehmen habt.

39. Lehrt sie, zu ergründen und zu begreifen, dass Ich heute im Geiste gekommen bin, um Mich durch ungeschickte und sündige Körper kundzutun. Niemand darf in diesem menschlichen Körper Gott sehen! Sie sollen das Wort hören, denn in ihm ist die göttliche Essenz, jene, die aus meinem Geiste hervorgeht. Dies Wort ist "Das Wort", und "Das Wort" bin Ich, Der, welcher aus der Unendlichkeit zu euch spricht.

40. "Das Wort" ist Liebe und ist Weisheit, die sich im Worte offenbart. Hört diese Stimme, ihr Scharen, und werdet nicht gleichgültig, denn ihr befindet euch im Heiligtume meiner Göttlichkeit. Ihr müsst euch erneuern. Wenn ihr euren Verstand nicht läutert, werdet ihr meine Unterweisung nicht verstehen können.

41. Selig sind, die sich Mühe geben, mein Gesetz zu erfüllen, denn in ihnen wird bald das Licht der Weisheit erstrahlen.

42. Gesegnet sei, wer für die Vervollkommnung seiner Seele kämpft, denn er hat sich vom höchsten Ideal inspirieren lassen, das ein Kind Gottes erreichen kann.

43. Ich poliere eure Herzen, denn aus ihnen werde Ich Wasser des Lebens hervorbrechen lassen für die Dürstenden.

44. Wenn die Stunde der Erfüllung eurer Aufgabe gekommen ist, so handelt nicht nach eurem Willen und hütet euch, meinem Worte oder meinem Werke eure unvollkommenen Vorstellungen hinzuzufügen. Denn ihr würdet in Entweihung und Verfälschung verfallen und eure guten Werke aus dem Buche des Wahren Lebens streichen.

45. Ihr sollt euch mit meiner Wahrheit wappnen und in die Wohnungen gehen. Ihr sollt mein Wort hören lassen, dann wird sich der Friede einstellen.

46. Manchmal werdet ihr als Sendboten oder Arbeiter der Trinitarisch-Marianischen Geistlehre anerkannt werden. Dagegen wird es vorkommen, dass ihr auf die Straße geworfen, verleumdet oder als Betrüger angeklagt werdet. Doch fürchtet euch nicht; denn wenn sie euch verurteilen, so wird auch zu ihnen der Augenblick ihres Gerichtes kommen, und wenn sie die Augen nicht für die Wahrheit zu öffnen vermochten, als ihr mit ihnen gesprochen habt, so werden sie, wenn sie einst unter meinem Gerichte stehen, sich an eure Worte erinnern und das Licht erkennen.

47. Wenn die Seele irgendeines großen Sünders sich von diesem materiellen Leben löst, um in das Geistige Tal einzugehen, ist sie erstaunt, festzustellen, dass die Hölle, wie sie sie sich vorstellte, nicht existiert, und dass das Feuer, von dem man ihr in vergangenen Zeiten erzählte, nichts anderes als die geistige Auswirkung ihrer Werke ist, wenn sie dem unerbittlichen Richter gegenübersteht, welcher ihr Gewissen ist.

48. Dieses ewige Gericht, diese Helligkeit, die inmitten der Finsternis anbricht, die jenen Sünder umgibt, brennt stärker als das heißeste Feuer, das ihr euch vorstellen könnt. Doch es ist keine Marter, die im voraus als eine Strafe für den, der Mich verletzt hat, vorbereitet wurde — nein, diese Qual entspringt der Erkenntnis der begangenen Verfehlungen, dem Leid, Den verletzt zu haben, der ihm das Dasein schenkte, einen schlechten Gebrauch von der Zeit und allen Gütern gemacht zu haben, die er von seinem Herrn empfing.

49. Glaubt ihr, dass Ich den strafen sollte, der Mich durch seine Sünden verletzte, auch wenn Ich weiß, dass die Sünde denjenigen mehr verletzt, der sie begeht? Seht ihr nicht, dass der Sünder selbst es ist, der sich Böses antut, und dass Ich mit seiner Bestrafung nicht das Unglück vermehren will, das er sich bereitet hat? Ich lasse nur zu, dass er sich selbst erblickt, dass er die unerbittliche Stimme seines Gewissens hört, dass er sich selbst befragt und sich selbst antwortet, dass er das geistige Gedächtnis zurückgewinnt, das er durch die Materie verloren hatte, und er sich an seinen Ursprung, seine Bestimmung und seine Gelöbnisse erinnert; und dort, in diesem Gericht, muss er die Wirkung des "Feuers" erfahren, das sein Böses ausmerzt, das ihn von neuem wie das Gold im Schmelztiegel schmilzt, um von ihm das Schädliche, das Unnütze und alles, was nicht geistig ist, zu entfernen.

50. Wenn eine Seele innehält, um die Stimme und das Urteil ihres Gewissens zu vernehmen — wahrlich, Ich sage euch, in dieser Stunde befindet sie sich in meiner Gegenwart.

51. Dieser Augenblick der Ruhe, des Stillewerdens und der Klarheit kommt nicht zu allen Seelen zur gleichen Zeit. Manche treten schnell in jene Prüfung ihrer selbst ein, und damit ersparen sie sich viele Leiden. Denn sobald sie zur Wirklichkeit erwachen und ihre Irrtümer erkennen, machen sie sich bereit und gehen daran, ihre bösen Werke bis zum letzten zu sühnen.

Andere, die verblendet sind — sei es durch das Laster, durch irgendeinen Groll, oder weil sie ein Leben der Sünden geführt haben — brauchen lange, bis sie aus ihrer Verblendung herausfinden.

Wieder andere, die unzufrieden sind, weil sie glauben, dass sie zu früh von der Erde weggerafft wurden, als ihnen noch alles zulächelte, fluchen und lästern, womit sie die Möglichkeit verzögern, sich aus ihrer Verstörtheit zu befreien; und wie diese gibt es eine große Zahl von Fällen, die nur meine Weisheit kennt.

52. Auch gibt es keine Orte, die extra zur Sühne für die begangenen Verfehlungen meiner Kinder von Mir geschaffen wurden. Ich sage euch, es gibt keine Welt, in die Ich nicht meine Wunder und Segnungen gelegt habe.

53. Sagt ihr nicht, dass diese Welt, in der ihr lebt, ein Tal der Tränen ist, das heißt, ein Tal der Sühne ist? — Doch wer machte sie zu einem Tal der Tränen, Gott oder die Menschen? — Ich gestaltete sie zu einem Abbild des himmlischen Paradieses, indem Ich sie mit Wundern und Annehmlichkeiten übersäte, wobei Ich selbst an das Kleinste und Unbedeutendste dachte, um euch glücklich zu machen. Und dennoch, innerhalb einer so für das Wohlergehen und den Fortschritt, für das Ergötzen und die seelische Höherentwicklung der Menschheit geschaffenen Welt leiden, weinen, verzweifeln die Menschen und richten sich zugrunde.

54. Doch Ich sage euch noch einmal, dass Ich diese Welt nicht den Menschen zum Schmerze geschaffen habe; die Welten sind das, was ihre Bewohner aus ihnen machen. Erkennt, wie sehr der Mensch die Wahrheit durch seine schlechten Auslegungen entstellt hat, wie ganz anders er das Sinnbild gedeutet hat, mit dem ihm das Geistige Leben offenbart worden ist.

55. Weder Dunkelheit, noch Feuer, noch Ketten gibt es in dem unermesslich großen Geistigen Tale.

56. Gewissensbisse und Qualen, die vom Mangel an Wissen herrühren — Leiden, weil die Vergeistigung fehlt, um sich jenes Lebens zu erfreuen, dieses und noch mehr ist in der Sühne der Seelen vorhanden, die befleckt oder ohne Vorbereitung zu den Schwellen des Geistigen Lebens kommen.

Erkennt, dass Ich die Sünde, die Unvollkommenheiten oder die Verderbtheit der Menschen nicht als Kränkung auffassen kann, die dem Vater zugefügt wird, weil Ich weiß, dass die Menschen sich das Böse selbst zufügen.

57. Auch die Erde ist nicht befleckt; sie ist so gut und so rein, wie sie einstens aus den Händen des Vaters hervorging. Darum werde Ich nicht von euch verlangen, ihr ihre Reinheit zurückzugeben, da sie nicht von ihrer Bestimmung abgewichen ist, Mutter, Herberge und Heim für die Menschen zu sein. Von den Menschen dagegen werde Ich fordern, dass sie bereuen, sich erneuern, ihre Seele und ihren Körper reinigen, mit einem Wort: dass sie zu ihrer urprünglichen Reinheit zurückkehren und darüber hinaus in ihrer Seele das Licht aufweisen, das sie durch die Entwicklung, den Kampf und die Ausübung der Tugend gewonnen haben.

58. Haltet ein bei dieser Seite, Jünger, setzt die Lehre dieses Buches nicht fort, ohne sie zuvor eurem Verstande eingeprägt und lange über sie nachgedacht zu haben. Wahrlich, Ich sage euch, sie wird euch in diesem Leben dienlich sein und euch den Weg erleichtern in jenem, das euch erwartet.

59. Ich habe euch den Unterricht über die Zeiten und Zeitalter hinweg in Teilstücken gegeben. Heute hat es für euch den Anschein, dass das, was Ich euch derzeit lehre, das letzte ist, weil ihr euch mit eurem Verstande keine größere Vollkommenheit in einer geistigen Lehre vorstellen könnt. Dennoch — mein letztes Wort ist dieses nicht, ebensowenig ist diese durch ein menschliches Verstandesorgan gegebene Kundgabe der letzte Unterricht. Und damit ihr nicht länger daran denkt, sage Ich euch jetzt, dass ihr niemals mein letztes Wort, meine letzte Unterweisung erhalten werdet. Da Ich "Das Ewige Wort" bin, ist es natürlich, dass Ich ewig zu euch spreche und euch ewig erleuchte. Denn Ich habe weder Anfang noch Ende.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 37

1. Zu allen Zeiten gab es in der Menschheit Menschen von großem geistigen Lichte — Menschen, die den Entwicklungsweg ihrer Nächsten erleuchtet haben.

2. Von wo sind diese Wesen zur Erde gekommen? Etwa von der nächstgelegenen Welt, in der jene wohnen, die zu diesem Planeten zurückkehren müssen? — Nein, mein Volk, Ich sage euch, dass ihr aus dem Wissen und der Güte der Wesen Folgerungen auf die Welt ziehen könnt, von der sie gekommen sind.

3. Die Grade der geistigen Erhebung stellen eine unendliche Stufenleiter in der Ewigkeit dar. Aber jene Wegstrecke hin zur Vollendung besteht aus sieben Etappen, von denen ihr eine Widerspiegelung im menschlichen Leben habt, das ebenfalls in sieben Entwicklungsstufen unterteilt ist.

4. Alle Teile des Menschen müssen sich entfalten und entwickeln, um das Licht zu erreichen, das sie haben müssen, und um wahre Vergeistigung zu erlangen.

5. Sein Körper, sein Verstand, seine Moral, seine Seele und sein ganzes Wesen müssen durch diese sieben großen Lehrgänge, durch diese sieben Prüfungen hindurchgehen, aus denen er gereinigt, voll Licht, Frohsinn, voll Stärke, Erkenntnis und Erfahrung hervorgehen wird. Dann wird er in der Lage sein, zu verstehen, dass in seinem Geiste das Reich Gottes gegenwärtig ist.

6. Der Gehorsam gegenüber dem göttlichen Willen, die Empfindsamkeit, um die geistige Eingebung deuten zu können, die Zwiesprache mit dem Vater und mit der Geistigen Welt durch die Gedanken sind die Fortschritte in eurer Entwicklung, die euch die neue Zeit bereithält.

7. Die Menschheit hatte bereits Zeitabschnitte, in denen sie für das irdische Vergnügen lebte; andere, in denen sie hinter der Macht, der Herrschaft und dem vergänglichen Reichtum her war; andere, in denen sie auf der Suche nach der Schönheit all dessen, was sie umgab, einige Sinne entwickelte; wieder andere, in denen sie im Verlangen nach dem Frieden der Seele den Pfad der Religion betrat, und weitere, in denen sie aus dieser Erde ihren Herrschaftsbereich, aus diesem Leben ihre Ewigkeit und aus der Materie ihren Gott machen wollte.

8. Jetzt ist eine entscheidende Zeit für das Leben des Menschen, und wenn ihr eingehend beobachtet, werdet ihr auf allen Gebieten, in allen Naturkräften und Mächten einen gigantischen Kampf, eine große Schlacht entdecken.

9. Es ist das Ende einer Etappe, Menschheit. Ihr wisst jedoch nicht, zu welchem Zeitpunkt die neue Zeit beginnt; dies werde nur Ich euch sagen, Ich, das Lamm, das die Siegel löst. Noch lebt ihr in der Zeit der sechsten Offenbarung, in der die Ereignisse in Erfüllung der Weissagungen nacheinander eintreten.

10. Wie viele Religionsgemeinschaften, wie viele Sekten und Lehren werden unter dem Lichtschwert meiner Macht fallen, und wie viele Wissenschaften und Theorien werden in der Vergessenheit begraben sein, wenn der neue Tag anbricht und Stille und Frieden in die Herzen einzieht, und es wahres Gebet und wahre Vergeistigung bei den Menschen gibt.

11. Nicht die Religionen werden es sein, die sich vereinigen; denn ihre Verschiedenheiten erlauben es ihnen nicht. Die Menschen werden es sein, die sich in dem Gesetze der Liebe, der Gerechtigkeit und der Wahrheit, das allein von Gott ausgeht, vereinen.

12. Diese Menschheit, die gegenüber jeder göttlichen Inspiration gleichgültig ist, ist sich nicht bewusst, dass sie an der Schwelle der für ihren Geist bedeutungsvollsten Zeit steht. Doch sie wird nun aus ihrem tiefen Schlaf erwachen, wenn sie über die Voraussagen nachdenkt, die hinsichtlich meiner Gegenwart unter den Menschen noch ausstehen. Denn ihr alle werdet wach sein müssen, wenn das Siebte Siegel sich öffnet, um euch sein Licht zu bringen.

13. Vorerst bereite Ich dies Volk mit meinem Worte vor, damit es sich von der Wahrheit inspiriert aufmacht und seine Mitmenschen in den Liebesunterweisungen meiner Lehre unterrichtet.

14. Nährt euch nur von Wahrheit und weist alles zurück, was nicht Reinheit enthält, dann werden aus euch die Kinder des Lichtes hervorgehen.

15. Lasst die Kinder geistige Erhebung bei euch sehen, damit sie in diesem Leben einen sicheren Pfad haben, dem sie folgen können.

16. Wachet über allen Kindern, denen euer Herz liebevolle Gefühle, Gedanken voller Zärtlichkeit darbringen kann, dann habt ihr an ihnen Gutes getan. Lehrt mit euren Werken die Liebe zu allen Menschen.

17. Ich werde über all jenen wachen, die ihr nicht behüten könnt, und werde nicht zulassen, dass die böse Saat, welche die Menschen in dieser Zeit ausstreuen, jene Seelen ansteckt und verwirrt.

18. Ich bin es, der die Seelen im Einklang mit dem Gesetze der Entwicklung zur Inkarnation sendet; doch wahrlich, Ich sage euch, die Einflüsse dieser Welt werden meine Pläne nicht ändern. Denn über alles ehrgeizige Machtstreben hinweg wird mein Wille geschehen.

19. Jedes menschliche Wesen bringt einen Auftrag zur Erde mit, seine Bestimmung ist vom Vater vorgezeichnet, und sein Geist ist durch meine Vaterliebe gesalbt. Umsonst veranstalten die Menschen Zeremonien und segnen die Kleinen. Wahrlich, Ich sage euch, in keinem Lebensalter wird das Wasser die Seele von ihren Verstößen gegen mein Gesetz reinigen. Und wenn Ich eine von jeder Sünde reine Seele sende — von welcher Befleckung reinigen sie dann die Geistlichen der Konfessionen mit der Taufe?

20. Es ist Zeit, dass ihr begreift, dass der Ursprung des Menschen keine Sünde ist, sondern dass seine Geburt das Ergebnis der Erfüllung eines Naturgesetzes ist — eines Gesetzes, das nicht nur der Mensch erfüllt, sondern alle Geschöpfe, welche die Natur bilden. Verstehet, dass Ich "der Mensch" gesagt habe und nicht "seine Seele". Der Mensch hat meine Vollmacht, ihm ähnliche Wesen zu schaffen; die Geister jedoch gehen nur aus Mir hervor.

21. Wachsen und Sich Mehren ist universelles Gesetz. Die Sterne gingen ebenso aus anderen, größeren Sternen hervor, wie der Same sich vervielfältigte, und niemals habe Ich gesagt, dass sie durch diese Tatsache gesündigt oder den Schöpfer verletzt haben. Warum solltet ihr in Erfüllung dieses göttlichen Gebotes dann für Sünder gehalten werden? Begreift, dass die Erfüllung des Gesetzes den Menschen niemals beflecken kann.

22. Was den Menschen befleckt und die Seele vom Wege der Entwicklung entfernt, sind die niederen Leidenschaften: die Zügellosigkeit, das Laster, die Unzucht, denn all dies ist gegen das Gesetz.

23. Studieret und forschet, bis ihr die Wahrheit findet. Dann werdet ihr die Gebote des Schöpfers des Lebens nicht mehr Sünde nennen und werdet das Dasein eurer Kinder durch das Vorbild eurer guten Werke heiligen.

24. Wenn ihr euch daran erinnert, dass Ich euch gesagt habe, dass Ich aus der Unendlichkeit komme, entringt sich eurer Brust ein trauriger Seufzer bei dem Gedanken an die Entfernung, die euch von eurem Vater trennt. Dann strengt ihr eure Sinne an, um sie zu Mir zu erheben und durch sie euren Geist — bis dahin, wo sich nach eurer Vorstellung der Wohnsitz des Höchsten befindet. Manchmal seid ihr von eurem Gebet befriedigt, aber es kommt vor, dass ihr nicht imstande wart, zu der Stätte zu gelangen, wo der Göttliche Geist wohnt.

25. Höret, Jünger: Jenes Unendliche, von dem Ich zu euch spreche, werdet ihr niemals mit eurem Verstande ermessen können. Dieses Unendliche spricht zu euch von Zärtlichkeit, Licht, Reinheit, Weisheit, Liebe und Vollkommenheit, denn all dies hat weder Anfang noch Ende, da es Eigenschaften Gottes sind.

26. Nachdem dies geklärt ist, verstehet, wenn Ich in meinem Worte von meiner Liebe sage, dass sie Mensch geworden ist, und von meiner Zärtlichkeit, dass sie Frau geworden ist.

27. Ich habe keine bestimmte oder begrenzte Stätte, an der Ich im Unendlichen wohne, denn meine Gegenwart ist in allem, was existiert, sowohl im Göttlichen, als auch im Geistigen oder im Materiellen. Ihr könnt von Mir nicht sagen, in welcher Richtung mein Reich liegt; und wenn ihr euren Blick zu den Höhen erhebt und er gen Himmel gerichtet ist, so tut dies nur als etwas Symbolisches. Denn euer Planet dreht sich unaufhörlich und bietet euch mit jeder Bewegung neue Himmelsabschnitte und neue Höhen dar.

28. Mit all dem will Ich euch sagen, dass es zwischen euch und Mir keine Entfernung gibt, und dass das einzige, was euch von Mir trennt, eure unerlaubten Werke sind, die ihr zwischen mein vollkommenes Gesetz und euren Geist stellt.

29. Je größer eure Reinheit, je hochstehender eure Werke und je beständiger euer Glaube ist, desto näher, inniger, eurem Gebete zugänglicher werdet ihr Mich fühlen.

30. Ebenso auch: Je mehr ihr euch vom Guten, vom Gerechten, vom Erlaubten entfernt und euch dem Materialismus eines dunklen und egoistischen Lebens hingebt, desto mehr werdet ihr Mich immer ferner von euch fühlen müssen. Je mehr sich euer Herz von der Erfüllung meines Gesetzes entfernt, desto unempfindlicher wird es für meine Göttliche Gegenwart werden.

31. Begreift, warum Ich in dieser Zeit mein Wort in dieser Form kundtue und euch für die Kundgabe von Geist zu Geist vorbereite.

32. Da ihr Mich unendlich ferne glaubtet, verstandet ihr nicht, zu Mir zu kommen. Ich habe euch aufgesucht, um euch meine Göttliche Gegenwart fühlbar zu machen und euch zu beweisen, dass es zwischen dem Vater und seinen Kindern keine Räume oder Entfernungen gibt, die sie trennen.

33. Begreift auch, dass es eine Gnade gewesen ist, die euch euer Vater gewährt hat, wenn Ich Mich durch euren Verstand kundgetan habe und dadurch jene geistige Entfernung verkürzte, die euch von Mir trennte — ein weiterer Beweis seiner Barmherzigkeit in Anbetracht eurer Begrenztheit und eures Mangels an Vergeistigung.

34. Aus diesem Grunde wird diese Gnadenzeit meiner Kundgabe durch das Verstandesorgan dieser Stimmträger kurz sein, denn es ist keine Gabe, die ihr durch eure Vergeistigung und eure Verdienste erlangt habt, sodass sie einen Teil eurer geistigen Errungenschaften bilden kann. Ich sage euch nochmals, dass es eine Gnade gewesen ist, die Ich euch gewährt habe, und dass, wenn das Jahr 1950 einmal zu Ende ist, Ich diese Form der Mitteilung enden lassen werde, in der Erwartung, dass ihr Mich durch eure Verdienste noch näher bei euch fühlen werdet bei der Kundgabe von Geist zu Geist.

35. Diese neue Kundgabe wird tief geistig sein, einfach, natürlich, rein und vollkommen. Sie wird den Anfang vom Ende jedes unvollkommenen, abgöttischen, fanatischen, dunklen Kultes anzeigen und das Heiligtum eures Wesens öffnen, damit in ihm mein Geist für alle Ewigkeiten wohne.

36. Es wird weder äußerliche Verzückung, noch Schwärmerei, noch Zurschaustellung irgendwelcher Art geben, nur Reinheit, Ehrfurcht und Wahrheit — mit einem Wort: Vergeistigung.

37. Denkt an all die Wunder, welche die Erfüllung dieser Verheißung für euch in sich schließen kann und beginnt nun verdienstvolle Werke zu tun, damit ihr mit ihnen schließlich jene Gnade erreicht, die Ich für euch bereithalte und die einen Teil eures Lebens selbst bilden wird. Darum wird es nicht mehr wie jetzt einen bestimmten Zeitpunkt für ihr Ende geben, denn da es etwas wesenhaft Göttliches ist, muss es euch ewig verbleiben. Dann werdet ihr begreifen, worin das Näherkommen des Himmelreiches zur Menschheit besteht.

38. Jetzt sage Ich euch: Arbeitet auf Erden, aber tut es mit Glauben, mit wahrer Liebe zu euren Brüdern, und der Lebensunterhalt wird euch nicht fehlen.

39. Wenn die Vögel, die weder spinnen noch säen, niemals ein schützendes Kleid oder Nahrung entbehren — warum solltet dann ihr meine Fürsorge entbehren, wo ihr doch die Vielgeliebten seid? Damit ihr durch Hunger oder Kälte umkämet, müsste eure Bosheit und Undankbarkeit euch dazu bringen, meine Wohltaten zurückzuweisen.

40. Ich bin das Leben, die Wärme und das Licht. Ich bin das Brot und das kristallklare Wasser und bin von neuem gekommen, um Tote zum Leben zu erwecken und die zu einem Leben des Lichtes wachzurütteln, die in Finsternissen leben.

41. Vor langer Zeit wurde geweissagt, dass jedes Auge Mich schauen wird, und Ich bin gegenwärtig und bereit, meine Wahrheit von der Menschheit betrachten zu lassen.

42. Was fehlt den Menschen, um Mich sehen, fühlen und verstehen zu können? — Vergeistigung. Die Vergeistigung macht den Menschen sowohl in seiner Seele, als auch in seinem Körper empfindsam. Wenn er sich geläutert hat und aus seinem Herzen das wahre Gebet zu Mir emporsteigt, wird er Mich zum ersten Mal bei sich fühlen, meine Zärtlichkeit wahrnehmen, sich in meiner unendlichen Liebe gebadet fühlen und ausrufen: "Ich habe den Herrn gesehen, ich habe Ihn in meinem Herzen empfunden!"

43. Wenn Ich auf der Erde einen Gerechten fände, würde Ich ihn als Werkzeug gebrauchen, um euch durch ihn Unterweisungen und ein Vorbild zu geben; aber wahrlich, Ich sage euch, auf dem ganzen Erdenrund habe Ich nicht einen Gerechten gefunden.

44. Wo sind die Gerechten der Ersten und Zweiten Zeit, damit ihr ihre Tugend, ihre Treue und ihren Eifer in der Erfüllung meines Gesetzes, ihren Glauben und ihren Mut studieren könntet? — Sie leben im Geistigen Reiche, und obwohl sie für euch arbeiten, seht ihr sie nicht noch fühlt ihr sie, weil eure materielle Natur noch immer der dichte Schleier ist, der euch das Geistige nicht schauen lässt.

45. Ihr seid wie Schiffbrüchige, gepeitscht von den wilden Wogen der Leidenschaften, eingehüllt in die Schatten einer sehr langen Nacht. Inmitten dieses Sturmes bin Ich erschienen, und meine helfende Liebe war wie ein Leuchtturm, der den Weg erhellt, der euch zum rettenden Hafen führt.

46. Doch meint ihr etwa, dass Ich komme, um eurem Geiste die Gabe zu schenken, über dieses materielle Leben hinausblicken zu können? — Nein, Volk, Ich gewähre euch keine neue Gabe, noch eine neue Fähigkeit, alles tragt ihr von eurer Entstehung an in euch. Doch müsst ihr begreifen, dass nur das in eurem Wesen erstrahlt ist, was ihr entwickelt und genutzt habt. Das hingegen, was ihr vergessen, vernachlässigt oder nicht zur Kenntnis genommen habt, hat — obschon geheim — als schlummernde Fähigkeit fortbestanden. Denn das, was Ich gebe, nehme Ich euch niemals wieder.

47. Viele verborgene Fähigkeiten haben in eurem Wesen geschlummert, in der Erwartung, dass meine Stimme sie erweckt. Doch jetzt ist die Zeit der Auferstehung gekommen, in der ihr alle dieselbe Stimme vernehmen werdet, die Lazarus jenseits dieses Lebens hörte, als Ich ihm sagte: "Steh auf und wandle!"

48. Selig, wer auf mein Kommen zu warten verstand, denn sein Erwachen wird vollständig sein und seine Vergeistigung wird ihm alles zu erkennen erlauben, was die neue Botschaft enthält.

49. Arbeitet mit Liebe, im Materiellen wie im Geistigen, und ihr werdet meinen Frieden haben. Lernet, beharrlich zu sein, bis ihr schließlich die Frucht eurer Opfer und eurer Kämpfe erntet.

50. Liebet, damit ihr eure seelische Höherentwicklung zu erreichen vermögt. Denn Ich frage euch Menschen: "Was habt ihr mit eurer Seele gemacht?" Und euch Geistwesen: "Was habt ihr mit dem Körper gemacht, den Ich euch anvertraut hatte?" Weder die einen noch die andern werden Mir antworten können, denn ihr seid sehr weit davon entfernt, euch der Schwere eurer Verfehlungen und Schwächen bewusst zu sein. Ich allein kann eure Werke beurteilen, und deshalb sende Ich euch diesen Lichtstrahl, damit ihr euch, erleuchtet durch euren Geist, im Spiegel meiner Wahrheit erblickt.

51. Habt ihr vergessen, dass eure Seele dem Gesetze der Entwicklung unterworfen ist, dem ihr euch nicht entziehen dürft? Was wurde aus der ursprünglichen Essenz, die Ich in euer Herz legte, welche der Same der Liebe, des Lebens und der Aufwärtsentwicklung ist? Ihr begreift diese Worte nicht mehr; es hat den Anschein, als ob Ich zu euch in einer für euch fremden Sprache spräche.

52. "Lieben" war der Zweck, für den ihr geschaffen wurdet. Euren Vater lieben und in Ihm alle eure Geschwister, das ist das Gesetz, und genau dies ist es, was ihr vergessen und aus eurem Geiste gelöscht habt.

53. Auf Schritt und Tritt lässt euch das Leben eure Verstöße mit eindringlichem Schmerz fühlen und bezahlen; aber statt innezuhalten, um euch zu besinnen und eure Taten zu überdenken, lasst ihr zu, dass euer Herz sich noch mehr verhärtet und vergiftet.

54. Ihr habt nicht auf die Stimmen hören wollen, die sich euch genähert haben, um euch in eurem tollen Laufe aufzuhalten, und seid am Rande des Abgrunds angelangt, wo ihr drauf und dran seid, hineinzustürzen und eure Brüder mit euch zu reißen.

55. Wer von euch kann sich vorstellen, wie die Tiefe jenes Abgrunds beschaffen ist, den ihr mit soviel Hass und Verderbtheit aufgerissen habt? — Niemand, niemand kann sich die Finsternisse oder das Leid vorstellen, das während Jahrhunderten, Jahrtausenden und Äonen in diesem unermesslichen Kelch des Leidens angesammelt wurde.

56. Ich frage die Menschen dieser Zeit, die sich für die Fortgeschrittensten in der ganzen Geschichte dieser Welt halten: Habt ihr mit all eurer Begabung nicht eine Form gefunden, Frieden zu schaffen, Macht zu erlangen und Wohlstand zu erreichen, ohne eure Nächsten zu töten, zu vernichten oder zu versklaven? Glaubt ihr, dass euer Fortschritt wahr und echt ist, wenn ihr euch moralisch im Schlamm wälzt und geistig im Dunkeln umherirrt? Ich bekämpfe nicht die Wissenschaft, da Ich Selbst sie dem Menschen eingegeben habe; das, was Ich beanstande, ist der Zweck, für den ihr sie manchmal verwendet.

57. Ich will, dass ihr groß im Verständnis und weise in den Lehren seid, mit denen Ich euch umgeben habe, aber bei all euren Schritten im Leben immer euer Gewissen als Leuchtfeuer habt. Dann werdet ihr nicht nur die Fähigkeiten eures Geistes sich entfalten sehen, sondern auch erleben, wie Gesundheit und Kraft in euren Körper einziehen.

58. Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Worte aus Gott", womit Ich euch lehren wollte, dass in eurem Wesen etwas vorhanden ist, das ihr nicht bloß mit dem, was ihr in dieser Welt besitzt, zufriedenstellen könnt, sondern dass ihr, um es zu befriedigen, das suchen müsst, was jenseits des Materiellen liegt, das heißt das, was sich nur in der vollkommenen Sphäre aufhält, aus welcher der Geist entspringt: Gott.

59. Mein Licht hat euch nicht einen Augenblick gefehlt. Aber ihr seid wie die kalten Steinplatten, die die Gräber bedecken, welche sich für Augenblicke etwas erwärmen, um sogleich wieder zu erkalten.

60. Meine Macht und meine Geduld sind unerschöpflich, und wenn ihr wollt, dass Ich euch am Rande des Abgrunds einen weiteren Liebesbeweis gebe, so werde Ich ihn euch gewähren. Aber Ich muss euch sagen, dass in dieser unendlichen Liebe, die Ich euch nun ein weiteres Mal beweise, meine weise und unerbittliche Gerechtigkeit gegenwärtig sein wird.

61. Um euch zu helfen, müsst ihr Vertrauen zu Mir haben; doch seid wachsam und bereit für den Kampf. Seid Krieger, aber nicht von denen, die das Leben ihrer Mitmenschen vernichten, sondern von denen, die mit Liebe, mit Moral, mit Frieden und guten Werken aufbauen.

62. Lasst nicht zu, dass die Bedürfnisse oder die Bedrückung euch veranlassen, in die materialistische Lebensweise zurückzufallen. Im Gegenteil — erhebt euch voll Vergeistigung angesichts der Verführungen und der Prüfungen. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr diese Prüfungen und Wechselfälle des Lebens zu nutzen versteht, werdet ihr euch durch sie zu einem höheren Leben erheben können, und zu mutigen, edlen, glühenden Jüngern der Liebe eures Vaters werden.

63. Den Männern und Frauen, die als Familienväter- und Mütter bei meinem Lehrwort anwesend sind, sage Ich, dass sie sich mit Mut, mit Licht und Frieden wappnen sollen, denn große Ereignisse kommen auf die Erde zu, und sie müssen gefasst auf ihrem Posten ausharren.

64. Sucht immer, was euren Kindern Ehrgefühl und Stärke gibt und haltet von ihrem Wege die Irrtümer fern, die für sie ein Hindernis bilden könnten.

65. Ich habe die Versprechen nicht vergessen, die ihr Mir gegeben habt, euch von materiellem Streben abzukehren und wieder zum geistigen Wege zurückzukommen, welcher das Gesetz der Liebe und Barmherzigkeit ist und der immer vom Lichte eures Gewissens erleuchtet ist.

66. Es ist notwendig, dass — wenn eure Schritte auf diesem Pfade sicher geworden sind — ihr euch selbst vergesst, um eure Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse eurer Mitmenschen zu richten.

67. Dann werdet ihr erleben, dass in all jenen, die ihr gleichgültig vorübergehen ließet, ein bitterer Leidenskelch, eine Wunde oder ein schweres Kreuz vorhanden war.

68. Wie viele Herzen gibt es, die im Stillen über ihre Leiden weinen, ohne dass es jemand merkt! Wie viele Bitternisse verbergen sich hinter einem Lächeln, das ihr nicht zu deuten wisst! Aber Ich, der Ich jede Angst und jeden Schmerz fühle und in den Herzen lese, sage euch: Bereitet euch zu, damit ihr Intuition entwickelt und im Innern eurer Mitmenschen lesen könnt, denn nicht immer werden sich die Herzen öffnen, um euch ihren Schmerz zu zeigen.

69. Wegen diesem heimlichen Klagen, diesem innerlichen Weinen, dieser Traurigkeit, die sich nicht im Antlitz derer zeigt, die leiden, ist es notwendig, in die Herzen einzudringen, was nur durch Vergeistigung gelingt, die bewirkt, dass in euch die Nächstenliebe erblüht.

70. Ach, wenn ihr wüsstet, dass ihr so vieles geben und tun könnt trotz all eurer Armut! Aber noch immer seid ihr so materiell eingestellt, dass viele von euch glauben, dass sie nur mit Geld gute Werke tun können. Deshalb musste Ich zu euch kommen, um euch zu sagen, dass es nicht richtig ist, dass ihr vor Schmerz, Hunger und Elend weint, ohne euch bewusst zu werden, dass ihr durch das Gewicht eines Schatzes gebeugt seid, den ihr bei euch tragt, ohne ihn gewahr zu werden.

71. Nein, ihr Menschen, es ist nicht nur die Last eurer Sünden, die euch niederdrückt. Die Sache ist die, dass euer Körper, der immer mehr geschwächt wird in den Leidenschaften und Kämpfen dieses Lebens, nicht in der Lage ist, der Kraft, der Macht seines eigenen Geistes zu widerstehen, welcher kämpft, um seine Materie von ihren Schwächen zu befreien.

72. Erinnert euch der Nacht, in der Ich als Mensch geboren wurde: Sie war kalt und dunkel, aber nicht so sehr, wie es das Herz der Menschheit in dieser Zeit ist. Während mein Geist in jener Nacht von Freude erfüllt wurde, weil er gekommen war, um unter den Menschen zu wohnen, schliefen diese in tiefem Schlafe, unempfindsam für meine Gegenwart, und wussten nicht, dass der Verheißene gekommen war. Da begann mein Leidensweg.

73. Stroh, das dem Neugeborenen als Wiege diente, und die Wärme der anspruchslosen Tiere waren das einzige, was jener Familie im Augenblicke meiner Ankunft zur Verfügung stand.

74. Ihr glaubt, dass die Natur gegenüber den göttlichen Manifestationen unempfindlich ist; doch dies ist ein menschlicher Irrtum, denn außer euch ist alles Geschaffene, vom Größten bis zum Kleinsten, meinem Gesetze unterworfen, von dem es nicht abweichen kann. Nur der Mensch, der anders als alle Geschöpfe gestaltet worden ist, weil er Geist, Gewissen und Willensfreiheit besitzt, ist derjenige, der für meine Göttlichkeit unempfindlich bleibt.

75. Warum habt ihr euer Herz bis zu einem solchen Grad verhärtet, dass ihr die Gegenwart eures Vaters nicht fühlt, noch seine Stimme hört? — Wegen eurer Willensfreiheit. Jetzt kam Ich nicht als Mensch, und dennoch habe Ich die Kälte des lieblosen Herzens gefühlt, mit dem die Menschheit Mich empfangen hat.

76. Denkt nicht, dass an diesem Punkt der Erde, wo man dies Wort hört, der einzige Ort ist, wo Ich Mich bei meinen Kindern einfinde. Denn wahrlich, Ich sage euch, meine Kundgebung in verschiedenen Formen ist weltweit.

77. Elias, der sich unter euch kundgetan hat als Wegbereiter meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan, kam nicht nur zu diesem Land, wo ihr wohnt. Er ging von einem Ort der Erde zum andern und kündigte die Neue Zeit an und verkündete das Näherkommen des Himmelreiches.

78. Von allen Seiten erhoben sich Rufe, die euch meine Ankunft ankündigten: die erschütterte Natur bewegte die Erde, die Wissenschaft staunte angesichts neuer Offenbarungen, die Geistige Welt stürzte sich auf die Menschen, und trotzdem blieb die Menschheit taub gegenüber jenen Rufen, den Vorboten eines neuen Zeitalters.

79. Eine Flut göttlichen Lichtes fiel herab, um die Menschen aus ihrer Finsternis herauszuholen. Aber diese, selbstsüchtig und vermaterialisiert, fern davon, nach Vervollkommnung der Seele, nach sittlicher Verbesserung ihres Lebens auf der Erde zu streben, gebrauchten jenes Licht, um sich Throne und Herrlichkeiten, Bequemlichkeiten und Vergnügungen für den Körper und, wenn sie es für nötig hielten, auch Waffen zu schaffen, um das Leben ihrer Mitmenschen zu vernichten. Ihre Augen waren von der Intensität meines Lichtes geblendet, und ihre Eitelkeit wurde ihnen zum Verderben. Aber Ich sage euch, dass sie durch eben dieses Licht die Wahrheit finden, den Weg entdecken und sich retten werden.

80. Diejenigen, die dies Licht in ihrem Verstande aufzunehmen vermochten und es als eine göttliche Botschaft annahmen, haben veranlasst, dass ihr Gewissen ihre Schritte lenkt und ihren Werken zur Richtschnur dient. Denn sie hatten die Vorahnung, dass der Herr wiedergekommen ist, und dass Er bei den Menschen ist.

81. Die Vertreter der verschiedenen Sekten und Konfessionen wollten Mich nicht empfangen, ihr Herz, ihre Würde und ihre falsche Größe hindert sie daran, Mich im Geiste anzunehmen. Deshalb haben sich auf der ganzen Erde Gruppen, Bruderschaften und Vereinigungen derer gebildet, die die Gegenwart der Neuen Zeit fühlen, die die Einsamkeit suchen, um zu beten und die Eingebungen des Herrn zu empfangen.

82. Ihr, meine Kinder, gehört zu diesen Scharen, die sich nach und nach unter dem Lichte einer göttlichen Inspiration gebildet haben, obschon Ich euch sagen muss, dass ihr diese Inspiration, in menschliches Wort verwandelt, aus Gnade habt. Darum müsst ihr viel wachen, beten und meditieren, damit ihr nicht Irrtümern anheimfallt oder den Zweck dieser geistigen Lehre verfehlt.

83. Was könnte euch auf dem Wege verderben? — Die Eitelkeit, mein Volk.

84. Wahrlich, Ich sage euch, diese Inspiration wird unter den Demütigen, unter den Barmherzigen und unter denen triumphieren, die die Wahrheit, die Gerechtigkeit und den Frieden ersehnen.

85. Der Friede und die Stärke, die ihr im Gebet erlangt, wird euch fleißig und unermüdlich machen, das Gute zu säen, die Gefallenen aufzurichten, den Glauben zu entzünden und Segen und Trost unter allen Völkern der Erde zu sein.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 38

1. Ich empfange die "Letzten" und überströme sie mit dem gleichen Licht, das Ich den "Ersten" zuteil werden ließ, damit sie sich erheben und meine Lehre bekanntmachen.

2. Kurz ist die Zeit, in der ihr noch mein Wort hören werdet, da Ich euch angekündigt habe, dass Ich 1950 aufhören werde, zu euch zu sprechen, und nach diesem Zeitpunkt wird meine Stimme nicht mehr durch das menschliche Verstandesorgan ertönen. Wer sie hörte und glaubte, wird sich befriedigt und stark fühlen; doch wer sie in Zweifel zog, nachdem er sie vernommen hatte, wird verwirrt sein. Dagegen werden viele, die Mich nie gehört haben, meine Jünger aufsuchen, um sie nach dem zu fragen, was sie vom Meister gelernt haben.

3. Suchet das Licht, und wer es besitzt, helfe all jenen, die im Finstern wandeln, es zu finden. Denn für den, der während dieses Lebens verworrene Vorstellungen hegt, ist die Verwirrung beim Eintritt in das "Geistige" Tal noch größer. Deshalb bin Ich in den drei Zeiten allen meinen Kindern beigestanden und habe ihnen den Pfad gezeigt, auf dem sie durch die Entwicklung ihrer Seele emporstreben müssen.

4. Vom Leben der Seele habe Ich euch alles offenbart, was ihr nach und nach zu begreifen vermögt. Heute zeige Ich euch eine noch tiefere Seite jener Kenntnis.

5. Dies ist die Zeit, von der Ich euch geweissagt habe, dass jedes Auge Mich schauen würde. Jede Seele wird Mich hören, und wenn diese Lehre von der Menschheit verstanden worden ist, werden die Menschen nicht mehr in Abgötterei oder Fanatismus fallen, weil sie gelernt haben werden, ihre Seele mit der Schlichtheit und Reinheit zu Mir zu erheben, die die Vergeistigung schenkt.

6. Langsam erwacht die Seele der Menschen, wenn sie in der Stimme ihres Gewissens das Echo der himmlischen Glocke vernehmen. Es ist der Geist Elias', es ist die Stimme dessen, der in der Wüste ruft, ein unsichtbarer Sendbote dieser Zeit, der wie ein Hirte liebevoll nach seinen Schafen ruft, damit sie folgsam in das Gehege des Friedens eintreten, das sie erwartet.

7. Wer es für seltsam hält, dass Ich mein Reich verlasse, um die Sünder zu suchen, kennt Mich wahrlich nicht. Ich lasse die Gerechten zurück, denn sie sind gerettet und besitzen alles. Ich komme zu den Enterbten, den Verirrten und Befleckten, weil auch sie meine Kinder sind, die Ich wie die Gerechten liebe, und weil Ich sie in meine Heimat bringen will, damit sie sich an ihrem Vater erfreuen.

8. Wenn Ich nur die Gerechten liebte und die Sünder verachtete — würde euer Gewissen dann meinen, dass der Vater gerecht handelte?

9. Ich zeige euch die Art und Weise, in der ihr eure Flecken abwaschen und euch vor Mir rechtfertigen sollt: Indem ihr euren Mitmenschen Gutes tut und in verschiedenen Formen Nächstenliebe übt. Heute schon könnt ihr von dem weitergeben, was ihr gelernt habt. Auch könnt ihr die Kranken besuchen und ihnen in meinem Namen mit eurer Liebe den Balsam übergeben, da ihr in eurem Glauben die Vollmacht finden werdet, zu heilen, und eure Barmherzigkeit wird der beste Balsam sein. Niemand habe Zweifel daran, ob er die Gabe hat, es zu tun, oder nicht.

10. Habt keine Bedenken, Mildtätigkeit zu üben, weil ihr euch für arm haltet. Als Jesus in der "Zweiten Zeit" mit seinen Jüngern zusammen war, gab Er ihnen dieses Gleichnis: "Ein Zöllner betrat den Tempel und ließ ein Geldstück als Almosen zurück. Danach gab ein wohlgekleideter Pharisäer sieben Geldstücke, wobei er eines nach dem andern fallen ließ, damit sein Tun beobachtet würde und alle sähen, dass seine Gabe groß war. Später kniete eine kranke und arme Frau nieder, um zu beten, und danach legte sie zwei Münzen von geringem Werte hin, die alles waren, was sie besaß. Jesus sprach zu seinen Jüngern: "Seht, der, welcher glaubte, mehr zu geben, gab weniger, und jene, die weniger gab, hat mehr gegeben, weil sie alles hingab, was sie besaß, und somit das Brot, das sie an diesem Tage essen sollte."

11. Euch, die ihr Mir zuhört, werde Ich begreiflich machen, wie viel ihr in euch tragt, damit ihr euch niemals bedürftig fühlt angesichts der wahrhaft Notleidenden.

12. Ihr seid die, von denen man einstens sagte, dass ihr in der Zeit des Heiligen Geistes leben würdet. Dies ist das Zeitalter des Lichtes, in welchem jeder Geist seine Augen der Wahrheit öffnen soll. Schon hat meine Sichel damit begonnen, das Unkraut mit der Wurzel auszurotten. Wundert euch nicht, dass Ich gekommen bin, während die Welt in Kriege verwickelt ist; so war es vorausgesagt.

13. Die Menschen haben soviel Licht durch die Wissenschaft geschaut, dass sie geblendet wurden. Doch wenn diese Verblendung vorüber ist, werden sie durch meine Barmherzigkeit den wahren Weg erkennen, und auf ihm werden sie Mir begegnen, die Verirrten befreiend und errettend, wie es der Hirte mit verirrten Schafen tut.

14. In dieser Zeit bin Ich unter euch nicht Mensch geworden, Ich bin nur als Licht gekommen, das Ich von meinem Reiche zu eurem Geiste sende. Von der Unendlichkeit aus inspiriere Ich euch, damit euer Geist sich morgen in seinem Gebete zu Mir erheben kann.

15. Heute müsst ihr dafür sorgen, dass eure Seele sich durch eure Zubereitung reinigt und meine Gegenwart unter euch fühlt. Vergeistigt euch, damit ihr zu empfangen versteht, worum ihr bittet, was für Mich niemals zu viel sein wird. Vergesst nicht die Bedürfnisse eurer Seele, die durch die Forderungen eures Körpers belastet ist. Erkennt, dass das, was euch am meisten fehlt, die göttliche Unterweisung ist, und jetzt, da sie in dieser Form überreichlich fließt — sucht sie, ergründet sie und wendet sie an mit Werken der Liebe für eure Mitmenschen.

16. Ich will in euch Verständnis für meine Lehre und Besserung in eurem Leben sehen, sodass ihr dieses Werk, das Ich euch offenbart habe, wie ein Juwel von unschätzbarem Werte hütet, dass ihr nicht eitel werdet, diese Gnade zu besitzen, noch sie jemandem, der ihrer bedarf, verweigert und schon gar nicht materiellen Gewinn aus ihr zieht.

17. Wahrlich, Ich sage euch, der Tempel des Sechsten Siegels wird niemals ein Markt oder eine Räuberhöhle sein. Dies Heiligtum, das sich im Geistigen befindet, hält seine Tore offen, damit alle meine Kinder in dasselbe eintreten. Dort wird der Sünder Erlösung finden, werden die Hassgefühle, der Rachedurst und die bösen Neigungen verschwinden.

18. Ihr werdet derzeit vorbereitet, damit ihr diese Frohe Botschaft mit wahrem Glauben und Mut verkündigt. Auch will Ich, dass die Auslegung, die ihr meinem Worte gebt, richtig ist, damit euer Handeln lauter ist. Ich will nicht, dass es unter meinen Jüngern Fanatiker, Puritaner oder Schwärmer gibt, sondern dass die Erhebung eurer Seele innerlich ist und alle eure äußeren Handlungen schlicht und natürlich sind; dass — wenn dies Volk sich vermehrt wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer — es aus wahren Jüngern meiner geistigen Unterweisung besteht, damit sie die Erläuterer des Wortes sind, das sie vernommen haben, und diejenigen sind, die mit ihren Werken die Wahrheit meiner Lehre bezeugen.

19. Fürchtet nicht die Zeit, in der ihr werdet sprechen müssen, missstraut weder Mir noch euch selbst. Ich habe euch gesagt, dass ihr in der Stunde der Prüfung nicht überlegen sollt, was ihr sagen werdet, dass euer Glaube und eure seelische Erhebung genügen werden, damit mein Göttliches Licht durch eure Lippen spricht. Wenn die Menschen von euch eine Erklärung oder Begründung der Inspiration verlangen, die ihr erhalten habt, so werde Ich euch die Wahrheit meiner Offenbarungen ebenfalls begreifen lassen, damit ihr sie euren Mitmenschen erläutern könnt.

Unter den Sendboten werden sich meine Propheten befinden mit dem Auftrage, die Bevölkerung zu erwecken. Doch sie sollen nicht tun, was der Prophet Jona tat, der zu einer heidnischen und sündigen Stadt gegangen war, um sie zu verwarnen, indem er ihren Bewohnern Unheil, Leiden, Plagen und Krankheiten ankündigte, wenn sie sich nicht erneuern würden. Als die Zeit der Erfüllung seiner Prophetie kam, sah er mit großem Erstaunen, dass sich seine Worte nicht verwirklicht hatten, denn statt des Unheils, wie er es angekündigt hatte, erfreute sich jenes Volk des Friedens, der Gesundheit und des Wohlergehens.

Da zog sich der Prophet beschämt in die Einsamkeit zurück, und dort sprach er mit seinem Herrn und sagte Ihm: "Warum hat sich das Wort, das Du in meinen Mund gelegt hast, nicht erfüllt? Sieh doch, statt bei jenen Menschen als dein Prophet zu gelten, halten sie mich für einen Betrüger."

Doch da vernahm er die Stimme des Vaters, die ihm folgendes antwortete: "Ich schickte dich hin, damit du die Heimsuchungen ankündigtest, die geschehen mussten, wenn jene Menschen gegenüber meinem Worte taub sein würden. Doch sie hörten auf dich und bereuten, stürzten ihre falschen Götter und knieten nieder, um Mich anzubeten, sie weinten in der Erkenntnis ihrer Verfehlungen und erwarteten mit Bangen mein Gericht.

20. Ich sah sie zubereitet, und statt Leid sandte Ich ihnen Freude und Frieden. Meinst du, dass Ich, nur um dein Wort zu erfüllen, so wie du es verstehst, Tausende verletzen sollte? Wenn du nicht mit einem von ihnen Mitgefühl hast — Ich fühle mit allen! Das Wort, das du gabst, geschah, damit sie sich erneuern und somit Heimsuchungen vermeiden würden. Sie haben bereut, und darum sieh, wie sie dort voll Jubel und Glauben an den wahren Gott sind!"

21. Behaltet diese Lehren im Gedächtnis, Jünger, es sind Beispiele, die euch auf eurem Wege nützlich sein werden. In euch ruhen die Gaben der geistigen Schau, prophetischer Träume und der Intuition, damit ihr euren Pfad immer erhellt seht und eure Brüder wachsam macht.

22. Eure Aufgabe ist es, zu warnen, zu erwecken, anzukündigen. Doch seid euch bewusst, dass — wenn eure Mitmenschen beten — sie die Ereignisse werden verändern können. Aber ihr sollt euch deshalb nicht betrogen fühlen noch den Glauben verlieren. Eure Bestimmung beschränkt sich darauf, Leiden zu verhüten und Frieden zu stiften. Wenn ihr mit euren Gaben dieses Ergebnis erzielt, dürft ihr zufrieden sein. Betet für den Frieden der Menschheit, bildet alle miteinander ein Heiligtum, in dessen Innern eure Mitmenschen Heil, Frieden und Inspiration finden können.

23. Kommt und esst von diesem Brote, welches mein Wort ist, damit — während ihr euren Geist mit meiner Gnade nährt — Ich unter euch meinen Durst nach Liebe stille. Wann immer ihr eure Mitmenschen geliebt habt, habt ihr Mich geliebt, wenn ihr euren Feinden vergeben habt, habt ihr euch mit Mir versöhnt und legt auf dem Altar eures Glaubens die Opfergabe eurer Verdienste nieder — ein Opfer, das meiner Göttlichkeit immer wohlgefällig ist.

24. Höret: Ich bin der, der euch "nach seinem Bild und Gleichnis" formte. Ich bin der alleinige Gott, niemand hat vor Mir existiert, mein Geist wurde nicht erschaffen, Ich bin ewig, bin immer gewesen und werde immer sein.

25. Ich habe euch mein Dasein und die Dreieinigkeit offenbart, die in Mir existiert — jene Trinität, die ihr im Vater erkennt, welcher Jehova ist, der euch in der "Ersten Zeit" das Gesetz übergab — im "Wort", das euch in der "Zweiten Zeit" durch Jesus die Liebe lehrte, und im Heiligen Geist, der euch mit Licht und Weisheit erfüllt und euch alle Offenbarungen in dieser "Dritten Zeit" erklärt, in welcher er in jeder Seele Schwingungen auslöst und sich unter euch durch den menschlichen Verstand kundgibt.

26. Der Vater kündigte durch den Mund seiner Propheten das Kommen Christi an, und Jesus kündigte das Offenbarwerden des Heiligen Geistes, des Geistes der Wahrheit, an. Es sind die drei Offenbarungsphasen, durch die Ich Mich der Menschheit kundgetan habe — als das Gesetz, die Liebe und die Weisheit — drei Offenbarungsarten und ein einziger Gott, drei Wirkungsweisen und ein einziger Wille, eine einzige Liebe.

27. Wenn der Vater ewig ist, so ist es der Sohn ebenfalls, weil "Das Göttliche Wort", das in Jesus sprach, immer im Vater gewesen ist. Der Heilige Geist ist ewig, weil er die Weisheit Gottes ist, die immer in Ihm gewesen ist. Also — wenn Ich den Menschen "nach meinem Bilde und Gleichnis" geschaffen habe, womit gesagt ist, dass in ihm das Abbild dieser Dreieinigkeit existiert, so habe Ich ihm drei Wesensbestandteile verliehen, das heißt das Fleisch, die Seele und den Geist. Es ist ein Wesen, das aus drei Grundbestandteilen gebildet wurde: dem materiellen — dem Körper, dem seelischen — der Seele, und dem göttlichen — dem Geist.

28. An erhabenster Stelle eurer Seele strahlt ein Funke meiner göttlichen Intelligenz, welcher euer Geist ist, weshalb ihr in Wahrheit Kinder meines Geistes seid.

29. An dem Glücke, Vater zu sein, wollte Ich euch teilhaben lassen, und so machte Ich euch zu Eltern von Menschen, damit ihr solchen Wesen Gestalt geben solltet, die euch gleichen, und in welche die Geistwesen inkarnieren würden, die Ich euch sende. Da es im Göttlichen und Ewigen mütterliche Liebe gibt, wollte Ich, dass es im menschlichen Leben ein Wesen gäbe, das sie verkörpert, und jenes Wesen ist die Frau.

30. An einem (bestimmten) Lebensanfang wurde das Menschenwesen in zwei Teile geteilt und so die zwei Geschlechter geschaffen, das eine — der Mann, das andere — die Frau; in ihm Stärke, Intelligenz, Würde, in ihr Zärtlichkeit, Anmut, Schönheit. Der eine — der Same, die andere — die fruchtbare Erde. Seht hier zwei Wesen, die nur vereint sich vollständig, vollkommen und glücklich fühlen können. In ihrer Harmonie werden sie ein einziges "Fleisch", einen einzigen Willen und ein einziges Ideal bilden.

31. Wenn diese Verbindung vom Gewissen und von der Liebe inspiriert ist, wird sie Ehe genannt.

32. Das Gesetz der Ehe kam als ein Licht herab, das durch das Gewissen der "Ersten" sprach, damit sie erkennen sollten, dass die Vereinigung von Mann und Frau ein Bündnis mit dem Schöpfer bedeutet. Die Frucht dieser Vereinigung war das Kind, in welchem das Blut seiner Eltern zusammenfloss als ein Beweis dafür, dass, was vor Gott verbunden wird, auf Erden nicht gelöst werden darf.

33. Jenes Glück, das der Vater und die Mutter empfinden, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben, ist dem ähnlich, das der Schöpfer erlebte, als Er Vater wurde, indem Er seinen vielgeliebten Kindern Leben gab. Wenn Ich euch später durch Moses Gesetze gab, damit ihr die Gefährtin auszuwählen verstündet und nicht die Frau eures Nächsten begehrtet, geschah es, weil die Menschen sich aufgrund ihrer Willensfreiheit auf die Wege des Ehebruchs und der Leidenschaften verirrt hatten.

34. Nachdem diese Zeit vergangen war, kam Ich in Jesus zur Welt und erhöhte die Ehe und damit die menschliche Gesittung und Tugend durch meine gütige Unterweisung, die immer Gesetz der Liebe ist. Ich sprach in Gleichnissen, um mein Wort unvergesslich zu machen, und machte aus der Ehe eine geheiligte Institution.

35. Jetzt, da Ich aufs neue unter euch bin, frage Ich euch, Männer und Frauen: Was habt ihr aus der Ehe gemacht? Wie wenige können darauf befriedigend antworten! Meine geheiligte Institution ist entweiht worden, aus jenem Lebensquell entspringen Tod und Schmerz. Auf dem reinen Weiß dieses Gesetzesblattes befinden sich die Schandflecken und Spuren von Mann und Frau. Die Frucht, die süß sein sollte, ist bitter, und der Kelch, den die Menschen trinken, ist voll Galle.

36. Ihr entfernt euch von meinen Gesetzen, und wenn ihr strauchelt, fragt ihr euch angstvoll: Warum gibt es soviel Schmerz? — Weil die Begierden des Fleisches immer die Stimme des Gewissens überhört haben. Jetzt frage Ich euch: Warum habt ihr keinen Frieden, obwohl Ich euch alles Notwendige gegeben habe, damit ihr glücklich wäret?

37. Ich habe am Himmelszelt einen blauen Mantel ausgebreitet, damit ihr unter ihm eure "Liebesnester" bautet, damit ihr dort, fern den Versuchungen und Verwicklungen der Welt, mit der Einfachheit der Vögel lebtet; denn in der Einfachheit und im aufrichtigen Gebet kann man den Frieden meines Reiches und die Offenbarung vieler Geheimnisse fühlen.

38. Männer, wenn die Gefährtin, die ihr erwählt habt, wie unfruchtbares Land ist, das euch keine Früchte geschenkt hat, habt ihr euch auf die Suche nach neuem Land gemacht und dabei vergessen, dass ihr gegenüber eurem Schicksal und eurer Sühnepflicht ergeben sein sollt. Warum gebt ihr dem Schicksal die Schuld an euren Prüfungen und Leiden, denen ihr in eurer Ehe begegnet, wenn ihr selbst diesen Weg gewählt habt?

39. Jeder, der sich vor meiner Göttlichkeit ehelich verbindet — auch wenn seine Vereinigung von keinem Geistlichen bestätigt ist — schließt einen Pakt mit Mir, einen Vertrag — der im Buche Gottes aufgezeichnet bleibt, in welchem alle Geschicke niedergeschrieben sind.

40. Wer kann diese beiden ineinander verflochtenen Namen von dort auslöschen? Wer kann auf der Welt lösen, was in meinem Gesetze vereinigt worden ist?

41. Wenn Ich euch trennen würde, würde Ich mein eigenes Werk zerstören. Wenn ihr Mich gebeten habt, auf der Erde vereinigt zu sein, und Ich es euch gewährt habe — warum haltet ihr hernach eure Gelöbnisse nicht und verleugnet eure Schwüre? Ist das etwa kein Hohn auf mein Gesetz und meinen Namen?

42. Euch unfruchtbaren Frauen sagt der Meister: Ihr habt euch sehr gewünscht und darum gebeten, dass euer Leib zu einem Quell des Lebens werde, und habt gehofft, dass eines abends oder eines morgens in eurem Innern das Pochen eines zarten Herzens zu vernehmen ist. Aber die Tage und Nächte sind verstrichen, und nur Schluchzer entrangen sich eurer Brust, weil kein Kind an eure Pforten gepocht hat.

43. Wie viele von euch, die ihr Mich hört, und die ihr von der Wissenschaft aller Hoffnung beraubt worden seid, werden fruchtbar werden müssen, damit ihr an meine Macht glaubt und Mich viele durch dieses Wunder erkennen. Wachet und geduldet euch. Vergesst meine Worte nicht!

44. Familienväter, vermeidet Fehler und schlechte Beispiele. Ich verlange keine Vollkommenheit von euch, nur Liebe und Fürsorge für eure Kinder. Bereitet euch geistig und körperlich vor, denn im Jenseits warten große Legionen von Seelen auf den Augenblick, unter euch Mensch zu werden.

45. Ich will eine neue Menschheit, die nicht nur an Zahl, sondern auch an Tugend zunimmt und sich mehrt, damit die Menschen die verheißene Stadt nahe sehen und ihre Kinder es erreichen, im Neuen Jerusalem zu wohnen.

46. Ich will, dass sich die Erde mit Menschen guten Willens füllt, welche Früchte der Liebe sind.

47. Zerstört das Sodom und Gomorra dieser Zeit, lasst nicht zu, dass euer Herz sich an deren Sünden gewöhnt, und tut es nicht deren Bewohnern gleich.

48. Auf diese Weise bereite Ich euch in der "Dritten Zeit" zu, denn die Volksmengen, die Ich euch angekündigt habe, werden kommen.

49. Jeder übernehme die Rolle, die ihm zukommt, und so hört nun meine Unterweisung in einem Gleichnis:

50. "Vor Gott befand sich ein Geist voll Licht, Reinheit und Unschuld, welcher zu seinem Herrn sprach: "Vater, sage mir, was meine Aufgabe ist, denn ich sehne mich danach, Dir zu dienen." Und der Herr antwortete ihm liebevoll: "Gedulde dich, Ich werde auf der Welt einen Mann und eine Frau vereinen, und aus ihrer Vereinigung wird ein Sohn geboren werden, in welchen du inkarnieren wirst, damit du als Menschenkind in den Prüfungen der Welt Erfahrung sammelst und du die Zärtlichkeit einer Mutter und den liebevollen Beistand eines Vaters dir nahe fühlst."

51. Der Geist freute sich und wartete. Unterdessen vereinigte der Herr einen Mann mit einer Frau durch Bande der Liebe und so (vereint) sandte Er sie auf den Lebensweg. —

52. Ein neues Lebewesen keimte im Schoße der Frau, und alsdann sandte Gott jenen Geist, um in diesem Körper Fleisch anzunehmen, und im neunten Monat erblickte er das Licht der Welt.

Die Mutter strahlte vor Glück, und der Vater betrachtete ihn mit Stolz. Jener Sohn war das Werk beider, war die Frucht ihrer Liebe. Die Frau fühlte sich stark, und der Mann fühlte sich ein wenig seinem Schöpfer ähnlich. Die beiden widmeten sich der Pflege jenes zärtlichen Herzens.

53. Der Geist, welcher den Sohn belebte, strahlte, wenn er den süßen Blick seiner Mutter und das ernste und zugleich liebevolle Gesicht des Vaters erblickte.

54. Die Zeit verging, und der Vater entfernte sich in seinem Lebenskampfe von dem Liebesnest, geriet auf Abwege und ging so weit, bis er sich verirrte und in den Dorngestrüppen Fetzen seines Gewandes zurückließ. Er aß giftige Früchte und entblätterte die Blumen, die er auf seinem Wege fand.

Als er sich krank und niedergeschlagen fühlte, erinnerte er sich der Lieben, die er verlassen hatte. Er versuchte zurückzukehren und sie zu suchen, doch fehlten ihm die Kräfte. Da nahm er alle Kraft zusammen, und sich dahinschleppend und taumelnd auf dem langen Wege gelangte er zu den Pforten seines Heimes. Die Gattin empfing ihn in ihren Armen mit Tränen in den Augen, der Sohn war krank und lag im Sterben.

55. Als der Vater seinen sterbenden Sohn erblickte, flehte er die Göttliche Barmherzigkeit um seine Genesung an, raufte sich verzweifelt die Haare und lästerte. Doch jene Seele löste sich von ihrem Körper und ging ins Jenseits. Die Eltern blieben trostlos zurück und machten sich abwechselnd selbst verantwortlich für das Unglück, das sie betroffen hatte: Er, weil er weggegangen war — sie, weil sie ihn nicht zurückzuhalten vermochte.

56. Als jene Seele in die Gegenwart des Schöpfers gelangte, sprach sie: "Vater, warum hast Du mich aus den Armen jener süßen Mutter weggenommen, welche mein Fehlen schluchzend und verzweifelt gemacht hat?" Darauf antwortete ihm der Herr: "Warte, gedulde dich, denn du wirst aufs neue in den gleichen Schoß zurückkehren, wenn jene ihre Fehler erkannt und mein Gesetz verstanden haben."

57. Der Mann und die Frau lebten weiterhin vereint, einsam, und bereuten innerlich ihre Verfehlungen, als sie noch einmal durch die Anzeichen eines neuen Kindes überrascht wurden. Gott ließ den Geist von neuem in jenen Schoß zurückkehren und sagte ihm: "Sei in jenem Körper, der sich für das Leben vorbereitet, und erquicke dich nochmals an jenem Schoße."

58. Die Eltern, die den Erstgeborenen für verloren hielten, wussten nicht, dass er in ihre Mitte zurückgekehrt war. Doch die Leere, die der erste Sohn zurückließ, füllte der zweite aus, Freude und Frieden kehrte in den Schoß jenes Heimes zurück, die Mutter lächelte wieder, und auch der Vater ergötzte sich.

59. Jetzt fürchtete sich der Mann davor, sich von den Seinen zu entfernen und gab sich Mühe, sie mit Liebe zu umhegen, während er bei ihnen blieb. Aber die Zeit ließ ihn seine vergangene Erfahrung vergessen, und durch schlechte Freunde verleitet, geriet er in das Laster und in die Versuchung. Die Frau machte ihm Vorwürfe und begann ihn abzuweisen; das Heim verwandelte sich in ein Schlachtfeld. Bald lag der Mann besiegt, krank und geschwächt darnieder, während die Frau das Kind in der Wiege alleinließ und sich auf die Suche nach Brot für das unschuldige Kind und nach Nahrung für jenen Gefährten machte, der sie weder zu lieben noch zu beschützen wusste. Sie erlitt Demütigungen und Schmähungen, durchlebte Gefahren und widerstand den Begierden schlechtgesinnter Männer, und auf diese Weise beschaffte sie ihren Angehörigen das tägliche Brot.

60. Gott erbarmte sich der unschuldigen Kinderseele, und noch bevor sie ihre Augen dem Lichte der Vernunft öffnete, rief Er sie wieder zu sich. Doch als die Seele sich vor ihrem Herrn einfand, sagte sie Ihm voller Schmerz: "Vater, von neuem hast Du mich den Armen jener entrissen, die ich liebe. Sieh, wie hart mein Los ist! Jetzt bitte ich Dich, dass Du mich entweder in deren Schoße oder in dem deinen für immer verbleiben lässt; doch lasse mich nicht mehr hin- und herziehen, ich bin müde."

61. Als der Mann aus seiner Teilnahmslosigkeit erwachte, erblickte er ein neues Bild des Schmerzes: die Gattin weinte untröstlich am Kopfende des Bettes, auf dem der zweite Sohn tot dalag. Der Mann wollte sich das Leben nehmen, doch die Gattin hielt ihn davon ab, indem sie sagte: "Vergreife dich nicht an deinem Leben, halte deine Hand zurück, erkenne, dass wir selbst die Ursache sind, dass Gott unsere Kinder wegnimmt." Der Mann besänftigte sich, da er erkannte, dass in jenen Worten ein Wahrheitslicht enthalten war.

Die Tage vergingen und brachten Ruhe jenen Herzen, die mit Schmerzen an ihre Kinder zurückdachten, die von ihnen gegangen und welche die Freude jenes Heims gewesen waren, das von da an in Trostlosigkeit versank.

62. Da fragte die Seele ihren Herrn: "Vater, wirst du Mich aufs neue zur Erde senden?" "Ja", sagte ihr der Herr, "und so oft es notwendig ist, bis jene Herzen glattgeschliffen sind".

Als sie wieder inkarnierte, war ihr Körper krank, weil ihre Mutter erkrankt war und ihr Vater ebenso. Mit der Bitte um Erleichterung erhob sich jene Seele von ihrem Schmerzenslager zum Vater. Diesmal hatte sie das Licht der Welt nicht erblickt, es war kein Lächeln auf den Lippen ihrer Eltern, es gab nur Tränen. Die Mutter weinte von morgens bis abends an der Wiege des Kindes, während der Vater voll Reue fühlte, dass der Schmerz sein Herz durchbohrte, als er sah, dass der Sohn seine eigenen Gebrechen geerbt hatte.

63. Kurz war der Aufenthalt der Seele in jenem kranken Fleische, und sie kehrte wieder in die Gegenwart des Herrn zurück.

64. Einsamkeit umfing wieder die Ehegatten, aber der Schmerz hatte sie vereint wie noch nie, ihre Herzen liebten sich, und sie gelobten einander, bis zum Ende des Lebensweges vereint zu wandern. Der Mann erfüllte seine Pflichten, sie sorgte für ihren Gatten, und beide genasen von ihren Krankheiten.

65. Sie glaubten kaum, dass Gott ihnen nochmals einen Sohn gewähren werde, doch siehe da, als der Herr sah, dass in jenen Wesen körperliche und seelische Gesundheit blühte, sandte Er ihnen jene Seele als Belohnung für die Selbstverleugnung der Frau und die Besserung des Mannes, und dem Schoße der Frau entsproß ein Körperchen, frisch wie eine Blumenknospe, die jenes Heim mit Glück und Frieden überflutete.

66. Der Mann und die Frau dankten ihrem Herrn auf den Knien, weinend vor Glück, während jene geduldige und folgsame Seele durch den Sohn hindurch lächelte und zu Gott sprach: "Herr, trenne mich nicht mehr von meinen Eltern. Es ist Friede in meinem Heim, Liebe in ihren Herzen, Wärme in meiner Wiege, Milch und Honig in der Brust meiner Mutter, Brot auf dem Tisch. Mein Vater liebkost mich, und in seinen Händen hat er die Werkzeuge für die Arbeit. Segne uns." Und der Herr segnete sie mit Jubel in seinem Geiste und ließ sie vereint in einem "Körper", in einem Herzen und in einem Willen." (Ende des Gleichnisses).

67. Heute sage Ich euch: Trinket von diesem Weine, von meiner Unterweisung, und seid fröhlich, denn wenn ihr euch bei eurem Vater versammelt, gibt es ein Fest im Hause des Herrn.

68. Wie viele von euch erwachen zu neuem Leben, wenn sie mein Wort in dieser Zeit vernehmen. Ihr wart dem Glauben nach tot; denn während den einen die irdischen Ärzte jede Hoffnung geraubt hatten, hatten die Priester den andern die Teilnahme am Abendmahl verweigert.

69. Ihr habt euer Herz geöffnet, als ihr fühltet, dass mein Wort den Kranken heilte, dem Sünder liebevoll vergab, und dass der Meister allen das Brot des ewigen Lebens anbot.

70. Ströme von Verderbheit habt ihr auf eurem Lebensweg gesehen, Morastsümpfe und unfruchtbares Land, das niemand fruchtbar zu machen verstand.

71. Ihr habt erlebt, wie die Felder, die früher fruchtbar waren und der Welt ihre reichen Früchte des Friedens und des Glückes anboten, heute in Felder des Blutes, der Zerstörung und des Todes verwandelt sind.

72. Es ist notwendig, dass der Vater sich seinen Kindern nähert. Ich bin der Tau, der in der Stille der Nacht auf die Felder niedergeht und auf die Kronen der Blumen fällt. Doch die Blumen, die verdorrt sind, die Herzen, die die Hoffnung aufgegeben haben, vermögen meine Liebe nicht zu empfinden.

73. Jünger, erkennt, dass Ich mit meiner Unterweisung in euren Herzen das Gefühl der Barmherzigkeit erweckt habe, damit ihr die Leiden der Menschen zu den euren macht und ihren Konflikten, Prüfungen und Tragödien gegenüber nicht gleichgültig seid.

74. Vereint euch in Gedanken und betet für eure Brüder. Ich werde euer Flehen erhören und eure Bitten belohnen. Noch seid ihr zu schwach, eure Leiden oder Sorgen zu vergessen, um an die andern zu denken. Ich sage euch: Bejaht diese Prüfungen mit Mut und mit Vertrauen zu eurem Herrn, denn sie werden durch eure Widerspenstigkeit oder Ablehnung nicht von eurem Lebensweg weichen oder sich auflösen. Mit seelischer Erhebung, mit Glauben, mit Zuversicht hingegen werdet ihr die schrecklichsten Heimsuchungen meistern. Jeder Stachel, jeder Abgrund, den ihr überwindet, wird in eurer Seele einen Funken Lichtes hinterlassen. Wer seine Prüfungen mit Fassung anzunehmen weiß, empfindet, dass die Augenblicke des Schmerzes, welche andern ewig erscheinen würden, kürzer werden.

75. Dieses Leben ist euer Kreuzweg, auf dem ihr manchmal zu Fall kommt, doch ebenso auch fühlt, dass ihr nicht allein seid mit eurem Kreuz, weil ein unsichtbarer und liebevoller Helfer euch jedes Mal wieder aufrichtet, wenn ihr durch die Last eures Schicksals bezwungen niedersinkt.

Wenn sich der Wolf an euch herangemacht hat, habe Ich ihn vertrieben. Wenn Ungläubige und Spionierer in den Schoß eurer Versammlungen eingedrungen sind, um Fehler zu entdecken und euch deswegen anzuklagen, so habe Ich euch mit meinem Mantel der Zärtlichkeit bedeckt und habe die Lippen jener verschlossen. Wenn die Menschen euch mit ihren Fragen einer Prüfung unterzogen haben, habe Ich vorzeitig die Stimme des Heiligen Geistes auf eure Lippen gelegt, da ihr euch noch nicht zubereitet hattet, um sie mit Worten des Lichtes zu überzeugen.

76. Ich tadle euch nicht, doch sucht in der Güte meines Wortes die Hoffnung, die Besserung und auch das Gericht. Was würde aus euch, wenn Ich euch in eurer Unvollkommenheit schmeichelte und in euren Sünden lobte? Ist dies etwa nicht das, was die Menschen mit den Fürsten der Welt machen? — Immer habe Ich euch ermutigt, wenn Ich euch mit Eifer euren geistigen Fortschritt suchen sehe, wenn ihr die Kranken aufsucht, ohne an die Stunde zu denken oder darauf zu achten, ob das Wetter unfreundlich ist; und wenn ihr vor den Richtern gestanden seid, seid ihr ruhig geblieben und habt von Mir Zeugnis abgelegt mit Worten der Wahrheit.

77. So habt ihr gelernt, dass die Herzen die Felder sind, die ihr kultivieren müsst, und dass eure Bemühungen umso größer sein müssen, je ausgedehnter die Fluren sind; und dass ihr das, was ihr gesät habt, nicht mehr im Stich lassen dürft.

78. Unter euch befinden sich jene, die auf der Suche nach neuen Feldern zum Besäen zu anderen Nationen gehen werden. Ich habe euch die universelle Sprache gegeben, mit der ihr euch untereinander werdet verständigen können — keine erlesene Sprache, welche menschliche Lippen sprechen, sondern jene, welche der Geist durch die Liebe zum Ausdruck bringt.

79. Für andere wird es nicht nötig sein, diese großen Reisen zu unternehmen. Für sie wird es genügen, sich vorzubereiten, um an den Allernächsten Barmherzigkeit zu üben, sowie auch Licht zu geben den körperlosen Seelen, die verwirrt sind. Wehe dem, der seine Türen dem Hilferuf dieser Legionen Bedürftiger verschließt, denn sie werden in ihrer Verwirrung nicht vergeben!

80. Der fleißige Jünger segnet Mich bei jedem Schritt, weil er das Gewicht seines Kreuzes als leicht empfindet und er sich freut, Mir zu dienen. Der faule fühlt sich seiner Freiheit beraubt und unter eine sehr schwere Last gebeugt. Ich fessle niemanden und mache auch niemanden zu einem Sklaven — im Gegenteil, Ich gebe euch die wahre Freiheit, damit euch weder das Gefängnis noch der Tod in Ketten legen kann, sondern damit ihr dort, wo viele sich für verloren hielten, eure Seele auf die unendliche Stufenleiter ihrer Entwicklung erhebt.

81. Jünger: Seid ihr bereit, jenen zu vergeben, die euch beleidigen? Wer sind eure Feinde? — Wahrlich, Ich sage euch, ihr dürft eure Mitmenschen nicht Feinde nennen! Ich sende euch nicht gegen die Menschen, sondern gegen ihre Sünde und ihre Unwissenheit.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 39

1. Ich bin der Friede, der sich auf euch herniedersenkt, denn in der Welt sehe Ich nur Chaos.

2. Wachet und betet, tut das Gute, und ihr werdet durch die Ausübung der Barmherzigkeit den Krieg zunichte machen.

3. Der Baum der Wissenschaft, so wie die Menschen ihn gepflegt haben, trägt eine bittere Frucht für die Menschheit. Doch Ich gebe euch jetzt das kristallklare Wasser der Liebe, damit ihr ihn bewässert und erlebt, wie andersartig die Früchte sein werden, die eben jener Baum dann hervorbringt.

4. Bevor ihr in meiner Unterweisung das Geheimnis entdeckt, den Baum der Wissenschaft zu pflegen, wird dieser durch starke Orkane gepeitscht werden, die seine schlechten Früchte bis zur letzten herabfallen lassen und ihn reinigen werden.

5. Nach diesem Sturm werdet ihr in eurem Geiste allmählich ein neues Licht strahlen sehen, das sich auf allen euren Lebenswegen widerspiegeln wird.

6. Ihr lebt jetzt in der Zeit des Gerichts. Erinnert euch, wie oft Ich euch gesagt habe, dass die Sichel meiner Göttlichen Gerechtigkeit das Unkraut unermüdlich abschneidet.

7. Sowohl die Wissenschaft, wie auch die Religionen oder die Männer der Macht bekommen meine Gerechtigkeit zu fühlen. Nichts wird von meinem Blick unerforscht bleiben oder nicht auf meiner Waage gewogen werden. Von Anbeginn der Menschheit ist die Sünde zum Sterben verurteilt worden, und mein Wort muss sich erfüllen.

8. Wenn du, mein Volk, auf der Erde die Zeichen dieser Ereignisse erblickst, so erhebe dich im Gebete zu Mir, vereinigt euch mit eurer Familie in einem einzigen Gedanken und sendet euren Geist als Boten meiner Liebe zu euren Brüdern, die des Friedens bedürfen.

9. Zweifelt nicht an der Macht des Gebets; denn wenn ihr bei der Ausübung der Nächstenliebe keinen Glauben habt, werdet ihr euren Mitmenschen nichts geben können.

10. Habe Ich euch nicht gelehrt, dass sogar die entfesselten Naturgewalten euer Gebet vernehmen können und sich beruhigen? Wenn sie meiner Stimme gehorchen — warum sollten sie dann nicht der Stimme der Kinder des Herrn gehorchen, wenn sie sich zubereitet haben?

11. Schon in der Zeit, da Ich bei euch in der Welt war, lehrte Ich euch beten, damit ihr in den Augenblicken der Prüfung euch mit eurem Vater verbinden könntet und, indem ihr von Ihm Kraft bezieht, euren Auftrag der Liebe und Barmherzigkeit unter den Menschen erfülltet.

12. Das Gebet ist eine Gnade, die Gott dem Menschen übergeben hat, damit es ihm als Leiter diene, um (geistig) emporzusteigen — als Waffe, um sich zu verteidigen, — als Buch, um sich zu unterrichten, — und als Balsam, um sich zu heilen und von jeder Krankheit zu genesen.

13. Das wahre Gebet ist von der Erde verschwunden, die Menschen beten nicht mehr, und wenn sie es zu tun versuchen, tun sie es mit den Lippen, anstatt mit dem Geiste zu Mir zu sprechen, und verwenden leere Worte, Riten und Verstellungskünste. Wie wollen die Menschen Wunder schauen, wenn sie Formen gebrauchen und Praktiken anwenden, die Jesus nicht lehrte?

14. Es ist notwendig, dass das wahre Gebet unter die Menschen zurückkehrt, und Ich bin es, der es euch von neuem lehrt.

15. Gesegnet sei, wer in seiner Liebe zu andern inspiriert diesen als Stufe dient bei ihrem Aufwärtsstreben zu Mir. Denn wenn er seine Augen öffnet, um sich selbst zu betrachten, wird er sich nahe bei seinem Vater sehen.

16. Fragt nicht, was ihr tun sollt, um zu wissen, dass ihr euren Auftrag erfüllt habt; denn mein Gesetz beschränkt sich darauf, dass ihr einander lieben sollt. Begreift, dass jeder Tag eures Lebens euch eine Gelegenheit bietet, dieses göttliche Gebot auszuüben.

17. Jeder kann auf seinem Wege den Auftrag erfüllen, zu lieben. Wer Seelen führt, wer unterrichtet, der Wissenschaftler, der Regierende, der Familienvater, ihr alle könnt euren Nächsten dienen, wenn ihr euch an meinem Höchstgebote inspiriert, das euch sagt: Liebet einander.

18. Alles wird rein, alles wird erneuert werden, damit die neuen Generationen die Erde für die Erfüllung ihrer großen geistigen Aufgabe vorbereitet finden.

19. Sucht euch nicht diejenigen aus, die ihr lieben sollt, liebt alle ohne Unterschied. Die geistige Liebe darf keine Bevorzugungen kennen.

20. Die Liebe, die Ich euch lehre, ist jenseits der Liebe zu euren Angehörigen, der Liebe zum Vaterland und zu euch selbst.

21. Fürchtet nicht, in diesem Werk der Liebe nicht nützlich sein zu können, wenn ihr an eure materielle Armut denkt. Vergeistigt euch, und ihr werdet die Güter der Erde nicht benötigen, um euren Nächsten Gutes tun zu können. Seht, wie Ich unter diesem Volke von bedürftigen und schlichten Gemütern meine Arbeiter ausgesucht und sie zu Beratern, Ärzten und Vertrauten derer gemacht habe, die leiden, und dass man im Verlangen nach Trost und Frieden zu ihnen kommt.

22. Unerschöpflich ist aus ihrer Liebe der Balsam der Heilung geflossen, von ihren zuvor schwerfälligen Lippen kam das Wort des Lichts, das belehrt, erneuert, innerlich bewegt und überzeugt. Und was glaubten diese Arbeiter in ihren Herzen zu tragen, bevor Ich ihnen ihr Erbe enthüllte? — Nichts, sie fühlten sich als Parias, unfähig, Nächstenliebe zu üben und sich selbst zu führen.

23. Seht, wie vor der Bescheidenheit dieser Arbeiter die Reichen erscheinen und um Hilfe bitten — die Ärzte, um sie wegen ihrer ungelösten Probleme zu befragen; und jene, die sich auf dem Gebiete der theologischen oder philosophischen Kenntnisse ausgebildet haben, kommen herbei, um die erste Lektion zu lernen. Setzt euch dieses Wunder nicht in Erstaunen, das unter euch geschehen ist? Dann verstehst du es schon, Volk, und du, Menschheit, wirst es verstehen. Die Macht und die Reichtümer der Erde werden nicht genügen, um euch den Frieden zu bringen, um euch gegenseitig nützlich zu sein, indem ihr euch materielle Hilfe leistet, wenn ihr nicht zu lieben lernt.

24. Wenn Liebe in eurer Seele ist und ihr sie eure Nächsten fühlen lasst, dann werdet ihr Wunder sich verwirklichen sehen. Fangt an, Tugend zu üben — ihr, die ihr gefühllos oder ferne der Barmherzigkeit, der Liebe, dem Guten geblieben seid, welche die Essenz eines geistigen Lebens sind. Und wenn jemand an eure Türen kommt, vor Durst, Müdigkeit und Hunger erschöpft, so setzt ihn an euren Tisch, ohne zu überlegen, ob im Kasten genug Brot ist. Fragt euer Herz, ob ihr es mit aufrichtiger Liebe tut, wenn ihr den Wanderer an euren Tisch ladet, mit wahrem Mitgefühl. Wenn es so ist, werdet ihr das Brot vervielfacht sehen, werdet ihr alle satt werden, und im Herzen des Wanderers wird eine Flamme des Glaubens entzündet werden, um Mir zu danken und Mich zu segnen. Er wird in seinem Leben das gleiche tun, was ihr an ihm getan habt, denn ihr habt ihn eine Liebeslektion gelehrt, die dem beschränktesten Verstande zugänglich ist.

25. Seid bescheiden, erinnert euch, dass Ich, euer Gott, in Niedrigkeit geboren wurde und später meinen Körper mit einem einfachen Leibrock bedeckte. Warum träumt ihr immer von guten Kleidern und sehnt euch sogar nach königlichen Gewändern?

26. Euer Reich ist auch nicht von dieser Welt. Dieses Leben ist wie ein Schlachtfeld, wohin ihr zieht, um Verdienste zu erwerben, um hernach das eroberte Land siegreich zu betreten und in ihm euren Lohn zu empfangen.

27. Lasst niemals das Kreuz auf halbem Wege liegen, lasst eure Aufgabe nicht im Stich, denn es wäre so, wie wenn ihr in einer Schlacht eure Waffen wegwerfen, feige vor dem Kampfe fliehen und auf den Triumph verzichten würdet, der euren Geist erwartete.

28. Ich bin der vollkommene Weg, in meinem Erdenleben hinterließ Ich euch mit meinem Vorbilde das Buch des wahren Lebens, durch dessen Lehren ihr lernen sollt, zu kämpfen, um in allen Schlachten zu siegen. Mein Schwert der Liebe kämpfte ohne Unterlass gegen das Böse und die Unwissenheit der Menschheit. Meine Waffen waren nicht mörderisch, Ich brachte euch nicht den Tod, sondern das ewige Leben. Meine Sanftmut brachte die, die Mich schmähten, zur Verzweiflung und in Verwirrung, meine liebevolle Vergebung besiegte die Härte ihrer Herzen, mein Tod als Mensch erweckte sie zum Leben der Gnade. Erinnert ihr euch nicht, dass der verheißene Messias als ein unbesiegbarer Streiter angekündigt worden war?

29. Es ist Zeit, dass den Herzen der Menschen Liebe, Vergebung und Demut entspringen, als wahre Waffen, die sich dem Hass und dem Hochmut entgegenstellen. Solange Hass auf Hass und Hochmut auf Hochmut stoßen, werden sich die Völker vernichten und wird es in den Herzen keinen Frieden geben.

30. Die Menschen wollten nicht begreifen, dass sie ihr Glück und ihren Fortschritt nur im Frieden finden können, und laufen ihren Idealen von Macht und falscher Größe nach, wobei sie das Blut ihrer Brüder vergießen, Leben vernichten und den Glauben der Menschen zerstören.

31. Der Mensch mit seiner stolzen Wissenschaft fordert mein Gesetz heraus, und ich sage euch, dass Ich ein weiteres Mal gegen seine Sünde kämpfen werde. Doch der Mensch wird in Mir keinen stolzen und hochmütigen Richter finden — denn dies sind menschliche Fehler — noch wird er auf sich die Last einer Rache fühlen; denn die niederen Leidenschaften sind nur eurer Unvollkommenheit eigen. Er wird einem unerbittlichen Richter begegnen und einem Meister, der ihn in einer großen Liebeslehre unterrichtet.

32. Nicht alle wollt ihr Kriege oder nährt ihr Hass oder Hochmut gegenüber den Unschuldigen, gegenüber denen guten Willens und Glaubens. Ich werde Zeichen geben, wenn die Kriege am Ausbrechen sind, damit die Gläubigen wachen und beten; denn durch ihr Gebet und ihr "Wachen" werden sie unverwundbar sein gegenüber Mordwaffen.

33. Von Osten nach Westen werden sich die Nationen erheben und sich bekämpfen, und von Norden nach Süden werden sie ebenfalls aufbrechen, damit sie alle auf dem Kreuzweg aufeinandertreffen. Bei diesem Zusammenprall wird ein unermesslicher Scheiterhaufen entstehen, auf dem der Hass verbrennen, der Hochmut ausgelöscht werden und das Unkraut vernichtet werden wird.

34. Es ist notwendig, dass die neuen Generationen eine reine Erde vorfinden, damit Friede und Liebe erblühen. Aber zuvor wird selbst die letzte Spur des Verbrechens von Kain verschwinden, dessen Erbe die Menschheit noch immer in sich trägt.

35. Findet ihr, die ihr unter der geistigen Ausstrahlung meiner Unterweisungen steht, dass in all diesem Schmerz, der sich nähert, eine Strafe oder Vergeltung Gottes enthalten ist? — Nein, sagt ihr Mir, es ist die Frucht, die wir großgezogen haben und die wir nun ernten werden.

36. Ich habe immer Mitleid mit meinen Kinder, denn ihr seid zu klein, um all das Böse zu begreifen, das ihr euch antut. Deshalb nähere Ich Mich euch, und indem Ich mein Wort materialisiere, sende Ich euch meine Boten, um euch zu ermahnen, um euch vor eurem bösen Weg zu warnen. Aber wann habt ihr auf meine Rufe geachtet? — Niemals. — Das ist der Grund, weshalb die Menschheit leidet.

37. Geliebtes Volk, sei nicht ein bloßer Zuschauer angesichts des Chaos, das ihr sehen werdet. Denn ihr werdet Mir von dem Frieden und der Kraft, die ihr empfangen habt, Rechenschaft ablegen müssen.

38. Jener Friede und jene Stärke sind da, damit ihr betet, damit euer Verstand sich nicht verfinstert, und damit ihr euch fleißig und unermüdlich erweist, das Gute zu tun, den Glauben zu entfachen und unter den Menschen Trost zu verbreiten.

39. Geliebte Jünger, verbreitet meine Lehre unter euren Mitmenschen. Ich trage euch auf, klar zu sprechen, so wie Ich euch gelehrt habe. Studiert sorgfältig alle Teile dieses Werkes, denn wahrlich, Ich sage euch, morgen werdet ihr von euren Brüdern befragt werden. Ich weiß, dass sie euch fragen werden, welche Vorstellung ihr von der Dreieinigkeit Gottes habt, von der Göttlichkeit Christi und von der Reinheit Marias, und ihr müsst stark sein, damit ihr diese Prüfungen besteht.

40. Über die Dreieinigkeit sollt ihr aussagen, dass es keine drei verschiedenen Personen sind, die in Gott existieren, sondern nur ein Göttlicher Geist, der sich der Menschheit in drei verschiedenen Entwicklungsabschnitten kundgetan hat. Doch diese glaubte in ihrer Unfähigkeit, der Wahrheit auf den Grund zu kommen, drei Gottheiten zu erblicken, wo nur ein einziger Geist existiert. Deswegen, wenn ihr den Namen "Jehova" hört, so denkt an Gott als Vater und als Richter. Wenn ihr an Christus denkt, so seht in Ihm Gott als Meister, als Liebe, und wenn ihr zu begreifen sucht, wo der Heilige Geist herkommt, so verstehet, dass Er kein Anderer als Gott ist, der seine Weisheit den Jüngern, die weiter fortgeschritten sind, offenbart.

41. Wenn Ich die Menschheit der ersten Zeiten geistig so entwickelt gefunden hätte wie die von heute, so hätte Ich Mich ihr als Vater, als Meister und als Heiliger Geist kundgetan, und dann hätten die Menschen keine drei Gottheiten gesehen, wo nur Eine existiert. Aber sie hatten nicht die Fähigkeit, meine Lehren zu deuten, und wären verwirrt worden und hätten sich von meinem Wege entfernt, um weiterhin zugängliche und kleine Götter gemäß ihren Vorstellungen zu schaffen.

42. Nun wisst ihr den Grund, warum der Vater sich in Etappen offenbart hat und versteht auch den Irrtum der Menschen bezüglich des Begriffs der Dreieinigkeit.

43. In meinem Göttlichen Geiste gibt es eine unendliche Zahl von Darstellungsformen und Eigenschaften. Doch weil Ich Mich während dreier Zeitepochen in drei Haupteigenschaften gezeigt habe, habe Ich euch Trinitarier genannt, und jetzt erkennt ihr Mich bereits in diesen drei Offenbarungen und versteht sie in einer einzigen zu vereinen, wobei ihr in ihr einen einzigen Gott erblickt, der Sich ebenso gut heute als Richter wie morgen als Meister und später als Vater von unendlicher Weisheit und Güte offenbaren kann.

44. Versucht nicht mehr, Mir in eurer Vorstellung körperliche Gestalt zu geben, denn es existiert keine Gestalt in meinem Geiste, sowenig wie die Intelligenz, die Liebe oder die Weisheit Gestalt haben.

45. Ich sage euch dies, weil viele Mich in der Gestalt eines Greises sich vorgestellt haben, wenn sie an den Vater denken; doch Ich bin kein alter Mann, denn Ich bin außerhalb der Zeit, mein Geist hat kein Alter.

46. Wenn ihr an Christus denkt, formt ihr sogleich in eurem Sinn das körperliche Bild Jesu. Doch Ich sage euch, dass Christus, die ins Fleisch geborene Göttliche Liebe, mein menschgewordenes "Wort", als Er die körperliche Hülle verließ, mit meinem Geiste verschmolz, aus dem Er hervorgegangen war.

47. Wenn ihr jedoch vom Heiligen Geiste sprecht, verwendet ihr das Symbol der Taube, um zu versuchen, ihn euch in irgendeiner Form vorzustellen. Doch Ich sage euch, dass die Zeit der Sinnbilder vorüber ist, und dass ihr aus diesem Grunde, wenn ihr euch unter dem Einfluss des Heiligen Geistes fühlt, ihn als Eingebung, als Licht in eurer Seele, als Klarheit empfangt, welche Ungewissheiten, Geheimnisse und Dunkelheiten beseitigt.

48. Wenn Ich euch sage, dass Christus die Liebe des Vaters ist, so begreift, dass Christus göttlich ist. Was ist daran sonderbar, dass Gott seine Liebe Mensch werden ließ, um sie einer Welt kundzutun, welcher es an Vergeistigung mangelte? Ist dies nicht ein Beweis vollkommener Vaterliebe, die denen gegeben wurde, die — weil sie nicht zum Vater gehen können — von Ihm gesucht werden?

49. Ich will euch also zeigen, dass Christus nicht weniger ist als Ich, noch nach Mir kommt, denn wenn Er die Liebe ist, so kommt diese Liebe weder nach noch vor irgendeiner anderen Kraft, sie ist mit allen (göttlichen Wesenskräften) vereint und verschmolzen, die das Absolute, das Göttliche, das Vollkommene bilden.

50. Und was soll Ich euch von Maria sagen, die vom Herrn zur Erde gesandt wurde, um Jesus als Mutter zu dienen, in dessen Körper sich Das Wort manifestieren würde?

51. Wahrlich, Ich sage euch, sie war die inkarnierte göttliche Zärtlichkeit. Darum — als sie in ihrer Wohnung die Worte des Boten des Herrn vernahm, der ihr ankündigte, dass sie in ihrem Schoße den Messias empfangen werde — gab es in ihrem Herzen weder Zweifel noch Auflehnung gegenüber dem, von dem sie wusste, dass es Göttlicher Wille war. Ihr Vorbild war das der Demut und des Glaubens, ihr Wirken war still und erhaben. Darum war sie die einzige, die fähig war, jene himmlische Botschaft zu erfüllen und jene hohe Bestimmung ohne Eitelkeit anzunehmen.

52. Jesus verbrachte seine Kindheit und Jugend an der Seite Marias, und auf ihrem Schoße und an ihrer Seite genoss Er ihre mütterliche Liebe. Die zur Frau gewordene Göttliche Zärtlichkeit versüßte dem Heiland die ersten Jahre seines Lebens auf der Welt, da Er, als die Stunde gekommen war, so große Bitternis trinken sollte.

53. Wie ist es möglich, dass jemand meinen kann, dass es Maria, in deren Schoße sich der Körper Jesu bildete und an deren Seite der Meister lebte, an seelischer Erhebung, an Reinheit und Heiligkeit mangeln könnte?

54. Wer Mich liebt, muss zuvor all das Meine lieben — alles, was Ich liebe.

55. Diese Lehren der Liebe und Barmherzigkeit sollt ihr euren Brüdern zur Kenntnis bringen. Ihr müsst wissen, dass es nicht nötig ist, dass die ganze Menschheit Mich in der Form hört, in der Ich Mich euch kundgebe. Mir genügt, dass dies Volk anwesend ist und diese Unterweisungen hört, damit es hernach bei seinen Mitmenschen mein Zeuge und Sendbote ist.

56. Wenn diese Form der Kundgabe die höchste wäre, die die Menschen erreichen können, dann würde Ich sie auf der ganzen Erde bekannt machen, und einmal eingesetzt, würde sie kein Ende haben. Aber da diese Kundgabe durch einen menschlichen Stimmträger nur die Vorbereitung für die vollkommene Kundgabe von Geist zu Geist ist, habe Ich ihm nur eine gewisse Zeit gewährt und ihm den Zeitpunkt der Beendigung derselben angezeigt, welcher 1950 sein wird.

57 Diese Menschenscharen, die Jahr für Jahr den Belehrungen ihres Meisters beigewohnt haben, sind dazu bestimmt, diese Botschaft unter der Menschheit zu verbreiten, nachdem sie mein Wort nicht mehr hören werden.

58. Sie sollen sich nicht anschicken, vor meinem Weggang zu lehren, denn es ist nötig, dass sie meine letzten Unterweisungen hören, welche die tiefsten sein werden und daher diejenigen, die sie stark machen und vorbereitet für den Kampf.

59. Alle — von den ältesten Gemeinden bis zu denen, die sich in den jüngsten Versammlungsräumen zu versammeln beginnen, haben von Mir vernommen, dass diese Kundgabe mit Beendigung des Jahres 1950 aufhören wird, dass es mein göttlicher Wille ist, dass es also geschehe, und dass das Volk sich in keiner Weise dem vom Vater Angeordneten widersetzen darf.

60. Es wäre starrköpfig, danach zu streben, Mich noch länger unter euch warten zu lassen, es würde bedeuten, dem Vater seine Vollkommenheit und seine Gerechtigkeit abzusprechen, und wäre die Verneinung, dass Ich, der Unwandelbare, es gewesen bin, der zu euch gesprochen hat.

61. Obwohl sich in diesen Augenblicken keiner fähig fühlt, diese Entweihung zu begehen, sage Ich euch dies, weil ich weiß, dass in den entscheidenden Augenblicken, in der bitteren und traurigen Stunde meines Abschieds, es nicht an einem Verräter an meinem Tische fehlen wird, einem Schwachen, der das Brot weit von sich wirft, das ihn lange Zeit hindurch nährte, und der Mich mit einem falschen Liebeskuss dem Spott und Hohn der Menschheit ausliefert.

62. Wer, glaubt ihr, gibt sich wohl durch diese Gehirne kund, wenn die Zeit meiner Kundgabe zu Ende ist? Wollt ihr Mich etwa an eurem Ungehorsam mitschuldig machen?

63 Denkt daran, dass ein Ungehorsam von euch später Verwirrung unter den Menschen verursachen würde, dass eine Entweihung von solcher Größe das Chaos unter dem Volke fördern würde. Niemand würde an meine Kundgebung als Heiliger Geist glauben, alle würden den Glauben verlieren.

64. Schon jetzt sage Ich euch, dass die, die glauben machen wollen, dass Ich Mich nach der von Mir festgesetzten Zeit weiterhin durch ihre Vermittlung kundgebe, abgelehnt und Betrüger genannt werden sollen, und wer sich durch ihren Verstand kundgibt, soll "Falscher Christus" genannt werden. Doch die Seher, die mit jenem Betrüge gemeinsame Sache machen sollten, sollen "Falsche Propheten" genannt werden.

65. Volk, bestärke dich in allem, was Ich dir heute sage, damit, wenn die Stunde der Prüfung kommt, du fest zu bleiben vermagst, meinem Gesetze verbunden, und du meinen Willen achtest. Denn mit eurem Verhalten werdet ihr das größte Zeugnis dafür ablegen, dass ihr geglaubt habt, dass dies Wort die höchste Wahrheit ist. Wer das Gegenteil tut, wird Mich verleugnet haben.

66. Wohl denen, die meinem Worte treu bleiben, denn sie werde Ich, wenn die Zeit gekommen ist, als Boten und Zeugen dieser göttlichen Botschaft verwenden, die Ich mittels meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan der Menschheit hinterlasse — als eine wegbereitende Lektion für die wahre Kundgabe durch euren Vater.

67. Heute suche Ich euren Geist, denn die Geistige Welt verlangt nach seiner Gegenwart.

68. Ihr habt euch nicht zu erheben vermocht, weil jede eurer Unvollkommenheiten ein Glied jener Kette ist, die euch an die irdischen Güter bindet und euch daran hindert, in den Regionen zu schwingen, die dem Geiste entsprechen.

69. Was erarbeitet ihr euch wohl für (das Dasein) nach diesem Leben? Meint ihr etwa, dass eure Seele mit festem Schritt eine Welt betreten kann, in der nur die Vergeistigung ihr Licht und ihre Stütze ist?

70. Hört dieses Wort, ergründet es, und ihr werdet begreifen, dass es euch zu Hilfe kommt, euch von allem Unnützen freizumachen, weil jene Einflüsse eure Seele nicht in Freiheit lassen.

71. Entledigt eure Seele hier in meiner Gegenwart aller Unreinheiten und lasst sie frei. Habt keine Furcht, denn ihr werdet Mir kein Geheimnis preisgeben, Ich kenne euch besser als ihr euch selbst. Beichtet Mir in eurem Innersten, Ich werde euch besser verstehen als irgendjemand und euch eure Gesetzesverstöße und eure Schuld vergeben, denn Ich bin der Einzige, der euch richten darf.

Doch wenn ihr euch mit eurem Vater versöhnt habt und ihr in eurem Wesen die Siegeshymne hört, die euer Geist anstimmt, so setzt euch in Frieden an meinen Tisch, esset und trinket die Speisen des Geistes, die im Kern meines Wortes enthalten sind.

72. Wenn ihr vom Tische aufsteht, um an euer Tageswerk zurückzukehren, so vergesst nicht, dass auf allen euren Wegen mein Gesetz gegenwärtig ist und mein Blick euch sieht. Damit will Ich euch sagen, dass ihr nicht nur, wenn ihr diese Versammlungsräume betretet, um mein Wort zu hören, euch im Geiste und in Gedanken vorbereiten sollt, sondern dass jene Furcht, Mich zu verletzen, die ihr an diesen Orten zeigt, euch überallhin und zu jeder Zeit begleiten soll.

73. Ihr habt mein Wort in eurem Geiste, damit ihr ihn um Rat fragt, wenn ihr auf dem Pfade der Erfüllung eures Auftrages wandelt.

74. Allen, die Mir zuhören, gebe Ich das gleiche Wort; weder gebe Ich dem Armen mehr, weil er bedürftig ist, noch gebe Ich dem Reichen weniger. Wahrlich, Ich sage euch, im Geiste seid ihr alle bedürftig.

75. Ich liebe euch alle gleichermaßen, Ich sehe keine Unterschiede der Klassen, Rassen, Sprachen oder Glaubensbekenntnisse, nicht einmal einen Unterschied der Geschlechter. Ich spreche für den Geist, er ist es, den Ich suche, und den zu lehren Ich gekommen bin, um ihn mit dem Lichte meiner Unterweisung zum Gelobten Land zu führen.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 40

1. Euer Vater bereitete alles vor, damit "Das Wort" Gottes unter den Menschen wohne und ihnen an den erhabenen Beispielen seiner Liebe den Weg ihrer Wiedergutmachung zeige.

2. Zuerst inspirierte Er die Propheten, die die Form anzukündigen hatten, in welcher der Messias zur Welt kommen würde, welcher Art sein Werk, seine Leiden und sein Tod als Mensch sein würde, damit, wenn Christus auf der Erde erschiene, derjenige, der die Prophetien kannte, Ihn augenblicklich erkennen würde.

3. Jahrhunderte vor meiner Gegenwart in Jesus sagte der Prophet Jesaja: "Darum wird der Herr euch dies Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, den wird man nennen Immanuel." (Was bedeutet: Gott mit uns). Mit dieser Weissagung unter anderen kündigte er mein Kommen an.

4. David besang viele Jahrhunderte vor meiner Ankunft in Psalmen voller Schmerz und prophetischem Sinn die Leiden des Messias während der Kreuzigung. In jenen Psalmen spricht er von einem meiner sieben Worte am Kreuze, zeigt die Verachtung an, mit der die Menschenmenge Mich zur Kreuzigung führen würde, die Ausdrücke des Spottes der Menschen, wenn sie Mich sagen hören, dass in Mir der Vater ist — die Verlassenheit, die mein Körper angesichts der menschlichen Undankbarkeit fühlen würde, alle Martern, denen Ich unterworfen werden würde, und sogar die Art, in der sie über mein Gewand das Los werfen würden.

5. Jeder meiner Propheten kündigte mein Kommen an, bereitete die Wege und gab genaue Merkmale, damit, wenn der Tag kommen würde, niemand sich irrte.

6. In Nazareth lebte eine Blume der Reinheit und Zärtlichkeit, eine Jungfrau mit Namen Maria, welche gerade die vom Propheten Jesaja Angekündigte war, weil aus ihrem Schoße die Frucht des wahren Lebens hervorgehen würde. Zu ihr kam der geistige Bote des Herrn, um ihr die Mission zu verkünden, die sie zur Erde mitgebracht hatte, indem er sagte: "Sei gegrüßt, du Hochbegnadete, der Herr ist mit dir, du bist gesegnet unter den Frauen."

7. Die Stunde, da das göttliche Geheimnis offenbart werden sollte, war gekommen, und alles, was über die Gegenwart des Messias, des Heilands, des Erlösers gesagt worden war, sollte nun unmittelbar in Erfüllung gehen. Aber wie wenige Herzen waren es, die meine Gegenwart empfanden, wie wenige Seelen, die vorbereitet waren, um im Lichte meiner Wahrheit das Reich der Himmel zu erkennen.

8. Die Menschen, die in ihrer Mehrheit durch ihren Ehrgeiz materialistisch geworden waren, die alles ihren menschlichen Kenntnissen und Erfahrungen unterordneten und das Geistige mittels ihrer materialistischen Wissenschaft nachzuprüfen versuchten, mussten angesichts des (für sie) Unverständlichen in Verwirrung geraten und verleugneten Mich schließlich.

9. Wenige waren es, die Mich liebten und Mir folgten, und viele, die Mich verkannten.

10. Die Mich liebten, waren jene, die meine Gegenwart durch ihre seelische Empfindsamkeit und ihren Glauben erkannten — Gaben, die höher sind als die menschliche Vernunft, die Wissenschaft und die Intelligenz.

11. Auf Schritt und Tritt forschte man Mich aus. Alle meine Taten und Worte wurden mit böser Absicht beurteilt, meist waren sie (die Kritiker) angesichts meiner Werke und Beweise verwirrt, denn ihr Verstand war nicht fähig, das zu verstehen, was nur der Geist begreifen kann.

12. Wenn Ich betete, sagten sie: "Wozu betet er, wo er doch sagt, dass er voll Macht und Weisheit ist? Was kann er benötigen oder erbitten?" Und wenn Ich nicht betete, sagten sie, dass Ich ihre religiösen Vorschriften nicht erfüllen würde.

13. Wenn sie sahen, dass Ich keine Nahrung zu Mir nahm, während meine Jünger aßen, urteilten sie, dass Ich Mich außerhalb der von Gott eingesetzten Gesetze befand; und wenn sie Mich Nahrung zu Mir nehmen sahen, fragten sie sich: "Wozu muss er essen, um zu leben — er, der sagte, dass er das Leben ist?" Sie verstanden nicht, dass Ich zur Welt gekommen war, um den Menschen zu offenbaren, wie die Menschheit nach einer langen Läuterungszeit leben sollte, damit aus ihr eine vergeistigte Generation hervorgehen würde, die über dem menschlichen Elend, über den notwendigen Bedürfnissen des Fleisches und über den Leidenschaften der körperlichen Sinne stünde.

14. Viele Jahrhunderte sind vergangen, seitdem Ich die Menschen durch meine Gegenwart erleuchtete, und wenn sie die Wahrheit über die Empfängnis Marias, über meine menschliche Natur und mein geistiges Wesen zu begreifen versuchten, konnte es ihr verwirrter Verstand nicht begreifen, und auch ihr vergiftetes Herz hat jene Wahrheit nicht erfasst.

15. Jener Verstand und jenes Herz, für einen Augenblick von ihrer Finsternis befreit, werden ihre Seele zu den Regionen des Lichtes entweichen lassen, wo sie sich von einer höheren Klarheit erleuchtet fühlen wird, die nicht diejenige ihrer Vernunft, noch die ihrer Wissenschaft sein wird.

16. Dann werden sie durch die nunmehr entwickelte Seele die Wahrheit begreifen, die ihr kleiner und begrenzter Verstand ihnen nicht offenbaren konnte.

17. Denn wenn die Menschen all die Liebe zu empfinden und zu begreifen vermöchten, die mein Geist durch die Natur über sie ergießt, so wären sie alle gut. Aber die einen sind unwissend und die andern undankbar.

18. Nur wenn die Naturgewalten meine Gerechtigkeit kundtun, erzittern sie; doch nicht, weil sie begreifen, dass es die Stimme meiner Gerechtigkeit ist, die zu ihnen spricht, sondern weil sie um ihr Leben oder um ihre irdischen Güter fürchten.

19. Vom Anbeginn der Menschheit bis zur Gegenwart hat sich meine Gerechtigkeit mittels der Naturkräfte bei den Menschen fühlbar gemacht, da sie in der Rohheit der ersten Zeiten und im Materialismus der gegenwärtigen Zeit nur gegenüber materiellen Heimsuchungen empfindlich (waren und) sind.

20. Wie lange noch werden sich die Menschen entwickeln müssen, damit sie meine Liebe begreifen und meine Gegenwart durch das Gewissen fühlen? Wenn die Menschen meine Stimme hören, die sie berät, und mein Gesetz erfüllen, wird es ein Anzeichen dafür sein, dass für sie die Zeiten des Materialismus vorüber sind.

21. Vorerst müssen sie noch in vielen Formen von den Naturgewalten heimgesucht werden, bis sie überzeugt sind, dass es höhere Kräfte gibt, denen gegenüber der Materialismus des Menschen sehr klein ist.

22. Die Erde wird erbeben, das Wasser wird die Menschheit reinigen, und das Feuer sie läutern.

23. Alle Elemente und Kräfte der Natur werden sich auf der Erde fühlbar machen, wo die menschlichen Wesen nicht in Harmonie mit dem Leben, das sie umgibt, zu leben verstanden.

24. Damit sucht die Natur nicht die Vernichtung derer, die sie schänden; sie sucht nur die Harmonie zwischen dem Menschen und allen Geschöpfen.

25. Wenn sich ihre Gerechtigkeit immer stärker kundtut, so deshalb, weil die Verstöße der Menschen und ihr Mangel an Übereinstimmung mit den Gesetzen ebenfalls größer (geworden) sind.

26. Ich sagte euch, dass kein Blatt vom Baume sich ohne meinen Willen bewegt, und jetzt sage Ich euch, dass kein Element der Natur einem andern Willen als dem meinen gehorcht.

27. Ebenso sage Ich euch, dass die Natur für die Menschen das sein kann, was sie wollen: eine an Segnungen, Liebkosungen und Nahrung verschwenderische Mutter, oder eine dürre Wüste, wo Hunger und Durst herrschen; ein Meister weiser und unendlicher Offenbarungen über das Leben, das Gute, die Liebe und die Ewigkeit, oder ein unerbittlicher Richter angesichts der Schändungen, Ungehorsamkeiten und Irrtümer der Menschen.

28. Meine Vaterstimme sagte den ersten Menschen, sie segnend: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde, machet sie euch untertan, und seid Herr über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Geschöpfe, die sich auf der Erde bewegen."

29. Ja, Menschheit, Ich schuf den Menschen, damit er Herr sein und Macht haben sollte im Luftraum, in den Gewässern, auf der ganzen Erde und in den Naturreichen der Schöpfung. Doch Ich sagte "Herr"; denn die Menschen — in der Meinung, mit ihrer Wissenschaft die Erde zu beherrschen — sind Sklaven. Obwohl sie die Kräfte der Natur zu bemeistern glauben, werden sie zu Opfern ihrer Unreife, ihrer Vermessenheit und Unwissenheit.

30. Die menschliche Macht und Wissenschaft hat die Erde, die Meere und den Luftraum überfallen, aber ihre Macht und ihre Gewalt sind nicht im Einklang mit der Macht und der Gewalt der Natur, die — als Ausdruck der Göttlichen Liebe — Leben, Weisheit, Harmonie und Vollkommenheit ist. In den Werken der Menschen, in ihrer Wissenschaft und ihrer Macht bekundet sich nur der Hochmut, die Selbstsucht, die Eitelkeit und die Bosheit.

31. Bald wird die Gewalt der Naturkräfte die Menschheit wachrütteln. Die Menschen werden durch den Kelch des Leidens den Materialismus hinter sich lassen, um das Licht der Wahrheit zu schauen, das ihnen den Weg zeigen wird, auf dem sie Weisheit und wahre Macht hätten erreichen sollen.

32. Niemals wird es zu spät sein für die Reue, für die Wiedergutmachung eines Irrtums oder die Erneuerung eines Sünders. Die Tore meines Reiches werden immer offenstehen und das Kind erwarten, das endlich, nachdem es lange nach seinem freien Willen gewandert ist, seine Augen dem Lichte öffnen und begreifen wird, dass es keine vollkommenere und wunderbarere Freiheit gibt als die des Geistes, der den Willen seines Vaters zu erfüllen versteht.

33. Unendliche Freiheit in der Liebe, im Guten, in der Gerechtigkeit, und die Vollkommenheit.

34. Um mein Gesetz zu erfüllen, müsst ihr beten, euren Geist immer zu eurem Vater erheben.

35. Ich habe gesehen, dass ihr, um zu beten, vorzugsweise die Einsamkeit und die Stille aufsucht, und ihr tut gut daran, wenn ihr durch das Gebet Inspiration zu erlangen sucht oder wenn ihr Mir danken wollt. Doch ebenso sage Ich euch, dass ihr beten sollt, in welcher Lage ihr euch immer befindet, damit ihr in den schwersten Augenblicken eures Lebens meine Hilfe anzurufen versteht, ohne den Gleichmut, die Selbstbeherrschung, den Glauben an meine Gegenwart und das Vertrauen in euch zu verlieren.

36. Das Gebet kann lang oder kurz sein, je nachdem es not tut. Ihr könnt, wenn ihr es so wünscht, ganze Stunden in jener geistigen Wonne verbringen, wenn euer Körper nicht ermattet oder wenn keine andere Pflicht eure Aufmerksamkeit erfordert. Und es kann so kurz sein, dass es sich auf eine Sekunde beschränkt, wenn ihr irgendeiner Prüfung unterworfen seid, die euch plötzlich überrascht hat.

37. Es sind nicht die Worte, mit denen euer Verstand das Gebet zu gestalten versucht, die zu Mir gelangen, sondern die Liebe, der Glaube oder die Not, mit der ihr euch vor Mich zeigt. Deshalb sage Ich euch, dass es Fälle geben wird, in denen euer Gebet nur eine Sekunde währt, weil keine Zeit sein wird, Gedanken, Sätze oder Ideen zu formulieren, wie ihr es gewohnt seid.

38. Überall könnt ihr Mich anrufen, denn für Mich ist der Ort gleichgültig, da das, was Ich suche, euer Geist ist.

39. Wenn es euch gefällt, im Freien zu beten, oder wenn ihr größere Andacht in diesen Versammlungsräumen verspürt, oder wenn ihr euer Schlafzimmer vorzieht, so tut es dort, wo ihr euch eurem Vater am nächsten fühlt. Aber vergesst nicht, dass für Mich, der Ich überall bin, der Ort, um mit eurem Geiste in Verbindung zu treten, gleichgültig ist.

40. Nicht immer betet ihr mit der gleichen inneren Sammlung, daher erlebt ihr auch nicht immer den gleichen Frieden oder die gleiche Inspiration.

41. Es gibt Gelegenheiten, bei denen ihr inspiriert seid und die Gedanken erhebt; und es gibt andere, bei denen ihr völlig teilnahmslos bleibt. Wie wollt ihr da meine Botschaften immer in der gleichen Weise empfangen? Ihr müsst euer Gemüt und selbst euren Körper erziehen, in den Augenblicken des Gebetes mit dem Geiste zusammenzuarbeiten.

42. Der Geist ist immer bereit, sich mit Mir zu verbinden; aber er bedarf der guten Verfassung des Körpers, um sich in jenen Augenblicken erheben und von allem befreien zu können, was ihn in seinem irdischen Leben umgibt.

43. Bemüht euch, das wahre Gebet zu erreichen; denn wer zu beten versteht, trägt in sich den Schlüssel zum Frieden, zur Gesundheit, zur Hoffnung, zur geistigen Kraft und zum ewigen Leben.

44. Der unsichtbare Schild meines Gesetzes wird ihn vor Nachstellungen und Gefahren beschützen. In seinem Munde wird er ein unsichtbares Schwert mit sich führen, um alle Gegner, die sich seinem Weg entgegenstellen, niederzuwerfen. Ein Leuchtturm wird seine Bahn inmitten der Stürme erhellen. Beständig wird ein Wunder für ihn erreichbar sein, wann immer er es benötigt, sei es für ihn selbst oder zum Wohle seiner Mitmenschen.

45. Betet, übt diese hohe Gabe des Geistes aus, denn diese Kraft wird es sein, die das Leben der Menschen der Zukunft bewegt — jener Menschen, die (schon) im Fleische die Verbindung von (ihrem) Geist zu (meinem) Geist erreichen werden.

46. Die Familienväter werden sich durch das Gebet die Eingebungen schenken lassen, um ihre Kinder zu führen.

47. Die Kranken werden die Gesundheit mittels des Gebetes empfangen. Die Regierenden werden ihre großen Probleme lösen, indem sie im Gebet das Licht suchen, und der Wissenschaftler wird die Offenbarungen gleichfalls durch die Gabe des Gebets empfangen.

48. Sucht diese Welt geistigen Lichtes, übt euch im Gebet des Geistes, vervollkommnet diese Form, soweit ihr könnt, und übermittelt diese Kenntnis euren Kindern, darauf vertrauend, dass sie einen Schritt weiter gehen werden, als ihr gekommen seid. Um euch bei eurem Gebet zu helfen, erläutere Ich euch meine Lehre in schlichter Weise und erhelle Ich die Offenbarungen, die Ich euch in den vergangenen Zeiten gab. Wisst ihr, warum ihr mein Wort (jetzt) besser verstehen könnt? — Weil eure Seele sich entwickelt hat.

49. Bald werdet ihr zu den Menschen über meine Lehre sprechen und dabei unter Beweis stellen, dass ihr die Lehre, die ihr verkündet, verstanden habt, wobei ihr eure Worte durch eure guten Werke unterstützen werdet. Wahrlich, Ich sage euch, angesichts eures Vorbilds werden selbst die Widerspenstigsten von der Wahrheit dieser Lehre überzeugt werden.

50. Nur der von meinen Jüngern, der seine spirituellen Gaben entwickelt und sein Herz in der Ausübung der Nächstenliebe stark gemacht hat, wird allen Prüfungen standhalten, denen die Menschen ihn unterwerfen möchten. Denn wenn er erreicht hat, mein Wort in seinem Sinngehalt und seiner Wahrheit auszudrücken, und er sein Herz in einen unerschöpflichen Born der Liebe und Barmherzigkeit gegenüber seinen Mitmenschen verwandelt hat — womit gesagt ist, dass er gebetet hat und er sich aufgrund seiner Tugend auf dem Pfade der Vergeistigung befindet — so ist jener Jünger vorbereitet, um von Mir Zeugnis abzulegen.

51. Jetzt, da noch einige Jahre fehlen, bis meine Kundgebung in dieser Form endet — bewahret mein Wort in euren Herzen und lernet von Mir. Wenn ihr auf dem Wege eures Kampfes so handelt, werdet ihr wissen, wann ihr zu euren Brüdern sprechen sollt, und wann ihr mit eurem Schweigen lehren müsst.

52. Ihr sollt absolutes Vertrauen auf meinen göttlichen Beistand in euch tragen und den felsenfesten Glauben, dass das, was ihr tun oder weitergeben werdet, ein gutes Ergebnis haben wird, weil ihr dabei mein Gesetz erfüllt.

53. Von diesem Vertrauen und diesem Glauben wird die Wirksamkeit eurer Worte und Werke abhängen.

54. Nicht immer werdet ihr sprechen können, aber bei allen Gelegenheiten sollt ihr die Entfaltung der Gaben eures Geistes unter Beweis stellen.

55. Bereitet euch zu, dann wird eure Gegenwart in einem Augenblick der Prüfung genügen, dass das Licht im Verstande (der Menschen) erstrahlt, der Sturm sich in Frieden verwandelt, und euer geistiges Gebet wird das Wunder bewirken, dass sich ein Mantel der Barmherzigkeit und Zärtlichkeit über jenen offenbart, für die ihr betet.

56. Euer guter Einfluss soll über dem Geistigen und über dem Materiellen walten. Ihr sollt euch nicht darauf beschränken, nur gegen die sichtbaren Elemente zu kämpfen, sondern auch gegen das Unsichtbare.

57. Wenn das Licht meines Geistes den Wissenschaftler erleuchtet hat, damit er die Ursache der Übel des Körpers entdeckt, die ihr Krankheiten nennt, so erleuchtet es auch euch, damit ihr mit eurem geistigen Empfinden den Ursprung aller Übel entdeckt, die das menschliche Leben bedrängen — sowohl die, welche die Seele trüben, als auch jene, die den Verstand verblenden oder das Herz quälen.

58. Es gibt Kräfte, die — nicht sichtbar für den menschlichen Blick und nicht wahrnehmbar für die Wissenschaft des Menschen — beständig Einfluss auf euer Leben ausüben.

59. Es gibt gute, und es gibt böse; die einen geben euch Gesundheit, und die andern verursachen bei euch Krankheiten; es gibt lichtvolle und dunkle.

60. Woher stammen jene Kräfte? — Vom Geiste, Jünger, vom Verstande und von den Gefühlen.

61. Jede inkarnierte oder entkörperte Seele sendet beim Denken Schwingungen aus; jedes Gefühl übt einen Einfluss aus. Ihr könnt sicher sein, dass die Welt voll von diesen Schwingungen ist.

62. Jetzt könnt ihr leicht begreifen, dass dort, wo man im Guten denkt und lebt, heilsame Kräfte und Einflüsse vorhanden sein müssen, und dass dort, wo man außerhalb der Gesetze und Regeln lebt, die das Gute, die Gerechtigkeit und die Liebe kennzeichnen, unheilvolle Kräfte existieren müssen.

63. Beide erfüllen den Raum und kämpfen gegeneinander; sie haben Einfluss auf das Gefühlsleben der Menschen, und wenn diese zu unterscheiden vermögen, nehmen sie die guten Eingebungen an und weisen die schlechten Einflüsse zurück. Aber wenn sie schwach sind und im Vollbringen des Guten nicht geübt sind, können sie diesen Schwingungen nicht Widerstand leisten und sind in Gefahr, zu Sklaven des Bösen zu werden und seiner Herrschaft zu erliegen.

64. Diese Schwingungen gehen sowohl von inkarnierten Seelen, als auch von entkörperten Wesen aus, denn auf der Erde wie im Jenseits gibt es gute Seelen und verwirrte Seelen.

65. In dieser Zeit ist der Einfluss des Bösen größer als der des Guten. Deswegen ist die Kraft, die in der Menschheit vorherrscht, die des Bösen, aus welcher die Selbstsucht, die Lüge, die Unzucht, der Hochmut, die Lust zu schädigen, die Zerstörung und alle niederen Leidenschaften hervorgehen. Diesem gestörten moralischen Gleichgewichte entspringen die Krankheiten, die den Menschen quälen.

66. Die Menschen haben keine Waffen, um gegen diese Kräfte zu kämpfen. Sie sind besiegt und als Gefangene in den Abgrund eines Lebens ohne geistiges Licht gebracht worden, ohne gesunde Freude, ohne Streben nach dem Guten.

67. Gerade jetzt, da der Mensch glaubt, auf dem Gipfel des Wissens zu stehen, weiß er nicht, dass er im Abgrund ist.

68. Ich, der Ich euren Anfang und eure Zukunft in der Ewigkeit kenne, gab den Menschen von den ersten Zeiten an Waffen, mit denen sie gegen die Kräfte des Bösen kämpfen konnten. Aber sie verachteten sie und zogen den Kampf des Bösen gegen das Böse vor, in welchem niemand siegt, weil alle besiegt daraus hervorgehen werden.

69. Es steht geschrieben, dass das Böse nicht die Vorherrschaft behalten wird, was bedeutet, dass es am Ende der Zeiten das Gute sein wird, das triumphiert.

70. Wenn ihr Mich fragt, welches die Waffen waren, mit denen Ich die Menschen ausrüstete, um gegen die Kräfte oder Einflüsse des Bösen zu kämpfen, so sage Ich euch, dass es das Gebet, die Beharrlichkeit im Gesetz, der Glaube an mein Wort und die Liebe untereinander war.

71. Jetzt musste Ich Mich dieser Menschheit geistig kundtun, um ihr Wort für Wort den Ursprung des Guten und des Bösen und die Kampfesweise klarzumachen, um in der großen Schlacht der "Dritten Zeit" zu siegen.

72. Ich mache euch wachsam, indem Ich eurem Geist Empfindsamkeit gebe, damit ihr lernt, alles Gute, das zu euch gelangt, aufzunehmen und das Böse zurückzuweisen und zu bekämpfen.

73. Niemand mache sich lustig über das, was Ich sage, denn durch seinen Spott wird er seine ungeheure Unwissenheit erkennen lassen.

74. Ihr wisst, dass alle Sendboten, die ihr gehabt habt — die Wegbereiter einer geistigen oder wissenschaftlichen Offenbarung — verspottet wurden; und dennoch musste die Menschheit ihre Offenbarungen nach einiger Zeit annehmen, überführt von der Wahrheit, die sie verkündeten.

75. Wußte der Mensch des Altertums, auf welche Weise sich die Übertragung irgendeiner Krankheit vollzog, oder was die Ursache für die Ausbreitung einer Seuche war? — Nein, sie wussten es nicht, und aus jener Unwissenheit heraus entstanden die abergläubischen Vorstellungen und die geheimnisvollen Kulte. Aber es kam ein Tag, an dem die Intelligenz des Menschen, vom Lichte des Schöpfers erleuchtet, die Ursache seiner physischen Krankheiten entdeckte und zu kämpfen begann, um die Art und Weise zu entdecken, seine Gesundheit zurückzugewinnen. Da wurde dem Wissenschaftler das, was ihm verborgen und unsichtbar gewesen war, verständlich, womit die Menschheit ein Wissen erlangte, das die Menschen vergangener Zeiten nicht hatten.

76. In derselben Weise werden sie schließlich den Ursprung und den Einfluss der Kräfte des Guten und des Bösen auf den Menschen erkennen; und wenn dieses Wissen allgemein bekannt ist, wird es keinen mehr geben, der beim Hören dieser Unterweisung an der Wahrheit meiner Lehre zweifelt.

77. Ich erleuchte euch mit dem Lichte dieser Unterweisung, damit ihr in eurer Geiste die Fähigkeiten entdeckt, welche die Menschheit von den ersten Zeiten an verachtet hat, und damit eure Seele, aus ihrem tiefen Schlafe erwachend und vom Lichte des Gewissens erleuchtet, die Kräfte des Bösen zurückzuweisen versteht und die volle Entfaltung ihrer seelischen Entwicklung erreicht. So, wie in verseuchter Luft der Keim einer Krankheit zu euch gelangt, so kommen unsichtbar und lautlos die bösen seelischen Einflüsse, verwirren euren Verstand und bringen euren Geist ins Wanken.

78. Nur das Gebet kann euch innere Erkenntnis und Empfindsamkeit, Kraft und Inspiration geben, um euch in dem täglichen und beständigen Kampf gegen das Böse zu behaupten.

79. Ich habe zu euch über die Kräfte und Einflüsse des Bösen gesprochen: doch habe Ich etwa irgendeinen Geist erwähnt? Habe Ich ihn vielleicht mit Namen genannt? — Nein, sagt ihr Mir. Ich muss euch vielmehr in dieser Zeit darüber aufklären, dass es keinen Geist gibt, der den Ursprung des Bösen darstellt oder der es ist.

80. Die alten Glaubensüberzeugungen, Bilder, Gestalten und symbolischen Namen, mit denen die Menschen vergangener Zeiten das Böse darstellten, indem sie ihm menschliche Gestalt gaben und ihm geistige Existenz zuschrieben — Überzeugungen, die bis zu den gegenwärtigen Generationen fortgelebt haben — sie müssen verschwinden. Denn ohne euch dessen bewusst zu sein, habt ihr mit ihnen abergläubische Mythen und Kulte geschaffen, die der geistigen Entwicklung, die der Mensch in dieser Zeit erreicht hat, unwürdig sind.

81. Verstehet, dass das Böse vom Menschen ausging, von seinen Schwächen, und dass in dem Maße, in dem die Menschheit an Zahl zunahm, ebenso wie ihre Unvollkommenheiten und Sünden auch die Macht oder der Einfluss des Bösen vermehrt wurde. Diese Kraft, die durch Gedanken, Vorstellungen, Gefühle und Leidenschaften gebildet wurde, begann ihren Einfluss auf die Menschen fühlbar zu machen, und diese glaubten schließlich, dass es sich um einen Geist handelt, der sicherlich die Verkörperung des Bösen war, ohne sich bewusst zu werden, dass jene Kraft aus ihren Unvollkommenheiten zusammengesetzt ist.

82. "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet."

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 41

1. Zu allen Zeiten habe Ich vom ewigen Leben zu euch gesprochen, das jenseits des Materiellen besteht. Ich habe euch versprochen, dass ihr alle es besitzen werdet; doch habe Ich euch auch offenbart, dass ihr das Böse wiedergutmachen müsst, das ihr verursacht habt, damit eure Seele sich entwickelt.

2. Um euch zu helfen, habe Ich euch gesagt: Tut gute Werke auf Erden, damit das Saatkorn, das ihr aussät, gute Früchte trägt und Ich die Ernte empfange, der Ich der Weg und das Leben bin.

3. Ich habe gesehen, dass die Menschheit widerspenstig ist, dass sie sich vermaterialisiert hat, und so musste Ich ihr meine Unterweisung geben, um ihr verständlich zu machen, welches der Weg ist, dem sie folgen muss, um das wahre Leben zu erreichen, und um in ihr die Hoffnung zu entfachen, zu Mir zu gelangen.

4. Der Weg, um die Vollkommenheit zu erreichen, ist lang, und ohne meinen göttlichen Beistand könntet ihr nicht dahin gelangen. Das geistige Leben im Jenseits ist für den Menschen ein Geheimnis; doch studiert meine Unterweisung, führt das aus, was ihr Sinngehalt euch lehrt, und wenn ihr dann die Schwellen zum wahren Leben überschreitet, werdet ihr nicht überrascht oder verwirrt sein.

5. In den ersten Zeiten der Menschheit war ihre seelische Entwicklung so gering, dass ihre (mangelnde) innere Erkenntnis über das Leben der Seele nach dem körperlichen Tode und die (fehlende) Kenntnis ihrer letzten Bestimmung bewirkte, dass die Seele beim Verlassen der Fleischeshülle in einen tiefen Schlaf fiel, aus dem sie nur langsam erwachte. Doch als Christus Mensch wurde in Jesus, um allen Seelen seine Lehre zu geben, sandte Er, sobald Er seine Aufgabe unter den Menschen vollendet hatte, sein Licht zu großen Scharen von Wesen, die seit Anbeginn der Welt auf seine Ankunft warteten, um von ihrer Verwirrung befreit zu werden und sich zum Schöpfer erheben zu können.

6. Nur Christus konnte jenes Dunkel erhellen, nur seine Stimme konnte jene Seelen, die schliefen, für ihre Entwicklung erwecken. Als Christus als Mensch starb, brachte der Göttliche Geist Licht in die Geistigen Welten und selbst in die Gräber, aus denen die Seelen hervorkamen, die nahe bei ihren Körpern den Todesschlaf hielten. Diese Wesen zogen in jener Nacht durch die Welt, wobei sie sich den menschlichen Blicken sichtbar machten als ein Zeugnis dafür, dass der Erlöser für alle Wesen Leben war und dass die Seele unsterblich ist.

7. Nur Jesus konnte ihnen den Weg zeigen, um zum Gipfel des Berges des wahren Lebens zu gelangen. Wer an ihn glaubt, seinem Werke Glauben schenkt und seine Lehre befolgt, wird nicht im Stillstand verharren.

8. Jünger, fühlt euch euren Mitmenschen nicht überlegen, weil ihr diese Offenbarungen hört, die euren Weg erhellen. Der Weg, den ihr zurücklegen müsst, ist so weit, und ihr müsst begreifen, dass ihr kaum die ersten Schritte auf ihm macht. Wenn Ich euch einige Geheimnisse des Jenseits offenbare, so geschieht es, damit ihr schon jetzt den Weg kennt und euch vorbereitet, um euch nicht zu verirren oder auf ihm zu straucheln. Erkennt, dass ebenso, wie es auf dieser Welt viele Wege gibt, auf denen der Mensch in die Irre gehen kann, es auch im weiten Geistigen Tale Pfade gibt, welche die Seele in Verwirrung bringen können, wenn sie nicht gewacht und gebetet hat.

9. Lasst zu, dass der "Lebenssaft" meiner Liebe euch Leben gibt, erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe: "Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben". Ihr müsst Früchte tragen, die den Baum verherrlichen, dem ihr entstammt.

10. Es ist notwendig, dass ihr mein Wort geduldig erforscht, damit ihr es morgen euren Mitmenschen zu erklären versteht, und damit ihr es gemäß der Wahrheit, die es enthält, ausüben könnt. Wann wird der Mensch die Vollkommenheit erreichen, die ihn mein Gesetz lehrt? — Wenn er das Erste Gebot erfüllt hat. Denn bis jetzt hat die Menschheit alle Güter der Welt mehr als ihren Schöpfer geliebt. Dennoch sagen alle Menschen, wenn sie ihr Gebet zu Mir emporsenden, dass sie Mich lieben, und wenn sie aufgrund ihrer Sünde dem Schmerz begegnen, fragen sie Mich: "Herr, warum strafst du mich, obwohl ich Dich so liebe?" Doch hernach, wenn Ich den Dorn, der sie verwundete, aus ihrem Wege entfernt habe, vergessen sie Den, der sie so sehr liebt.

Ein Gleichnis:

11. Höret: In einer Synagoge befanden sich zwei Menschen, die beteten. Der eine von ihnen trug prächtige Festgewänder, der andere ging beinahe nackt. Der erstere dankte dem Schöpfer, denn alles, was er besaß, glaubte er durch seine eigenen Verdienste zu besitzen, und er war der Auffassung, dass jener, der sich an seiner Seite befand, arm, nackt und hungrig war, weil er auf diese Weise die Ernte von dem empfing, was er mit seiner Sünde gesät hatte.

12. Der Arme fühlte sich unwürdig, in der Gegenwart seines Herrn zu sein, und bat um Vergebung und Kraft, um seine Sühne zu erfüllen.

13. Der Mächtige dankte, weil er meinte, dass, wenn sein Körper geschmückt sei, seine Seele es noch mehr sein müsse.

14. Die Zeit verging, und der Tod ereilte beide. Der Reiche wurde von den Seinen beweint, sein Begräbnis war feierlich, und er hatte eine prächtige Grabstätte. Seine Seele löste sich vom Körper, und als sie in das Geistige Tal einging, war sie verstört, denn ihr Materialismus hinderte sie, aufwärtszusteigen. Wohin sie seine Schritte auch lenkte, strauchelte sie, und alles um sie her erschien ihr in Finsternis gehüllt.

Der Arme indessen, der ein Obdachloser war, setzte sich, da er sich ermattet fühlte, unter einen Baum, und mit einem Seufzer verließ er dieses Leben. Niemand beweinte ihn, niemand war bei ihm in jener Stunde, er hatte kein Grab, denn sein Körper wurde zum Fraß für die Raubvögel. Seine Seele ging auch ins Jenseits mit dem Glauben, mit dem sie auf der Welt gelebt hatte, einem in die Zukunft gerichteten Glauben. Sie betrat das "Tal der Seelen", ohne dass ihr jemand den Zutritt verwehrte. Sie bewegte sich auf ein Licht zu, und als sie bei ihm anlangte, fühlte sie sich bekleidet und geschmückt, und jene Gewänder hatten einen strahlenden Glanz. Jene Seele wollte von ihrer langen Lebensreise ausruhen, als sie vor sich ihren Vater sah, der ihr liebevoll die Belohnung gab, die sie mit ihren Werken des Glaubens und der Ergebung errungen hatte.

15. Der, welcher mächtig gewesen war, quälte sich noch immer in seiner Verstörtheit. Für Augenblicke vergaß er, wer er war, zuweilen weinte er und fragte, wo er wäre, wo sich sein Körper befände, und wo er seine Schätze gelassen habe. Dann erinnerte er sich an seinen Herrn und sprach zu Ihm: "Ich bin jener, der sich im Tempel einfand, um seine Festgewänder und seine Macht zu zeigen und um Dir zu sagen, dass er damit zufrieden sei, dass Du ihn so sehr beschenkt hattest. Warum erkennst Du mich jetzt nicht wieder und rufst mich nicht?" — Da hörte er eine Stimme, die ihm sagte: "Auf Erden warst du nur auf Ruhm für deine menschlichen Eitelkeiten bedacht, du warst hochmütig, hast den Armen gedemütigt und hattest Abscheu vor dem Aussätzigen. Nichts von dem, was du in der Welt angesammelt hast, konnte dir dazu dienen, dir in diesem Leben hier zu helfen. So kommt es, dass du jetzt der Bedürftigste unter den Bedürftigen bist."

16. Jene Seele, weit davon entfernt, die göttliche Gerechtigkeit anzunehmen und anzuerkennen und in Demut mit ihrer Sühne zu beginnen, lästerte gegen ihren Herrn, indem sie Ihn ungerecht nannte, und entfernte sich von Ihm. Immer verwirrter vor Zorn, traf sie auf ihrem Wege eine Legion von Wesen, die sich auf die Erde zubewegten, um der Menschheit Schaden zuzufügen. Sie verbündete sich mit ihnen und säte auf ihrer Bahn Eitelkeiten, Materialismus, Eigennutz und Hochmut. Doch allmählich fühlte sie Ekel und Überdruss am Verursachen von so viel Bösem, und so hielt sie für einen Augenblick inne, um nachzudenken: Jahrhunderte waren vergangen, viele waren ihr zum Opfer gefallen, denn alle, die sie beeinflusste, führte sie ins Verderben. Sie fühlte sich einsam, doch in seiner Einsamkeit vernahm sie eine Stimme, die aus dem Innern ihres Wesens zu ihr sprach. Es war ihr Gewissen, dem es endlich gelang, gehört zu werden. Sie richtete sich selbst und erkannte, dass sie gegenüber der Schöpfung sehr klein war. Da suchte sie in Demut, nachdem ihr Hochmut gebeugt war, ihren Herrn, und in ihrem Gebet sprach sie zu Ihm und bat Ihn um Vergebung wegen ihrer Verfehlungen, und die Stimme des Vaters sagte ihr: "Ich vergebe dir, doch mache dich auf die Suche nach jenem Hungernden, den du in der Synagoge verurteiltest."

Als sie bereit war, jenen Auftrag zu erfüllen, hob sie ihren Blick empor und wurde gewahr, dass jener, den sie auf der Welt elend gesehen hatte, mit einem blendend-weißen Gewande bekleidet war und sich dem Dienst für seinen Herrn widmete, indem er den Pfad der verirrten Seelen erhellte. Da sprach sie, die hochmütig gewesen war, aber nun bereut hatte, zu ihrem (geistigen) Bruder: "Hilf mir, meine geistige Sühne zu erfüllen!" Der andere, voll Mitleid und Liebe, ohne Ekel vor den Unreinheiten zu empfinden, die dieser in seiner Seele trug, half ihm bei seiner Läuterung. (Ende des Gleichnisses).

17. Mit Hilfe dieses Gleichnisses mache Ich leichter verständlich, was ihr jenseits eures menschlichen Lebens antreffen könnt, damit ihr eine Ahnung von den Prüfungen habt, die all denen widerfahren können, die ihren Eintritt in das Geistige Tal nicht mit ihren Werken der Liebe vorbereiten.

18. Ich will euch begreiflich machen, dass aus der Seele all derer, die ohne Fanatismus ein geistiges, gesundes und rechtschaffenes Leben führen, gute Beispiele gleich strahlenden Lichtern hervorgehen werden, die sowohl den Weg einer inkarnierten Seele, als auch den Weg dessen, der im Unsichtbaren wohnt, erhellen werden.

19. Vor Christus war niemand imstande, in den Geistwesen, die in der Finsternis der Sünde lebten, das Licht zu entzünden.

20. Ich war der Erste, der in die Welten der Verwirrung eindrang, um dort das Licht hinzubringen und auf diese Weise meine Jünger zu lehren, dasselbe bei ihren Mitmenschen zu tun. Denn "Das Lamm" war das einzige, das die Siegel löste, die das Große Buch des wahren Lebens und der wahren Weisheit verwahrten.

21. Die Stimme, die ihr hört, ist die des Sechsten Siegels, und sie wurde nur deshalb nicht in allen Nationen vernommen, weil die Menschen nicht zubereitet waren; denn sie waren hochmütig gegenüber der Stimme meines Rufes und überließen es ganz den Hungernden und Entblößten, Mich zu hören.

22. Heute sage Ich euch: Vergebt und reicht eure Hand, wenn man euch darum bittet.

23. Folgt den Spuren der Demut und Geduld Elias'; er hat den Auftrag, die Seelen zu reinigen und sie Mir zuzuführen. Unermüdlich hat er gearbeitet und bietet mir ein lauteres, empfindsames und zubereitetes Volk dar, damit es mein Wort höre. Er hat euch zum Berge des Neuen Zion gebracht, damit ihr meine Stimme vernehmt, und als ihr Mich hörtet, wart ihr tief ergriffen. Zweifelt nicht, weil Ich euch meine Unterweisung jetzt durch menschliche Vermittlung zuteil werden lasse. Immer habe Ich euch überrascht und euren Glauben auf die Probe gestellt. Ihr seid in einen neuen Zeitabschnitt eingetreten und müsst eine weitere Stufe auf dem Entwicklungsweg der Seele aufwärtssteigen.

24. Gesegnet seien, die ihre Körperhülle opfern, um ihre Seele zu vervollkommnen — gesegnet, die ihr Kreuz mit Demut und Geduld tragen. Wenn Ich euch zubereitet sehe, werde Ich euch einer Menschenschar voranstellen, damit ihr sie führt; und wenn ihr in der Tugend beharrlich bleibt, wird der Hochmut nicht in euer Herz eindringen, werdet ihr euch nicht als Herren, sondern als Diener fühlen, und diese Scharen werden sich vervielfachen. Doch wehe denen, die meine Gebote falsch auslegen und ihre Brüder in den Abgrund führen, anstatt sie zu veranlassen, den Berg ihrer Entwicklung emporzusteigen. Wie sehr werden sie zu kämpfen haben, um sich gegen ihre Feinde zu verteidigen, und wie oft wird ihr Herz in jenem Kampfe zerbrochen werden. Ihr jedoch in eurem Gehorsam — denket daran, dass ihr dabei seid, den Berggipfel zu erobern, wo alles Leiden durch meinen Segen ausgeglichen wird.

25. In kurzer Zeit werden die verheißenen Generationen zur Erde kommen, welche große Fortschritte auf dem geistigen Entwicklungswege erreichen werden. Sie werden mein Wort besser auslegen als ihr und werden es über alle Völker hin verbreiten. Diese neuen Menschenwesen, die Ich heute zurüste, werden von Geist zu Geist mit Mir Zwiesprache haben und werden unter ihren Nächsten Beweise ihrer Vollmacht geben.

26. Geliebtes Volk, wenn du dich zubereitest, werde Ich dir Gesetze und Werke eingeben, die die Menschen in Staunen versetzen werden. Dein erleuchteter Verstand wird in der Natur und in eurer Seele alles entdecken, was es an Großem und Vollkommenem gibt. Dann werdet ihr die volle Erkenntnis eurer Fähigkeiten haben, und eure Werke werden groß sein in Liebe und Barmherzigkeit für eure Mitmenschen.

27. Seid gute Arbeiter im Garten eures Herrn; reißt das Unkraut aus, pflegt die Pflanzen, und wenn ihr sie blühen seht, so freut euch und bringt Mir eure Arbeit dar. Denkt daran, dass — wenn Ich euch den Auftrag erteile, den Pflanzen Leben zu geben — ihr diesen Geschöpfen nicht Schmerz bereiten oder sie verletzen dürft. Ich spreche von euren Mitmenschen, von ihrem empfindsamen Herzen, damit ihr immer mit Liebe über sie wacht, wie Ich euch gelehrt habe.

28. Begreift, dass es nicht unmöglich ist, meine Gesetze zu erfüllen; ihr müsst nur beten und mit festem Willen, mit Liebe zu eurem Vater erfüllt sein, in Hilfsbereitschaft und Liebe zu euren Mitmenschen, dann werde Ich meine Macht in euch legen. Ich will nicht, dass ihr zum Opfer werdet. Liebt, seid tugendhaft, und mein Wohlgefallen wird auf euch ruhen.

29. Gebt nicht Mir die Schuld an euren Irrwegen. Ich habe euch das Gewissen gegeben, damit ihr euch durch sein Licht leiten lasst. Es ist ein unbeugsamer Richter, der euch immer den Weg des Guten gezeigt und euch gewarnt hat, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Auch habe Ich euch mit Wesen umgeben, die euch helfen, eure Aufgäbe zu verstehen und die Tugend der Demut und Sanftmut zu erlangen.

30. Ihr, die ihr euch mit Liebe darauf vorbereitet, meine Unterweisung zu hören, möchtet nicht eine einzige meiner Unterrichtsstunden zu hören versäumen, und in euren Herzen bittet ihr Mich, dass Ich euch erlaube, bis zum letzten meiner Worte in dieser Zeit zuzuhören.

Ihr werdet weiterhin die Erben dieser Gnade sein; doch müsst ihr begreifen, dass — wenn Ich euch sage: "Bittet, so wird euch gegeben" — ihr euch im Gebet erheben müsst, um das zu erbitten, was eurer Seele zuträglich ist; denn einige bitten nur für ihr irdisches Leben. Aber Ich erhöre euch nach meinem Willen und nicht nach eurem. Was würde aus euch, wenn Ich euch immer eure Wünsche gewähren würde? Wie oft habt ihr mit Beharrlichkeit um etwas gebeten, das — obschon ihr glaubtet, es sei zu eurem Wohle, und ihr es von morgens bis abends erwartet habt — ihr nicht in Erfüllung gehen saht. Doch nach einiger Zeit ist euch bewusst geworden, dass ihr euch geirrt habt, und dass der Vater recht hatte.

Dennoch wurde dem Starrköpfigen, dem Unzufriedenen, dem Fordernden gegeben, was er verlangte, damit ihn die schmerzlichen und widrigen Folgen zur demütigen Anerkennung der Wahrheit zwingen. Doch den einen wie den andern habe Ich zu ihrem eigenen Wohle Prüfungen zuteil werden lassen: Während die einen durch die Liebe lernen, tun es die andern durch den Schmerz.

31. Es erfüllt Mich mit Freude, euch zu meiner Unterweisung kommen zu sehen, und bei eurer Erhebung fühle Ich in meinem Geiste die Liebkosung des Kindes. Der Vater, der sich sehnt, von denen geliebt zu werden, die seinem Reiche fern sind, hat sich euch genähert, um euren Kuss zu empfangen. Doch solange die Menschheit sich nicht retten lässt, werden die einen Mich Tag für Tag und Jahrhundert für Jahrhundert auf sie warten sehen, und die andern werden ahnen, dass Ich wegen ihres Mangels an Liebe am Kreuze hänge.

32. Zu jenen gehört ihr; doch beim Hören meines Wortes habt ihr erlebt, dass Ich, statt euch zu verdammen, euch vergeben habe. Ich habe eure Lippen bitter gesehen und habe sie mit meinem Worte versüßt. Ich habe euch durch die Prüfungen des Lebens erschöpft gesehen und habe euch meine Kraft gegeben.

33. Der, welcher seinen Körper durch den Schmerz zerrüttet fühlt, fragt sich, ob er ihn nicht missbraucht hat, und zerknirscht fragt er Mich, um zu erfahren, wie er seine Lebenskraft zurückgewinnen kann, die ihm ermöglicht, weiterzukämpfen. Darauf sage Ich ihm: Dringe in den Kern meines Wortes ein, welcher das Gesetz ist, und in seinen Geboten und Lehrsätzen wird jeder die Lehre finden, die er benötigt.

34. Entfernt euch nicht, bis ihr nicht von allen Früchten dieses Tisches gegessen habt, und wenn ihr euch danach nicht befriedigt fühlt, könnt ihr euch auf die Suche nach andern Speisen begeben. Aber wenn ihr meine Wahrheit begreifen wollt, so bereitet euch zu und zweifelt nicht an meiner Gegenwart, nur weil ihr nicht das empfangen habt, was ihr von Mir erbeten habt. Wahrlich, Ich sage euch, in der Verborgenheit meines Geistes ruhen eure Güter und warten auf den Augenblick eurer Zurüstung, um in eurem Geiste zu sein.

35. Einige bleiben stark auf diesem Wege, andere wanken alle Augenblicke, weil sie auf die Worte ihrer Brüder hören, die sie in die Versuchung führen, diese Lehre zu verlassen.

36. Der Meister sagt euch: Bleibt noch einige "Morgenröten" lang, in denen ihr meine Unterweisung empfangt, und gebt acht auf das, was ihr von Mir hört, damit ihr wenigstens Licht in eurer Seele mitnehmt, denn noch seid ihr blind. Ich weiß, dass ihr zu Mir zurückkehren müsst, und dass ihr Apostel dieses Werkes sein werdet.

37. Wer Mich einmal gehört hat, trägt eine Liebeswunde in seinem Herzen, die sich niemals schließen wird.

38. Für wie viele von denen, die hier den Frieden fanden, ohne sich dessen bewusst zu werden, wird es nötig sein, dass sie ihn (wieder) verlieren, damit sie zu Mir zurückkehren; denn sie werden sich überzeugen, dass man den Frieden nicht mit materiellen Gütern kaufen kann, da er ein Schatz ist, der von Gott herabkommt.

39. Der Friede ist von den Menschen geflohen, und um ihn zu finden, werden sie sich zu Mir erheben müssen. Heute haben die Mächtigen ihre Gewalt verloren, die Könige zittern vor ihren aufständischen Untertanen, die Herren sind zu Knechten geworden. Jene, die sich für frei hielten, sind durch meine Gerechtigkeit gebunden, und die Wissenschaftler sind ratlos.

40. Seid euch bewusst, dass mit allen Schätzen und Mächten der Menschen nicht ein Atom Frieden erworben werden kann, und dass auch die Gabe der Heilung von den Ärzten gewichen ist, die mit all ihrer Wissenschaft nicht einen einzigen Tropfen meines Balsams werden kaufen können, solange ihr Herz sich nicht vom Eigennutz freimacht.

41. Geliebte Jünger, zweifelt nicht an der Gnade, die Ich euch anvertraut habe, und seid auch nicht schüchtern wegen der Ärmlichkeit eurer Kleidung oder wegen der niedrigen Stellung, die ihr unter euren Mitmenschen einnehmt. Seid nicht furchtsam, weil ihr seht, dass ihr zu den Letzten an euren Arbeitsplätzen zählt. Fühlt euch nicht erniedrigt, seid zufrieden und würdig, denkt, dass — wenn ihr körperlich dem Befehl eurer Mitmenschen untersteht — euer Geist doch über ihnen steht. Ihr könntet sogar zu Sklaven in dieser Welt werden; doch euer Geist ist durch mein Licht befreit worden, damit er im Unendlichen und Ewigen wohnt. Der Geist, der in Wahrheit mein Diener ist, kennt den Frieden und die wahre Freiheit.

42. Ihr müsst eure Aufgabe unter den Menschen erfüllen. Ich werde euch führen, damit ihr euren Mitmenschen das Licht bringt, und ihr dürft euch nicht unfähig fühlen, eure Bestimmung zu erfüllen; denn niemandem habe Ich einen Auftrag zugewiesen, der nicht durchzuführen ist. Mir genügt, wenn ihr mit Lauterkeit betet, und wenn ihr immer zubereitet seid.

43. Mit dem Gebet erlangt man Weisheit, es ist der Schlüssel, der die göttlichen Geheimnisse öffnet, und ist die Sprache, in welcher die Seele des Kindes mit ihrem Herrn spricht.

44. Wie viele Wunder und wie viel Barmherzigkeit werdet ihr auf eurem Weg verbreiten können, wenn ihr euch so vorbereitet, wie Ich euch gelehrt habe. Ihr werdet keine Bücher der Wissenschaft oder Philosophien benötigen, um Wissen zu besitzen oder um zu lehren. Es wird euch genügen, die Unterweisungen zu studieren und zu ergründen, die Ich euch in den Drei Zeiten gegeben habe.

45. Wenn ihr arm seid, werdet ihr doch niemals Parias sein. Kämpft wie alle um das Brot der Erde, aber plagt euch nicht mehr als notwendig, opfert nicht euren Körper bei der Bemühung, irdische Güter zu erwerben und anzuhäufen. Teilt eure Zeit ein, damit ihr einige Augenblicke für die Entwicklung eurer Seele erübrigen könnt.

46. Wenn Ich die uneingeschränkte Vermaterialisierung im Menschen missbillige, so rate Ich euch damit nicht an, dass ihr allein nach dem Geistigen streben sollt. Solange ihr auf der Welt seid und einen materiellen Körper besitzt, müsst ihr die Bedürfnisse des Körpers mit denen der Seele in Einklang bringen, soweit eure Entwicklung es euch in eurem Leben erlaubt. Gebt Gott, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist.

47. Bekleidet euren Körper und schützt ihn vor den Unbilden der Witterung, doch eure Seele bekleidet mit Licht. Beschafft das Brot für euren Körper, und so, wie ihr darum bemüht seid, dass es von gutem Geschmacke ist und die Substanzen enthält, die euch aufrechterhalten, so besorgt auch für eure Seele eine Nahrung von wahrem Leben für sie.

48. Wenn "das Fleisch" sich durchsetzt, leidet die Seele, wenn die Seele sich durchsetzt, leidet der Körper. Doch wahrlich, Ich sage euch, es ist darauf zurückzuführen, dass zwischen beiden Bestandteilen keine Harmonie besteht. Diese ist vorhanden, wenn beide einen einzigen "Körper" und einen einzigen Willen bilden.

Gebt euch nicht zufrieden mit der Meinung, dass ihr mit Beten euren Auftrag erfüllt habt. Ich verlange von euch nur fünf Minuten des Gebets, damit ihr die übrige Zeit darauf verwendet, für das materielle Leben zu kämpfen und innerhalb desselben die Pflichten eures Geistes zu erfüllen, indem ihr mit euren guten Werken den Samen der Liebe und Barmherzigkeit unter eure Mitmenschen sät. Mein Wort bereitet euch vor; Ich könnte euch nicht als Schwache aussenden, um die Gefallenen aufzurichten, und würde euch auch nicht als Kranke senden, um die Betrübten zu trösten.

49. Jünger, was bittet ihr Mich für jene, die euch Steine in den Weg legen, um euch zu Fall zu bringen? — Ihr bittet, dass die Vergebung mit ihnen sei. Ich segne selbst die, die euch um meiner Sache willen Leiden verursachen.

50. Lebt in Frieden in euren Heimen, macht aus ihnen ein Heiligtum, damit, wenn die unsichtbaren Wesen eindringen, die verwirrt im Geistigen Tale umherschweifen, sie in eurem Wesen das Licht und den Frieden finden, den sie suchen, und sie im Jenseits aufwärtssteigen.

51. Was würde aus diesen Wesen, wenn sie nur Streit in eurem Heime sähen? Was würde aus diesen Bedürftigen?

52. Nehmt eine Fackel, entzündet sie und lasst ihr Licht nicht verlöschen, welches die Liebe zu euren Mitmenschen und der Glaube an die Barmherzigkeit eures Vaters ist; dann wird in euren Heimen mein Friede sein. Bereitet dafür euer Herz vor, läutert eure Seele durch Reue und Erneuerung, damit ihr den Sinn meines Wortes aufnehmt und dadurch gestärkt werdet. Ich lasse Mich unter euch nieder und verkünde meine Lehre in meinem Worte, damit ihr meine Gegenwart fühlt und Zeugnis von Mir ablegt. Ich gebe euch eine weitere Gelegenheit, meine Unterweisung zu hören, weil Ich will, dass ihr meine Gebote erfüllt, dass ihr auf dem richtigen Wege geht, bis ihr das verheißene Land findet, ein sicheres Land, wo ihr von eurer Pilgerreise ausruhen könnt und den hohen Lohn erringt, der von eurem Vater dargeboten wird.

53. Es ist nötig, dass ihr mein Wort begreift, damit ihr es nicht wegwerft, wie es ein stolzes Kind tut, wenn es das Brot verachtet, das man ihm anbietet. Dieses Wort will euch retten, will euch abbringen von euren falschen Bräuchen, vom Fanatismus und der Verwirrung, in die euch die Religionen gestürzt haben. Wenn ihr mein Wort nicht begreift, oder wenn ihr es nicht hören und studieren wollt, weist ihr Mich zurück und werdet ihr den Endzweck meiner Kundgebung in der "Dritten Zeit" nicht erkennen. Das angezeigte Datum für deren Beendigung wird kommen, und dann werdet ihr eine Leere in euren Herzen fühlen, und in der Erkenntnis, dass es eine Gnade war, die ihr nicht zu schätzen wusstet, werdet ihr nach Mir rufen. Doch mein Wort wird nicht mehr durch Vermittlung des menschlichen Verstandesorgans zu vernehmen sein.

Dann wird auf euch die Last eures Unverständnisses fallen, und ihr werdet keinen Frieden haben. Wollt ihr diesen so bitteren Kelch trinken? — Ich werde euch mit Schmerz betrachten und den Tag eurer Rückkehr erwarten. Lasst eure Seele sich befreien und zu Mir kommen. Vergeistigt euch, damit ihr den Pfad der Erhebung und des Fortschreitens zum wahren Leben betreten könnt.

54. Seid gerecht in allen euren Handlungen, und wenn ihr eure Mitmenschen tadelt, so seid weder Richter noch Henker. Nehmt nicht die Peitsche, um den Nächsten zu züchtigen.

55. In der Zweiten Zeit, als Jesus in Jerusalem eingezogen war, fand Er, dass der Tempel, der dem Gebet und der Gottesverehrung geweihte Ort, in einen Markt verwandelt worden war, und der Meister warf voll Eifer diejenigen hinaus, die ihn in dieser Weise entweihten, wobei Er zu ihnen sagte: "Das Haus meines Vaters ist kein Handelsplatz." Diese waren weniger schuldig als die dazu Beauftragten, die Seele der Menschen in der Erfüllung des Gesetzes Gottes zu führen. Die Priester hatten den Tempel in einen Ort verwandelt, an dem Ehrsucht und Prachtliebe herrschten, und diese Herrschaft wurde zerstört.

56. Heute habe Ich keine Geißel verwendet, um die zu strafen, die mein Gesetz entweihten. Ich habe jedoch zugelassen, dass sich die Folgen ihrer eigenen Verfehlungen bei den Menschen fühlbar machen, damit sie deren Sinn zu deuten wissen und sie begreifen, dass mein Gesetz unbeugsam und unwandelbar ist. Ich habe dem Menschen den Weg gewiesen, den geraden Weg, und wenn er sich von ihm entfernt, setzt er sich den Härten eines gerechten Gesetzes aus, denn in ihm bekundet sich meine Liebe.

57. Weist euren Kindern mit Eifer den Weg, lehrt sie, die Gesetze des Geistes und der Materie zu erfüllen; und wenn sie sie verletzen, so weist sie zurecht, denn ihr als Eltern vertretet Mich auf Erden. Erinnert euch dann an Jesus, der voll heiligen Zornes den Händlern von Jerusalem für alle Zeiten eine Lektion erteilte, indem er die Sache Gottes, die unwandelbaren Gesetze verteidigte.

58. Die Menschen bitten Mich um ein ruhiges Dasein, da sie in ihm die Gabe des Friedens haben, die durch die Erfüllung ihrer Pflichten erlangt wird. Doch Ich frage euch: Ist es unbedingt nötig, dass ihr, um Frieden zu haben, zuvor den Krieg erleiden müsst? Seht, wie die gute Saat von der Bosheit vernichtet worden ist! Die einen Nationen zerstören die anderen; die heute stark sind, sind morgen zunichte gemacht.

Doch das Volk Israel legt in diesen Augenblicken Fürbitte für die Menschheit ein und sagt Mir: "Meister, ich habe gebetet, und Du hast mir nicht gewährt, um was ich Dich bat." Weißt du, Volk, wie viele Leiden du erleichtert hast, und wie viel Hoffnung dein Gebet jenen Geschöpfen eingeflößt hat? Nicht Ich habe zu bestimmen, dass Friede auf der Welt sei, sondern der Mensch, wenn er sein Herz zur Liebe und Demut bekehrt hat.

59. Wie groß ist die Unwissenheit, die Mir die Menschheit vor Augen führt! Weder der Gelehrte, noch der Unwissende hat meine Gesetze erfüllt, und obwohl Ich als Meister unter ihnen bin, haben sie meinen Unterweisungen kein Gehör geschenkt. Wenn eure Verfehlungen euch den Tod bringen, so nehmt mein Wort als Brot des ewigen Lebens. Lebt wachend, in meiner Lehre wirkend, und liebt eure Mitmenschen.

60. Diese Unterweisung ist wie ein neuer Tag, der den Weg der Menschheit erhellt. Ihr habt ein Zeitalter wie eine untergehende Sonne verschwinden und einen neuen Tag anbrechen sehen, in welchem ihr gewaltige Lichter schauen werdet, die die Menschen bei einem großen Erwachen erleuchten. Ihr habt die Leidenschaften entfesselt gesehen, die Sünde, wie sie bittere und leidvolle Früchte trägt, das Böse, wie es Heime und Nationen überfällt, die Ungerechtigkeit, wie sie sich der Menschen bemächtigt. Doch Ich komme, um dieses Überschäumen aufzuhalten: nicht um die Welt zu richten, sondern um sie auf den rechten Weg zu bringen. Und schreibt nicht Mir den Schmerz zu, den ihr Mir vor Augen führt und den ihr euch geschaffen habt. Ich habe euch erschaffen, damit ihr lebt, Erfahrungen sammelt und durch eure Verdienste aufwärts steigt.

Dennoch liebe Ich euch, und darum ist euer Schmerz zu mir gelangt, und bin Ich als Tröster und Meister gekommen, um euch das, was ihr verloren habt, zurückzugeben und um euch anzukündigen, dass sich euch das Reich des Friedens naht, und dass ihr euch zubereiten müsst, um in dasselbe zu gelangen. Die Menschheit wird sich wandeln, dann wird das Gute im Herzen der Menschen sein.

61. Seit Anbeginn der Zeiten habe Ich in vielen Formen zu euch gesprochen, damit ihr Mich versteht, und besonders zu euch, die ihr meine Vertrauten, meine Stimmträger und Herolde gewesen seid, welche meine Botschaften zu den andern Völkern gebracht haben. Heute sage Ich euch, dass ihr eure Aufgabe geduldig fortsetzen sollt, dass ihr angesichts der Ungläubigkeit und des Unverständnisses eurer Mitmenschen nicht innehalten sollt.

Während ihr meine in dieser Zeit erfolgte Kundgebung als Göttlicher Geist geglaubt und bestätigt habt, sind andere noch nicht zubereitet, um diese Kunde zu empfangen; doch verkennt sie deshalb nicht und verzweifelt auch nicht: das, was ihr nicht vollbringen könnt, werde Ich tun, und werde der Welt mein Werk vorstellen und meine Verheißung erfüllen.

62. Ich habe diese Nation ausgewählt, und Ich habe Wohlgefallen daran, dass von ihr meine Arbeiter hinausgehen, um den Samen auszustreuen. Ich bereite euch vor, damit ihr Meister, aber nicht Richter eurer Brüder seid. Vergesst nicht, dass Ich euch unter euren Brüdern als Diener und nicht als Herren zurückließ. Wenn dies Wort euren Brüdern bekannt ist und von ihnen gesucht wird, werde Ich ihnen sagen:

63. Kommt zu Mir, Wanderer, Ich habe das Wasser, das den Durst löscht, der eure Seele verzehrt. Ich sehe euch arm an Geist und an Materie, doch Ich will euch mehr geben als das, worum ihr Mich bittet. Ich biete euch ein Reich des Friedens an — das gleiche, das Ich den ersten Geschöpfen angeboten habe, die Ich auf diese Welt sandte. Es ist nicht das Wasser der Quellen oder der vergängliche Friede, der nur einen Augenblick währt, sondern die ewige Gnade und der ewige Friede, die Wahrheit und das Licht.

64. Für alle bringe Ich Vergebung und Erleichterung, sowohl für die, die Mich lieben, als auch für die Gleichgültigen. Ich verfluche nicht den, der Mich verletzt hat, vielmehr segne Ich ihn, weil Ich weiß, dass er Mich eines Tages lieben wird.

65. Ihr sollt nicht nach den irdischen Freuden streben; was heute ist, besteht morgen nicht mehr. Sucht und erarbeitet euch das immerwährende Leben — jenes Leben, von dem niemand wieder umkehrt, weil es die höchste Wahrheit ist. Gelangt zu ihm auf dem Wege meiner Unterweisung — kommt, indem ihr mein Gebot erfüllt, das Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe: "Liebet einander."

66. Wie sehr freut sich euer Vater, wenn er mit seinen Kindern in Verbindung steht. Nach dieser Zeit, in der Ich euch mein Wort durch Vermittlung des Menschen gab, werdet ihr lernen, Mich im Unendlichen zu suchen, und eure Gemeinschaft (mit Mir) wird reiner und beständiger sein, es wird die Zwiesprache von Geist zu Geist sein.

67. Welche Freude sehe Ich bei meinen Kindern, weil sie Mich aufs neue gehört haben, und wie erkennen sie Mich und folgen sie Mir! Ich wiederhole nochmals, meine Kinder: "Liebet einander", wie Ich euch immer gelehrt habe.

68. Ich habe euch gerufen, um euch groß im Geiste zu machen, nicht zu Herren der Welt.

69. Wenn ihr um meiner Sache willen gedemütigt werdet, werde Ich euch preisen, wenn ihr Leiden erduldet, werde Ich euch trösten.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 42

1. Ich entferne von eurem Wege die Hindernisse, die eure Arbeit auf meinen Feldern behindern könnten; denn ihr seid die Erwählten, um diesen Auftrag zu erfüllen, ihr sollt der Menschheit die Wahrheit meiner Lehre bekanntmachen.

Seid stark! Denn Ich habe gesehen, dass euch Glaube fehlt, dass ihr euch von Mutlosigkeit besiegen lasst und euch nicht mit Entschlossenheit von euren Stürzen erhebt. Ihr zweifelt wiederum, wie ihr es in der "Zweiten Zeit" tatet, und um zu glauben, bittet ihr Mich um materielle Beweise, die Ich euch nicht gewähren darf.

Seid nicht wie die Schriftgelehrten und Priester, die mit den Schriften in ihren Händen dachten, dass meine Ankunft unter den Menschen jener Zeit sich in einer ganz bestimmten Form vollziehen würde, und als sie sahen, dass die Durchführung meiner Mission in einer andern Offenbarungsform geschah als der, die sie erwarteten, zweifelten sie. Denn die Wunder, die sie verlangten, wurden ihnen nicht gewährt, weil der Weg bereits von Mir vorgezeichnet war und alles so vollendet wurde, wie es von Ewigkeit her geschrieben war.

2. Ihr zweifelt, weil euer Herz nicht zubereitet ist. Ihr kanntet meine Prophetien nicht, und sehr wenige haben meine Offenbarungen in ihrer ganzen Wahrheit ergründet und verstanden. Doch wenn auch euer Herz unwissend war — der Geist ahnte, dass Ich noch einmal zu euch kommen müsste, und heute formt euch mein Wort gleich einem feinen Meißel und beweist euch die Wahrheit meiner Kundgebungen.

Wahrlich, Ich sage euch, ihr dürft euren Vater nicht der Prüfung unterwerfen. Betet und versenkt euch in tiefer Betrachtung. Es ist jetzt an der Zeit, dass ihr zu Mir zurückkehrt, und dass ihr euch eurem Schöpfer nähert und euch wieder mit Ihm vereint.

3. Denkt daran, dass — wenn ihr auf Erden geweint habt — nicht Ich es bin, der euch dieses Leid verursacht hat. Ich habe Mich nicht an eurer Sühne ergötzt, noch bin Ich gegenüber eurem Schmerze gleichgültig gewesen; Ich habe eure Seele nur formen und erheben wollen. Ich habe euch immer geliebt und euch immer vergeben.

4. Dringt in den Sinn meines Wortes ein und entdeckt all das, was Ich euch durch die ungeschickten Lippen der Stimmträger zum Ausdruck bringen will. Doch sucht Mich nicht nur durch ihre Vermittlung zu hören: Ich habe euch das vollkommene Gebet gelehrt, damit ihr die Zwiesprache von Geist zu Geist mit eurem Vater erreicht, durch die ihr zu Mir in der Sprache sprechen könnt, die dem Geiste entspricht, und meine weisen und liebevollen Antworten empfangen könnt.

5. Warum lasst ihr mein Werk der Vergeistigung unbeachtet und überhört die Stimme des Gewissens, die in eurem Innern zu euch spricht? Warum schenkt ihr nur den menschlichen Worten und Urteilen Glauben und lasst zu, dass der Geist, der in seiner Zeit lebt, welk wird wie die Blumen unter einer sengenden Sonne, wenn ihnen die Bewässerung fehlt?

6. Die Kinder werden sich mit Mir verbinden, werden meine Botschaften empfangen und euch mit ihrem Fortschritt in Erstaunen setzen. Sie werden euch in meiner Liebeslehre unterrichten, und ihre Überzeugungen werden fest sein. Doch fühlt euch darum nicht gedemütigt! — Wenn ihr im Schoße eures Heimes seht, dass sie Beweise von Vergeistigung geben, so lenkt ihre Schritte. Lasst sie sich erfreuen und in Verzückung geraten bei der Betrachtung der hohen Regionen, in denen die Gerechten leben; und sie werden während ihrer Entrückung empfinden, dass sie Mir nahe sind, und werden ihre Schmerzen vergessen.

7. Seht ihr nicht die Geduld und auch den Kummer in eurem Vater angesichts des nur langsamen Erwachens seiner Kinder? Meine Vaterliebe führt euch zum Frieden, die Heimsuchungen weisen der Menschheit den schmalen Weg, der zu Mir führt. Auf diesem Pfade müsst ihr euch alle wieder mit eurem Schöpfer vereinigen.

8. Unter euch befinden sich die "Arbeiter", die die Menschheit lieben, und die kämpfen, um ihr das Licht zu bringen. Heute legen sie voll Glauben bei Mir die Frucht ihrer Arbeit nieder. Da ist das "Kind", das meinem Unterricht zugehört hat, und welches den Teil der Arbeit, der ihm zukommt, übernommen hat, und das Mir heute die Erstlingsfrüchte seiner geistigen Saat darbringt. Sein Gebet ist eine flehentliche Bitte um Frieden für seine Menschenbrüder. Es genügt ihm nicht zum Glücklichsein, dass seine Nation sich im Frieden befindet; ihn erreichen die Klagen der Menschen, die er nicht kennt, aber von denen er weiß, dass sie leiden. Mit bewegter Seele bittet er für seine Brüder, und Ich sage ihm, dass dieser Friede kommen wird, wenn die Heimsuchung ihre Saat im Herzen jener hinterlassen hat, die heute leiden, und wenn der Schmerz ihre Seele gereinigt hat.

9. Ihr denkt daran, während ihr mein Wort hört, dass in den Augenblicken der Freude, in denen ihr euch zu Mir erhebt, um Mir ganz nahe zu sein, viele eurer Mitmenschen auf den Schlachtfeldern fallen, dass viele Mütter den Sohn haben scheiden sehen und ihr Herz vom Schmerz zerrissen wurde, dass viele Kinder über das Verlassensein von ihren Eltern weinen und sich alle im Schmerz abquälen. Ich sage euch, ihr wisst nicht, in welche Zeit ihr eingetreten seid; denn dies ist eine Zeit der Sühne und harter Prüfungen.

Ihr als meine Jünger fühlt die Verpflichtung, zu beten, damit der Friede und der Trost auf eure Brüder herabkomme. Doch Ich frage euch, ob ihr den Frieden zu nutzen verstandet, den Ich euch gewährt habe?

10. Warum beklagen sich die Väter, wenn sie fühlen, dass die Familie ein schweres Kreuz ist, das sie auf ihren Schultern tragen, und warum sind andere krank an der Seele, obschon Ich ihnen so nahe bin? — Darum, weil ihnen der Glaube und das Vertrauen zu Mir fehlte, und sie sich nicht zu erneuern vermochten.

11. Ihr vom Volke Israel, sündigt nicht, rettet vielmehr die Sünder, erleuchtet die, die im Irrtum befangen sind, und wenn ihr euren Frieden bewahren wollt, so arbeitet für sie, ehrt eure Eltern, betrachtet euch alle als Brüder. Liebet einander!

12. Immer, wenn ihr euch Mir naht, fühlt ihr, dass meine Liebe eure Seele und euren Körper stärkt. Auch wisst ihr, dass, wenn ihr euch entfernt, der Friede von euch weicht und euer Geist sich betrübt. Euer Gewissen sagt euch immer mit voller Wahrheit, ob ihr auf dem Wege des Gesetzes seid, oder ob ihr von ihm abgewichen seid. Ich bin das Gesetz und rege euch immer dazu an, dasselbe zu erfüllen.

13. Wenn ihr euch darauf versteift, die verbotenen Freuden zu genießen, lasse Ich zu, dass ihr durch eigene Erfahrung erkennt und versteht, dass dieser Kelch euch immer Schmerz bereitet. Nach einem Falle seht ihr euren Irrtum ein und kehrt zu Mir zurück mit der Bitte, dass dieser Schmerz eurer Sühnung diene.

14. Lernet, damit ihr die Herzen zubereitet, die sich danach sehnen, mein Wort kennenzulernen, und damit ihr ohne Furcht sprechen könnt. Wenn sich in eurem Herzen die Selbstsucht einnistet, könnt ihr nichts geben. Vergegenwärtigt euch die Liebe und die Barmherzigkeit, mit der Ich zu allen meinen Kindern spreche, und gebt euren Mitmenschen mit der gleichen Liebe.

15. Schon nähert sich die Zeit, in der Ich euch in die Länder und Nationen senden werde, damit ihr mein Licht hinbringt. Aber ihr müsst euch vorbereiten, indem ihr meine Unterweisung studiert und ergründet und mit euren Werken der Liebe und Barmherzigkeit an euren Brüdern Zeugnis gebt von den Wahrheiten, die sie enthält. Ich will nicht, dass ihr später der Zeit nachweint, die ihr versäumt habt, weil ihr meine Unterweisung nicht zu nutzen verstandet; denn es werden große Heimsuchungen kommen. Viele werden beklagen, dass sie Mich nicht gehört und Mir nicht geglaubt haben, und einige werden 1950 bereits "im Geiste sein".

16. Manche meiner Kinder weinen beim Hören meines Wortes; mögen diese Tränen dazu dienen, die zu reinigen, die sich befleckt haben!

17. Ihr, die ihr Mir zuhört — tut meinen Willen, wie ihr es in der Ersten und "Zweiten Zeit" tatet; denn ihr seid die gleichen Seelen, die sich von einer Zeit zur andern fortentwickelt haben, und wenn ihr das Ende eures Sühneweges erreicht habt, werdet ihr zu Mir kommen, um nicht wieder in diese Welt hineingeboren zu werden. Viele Male habe Ich euch gesagt: Wenn Ich in dieser Zeit ins Fleisch gekommen wäre, um euch mein Wort zu geben, wie Ich es in der "Zweiten Zeit" tat, wäre Ich nochmals zum Martyrium geführt worden. Diese Lektion ist vorüber, und heute gebe Ich euch die, welche für diese Zeit angemessen ist. Begreift, dass die Form, in der Ich Mich kundtue, wenn Ich Mich durch das Verstandesorgan der Menschen mitteilte, ein weiterer Beweis meiner Liebe zu euch ist.

Diejenigen, die Mir dienen, tragen ein schweres Kreuz, und aus diesem Grunde, weil sie Mir folgen, werden sie leiden, werden sie verkannt und verspottet werden. Doch Ich werde ihren Geist beschützen, und später, wenn sie ihre Mission beendet haben, werde Ich ihnen Ruhe und Frieden geben.

18. Heute bittet ihr Mich für eure Körperhülle; doch Ich sage euch: Bittet lieber für eure Seele, denn das Übrige gebe Ich euch obendrein.

19. Bedenkt, dass ihr nur Durchreisende auf Erden seid, dass ihr auf eurer langen Reise Schmerz erfahren habt und durch die Sünde gestrauchelt seid, und dass ihr (erst), nachdem ihr gestürzt seid, ohne eine hilfreiche Hand zu finden, die euch aufhob, euch erinnert habt, dass es im Jenseits einen gütigen Vater gibt, der bereit ist, euch alles zu geben, wessen ihr bedürft, und dass ihr bei Ihm Genesung von euren Übeln finden könnt — nicht nur von denen, die euren Körper krank machen, sondern auch von denen, die eure Seele befallen, die wie eine schmerzhafte Last sind, die euch niederdrückt.

20. O geliebte Kinder! Ihr wolltet eure Seele nicht erheben, wolltet ihr nicht die notwendige Zeit gewähren, um nachzudenken und ihre Pflichten zu erfüllen. Bedenkt, wie viele Gaben in euch sind; nichts fehlt euch, um den Gipfel des Berges erreichen zu können, wo euch euer Vater erwartet, um euch eure Belohnung zu übergeben.

Ihr alle seid erleuchtet und vorbereitet, um die Offenbarungen dieser Zeit kennenzulernen. Wenn ihr euch vergeistigt, werdet ihr nicht nur in dieser Welt wirken können, sondern Ich werde euch erlauben, euch in andere Regionen zu versetzen, wo eure Brüder leben, und dort werdet ihr als gute Arbeiter ebenfalls die Saat der Liebe und Barmherzigkeit ausstreuen, die euer Vater euch anvertraut hat.

21. Gebt euch nicht mit der ersten Lektion zufrieden, die ihr empfangen habt. Geht weiter voran, sucht mein Wort, erkennt seinen geistigen Sinn, damit ihr zu euren Brüdern mit Überzeugungskraft sprechen könnt. Fürchtet nicht das Urteil oder den Spott der Menschen. Welchen Fehler können sie euch zur Last legen, wenn ihr Lauterkeit in eurem Herzen habt und Rechtschaffenheit in allen euren Taten zeigt?

22. Es bereitet Mir Freude, die unschuldigen und guten Herzen zu empfangen, die meine Hilfe erflehen — jene, die Mich als Arzt der Ärzte suchen. Doch sehe Ich auch mit Wohlgefallen, dass ihr eure Leiden vergesst, um Mir eure notleidenden Mitmenschen vorzustellen, die ihr mit meiner Unterweisung umgewandelt habt. Ich segne die, welche Leiden gelindert und Schmerzen geteilt haben, und gebe ihnen Kraft, damit sie mein Gebot erfüllen, das euch sagt: Liebet einander.

23. Ich habe gesehen, wie einige meiner Kinder an Mir zweifeln und nicht zulassen, dass ihre Seele ihre Gaben entwickelt; und als es notwendig war, zu den Menschen von meiner Lehre zu sprechen, haben sie geschwiegen, ohne zu beherzigen, dass Ich gesagt habe, dass Ich durch alle sprechen werde, die zubereitet sind, und wenn es sie nicht gibt, durch die Naturgewalten meiner Schöpfung sprechen werde.

24. Meinen Kindern, die über die Erde gehen, ohne ihre hohe Bestimmung zu erkennen, sage Ich: Wann gedenkt ihr euren Auftrag zu erfüllen? Wenn ihr heute schlaft, werdet ihr morgen im Jenseits erwachen und der versäumten Zeit nachweinen. Ihr werdet Mich bitten, zur Erde zurückkehren zu dürfen; doch dann wird eure Sühne sehr leidvoll sein.

25. Wenn ihr hört, dass der Meister euch warnt, und wenn ihr eure Werke im Lichte eures Gewissens beurteilt, findet ihr, dass der Same, den Ich euch gegeben habe, sich nicht vervielfältigt hat, doch Ich frage euch: Wie wollt ihr die neuen Jünger heranbilden, die auf der Suche nach diesem Erbe herbeikommen werden, wenn ihr nicht mit euren Werken die Lehre bezeugen könnt, die Ich euch gab?

26. Am ersten Tag des Jahres 1939 kündigte Ich euch den Krieg an, der nahe bevorstand; ihr habt die Zerstörung und das Chaos, in das sich viele Nationen gestürzt haben, greifbar kennengelernt. Ihr habt ein Kriegsgeschehen nach dem andern vorübergehen sehen, doch noch immer seid ihr euch nicht der Zeit bewusst, in der ihr lebt. In den kommenden Jahren werdet ihr eine große Spaltung unter den Nationen erleben.

27. Die Starken werden den Starken gegenüberstehen, und in dieser Schlacht werden sie ihre Macht verlieren und sich beugen. Währenddessen werden viele Seelen ihren Körper verlieren und mit der Bestürzung und dem Schmerz, ihre Rückkehr zu Mir nicht vorbereitet zu haben, ins Geistige Tal gelangen. Doch werden sie auf ihrem Wege Elias begegnen, der ihnen den Weg zur Sühnung (ihrer Schuld) weist.

28. Heute kündige Ich euch an, dass die Zeit nahe ist, in der große Seelen zur Erde kommen werden, um für den Frieden und die Höherentwicklung der Menschheit zu wirken. Bereitet diesen Generationen den Weg.

29. Selig, die beim Hören meines Wortes geglaubt haben; doch Ich sage euch ferner: Gesegnet seien jene, die — ohne Mich gehört zu haben — glauben und in ihrem Herzen einen Tempel tragen, die lieben und für ihre Mitmenschen Fürbitte einlegen und deren Glaube wie eine lohende Flamme ist, die ihren Sühneweg erhellt: denn sie werden Mich durch ihren Glauben schauen.

30. Heute stellt ihr euch beim Quell der Gnade ein, um euren Durst zu löschen, und ihr erinnert euch meiner Worte, in denen Ich euch sagte: "Wer von diesem Wasser trinkt, den wird nie mehr dürsten".

Euer Durst in dieser Zeit ist jener nach Licht, nach Wahrheit und nach Frieden. Ihr kennt nur den Schmerz und die Falschheit und sucht einen Balsam, der eure Wunden heilt und eurer Hoffnung wieder Leben gibt: Hier bin Ich, und Ich empfange euer Herz und tröste es.

Ungeduldig erwartet ihr die Tage, in denen Ich euch mein Wort gebe, und sagt Mir: "Vater, nur in diesem Augenblicke findet meine Seele Ruhe, und zu Dir erhoben vergesse Ich, was zur Welt gehört, und empfinde, dass der Friede deines Geistes mein Wesen durchströmt".

31. Selig seid ihr, die ihr erkannt habt, dass dies die Zeit der Gnade ist, in der meine Unterweisungen euch führen und euch bei eurer Wiedergutmachung helfen. Wenn ihr Mich zu hören und innerhalb meiner Gesetze zu bleiben versteht, wird es keine menschliche Macht geben, die euch verletzt, und ihr werdet euch vom Vater liebkost und geleitet fühlen.

32. Obwohl ihr mich früher nicht gesucht habt, wisst ihr heute, dass die Stunde eures Erwachens für meine Wahrheit vorgezeichnet war, und dass Ich euch erwartete, um euch euer Erbe zur Kenntnis zu bringen. Jetzt, da Ihr meine Wohltaten empfangen habt, bittet ihr Mich voller Dankbarkeit, euch zu gewähren, meine Arbeiter zu sein, und Ich erlaube es, denn Ich habe euch deshalb zur Erde gesandt, um die Frohe Botschaft kennenzulernen und sie unter den Menschen zu verbreiten.

Doch um die Kenntnis und die Entfaltung der Geistesgaben, mit denen ihr begnadet seid, zu erlangen, müsst ihr zuvor gegen eure Vermaterialisierung, gegen eure Sünde und Schwäche kämpfen; und wenn ihr dann fühlt, dass ihr euch zubereitet habt und euch durch eure Sühneleistung geläutert habt, so tragt eure Liebe zu euren Mitmenschen als ein Kleinod von unschätzbarem Werte.

33. Ihr seid nicht zur Erde gekommen, um der Welt Tribut zu zollen, eure Verpflichtung ist höher, die Aufgabe als Jünger eures Vaters erwartet euch. Doch wenn ihr für die Verbreitung meiner Lehre gekämpft habt, und eure Füße durch die Disteln verwundet sind, und eure Kleidung wegen des langen Weges zerrissen ist, so kommt zu Mir. Scheut euch nicht, nackt zu kommen, ohne Fußbekleidung und ohne Reisevorrat. Denn wenn ihr alles unter eure Mitmenschen verteilt habt, werde Ich euch das zurückgeben, was ihr ihnen überlassen habt, und werde euch mit Gnaden überschütten um der Liebe und Wohltaten willen, die ihr ihnen erwiesen habt.

34. Euch erwartet ein großer Kampf, in welchem die Erfüllung eurer Aufgabe euren Geist keine Müdigkeit fühlen lassen wird; denn ihr werdet vom Guten Hirten und von der Geistigen Welt unterstützt werden. Wenn ihr Mich liebt, wenn ihr Glauben habt, wird euch die Arbeit leicht fallen. Ich werde den Unglauben der widerspenstigen Seelen überwinden, und sie werden euch anhören. Andere werden dies Licht in der gegenwärtigen Inkarnation nicht kennenlernen; denn Ich habe euch bereits angekündigt, dass nicht alle, die heute im materiellen Körper leben, das Licht dieser Lehre der "Dritten Zeit" kennen werden. Viele werden ins Geistige Tal gehen müssen, und von dort aus werden sie dieses Werk der Liebe betrachten und daran glauben. Die, die Mich hörten und mein Wort nicht verstanden noch meinen Willen erkannten, werden "im Geiste" wirken und so ihren Auftrag erfüllen.

35. Obwohl meine Unterweisung klar verständlich ist, habt ihr sie nicht alle erfasst und verstanden. Ihr habt euch nicht von dieser Frucht genährt, die Ich euch in dieser Zeit angeboten habe. Ich sagte euch, dass jeder Baum an seiner Frucht erkannt wird, und der "Geschmack" meines Wortes ist süß, und sein Sinngehalt belebt die Seele; doch ihr wolltet seine Wahrheit nicht erkennen.

36. Ihr seid zerbrechliche Boote inmitten eines wütenden Meeres gewesen und habt euren Glauben oft verlöschen lassen. Ihr fühlt Mich nicht, obschon ihr wisst, dass Ich bei euch bin, und Ich euch schon oft gesagt habe, dass eure Augenwimpern von euren Augen weiter entfernt sind als mein Geist von dem euren.

37. Wachet, denn immer lauert euch der Wolf im Schafskleid auf, um euch zu überlisten. Wenn ihr euch bereits vornehmt, diese göttliche Liebe und Barmherzigkeit mit euren Brüdern zu teilen, tritt die Versuchung an euch heran und lässt euch euren Vorsatz ändern.

38. Wenn ihr erlebt, dass eure Mitmenschen, die einer anderen Lehre anhängen, auf eure Irrtümer hinweisen und euch belehren, so seid demütig, hört ihre Worte an; denn meine Inspiration kommt zu jedem, der sich zubereitet, und ihr wisst nicht, ob es nicht mein Wille ist, Mich ihrer zu bedienen, um euch zu berichtigen.

Aus allen Gesellschaftsschichten habe Ich meine Jünger erwählt — solche, die bettelten, um das tägliche Brot zum Munde zu führen; aber es gibt auch andere, die ein behagliches Leben geführt und die Ich gerufen habe. Doch ohne den Schatz zu begreifen, den sie erhalten haben, schämen sie sich, zu diesem Volke hier zu gehören.

39. Ich vergebe eure Sünden, selbst wenn ihr mit dem Bewusstsein gesündigt habt, eine Verfehlung zu begehen, und zeige euch immer den Weg, auf dem ihr zu Mir kommen sollt. Kann das Kind sich mit befleckter Seele und ohne gute Werke vor dem Vater zeigen? — Sein Gewissen wird ihm sagen, dass es erst nach seiner Auftragserfüllung zu Mir kommen kann.

40. Begreift, dass jeder Augenblick, der vorübergeht, die Zeit verkürzt, in der Ich euch mein Wort geben werde. Nutzt sie, damit ihr nicht morgen der Unterweisung nachweint, die ihr versäumt habt.

41. Denkt darüber nach, dass ihr den Auftrag erfüllen müsst, euren Mitmenschen die Frohe Botschaft zu bringen — so, wie es auf eurem Wege jemanden gab, der euch rief. Wer kann jenen vergessen, der zu euch von meinem Worte sprach und euch in meine Gegenwart führte? Möchtet ihr nicht, dass jemand in Liebe und Dankbarkeit euer gedenkt?

42. Seid beharrlich im Guten, lasst euer Herz sich in der Tugend läutern, und ihr werdet die Entfaltung eurer Geistesgaben erleben. Weicht nicht zurück, denn ihr werdet sonst das Gefühl haben, als ob diese Gaben euch verlassen würden.

43. Es ist an der Zeit, dass ihr nicht nur bittet, sondern dass ihr versteht zu bitten, damit ihr nicht sagt: "Vater, ich habe vieles erbeten und nichts erhalten."

44. Vergesst nicht, dass Ich euch mehr zu geben habe, als ihr von Mir erbitten könnt, und dass, während ihr den Vater bittet, euch zu geben, Ich euch bitte, dass ihr zu empfangen versteht.

45. Gehört zu meinen guten Jüngern — zu jenen, die ihre Aufgabe mit wahrer Liebe und wahrem Glauben in Angriff nehmen. So ihr gestern auf unsicheren und verbotenen Pfaden gegangen seid, müsst ihr heute auf dem Wege meines Gesetzes wandeln. Wenn ihr früher in eurer Verblendung eure Hand erhobt, um euren Nächsten zu verwunden, so bemüht euch jetzt, dass eben diese Hand lernt, mit Zärtlichkeit zu liebkosen. Wenn ihr gestern auf eurem Lebensweg den Samen des Hasses oder des Übelwollens gesät habt, so werdet jetzt zu Sämännern der Saat des Friedens und der Brüderlichkeit.

46. Wahrlich, Ich sage euch, wer sich an eure Handlungen von gestern erinnert und euch jetzt in meine Jünger verwandelt sieht, wird erkennen müssen, dass eurem Glauben Wahrheit zugrunde liegt, und ihr werdet nicht viel reden müssen, um die zu überzeugen, die ihr zu lehren versucht; denn eure Werke werden das beste Zeugnis sein, das ihr vor euren Brüdern ablegt.

47. Den Müttern sage Ich: Lehrt die Kinder im Materiellen wie im Geistigen ihre ersten Schritte zu tun. Erleichtert ihnen den Weg, damit sie Mich finden, Mich lieben und sich (geistig) erheben können. Seid euch bewusst, dass in jeder neuen Generation, die unter euch heranwächst, der geistige Fortschritt, den sie erreicht, immer größer sein wird. Macht Gebrauch von der Intuition, um sie zu führen, und gebt ihnen nicht schlechte Beispiele oder taube Früchte zur (geistigen) Nahrung.

48. Ich will nicht, dass diese neuen Generationen durch eure Schuld straucheln oder auf Abwege geraten. Ich will sie nicht weinen sehen, weil es unter ihren Angehörigen an Liebe fehlt.

49. Heute, da Ich euren Geist demütig sehe, gebe Ich ihm meine neuen Gebote. In den vergangenen Zeiten träumtet ihr alle von Macht, von Reichtum, von der Herrlichkeit der Welt und von Lustbarkeiten. Damals habt ihr gegen Jesus geschrien: "Kreuzige ihn!" Weil Christus die Demut predigte und euch den Verzicht auf alles Unnötige lehrte. Heute begnügt ihr euch mit ein wenig Frieden, mit einem Stück Brot und einem festen Dach. Das Leben mit seinen Lektionen hat euch bescheiden gemacht, und dadurch ist es eurem Geiste gelungen, sich zu befreien.

50. Solange der Mensch den scheinbaren Frieden besitzt, den ihm die Welt gibt, und er alles zu besitzen glaubt, wird er sich Mir nicht nähern. Doch wenn die Menschheit zur wahren Vergeistigung gelangt, wird sie alles besitzen, und ihre Erquickung und ihre Wonne werden tief und wahr sein, so, wie der Vater sich an allem, was Er erschaffen hat, ergötzt und erfreut.

51. Meine Vaterliebe sieht auf dich, o Volk Israel, und richtet deine Werke. Das göttliche Gericht hat bereits alle Menschen erfasst, und niemand entkommt ihm.

52. Ich habe für meine Kinder nur den Frieden und das Wohlergehen gewollt, doch sie haben den Schmerz, die Läuterung gesucht, denn mein Gesetz duldet keine Unvollkommenheiten, und deswegen muss sich jeder, der sich befleckt hat, reinigen, und jeder der vom Wege abgewichen ist, zu ihm zurückkehren. Ihr seht von dieser Nation aus den Wirbelsturm, der auf seiner Bahn Völker peitscht und zerstört, und seid weder erschüttert, noch schätzt ihr den Frieden, den ihr genießt, und ihr anerkennt auch nicht die Vorrechte, die Ich euch gewährte. Und nicht zufrieden mit meinem Willen, haltet ihr eure Prüfungen für ungerecht und wendet euch gegen Mich.

Ich warte, bis ihr durch diese Welt gegangen seid, damit ihr selbst euer Leben richtet. Dann werdet ihr unversöhnliche Richter eurer Seele sein und werdet in Mir nur den Vater sehen, der vergibt, der segnet und liebt.

53. Ihr seid durch euren beständigen Ungehorsam ermattet, und das Ergebnis davon bringt euch zum Weinen. Ihr habt lange Zeit geschlafen, und euer Erwachen wird bitter sein. Ich habe der Menschheit verheißen, dass Ich ein Heer senden werde, das aus hundertvierundvierzigtausend Menschen besteht, die über die ganze Welt verstreut sein werden, und diese wartet darauf, weil sie weiß, dass jeder dieser Soldaten ein Künder, ein Ausleger meiner Gebote ist.

54. Nachdem die Erde von einem Pol zum andern heimgesucht worden ist, und alle Nationen, alle Institutionen und alle Heime bis zu ihren Wurzeln gerichtet worden sind, und nachdem die Menschheit jeden Schandflecken abgewaschen hat, sollt ihr zubereitet hinausgehen in meinem Namen, um meine Lehre zu euren Mitmenschen zu bringen.

55. Ich, der Vater, habe über diese Menschheit geweint, als Ich sah, wie sie die größten Höhen der Verderbtheit erreichte, meine Worte absichtlich überhörte und meine Gesetze befleckte. Doch die Stunde ihrer Besinnung nähert sich bereits, und an jenem Tage werde Ich auf sie alles ausgießen, was Ich für sie bereithalte, denn sie ist meine vielgeliebte Tochter.

56. Die an Mich glauben, werden Mich früher erkennen als die, welche zweifeln. Wie oft habe Ich an euer Herz gepocht, und ihr habt nicht gehört, noch habt ihr meine Gegenwart empfunden. Ich will euch nur sagen, dass ihr euch bessern und in diese Zeit des Lichtes und der Gnade lauter eintreten sollt. Und wenn ihr meinen Samen besitzt, so sät ihn aus und verwandelt die dürren Felder in fruchtbare, wobei euer Gebet die fruchtbringende Bewässerung bilden soll.

57. Liebt euch und lebt in eurem Heim in Frieden. Denn Ich habe gesehen, dass von fünf (Personen), die eine Familie bilden, zwei gegen drei und drei gegen zwei sind.

58. Wenn ihr euch von den Wesen getrennt seht, die Fleisch von eurem Fleische waren und sich danach im Geistigen Tale befinden, so vergesst sie nicht, verbindet euch mit ihnen mittels eures Gebetes und helft ihnen. Wenn ihr fühlt, dass sie (in ihrer Entwicklung) stehengeblieben sind, so ermuntert sie, zu arbeiten und ihren Geist zu erheben. Denkt daran, wie kurz euer Leben auf Erden ist; nutzt daher eure Fähigkeiten und Kräfte und tut große Werke, die euch erlösen und Heil bringen.

59. Ich gebe euch das Brot des Geistes, sucht ihr das materielle Brot; doch ebenso, wie ihr voll Eifer eure Ruhe und euer körperliches Wohlbefinden sucht, so suchet (auch) den geistigen Fortschritt. Euer Kreuz ist nicht schwer; wenn Ich euch zeigte, wie man die Anhöhe des Kalvarienberges hinaufsteigt und dabei das Kreuz der Mühen, Leiden und Sünden der ganzen Menschheit trägt — warum solltet dann ihr, denen Ich nur eine kleine Schar anvertraut habe, nicht hinaufsteigen können? Doch falls euch unter seinem Gewichte die Kräfte versagen, habt ihr Mich als Kreuzträger, und Ich werde euch nicht zu Fall kommen lassen.

60. Der Schmerz, den ihr so sehr flieht, ist ein unerschöpflicher Born der Läuterung und Erneuerung für die Seele. Ihr selbst habt oftmals erlebt, dass ihr euch nach einer Heimsuchung erleichtert, geläutert und in Frieden mit eurem Gewissen fühlt.

61. Dies Wort wird den Geist der Bewohner jener Nationen, die heute vom Leiden erschöpft sind, wiederaufrichten. Doch Ich sage euch, dass sie Mich bald, sehr bald, mit offenen Armen wie am Kreuze finden werden, auf sie wartend, um sie liebevoll zu umarmen und in mein Reich des Friedens zu bringen.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 43

1. Warum fühlt ihr Furcht in eurem Herzen, wenn Ich zu euch als Jehova komme? Wenn Ich euer Vater bin, bin Ich die Liebe, bin Ich Der, der euch das tägliche Brot gibt, der eure Seele leitet und ihr hilft, sich von ihren Stürzen wiederaufzurichten.

2. Ich gebe euch Kraft in diesen Augenblicken der Prüfung, in denen die Naturreiche der Schöpfung vom Getöse des Krieges erschüttert werden. Fürchtet euch nicht, strebt danach, dass sich eure Erhebung und Inbrunst belebt und euch dem Schmerz eurer Brüder immer näher bringt — jenen, die durch die brudermörderischen Kriege niedergedrückt sind — damit ihr den Kelch der Bitternis mit ihnen teilt, und das Gebet, das ihr im Stillen emporsendet, wie ein Aufruf zum Frieden, zur Einigkeit und zum guten Willen unter den Menschen ist.

3. Eure Söhne werden gerufen werden, um die Waffen zu ergreifen; lasst sie ziehen, sie werden nicht umkommen. Schon heute mache Ich sie zu Trägern meiner Gnade, und sie werden das Licht meiner Lehre unter ihren Mitmenschen verbreiten.

4. Ich will, dass ihr trotz aller Übel, die der Krieg verursacht hat, die Bewohner jener Nationen nicht als Feinde betrachtet, damit ihr sie morgen als Brüder ansehen könnt.

5. Heute haben sich die Menschen zusammengetan, um den Krieg zu entfesseln. Völker haben sich auf Völker gestürzt, wobei sie Grenzen auslöschten und Sprachen vermischten. Nicht die Liebe zueinander ist es gewesen, welche den Zusammenschluss erreicht hat: der Hass ist es gewesen, der den brudermörderischen Krieg hervorruft. Doch Ich, der Ich Macht bin, werde euch beweisen, dass Ich euch vereinigen kann, indem Ich Mich eurer Fehler bediene. Denn wenn dieser Streit endet, werden die Herzen durch den Schmerz geläutert sein, in den Gedanken wird es Licht werden, und die Menschen werden nahe daran sein, den Frieden zu erlangen.

6. Gesegnet seien, die für den Frieden gekämpft und gearbeitet haben. Gesegnet seien, die meiner Stimme glaubten, sich aufmachten und auf den Wegen mein Licht und meine Wahrheit verbreiteten.

7. Mein Geist ist tief bewegt angesichts des Schmerzes der Menschheit, ihr Weinen hört man in den Himmeln; doch wahrlich, Ich sage euch, mein Schmerz als Vater soll sich in einen Tau der Gnade verwandeln und auf meine Kinder niedergehen.

8. Leert diesen Leidenskelch mit Geduld und Sanftmut, denn euer Weinen wird sich in Jubel verwandeln.

9. Wenn euch der Vater in diesem Augenblicke fragen würde, ob ihr euren Auftrag auf Erden erfüllt habt, ob ihr in euren Händen die goldene Ähre eurer Arbeit tragt, ob ihr euch untereinander geliebt habt, und ob ihr euch vergeben habt, müsstet ihr Mir antworten, dass ihr nichts davon erfüllt habt. Glaubt ihr da, dass ihr euch durch eigene Verdienste würdig gemacht habt, mein Wort zu hören? — Nein, sagt Mir euer Geist.

10. Mein Volk, Zeitalter sind dahingegangen, und noch immer seid ihr geistig schlafend; erwacht und erkennt, dass ihr das Leben, dessen ihr euch auf dieser Erde erfreut habt, nicht richtig genutzt habt.

11. Meine Stimme hat euch mit Liebe, mit Güte aufgeweckt; doch fasst dieses Wort nicht als ein Wiegenliedchen auf, um euch noch mehr dem Schlafe hinzugeben, denn in seinem Sinngehalt ist der Richter gegenwärtig, der jede eurer Handlungen richtet.

12. Ihr sollt nicht zu denen gehören, die abwarten, bis meine Gerechtigkeit sie heimsucht, um zu glauben und zu erwachen.

13. Sagt noch nicht, dass ihr Mich in Wahrheit liebt; wartet, denn wenn dies geschieht, sollen es nicht eure Lippen sein, die es öffentlich verkünden: eure Werke sollen dies tun. Prahlt nicht mit eurer Lauterkeit und versucht nicht gleichzeitig, eure Schandflecken zu verbergen, denn damit würdet ihr die heuchlerischen Pharisäer nachahmen.

14. Erkennt, dass Ich noch immer als Meister und als Vater komme; denn wenn Ich nur als Richter käme, gäbe es keinen Ort, wo ihr euch verbergen könntet, weil überall, wo ihr hinginget, meine Gerechtigkeit gegenwärtig wäre.

15. Wenn ihr in meine Gegenwart kommt, werdet ihr Rechenschaft ablegen müssen über das Wort, das ihr gehört habt, und das ihr in euer Gewissen geschrieben sehen werdet.

16. Fühlt ihr nicht, wie der unermüdliche Geist Elias' euren Weg erhellt, die Hindernisse auf ihm beseitigt und euch mit dem Stabe seiner Barmherzigkeit beisteht, wenn ihr euch erschöpft fühlt? Sucht ihn, ruft ihn an in eurem Gebet, und ihr werdet seine Gegenwart (euch) sehr nahe fühlen. Denn er ist der Hirte der Seelen in dieser Dritten Zeit, der euch direkt bis vor die Tore des Gelobten Landes führen wird, welches das "Himmlische Gehege" ist.

17. Euer Geist soll von Freude erfüllt sein in dem Bewusstsein, dass ihr in drei Zeitepochen die Stimme meiner Göttlichkeit vernommen habt; denn einmal mehr werdet ihr meine Zeugen sein. Darum bereite Ich euch vor und segne eure Lippen, damit ihnen morgen Worte des Lebens entströmen für die Menschenscharen, die noch herbeikommen werden.

18. Euer Glaube ist entflammt und belebt worden durch die Wunder, die Ich euch gewährt habe und die ihr für unmöglich hieltet. Denn Ich bin der Weg, der gute Pfad, den Ich euch immer gewiesen habe. Wenn man ihn geht, erleidet man Gefahren, Versuchungen und Fallstricke; doch um euch zu helfen, habe Ich euch das Licht des Gewissens gegeben als ein Leuchtfeuer, das euch den Weg weist und die Richtung zeigt. — Außerdem habe ich euch als Führer und Beschützer für euer ganzes Leben ein Geistwesen gewährt. Glaubt ihr, dass ihr euch auf dem Lebensweg verirren könntet, wenn ihr diese Gnade richtig nutzt? Gibt es unter meinen Kindern eines, das nicht Freude in seinem Geist empfindet, wenn es dieses Wort hört? Wahrlich, Ich sage euch, für Mich ist es eine Freude, wenn Ich bei eurer Erhebung im Gebet eure geistige Stimme höre.

19. Erweckt eure geistige Empfindsamkeit, damit ihr euch an dem Glanze meiner Kundgebung erfreut, die aus Mangel an Erhebung unbemerkt an eurem Geist vorübergeht. Erquickt euch an der geistigen Schau des Jenseits — so, wie ihr zuweilen bei der Betrachtung der Natur von Staunen ergriffen seid, wenn ihr ihre Harmonie, ihre Schönheit und Vollkommenheit bewundert und entdeckt, dass kein Wesen ohne das andere leben könnte, sondern dass alle leben, weil sie das Gesetz der Harmonie vereint.

So ist auch das Jenseits. — Ich habe euch gesagt: Solange es Seelen gibt, die sich außerhalb des seelischen Entwicklungsweges befinden, wird es weder vollkommenen Frieden, noch vollkommene Harmonie geben; denn es ist, wie wenn im Kosmos einige Sterne aus ihren Bahnen gerieten. Was würde mit den übrigen geschehen? Würde nicht das Ganze sein Gleichgewicht verlieren?

20. Wenn die Menschen die Gebote meines Gesetzes befolgten und ihre materielle Natur mit der geistigen in Einklang bringen würden, wäre ihr Dasein angenehmer; der Lebensweg wäre ohne Schwierigkeiten und die Arbeit wäre leicht. Keine Krankheiten würden sie geißeln, noch würden sie vorzeitig altern.

21. Die Geistwesen existierten schon vor der Erschaffung der Materie. Unschuldig gingen sie aus Mir hervor. Doch damit sie wüßten, von wem sie geboren wurden, was ihre Bestimmung war, und wer sie selbst waren, ließ Ich sie meine Stimme hören und sprach zu ihnen: "Siehe, hier ist euer Gott; Ich bin euer Vater, Ich bin der Geist der Liebe. Doch obwohl ihr aus Mir hervorgegangen seid, müsst ihr diesen Liebesgeist entwickeln und begreifen. Lebt, wandelt, erkennt und bleibt beständig im Guten, damit diese Stimme, die ihr vernommen habt, für immer das Licht über eurer Seele ist; sie ist euer Gewissen, das euch dazu bringen wird, zu Mir zurückzukehren — nicht mehr als eben geborene Kinder, sondern als Wesen, die in der Tugend, in der Erfahrung und in allen Fähigkeiten, die Ich euch gegeben habe, entwickelt sind. Dann werdet ihr Mich lieben, werdet Mich wahrhaft erkennen und in Harmonie sein mit allem Bestehenden".

22. Es gibt Wesen, die nie auf der Erde gelebt haben; doch wenn die, die gesündigt haben und großen Schmerz auf dieser Welt ertragen haben, der Meinung sind, dass es ungerecht ist, dass die einen das "Tal der Tränen" bewohnen, während andere, nahe dem Vater, niemals den Schmerz kennengelernt haben, so sage Ich euch: Obschon einige nicht zur Erde gekommen sind, haben sie im Jenseits ihren Brüdern bei deren Sühneleistung mit ihrer Liebe geholfen.

23. Heute leben die Wesen geistig getrennt, welche die verschiedenen "Täler" bewohnen. Doch Ich habe zwischen die Liebe der Brüder keinen (trennenden) Abstand gelegt. Wenn ihr wüsstet, wie nahe ihr einander seid! Der Mensch war es, der mit seinem Materialismus die Bande zerriss, die ihn mit all seinen Brüdern vereinten, und je mehr die Menschheit gesunken ist, desto größer ist ihre Spaltung und ihr Mangel an Harmonie gewesen. Sie hat sich nicht nur vom Geistigen entfernt, selbst in ihrer eigenen Welt hat sie sich in Reiche, in Völker und Nationen aufgespalten und sich dabei mehr und mehr im Egoismus abgekapselt.

24. Daher ist das Licht eures Glaubens erloschen, und die innere Erkenntnis über das ewige Leben wurde verwirrt.

25. Wenn euch heute ein Familienangehöriger "Auf Wiedersehen" sagt, um in ein fernes Land zu ziehen, verabschiedet ihr ihn unter Tränen, weil ihr wisst, dass, wenn er als Kind fortgeht, er vielleicht als Herangewachsener zurückkehrt, und wenn er ein junger Mann ist, er als Greis wiederkehrt. Aber immer hegt ihr die Hoffnung, ihn zurückkommen zu sehen, um ihn von neuem zu umarmen, weil ihr wisst, dass er sich — wenn auch ferne — noch in dieser Welt befindet. Doch wenn dieser Angehörige ins Jenseits abscheidet, und ihr seht, dass der Körper starr und kalt unter der Erde bleibt, dann fühlt sich euer Herz wie von einem Schwert durchbohrt, weil ihr die Hoffnung, ihn wiederzusehen, verloren habt, und (dabei) vergesst, dass die Seele den Körper überlebt, und dass ihr wieder eng mit ihr verbunden sein werdet, wenn sich beide bei ihrem Aufwärtssteigen auf dem Entwicklungswege wiederfinden.

26. Es war notwendig, dass Gott in Jesus Mensch wurde und unter den Menschen lebte, damit ihr euch vergessener Lehren erinnert. Er lehrte euch neue Lektionen und kündigte euch an, dass Er euch neue Offenbarungen geben werde, wenn die Zeit dafür gekommen sei.

27. Christus, der Göttliche Meister, musste kommen, um euch die Wahrheit zu lehren, denn die Menschheit war schon im Begriff, seinen Samen der Vergeistigung zu verlieren, da sie in diesem Leben ihre Seligkeit, ihre Ewigkeit und ihr Glück suchte, wobei sie jenes Dasein vergessen hatte, das sie unerbittlich erwartete.

28. Die, welche in diesem Leben keine Freuden und Reichtümer genossen, die nur Tränen vergossen, verfluchten es und nannten es ungerecht; in ihren wirren Betrachtungen nannten sie ihr Schicksal widrig und verfehlt. Doch Christus brachte euch von neuem das Licht. Dem Toten gab Er die Seele zurück, als diese bereits in einer andern Welt lebte, den Besessenen befreite Er, und mit all diesen offenbaren Zeichen gab Er der Welt Beweise dafür, dass das geistige Leben existiert, und dass es das wahre Leben ist. Auch nach seiner Kreuzigung zeigte Er sich im Geiste vor Gläubigen und Ungläubigen, als ein Beweis für die Wahrheit, die sein Wort verkündete.

29. Warum vergesst ihr jene und haltet sie für tot, die aus eurer Welt schieden, da sie doch fühlen, kämpfen und leben? Das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, dass sie die Lebenden sind und ihr die Toten. Bald werdet ihr euren Mangel an Glauben wie in der "Zweiten Zeit" beweinen, als ihr, nachdem Jesus gestorben war, sagtet: "Christus war es, den wir getötet haben, Er war der Gesandte Jehovas, der kam, um uns von unsern Sünden zu erlösen. Er war das wahre Leben, das die Toten auferweckte und das sich am dritten Tag in den Himmel erhob."

30. Jetzt, da Ich im Geiste zu euch zurückgekehrt bin, seht ihr Mich von Geheimnis umhüllt, obwohl Ich Mich euch in größter Schlichtheit zeige; und um Glauben zu finden, musste Ich meine Kundgebung materialisieren und euch alles gewähren, worum ihr bittet. Dann hat das Volk geglaubt, weil die Menschen Mich gesehen haben — einige mit dem geistigen Gesicht, andere durch den Glauben, wieder andere im Lichte ihres Geistes.

31. Mein Licht erleuchtet euch in dieser Zeit, damit ihr die Stimme vernehmt, die euch aus der Ewigkeit ruft.

32. Die Bande, die euch mit eurem Vater und mit der Geistigen Welt verbinden und die ihr zerrissen hattet, verknüpfe Ich von neuem, damit ihr fühlt, dass ihr alle in Harmonie miteinander lebt, dass es hierbei keine Entfernungen gibt. Doch wann werden die Menschen ihr Leben mit Banden der Liebe verknüpfen? — Wenn sie zum Wege meines Gesetzes zurückgekehrt sind, auf dem die Gerechtigkeit wohnt. Wenn sie mein Gebot erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander."

33. Erkennet, Jünger, dass jene, die diese Welt verlassen haben, nicht tot sind. Wohl denen, die dem Körper, den sie in die Erde legen, Lebewohl sagen und ihn nicht mehr aufsuchen, um ihm von ihren Nöten zu erzählen; denn dieser hat bereits aufgehört zu bestehen und hört sie nicht.

34. Wenn der Körper stirbt, ist er wie eine Blume, die man abschneidet und die hernach verwelkt; doch ihr Duft ist wie die Seele, die sich löst und die Umgebung mit ihrer Essenz durchflutet.

35. Seinerzeit sagte Ich euch: "Lasst die Toten ihre Toten begraben." Heute sage Ich euch: Erweckt die einen wie die andern zu neuem Leben.

36. Sagt ihnen, dass, während der Körper in der Erde verwest, die Seele sich im Jenseits läutert. Der Tod ist Ausruhen für das Fleisch und Befreiung für die Seele; doch niemand soll versuchen, sich aus eigenem Willen zu befreien, das heißt außerhalb der von Mir bestimmten Stunde.

Glaubt nicht, dass ihr gerettet seid, weil ihr in der letzten Stunde einen Beichtvater an eurem Lager habt, der euch geistig beisteht, und glaubt auch nicht, durch eure Reue in jener Stunde zu Mir zu gelangen — in der Meinung, das Ende eurer Entwicklung erreicht zu haben. Lernt, in eurem Leben zu lieben, zu vergeben und zu segnen, und bewirkt durch eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder die Reinigung eurer Seele.

37. Erfüllt auf Erden mein Gesetz als Menschen guten Willens, und der Friede wird in euer Herz kommen. Wenn eure Seele sich von dieser Welt löst und in die Geistige Welt eingeht, wird sie ihre Augen öffnen und bei der Betrachtung jenes Lebens in Verzückung geraten, das die Rückkehr aller Seelen erwartet, um sie zu erlösen und sie mit ihrer Liebe und ihrem Lichte zu umfangen.

38. Um jedoch die Erlösung zu erlangen, müsst ihr euch mit dem Vorsatz aufmachen, euren Auftrag zu erfüllen. Ich bringe euch geistige Reichtümer von unschätzbarem Werte, weil ihr die Erben meiner Gnade seid. Wenn ihr mit Liebe euer Kreuz auf euch nehmt und euren Weg geduldig geht, werdet ihr am letzten Tage bei Mir sein und in das wahre Leben eingehen, wo ihr den Trost und Frieden finden werdet, den ihr so sehr gesucht habt.

39. Ich habe in dieser Zeit einfache Menschen (mit geringer Bildung) als Diener genommen, um euch den Beweis dafür zu geben, dass dies Wort, das ihr vernehmt, nicht von einem Theosophen oder einem Wissenschaftler kommt, da ihr von Natur aus ungläubig seid. Deshalb habe ich vor euren Augen eure Geschwister, Eltern oder Kinder erwählt, um aus ihnen meine Stimmträger zu machen, die mit meiner geistigen Eingebung begnadet sind. Doch Ich sage euch, dass ihr mein Wort in seinem geistigen Sinn studieren müsst, denn der Tag wird kommen, an dem Männer und Frauen aufstehen werden, die unter Verwendung meines Namens Worte scheinbaren Lichtes zu euch sprechen werden, und dann dürft ihr euch von ihnen nicht betören lassen.

40. Wachet und betet. Ich bin der Blick, der die Leiden, die in jedem Herzen sind, erforscht und kennt.

41. Ihr seid bedrückt und furchtsam, weil die Konfessionen auf euch zeigen und eure Handlungen tadeln. Fürchtet euch nicht, trocknet eure Tränen und empfangt den Trost:

42. Selig, die in ihrer Trübsal im Stillen die Verbindung mit Mir suchen, denn Ich werde sie stärken. Sie sind nicht verlassen von Mir, vielmehr habe Ich sie gesucht, um ihnen eine göttliche Gnade zuteilwerden zu lassen. Elias führt euch in der Dritten Zeit, und in dem Maße, wie ihr auf dem Entwicklungswege vorankommt, werdet ihr euch Mir näher fühlen.

43. Hört mein Gleichnis dieses Tages:

44. Auf einem Wege befand sich ein Greis von schlichtem und ehrwürdigem Aussehen, der weder Stab noch Reisesack bei sich trug. Unterwegs begegnete er drei jungen Wanderern, deren Herzen froh gestimmt waren und aus deren Kehlen liebliche Lieder erklangen. Der Greis wandte sich an den ersten von ihnen und sprach zu ihm: "Wanderer, Ich habe Hunger, Ich habe Durst und bin dürftig bekleidet; schenke mir etwas von dem, was du in deinem Reisesack trägst, und gib mit ein Stück von deinen Kleidern."

Der Jüngling suchte in seinem Ranzel und fand weder Brot noch Wasser, und von seinen Kleidern wollte er sich nicht trennen. "Geh zu meinem Bruder", sagte er zu ihm, "er wird dir wohl geben können, was du benötigst; ich habe nichts, das ich dir anbieten könnte."

45. Der Greis wandte sich an den zweiten und bittet ihn in gleicher Weise. Dieser sucht in seinem Reisesack, doch es findet sich in ihm weder Nahrung noch Wasser, das seinen Durst löscht. "Wende dich an den dritten", sagt der zu ihm, "er wird dir geben, was ich dir nicht geben konnte". Der dritte sucht auf die gleiche Bitte hin, und seine Antwort ist dieselbe: "Ich habe nichts, um es dir zu geben." Da fühlt der Greis Angst, der Durst und der Hunger haben ihn ermattet; doch da er sieht, dass die Reisesäcke der jungen Männer leer sind, spricht er zu ihnen: "Wie wollt ihr diesen Weg, den ich zurückgelegt habe, fortsetzen, ohne zu wissen, was euch erwartet? Der Weg ist lang und mit Disteln und Dornen übersät. Die Felder sind dürr, es gibt keine Bäume, um Schatten zu finden; es gibt keine Früchte, die Sonne ist brennend heiß, und es gibt weder Flüsse noch Quellen, die dem Wandersmann Kühlung bieten."

46. Die Wanderer hörten dem Alten zu und sprachen: "Das macht nichts, wir werden weiterziehen, wir sind jung und stark, wir fühlen uns voller Energien und fähig, die Wechselfälle des Lebens hinzunehmen." Mit spöttischem Lächeln wollten sie den Greis verlassen, doch dieser sagte zu ihnen: "Wartet, ich rate euch, zuvor etwas für euren Unterhalt zu suchen. Sammelt in eure Vorratstaschen das für die Reise Notwendige, damit ihr diesen Weg zurücklegen könnt, ohne zugrunde zu gehen."

Nachdem sie den Greis angehört hatten, erwiderten sie: "Wenn du erschöpft, bloß und hungrig bist, so kommt das daher, weil du alt bist, die Anstrengung hat dich müde gemacht. Du hast viele Morgenröten erscheinen sehen, und dein Haupthaar ist weiß wie Schnee geworden — deshalb bist du entmutigt. Wir sind jung und fürchten das Leben nicht."

47. Da antwortete ihnen der Greis: "Auch Ich war einmal jung und stark, auch ich sang auf den Wegen, hatte Energie in meinem Körper; doch die Zeit lehrte mich und gab mir Erfahrung. Ich will euch zeigen, was ihr durchwandern müsst." Und indem er sie auf den Gipfel eines Berges führte, zeigte er ihnen die Welt.

Von hier aus sahen sie, wie sich zur Rechten und zur Linken Stürme erhoben, welche die Nationen peitschten und Zerstörung in ihnen verursachten. Die Wasser des Meeres überfluteten die Lande, und die Menschen gingen unter der Gewalt der entfesselten Elemente zugrunde. Die jungen Männer sprachen zu dem Greis: "Was haben wir mit diesen Ereignissen zu tun?" Doch der Alte antwortete ihnen: "Das, was ihr jetzt seht und was euch betroffen macht, werdet ihr beim Durchwandern dieser Wege erleben müssen." — Doch jene zweifelten.

Noch einmal sprach er zu ihnen: "Seht hin!" und zeigte gen Osten. Dort sahen sie, wie die Nationen sich in einem grausamen Kriege bekämpften. Sie sahen, wie die Mütter und die Söhne weinten und wie letztere ihr Leben auf dem Schlachtfeld verloren und in der letzten Stunde nach ihren Angehörigen riefen. Sie sahen trauernde Frauen, die den Verlust des Gatten oder des Sohnes beklagten, sahen hungernde und nackte Kinder.

Später breitete ein lichter Geist vor ihren Augen seinen Mantel wie Schnee über die verwüstete Erde, und eine herzzerreißende Klage stieg von ihr empor, und wo dieser Geist erschien, wurde das Leben der Menschen abgeschnitten wie das Gewächs auf den Feldern, wenn es Zeit zum Einbringen der Ernte ist. Und die Jünglinge fragten: "Was bedeutet dies alles?" — "Ich zeige euch die kommenden Zeiten", antwortete der Greis, "Zeiten, die ihr erleben werdet."

48. Zuletzt hielt sie der Alte zurück, damit sie schauten, und sie sahen die Naturgewalten entfesselt: das Feuer verzehrte Wälder und Städte, die Seuche hüllte die Menschen wie Nebel ein, die Vulkane spien Feuer und begruben ganze Landstriche unter ihrer Asche. Er zeigte ihnen das Meer, auf dem sich große Katastrophen abspielten: während einige Meere austrockneten, veränderten andere ihre Lage. Zuletzt sahen sie am Firmament vier Engel mit Posaunen erscheinen, welche die Vollendung der Zeiten verkündigten.

49. Die Jünglinge waren entsetzt vor Schrecken. Da sprach der Greis zu ihnen: "Seht, jetzt habe ich euch die Ereignisse gezeigt, die kommen müssen und die ihr durchzustehen habt."

50. Mit entstelltem Angesichte riefen jene jungen Männer die Natur an — doch diese hörte sie nicht. Doch in dem Augenblicke, da ihr Herz voller Angst und ohne Trost weinte, sprach die Stimme des Alten voll väterlicher Güte zu ihnen: "Verzweifelt nicht, kniet nieder und betet zum Allmächtigen — Er streckte schweigend seine Hand aus, und alles war Stille, Ruhe und Frieden. Die Vision verschwand. Sie sahen das Licht eines neuen Tages, und da sie begriffen, dass der Greis diese Ereignisse vorausverkündet hatte, warfen sie sich zu Boden und sprachen: "Wir wollen beten, damit der Vater, der allmächtig ist, unseren Weg bereitet, und wir bis zum Ende unseres Lebens in seinem Lichte wandeln." (Ende des Gleichnisses)

51. Volk, denke eingehend darüber nach und öffne deine Augen dem Lichte. Ihr seid die drei Wanderer, die Ich über die Zeiten hin gerufen und gelehrt habe, damit ihr voll meiner Weisheit seid und euren Glauben entzündet; damit ihr euch für den Lebensweg vorbereitet, zum Ziele gelangt und in das Geistige Leben eingeht, wo ihr meinen Frieden finden werdet.

52. In den vergangenen Zeiten habt ihr euch von meinem Worte nicht überzeugen lassen, und als der Meister von euch ging, fand euer Geist keinen Frieden. Ich habe euch gesagt: Selig sind, die glauben. Selig die Menschen des Glaubens, denn sie werden ewiges Leben haben.

53. Euch, den Zugerüsteten dieser Zeit, sage Ich: Ich habe Hunger und Durst nach eurer Liebe. Meine Kinder, ihr habt es aus Mangel an Vergeistigung nicht erreicht, mit eurem Gotte Zwiesprache zu halten. Ihr habt die Tugenden, mit denen Ich euch überschüttet habe, verschmäht und habt euren Schatz verloren.

54. Jetzt sage Ich euch: Nehmt meine Lehre auf, die Ich euch während der sechsten Offenbarungszeit gebe. Sucht nicht in den Büchern der Welt das Licht für euren Geist, denn ihr werdet es (dort) nicht finden. Sucht nicht in ihnen Antworten auf eure Fragen oder die Lösung für eure Probleme. Betet, verbindet euch mit Mir, Ich werde eure Bitten erhören.

55. Noch bevor ihr euer Herzeleid vor Mich bringt, legt die Göttliche Mutter Fürsprache für euch ein und segnet euch und bittet euch ihrerseits um Fürbitte und um euer Gebet für die, welche leiden. Sie bittet die Menschheit, von ihrem Machtstreben und ihren Kriegen abzulassen und nicht länger unschuldiges Blut zu vergießen. Ihr liebevoller Geist schützt euch und harrt in Demut, dass mein Wille geschehe.

56. Auch ihr segnet und verehrt sie, weil ihr wisst, dass sie in den Tagen des Friedens und in denen der Heimsuchung eure untrennbare Begleiterin ist.

57. Mein Blut wurde vergossen, damit Friede und Gerechtigkeit unter den Menschen herrsche; doch Ich wurde nicht richtig verstanden. Wenn ihr jene Lektion genutzt hättet, hättet ihr einen höheren Entwicklungsgrad erreicht, und das Licht, das Ich im Verlaufe der Zeiten verbreitet habe, würde eure Seele voll erleuchten.

58. Ihr habt Mich nicht zum Vorbild genommen: Ich habe euch die Demut gelehrt, und ihr seid hochmütig. Ich gab euch das Geheimnis des Friedens und der Gesundheit, doch ihr lebt im Streit und werdet krank. Ich lehrte euch, die Leidenden zu trösten, doch ihr fühlt den Schmerz eurer Mitmenschen nicht und seid hartherzig.

59. Menschheit, wie sehr hast du mein Dasein und deine Geistesgaben verleugnet! Wahrlich, Ich sage dir, du gehst nicht auf festem Felsen, sondern auf losem Sand, und dieser Weg wird dich nicht zu dem Ziele führen, für das du geschaffen wurdest.

60. Leset und lernet im großen "Buch des Wahren Lebens", das Ich euch gewährt habe, und wenn ihr seine Lehre befolgt, so seid gewiss, dass ihr auf diesem Wege zu Mir kommen werdet. Doch bedenkt: Wenn ihr nicht so handelt, werdet ihr euch von Mir entfernen, und eure Sühne wird dann sehr groß sein.

61. Männer und Frauen, die ihr ohne Trost umherirrt, warum stärkt ihr euch nicht bei Mir? Nennt Mich nicht einen ungerechten Vater, wenn ihr in eurer Verbannung weint und leidet. Bevor ihr zur Erde kamt, habe Ich euch angekündigt, dass diese Welt ein Tal der Tränen ist, dass es kein Tal des Friedens und der Belohnung ist. Die Erde ist nicht eure ewige Heimat. "Selig sind die Weinenden, denn sie sollen getröstet werden."

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 44

1. Mit Liebe empfange Ich den "Verlorenen Sohn", der lange Zeit abwesend war und der heute auf der Suche nach Frieden und Trost für sein Herz herbeikommt. Einige meiner Kinder nähern sich Mir im Verlangen nach ihrem Erbe, andere sind (davon) noch weit entfernt, aber bei allen ist der Geist aufmerksam und hofft, dass meine Stimme ihm sagt: Hier bin Ich.

2. Sie haben meine Worte der "Zweiten Zeit" nicht vergessen, und wenngleich ihr Fleisch schwach ist, ist der Geist stark; er glaubt und vertraut meiner Verheißung, als Tröstergeist wiederzukommen.

3. Ihr, die ihr Mir heute zuhört, erinnert euch der Finsternis, die ihr durchquert habt, der Wechselhaftigkeit des Weges, den ihr zurückgelegt habt, um zu Mir zu gelangen. Ihr befindet euch am Ufer eines Flusses, unter dem Schatten eines Baumes, und hört diese Stimme, auf die ihr lange Zeit gewartet habt. Doch trotz allem Licht, das ihr besitzt, seid ihr noch nicht zum Gipfel des Berges gelangt und seid auch nicht auf dem Höhepunkt der Vollkommenheit. Ihr seid nur vor euren Meister gelangt, der im Geiste kommt, und als ihr Mich hörtet, wurdet ihr zu Schülern und danach zu Jüngern meiner neuen Unterweisung. Wenn ihr von Mir lernt, werdet ihr stark werden, und obschon ihr arm seid auf der Erde, werdet ihr die Reichtümer des Geistes besitzen.

4. Die Nachricht von meinem Worte wird in kurzer Zeit die Grenzen eurer Nation überschreiten, die Wissenschaftler und die, welche die Heiligen Schriften studieren, werden sich anschicken, meine Kundgebung zu leugnen; doch Ich werde Zeichen geben und Wunder tun durch meine Auserwählten und dadurch die Menschen in große Erregung versetzen.

In alle Nationen verstreut gibt es Menschen von hohem Geist, Propheten meiner Trinitarisch-Marianischen Geistlehre, denen Ich ein Schwert des Lichtes gegeben habe, um jede falsche Theorie und Glaubenslehre zu bekämpfen, damit nur jene überdauern, welche die Liebe und die Wahrheit zur Grundlage haben.

5. Zu allen Zeiten habe Ich tugendhafte Seelen zur Erde gesandt, damit sie euch lehren und euch mit ihren Werken ein Vorbild geben, wie ihr leben müsst, um zu Mir zu gelangen. Berater, Diener meines Gesetzes, Gesetzgeber und Führer: Sie haben euch eure Pflichten gezeigt, haben euch gesagt, dass sich eure Aufgabe nicht nur auf die Liebe zu eurer Familie beschränkt, sondern dass ihr über diese Grenzen hinaus eure Mitmenschen lieben und ihnen helfen sollt. Auch haben sie euch gelehrt, dass nach diesen Prüfungen im Leben euch das Geistige Leben erwartet, wo ihr die Früchte eurer Saat auf Erden ernten werdet.

6. Ich habe Seelen vorbereitet und sie Mensch werden lassen, nachdem Ich sie mit Weisheit und Macht ausgestattet hatte; und als ihr Körper entwickelt war und sie im Vollbesitze ihrer Fähigkeiten waren, hat sich ihre Seele als stark und groß erwiesen. Dies sind die Wissenschaftler, die Seelsorger und Regierenden; doch sind es wenige, die ihren Auftrag erfüllt, ihre Gaben entwickelt und mit festem Glauben gearbeitet haben. Die meisten sind eitel geworden oder haben schlechten Gebrauch von ihren Fähigkeiten gemacht, und sie haben die Seele der Menschen nicht genährt, sie verstanden nicht zu führen, noch den Schmerz ihrer Mitmenschen zu lindern.

7. Als Ich daher in dieser Zeit meine Herde verirrt und ohne Führer auf der Erde sah, bin Ich als der gute Hirte gekommen, um euch meine lautere und reine Lehre zu geben. Ich habe euch die Gebote meiner Lehre gegeben, damit ihr in Frieden lebt und mein Gesetz erfüllt und auf dem Wege eurer seelischen Entwicklung aufwärtssteigt, indem ihr dem Beispiel folgt, das Ich euch mit meinen Werken der Liebe gab.

8. Wo sind die Nachfolger meiner demütigen Apostel, die der Bosheit der Menschen zum Opfer fielen? Worin bestehen die Wohltaten, die die Wissenschaft der Menschheit erwiesen hat? — Es gibt viele, die behaupten, weise zu sein, und die nicht lieben, noch die Liebe lehren. Weisheit bedeutet Licht, und Licht ist Liebe und Verstehen der göttlichen und menschlichen Gesetze.

9. In der "Zweiten Zeit" wurde Ich Mensch aus Liebe zur Menschheit. Jener Körper war das Werk meines Geistes, und wie sehr haben die Wissenschaftler dieses Geheimnis erörtert, das zu meinen innersten Ratschlüssen gehört! Wahrlich, Ich sage euch, die göttlichen Werke können von der menschlichen Wissenschaft nicht beurteilt werden.

10. Der Geist, der Jesus belebte, war mein eigener, euer Gott, der Mensch wurde, um unter euch zu wohnen und sich anschauen zu lassen, weil dies notwendig war. Ich fühlte als Mensch alle menschlichen Leiden. Die Wissenschaftler, die das Wesen des Menschen studiert hatten, kamen zu Mir und entdeckten, dass sie von meiner Lehre nichts verstanden. Große und Kleine, Tugendhafte und Sündige, Unschuldige und Schuldige empfingen die Essenz meines Wortes, und sie alle würdigte Ich meiner Gegenwart. Doch obschon viele berufen wurden, waren es nur wenige Auserwählte, und noch weniger, die bei Mir blieben.

11. Ich verteidigte die Sünder. Erinnert ihr euch nicht an die Ehebrecherin? Als sie zu Mir gebracht wurde, von der Volksmenge verfolgt und verdammt, kamen die Pharisäer und fragten Mich: "Was sollen wir mit ihr machen?" — Die Priester erwarteten, dass Ich sagen würde: "Lasst die Gerechtigkeit walten", um dann zu erwidern: "Wie kommt es, dass du die Liebe predigst und erlaubst, dass diese Sünderin bestraft wird?" Und wenn Ich gesagt hätte: "Lasst sie frei", hätten sie geantwortet: "In den Gesetzen Moses, die du — deinen Worten nach — bestätigst, gibt es eine Vorschrift, die besagt: "Jede Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, soll gesteinigt werden."

Da Ich ihre Absicht erkannte, antwortete Ich nicht auf ihre Worte, beugte Mich nieder und schrieb in den Staub der Erde die Sünden jener, die sie verurteilten. Von neuem fragten sie Mich, was sie mit jener Frau tun sollen, doch Ich antwortete ihnen: "Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein." Da erkannten sie ihre Verfehlungen und entfernten sich, wobei sie ihre Gesichter bedeckten. Keiner war rein, und da sie sich von Mir bis auf den Grund ihres Herzens durchschaut fühlten, klagten sie jene Frau nicht mehr an; denn sie alle hatten gesündigt. Doch die Frau und mit ihr andere, die gleichfalls die Ehe gebrochen hatten, bereuten und sündigten nicht mehr. Ich sage euch, es ist leichter, einen Sünder durch Liebe zu bekehren als durch Strenge.

12. Meine Lehre wurde in das Gewissen geschrieben, und sie kann nicht ausgelöscht werden, weil ihr Sinngehalt unsterblich ist wie der Geist, den ihr besitzt.

13. Ihr, die ihr Mich jetzt hört — lernet, und lehret die, die in andern Nationen leben. Erinnert sie an meine Worte der Zweiten Zeit, bis meine Botschaft dieser "Dritten Zeit" zu ihnen kommt.

14. Ich will, dass ihr dafür sorgt, dass mein Wort zu andern Ländern gelangt, bevor deren Bewohner sich anschicken, über meine neue Kundgebung zu sprechen, und dass, wenn ihr euch begegnet, ihr euch nicht verkennt, sondern dass ihr Zeugnis ablegt und sie meine Worte und Werke bestätigen, in Erfüllung meines Gebotes, das euch sagt: "Liebet einander."

15. Ich habe euch zu meinen Unterweisungen "herbeigelockt", um euch zu lehren und von der Sünde zu befreien. Wenn eure Verfehlungen auch groß sind — größer ist meine Vergebung. Lebt, sammelt Erfahrung, erkennt mein Gesetz auf diesem Weg der Prüfungen und Unbeständigkeiten, und wenn ihr euch durch das Gewissen führen lasst, werdet ihr weder gegen mein Gesetz, noch gegen die Gesetze der Welt verstoßen. Doch wenn ihr Fehler begeht, sollt ihr sie bereuen und eure Verfehlungen bereinigen; und wenn ihr dann ans Ende der Reise kommt, wird es weder Schmerz noch Gewissensbisse geben — ihr werdet im Frieden sein.

16. In dieser "Dritten Zeit" wird das Buch des Meisters von neuem vor den Jüngern aufgeschlagen, um sie die Lektionen des wahren Lebens zu lehren. Während euer Körper sich der Stille und der Sammlung hingibt, erhebt sich eure Seele, um sich an meinem Worte zu erquicken. Sie kommt zu meinem Tische, um sich von dem einzigen Brote zu nähren, das ihm Leben schenkt.

17. Für jeden, der sich in diesen Augenblicken seelisch zu erheben versteht, verschwindet der Körper, durch den mein Wort übertragen wird, und er nimmt es aus dem göttlichen Quell direkt in seinen Geist auf. Ihr erkennt, dass seit dem Augenblick, in dem ihr Mich zum ersten Mal gehört habt, ein Licht in eurem Verstande strahlt. Es ist das Licht meiner Weisheit, das euren Weg zu erhellen beginnt, obschon Ich euch sagen muss, dass die, die Mich hören und meine Unterweisung nicht ergründen, noch im Finstern wandeln. Das Licht ihrer Seele ist noch immer erloschen.

18. Es ist mein Wille, zwölftausend Kinder von jedem Stamme zu kennzeichnen. Doch wahrlich, Ich sage euch, nicht nur die Gekennzeichneten werden mein Licht besitzen; jeder, der meine Unterweisung befolgt, wird "Kind des Lichtes" genannt werden.

19. Posaunt nicht aus, dass ihr meine Jünger seid, beweist es mit Werken der Barmherzigkeit. Manch einer verkündet öffentlich, dass er zu meinen Auserwählten gehört. Doch Ich prüfe ihn, indem Ich Mich gerade im Herzen seines Feindes verberge, dem er, statt zu vergeben, den Schlag zurückgegeben hat — ein Schlag, der mehr als die Wange seines Bruders, der mein Antlitz getroffen hat. In jenem Augenblicke habe Ich durch sein Gewissen zu ihm gesprochen, und er, der sich damit brüstete, mein Jünger zu sein, hat Mir mit einer schwachen Reue gesagt: "Vergib mir, Meister." Als er sich dann wieder für geläutert und meiner Vergebung würdig hielt, hat er seinen Weg fortgesetzt.

Da habe Ich gesehen, wie eine Jungfrau zu ihm kam, deren Herz und deren Jugend wie eine duftende Rose ist. Sie sagt zu ihm: "Ich komme zu dir voll Vertrauen in deine Tugend, um dich um einen Rat zu bitten, der in meinem Leben wie ein Schild gegen die Anfechtungen sein soll." Doch jener, seine Aufgabe und meine Lehren vergessend, lässt sich von den niederen Instinkten beherrschen und schaut das Mädchen mit unreiner Absicht an. In diesem Augenblicke mache Ich Mich bei dem schlechten Jünger bemerkbar, indem Ich ihm sage: "Ist dies etwa das, was Ich dich gelehrt habe?" Der Ertappte hat Mir geantwortet: "Herr, nichts bleibt dir verborgen." Beschämt hat er sein Tagewerk fortgesetzt, während meine Stimme ihn unversöhnlich fragt, sooft er damit prahlt, meinem Vorbild zu folgen: "Bist du mein Apostel?"

Darauf habe Ich zugelassen, dass er Hunger litt, und alsbald habe Ich Mich im Herzen eines reichen Kranken verborgen, der, obwohl er die Truhen voll Gold hat, nicht die Gesundheit besitzt, um es zu genießen. Als dieser erfährt, dass sich in seiner Gegend einer meiner Jünger aufhält, macht er sich auf den Weg zu ihm und sagt ihm: "Ich weiß, dass du mir die Gesundheit zurückgeben kannst, und darum habe ich dich aufgesucht. Ich bin reich, doch all mein Reichtum hat mir nicht dazu verholfen, ein Heilmittel für meine Krankheit zu finden."

In das Herz des Apostels dringen finstere Gedanken ein, als er jenes Geständnis hört, und er sagt zu dem Kranken: "Ich werde meine Hand auf dein Haupt legen, und während ich den Namen meines Herrn ausspreche, werde ich dir die Gesundheit zurückgeben; doch diese Gnade wirst du großzügig vergelten müssen." Der reiche Patient antwortet ihm: "Nimm meine Festkleider, meine Truhen, mein Haus, nimm alles, aber heile mich!" Und der Kranke wurde gesund, denn sein Glaube und sein Schmerz waren so groß, dass der Meister Erbarmen mit ihm hatte.

Voll Jubel übergab der Patient jenem Manne, von dem er glaubte, dass er ihn geheilt hatte, alles, was er besaß, während der schlechte Apostel zu sich sprach: "Jetzt bin ich nicht mehr arm; denn da ich gekämpft und mich abgemüht habe, ist es gerecht, dass ich meine Belohnung empfange." Doch siehe, in diesem Augenblicke ertönte meine unerbittliche Stimme in seinem Gewissen und sagte ihm aufs neue: "Ist etwa dies meine Lehre? Erinnerst du dich, dass Jesus, als Er auf der Welt war, Bezahlung für seine Liebe genommen hätte? — Er, der sich Kronen aufsetzen und alle Schätze besitzen konnte, als Er durch bloßes Berühren heilte und mit seinem Rufe Tote auferweckte?"

20. Ein Kampf entbrannte im Herzen jenes Jüngers, und er sagte zu seinem Meister: "Warum bist Du so unnachgiebig bei deinen Jüngern? Warum lässt Du uns nicht etwas in dieser Welt besitzen?" Doch der Meister antwortete ihm mit gütiger Stimme: "Weil ihr im Augenblicke eurer Erwählung versprochen habt, auf die menschlichen Nichtigkeiten im Tausch gegen einen wahren Schatz zu verzichten."

21. Der Jünger erwidert noch immer: "Schwer ist der Weg, sehr lange das Tagewerk, wir arbeiten viel und bringen auf Erden keine Ernte ein. Du willst, dass wir die Menschen sehr lieben, obschon sie uns nicht lieben."

Als der Meister ihn so lästern hörte, sagte er ihm: "Es ist gut, Kind, wandle nach deinem Willen, erlange, was du so eifrig erstrebst." Und jener Mensch, der von sich sagte, dass er mein Diener sei, der ausposaunte, dass er mein Apostel ist, und der nicht auf die Stimme des Gewissens hörte, hat sich auf den Weg gemacht und fand auf ihm eine Menge Kranke, die er herbeirief, um ihnen zu sagen, dass er der Besitzer des Heilbalsams sei, welcher alle Übel heilt; aber er sagt ihnen auch: "Ich bin bedürftig, was könnt ihr mir für das, was ich euch gewähre, geben?"

Jene, die arm sind, sagen ihm, dass sie nichts haben, dass sie aber bereit sind, unter Überwindung ihrer Leiden zu arbeiten, um das Nötige für seine Bezahlung zu beschaffen.

Dieser Handel erscheint jenem Menschen gut, der den Kranken die Hände aufzulegen beginnt, wobei er gleichzeitig aus deren Händen die Bezahlung entgegennimmt, die von mal zu mal größer wird. Er "salbte" die Kranken, aber sie wurden nicht gesund — im Gegenteil, sie wurden noch elender. Er versuchte ihnen Mut zu machen, doch sie verfielen immer mehr. Als der Apostel dann sah, dass die Leute das Vertrauen zu ihm verloren hatten, verschwand er heimlich aus ihrer Mitte, wobei er ein Vermögen an Geld mitnahm und sie in Angst zurückließ.

22. Schon fern von jenen, wandte er sich dem Wohnsitz eines Reichen zu, zu dem er sprach: "Herr, ich kann euch Dienste erweisen, ich verstehe zu arbeiten, ich habe den Wunsch, dass ihr mich in eurem prächtigen Wohnsitze beschäftigt. Ich kann euch trösten, wenn ihr traurig seid, kann eure Interessen wahrnehmen, wenn ihr euch müde fühlt."

"Wer bist du?" fragte ihn der Reiche, worauf der Apostel antwortete: "Ich bin der Besitzer eines Gesetzes, einer Lehre, die so machtvoll und überzeugend ist, dass, wenn eure Untergebenen sich einmal gegen euch auflehnen sollten, es genügen wird, dass ich zu ihnen spreche, um sie wieder zum Gehorsam zu bringen."

23. Jener Reiche wurde von diesen Worten beeindruckt, er glaubte an diesen Mann und sagte ihm: "Deine Worte offenbaren Größe, und wenn du sie erfüllst, wie du sagst, werde ich sie immer für wahr halten." Darauf gab der Reiche jenem Manne eine Stelle und überreichte ihm die Schlüssel seines Palastes. Dieser gewann durch Schmeichelei das Herz seines Dienstherrn; doch da er seinen Herrn aus seinem Herzen verstoßen hatte und nicht auf die Stimme seines Gewissens hörte, verursachte er bald einen Wandel im Leben jenes Herrschaftshauses: er demütigte die kleinen Leute, erhöhte die, die ihm schmeichelten, sorgte dafür, dass die besten Diener das Haus verließen, und verschwendete hinter dem Rücken des Herrn dessen Reichtümer bei Festlichkeiten.

Doch der Tag kam, an welchem dem Herrn jenes Besitztums die Augen für die Wirklichkeit aufgingen, und überzeugt von der Falschheit dessen, auf den er sein ganzes Vertrauen gesetzt hatte, als er ihn Worte von großer Macht und Weisheit aussprechen hörte, rief er ihn zu sich, um ihm entrüstet zu sagen: "Ist dies die Lehre, die du verbreitest? Beweist du so die Macht, die du zu haben behauptest?" Und unverzüglich ließ er ihn in ein Verließ bringen, um ihn später zum Galgen zu verurteilen. Dort im Gefängnis begriff jener nicht, wie ein Jünger des Göttlichen Meisters in Gefangenschaft kommen konnte, und noch weniger, dass er zum Tode verurteilt würde. Er konnte nicht glauben, dass diese Prüfungen der Weckruf waren, die ihn zur Reue riefen, um ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Da richtete er eine inständige Bitte an den reichen Herrn, den er betrogen hatte, und versprach ihm, niemanden mehr zu bereden oder zu täuschen, und der Reiche, davon überzeugt, ließ ihn ziehen.

24. Als jener Mann nun frei war, fühlte er das Verlangen, neue Wege kennenzulernen, und nachdem er sie gefunden hatte, stürzte er sich auf sie. Von neuem überhörte er den Ruf seines Gewissens, gab sich wie nie zuvor den Vergnügungen hin, wobei seine Lippen zum Lästermaul wurden. Sein Körper erkrankte, und sein Herz verfiel in den tiefsten Ekel. Von Stufe zu Stufe war er allmählich gesunken, bis er willenlos in die Tiefe eines Abgrunds (der Verkommenheit) stürzte.

Er wusste nicht, wie viel Zeit er dort verbrachte, doch als er erwachte, fragte er: "Wo bin ich? Wo ist mein Erbe? Ich spreche zu meinem Vater, und Er antwortet mir nicht; ich bin krank und niedergeschlagen, und Er kommt mir nicht zu Hilfe; ich bitte um ein Wort des Trostes, der Ermutigung, und Er kommt nicht in mein Herz. Wo ist nun jene Unterweisung und jener Heilbalsam, den Er mir gab und mit dem ich mich von so großem Kummer befreien könnte? Ich will meine Wunden schließen, doch sie bluten noch mehr. Ich will meinem Herzen Frieden geben, doch es ängstigt sich noch mehr. Wer bin ich? Ist es etwa Betrug, was der Vater mir gab?" Und er weinte herzzerreißend.

25. Menschen aller Gesellschaftsschichten gingen an ihm vorüber und sahen ihn gleichgültig an, niemand hörte ihn an, niemand machte sich Gedanken über ihn oder blieb stehen, niemand fühlte seinen Schmerz. Da schien es ihm, als ob ihn tiefe Finsternis umhüllte, und als er vermeinte, so großes Leid nicht mehr ertragen zu können, und er fühlte, dass seine Seele im Begriffe war, seinen unreinen Körper zu verlassen, vernahm er eine gütige Stimme, die ihm bekannt war und die ihm sagte: "Hier bin Ich; Ich bin bis dahin herabgekommen, wohin du gesunken bist, um dir zu helfen."

Als jener Mann die gütige Stimme seines Vaters, voll Vergebung und Zärtlichkeit, hörte, vermochte er der Last seiner Gewissensbisse nicht mehr standzuhalten, und sprach er zu seinem Herrn: "Komm nicht in meine Nähe, steige nicht in diesen Abgrund herab und betrete nicht diese Lasterhöhle, denn hier ist Finsternis und Morast. Zerreiße dein Gewand nicht an den Disteln, lass mich hier, da ich mich selbst dazu verdammt habe."

26. Der Sohn weinte, und durch seine Tränen hindurch erkannte er, wie gerecht sein Vater war. Der Vater schaute nicht auf die Unreinheiten des Sohnes, noch auf die Finsternis, die ihn umgab, oder auf den Morast, in welchem er sich befand. Er sah nur, dass er sein vielgeliebter Sohn war, den er fragte: "Warum ist es soweit mit dir gekommen?" Und der Sohn antwortete Ihm: "Weil ich annahm, dass Du mir nicht so nahe bist, und ich auch nicht glauben wollte, dass die Stimme meines Gewissens die deine war. Heile mich nicht, heute begreife ich, dass ich die Gesundheit nicht verdiene. Vergib mir nicht, ich verdiene deine Vergebung nicht. Lass mich in diesem Abgrund leiden, lass mich meine Vergehen sühnen."

Da der Vater sah, dass der Sohn endlich das Ausmaß seiner Verfehlungen erkannt hatte, ließ Er ihn nicht länger leiden und erlaubte, dass es in diesem Wesen Licht wurde, dass jene Tränen die Schandflecken abwuschen, und dann drückte der Vater auf jene gebeugte Stirne einen Kuss des Friedens; Er hob den schwachen und besiegten Körper auf und drückte ihn mit unendlicher Liebe an sich.

27. Als jenes Herz die zarte Liebe seines Vaters fühlte, machte es sich bereit, Ihm für immer nachzufolgen und ihn immerdar zu lieben. Da gewahrte er, dass das Licht, das der Herr auf seine Stirne gelegt hatte, von neuem erstrahlte; denn die Gaben, die Gott gewährte, entzieht Er seinen Kindern niemals. Was ihnen jedoch seine Gnade vorenthält, sind ihre Verstöße gegen mein Gesetz.

So machte sich jener Geist auf, den Lebensweg neu zu beginnen, aber mit größerem Lichte — dem seiner schmerzlichen Erfahrung. Die Stimme des Gewissens wurde von ihm mit Klarheit vernommen.

28. Wer von denen, die Tag für Tag meinen Unterricht empfangen haben, mag wohl wünschen, die Wege des Leidens zurückzulegen? Erkennt, dass ihr diese Wege bereits gegangen seid, dass eure Seele schon durch große Prüfungen ging, dank deren ihr Mir heute mit Entschiedenheit nachfolgen könnt.

29. Ich habe euch ausgesandt, um euren Samen zu vervielfältigen, und dafür habe Ich euch mit meinem Lichte an eurer Stirne gekennzeichnet, damit, wenn ihr vorbereitet seid, ihr euch auf die Wege (der Welt) verstreut, wo die Menschen euch erwarten. Die Türen der Heime werden sich öffnen, um euch willkommen zu heißen, und die Herzen werden euch mit Jubel empfangen.

30. Dort werden die Kranken sein, die auf ihre Genesung hoffen.

31. Ich, der Göttliche Heiland, werde durch meine treuen Jünger zu allen kommen. Doch nicht wie in der Zweiten Zeit: heute werde Ich — im Herzen meiner Sendboten verborgen — zu den Menschen kommen, indem Ich durch ihren Mund spreche und meine Inspiration in ihren Verstand einströmen lasse. So werde Ich durch die Werke der Liebe und Barmherzigkeit meiner Jünger zu den Kranken, zu den Notleidenden und zu den nach Frieden der Seele und des Körpers Dürstenden kommen.

32. Wohl den Nationen, die ihre Wege nicht versperren und ihre Tore meinen Boten öffnen; denn wahrlich, Ich sage euch, jene Nation wird gerettet werden.

33. Während dieses Kampfes werden die einen früher berufen und auserwählt werden als die anderen; doch für alle wird diese Stunde kommen, und alle werden die Erfüllung (ihres Auftrags) unter den Menschen erleben. Die einen werden ihre Arbeit früher beginnen und beenden, die andern werden später kommen; aber zuletzt, wenn ihr an die Grenzen der Vollkommenheit stoßt, wird es weder Große noch Kleine geben, ihr alle werdet gleich sein in der Liebe des Vaters und seiner vollkommenen Familie angehören.

34. Allen habe Ich bei ihrem Lebensbeginn die gleichen Gaben geschenkt; doch während einige durch die Entwicklung ihrer Tugend emporzustreben und groß zu werden verstanden, sind andere stehengeblieben, und wieder andere sind auf Abwege geraten.

35. Ich habe unter alle meine Kinder gleich große Gaben verteilt, weshalb ihr nicht urteilen dürft, dass den einen mehr gegeben wurde als den andern, auch nicht, dass ein Auftrag größer ist als der andere. In meiner vollkommenen Weisheit und Gerechtigkeit und in Kenntnis der Schuld jedes meiner Kinder habe Ich ihnen je nachdem, was ihnen nottat, gegeben.

36. Ich gebe euch diese Erklärungen, damit ihr ergeben seid, denn ihr wisst nichts von eurer Bestimmung, von eurer Vergangenheit und eurer Sühnelast.

37. Wenn ihr meine Kinder, durch die Ich Mich kundtue, für sehr begnadet haltet und sogar ihre Gabe gewünscht habt, so sage Ich euch hierzu, dass es wirklich eine übergroße Gnade ist — ebenso wie es auch die geistige Verpflichtung ist, die sie gegenüber dem Vater haben, und ihre Verantwortung kennt keine Grenzen.

38. Jeder nehme mit Liebe sein Kreuz auf sich; doch strebt nicht nach Vergnügungen, Ehrungen oder Belohnungen, denn ihr werdet nur Schmerz ernten.

39. Erinnert euch, dass Ich euch mit meiner Liebe heilte, dass Ich euch von euren Schandflecken reinigte und eure Wunden schloss. Denkt daran, dass Ich die Bitternis von euren Lippen nahm, euch der schmutzigen und zerlumpten Kleidung entledigte, die ihr trugt, um sie durch andere — weiß wie Schneeflocken — zu ersetzen. Ihr wart die Verachtetsten und seid es nun nicht mehr. Ihr seid ohne Erbe gekommen, und heute wisst ihr, dass ihr eine Gabe besitzt. Fordert nicht mehr den Schmerz heraus, werdet nicht wieder Parias, kehrt nicht mehr zu den Sündern zurück und haltet euch auch nicht für unantastbar — dadurch, dass ihr vergeben könnt, wenn ihr gekränkt werdet.

40. Wie oft habt ihr mir versprochen, euren Mitmenschen zu vergeben, ganz gleich, in welcher Art sie euch beleidigen. Ihr habt Mich um Kraft gebeten, um erfüllen zu können, und Ich habe sie euch gegeben. Doch wie selten habt ihr eure Gelöbnisse erfüllt.

41. Die, welche versucht haben, Vergebung zu gewähren, teile Ich in drei Gruppen ein: Die erste wird von jenen gebildet, die, wenn sie eine Beleidigung empfangen haben, sich nicht zu beherrschen wussten und, meine Unterweisung vergessend, sich von finsteren Gefühlen hinreißen ließen und sich gerächt haben, indem sie Schlag um Schlag zurückgaben. Diese Gruppe ist die von der Versuchung besiegte, ist Sklave ihrer Leidenschaften.

42. Die zweite Gruppe besteht aus denen, die, nachdem sie beleidigt worden sind, sich an mein Vorbild erinnern, ihre Lippen verschließen und ihre Regungen zurückhalten, um Mir danach zu sagen: "Herr, man hat mich beleidigt, aber statt mich zu rächen, habe ich vergeben." Doch Ich, der Ich in die Herzen eindringe, habe bei jenem den Wunsch entdeckt, dass Ich ihn rächen soll, indem Ich meine Gerechtigkeit auf seinen Bruder entlade.

Diese Gruppe steht noch mitten im Kampf.

43. Die dritte Gruppe, die kleinste, besteht aus denen, die Jesus zum Vorbild nehmen, und die, wenn sie beleidigt worden sind, sich voll Mitleid mit ihren Brüdern zum Vater erheben und Mir sagen: "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie haben mich verletzt; doch (in Wirklichkeit) haben sie nicht mich, sondern sich selbst verletzt. Darum erbitte ich für sie deine Barmherzigkeit und dass du mir gewährst, ihnen nur Gutes zu vergelten." Dies ist die Gruppe, die überwunden hat.

44. Euer Gewissen, das von euch vollkommene Werke fordert und erwartet, wird euch nicht in Ruhe lassen, bis ihr an euren Mitmenschen wahre Vergebung auszuüben versteht.

45. Warum solltet ihr jene hassen, die euch beleidigen, wenn sie nur Stufen sind, damit ihr zu Mir gelangt? Wenn ihr vergebt, werdet ihr Verdienste erwerben, und wenn ihr im Himmelreich seid, werdet ihr auf der Erde diejenigen erkennen, die euch bei eurem geistigen Aufstieg behilflich waren. Dann werdet ihr den Vater bitten, dass auch sie die Mittel finden, um sich zu retten und zu ihrem Herrn zu kommen, und eure Fürsprache wird sie diese Gnade erlangen lassen.

46. Versucht auch nicht, die verborgenen Gefühle eurer Nächsten aufzudecken, denn in jedem Wesen existiert ein Geheimnis, das nur Ich kennen darf. Doch wenn ihr das entdecken solltet, was — da es nur eurem Bruder gehört — für euch heilig sein soll, so macht es nicht bekannt, zerreißt nicht diesen Schleier, macht ihn lieber dichter.

47. Wie oft habe Ich die Menschen in das Herz ihres Bruders eindringen sehen, bis sie seine moralische oder geistige Blöße entdeckt haben, um sich daran zu ergötzen und es sogleich bekanntzumachen.

Keiner von denen, die so das Privatleben eines Mitmenschen entweiht haben, soll sich wundern, wenn ihn jemand auf seinem Lebenswege bloßstellt und verspottet. Er soll dann nicht sagen, dass es die Elle der Gerechtigkeit ist, die ihn misst; denn es wird die Elle der Ungerechtigkeit sein, mit der er seine Brüder gemessen hat.

48. Achtet die andern, bedeckt mit eurem Mantel der Barmherzigkeit die Bloßgestellten und verteidigt den Schwachen gegenüber der Klatschsucht der Menschen.

49. Jünger, Ich verbiete euch nicht, in den Büchern zu studieren, die euch das Gute lehren; doch wenn ihr diese nicht finden solltet — hier habt ihr meine Unterweisung, die in all ihrer Schlichtheit und Bescheidenheit mehr Weisheit enthält als alle Bücher. Prägt sie euch daher im Innersten eures Herzens ein, ergründet sie, damit sie es sei, die euch bei allen euren Werken leitet.

50. Die, welche durch die mancherlei Prüfungen des Lebens weinend unter den Schatten dieses Baumes gekommen sind, haben den Trost und die Stärkung meiner Liebe gefunden.

51. Selig, wer meinem Worte in der "Dritten Zeit" lauscht, denn er wird nicht irregehen. Im Augenblicke seines (körperlichen) Todes wird seine Seele zum ewigen Leben auferstehen und wird den Weg, der sie jenseits dieses Lebens erwartet, sicher beschreiten.

52. Selig, wer sein Leid mit Geduld trägt, denn gerade in seiner Sanftmut wird er die Kraft finden, um auf seinem Entwicklungswege weiterhin sein Kreuz zu tragen.

53. Gesegnet sei, wer die Erniedrigung mit Demut erträgt und denen zu vergeben vermag, die ihn beleidigt haben, denn Ich werde ihn rechtfertigen. Doch wehe denen, die die Handlungen ihrer Mitmenschen richten, denn sie werden ihrerseits gerichtet werden!

54. Gesegnet sei, wer das erste Gebot des Gesetzes erfüllt und Mich mehr als alles Erschaffene liebt.

55. Gesegnet sei, wer Mich seine gerechte oder ungerechte Sache richten lässt.

56. Meine Lehre erneuert euch, stärkt eure Seele, damit, wenn eure Lippen sich öffnen, um meine Lehren zu wiederholen, sie sich für Lästerung oder Fluch verschließen.

57. In dieser Zeit bin Ich gekommen, um von neuem den Samen zu bewässern, den Ich in der "Zweiten Zeit" in euer Herz gelegt habe.

58. Von den ersten Zeiten an habe Ich die Form gesucht, in der Ich Mich den Menschen hörbar und verständlich machen konnte. Darum habe Ich Gerechte und Propheten in diese Welt gesandt, damit sie mit ihren Worten und Werken Sendboten meines Willens und meiner Gebote seien.

59. In der "Ersten Zeit" schloss Ich mit Abraham aufgrund seines Gehorsams gegenüber meinem Befehl einen Liebesbund und belohnte seine Standhaftigkeit, seinen Eifer und seine Treue, indem Ich seine Nachkommenschaft segnete und vervielfachte. Um seinen Gehorsam und seinen Glauben zu erproben, forderte Ich von ihm das Leben seines Sohnes Isaak, den er so sehr liebte, und mit der Ergebung der großen Seelen war er bereit, ihn zu opfern. Doch Ich hielt ihn zurück, da er in seinem Herzen seinen Gehorsam bereits bewiesen hatte, und dieser genügte Mir.

60. Isaak war der Vater von Jakob, dem es gegeben war, den Weg der Vervollkommnung der Seele zu schauen, symbolisiert in einer Stufenleiter, die auf der Erde stand und sich im Unendlichen verlor, und auf welcher Seelen in Gestalt von Engeln auf- und niederstiegen.

61. Diese drei Patriarchen bilden den Stamm des Volkes Israel, dem zwölf Äste und eine unendliche Zahl von Blättern entsprossen; doch seine Frucht ist noch immer nicht ausgereift.

62. Das Volk Israel empfing das Gesetz, als es sich auf seiner Pilgerschaft am Fuße des Berges Sinai befand. Mose, sein Führer, empfing die Gesetzestafeln und die (göttliche) Inspiration. Die Durchquerung der Wüste geschah, um die Herzen zu läutern, um sie zu vergeistigen, und um in ihnen den Glauben an den unsichtbaren Gott zu entzünden.

Als das Volk zum Verheißenen Lande kam und es in Besitz nahm, hatte es den Glauben an seinen Herrn tief in seiner Seele eingeprägt, und es übte eine schlichte, aber erhabene Gottesverehrung aus, an der sein Herz erstarkt war. Doch siehe, die Kinder der Kinder blieben nicht beharrlich im Glauben und in der Vergeistigung, und als andere — heidnische — Volksstämme ihren Götzendienst und Aberglauben im Schoße des Volkes Israel einführten, entzweiten sie es geistig und irdisch. Daraufhin traten die Propheten auf, die die Volksmengen ermahnten und ihnen wegen ihrer Untreue und ihrer Sünde mein Gericht an ihnen ankündigten; doch die Propheten wurden verlacht und einige wurden getötet.

63. Ich sage euch dies, weil ihr geistig in Wahrheit Same jener ersten Patriarchen und die "Schafe" Moses seid; doch sage Ich euch auch, dass ihr zu den Früchten gehört, die in dieser Zeit Reife erlangen und der Menschheit Leben und Würze geben sollen.

64. Christus begoss damals den Baum des Lebens mit seinem Blut, und heute kommt Er, um ihn mit seinem göttlichen Worte erneut zu bewässern, damit die Früchte der Liebe und Barmherzigkeit aller seiner Kinder reif werden.

65. In dieser Zeit komme Ich, um jeden Fanatismus und Götzendienst eurer Herzen zu bekämpfen, denn die Vergeistigung lässt keine Vermaterialisierung zu. Wer meine geistige Lehre mit Fanatismus ausübt, tut nicht meinen Willen, noch hat er meine Unterweisung richtig ausgelegt.

66. Warum vermaterialisieren die Menschen noch in dieser Zeit die Verehrung meiner Göttlichkeit, obwohl Ich seit der "Ersten Zeit" im ersten Gebot meines Gesetzes verbot, dass man Mich in Figuren und Bildern verehre, die von Menschenhand gemacht sind?

67. Mein Wort in dieser Zeit wird wie ein zweischneidiges Schwert kämpfen, um aus dem menschlichen Herzen alle Irrtümer zu beseitigen, damit es sich frei von Unwissenheit zu meiner Göttlichkeit erhebt und die Verbindung von Geist zu Geist erreicht.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 45

1. Das Licht meines Geistes fällt auf euch herab. Ich komme, um euch den Schatz des Friedens zu geben und euch mit dem Festgewande der Demut zu bekleiden. Wenn die Menschheit euer Gewand in Fetzen reißen möchte, so lasst sie es tun, denn diese Fetzen werden ihr dazu dienen, ihre Blöße zu bedecken.

2. Unter diesen Scharen hier sind jene, die — ohne Mich gesehen zu haben — Mir glauben, Mich lieben und Mir nachfolgen. Wohl ihnen, denn sie werden im Verheißenen Lande sein.

3. An diesem Tage gedenkt ihr der Auferstehung eures Meisters, und wahrlich, Ich sage euch, viele von euch werden durch das Licht meines Wortes zum Leben der Gnade auferstehen.

4. Nur als Mensch wurde Ich geboren und starb Ich; denn als Gott hatte Ich weder einen Anfang, noch werde Ich ein Ende haben. Jesus wurde aus der Reinheit der Liebe geboren, die der Vater zur Menschheit hat, indem Er im Schoße einer keuschen Jungfrau, die im voraus vom Schöpfer dazu auserwählt war, menschliche Gestalt annahm.

5. Die Worte und Werke Jesu waren der Weg, den Er euch vorzeichnete — der Pfad, der euch ins Himmelreich führen wird. Durch den Körper Jesu fühlte Christus alle Schmerzen und Ängste der Welt, erlebte Er den Todeskampf, und Er war gewillt, im Geiste in die Höhlen der Finsternis einzudringen, wo Ihn die Geistwesen ebenfalls erwarteten. Aber Ich sage euch, der Schmerz Jesu in der erhabenen Stunde seines Todeskampfes am Kreuze wurde von niemandem verstanden. Es gab einen Augenblick, in welchem Er sich zwischen Himmel und Erde allein fühlte, gepeitscht von den entfesselten Elementen und von seinen Jüngern verlassen. Da geschah es, dass er ausrief: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?" — Die Menschen verstießen Ihn aus ihrer Mitte, und sein Geist verließ Ihn.

6. Aufgrund meiner Macht hätte Jesus gegenüber körperlichem Schmerz unempfindlich sein können; doch Ich kam nicht, um euch hinsichtlich meiner menschlichen Natur zu täuschen. Mein Schmerz war beispiellos, mein Tod war wirklich, und mein Blut wahrhaftiges Blut.

7. Während der Körper des Meisters im Grabe lag, erleuchtete der Göttliche Geist die Stätten, wo Ihn Gerechte und Sünder erwarteten, damit seine Barmherzigkeit sie in eine neue Zeit führen würde. Denn das Blut des Lammes bahnte nicht nur den Wesen dieser Welt ihren seelischen Entwicklungsweg, sondern auch denen des Geistigen Tales.

Nachdem an allen jene Liebesmission erfüllt war, verschmolz der Körper Christi mit dem Göttlichen Geiste in der gleichen Weise, wie er menschliche Gestalt angenommen hatte.

8. Da der Körper Jesu nicht aus der „Erde“ hervorgegangen war — warum hätte er ihr Tribut zollen sollen wie alle Menschen? Er hatte euch gesagt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."

9. Beim Hören meiner Unterweisung erwacht euer Geist zu neuem Leben, weil er das Brot des ewigen Lebens gegessen hat, welches mein Wort ist. Stärkt euch mit meiner Lehre, denn der Zeitpunkt nähert sich, an dem die Menschen sich wie hungrige Wölfe auf euch stürzen, um euch zu richten, und es ist nicht mein Wille, dass ihr euren Glauben und euren Frieden in den Händen eurer Verfolger lasst.

10. Nützet die Zeit, solange meine Kundgebung in dieser Form noch bei euch ist; denn wenn ihr heute eure Lampen nicht entzünden solltet, werdet ihr euch morgen nach dieser Zeit der Unterweisungen und Gnadenerweise zurücksehnen und weinen im Verlangen, mein Wort noch einmal zu hören. Viele werden sagen: "Meister, was würde ich dafür geben, um durch jene, die ich so sehr als unvollkommen verurteilte, noch einmal eine deiner Lehransprachen zu hören."

11. Nutzt meine Unterweisung wirklich — jetzt, da Ich sie euch durch Vermittlung dieser meiner Kinder zuteil werden lasse, die Ich erwählt und zubereitet habe. Ich habe über ihre Lippen Worte der Weisheit und Liebe fließen lassen. In Ergebung haben sie sich von der Welt abgewandt, und euretwegen trinken sie einen Leidenskelch, da sie wissen, dass sie das Werkzeug des Vaters sind für seine Kundgabe an euch.

12. Auch wenn ihr, um mein Wort in dieser Zeit zu hören, zu diesen bescheidenen Versammlungsstätten eilt, könnt ihr doch euer Gebet an dem Orte emporsenden, an dem ihr euch gerade befindet: Sei es im stillen Kämmerlein, oder dort, wo ihr das tägliche Brot verdient, unterwegs, im Tal oder am Ufer eines Flusses — überall vernehme ich eure Bitten.

13. Lernt, euer Herz zu reinigen und euren Geist zu Mir zu erheben, damit ihr die geistige Gemeinschaft (mit Mir) empfangt. Vergesst nicht, dass ihr Mich im Innersten eures Wesens in euch tragt. Erhebt euch zu Mir, damit, wenn der letzte Augenblick von 1950 kommt, eure Seele nicht von Schrecken erfüllt ist und spricht: "Meister, du hast Dich von uns abgewandt." Wahrlich, Ich sage euch, wer sich zubereitet, wird sich von jenem Augenblicke an von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit verbinden.

14. Wenn ihr von den vielen Unterweisungen, die Ich euch gegeben habe, eine einzige genutzt hättet, und die Lehre derselben das Gesetz wäre, das alle Handlungen eures Lebens lenkt — wahrlich, Ich sage euch, es wäre nicht mehr nötig, dass Ich unter euch bin; denn in dem, was ihr bis heute gehört habt, ist meine ganze Lehre enthalten.

15. Ein weiteres Mal übergebe Ich euch mein Wort, damit euer Geist fühlt, dass er sich beim Festmahle des ewigen Lebens befindet. Erquickt euch wie mein Apostel Johannes bei der Betrachtung der Offenbarungen der jenseitigen Welt.

16. In dieser Zeit wird aller Unglaube unter euch verschwinden, denn Ich werde euch als eine Leuchte des Glaubens zurücklassen, die unter den Menschen angezündet ist.

17. Jedes Mal, wenn Ich Mich bei euch einstelle, und während Ich euch mein Wort zuteilwerden lasse, weicht euer Schmerz, weil euer Geist meine Gegenwart empfindet und sich an meiner Liebe erquickt.

18. Nicht nur die, die an diesen Versammlungsorten zusammenkommen, hören Mir zu, sondern es sind auch große Legionen von Geistwesen bei dieser Kundgebung anwesend und empfangen mein Licht. Unter diesen Scharen sind jene, die auf Erden eure Eltern, eure Gefährten, eure Kinder waren. Alle sind dabei, auf der Leiter der Entwicklung aufwärtszusteigen.

19. Euer Herz wird von Freude erfüllt, wenn ihr Mich so sprechen hört, und ihr fühlt, dass es die Herrlichkeit des Vaters selbst ist, die sich in diesen Augenblicken öffnet, um ihre Gnade auf jedes Geschöpf des Herrn zu ergießen.

20. Das Licht meiner Liebe, das den Entwicklungsweg aller meiner Kinder erhellt hat, bewirkte bei einigen Wissenschaftlern die Verwirrung ihrer Vorstellungen, als sie daraufstießen, dass der Ursprung der Schöpfung nicht so ist, wie sie ihn sich vorgestellt hatten. Doch Ich werde zu ihnen von der "Bergeshöhe" aus sprechen, und die Gewalt meiner Stimme wird durch die Elemente die Erde erzittern lassen und ihnen die Wahrheit zeigen.

21. Volk, wenn du in die Gemeinschaft mit meiner Göttlichkeit kommen willst, so schaue nicht auf diese Stimmträger, durch die Ich Mich kundtue, wie auf höhere Wesen. Studiere und ergründe mein Wort, dann wirst du dich wie in meinem Heiligtum fühlen und dich am geistigen Sinn meiner Lehre erfreuen. So werdet ihr stark werden, um Zeugnis dafür abzulegen, dass dies die Dritte Zeit ist, und dass Ich Mich in ihr den Menschen als Heiliger Geist offenbart habe.

22. Ich wähle derzeit unter der Menschheit meine neuen Jünger aus, wobei Ich den Männern sage: "Erneuert euch", und den Frauen: "Sündigt nicht mehr". Euch alle hat meine Vergebung geläutert, damit ihr ein neues Leben beginnt.

23. Ihr, die ihr viel Bitteres gekostet habt — trinket nun Milch und Honig aus diesem Kelch der Liebe, den Ich euch darreiche.

24. Freut euch, dass ihr dies geistige Gut besitzt. Grämt euch nicht allzu sehr wegen des Unterhalts des Körpers, denkt daran, dass Ich euch gesagt habe: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Worte, das von Gott kommt."

25. Euch alle fand Ich verirrt, und Ich habe euch den Weg gezeigt, indem Ich euch sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, folgt Mir bis ans Ende."

26. Ich habe niemanden gezwungen, Mir nachzufolgen, und Ich drohe niemandem, wenn er es nicht tut. Gewiss gibt es das Gesetz der Sühne — die jeder sich selbst verursacht — damit seine Seele sich entwickelt und ihre Läuterung und ihr Licht erlangt. Doch die Hölle ewigen Feuers gibt es nicht, wie es auch keine Strafe Gottes gibt. Legt das, was euch in vergangenen Zeiten durch Sinnbilder gesagt wurde, nicht falsch aus.

27. Heute hört ihr Mir zu, und jeder erkennt seinen Auftrag, während Elias als unermüdlicher Diener des Herrn die 144.000 neuen Jünger sammelt, 12.000 Kinder von jedem Stamm dieses Volkes, damit sie an ihrer Stirne das Zeichen empfangen, das sie als Trinitarisch-Marianische Spiritualisten kennzeichnet.

28. Wenn ihr euch auf dem Lebensweg erschöpft fühlt, so kommt zu Mir und ruht euch aus, während ihr diesem Worte lauscht, denn noch bin Ich bei euch.

29. Dies Wort ist das Brot, das Ich euch zum Munde führe. Sein geistiger Sinn ist das kristallklare Wasser, das euch hilft, eure Seele von all ihren Befleckungen zu reinigen.

30. Ihr habt Angst, dass euch die Stürme von diesem Pfad hinwegreißen, und ihr wiederum schwach werdet gegenüber den Leidenschaften des Fleisches. Ihr fürchtet das Gerede der Leute, ihre Urteile, ihr fürchtet die Welt, die euch mit ihren vielfachen Versuchungen von Mir entfernt.

31. Da ihr mein Wort nicht verstanden habt, glaubt ihr, dass Ich von euch verlange, dass ihr alles Materielle aufgebt und darauf verzichtet, während Ich euch lehre, dass ihr dem Geiste das geben sollt, was ihm zukommt, und der Materie, was ihr angehört. Solange ihr im "Tränental" seid, werdet ihr die Vollkommenheit nicht erreichen. Doch müsst ihr euch zubereiten in der Liebe und Barmherzigkeit, die ihr unter euren Mitmenschen verbreitet, um zum Geistigen Tale zu gelangen und die Frucht eurer Saat zu ernten.

32. Das Geheimnis, das Ich euch offenbare, ist mein eigener Geist, der sich jenseits der Jakobsleiter befindet. Ich bin nicht auf der "Leiter", denn Ich bin vollkommen. Auf ihr sind nur die Wesen, die der Vollkommenheit entgegengehen. — Wer kann das Gefühl haben, dass meine Lehre für seinen Geist wie eine schwere Last ist? Wenn ihr ihr Gewicht mit dem eines Kreuzes vergleicht, werdet ihr begreifen, dass Ich jetzt euer Kreuzträger bin.

33. Wer kann sich von Mir entfernen, da Ich überall bin? Manche versuchen, sich aus meiner Gegenwart zu entfernen, um heimlich die Saat zu säen, die Ich ihnen anvertraut habe, und die Ernte für sich einzubringen; doch Ich beschere euch die fruchtbaren Felder. Wer sich zu entfernen versucht, wird in die Wüste gehen müssen.

Wann hat man erlebt, dass im weißglühenden Sand irgendein Same keimt? Dort werden sie nicht dem Festmahle beiwohnen, das ihr bei Mir genießt, noch werden sie in ihrer Einsamkeit dem Trillern der Vögel lauschen, die euch mit ihrem Gesang entzückt haben.

34. Wer in seinem Herzen den Wunsch verspürt hat, das Kreuz im Stich zu lassen, hat weder seine Aufgabe noch seine Bestimmung erahnt.

35. Wie viele von euch bekennen sich vor Mir schuldig und sündig und gehören (doch) zu denen, die Mich lieben! Wie viele posaunen aus, dass sie Mich lieben, und haben nicht einmal Glauben an Mich! Sie glauben, wenn sie Wohltaten empfangen; doch wenn sie eine Prüfung trifft, leugnen sie Mich!

36. Diese Dritte Zeit ist eine Einladung für euren Geist gewesen, ein Ruf, damit ihr die Gnade besitzt, zu denen zu gehören, welche die göttliche Frucht der Drei Zeiten entgegennehmen.

37. Als die Menschheit sich auf der höchsten Höhe der Verderbtheit befand, kam das Licht meines Geistes herab, — umgewandelt in Worte, die für den Menschen verständlich sind — um ihn zu retten. Sie zeigen ihm den Weg seiner Sühne, helfen ihm, dieselbe zu erfüllen, und lassen ihn die Belohnung begreifen, die ihn erwartet.

38. Euch, die ihr Mich hört, sage Ich: Tragt nicht schmutzigen Staub an euren "Sandalen", sucht Mich, Ich bin eure Rettung. Ich bin das Boot, das euch aus dem Schiffbruch errettete, euch aus dem wütenden Meer der Sünde forttrug, um euch ins Land der Verheißung zu bringen.

39. Warum seid ihr auf eurem Lebensweg dem Schmerz begegnet? Warum haben sich eure Füße an den Kieselsteinen des Weges wundgestoßen? Warum quält euch der Durst wie ermattete Wanderer? Darum, weil ihr früher denselben Pfad zurücklegtet und den Weg nicht gesäubert habt für die, die nach euch kamen, weil ihr nicht wusstet, dass ihr dort noch einmal hindurchgehen müsstet. Doch wenn ihr nie den Durst eines Dürstenden gelöscht habt — wie könnt ihr dann erwarten, dass jemand den euren löscht?

40. Ich allein lindere den Durst eurer Seele nach Liebe und Frieden. Mein Wort ist kristallklares Wasser, das unter euch ausgegossen wird. Genießt es, wenn ihr es trinkt, ladet eure Mitmenschen dazu ein, und wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet schließlich die Einigkeit und den Frieden in den Seelen erleben.

41. Wenn Mich in der "Zweiten Zeit" eure Augen gesehen haben, weil Ich als Mensch kam, so komme Ich heute im Geiste. Wenn Mich eure körperlichen Augen nicht gesehen haben — die Empfindsamkeit eurer Seele hat Mich gewiss gespürt, weil Ich euch meine Gegenwart fühlbar mache. Wer von denen, die Mich hören, hat Mich nicht an dem beschleunigten Klopfen seines Herzens gefühlt? Wer von euch ist nicht erbebt bei meinem Worte, das wie ein durchdringender Blick ist, der mit seinem Lichte euren Geist erreicht?

42. Ich spreche als Meister zu euch, nicht als Richter. Sucht Mich nicht als Richter, denn statt Urteilssprüchen will Ich Trost und Leben unter euch verbreiten.

43. Ich habe euch eure Augen geöffnet, damit ihr gewahr werdet, dass mein Gesetz auf der Erde befleckt wird — jedoch nicht, damit ihr den richtet, der es verletzt. Lernt mein Gesetz kennen, damit ihr euch nicht vom Wege verirrt, wenn die Menschen es euch verheimlichen, und damit ihr den zu führen versteht, der im Finstern wandelt.

44. Ihr seid nicht (auf die Welt) gekommen, um irgendjemanden zu demütigen. In Wahrheit sage Ich euch: Bevor dies geschieht, wäre es für euch besser, nicht von meinem Werke zu sprechen, oder dass der Tod euer Leben abschneidet.

45. Volk, du weißt nicht, was Ich für dich bereithalte. Glaube nicht, dass das, was du bis heute gehört hast, alles ist, was Ich dir zu sagen habe; Ich werde dir noch große Lehren offenbaren; sehr große Gaben werden sich bei euch entfalten.

46. Meine Unterweisung kommt euch zu Hilfe, damit es euch gelingt, euch von Geist zu Geist mit eurem Vater zu verbinden, denn darin liegt euer Heil. Öffnet euer Herz, damit ihr in ihm den Schatz meines Wortes bewahrt, bis der Augenblick kommt, an dem ihr es euren Mitmenschen offenbaren müsst. Denn dies ist das Wort, das den Sünder umwandelt und den Kranken heilt.

47. Die Spur, die Ich euch in dieser Zeit zurücklasse, ist nicht von Blut, sondern von Licht. Kommt zu Mir, Jünger, und erholt euch von euren Leiden. Lindert mit meinem Worte euren Hunger und Durst nach Liebe und Frieden, damit — wenn Ich euch mit geistigen Gütern überhäuft habe — ihr wie die Jungfrauen meines Gleichnisses seid: mit brennenden Lampen wachend in Erwartung des keuschen Gemahls, damit ihr ihn empfangen könnt, wenn er an eure Türe klopft.

48. Wer mein Wort in seinem Herzen bewahrt und daran glaubt, wird Frieden und Glück haben auf den Wegen der Welt und wird seinen geistigen Aufstieg auf dem Pfade erreichen, der in mein Reich führt.

49. Mit Liebe übergebe Ich euch mein Wort, um euch das wahre Leben zu schenken und um euch zu lehren, das gleiche unter den Menschen zu tun, wo es so viele für den Glauben Tote gibt. Alles, was ihr in meinem Namen tut, werdet ihr bei euren Brüdern sich verwirklichen sehen. Doch wenn ihr auf eurem Wege statt zu segnen über eure Nächsten lästert oder sie richtet — wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet euch selbst verurteilen; denn mit der Elle, mit der ihr meßt, werdet ihr gemessen werden.

50. Wenn ihr Mich verletzt habt, so bittet Mich um Vergebung. Wenn euer Bruder euch verletzte, so vergebt ihm, vielleicht weiß er nicht, was er getan hat. Wenn ihr dagegen immer noch verletzt, obwohl ihr durch die Unterweisungen, die ihr empfangt, so viel Licht besitzt, so könnt ihr nicht sagen, dass ihr unschuldig seid. Wenn ihr Kränkungen verursachen solltet, wärt ihr härter als der Fels; denn Ich lehre euch, damit ihr zu euren Mitmenschen edelmütig seid.

51. Studiert mein Wort, damit euch der Tod nicht unvorbereitet überrascht und die Finsternis eurer Seele nicht den Weg zu ihrer Entwicklung verhüllt. Meine Unterweisung ist das einzige Buch, das vom ersten bis zum letzten Worte Wahrheit enthält. Dies Buch habe Ich von neuem vor euch aufgeschlagen in dieser Zeit, um euch zum ewigen Leben zu erwecken und euch in meinem Liebesgehege zu vereinigen; denn Ich sehe euch verirrt wie Schafe ohne Hirten.

52. Hier ist die Stimme Dessen, der die Seelen ruft, um sie von den Mühsalen der Welt zu befreien. Einige meiner Kinder erkannten die Stimme, andere nicht, weil ihre vom Materialismus dieser Zeit verblendete Seele sie nicht wiedererkannte. Doch Ich, der Hirte, der Ich in der Hürde meiner Liebe — welches mein Reich ist — die neunundneunzig Schafe habe, kam auf der Suche nach dem Verirrten herab zur Erde.

53. Wie lange habt ihr euch von bitteren Früchten genährt, die euch die Süße der Frucht des wahren Lebens vergessen ließen, und erst, als ihr mein Wort vernahmt, habt ihr wieder erfahren, was die wahre Nahrung der Seele ist.

54. Früher habt ihr euch aufgemacht und den Weg zu eurem geistigen Aufstieg vergebens gesucht, weil ihr durch den Schmerz über eure Sünden niedergedrückt wart. Heute habe Ich euch vereinigt, habe euch vermehrt und euch eure Gaben erkennen lassen. Doch wahrlich, Ich sage euch: Ehe ihr aufgrund dieser Gnade in Eitelkeit fallt und ihr den Sünder richten wollt, oder den zu demütigen versucht, der gefehlt hat — erinnert euch und denkt über die Lehre nach, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab, als das ehebrecherische Weib vor Mich gebracht wurde; erinnert euch an das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner und an das des guten Samariters. Der geistige Sinn jener Lehren ist ewig gültig. Heute, morgen und für alle Zeit könnt ihr sie in eurem Leben zur Anwendung bringen. Es sind Gleichnisse, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab, zuweilen am Ufer eines Flusses, ein andermal in der Wüste oder auf einem Berge; es war die göttliche Botschaft, die Ich euch in Jesus brachte, bevor die Menschen Mich ergriffen, um Mich zu verurteilen und in Jerusalem zu kreuzigen.

55. Es war mein Wille, dass mein Wort in eurem Herzen lebt, damit ihm Barmherzigkeit und Liebe entströmt und ihr euch auf den Weg macht, um die Kranken zu heilen, ohne ein Entgelt zu erwarten, weil ihr das Gute aus Liebe zu euren Brüdern tut.

56. Nennt euch nicht Spiritualisten, wenn ihr in eurem Herzen Abscheu vor den Kranken empfindet oder Ekel, wenn ihr Körper in Lumpen gehüllt ist. Ihr werdet nicht meine Jünger sein, solange ihr euch von den Sündern absondert — aus Angst, dass euer Herz angesteckt wird.

57. Siehe, hier ist mein neues Wort, das ihr mit dem vereinen sollt, das Ich euch in vergangenen Zeiten gab. Ich habe es euch in dieser Zeit durch verschiedene Verstandesorgane gegeben, damit ihr darin die Bestätigung habt, dass das, was durch einen Mund gesagt wurde, durch alle gesagt wurde.

58. Bereitet euch vor, Männer und Frauen, denn unter euch befinden sich jene, durch die Ich euch mein Wort geben werde.

59. Hier ist der Bräutigam, der an die Türen der Jungfrauen klopfte, und da diese ihn erwarteten, öffneten sie ihm, hießen ihn eintreten, und in ihrem Hause fand ein Fest statt.

60. Einige von euch haben sich an den Tisch der Liebe gesetzt, um das Brot meines Wortes zu essen und den Wein zu trinken, welcher die göttliche Essenz meines Wortes ist. Wie viele von euch waren auch in der "Zweiten Zeit" bei Mir und haben Mir zugehört. Andere sahen in den Provinzen meine Apostel, die den Samen des Glaubens an Christus in die Herzen säten und den Menschen Wahrheitsbeweise erbrachten, indem sie Kranke heilten, Aussätzige rein machten und den Betrübten Trost spendeten. Doch die, welche zu jener Zeit nicht am Mahle teilnahmen, werden heute essen, und die nicht auf der Welt waren, werden es heute sein.

61. Ich bin dabei, von neuem meine Jünger auszuwählen. Erinnert euch, dass Ich in der "Zweiten Zeit" den zwölf Aposteln, die Ich nach meiner Barmherzigkeit erwählt hatte, die Füße wusch und einen Kuss der Liebe auf sie drückte, damit ihr begreifen solltet: Wenn dies der Herr tat — was solltet dann erst ihr an euren Brüdern tun?

62. Voll Demut komme Ich, um euch zu trösten und zu retten, damit — wenn ihr euch an die Erfüllung eures Auftrags macht, den Menschen den Weg zu zeigen — ihr eine Spur der Sanftmut auf dem Wege zurücklasst. Wer seine „Füße“ nicht gewaschen hat, bevor er das Tagewerk beginnt — welche Spur von Reinheit wird er hinterlassen können?

63. Hier ist Das Lamm, das sich freiwillig opferte, damit sein Blut als Symbol des Lebens in allen seinen Kindern wäre und seine Spur den seelischen Entwicklungsweg der Menschen vorzeichnen würde.

64. Ich sehe unter euch diejenigen, die Mir nachfolgen werden, jedoch auch jene, die Tränen vergießen müssen und die große Gelöbnisse ablegen, um Mir dann später den Rücken zu kehren. Noch bin Ich unter euch; nützet die Augenblicke, denn bald werde Ich euch zurücklassen und von der Unendlichkeit aus die Auftragserfüllung derer betrachten, die dieses Erbe empfingen. Jeder, der sein Herz läutert, um mein Wort weiterzugeben, wird stark sein durch seine Reinheit, Barmherzigkeit, Liebe und Demut. Doch der, der sich erhöht und mein Werk verrät, wird gegenüber den Versuchungen schwach sein.

65. Eure Nation hat ihre Tore geöffnet, durch welche große Menschenscharen aus verschiedenen Nationen herbeigekommen sind; denn Ich habe euch gesagt, dass es in dieser Zeit nicht zwölf Erwählte sein werden, sondern zwölftausend von jedem der zwölf Stämme — hundertvierundvierzigtausend, die der Menschheit mein Wort bringen werden. Die einen befinden sich im Geistigen Tale, die andern in der Materie. Die, welche im Jenseits leben und diese Unterweisung nicht kennengelernt haben, werde Ich wieder ins Fleisch kommen lassen, um sie alle auf der Erde zu versammeln. Diese werden es sein, die aus Liebe zu ihren Mitmenschen das Opferkreuz tragen und den Kelch der Bitternis trinken werden.

66. Heute esst ihr das Brot und trinkt ihr den Wein des Himmelreiches durch den geistigen Sinn meiner Unterweisung, während die Menschheit diese Lehre weiterhin mit dem Brot und Wein der Erde darstellt.

67. Schart euch um Mich, damit ihr euch gegenseitig schützt und euch stark fühlt, denn die Wölfe lauern euch auf, und die Pharisäer, die sich unter den Menschenscharen verbergen, sind diejenigen von gestern. Noch können sie Mich nicht erkennen, weil sich ihre Sinne verwirrt haben. Es sind die Heuchler, die ihre Sünden hinter einer vorgetäuschten Reinheit verbergen.

68. Wachet und betet, denn sie werden die ersten sein, die euch sagen, dass Ich der falsche Christus bin. Die einen werden euch auf die Prophetien der "Ersten Zeit" hinweisen, und die andern auf die der Zweiten Zeit, um euch zu beweisen zu suchen, dass dieser als falsch vorausgesagt war. Sie werden euch sagen, dass ihr euch durch diese Kundgebungen nicht betören lassen sollt. Wahrlich, Ich sage euch: Hütet euch vor ihnen und vor denen, die nur mein Wort (in Anspruch) genommen haben und keine Macht besitzen, um Werke zu tun, die durch ihre Wahrheit überzeugen.

69. Prüfet ihr euch vor eurem Gewissen und fragt euch, ob die Kranken gesund geworden sind, ob ihr Frieden empfunden habt, wenn ihr Mir zugehört habt, ob ihr euch angeregt fühltet, das Gute zu tun und euch untereinander zu lieben, ob ihr euch erneuert habt? — "Ja", hat euch euer Gewissen geantwortet.

70. Erinnert euch und durchlebt die vergangenen Zeiten. Hier ist der Tisch, auf dem die Speisen stehen, die das ewige Leben geben. Aufs neue sage Ich euch, dass mein Körper und mein Blut heute durch mein eigenes Wort vertreten sind. Ein Krümel von diesem Brot genügt, um einem Geiste das ewige Leben zu geben. Die Kranken, die von diesem Brote kosten, werden die Gesundheit erlangen, und wer diesen Wein mit Erhebung der Seele und mit Ehrfurcht vor meiner Lehre trinkt, wird für immer den Frieden empfangen.

71. Wer sich in der erhabenen Stunde des menschlichen Todes an mein Wort erinnert, in dessen Seele werden die Gaben und Gnaden sein, die in ihm (meinem Worte) sind, damit er auf seinem Hingang das Licht meines Heiligen Geistes schaue.

72. Die geheimen Gedanken des Vaters wurden für Arme und Demütige offenbart. Wer von diesem Weine trinkt, wird fühlen, dass sich sein Geist stärkt; wer seine Lippen verschließt, um ihn aus Furcht vor dem Tode nicht zu trinken, in dem wird der Tod sein, und nur meine Liebe wird ihn auferwecken können. Doch dann, wenn es mein Wille ist, werde Ich zu ihm kommen, um ihm zu sagen: "Warum hast du nicht von meinem Weine getrunken? Stehe auf, Ich bin Jener, der durch Menschenmund sprach, und derselbe (ist es), der dich heute zum Leben der Gnade auferweckt. Wer außer Mir hat Vollmacht, die Toten zum Leben zu erwecken?"

73. Während Ich euch meine Unterweisung gebe, betrachte Ich das Herz eines jeden der Anwesenden. Einige übergeben Mir ihr Herz, das sich von meinem Worte genährt hat, bis es seinen Hunger nach Liebe und Trost gestillt hatte. Andere denken an die Art und Weise, wie sie dieses Werk zerstören können, weil sie nicht daran glauben und sie beunruhigt sind wegen der großen Menschenmengen mit inbrünstigen Herzen, die sich in diesen Versammlungsstätten zusammendrängen, um mein Wort zu hören.

74. Esset von diesem Brote, in ihm ist das ewige Leben. Trinket den Wein, sein Geistgehalt ist der göttliche Wohlgeschmack, den mein Wort besitzt.

75. Vergesst nicht die Werke, die Ich an euch getan habe, damit ihr sie auch an euren Brüdern tut. Wie Ich euch geliebt habe, so liebet eure Nächsten. Setzt die Notleidenden an euren Tisch und gebt ihnen an ihm den besten Platz.

76. In jedem meiner Worte ist eine Fülle an Offenbarungen enthalten, damit ihr euch in sein Studium vertieft; denn der Augenblick meines Abschieds kommt näher, an dem ihr euch einsam fühlen werdet. Ihr werdet wie Schafe unter Wölfen zurückbleiben, doch Ich werde euch trösten. Dann wird eure Mission beginnen, und die einen werden in die Wohnungen (ihrer näheren Umgebung) gehen, andere in die Provinzen, und einige weitere in andere Nationen. Ihr sollt gute Arbeiter auf meinen Feldern sein und unermüdlich meinen Samen des Friedens und der Liebe säen. Doch wird es nicht nötig sein, dass ihr doppelte Vorratstaschen für die Reise mitnehmt — Ich werde für euch sorgen. Ihr sollt weder die Unbilden der Witterung, noch die der Elemente fürchten, meine Gegenwart ist in allem Geschaffenen.

77. Ich werde euch zu den Häusern führen, wo jene wohnen, die euren Glauben teilen werden. Sie werden euch mit Freuden empfangen, und dort sollt ihr noch weitere berufen, um euch zum Gebet zu versammeln und ihnen meine Botschaft zu bringen. Diese "Letzten" werden zu "Ersten" werden und sich als neue Apostel aufmachen, um zu säen, wie ihr sie gelehrt habt.

78. Sehr ausgedehnt sind meine Felder, und sehr spärlich sind noch die Sämänner; doch es ist mein Wille, dass in der Zeit, in der Ich euch meine Unterweisung noch in dieser Form gebe, die Hundertvierundvierzigtausend gekennzeichnet werden. Denn jene werden es sein, durch deren Vermittlung Ich Mich der Menschheit in dieser Zeit kundtun werde, und von jedem, der von Mir Zeugnis ablegt, werde Ich auch Zeugnis ablegen, ebenso wie jeder, der Mich verrät, vor meinem Gerichte wird erscheinen müssen.

79. Siehe, ihr alle habt vom Lamme gegessen; dennoch sehe Ich unter euch den, der Mich verraten wird. Nicht in diesem Augenblicke, noch in dieser Nacht, sondern wenn er, von den Versuchungen der Welt verführt, die glänzenden Geldstücke für die Preisgabe seiner Brüder annimmt. Da niemand weiß, wer es sein könnte, fragt ihr in euren Herzen: "Meister, wer ist es?" — Ich sage euch nur: "Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallet."

80. Es gibt auch einen, der Mich in dieser Zeit verleugnet, und es wird bald sein; noch in dieser Nacht wird jemand leugnen, wo er gewesen ist und wem er zugehört hat. — Niemand verleugne Mich aus Furcht vor der Welt, denn sein Schmerz wird sehr groß sein.

81. Einst ging Jesus in den Olivengarten, um zu beten, denn sein Opfergang rückte näher. Heute sage Ich euch: Betet und ruft euch jenes Vorbild ins Gedächtnis zurück, damit ihr im Herrn Stärke findet. Denn wahrlich, Ich sage euch, der Kelch, den Ich in jener Nacht trank, war sehr bitter; aber auch der, den Mir diese Menschheit heute aufs neue reicht — wie bitter ist er! In ihm sind alle Tränen, das Blut und der Schmerz der Menschen.

82. Deshalb, o geliebte Jünger, lehre Ich euch, zu beten, um auf die großen Heimsuchungen gefasst zu sein. Niemals jedoch wird die Sünde aller Menschen auf einem einzigen lasten. Nur Christus trug auf seinen Schultern die Sünde der ganzen Menschheit, von Adam bis zum letzten.

83. Diejenigen, die sich innerlich über diese Kundgebungen lustig machen, sind jene, die Mir ins Gesicht spien, und die, die Mich jetzt richten, sind diejenigen, die Mich in jener "Zweiten Zeit" geißelten. Die Sünde und die Finsternis dieser Menschheit sind der Kerker, in welchem Ich alle Martern empfange.

84. Bereitet euch vor, denn die Scharen von Ungläubigen und die Legionen von verwirrten Seelen werden euch verfolgen. Doch dann werde Ich ihnen sagen: Lasst ab von meinen Jüngern, sie sind nicht schuldig.

85. Wachet und betet, lebet in Frieden, und ihr werdet meine Stärke in eurem Geiste haben, denn ihr nährt euch von dem Brote des ewigen Lebens.

86. Die Stunde ist gekommen, in der ihr euch an Christus, den Göttlichen Meister, in seinen letzten Augenblicken am Kreuze erinnert, an jene Stunden der Finsternis auf der Welt, in denen meine Gegenwart die Seelen erleuchtete, die Mich erwarteten.

87. Auf einem neuen Golgatha hat Mich die Menschheit in dieser "Dritten Zeit" erhöht, und von meinem Kreuze herab betrachte Ich euch, o Menschen. Das Licht meines Geistes fällt auf die Menschen herab, wie in jener Zeit, als sich mein Blut Tropfen für Tropfen auf die Menschheit ergoss. Meine Göttlichen Leiden sind wie Wunden, die angesichts der Undankbarkeit und der Sünden der Menschen aufbrechen. Doch heute wird aus ihnen Wasser der Gnade quellen, damit die Blinden sehen und die Bösen erlöst werden. Wenn ihr einen Baum verletzt, wird ihm Lebenssaft entquellen: Ich bin der Baum des wahren Lebens, der euch Leben schenkt, wenn ihr ihn zu zerstören sucht.

88. Wer wird Mir in dieser Zeit mein Kreuz tragen helfen? — Ihr, Jünger! Und wer über seine Sünden weint und sie bereut und sich erneuert, der wird im Gedächtnis der Menschheit bleiben wie jene Sünderin, die meine Füße mit ihren Tränen benetzte und sie mit ihren Haaren trocknete.

89. Gesegnet sind, die in ihrem Herzen den Schmerz ihres Herrn, seinen Durst nach Liebe empfinden, denn Ich werde sie in der jenseitigen Welt Mich in all meiner Herrlichkeit schauen lassen.

90. Während auf der Erde der Tod, den die Menschen Jesus bereiteten, Ihn von den Armen seiner liebevollen Mutter trennte, sind heute in der Ewigkeit Mutter und Sohn in der göttlichen Liebe vereint. Denn ihr müsst wissen, dass — wenn Christus das Wort Gottes ist, Maria die mütterliche Zärtlichkeit Gottes ist, und von der Unendlichkeit aus, nahe dem Kreuze, das ihr Mir von neuem bereitet habt, breitet sie liebevoll ihren Mantel aus, um euch zu bedecken, und richtet sie ihren mütterlichen Blick voll Vergebung auf euch.

91. Vergesst diese Kundgebungen nicht, und wenn das Jahr 1950 vorüber ist, so versammelt euch, um euch diese Unterweisungen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Dann werden eure Augen von Tränen überfließen, aus Traurigkeit und zugleich vor Freude — aus Traurigkeit, weil ihr euch an die Zeit erinnern werdet, in der ihr meinem Worte gelauscht habt, und vor Freude, weil ihr endlich in die Zeit der Kundgabe von Geist zu Geist eingetreten seid.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 46

1. Selig seid ihr, die ihr herbeigeeilt seid, als ihr den Liebesruf hörtet, der euch zum geistigen Festmahle lud, um die Speisen des ewigen Lebens zu genießen. Ich habe euch diese gebracht in Erfüllung des Versprechens, das Ich eurem Geiste durch Jesus gegeben habe.

2. Wenn Ich sehe, dass ihr auf dem Wege eurer Entwicklung ermattet, nahe Ich Mich euch, um euch mit Kraft zu erfüllen, und sage euch: "Geht Schritt für Schritt bis zum Ende des Lebensweges, mit der Hoffnung, das Verheißene Land zu erreichen. Dort werdet ihr die Belohnung für euren Glauben und eure Beharrlichkeit in jenem gesegneten und wahren Frieden finden, den euer Geist so sehr ersehnt."

3. O Volk, das mein Wohlgefallen hat und das Ich Israel nannte, Kind des Lichtes und Jünger des Heiligen Geistes: Beachtet es nicht, falls euer Körper in Lumpen gehüllt ist oder eure Füße nackt sind — eure geistige Würde beruht nicht auf dem Materiellen. Prüft die Werke eures Lebens im Lichte eures Gewissens, damit ihr wisst, ob eure Seele rein von Sünde ist.

4. Wenn ihr angesichts des Zweifels und des Spottes eurer Mitmenschen Schmerz empfindet, so bejaht ihn. Wisst ihr etwa, ob nicht ihr zu jener Zeit schreiend von Pilatus gefordert habt, dass er Mich kreuzige? Wisst ihr etwa, ob ihr nicht zu denen gehörtet, die meine Apostel verfolgten und ihnen den Leidenskelch zu trinken gaben?

5. Bei dieser Frage verstummt ihr, doch Ich sage euch: Vergebt, wenn ihr beleidigt werdet, macht aus meinen Worten nicht zweischneidige Waffen, um eure Mitmenschen zu verwunden. In dieser Zeit soll eure entwickelte Seele Gleichmut erlangen; sie soll alle eure Werke, Worte und Gedanken leiten. Euer geistiges Alter ist nicht mehr das eines Kindes, und durch meine Unterweisung habt ihr aufgehört, kleine Kinder zu sein, und seid zu Jüngern geworden. Vollbringt eure Werke innerhalb meiner Lehre, ohne diese zu verändern oder zu entweihen. Entfernt niemanden aus eurem Umgang, auch wenn ihr in einem eurer Brüder Flecken oder Fehler erblickt. Sagt nicht, dass es Unkraut ist, wenn jemand meiner Lehre unvollkommene Vorstellungen beimischt oder schlechten Gebrauch von seinen Gaben macht. Berichtigt ihn liebevoll und führt ihn mit Barmherzigkeit.

Nur in dem Falle, dass er sich in seinen bösen Neigungen versteift und euch verkennt, lasset ab von ihm, betet für ihn und überlasst die Sache Mir.

6. Ich bereite euch zu, damit ihr mit meinem Lichte denen die Auferstehung bringt, die für das Leben der Gnade tot sind, und damit euer Gebet sie rettet und eure Werke ein heilsames Vorbild für eure Brüder sind. Meine Kinder, denkt an das, was ihr eurem Vater darbringen werdet, wenn ihr euch in seiner Gegenwart befindet.

7. Es ist der Geist der Wahrheit, der zu euch spricht. Ihr habt den Baum an seiner Frucht erkannt, und diese Quelle an seinem klaren Wasser; darum folgt ihr dieser Spur. Aber es ist notwendig, dass ihr diese so große Liebe, die ihr für Mich fühlt, von jeder Selbstsucht, von jedem Zwist mit euren Nächsten reinigt, damit sie rein und des Vaters würdig ist.

8. Seid demütig, auch wenn ihr fühlt, dass der Schöpfer große Gaben in euer Wesen gelegt hat. Bedenkt, dass Ich niemandem eine Krone gebracht habe, um ihn zum König zu machen.

9. Menschenscharen, die ihr versammelt seid und meinem Worte lauscht: Schon nähert sich der Tag, an dem ihr dieses Wort nicht mehr hören werdet und euch allein fühlt, obwohl meine geistige Gegenwart bei euch ist. Dann wird ein neuer Zeitabschnitt beginnen, in welchem Ich euch an Körper und Seele reinigen werde, in welchem Ich die Gottesverehrung und die sich darauf beziehenden Bräuche dieses Volkes läutern werde, damit es dann in andere Provinzen und in andere Länder geht, um die gute Botschaft meines Wortes hinzubringen und mit seinen Werken die Liebesunterweisungen meiner Lehre zu bezeugen.

10. Ich habe vorausgesagt, dass nach dem Jahre 1950 die Scharen, die dieses Volk bilden, bereits versuchen werden, die Kundgabe von Geist zu Geist zu erreichen, denn dann werde Ich euch mein Wort nicht mehr über das menschliche Verstandesorgan geben. Was werdet ihr dann mit meinen Geboten und meinen Lehrsätzen machen? Worin wird das Vorbild der Vergeistigung, des Gehorsams und des Glaubens bestehen, das ihr denen darbieten sollt, die noch in euren Kreis eintreten sollen? Was wird das Vorbild und der Samen sein, den ihr den kommenden Generationen hinterlasst?

11. Erkennt, dass jene Zeit schon nahe ist, und dass sie der Anfang der geistigen Kundgabe sein wird, das Ende der Herrschaft der Abgötterei und des religiösen Fanatismus.

12. Aus fernen Ländern werden Gruppen von Menschen zu dieser Nation kommen auf der Suche nach diesem Zeugnis. Ihr sollt sie mit der ganzen Liebe eures Herzens empfangen und ihnen das "Buch des Wahren Lebens" zeigen, das ihr aus den Unterweisungen gebildet habt, die Ich euch gegeben habe, ohne dabei zu vergessen, dass eure Werke und Empfindungen einen Bestandteil des Buches bilden müssen, das ihr vorstellt.

13. Nutzt die Jahre, die euch noch zur Belehrung und geistigen Wonne durch das Hören meines Wortes verbleiben; gebt nicht Anlass, dass diese Zeit eine solche des Gerichts und der Beanstandungen ist. Lasst es nicht soweit kommen, dass ihr vom ersten Worte an, das euch der Sendbote Elias zu Beginn dieser Kundgabe brachte, bis zum letzten, das Ich euch gebe, (um eures Ungehorsams willen) mit Sühne und Schmerz bezahlt.

14. Um jede Entweihung zu vermeiden, werde Ich dieses "Arbeitsfeld" säubern und alle heimsuchen, die Ämter erhalten haben. Diese Reinigung werde Ich auf alle Bereiche eures Lebens ausdehnen, nicht nur auf den geistigen. Dieselben, die mein Gesetz entweiht haben, sollen dafür sorgen, dass die Flecken abgewaschen werden, die sie ihm aufgedrückt haben.

15. Volk, Ich will, dass mein Friede sich durch euren Geist, euren Blick und euer Lächeln kundtut. Ich will nicht, dass sich in einem vom Leiden abgezehrten Gesicht Verbitterung oder Friedlosigkeit widerspiegeln. Ihr seid ein Volk, das im Schmerze geboren wurde und das die Aufgabe hat, ihn zu besiegen; das sein Kreuz mit Aufopferung und Liebe trägt, seinen Nacken beugt und die Schwächen des Körpers überwindet. Leert euren Kelch mit Geduld — erkennt, dass mein göttliches Wort euch zu jedem Zeitpunkt von euren Wunden heilt.

16. Wann wird dies Wort zur ganzen Menschheit kommen? Die "Triller dieser Nachtigallen" sind nicht in die Ferne gedrungen, sie haben den süßen Klang meiner Unterweisungen nicht zu den Luxushäusern der Großen oder zu den Wohnsitzen der Mächtigen gelangen lassen. Sie sind nicht zu den Schlachtfeldern gelangt, die mit dem Blute der Männer getränkt wurden, noch zu den Seelen, die damit beschäftigt sind, den neuen Turm von Babel zu errichten, oder die im neuen Sodom wohnen. Doch das Wort, das während der letzten Jahre meiner Kundgabe über eure Lippen kommt, wird die Botschaft sein, die morgen alle eure Brüder erreichen soll; denn dazu reinige Ich euch in diesen Augenblicken und bereite euch vor.

17. Zu euren Ohren sind nur die Klagen der Witwen und Waisen gelangt, zusammen mit den Kriegsgerüchten, den Nachrichten über große Nöte und Tragödien, die ihr noch nicht erlebt und erlitten habt.

18. Ihr habt durch Mich erfahren, dass ihr Kinder des Volkes Israel seid, und durch die Geschichte wisst ihr, dass dies Volk sich in den vergangenen Zeiten das "Volk Gottes", das Auserwählte nannte — jenes, auf das sich alle Gnaden des Himmlischen Vaters ergossen. Heute will Ich, dass ihr wisst, dass jenes Volk, das Ich in dieser Zeit von neuem zur Erde gesandt habe, niemals mehr geliebt worden ist als die übrigen Völker, und wenn es viele Gnadenerweise von Mir empfing, es in der Absicht geschah, dass es diese mit den andern (Völkern) teilen sollte, damit es für alle seine Nächsten Licht, Weg, offenes Buch und Erlösung wäre.

19. Erfüllte dies Volk etwa seinen Auftrag in den vergangenen Zeiten? Erfüllt es etwa dies Gesetz der Liebe und Brüderlichkeit in der Gegenwart? — Wenn ihr die alte Geschichte dieses Volkes kennt, wird euch nicht unbekannt sein, dass auch auf ihm große Heimsuchungen, Nöte, Gefangenschaft, Hunger, Seuche und Erniedrigung lagen, wegen seiner Treulosigkeiten und seines Ungehorsams. Es war weder die Liebe, noch der Gehorsam gegenüber meinem Gesetze, noch die Vergeistigung jenes Volkes, die ein Buch für die zukünftigen Generationen schrieben. Das Buch jenes Volkes ist mit dem Blut von Brüdern, von Propheten und Gerechten geschrieben, es ist durch Missgunst, Ungehorsam und Uneinigkeit befleckt und ist mit dem Blute des Sohnes Gottes versiegelt.

20. Es ist notwendig, dass dies Volk all jene Schandflecken abwäscht und reinigt, dass es alle seine Vergehen aus dem Buche tilgt und an deren Stelle gute Werke einträgt — Handlungen, die seines Herrn würdig sind.

21. Ihr Jünger, schreibt in dieser Zeit nicht ein neues Buch voller Ungehorsamkeiten und Entweihungen, denn später hättet ihr nicht genug Tränen, um eure Schandflecken aus diesem Buche zu beseitigen. Schreibt eine neue Geschichte, aber sie soll aus sittlicher Erneuerung, aus Versöhnung, Brüderlichkeit, Gehorsam und Vergeistigung bestehen. Euer Bündnis (mit Gott) in dieser Zeit ist von eurem Gewissen geschrieben.

22. In den Jahren, in denen Ich euch weiterhin meine Unterweisung zuteil werden lasse und welche dazu dienen, euch auf meinen Weggang vorzubereiten, sollt ihr der Auftragserfüllung nachkommen, die Ich von euch verlange. Wisset, dass Ich nach dieser Zeit nicht will, dass die Menschen den Betrug kennenlernen, auch nicht eure jetzigen Unvollkommenheiten. Wenn diese Zeit gekommen ist, werden die Menschen mein Wort durch die Schriften kennenlernen, die Ich meinen "Goldfedern" anvertraut habe. In dieses Buch werdet ihr euch vertiefen, wenn ihr mein Werk studieren werdet, wenn ihr euch durch die Heimsuchungen verstört fühlt, oder wenn ihr Verlangen nach Trost habt.

23. Das Licht meines Geistes ergießt sich in euren Verstand, damit ihr diejenigen zu führen versteht, die euren Schritten folgen werden.

24. Heute gebe Ich euch meine Unterweisung wie in jener Zeit, in der Ich bei euch lebte und euch mit meinem Vorbild zeigte, wie das Menschengeschlecht erlöst wird.

25. Die Menschheit, nicht zufrieden mit jener Lektion, verlangt in dieser Zeit noch immer, dass das unschuldige Blut ein weiteres Mal vergossen wird, aber der Göttliche Meister ist im Geiste gekommen, und jener Liebesbeweis wird sich nicht in der gleichen Form wiederholen. Heute spreche Ich zu euch durch den Verstand des Menschen und sende euch zahllose Strahlen meines Lichtes, mit denen Ich euch meine Weisheit gebe, damit ihr das Heil findet und eure Seele den Pfad der Liebe zu euren Mitmenschen einschlägt.

26. Ich habe gesehen, dass von meiner Lehre der Liebe und Demut im Herzen vieler Völker nichts zurückgeblieben ist. Die einen haben sich gegen die andern erhoben, die Starken demütigen die Schwachen, und meine geistigen Boten, denen Ich die Aufgabe anvertraut habe, den Regierenden Frieden und Eintracht zu inspirieren, sind mit Betrübnis in ihrem Geiste zu Mir zurückgekehrt, weil man nicht auf sie gehört hat und ihnen auch keinen Gehorsam leistete. Da habe Ich zugelassen, dass die Menschheit ihren Kelch leert, damit dieser Schmerz sie erleuchte und sie veranlasse, auf den Weg ihrer Höherentwicklung zurückzukehren.

27. In dieser Stunde der Prüfung habt ihr Elias, der euch das Gebet und gute Handlungen eingibt, damit ihr dem Bösen entgegenwirkt. Ihr habt eure Himmlische Fürsprecherin, welche näher denn je über diese Menschheit wacht, die nicht auf ihre Ratschläge und Warnungen gehört hat. Und ihr habt Mich, euren Vater, unwandelbar in meiner Liebe, der euch eine weitere Gelegenheit gibt, euch zu erneuern und euren Geist zu entfalten, damit ihr den Lohn erlangt, den Ich euch versprochen habe.

28. Wenn außerhalb eurer Nation eure Brüder sich erbarmungslos verwunden und töten, den Frieden zerstören, die schwachen Völker vernichten und auf ihrem Wege Schrecken, Elend und Trauer säen, so sollt ihr, die Ich zubereitet habe und denen Ich seit langer Zeit diese Geschehnisse angekündigt habe, wachen und beten. Sendet Gedanken des Friedens aus; euer Herz soll Liebe und Barmherzigkeit unter euren Mitmenschen verbreiten. Lasst meine Unterweisung zur Tat werden, auf diese Weise werdet ihr dem Bösen entgegenwirken.

29. Ich habe euch unter den großen Menschenmassen, die diese Menschheit bilden, ausgewählt, um euch meine Lehre, meinen Willen kundzutun, und Ich habe jeden Geist dazu aufgefordert, sich auf dem Wege der Erfüllung (meiner Gebote) zu vervollkommnen. Aber ihr seid mehr verantwortlich, weil ihr die Erfüllung aller meiner Worte miterlebt habt.

30. Die Elemente und Kräfte der Natur werden entfesselt sein, um alles zu reinigen und wiederherzustellen, was durch den Menschen auf der Erde befleckt und entweiht worden ist.

31. Die Kinder in dieser Zeit sind erschüttert angesichts des Chaos, das sie aus nächster Nähe erleben, und ihr unschuldiges Herz erhebt sich zu Mir, um Mich um Licht für die Regierenden und um die richtige Führung bei ihren Entscheidungen zu bitten. Auch legen sie bei Mir Fürsprache für die Völker ein, die unter dem Joche anderer, stärkerer gelitten haben, und bitten Mich, dass sie wieder frei werden. Ihre Tugenden der Liebe und Gerechtigkeit sind lebendig in ihnen, und ihr Klageruf verlangt nach Frieden und gutem Willen unter den Menschen. Ich empfange ihr Gebet und lasse es als Balsam über die Nöte dieser kriegführenden Nationen kommen.

32. Ihr Kinderseelen, weicht nicht ab vom Wege der Ergebung, des Gehorsams und der guten Gefühle. Lasst euch nicht anstecken, flieht vor dem Einfluss des Bösen. Vertraut Mir und lasst mein Licht euch leiten und den Weg eurer Entwicklung erhellen.

33. Euch, die ihr Erwachsene seid, betrachte Ich auch als Kinder, und Ich bewerte eure Werke. Nehmt das Licht meiner Unterweisung auf und vertraut Mir eure Sorgen an. Seid stark angesichts des Schmerzes und ergebt euch in euer Los. In eurem Gebet legt ihr Mir eure leidenden Brüder ans Herz, und Ich nehme eure Fürsprache an. Euch wie allen meinen Kindern lasse Ich meine Liebe gleichermaßen zuteil werden. Ich empfange euer Gebet, und durch euch segne Ich alle meine Kinder, sowohl die, die Mich lieben und an dieses Wort glauben, als auch die, die zweifeln und Mich noch leugnen. Euer Herz, das früher gefühllos wie ein Fels war, habe Ich angerührt, und es beginnt aus ihm Wasser der Liebe und der Vergebung für die Menschen zu quellen. Das ist es, was Ich immer von euch gefordert habe: Es ist das ewige Gesetz ohne Anfang und Ende, das Gesetz der Liebe, der Barmherzigkeit, das bis heute vom Menschengeschlechte nicht ausgeübt worden ist.

34. Heute nähert ihr euch Mir im Verlangen nach dem Worte, das die Leiden auslöscht, das euer von schweren Stürmen gepeitschtes Herz liebkost. Ich gebe euch Wärme, wie es die liebevolle Lerche mit ihren Jungen macht, da Ich gesehen habe, dass in viele Herzen der Winter eingezogen ist: die einen zittern vor Kälte, andere sind gestorben. Meine Gegenwart gibt euch Stärke in den Prüfungen. Ich will nicht, dass euer Glaube erlischt.

35. Nur der Glaube wird euch in dieser Zeit des Schmerzes eine Stütze sein, wenn ihr für eure Mitmenschen Vorbild sein wollt und mit euren Werken Zeugnis ablegen wollt von meinem Worte. Seid stark, bereitet euch zu, lebt wachsam und lasset das zur Tat werden, was meine Lehre euch lehrt, damit euch geglaubt wird. Ich will euch durch meine Unterweisung stark und erleuchtet sehen, sodass ihr die verlorene Zeit wiedereinholt.

36. Wenn Ihr Mich liebt, wird sich eurer Herz ändern: ihr werdet euch voll Leben fühlen, voll Eifer, für euren geistigen Aufstieg zu kämpfen. Ihr werdet meine wahren Jünger sein, und wenn euch die Widrigkeiten des Lebens treffen, werdet ihr euch nicht von Mir abkehren und Mir auch nicht die Prüfungen bei eurer Sühneleistung vorwerfen. Ihr werdet mit der Erfüllung (eures Auftrages) einverstanden sein, weil ihr wisst, dass die Seele sich in diesen Prüfungen läutert und vervollkommnet.

37. Nützt die Zeit aus, in der ihr meinen Unterricht erhaltet, denn nach diesem Zeitabschnitt werdet ihr meine Unterweisung nicht mehr in dieser Art haben. Doch wartet auch, bis Ich euch sage: "Dies ist die Anzahl Herzen, die ihr in eure Obhut nehmen sollt". Dies sind die Grenzen, die Ich euch ziehe — nicht Grenzen im Lieben oder Vergeben, sondern Grenzen in eurer Arbeit. Denn — selbst wenn ihr Mir eine karge Ernte darbringt — wenn sie mit Liebe gepflegt worden ist, wird es Mir genügen, und Ich werde euch annehmen und eure Arbeit segnen.

Ihr sollt darüber wachen, dass eure Schritte sich nicht vom Pfade des Guten entfernen, und dass das Licht, das Ich euch gegeben habe, wie ein Leuchtturm ist, der den Weg jeder Seele erhellt. Es wird alle Zweifel zerstreuen und euch bei euren Handlungen das Gefühl der Sicherheit geben. Doch wenn ihr den rechten Weg verlasst, wird es euch immer auffordern, zur Erfüllung eures Auftrags zurückzukehren.

38. Anderen von meinen Kindern sage Ich: Seid nicht ungeduldig, bittet Mich nicht um ein Amt, ohne zuvor die Verantwortung dafür zu verstehen. Geht nicht in Eile, denn ihr werdet bald müde werden, und der Überdruss wird euch dann einschlafen lassen, um (erst wieder) in einem andern Zeitabschnitt zu erwachen. Die Lebensreise ist lang und der Weg holprig; ihr müsst Schritt für Schritt vorwärtsgehen, ohne euch aufzuhalten. Wenn ihr die Anreize des Körpers überwindet und fähig seid, eure Seele zu erheben, werdet ihr auf höheren Ebenen leben, von wo aus ihr das Geistige Leben, das euch erwartet, mit größter Klarheit schauen könnt.

39. Begreift meine Liebe, bedenkt, dass Ich nicht wie der reiche Geizhals bin, der alles für sich will. Alles, was mein ist, ist auch euer, weil ihr meine sehr geliebten Kinder seid.

40. Ihr seid die Generationen, die in dieser Zeit dazu auserwählt wurden, meine Kundgebungen zu empfangen. Auf euch habe Ich meine Gnaden und Segnungen ausgegossen, denn Ich will nicht, dass ihr zur Erde zurückkehrt, um vergangene Verfehlungen zu sühnen. Ich will euch nach der Erfüllung eurer Aufgabe den Frieden meines Reiches genießen lassen.

41. Ihr sagt Mir, dass die Erde ein Ort der Leiden und Qualen ist; doch Ich sage euch, dass ihr aus ihr erst eine Welt des Unglücks und des Zwistes gemacht habt infolge fehlender Auftragserfüllung. Ich habe euch die Ergebung und den Gehorsam gelehrt und euch immer das Gute angeraten. Ich habe euch gesagt, dass ihr Frieden säen sollt, damit ihr Frieden erntet, dass ihr den neuen Generationen den Weg bereiten sollt und ihnen von eurem Samen gebt, damit ihr ihn bei ihnen erblühen und fruchtbringen seht.

42. Ich habe euch Gaben gewährt, die euch Mir näherbringen. Ich habe erlaubt, dass ihr über eure Welt hinausschaut und Zeugnis ablegt von meinen Unterweisungen in der Dritten Zeit. Niemand wird das Offenbarwerden dieser Geistesgaben verhindern können, ebenso wie niemand meine euch gewährte Barmherzigkeit an sich reißen kann. Nur der Geist wird euch begreifen lassen, wie groß die Gnaden sind, die Ich euch gewährt habe. Läutert euch und arbeitet, damit ihr bald bei Mir seid und ihr die Befriedigung habt, meine Gebote verstanden und befolgt zu haben.

43. Gebt heute, in der Zeit der Wiedergutmachung, denen den Frieden zurück, die ihr in ihrem Glauben "getötet" habt; heilt die, die ihr mit eurem Worte verwundet habt; bezahlt eure Schuld, lasst auf eure Mitmenschen die Wohltat eurer Liebe überfließen, und ihr werdet mein Gesetz erfüllen.

44. Der Mensch hat — als er sich von der Erfüllung meines Gesetzes abwandte — verschiedene Ideen, Theorien, Religionen und Doktrinen geschaffen, welche die Menschheit spalten und verwirren und die Seele an die Materie binden und sie hindern, sich frei zu erheben. Doch das Licht meines Heiligen Geistes erleuchtet alle Menschen und zeigt ihnen den Weg des wahren Lebens, auf dem es nur einen Führer gibt, welcher das Gewissen ist.

45. Wenn die großen Seuchen ausbrechen und die Wissenschaftler wegen ihres Mangels an Liebe und innerer Anteilnahme die Leidenden nicht zu heilen vermögen, werden die "Arbeiter", die Jünger in Erscheinung treten und mit Liebe ihre Aufgabe erfüllen, ihre Mitmenschen zu heilen und zu trösten. Und die Geistige Welt, die sich mit ihnen verbindet, wird der vom Schmerz gebeugten Menschheit ihre Wohltaten zuteil werden lassen. Wachet und betet, denn wenn Ich euch derzeit meine Unterweisung mittels des Verstandesorgans gebe, werden morgen nur diejenigen, die sich zubeeiten, meine Inspiration empfangen und mit Mir von Geist zu Geist Zwiesprache halten.

46. Die "Goldfedern" sollen meine Unterweisung für die kommenden Generationen niederschreiben, denn mein Wort soll nicht verlorengehen; es wird wie ein Schatz sein, den ihr über die Zeiten hin bewahren werdet. Doch Ich sage euch, dass der, welcher den göttlichen Sinn auf dem Grunde meines Wortes findet, derjenige sein wird, der meinem Vorbild mit größter Beharrlichkeit und Festigkeit nachfolgt. Wer an dieses Wort glaubt, ist wie jemand, der eine brennende Fackel trägt, um seinen Weg zu beleuchten, ohne durch falsche Theorien oder schön-klingende Worte verwirrt zu werden. Denn er wird dann das Geheimnis entdeckt haben, wie man die Wahrheit findet, er wird dann die unermessliche Liebe begriffen haben, die Ich zu euch hege, und er wird spüren, dass Ich bei allen meinen Kindern bin und ihnen Mut zur Fortsetzung des Lebensweges einflöße.

47. Ihr habt Stürmen und Unwettern standgehalten, die eure "Kleider" in Fetzen davongetragen haben, aber ihr habt euch im Gebete erhoben und eure Bitte war, dass meine Barmherzigkeit verhindere, dass eure Lampe verlöscht, und ihr habt den Meister bereit gefunden, euch zu Hilfe zu kommen.

48. Der Weg ist leidvoll, und in dieser Welt erntet man nicht die Früchte der Saat; aber wahrlich, Ich sage euch, in dieser Zeit der Prüfungen und des Gerichtes ist ein wenig Frieden im Geiste und ein Stück trockenen Brotes auf eurem Tische mehr wert als schöne Kleider oder üppige Speisen und selbst als die Throne der Herren der Erde. Ich, der Ich in jene Herzen eindringe, sage euch, dass sie wie Gräber sind, und dass auf ihren Lippen Bitternis liegt.

49. Auf diesem Wege der Demut gibt es Freuden, Befriedigungen und Schätze von großem Wert für den Geist. Wohl dem, der sie zu würdigen weiß.

50. Unter euch befinden sich jene, die angeekelt von den Vergnügungen der Welt herbeikamen, zu denen sie nicht mehr zurückkehren werden. Aber manche fühlen sich noch immer von den falschen Freuden angezogen, die sie verschaffen. Doch wenn ein schlechter Freund sie auf den bösen Weg einlädt und in diesem Augenblicke sich ein Kranker an sie wendet und um einen Tropfen "Balsam" bittet, so kämpfen der Geist und die Materie innerlich miteinander, die Gefühle der Liebe und Barmherzigkeit zu ihren Brüdern siegen, und sie entfernen sich von dem, der sie versuchte, um an das Lager dessen zu treten, der in seiner Not das Rettungsboot für jenen "Arbeiter" gewesen ist. Wie groß war die Wonne und der Friede, die dieses Herz erfahren hat, als es den Kranken gesund sah! Da hat es sich im Gebete erhoben und Mir gesagt: „Danke, Meister, dass Du mir die Kraft gegeben hast, in der Prüfung zu siegen.“

51. Seht, wie euch die segnen, die durch eure Vermittlung gesund geworden sind; seht, wie viel Freude in dem ist, der durch eure Hilfe das Bett verlassen hat. Hört die Worte der Dankbarkeit jener Verirrten, die ihr auf den Weg des Guten zurückgebracht habt. Wie sehr hat sich euer Herz bei der Erfüllung eurer Aufgabe erquickt! Doch wehe jenen, die diese Freuden nicht begreifen!

52. Dies Wort, das Ich euch durch Vermittlung des Menschen gebe, ist keine menschliche Theorie. Der Kern dieser Kundgebung ist eine göttliche Offenbarung.

53. Mein Geist muss die Schwellen eurer Unwissenheit überschreiten, um euch das ewige Leben zu enthüllen, da ihr, solange ihr inkarniert seid, mit all eurer Inspiration und Erhebung das nicht zu erfassen vermögt, was euer ist, was jedoch als mein Geheimnis auf euch wartet.

54. Dies ist die dritte Offenbarung, das Dritte Testament; deshalb seid ihr Trinitarier. Jeder, der in dieser Zeit das geistige Zeichen an seiner Stirne empfangen hat, war schon zuvor in den zwei vorhergegangenen Perioden bei Mir.

55. Ich habe euch ausgesandt, um einen großen Kampf unter der Menschheit zu bestehen. Darum zeigt ihr Mir häufig eure in den Schlachten des Lebens zerfetzten "Kleider". Doch ihr wisst gut, dass euer liebevoller Meister euch eure Leiden und Wunden heilt, so wie ihr in meinem Namen den Schmerz eurer kranken Brüder heilt.

56. Ich segne eure durchwachten Nächte, den Trost und die Liebkosung, die ihr dem Leidenden gegeben habt, die Tränen, die ihr um den vergossen habt, der auf der Welt leidet; und alles, was ihr eingebracht habt, nehme Ich entgegen. Vergesst nicht, dass das, was ihr an euren Nächsten tut, ihr an eurem Vater und für euch selbst tut. Auf meinen Feldern geht kein einziges Saatkorn verloren.

57. Wenn das Wort, das Ich euch zu Gehör bringe, und alles, was Ich euch lehre, vollkommen ist, so deshalb, weil eure Seele vollkommen ist, insofern als sie aus Mir hervorging. Seht, wie sie — durch das Gewissen erleuchtet — die guten Taten billigt und keine Unvollkommenheiten annimmt.

58. Wer von euch kann etwa beweisen, dass er vor diesem Leben nicht existiert hat? Welche von denen, die absolut sicher sind, dass sie eine erneute Inkarnation durchleben, können wohl beweisen, dass ihre Rechnung mit dem Vater beglichen ist, und dass sie noch Verdienste auf ihrer "Haben"-Seite besitzen?

59. Niemand kennt die Stufe der Vollkommenheit, auf der er sich befindet. Darum kämpft, liebt und bleibt beharrlich bis ans Ende.

60. Für einige wird das "Tagewerk" im Körper noch lang sein, andere werden es bald im Geiste fortsetzen müssen. Wahrlich, Ich sage euch: Es ist sehr schön, im Geiste zu wirken, wenn man auf Erden erfüllt hat. Doch glaubt nicht — weil ihr eure Aufgabe in der Welt erfüllt — dass ihr das Ziel der Vollkommenheit erreicht habt. Die Stufenleiter der seelischen Vervollkommnung ist sehr hoch, und um zu ihrer Spitze zu gelangen, müsst ihr sieben Stufen durchlaufen.

61. Betet, damit ihr in den Heimsuchungen stark seid. In diesem Jahr wird sich der Schmerz außerordentlich fühlbar machen in den Herzen der Menschen, denn wieder einmal wird die bittere Frucht der Wissenschaft und des menschlichen Machtstrebens große Volksmassen vergiften und töten.

62. Alles Befleckte wird rein werden, und jedes Unkraut wird mit der Wurzel ausgerissen werden. Eben jener, die heute auf Abwegen sind, werde Ich Mich zu bedienen wissen, um meine Göttliche Gerechtigkeit auszuüben, und dieses "Tal", das bis jetzt ein Tränental gewesen ist, wird eines von Blut sein, denn dieses wird in Strömen auf der Erde fließen.

63. Ich gab dem Menschen die Willensfreiheit; doch wenn dieser in seiner Verblendung so weit gehen sollte, Mir deshalb Vorwürfe zu machen, werde Ich ihm sagen, dass Ich ihm auch Willenskraft und Verstand gab. Zugleich offenbarte Ich ihm mein Gesetz, welches der Weg ist, um nicht zu straucheln oder sich zu verirren, und entzündete in ihm das Licht des Gewissens, welches das innere Leuchtfeuer ist, das den Weg der Seele erhellt und sie zum ewigen Leben führt.

64. Warum gibt es die Sünde, überwiegt das Böse und brechen Kriege aus? — Weil der Mensch nicht auf die Stimme des Gewissens hört und schlechten Gebrauch von seiner Willensfreiheit macht.

65. Die Menschen werden ans Ende ihres eigenen Weges gelangen und auf demselben zurückkehren, wobei sie die Früchte all dessen ernten werden, was sie säten — die einzige Verfahrensweise, durch die in den Herzen Reue aufsteigt. Denn wer seine Verfehlungen nicht erkennt, kann nichts tun, um seine Irrtümer zu berichtigen.

66. Eine neue Welt ist in Vorbereitung, die neuen Generationen werden bald kommen; doch zuvor müssen die hungrigen Wölfe beseitigt werden, damit sie die Schafe nicht zur Beute nehmen.

67. Ihr seid als Soldaten des Friedens ausgesandt. Schreckt nicht vor dem Kampfe zurück, lasst euch nicht von den Vertretern der Sekten und Konfessionen beeindrucken. In all eurer Bescheidenheit seid ihr nicht weniger als sie.

68. Auf dem Wege der Vervollkommnung, auf dieser unendlichen Stufenleiter, hat es immer Wesen gegeben, die vorne gehen, und andere, die hinten gehen. Doch alle werden zur gleichen Heimstatt gelangen, denn in der Sphäre meiner Göttlichkeit gibt es keine Rangordnungen, sondern nur Kinder, alle sehr geliebt von meinem Geiste. Ich bin in allen, Ich verberge Mich ebenso im Herzen des Mächtigen wie in dem des Bettlers. Darum sage Ich euch: Wenn ihr einen Bedürftigen an eure Türen kommen seht, so verweigert ihm nicht eure liebevolle Hilfe, denn es wird euer Vater sein, der an euer Herz pocht.

69. Mich dürstet nach eurer Liebe, o vielgeliebte Kinder!

70. Meine Kundgabe in dieser Zeit ist ein weiterer Beweis dafür, dass Ich euch meine Liebe schenke. Doch bereitet eure Herzen, denn diese Kundgabe wird bald vorüber sein, und Ich sage euch noch einmal, dass Ich am letzten Tag des Jahres 1950 zum letzten Mal zu euch sprechen werde. Denn nach diesem Tage sollt ihr Mich auf geistige Weise im Unendlichen suchen, und wenn ihr zubereitet seid, werdet ihr meine Stimme in Form von Inspiration vernehmen — nun ohne die Unvollkommenheiten des menschlichen Stimmträgers.

71. Bete, Volk, denn in den Augenblicken deines Gebetes beruhigt sich das Kriegsgeschehen, die Herzen ruhen aus, die Mütter finden Trost und die Kinder Zuflucht.

72. Weh denen, die sich nicht vorzubereiten verstanden, denn sie werden sich auf der Erde wie Waisen fühlen!

73. Große geistige Ereignisse wird man auf der Welt erleben; in den Nationen werden Propheten in Erscheinung treten, der Inhalt der Sieben Siegel wird allen bekannt werden, das Licht des Sechsten Siegels wird als dasjenige erkannt werden, das in dieser Zeit scheint; denn in dieser Offenbarung werden sich alle Menschen vereinigen und alle Glaubensbekenntnisse und Geschlechter der Erde verschmelzen.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 47

1. Menschheit, Ich unterweise dich in dieser Zeit mit meinem Worte, damit du meine Lehre verstehst. Ich lasse den Ruf an die Seelen ergehen, um ihnen ihre Geistesgaben kundzutun, und damit sie meine Kundgebungen studieren und nicht darüber erstaunt sind, sondern mit ihnen das bestätigt finden, was für diese Zeit verheißen war.

2. Ich will, dass jeder von euch als Jünger den Platz einnimmt, auf den Ich ihn gestellt habe. Ihr alle seid zur Erde gesandt worden, um eine Aufgabe zu erfüllen. Ich habe geduldig auf deren Verwirklichung gewartet, habe euch viele Gelegenheiten gegeben, doch noch immer habt ihr euch nicht vervollkommnet. Wollt ihr, dass diese neue Ära vorübergeht, ohne dass ihr sie nutzt, weil euch das Kreuz der Erfüllung eurer Aufgabe zu schwer erscheint? Die Zeit ist euer, doch sie ist begrenzt, und Ich will nicht, dass ihr morgen, wenn ihr euch an die Arbeit macht, am Rande des Grabes seid, nahe dem bevorstehenden Abschied ins Geistige Tal, und ihr eure körperlichen Kräfte verloren habt. Arbeitet vom Augenblicke eurer Erleuchtung an — sei es, dass ihr in der Kindheit, in voller Reife oder im Greisenalter seid. Säet, damit ihr erntet, und bewahrt euer Korn in meiner Kornkammer auf — dort, wo die Zeit es nicht zerstört und der Dieb es nicht stehlen kann.

3. Heute ist der Mensch in große Kämpfe verstrickt: Während die einen grausame Kriege führen, kämpft ihr anderen, um die Leidenschaften zu besiegen und die Seele zu befreien. Die Menschheit hat sich gespalten, und das Leben ist wie ein Boot, das inmitten eines Sturmes kentert. Sogar ihr, die ihr in dieser Nation lebt, die im Frieden geblieben ist, fühlt keine Ruhe; ihr alle leert einen Schmerzenskelch.

4. Warum bleiben einige, obwohl sie den Klang der himmlischen Glocke hören, noch immer taub für ihren Ruf? Diese Glocke ist meine Stimme, die sich in dieser Zeit an allen Orten hören lässt, wo meine Kinder wohnen.

Beim Hören meines Wortes fühlt ihr, dass es nicht der Widerhall der menschlichen Stimme ist, deren Ich Mich bediene, um zu euch zu sprechen, sondern dass meine Stimme euch ins Herz dringt, dass sie euch ermutigt und Leben gibt.

5. Ich werde von euch nur eine reine Verehrung annehmen; nur eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit werden euch meinen Frieden geben.

6. Hört auf meinen väterlichen Rat, lauft nicht vor Mir davon! Ich habe euch gesagt, dass um eines Gerechten willen ein Landstrich gerettet werden wird. Doch wenn ihr nicht fähig seid, gerecht zu sein, so bessert euch wenigstens, arbeitet, denn so werdet ihr die Gnade zurückgewinnen und meine Sendboten in allen Nationen sein. Seid nicht gleichgültig angesichts des Schmerzes; euer Gebet soll zu Mir gelangen, dann werden viele Tränen getrocknet werden durch dasselbe, und eure Brüder werden Frieden und Segen erlangen. Bevor die Menschheit unter der Bürde ihres Kreuzes zusammenbricht, werde Ich ihr Helfer sein und ihre schwere Last übernehmen, damit sie weiter vorangeht.

7. Gesegnet sind, die ihr Herz zu läutern verstehen, um mein Wort aufzunehmen, denn dieses wird sie ewiglich nähren. Gesegnet sind, die seufzen und leiden, wenn sie die Zerrüttung betrachten, in der ihre Brüder leben, denn ihr Gebet wird zu Mir gelangen; sie werden das Erblühen und die Wiederherstellung der Tugend in den Herzen der Menschen erleben.

8. "Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden". Ich habe euch meinen Geist kundgetan, damit ihr in ihn eindringt, und Ich erinnere euch an die Worte, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" sagte: "Thomas, lege deine Finger in meine Seite und sei nicht ungläubig." — Kommt zu Mir durch den Glauben, lasst euren Unglauben, erkennt, dass Ich euch in der Unendlichkeit das Verheißene Land zeige, das mit seinen offenen Pforten die Ankunft meiner geliebten Jünger erwartet.

9. Ich habe euch das "Brot" in Fülle gegeben, damit ihr satt seid und euch morgen nicht hungrig fühlt nach diesem Worte, das ihr heute geringschätzt. Erhebt euch geistig, damit ihr euer Entwicklungsziel erreicht. Betet für alle und denkt daran, dass ihr wie ein Lichtstrahl auf dem Lebenswege eurer Mitmenschen seid. Seid die guten Hirten jener Herde, welche die Menschheit ist. Ihr alle, die ihr im Geiste Licht, Vernunft und Inspiration habt, werdet diejenigen führen und wiederbringen können, die sich verirrt haben.

10. Es ist prophezeit, dass der Schmerz sehr groß sein wird. Ihr werdet ruhig bleiben, wenn ihr betet und meine Lehre ausübt, denn ihr werdet meine Kraft in jedem Augenblicke fühlen. Doch wehe denen, die — obwohl sie diesem Unterricht zugehört haben — nicht an meine Kundgebung geglaubt haben, denn ihr Zweifel wird sie in der Heimsuchung verzagt machen.

Ihr, die ihr die Worte der Propheten in eurem Gedächtnis aufgenommen und bewahrt habt — lästert nicht Gott, wenn die Zeit kommt, in welcher der Schmerz die Menschheit überwältigt, verzweifelt nicht, schweigt und bereitet euch vor, denn Ich werde euch mit meiner Liebe beschützen.

11. Bittet Mich nicht, dass Ich in meinen Gesetzen und Gerichten zurückweiche. Bittet mit Demut, und Ich werde euch das geben, was euch in Gerechtigkeit zusteht, damit ihr das Heil findet.

12. Ergründet und versteht die Unterweisungen, die Ich euch in der "Dritten Zeit" unermüdlich gegeben habe. Mein Wort erschien bei euch wie ein strahlender Leuchtturm, der den verirrten Schiffbrüchigen den Weg wies.

13. Meine Unterweisung hat euch geistige Stärke gegeben — nicht nur, um den Widrigkeiten standzuhalten, die der Welt eigen sind, sondern auch, um den geistigen Auftrag auszuführen, den ihr mitgebracht habt. Erwartet nicht, dass euch alle mit offenen Armen empfangen, wenn ihr meine Lehre verbreiten werdet. Manche werden euch Fallstricke legen, um euch zu Fall zu bringen.

14. Ich reinige euch und bereite euch geistig und körperlich vor, damit ihr die Inspirationen des Vaters versteht und sie später in der gleichen Reinheit, mit der Ich sie euch sandte, in die Herzen eurer Brüder legt und dabei mit euren Werken von der Wahrheit meiner Unterweisung Zeugnis ablegt.

15. In den Herzen, die durch meine Barmherzigkeit begnadet wurden, habe Ich dies Gebet vernommen: "Herr, du gewährst uns unermüdlich geistige Gaben und Wohltaten." Doch Ich sage euch: Ich bin euer Vater und kenne eure Bedürfnisse. Wie sollte mein Geist bei eurem Gebet und eurer Bitte nicht bewegt werden? Ich habe euch in der Einsamkeit eures Kämmerleins getröstet und habe euch erleuchtet, damit eure Andacht nutzbringend ist. Eilends kommt ihr herbei, um meinem Worte zu lauschen; doch zuvor bereitet ihr euer Herz wie einen Altar, und auf ihm bringt ihr Mir eure Werke als eine Opfergabe dar.

16. Ihr kommt zu Mir wie ein Kind, das seinem Vater die Hand reicht, damit er es auf dem Wege führt; und wahrlich, vor Mir seid ihr Kinder! Doch seht, Ich gleiche dem Hirten, der seine Schafe hütet und sie mit liebevoller Stimme von der Schafhürde aus herbeiruft. Ihr habt meine Stimme in dieser "Dritten Zeit" durch Vermittlung des menschlichen Verstandesorgans vernommen, doch ihr suchtet Mich erst, als eure Lippen trocken vor Durst waren, während ihr die Wüste eurer Leidenschaften durchquertet. Erst dann hörtet ihr den Ruf eures Himmlischen Vaters.

17. Immer, wenn ihr Mich zu Hilfe ruft, werdet ihr meine Gegenwart fühlen, die euch Trost und Frieden gibt. Doch der Augenblick kam, in welchem ihr Hunger fühltet, Mich zu hören, und ihr habt euch aufgemacht im Verlangen nach meiner Unterweisung.

18. Für jeden zeigte die Uhr der Ewigkeit die Stunde an, und die Glocke rief und verkündete, dass der Augenblick gekommen war, in welchem euer Geist das Wasser finden sollte, das seinen Durst löschen würde.

19. Einige zweifelten angesichts der unerwarteten Art und Weise, in der sie Mich fanden; doch hernach, als sie in die Bedeutung des Wortes eindrangen, das sie vernahmen, fanden sie, dass sein "Geschmack" und sein geistiger Sinn nur von Gott kommen konnte. Da sprachen sie innerlich voll Jubel zu Mir: "Vater, Vater, wir glauben an deine neue Kundgebung unter den Menschen!" — Ihr saht euch mit geistigen Gaben geschmückt, habt in euren Herzen den Frieden erfahren, und in eurem Heim habt ihr das Licht der Eintracht strahlen sehen. Und während die Kinder sich in der Gegenwart und unter dem Blicke des Vaters erquickten, fühlte dieser gleichfalls, wie sein Durst nach Liebe gestillt wurde, als Er die Freude seiner Kindlein betrachtete, ihre sittliche Erneuerung sah und durch ihre Gebete ihre Liebkosungen empfing.

20. Da sagte Ich euch: Folgt Mir nach, Ich habe euch bereits Beweise meiner Gegenwart gegeben, schon ist das Licht des Glaubens in euren Herzen angezündet. Darum seid ihr von diesem Zeitpunkt an nicht verzagt, wann immer sich auf eurem Lebenswege Prüfungen eingestellt haben, noch habt ihr euch gegen mein Gesetz aufgelehnt.

21. Ihr habt eure geliebten Angehörigen in die andere Welt scheiden sehen, habt erlebt, dass sich die Türen zur Arbeit schlossen und das Brot auf dem Tische knapp wurde, habt eure irdischen Güter verloren; doch der Glaube hat euch wie ein Leuchtturm den sicheren Hafen erreichen lassen.

Es gab auch solche, die inmitten der Prüfung schwach wurden und sich bezüglich meines Wortes Fragen gestellt haben und ihren Glauben erlöschen fühlten.

22. Doch mein Wort, welches durch das Gewissen in ihr Herz gelangte, sprach so zu ihnen: „Warum seid ihr schwach geworden? Warum habt ihr nicht den Glauben bewahrt und habt meine Worte vergessen? Erinnert euch, dass Ich euch sagte, dass die Erwählten immer geprüft werden, damit ihr Glaube, ihre Festigkeit und ihre Liebe sich bewähren.“

23. Die, welche stark geblieben sind, haben erlebt, wie die Stürme vorübergingen und es von neuem Licht auf ihrem Wege wurde. Sie haben erlebt, dass der Friede, die Gesundheit und die verlorenen Güter zurückkehrten.

24. Auf diese Weise forme Ich allmählich das harte Herz jener, deren Ich Mich bedienen werde, damit sie morgen meine guten Zeugen und Diener unter der Menschheit sind, in die sie die Saat meiner Wahrheit säen sollen.

25. Die Seele ist edelmütig angesichts der Mahnung meines Wortes, das Fleisch ist gebrechlich. Darum sage Ich euch: Wenn Ich eure Seele stärke und aufrichte, so muss sie es übernehmen, ihren Körper auf ihrem Wege neu zu beleben und zu erhalten.

26. Ihr seid sehr geprüft worden, liebste Jünger. Weil jede Prüfung für euch ein Geheimnis birgt, wisst ihr nicht, ob sie dafür da ist, um euch im Kampfe zu stärken, um euch etwas zu offenbaren, das ihr nicht kennt, oder um irgendein Vergehen zu sühnen. Doch weicht niemals vor den Prüfungen zurück, denn dazu sind sie nicht gesandt worden; auch gehen sie nicht über eure moralischen oder seelischen Kräfte.

27. Gehört zu denen, die in den großen Prüfungen stark bleiben. Aus euch werde Ich Generationen voll Licht und Gnade hervorgehen lassen.

28. Kommt, um für eure Zubereitung meine Liebeslehre zu empfangen, durch welche alle verworrenen Vorstellungen, die ihr auf Erden angesammelt haben könntet, aus eurem Verstande entfernt werden. Dieses Wort wird euch den wahren Weg zeigen, falls ihr ihn verloren habt. Meine himmlische Stimme kommt zu eurem Herzen, um euch die Dritte Zeit anzukündigen und von ihr zu sprechen.

29. Eure Fehler und Unvollkommenheiten waren kein Hindernis für meine Kundgebung unter euch — im Gegenteil, sie waren der Grund dafür. Ich komme auf der Suche nach euch, weil ihr euch verirrt hattet und dort, in eurer Verbannung, krank und vom Leiden ermattet wart. Bis dahin ist euer Meister herabgekommen, um euch zu sagen: "Kommt zu Mir!" Da seid ihr eilends aufgebrochen, um dem Weg des Gesetzes zu folgen, das von Jenem geschrieben wurde, welcher Eigentümer und Herr der Schöpfung ist.

30. Das Licht der "Dritten Zeit" erhellt die Wege, damit euer Blick die Dornen entdeckt und ihr sie entfernen könnt; denn dieser Pfad ist mit Prüfungen übersät.

31. Unablässig hat meine Liebe an die Tür eurer "Wohnung" gepocht, damit ihr wachet. Wie kann es jemanden geben, der nach so vielen Liebesbeweisen noch immer mein Wort leugnet? — Weil sie, obwohl sie Augen haben, nicht sehen, obwohl sie Verstand haben, nicht verstehen, obwohl sie ein Herz haben, nicht fühlen.

32. Ihr kennt Mich noch immer nicht. Erst wenn ihr einander liebt, wie Ich euch gelehrt habe, werdet ihr eine sehr große Erkenntnis und ein sehr großes Verständnis der Geistesgaben erlangen. Ich habe euch gesagt, dass eure Lippen von der Fülle an guten Empfindungen in euren Herzen sprechen werden. Doch kann der von Liebe sprechen, der sie nicht in seinem Herzen trägt? Erschüttert euch nicht der Gedanke, dass die, denen Ich diese Unterweisungen gebe, eben jene sind, denen Ich schon zu andern Zeiten Liebeslehren gegeben habe?

Seht, Ich vertraue euch in meiner Liebe als Vater und als Meister diese Lehre als ein Buch an, das ihr mit der Reinheit und Weisheit, welche die göttliche Gnade des Herrn in dasselbe gelegt hat, bewahren sollt, damit, wenn die Menschen es kennenlernen — unter denen sich auch Auskundschafter als neue Schriftgelehrte und Pharisäer befinden werden, um Mich auf die Probe zu stellen — ihr ihnen ein vollkommenes Werk vorzeigen könnt, eine geistige Lehre von überströmender Gerechtigkeit und Liebe — eine Gottesverehrung, die in ihrem Innern tief und in ihrem Äußern schlicht ist und bestätigt wird durch eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder.

33. Wachet und betet, seid vorbereitet, denn meine Lehre wird verfolgt werden. Diese Offenbarungen sollen euch nicht beunruhigen; lasst sie, wenn sie Wirklichkeit werden, euch bei eurer Mission überraschen, während ihr Kranke heilt und die Leidenden tröstet. Ich werde euch die Kraft geben, indem Ich euch gewähre, dass der Saft des Lebensbaumes in jedem von euch ist. Setzt euch an diesen Tisch, unter diesen Schatten, aber hütet euch, das blendendweiße Tischtuch zu beflecken. Dieses reine Weiß ist ähnlich jenem des Weges, den ihr danach zurückzulegen habt. Mein Mantel der Liebe bedeckt alle meine Kinder, und meine Barmherzigkeit bereitet den Lebensweg aller, die Mich in dieser Zeit hören sollen.

34. Die entfesselten Naturgewalten rütteln die Menschheit alle Augenblicke auf. Wachet, damit sie die Spuren ihrer Bahn nicht in euren Landstrichen hinterlassen.

35. Lasst die Menschenscharen zu euch kommen; jedes Herz und jede Seele trägt einen Kummer in sich. Bringt sie in Verbindung mit meiner Geistigen Welt — jetzt, da noch die Zeit dieser Kundgebung ist, damit sie den geistigen Balsam empfangen, der von meinem Reiche herabkommt. Ich will euch zubereitet sehen, mit Hingabe in meinem Liebeswerke arbeitend, sodass die Stunde meiner Gerechtigkeit euch antrifft, während ihr den Kranken heilt, den Trauernden tröstet, jenen lehrt, den nach Wahrheit dürstet, und den beratet, der sich vom Wege verirrt hat. Bedenkt: Wenn jener Tag euch nicht bei dieser Auftragserfüllung überrascht, werdet ihr die Betrübten sein.

36. Ich will euch in meiner Gegenwart nicht mit gesenktem Haupte sehen, Ich will euch immer würdig und froh sehen. Mit diesem Frieden und dieser Kraft will Ich euch unter den Menschen zurücklassen, wenn der Augenblick meines Abschieds gekommen ist; denn wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet kämpfen müssen. — In diesen Prüfungen sehe Ich die, die Mir folgen werden, und die, die Mir den Rücken kehren werden. Denn jeden von euch habe Ich heimgesucht und geprüft, um ihn stark zu machen.

37. Ich will, dass das Laub und die Früchte des Baumes, den ihr bildet, heilsam und belebend sind. Dann wird meine umsichtige Fürsorge euch die Menschen zuführen, die nur auf den Augenblick warten, dass sie gerufen werden, weil der Kelch sehr bitter ist, den sie trinken.

38. Kranke der Seele, des Verstandes und des Körpers, Witwen, Waisen, hilflose Männer und Frauen, nach Liebe und Frieden Hungernde werden es sein, die herbeikommen, um ihre Last niederzulegen und ihren Glauben wiederzugewinnen. Für die, die nicht kommen können, sollt ihr beten, Mich bitten, und Ich werde euch erhören.

39. Bleibt beharrlich in der Erneuerung, lasst nicht zu, dass die Körpernatur in ihrer Entwicklung (zum Besseren) zurückfällt. Begreift, dass — wenn ihr diesen Fortschritt erreicht — ihr die Grundmauern für eure Vergeistigung gelegt habt.

40. Fühle, o Volk, den Jubel, den der Göttliche Geist empfindet, wenn Er zu euch spricht und fühlt, dass Er gehört wird. Seht, wie viel Licht mein Wort auf viele Geheimnisse wirft, die ihr nicht begreifen konntet.

41. Menschen dieser Zeit, die ihr glaubtet, euch am Abend des Lebens zu befinden — meine Unterweisung hat euch wie eine Morgenröte überrascht und eure Seele neu belebt.

42. Gesegnet seien, die ihre Aufgabe erkennen und ihr Kreuz in dieser Zeit umfassen; denn die Felder, die sie betreten, werden fruchtbar sein für mein Wort, und sie werden in sie das Saatkorn meiner Lehre säen können.

43. Lasst euch nieder, Schüler und Jünger, beruhigt in eurem Verstand und in euren Herzen die Stürme, die in ihnen toben, und lasst den Regenbogen des Friedens am geistigen Firmament erscheinen.

44. Ihr werdet bei meinem göttlichen Unterricht überrascht sein, wenn ihr verborgen in eurem Wesen zahllose Gaben und Kräfte entdeckt, mit denen ihr in der Zukunft in den Prüfungen siegen und in den Wechselfällen des Lebens triumphieren könnt.

45. Euer Führer in dieser Zeit wird mein Geist sein. Ich werde euch den Weg durch das neue Rote Meer bahnen wie in den Zeiten Moses. Ich werde euch erretten und in der Wüste erhalten. Ich verlange nur von euch, dass ihr mein Vorbild der Liebe unermüdlich lebt, und dass ihr treu seid bis ans Ende. Denn das Endziel werdet ihr finden, wenn euer Geist sich vor den Toren des Verheißenen Landes einfindet, wo ihr von den menschlichen Kämpfen ausruhen werdet und die Befreiung von den Leidenschaften und vom Elend dieser Welt findet. Dort werdet ihr das wahre Licht des Geistes kennenlernen, das diesem die Wahrheit in solcher Fülle zeigen wird, wie ihr in dieser Welt das Licht der Sonne schauen könnt.

46. Vom Vater seid ihr ausgegangen, und zu ihm werdet ihr zurückkehren müssen, wobei ihr nicht nur eure ursprüngliche Reinheit besitzen müsst, sondern auch die Größe, welche euch die Entfaltung der Gaben, die ihr besitzt, geben wird, wenn ihr meine göttlichen Gesetze erfüllt. Doch niemand wird allein in meine Gegenwart kommen, jeder wird alle diejenigen mitbringen, die er rettete, die er heilte, die er tröstete und auf den Weg des Heils führte. Um eurer Seele auf ihrem Entwicklungswege beizustehen, habe Ich ihr in dieser Zeit meine Lehren der Liebe gegeben.

47. Jetzt ist die Zeit des Lernens. Seht, wie mein Geist sich auf alles Fleisch und auf jede Seele ergießt. Die einen geben mein Wort in ihrer Verzückung kund, die andern ohne Verzückung. Die Greise, die Jünglinge und die Kinder sprechen von meinem Geistigen Reich. Sind das nicht die Beweise, die sowohl meine Propheten, als auch Ich euch einstens bezüglich meiner neuen Kundgebung ankündigte?

48. Reinigt euer Herz und euren Verstand, damit eure Seele sich aufschwingt und sich läutert. Dann werde Ich mein Licht durch euer Wesen offenbaren und die Menschheit durch eure Werke der Liebe in Staunen versetzen. Durch das Kind werde Ich zum Greis sprechen, durch den Ungebildeten und Unwissenden zum Gelehrten, und durch den Demütigen zum Hochmütigen. Heute begreift ihr noch nicht, was euch erwartet, aber morgen werdet ihr es wissen und euch willig aufmachen, um in die Provinzen zu gehen, die heute (noch) schlafen und die morgen, wenn sie meine göttliche Botschaft empfangen, bereit sein werden, Mir nachzufolgen.

49. Heute wartet ihr mit Sehnsucht darauf, dass euer Meister herabkommt, um euch zu lehren und euch an die Unterweisungen vergangener Zeiten zu erinnern. Ihr lebt wachsam, mit willigem Gehör und einem Herzen, das in Liebe für Mich schlägt. Euer Verstand ist aufmerksam — bereit, über mein Wort nachzusinnen; und hernach, in der Stille, erinnert ihr euch an meine Ratschläge und Gebote und versucht, sie zu verstehen, um sie in die Tat umzusetzen. Dann begreift ihr, wie rein meine Lehre und wie schwierig eure Aufgabe ist, und ihr fragt Mich, ob es wohl nötig ist, dass ihr, um eifriger zu sein, zuvor zu geistigen Wesen werden müsst, indem ihr die Körperhülle ablegt, die ihr heute tragt; denn ihr fühlt, dass sie ein Hindernis für euren geistigen Aufstieg und eure Auftragserfüllung ist.

Doch Ich sage euch, dass ihr diese Hülle mit Liebe annehmen und euch derselben mit Geschick bedienen sollt. Ich habe sie nicht umsonst geschaffen und sie euch gegeben. Wenn ihr sie zu lenken versteht, wird sie eure Mitarbeiterin sein, und ihr werdet euer Dasein auf Erden durch die Ernte, die ihr aus eurer Liebessaat bei euren Mitmenschen erlangt, zu schätzen und zu genießen vermögen.

50. Nehmt Mich zum Vorbild und tut Wunder, da ihr meine Auserwählten seid. Seid Ärzte und Berater eurer Brüder, Anwälte und Fürsprecher der Menschen, und legt eure ganze Seele in euer Werk um sie zum sicheren Hafen zu bringen und damit sie fühlen, dass sie auf dem Wege der Wiedergutmachung auf sicherem Boden gehen.

51. Geht auf die Felder, die Ich vorbereitet habe, und legt den Samen in sie. Lockert das Erdreich wie ein guter Landmann mit eurer Liebe auf, denn das menschliche Herz hat sich verhärtet und man muss es geduldig bearbeiten. — Wenn ihr auf widerspenstige Seelen gestoßen seid, wolltet ihr ihnen aus dem Wege gehen und sagtet: "Der gehört nicht zu denen, die Gott sucht: Er will demütige Herzen." — Wisst ihr nicht, dass es gerade diese Herzen sind, die zu suchen und umzuwandeln Ich gekommen bin? Ich frage euch: Als ihr zu Mir kamt, war da euer Herz schon wie ein Heim oder wie ein Tempel für Mich? Wendet euren Blick zurück und erkennt, dass ihr eure schwere Last bereits abgelegt habt und dass ihr zum wahren Leben wiedergeboren seid.

52. Warum zweifelt ihr zuweilen an meiner Kundgabe durch den menschlichen Verstand und verlangt Beweise von Mir, und warum fehlt euch der Glaube, solange ihr die Gunst, die ihr erbittet, nicht erfüllt seht? Ihr wollt Mich in einer gewählteren Sprache reden hören, um zu glauben, und mischt euch in meine hohen Ratschlüsse ein. Ich frage euch: Seid ihr schon auf dem Gipfel der Vergeistigung, um meine Eingebungen auslegen zu können? Seid ihr schon so hoch entwickelt, dass ihr meinen Willen in meinem Geiste lesen könnt? — Ihr seid noch zu klein, um Mich zu verstehen; doch Ich führe euch auf den Weg, auf dem ihr den geistigen Kontakt mit Mir erreichen werdet, damit ihr mein Geheimnis kennenlernt.

53. Ihr habt die Mission, die eurem Geiste anvertraut wurde, entwertet, obwohl Ich euch eine Bestimmung zu eigen gegeben habe, die euch zum Frieden und zur Vollkommenheit des ewigen Lebens führen soll.

54. Wenn ihr demütig seid, werdet ihr groß sein. Größe ist nicht im Hochmut und in der Eitelkeit, wie viele glauben. "Seid von Herzen sanft und demütig", so habe Ich euch zu allen Zeiten gesagt.

Erkennt Mich als Vater und liebt Mich, sucht für eure Körperhülle keinen Thron noch einen Namen, der euch vor den andern auszeichnet. Seid einfach ein Mensch unter andern Menschen und habt guten Willen in euch.

55. Bereitet euch vor, damit ihr Mich in all meiner Herrlichkeit schaut und von Mir Zeugnis ablegt; und in dem Maße, wie ihr geistig höher steigt, werde Ich mein Wissen in euch strömen lassen.

56. O Menschen, die ihr euch nicht von den Eitelkeiten der Welt zu lösen vermochtet, um die Gesetze des Geistes zu erfüllen! Ihr liebt diese Erde, die euch Tränen verursacht, und kommt immer wieder zu ihr, ohne den Zweck zu verstehen, weshalb ihr hingeschickt worden seid. Ich sage euch: Erfüllt euren Auftrag und bereitet euch vor für die Reise zu dem Land, das Ich euch verheißen habe, damit ihr meine Vaterstimme hört, die euch empfängt und euch die Ruhe gibt, die ihr durch eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder erlangt habt.

57. Fürchtet nicht die Prüfungen dieser Zeit. Wappnet euch mit Stärke und helft euren Nächsten. Ihr werdet unter ihnen viele finden, die der Schmerz entmutigt hat. Ihr werdet eure Brüder in Angst sehen und sollt für alle heilenden Balsam haben, ein Wort der Stärkung und der Ermutigung und einen Strahl des Lichtes von eurem Vater. Macht den Schmerz derer, die leiden, zu dem euren, dann habt ihr die Trübsal mit ihnen geteilt und ihnen Liebe und Barmherzigkeit gegeben.

58. Euch, die ihr im Stillen weint, sage Ich: Gesegnet sind, die auf der Suche nach Trost herbeikommen. Euch hat weder nach Sinnbildern noch nach Bildnissen verlangt, um zu beten, weil ihr wisst, dass Ich bei euch bin, und ihr habt Mich in eurem Innern gefunden. Ich habe euren Körper und eure Seele mit Kraft durchströmt.

59. Gesegnet seien, die die Menschenscharen zu führen verstanden, und die, als sie die Last des Kreuzes fühlten, Mich als Helfer gesucht haben. Ich erhelle den Weg aller Wesen, die in den geistigen und materiellen Regionen leben. Betrachtet einander nicht als Fremde, gebt euch Wärme und liebt euch in Wahrheit; denn wenn ihr eure Mitmenschen liebt, habt ihr Mich geliebt.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 48

1. Ihr Scharen, die ihr den Schatten des weitausladenden Baumes aufsucht, wo ihr ausruhen könnt — hier vernehmt ihr mein Wort, das euch Trost und Kraft gibt, damit ihr in Ergebung den Weg betrachten könnt, den ihr zurücklegen müsst.

2. Wenn ihr fühlt, dass eure Seele schwach wird, so bittet Elias um seinen Stab, damit ihr auf ihn gestützt zur kristallklaren Quelle des Vaters gelangen könnt, wo das Wasser seiner Liebe und Weisheit als Anreiz und zur Wonne der Wanderer überfließt.

3. Ich lehre euch, den wahren Tempel zu errichten; denn es gibt viele, die Heiligtümer errichtet haben, ohne ihnen die Grundmauern des Glaubens gegeben zu haben. Mein Tempel muss wie ein Baum sein, dessen Äste sich liebevoll über den ganzen Erdball ausbreiten, wo die Vögel in verschiedenen Weisen jubilieren und beim Vereinen ihrer Stimmen ein harmonisches, liebliches und vollkommenes Konzert bilden, das sie dem Schöpfer darbringen. Dabei wird euer Geist aufwärts steigen, um seinen Herrn zu suchen — als Vater, als Meister, als Arzt; doch niemals sollt ihr Ihn als Richter suchen.

4. Der wahre Gott wird in wahrhaftiger Weise geliebt werden, die falschen Gottheiten werden zerstört werden, und die unreinen und unvollkommenen Kulte werden der Anbetung des Geistes weichen, welche ein Liebeslied an den Vater sein wird.

5. Wahrlich, Ich sage euch, viel habe Ich in dieser Zeit zu euch gesprochen, doch manchmal begreift ihr Mich nicht und ein andermal lasst ihr Mich nur ins Leere reden. Dennoch wird das Echo dieses himmlischen Wortes nicht verhallen und wird von den Menschen auf der ganzen Welt vernommen werden.

6. Wenn das Geistige sich in materielle Dinge verwandelte, würdet ihr euch in diesem Augenblicke an einem Tisch von ungeheuren Ausmaßen sitzen sehen, und vor jedem von euch würdet ihr das Brot meines Wortes erblicken, dargestellt durch erlesene Speisen.

7. Diejenigen, die sich allmählich vergeistigen, sagen Mir, dass sie mein Wort nicht für die leckerste und verführerischste Speise vertauschen würden. Jene, die ihren Materialismus noch nicht zu besiegen vermochten, würden es vorziehen, dass ihr Vater, statt ihnen geistige Gaben und Güter zu bringen, ihnen im Überfluss die Reichtümer der Welt brächte.

8. Wie viele haben an meinem Tische die Speisen stehen lassen, die Ich ihnen mit soviel Liebe anbot, ohne sie auch nur angerührt zu haben. Wann werden sie je wieder eine Gnadenzeit wie die gegenwärtige erleben, in der ihnen beschieden war, auf die Erde zu kommen, um mein Wort zu vernehmen? — Sie sind harte Felsen, welche Unwetter benötigen und Zeit brauchen, um mürbe zu werden. Ihr Erbe wird ihnen vorenthalten werden, solange sie es nicht zu hüten und zu schätzen wissen. Doch sie werden es wieder besitzen, denn Ich habe euch gesagt, dass das, was der Vater seinen Kindern gibt, ihnen niemals genommen, sondern nur für sie aufbewahrt wird.

9. Dies ist der mächtige Baum, unter dessen Schatten die Wanderer Rast machen, um von ihrer ermüdenden Wanderschaft auszuruhen und ihre Kräfte zurückzugewinnen, indem sie sich von seinen Früchten nähren.

10. Unter diesem Baume erwarte Ich alle; die einen werden durch die erfüllte Aufgabe befriedigt zurückkehren, die andern mit hängendem Kopf und leeren Händen.

11. Als der Friede aus euren Herzen gewichen ist und unaufhörlich Tränen über eure Wangen liefen, habt ihr nachzudenken begonnen, um den Grund für eure Betrübnis zu erkennen. Da hat euch das Gewissen offenbart, dass die Ursache eures Verdrusses und der Friedlosigkeit auf die geringe Vergeistigung zurückzuführen ist, die ihr gehabt habt, auf die mangelnde Erfüllung eures Auftrags — darauf, dass in euren Lebenswerken keine Liebe und Barmherzigkeit zu euren Mitmenschen vorhanden ist.

12. Euer jetziges Leben ist die Sühne dafür gewesen; denn ihr wisst nicht, von wie vielen Sünden, mit denen ihr eure Seele in vergangenen Leben befleckt habt, ihr euch heute reinigt. Das ist der Grund, warum ihr keinen Frieden in euren Herzen gehabt habt.

13. Wer selbst den letzten Rest von Frieden verloren hat, kämpft mühsam darum, ihn zurückzugewinnen, und kommt zu der Einsicht, dass jene Gnade nur auf dem Wege der Gerechtigkeit und des Guten existiert, auf den Ich die Menschen in jedem Augenblicke durch das Gewissen hinweise. Daher kommt es, dass jene, die mein Wort vernommen haben, sich bemühen, meiner Spur zu folgen, weil sie wissen, dass auf meinem Wege der Friede ist, und wenn eine Schwierigkeit oder eine Heimsuchung eintritt, meine Barmherzigkeit nahe ist, um sie aufzurichten.

14. Mein Gesetz verlangt keine übermenschlichen Opfer, es bedeutet nicht Sklaverei und bindet auch niemanden mit Ketten. Gewiss ist es ein Kreuz, aber eines aus Liebe — ein Kreuz, dessen Gewicht stärkt, statt zu erschöpfen.

15. Erinnert euch, dass ihr bei verschiedenen Gelegenheiten in eurem Leben wahren Frieden empfunden habt, und ihr werdet erkennen, dass dies geschah, als ihr das Gute getan habt, als ihr vergeben habt, als ihr euch mit jemandem ausgesöhnt habt, als ihr das bequeme Bett verließet, um zu dem eines Kranken zu gehen, um ihm Trost zu bringen. Da war der Friede meines Reiches für einen Augenblick in eurer Seele.

Euch, die Ich lehre, den Frieden euer ganzes Leben hindurch zu bewahren, sage Ich in Wahrheit, dass eure Aufgabe von Anbeginn der Zeit die gewesen ist, euren Mitmenschen Frieden zu bringen. Daher bitte Ich euch jedes Mal, wenn Ich Mich euch kundtue, dass ihr für die Menschen beten sollt; denn eure in einem einzigen Gedanken und in der gleichen Absicht vereinigten Seelen werden zu den Herzen als ein Hauch von Glück und Frieden gelangen. Auch habt ihr die Unterweisung und Vollmacht erhalten, den Wesen, die (für euch) unsichtbar im Geistigen Tale wohnen, innere Ruhe, Licht und Zuversicht zu geben.

16. Voller Gefahren und Versuchungen sind die Wege der Welt. Daher geraten die Geistwesen oftmals unter die Herrschaft der Welt und der Materie, obwohl sie voll Erkenntnislicht und Ahnungsvermögen, mit Waffen und Mitteln, um sich zu verteidigen und zu siegen, aus Mir hervorgegangen sind.

17. Ich fand euch besiegt, doch ihr habt auf meine Stimme gehört, die euch mit Güte suchte, und so habt ihr euch voll Glauben und Hoffnung aufgerichtet. Wahrlich, Ich sage euch, es wird nicht einen Verirrten oder Besiegten geben, der diese Stimme nicht vernimmt, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist.

18. In dieser Zeit werden jene, die sich am weitesten entfernten, die sich am meisten verirrten, diejenigen sein, die Mich am inbrünstigsten lieben und Mir folgen werden.

19. Der Meißel meiner Liebe wird die härtesten Felsen behauen.

20. Um dieses Ziel zu erreichen, suche Ich euren Geist, weil er meine Lehre verstehen kann; aber zuvor musste Ich zu eurem Herzen sprechen, wobei Ich Mich durch den Stimmträger begrenze und mein Wort vermenschliche. Dies ist die Stufe, die euch zur Kundgabe von Geist zu Geist emporführen wird. Dann wird es meine geistige Stimme sein, die zu euch als Eingebung kommt, welche euch den Weg zu eurer Entsühnung weist; denn euer Körper ist manchmal eine schwere Kette oder ein dichter Schleier, der euch nicht über das Materielle hinaussehen lässt.

Um euch zu helfen, in diesem Kampfe zu siegen, habt ihr hier meine göttliche Inspiration, die aus Liebe zu euch in menschliches Wort verwandelt wird, das wie eine Liebkosung für den Verstand und das Herz zu euch kommt.

21. Dies sind Tage des Gedenkens, und darum habt ihr euch der Andacht und Zubereitung hingegeben. Ach, wenn ihr doch diese Vergeistigung in eurem ganzen Leben zu bewahren vermöchtet, ohne in Fanatismus zu fallen; wie groß wäre eure Entwicklung.

22. Wonne ist in den Herzen dieser Zuhörerscharen, weil sie wissen, dass sich vor ihrem Geiste das himmlische Festmahl befindet, zu dem der Meister sie erwartet, um ihnen das Brot und den Wein des wahren Lebens zu essen und zu trinken zu geben.

23. Der Tisch, um den sich damals Jesus mit seinen Aposteln versammelte, war ein Symbol des Himmelreiches. Dort war der Vater von seinen Kindern umgeben, dort waren die Speisen, die das Leben und die Liebe darstellten; es erklang die göttliche Stimme, und ihr Wesen war die weltumfassende Harmonie, und der Friede, der damals herrschte, war der Friede, der im Reiche Gottes besteht.

24. Ihr habt versucht, euch in diesen Andachtsstunden zu reinigen, da ihr dachtet, dass der Meister euch in seinen Worten ein neues Testament bringen werde, und so ist es: Heute erlaube Ich euch, dass ihr des Brotes und des Weines gedenkt, mit denen Ich meinen Körper und mein Blut darstellte. Doch ebenso sage Ich euch, dass ihr in dieser neuen Zeit jene Nahrung nur im göttlichen Sinn meines Wortes finden werdet. Wenn ihr meinen Körper und mein Blut sucht, müsst ihr sie im Göttlichen der Schöpfung suchen, denn Ich bin nur Geist. Esset von jenem Brot und trinket von jenem Wein, doch füllt auch meinen Becher, Ich möchte mit euch trinken: Ich habe Durst nach eurer Liebe.

25. Tragt diese Botschaft zu euren Brüdern und lernet, dass das Blut, da es Leben ist, nur ein Symbol des ewigen Lebens ist, welches die wahre Liebe ist. — Durch euch beginne Ich die Menschheit mit meinen neuen Offenbarungen zu erleuchten.

26. Männer und Frauen, Kinder, Jünglinge und Greise werden das Apostolat Christi in dieser "Dritten Zeit" bilden. Doch wahrlich, Ich sage euch, mehr als Herzen — der Geist wird es sein, den ich suche.

Wenngleich nicht die ganze Menschheit mein Wort vernimmt, will Ich, dass sie meine Gegenwart in dieser gesegneten Stunde fühlt. Die Familienväter in ihren Heimen, die Kranken auf ihrem Lager, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die von den Menschen Bestraften, die, welche keinen Frieden in ihren Herzen haben, die Beleidigten, die Armen — ihr alle, gehet still hinein in mein Heiligtum, damit ihr die Stimme eures Herrn hört, der euch sagt: "Friede sei mit euch!"

27. Volk, in diesem Augenblicke umgeben Mich im Unsichtbaren — wie in damaliger Zeit — meine Apostel, die nun im Geiste sind: Petrus, Johannes, Jakobus der Ältere und der Jüngere, Thaddäus, Thomas, Matthäus, Bartholomäus, Simon, Philippus, Andreas und sogar Judas, der von Schmerz erfüllt ist. Sie alle begleiten Mich bei diesem neuen Abendmahl. An welchem andern Ort der Erde könnte man euch das Bild vor Augen führen, das Ich euch zeige? — Man wird euch Darstellungen ohne Leben zeigen, während Ich veranlassen kann, dass jene Geistwesen sich in der Vollkraft des Lebens und des Lichtes kundtun.

28. Wie zu jener Zeit ist Freude und gleichzeitig Schmerz in meinem Geiste, denn noch sind nicht alle meine Kinder erlöst.

29. Während ihr mein Wort vernehmt, das euch sagt, dass ihr euch an meinem Tische befindet, kommen eure Gedanken nicht von jenem Jünger los, der in einem Augenblick der Verwirrung seinen Meister und seine Brüder verriet; dann stellt ihr euch die Frage, ob es in dieser Zeit auch einen Verräter geben wird, und euer Geist fragt Mich: "Vielleicht werde ich es sein?" — Tränen kommen euch in die Augen und ihr bittet Mich um Stärke, um niemals in Versuchung zu fallen. Wahrlich, Ich sage euch, auch in dieser Zeit wird es solche geben, die Mich verraten; doch wird es nicht an meinem Körper sein wie in der Zweiten Zeit, sondern sie werden die Wahrheit meiner Lehre mit ihren Werken zu verbergen suchen und damit bewirken, dass die Menschen das, was ein Unterricht der Göttlichen Weisheit gewesen ist, für Betrug halten.

30. Ihr alle gelobt, Mich zu lieben und Mir nachzufolgen bis in den Tod; doch Ich sage euch, dass ihr wachen und beten müsst, denn auch Judas hatte gelobt, sein Leben für Mich hinzugeben.

31. Wenn damals meine körperliche Marter eine Nacht und einen Tag währte, und der Tod die Qualen des Leibes beendete, so empfinde Ich jetzt im Geiste den Schmerz in all denen, die leiden; in jedem Angeklagten werde Ich von den Richtern der Erde verurteilt, und in jeder Gefängniszelle bin Ich gefangengesetzt im Herzen derer, die jene Sühne erleiden. Weint nicht nur bei der Erinnerung an jene Stunden des Schmerzes, die Jesus auf der Welt erlebte, denn noch immer ist meine Passion nicht zu Ende.

32. Schon beginnt euer Geist an meiner Traurigkeit teilzuhaben, da er begreift, dass er erst noch Verdienste erwerben muss durch seine Werke der Liebe und Barmherzigkeit, um die Wonne und den Frieden zu erlangen, die mein Wort dem verheißt, der Mir bis zum Ende folgt.

33. Erhebt euren Geist im schlichten Gebet, denn das Gebet ist Verbindung und Annäherung an den Herrn.

34. Dieses Abendmahl besteht aus Liebe, vergesst es nicht. Nehmt das Brot vom Tische und teilt es mit euren Brüdern; und wenn ihr einmal alle in der Ewigkeit seid, werdet ihr begreifen, dass diese Offenbarung, die Ich euch derzeit zuteil werden lasse, ein Symbol des ewigen Lebens war. Kommt herbei, ihr Menschenscharen, denn wenn es in der "Zweiten Zeit" nur zwölf waren, die sich an meinem Tische niederließen, so werden es heute hundertvierundvierzigtausend sein: doch mein Liebesruf gilt allen Menschen. Ich will, dass ihr Mich alle in dieser Zeit begleitet.

Manche erbeben bei meinem Worte, einige weinen, und andere fühlen sich unwürdig, es zu hören. Ich, der weiß, wer jeder von euch ist, sage euch, dass unter diesem Volke, das jetzt in Scharen herbeieilt, um meine Unterweisungen zu hören, auch jene herbeikommen, denen seinerzeit Wunder zuteil wurden, um an Mich zu glauben; dass jene dabei sind, die an Jesus zweifelten, und auch die, die vor Pilatus schrien: Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn!

35. Viele (von euch) sahen Mich mit dem Kreuz auf den Schultern nach Golgatha gehen, ohne zu wissen, Wen sie begleiteten, und sahen die Tränen Marias, ohne sich bewusst zu sein, wer jene war, die da weinte. Seht, wie Ich jetzt aufs neue diejenigen lehre und in meine Jünger verwandle, die Mich damals nicht zu erkennen vermochten.

36. Am Kreuze bat Ich um Vergebung für euch, weil ihr nicht wusstet, was ihr tatet. Jene Vergebung fand ihren Ausdruck in einer neuen Gelegenheit, die der Vater euch bietet, damit ihr eure Augen für die Wahrheit öffnet, euch rettet und euch Mir nähert. Doch trotz meiner Barmherzigkeit euch gegenüber gibt es noch manche, die Unvollkommenheiten in meinem Worte suchen, um so einen Grund zu haben, nicht zu glauben und Mir nicht nachzufolgen. Aber wahrlich, Ich sage euch, in der geistigen Essenz meines Wortes ist keinerlei Makel enthalten; hingegen habe Ich mit diesem unscheinbaren und schlichten Worte viele Makel aus euren Herzen getilgt.

37. Ihr alle untersteht meinem Gerichte. Es wird nichts geben, was euch nachdrücklicher bewegt, als die Barmherzigkeit meiner Liebe zu euch; denn mein Gericht besteht aus Liebe.

38. Seinerzeit öffnete Joseph von Arimathia die Tore seines Hauses, damit der Meister in ihm im Kreise seiner Jünger das Passahfest feiern würde, als diese noch nicht wussten, dass das Lamm, das an jenem Fest geopfert würde, Jesus sein werde.

39. Jetzt bitte Ich euch, in euren Herzen die Herberge zu bereiten, wo Ich einkehre, um euch mit meinem Worte an die Werke und die Unterweisung zu erinnern, die Ich damals mit meinem Blut besiegelte. Beschränkt euch jedoch nicht darauf, meine Passion nur während dieser Gedenktage ins Gedächtnis zurückzurufen. Ihr müsst das Heiligtum in eurem innersten Wesen errichten, wo ihr euch ewiglich an die Liebeslektion erinnert, die euch Christus auf die Erde brachte. Jenes Heiligtum wird unzerstörbar sein in den Stürmen, die darauf abzielen, den Glauben der Menschheit zu zerstören.

40. Heute bewirke Ich, dass meine Stimme in vielen Provinzen, Städten und Dörfern vernommen wird, damit viele zu Berufenen werden. Auf meinem Wege säe Ich Balsam, Trost und Frieden in die Herzen, erwecke die Hoffnung in denen, die sich für das Leben der Gnade verloren glaubten, und gebe denen Leben, die im Laster und in der Sünde tot waren.

41. Auch in der damaligen Zeit ging Ich von einer Provinz in die andere, und meine Anwesenheit löste Jubel aus unter den Notleidenden, den Kranken und den geistig Armen. Nicht alle folgten meinen Schritten, doch blieben diese als lebende Zeugen der Wunder zurück, die Ich an ihnen tat. Männer, Frauen und Kinder kamen zu Jesus, ihre bekümmerten Gesichter und ihre Klagen sprachen zu Mir von ihrem Elend und ihrem Leiden. Sie hatten Gerüchte und Nachrichten über meine Wundertaten gehört, und sehnsüchtig erwarteten sie den Durchzug des Rabbi aus Galiläa, um ihre Hände nach Ihm auszustrecken und Ihn um einen Beweis seiner Macht zu bitten.

Es waren einfache Herzen, doch es gab auch andere, die Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer und die Pharisäer, die in ihrer Abneigung gegen Jesus schließlich von Ihm verlangten, dass Er ihnen seine Hände zeigen solle, um zu sehen, ob an ihnen die Macht erkennbar war, mit der Er die Kranken durch bloßes Berühren heilte.

42. Mein Mitleid galt unterschiedslos allen. Ich war der Vater, der kam, um alle seine Kinder von ihren Schmerzen zu erlösen. Jesus, der Arzt, war ganz Balsam, und es war nicht nötig, dass Er den Körper eines Kranken berührte, um ihm die Gesundheit zurückzugeben. Manchmal — um den Menschen einen Beweis dessen zu geben, was der Glaube vermag — ließ Ich zu, dass irgendein Kranker an Mich herantrat und mein Gewand berührte, um ihn gesund zu machen.

43. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr der Mensch Jesus, der auf der Suche nach den Sündern und Notleidenden zu eurer Welt kam. Jetzt ist es Jesu Geist, der sich der Menschheit kundgibt, um unter den Menschen dieser Zeit die neuen Jünger zu entdecken, die Ihm bis ans Ende treu sein werden. An einem geistigen Tische hat Er ihnen Brot und Wein angeboten, unsichtbar für menschliche Augen, aber real für den Geist.

Viele von denen, die heute mein Wort inbrünstig hören, glaubten Mir einst nicht; doch Ich frage euch: Auf welche Wunder und auf welche Zeiten warten jene, die — obwohl sie Mich jetzt hören — nicht an meine Kundgabe glauben? Sie zweifeln, weil Ich Mich durch ungebildete und einfache Leute kundtue und nicht durch Gelehrte oder Theologen; doch Ich sage euch, dass ihr Mich zu allen Zeiten immer unter "Geringsten" finden werdet.

44. Jene, die den Wert dieses Wortes erfasst und es erforscht haben, bis sie seinen göttlichen Sinngehalt fanden, sind diejenigen, die es als den Samen der Vergeistigung hüten werden, den sie morgen unter den Menschen werden verbreiten müssen.

45. In der "Ersten Zeit" wurde die Stimme des Herrn im Allerheiligsten vernommen, in der "Zweiten Zeit" gab Ich euch meine Liebeslehren im Worte Jesu; jetzt hört ihr mein Wort durch einen menschlichen Stimmträger, und morgen wird es meine Inspiration sein, die jede Seele in einer innigsten Verbundenheit zwischen dem Vater und seinen Kindern erleuchtet.

46. In der "Zweiten Zeit" sagte Ich euch: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das von Gott kommt." Daher war das Brot, mit dem Ich meinen Körper zur Darstellung brachte, nur ein Symbol. Heute sage Ich euch: Nehmt das Brot meines Wortes, trinkt den Wein seines geistigen Sinnes, und ihr werdet euch für ewig nähren.

47. Begreift, dass Ich vom Reich des Friedens zum Tal der Tränen komme, vom Wohnsitz der Gerechten niedersteige, um mit den Sündern zu sprechen. Ich trage weder Krone noch Zepter eines Königs, Ich komme voll Demut, um Mich euch durch einen unbeholfenen Körper kundzutun, den Ich durch mein Licht verwandle, und überrasche euch durch die unbegrenzte Wahrheit meiner Unterweisung.

48. Ich schäme Mich eurer nicht, und trotz eurer Sünden und Unvollkommenheiten werde Ich niemals leugnen, dass ihr meine Kinder seid, weil Ich euch liebe. Vielmehr sind es die Menschen gewesen, die sich meiner schämen, wenn sie Mich bei vielerlei Gelegenheiten verleugnen.

49. Heute gieße Ich meinen Geist unter euch aus, damit ihr lernt, Mir eine geistige und schlichte Verehrung darzubringen, frei von Materialismus, von Traditionen und Fanatismus.

50. Ihr, die ihr die falschen Götter gestürzt habt, welche ihr in vergangenen Zeiten angebetet habt, werdet in das Heiligtum einzutreten verstehen, das Ich derzeit mit meinem Worte in eurer Seele bilde.

51. Ich sehe in euren Herzen den Wunsch, dass Ich bei euch bleiben und euch immerzu in dieser Form lehren soll; dies darf jedoch nicht sein, denn wenn Ich eure Bitte erfüllte, würdet ihr keine Anstrengungen machen, um Mich durch eure Liebeswerke zu suchen, und ihr würdet euch damit begnügen, meinen Unterweisungen zuzuhören.

52. Von alters her habe Ich euch gesagt, dass mein Reich nicht von dieser Welt ist; und wahrlich, Ich sage euch, geistig ist die Erde auch nicht eure Heimat. Das Reich des Vaters ist in seinem Lichte, in seiner Vollkommenheit, in seiner Heiligkeit. Dies ist euer wahres Zuhause, dies ist euer Erbe. Erinnert euch, dass Ich euch sagte, dass ihr die Erben des Himmelreiches seid.

Dieser Planet ist wie eine Wohnung, die euch vorübergehend beherbergt, in der eure Seele den Prüfungen ihrer Läuterung unterworfen ist, damit sie bei der Rückkehr zur geistigen Heimat Weiterentwicklung und Fortschritt erlangt hat. Daher sollt ihr euch nicht fragen: "Warum habe ich in dieser Welt keinen vollkommenen Frieden und kein vollkommenes Glück gefunden?" Wahrlich, Ich sage euch, nicht einmal die, welche rein gewesen sind, haben in diesem Erdental den wahren Frieden gefunden.

53. Wenn diese Erde euch alles bescheren würde, was ihr wünscht, wenn es auf ihr nicht die großen geistigen Prüfungen gäbe — wer von euch hätte dann Verlangen, in mein Reich zu kommen?

Lästert oder verflucht auch nicht den Schmerz, da ihr ihn mit euren Verfehlungen geschaffen habt. Tragt ihn mit Geduld, dann wird er euch läutern und euch helfen, Mir näherzukommen.

54. Erkennt ihr, wie stark eure Verwurzelung in den Herrlichkeiten und Befriedigungen dieser Welt ist? Nun, der Zeitpunkt wird kommen, in dem das Verlangen, euch von ihr zu entfernen, sehr heftig sein wird.

55. Wer seine Prüfungen durch geistige Erhebung zu bestehen vermag, erlebt in dieser Überwindung Frieden. Wer auf Erden mit zum Himmel gerichtetem Blicke wandelt, strauchelt nicht, noch verletzen sich seine Füße an den Dornen auf seinem Sühneweg.

Ihr, die ihr Mich hört — ertragt mit Liebe eure Prüfungen, damit ihr zum Vorbild werdet. Trachtet danach, dass ihr immer mehr in eurer Vervollkommnung fortschreitet. Denn wenn es nicht so wäre — wozu seid ihr dann an diesem Tage gekommen? Warum habt ihr eure Arbeit verlassen, um euch auf diese harten Bänke zu setzen?

Weil ihr auf der Suche nach Frieden, nach Licht, nach der Heilkraft des Balsams seid.

Unter diesen Scharen sind jene, die meine Weisheit und meine Offenbarungen suchen, um diese Botschaft morgen in die Provinzen zu tragen. Auch solche sind da, die viel gesündigt haben, die Mir mit tränenüberströmtem Gesichte gesagt haben: "Vater, wir sind nicht wert, dein Wort zu hören." Doch Ich sage euch, dass Ich gerade um euretwillen gekommen bin — um jener willen, die vom Entwicklungswege abgeirrt sind. Nie bin Ich gekommen, um Gerechte auf Erden zu suchen — sie sind schon gerettet. Ich suche nach denen, die in sich selbst nicht mehr die Kraft finden, um sich zu retten; ihnen schenke Ich meinen Segen und meine zärtliche Liebe.

56. Wenn jemandem von euch gesagt wurde, dass sein Geist wegen seiner Sünden verloren ist, und er möchte noch seine Fehler wiedergutmachen und sich retten, der komme zu Mir und Ich werde ihm meine Vergebung zuteil werden lassen und ihn zu einem neuen Leben erheben. Er wird wie Lazarus sein, der sich erhob, als er die Stimme Jesu vernahm, da Er zu ihm sprach: "Stehe auf und wandle."

57. Ebenso suche Ich den Unwissenden, um vor seinen Augen das Buch der Wahrheit aufzuschlagen, das "Buch des Wahren Lebens". Ich will, dass die, die Mich früher leugneten und gegen Mich lästerten, sich heute unter den Menschen erheben und ein Volk bilden, das ein Vorbild der Vergeistigung, Demut und Nächstenliebe ist, das durch Liebeswerke für ihre Mitmenschen von meiner Unterweisung Zeugnis ablegt.

58. Ich sehe, dass ihr euch meinen Unterricht zunutze macht; doch noch immer seid ihr ferne der Vollkommenheit. Ihr seid noch schwach, denn ihr macht keine drei Schritte, und schon bringt euch die Versuchung zu Fall.

59. Seid stark, und wenn euch eure Eltern oder eure Kinder wegen meiner Lehre verkennen, so gebt Beweise von Festigkeit und Glauben und fürchtet euch nicht, denn meine Macht und euer Vorbild werden sie von dieser Wahrheit überzeugen. Wenn einige von denen, die euch verkannten, diese Welt verließen, ohne dass ihr sie bekehrt habt, so verliert nicht den Mut; denn den Samen, den ihr in sie gelegt habt, nahmen sie in ihrem Geiste mit, und er wird in andern Welten erblühen.

60. Ergründet die Lehren, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" mit meiner Passion gab. Ich lade euch ein, euch mit Mir jener Lehren zu erinnern und über sie nachzudenken. Bedenkt, dass Ich nur noch wenige Male über sie zu euch sprechen werde. Ihr wisst nicht, was danach kommt, doch müsst ihr euch zubereiten, um die neuen Offenbarungen zu empfangen, die Ich euch geben werde.

Wenn jene Gedenktage für euch gekommen sind und ihr in eurem Geiste Frieden haben und eurem Herrn Wohlgefallen wollt, so tut Werke der Barmherzigkeit an den Notleidenden, vergebt euren Feinden und habt mit niemandem "unbeglichene Rechnungen"; denn wenn ihr in den Augenblicken, in denen Ich meine sieben Worte (am Kreuze) spreche, Gewissensbisse in eurem Geiste hättet — wie bitter und schmerzlich würden jene Worte in euer Herz fallen! Denn euer Gewissen wird euch dann sagen, dass — als Ich euch um Wasser bat, um meinen Durst zu löschen — ihr Mir Galle und Essig zu trinken gabt.

61. Betet, denn ihr lebt in Zeiten der Versuchungen und Verführungen und wisst nicht, ob die, welche in diesem Moment in Frieden sind, nicht innerhalb weniger Augenblicke im Streit liegen oder Gott lästern. Haltet immer im Gedächtnis, was Ich euch heute sage, damit ihr allezeit bereit seid in (geistiger) Wachsamkeit und im Gebet.

62. Seht, wie meine göttliche Essenz fähig ist, durch die Lippen eines Sünders zu euch zu gelangen. Ist dies nicht ein Wunder an Macht und Liebe? Es geschieht, weil Ich Der bin, der Wasser aus dem Felsen und Licht aus der Finsternis hervorbrechen lässt.

63. Durch bescheidene Vermittler habe Ich zu den "Geringsten" gesprochen; denn wenn die Herren der Welt der Menschheit diese Botschaft vermittelt hätten — wahrlich, Ich sage euch, ihr wäret ohne die Kenntnis eurer Gaben geblieben und ohne Ämter, die ihr erfüllen dürft. Ihr hättet nicht von diesem Festmahle gegessen und hättet euch damit begnügen müssen, dem Fest von ferne zuzusehen. Durch diese Verstandesorgane (der Stimmträger) hingegen, die unberührt sind von Theorien, Wissenschaften und religiösen Vorurteilen habe Ich an die ganze Menschheit einen Ruf ergehen lassen, ohne jemanden wegen seiner Gesellschaftsklasse, seiner Nationalität, seiner Religion oder seiner Sprache zu bevorzugen.

64. Meine Stimme kommt aus dem Reiche des Geistes, wo Ich König bin — aus jenem Paradiese, wo ihr alle bei eurem Herrn sein werdet, wenn ihr wie Dimas von eurem Kreuze aus demütig und voll Glauben zu Mir sprecht: "Herr, gedenke meiner, wenn Du in deinem Reiche bist." Euer Kreuz ist jenes, das Ich euch anvertraut habe, als Ich euch diese Aufgabe übertrug: zu lehren, Kranke zu heilen, zu trösten, der Menschheit meine göttlichen Botschaften kundzutun. Diese Mission ist schwer, weil sie Verantwortung einschließt, weil sie heikel ist, weil sie lauter ist, und bei der Ausübung derselben gehen die Spöttereien der Ungläubigen, der Verleumder und der Spötter auf euch nieder, die die Wahrheit in meiner Lehre nicht finden wollten.

65. Ebenso ging Jesus auf dem Leidensweg und ertrug die Last des Kreuzes, die unvergleichlich geringer war als die der Undankbarkeit jener Menschenscharen.

66. Hier ist der Meister, der seine Kinder an Taten früherer Zeiten erinnert und diese mit Werken der Gegenwart in Beziehung bringt, damit ihr meine Unterweisungen besser versteht. Ich will, dass diese Lehre sich über die Welt ausbreitet, dass sie die Menschheit erleuchtet, damit sie angesichts eines Lebens, das sie nicht kannte, erwacht und sich aufmacht, um in der Welt ein einziges Heim zu bilden, eine einzige Familie. Diese wird das wahre Volk Israel sein, das Volk Gottes, in welchem Unterschiede der Abstammung, Gesellschaftsklassen und Stämme verschwinden werden, weil sie alle Zweige sein werden, die aus einem einzigen Stamm hervorgehen, wo alle mein Gesetz erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander."

67. Ihr, die ihr dies Kreuz auf eure Schultern genommen habt — erkennet die Verantwortung, die ihr habt, der Menschheit die Wahrheit meiner Kundgebung und meiner Wunder vor Augen zu führen. Daher fordere Ich von euch Adel der Gesinnung und vollkommene Erkenntnis dessen, wer ihr in Bezug auf Gott und die Menschheit seid, und hierzu gebe Ich euch meine Lehre der Vergeistigung.

68. Bereitet euch in dieser Weise vor, und ihr werdet die guten Soldaten dieses Kampfes sein, die wahren "Israeliten nach dem Geiste", die treuen Jünger. Scheut keine Anstrengungen, um die Wahrheit dieses Wortes zu beweisen. Vergesst nicht, dass Christus, um Zeugnis von der Wahrheit abzulegen, die Er predigte, zuließ, dass sein Körper zerstört wurde. Warum hätte Er das Leben jenes Körpers verteidigen sollen, da er zuvor gesagt hatte, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist? — Ebenso auch ihr — denkt, dass man, um das ewige Leben zu erreichen, das euren Geist erwartet, ihm viele ehrgeizige Ziele opfern kann.

69. Wenn ihr von eurem Bruder die dunklen Flecken entfernen wollt, die er in seiner Seele trägt, müsst ihr zuvor selbst fleckenlos werden; wenn ihr Vergebung erlangen wollt, müsst ihr zuvor vergeben.

70. Wie schön wird es für eure Seele sein, wenn ihr letzter Augenblick auf Erden gekommen ist, und der Geist, von Frieden erfüllt, so zum Vater sprechen kann: "Herr, alles ist vollbracht!"

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 49

1. Euer Gebet steigt zu Mir auf wie der Duft der Blumen, und Ich nehme es an.

2. Lasst euren Geist das Brot des ewigen Lebens genießen. Dies ist nicht die erste Unterweisung, die euch mein göttlicher Geist gibt; als Mensch offenbarte Ich Mich bereits zu einer anderen Zeit, um euch zu lehren, die Demut zu entfalten — zu leben, um den anderen Gutes zu tun, und zu sterben am Kreuze der Liebe. Wenn ihr mein Wort hört, erscheint es euch, als ob es die erste Unterweisung wäre, die euer Geist erhält, weil ihr den früheren Unterricht nicht verstanden habt. Heute komme Ich von neuem auf der Suche nach den Kranken, die alle meine Kinder sind,weil ihr alle in diesem Sühnetal stöhnt, und eure Klagen zu Mir gelangen.

3. Wenn der Schmerz sehr stark wird, dann erinnert sich der Mensch an Gott — so gleichgültig und kalt er sich auch gegenüber meiner Lehre gezeigt hat — er richtet seine Augen im Verlangen nach meiner Barmherzigkeit auf Mich und sendet in seiner Verzweiflung dies Gebet empor: "Herr, warum gewährst Du mir nicht, worum ich Dich so sehr bitte? Wenn Du mein Flehen nicht erhören kannst, so verkürze meine Tage auf Erden, da es keinen Sinn hat, nur um zu leiden auf ihr zu sein." Wie viel Unwissenheit zeigt ihr, wenn ihr so zu eurem Vater sprecht, der ganz Liebe ist für seine Kinder!

4. Darum hole Ich euch mit meiner Unterweisung in dieser Zeit aus den Dunkelheiten des Unverständnisses heraus, damit ihr selbst im größten Schmerze nicht vom Pfade des Lichtes abweicht. Bald werdet ihr verstehen, dass Ich euch nicht für den Schmerz geschaffen habe, denn das Leiden kam nicht von Mir, sondern von euch. Jetzt müsst ihr den ganzen Weg zurücklegen, um das Licht und die Reinheit zurückzugewinnen, die ihr in Fetzen an den Dornen des Weges zurückgelassen habt.

5. Zwar ist euer Leben wie ein stürmisches Meer, in welchem ihr zeitweilig unterzugehen fürchtet. Doch da ihr wegen eurer Unvollkommenheiten so tief gesunken seid, so glaubt wenigstens in jenen Augenblicken an meine Gegenwart und meine Macht, wenn eure Prüfungen sehr hart sind. Gebt keinen Anlass, dass Ich zu euch wie zu meinen Jüngern der "Zweiten Zeit" spreche, die mit Mir in einem Boot fuhren und die, als sie das Meer aufbrausen und Jesus schlafen sahen, voll Furcht und Angst zu Ihm sagten: "Meister, rette uns, wir verderben." Da war meine tadelnde Antwort dies: "O ihr kleingläubigen Menschen!"

6. Geliebtes Volk, ergründe meine Unterweisung, orientiere dein Leben nach den Vorbildern jener Jünger, denn auch ihr sollt Jünger werden. Denkt daran, meine Kinder, dass ihr vom Jahre 1950 an dies Wort nicht mehr hören werdet. Nützt es jetzt, damit es euch läutert und ihr nicht länger auf dem Weg der Sünde seid.

7. Mein Liebesopfer in der "Zweiten Zeit" zeigte euch, wie die Flecken abzuwaschen sind, die ihr am Körper und an der Seele tragt, selbst jene, die euch Sodom und Gomorrha als Erbschaft hinterließen. Ich opferte Mich um der Unterweisung der Menschen willen, um ihnen den Weg des Gehorsams und der Liebe zu zeigen, auf dem sie ihre Erlösung erlangen können.

8. Jetzt, nachdem Ich euch zahllose Unterweisungen gegeben habe, seid ihr vorbereitet, um euch zu retten und euch selbst zu reinigen. Ich kündigte euch damals an, dass Ich unter die Menschen zurückkehren werde, und hier bin Ich in Erfüllung meines Versprechens.

9. Wenn nicht alle, die dies Wort vernehmen, meine Gegenwart empfinden, so ist dies darauf zurückzuführen, dass ihr Materialismus, ihre Sünde und die Vorstellungen, die in ihrem Verstand verwurzelt sind, sie vom Meister trennen. Aber ein Augenblick der Reue wird genügen, dass sie Mich in ihrer Seele fühlen. Das Licht meiner Liebe wird sie wie Petrus erleuchten, als er auf die Frage des Meisters die Göttlichkeit Jesu bekannte. Sie werden mit ihren Schlechtigkeiten Schluss machen, werden mit Entsetzen auf ihre Vergangenheit blicken und ein neues Leben beginnen — rein, nützlich und würdig. Darum sage Ich euch, dass ihr eure Brüder nicht richten sollt, wenn sie mit ihrer Last von Sünden und Lastern unter euch treten. Weist sie nicht zurück, denn diese Absicht würde der jener Gruppe ähnlich sein, die eine Frau beim Ehebruch ertappte und sie vor Jesus brachte, um meine Gerechtigkeit auf die Probe zu stellen. Welch strenge Lektion erteilte Ich jenen, die sich für frei von Sünden hielten im Vergleich mit der Ehebrecherin, als Ich ihnen sagte: "Wer sich frei von Sünden glaubt, der werfe den ersten Stein auf diese Frau", und sie sich beschämt zurückzogen.

10. Wie verständnisvoll, aufrichtig und demütig müsst ihr sein, wenn ihr nicht wollt, dass Ich euch Heuchler nenne wie die Pharisäer, die Ich weißgetünchte Gräber nannte — äußerlich schön hergerichtet und in ihrem Innern unrein.

11. Mein Blick ist forschend und dringt ins Tiefste eures Wesens und ins Innerste eures Herzens. Meine Barmherzigkeit ist bereit, eure Werke in das Buch eures Lebens einzutragen, welches das eures Gerichts sein wird. Sorgt dafür, dass sie nur gute Werke aufzeichnet, dann wird der Friede, den eure Seele dadurch erlangt, das Vorzeichen für große Belohnungen im Geistigen Leben sein.

12. Heute gedenkt ihr jenes Tages, an dem Jesus Angeklagter der Menschen war, und an dem selbst die Kinder, dem Beispiel der Erwachsenen folgend, in ihrer Unschuld schrien: "Kreuzige Ihn!"

13. Ich sah Mich den Richtern gegenüber, und groß war die Freude unter denen, die meinen Tod wünschten, als Ich dazu verurteilt wurde, gekreuzigt zu werden. Wie ein Lamm, das zur Opferung geht, so neigte Ich sanftmütig den Nacken und nahm das Martyrium an, wie es geschrieben steht.

14. Heute stehe ich erneut vor meinen Richtern. Ich zeige euch meine Wahrheit, damit ihr sie erforscht und sie beurteilt, und Ich weiß, dass ihr Fehler in ihr finden werdet, die sie nicht hat, um sie danach zu verdammen. Richtet mein Werk, doch lasst alle jene in Frieden, durch die Ich euch mein Wort gegeben habe.

15. Es gibt Seelen unter euch, die sich schon seit alter Zeit und im Schoße Israels bis in eure Tage auf der Erde von ihren großen Fehlern geläutert haben, um rein zu sein, wenn sie den geistigen Raum bewohnen. Diese sind es, die an meine Gegenwart in dieser Zeit geglaubt haben, und sie werden diejenigen sein, welche die Verfolger meines Werkes fragen: "Um welcher Unvollkommenheiten willen beanstandet ihr diese Lehre?" Ebenso wie seinerzeit Pilatus die Menge fragte: "Wessen beschuldigt ihr diesen Menschen?" — meine Stimme wird schweigen, ebenso wie die Lippen Jesu bei jener Gelegenheit schwiegen, und Ich werde zulassen, dass — während die einen mein Wort richten — andere es verteidigen, denn aus diesem Kampfe wird das Licht hervorbrechen. Mein liebevoller Blick wird alle umfassen, und meine Vergebung wird gleichfalls allen gelten.

16. Ich wurde vor Hannas und Kaiphas gebracht und angeklagt, dann vor Pilatus und Herodes, um gerichtet zu werden. Wahrlich, Ich sage euch, in dieser Zeit wird mein Werk, mein Wort, ebenfalls vor den "Hohen Rat" kommen und danach vor den neuen Pilatus, um gerichtet zu werden. Es wird Staatsbeamte geben, die an meine neue Verkündigung und an diese Botschaft glauben; doch aus Furcht vor der Welt werden sie schweigen und zulassen, dass meine Lehre und meine Nachfolger verfolgt werden, während sie sich die Hände reinwaschen, aber nicht die Schandflecken, die sie auf ihre Seele geladen haben.

17. Ein neues Kreuz wird Mir in der "Dritten Zeit" zuteil werden. Dieses wird den sterblichen Augen nicht sichtbar sein, doch von seiner Höhe herab werde Ich der Menschheit meine Liebesbotschaft senden, und mein Blut, welches die geistige Essenz meines Wortes ist, wird in Licht für die Seele verwandelt werden.

18. Jene, die Mich seinerzeit richteten, bringen heute den Herzen der Menschen mit ihrem Geiste reuevoll das Licht, um ihre Fehler wiedergutzumachen.

19. Damit meine Lehre über die Schlechtigkeit der Menschen triumphiert, muss sie zuvor wie Christus an der Martersäule gegeißelt und verspottet werden. Aus jeder Wunde muss mein Licht strömen, um die Finsternis dieser Welt ohne Liebe zu erhellen. Es ist notwendig, dass mein unsichtbares Blut auf die Menschheit niederfällt, um ihr erneut den Weg zu ihrer Erlösung zu zeigen.

20. Das Kreuz, das ihr Mir jetzt auferlegt, ist schwerer als das der Zweiten Zeit. Damals hattet ihr Christus nicht erkannt, jetzt kennt ihr Ihn alle, und trotzdem werdet ihr Ihn verurteilen. Diesmal werdet ihr Jesus nicht unter der Last des Kreuzes keuchend vor eurem Haus vorübergehen sehen. Man wird meinen Geist nicht von der Last eurer Sünden niedergedrückt sehen. Dennoch werdet ihr meine Stimme hören, die euch sagt: "Mich dürstet, Menschheit"; doch mein Durst wird jener nach Liebe sein.

21. Maria, die liebevolle Mutter Jesu, wird ihre Tränen nicht mit der Blutspur ihres geliebten Sohnes vereinen; aber sie wird euch für eure Undankbarkeit vom Himmelreich aus ihre zärtliche Liebe als Mutter des Alls zusenden.

22. Ich werde auf dem Wege zu meinem neuen Golgatha nicht stürzen; daher wird es nicht nötig sein, dass Mir ein Beistand zu Hilfe kommt, denn Ich bin der Starke unter den Starken. Jedoch wird mein Blick meine Jünger suchen — in der Erwartung, dass sie treu sind, wie es mein Apostel Johannes war.

23. Wohl dem, der richtig auszulegen versteht, was der Meister euch in dieser Gedenkstunde gesagt hat. Seid gesegnet, die ihr in dieser Zeit dem Göttlichen Meister bei seinen Unterweisungen der Erinnerung zugehört habt. Die dichte Finsternis, welche durch die Sünde der Menschheit gebildet wird, ist der Anlass, dass der Meister das Kreuz des Martyriums umfängt und noch einmal den Leidensweg zurücklegt.

Ihr lebt jetzt in der Dritten Zeit, und noch immer reicht ihr eurem Herrn den Leidenskelch; doch Ich nehme ihn demütig an, um euch ein weiteres Mal eine Liebeslehre zu geben. Über mein Antlitz rinnen Blut und Tränen, die Ich aus Liebe zu euch vergieße, und beim Hören meiner Worte kommen auch euch Tränen, die euch die Erinnerung und die Reue abnötigen. Dies Weinen reinigt euch und bringt euch Mir näher.

24. Ihr Frauen, die ihr eure Verfehlungen gesühnt habt, seid getrost, denn euer Übel soll von euch genommen werden, damit ihr stark seid auf dem Lebensweg. Ihr seid Magdalena nachgefolgt, doch nach eurem Fall habt ihr Reue empfunden. Seid stark, genest an Seele und Körper und werdet heil.

25. Ich bin zu den Sündern gekommen, nicht zu den Gerechten; entrüstet euch daher nicht. Ich liebe alle meine Kinder, gesunde und kranke, reine und befleckte, und kümmere Mich um alle. Das eine Herz bittet Mich um Licht für seine Kinder, ein anderes legt Fürbitte ein für seine kranke Mutter, und allen gewähre Ich meine Barmherzigkeit.

26. Wenn ihr viel geweint habt, so tröstet euch; wenn andere von euch Mich um Empfindsamkeit bitten, um über eure Sünden zu weinen, so nehmet sie hin und beruhigt euch, denn das Weinen ist auch Erleichterung und Frieden für das Herz, das mit Gewissensbissen und Schuld beladen ist.

27. Erinnert euch: Als das Opfer vollbracht war und jene, die Mich verfolgt hatten, glaubten, dass das Licht für immer ausgelöscht war, das den Weg meiner Jünger erhellt hatte, und dass mit dem Verstummen meiner Stimme alles zu Ende sein würde, erblickten sie im Herzen derer, die Mir nachfolgten, einen unauslöschlichen Lichtstrahl von jenem Lichte der Ewigkeit, das niemals erlischt. Denn wenn die einen Mich verkannten, liebten Mich andere, und da sie Mir nachzufolgen verstanden, erwarteten sie — als Ich ihnen wiederzukommen versprach — wachend und betend meine Rückkehr, und bei allen meinen Kundgebungen fühlten sie meine Gegenwart.

28. Ebenso wird es in der heutigen Zeit sein. Diejenigen, die in den Kern meiner Lehre eingedrungen sind, werden weiterhin wachen und ehrfurchtsvoll die Erfüllung meiner Worte erwarten, während die anderen die Liebe, die Ich ihnen erzeigt habe, und meinen Eifer, sie zu erlösen, vergessen werden.

29. Ich sehe den Schmerz, der in jedem Herzen ist, und während die Lippen schweigen, weil sie nicht mit Worten auszudrücken vermögen, was sie empfinden, erhebt sich die Seele und hat Gemeinschaft mit Mir.

Sehr nahe eurem Herzen pulsiert der Geist des Vaters, bewacht euch und segnet euch. Außerdem stärke Ich euren Mut, trockne eure Tränen und segne euch alle, die ihr an diesem Tag zusammengekommen seid, um die Stimme des Vaters zu hören, der euch gesagt hat, dass ihr nach dem Jahre 1950 sein Wort nicht mehr durch das menschliche Verstandesorgan hören werdet.

Ihr seid meinen Aposteln der "Zweiten Zeit" ähnlich, denn auch sie haben Mir viel zugehört. Tragt mein Wort in euren Herzen, damit ihr es denen weitergeben könnt, die Mich nicht durch einen Stimmträger hörten.

30. Ihr auf der Erde gedenkt bestimmter Zeiten und Tage, die euch an die großen Taten eures Meisters auf seinem Weg durch die Welt erinnern, und Ich bin mit meinem Wesen und meiner Gegenwart bei euch in den Augenblicken, in denen ihr euch meiner Werke erinnert. Doch nur die Menschen haben ihre bestimmten Tage, um mit Feierstunden das Gedächtnis meiner Passion zu begehen. Im Geistigen feiert man diese Ereignisse nicht, denn in der Ewigkeit gibt es keine (bestimmten) Zeitpunkte oder Tage; es gibt nur einen einzigen "Tag", der fortdauert und niemals endet. Doch meine göttlichen Werke sind im Geiste der Gerechten, die nahe bei ihrem Schöpfer leben, gegenwärtig, und die Anbetung, die sie ihrem Vater darbringen, erweisen sie nicht nur in bestimmten Augenblicken, sondern immerdar.

31. O Jünger, die ihr an meinem Gastmahl teilgenommen und das Brot des ewigen Lebens gegessen habt, das euer Geist ersehnte! Ihr glaubt, dass Ich jedes Jahr sterbe und von den Toten auferstehe; doch dies geschieht nur in eurer Vorstellung, denn Ich lebe in der Ewigkeit. Ihr glaubt, dass mein Geist zu den Lasterhöhlen und Sühnestätten herabkommt, um denen, die verirrt sind, Licht zu bringen, doch Ich sage euch: Wenn ihr es wünscht, wenn ihr Mich darum bittet, werde Ich es tun, denn immerzu gewähre Ich meine Gnaden, damit die Verirrten den Weg zu ihrer Erlösung finden. Mein Blick ruht immer auf dem, der seine Sühnekette an sich trägt, und ewig ist mein Geist auf allen Welten und auf allen Ebenen gegenwärtig, ohne bei irgendjemandem einen Unterschied zu machen wegen seiner mehr oder weniger großen Erkenntnis oder geistigen Reife.

32. Wisset, o meine neuen Jünger, dass eure Huldigung und euer Tribut für den Herrn beständig sein sollen, ohne dass ihr auf bestimmte Zeitpunkte oder Tage wartet, um sie darzubringen, so wie die Liebe eures Vaters zu euch gleichbleibend ist. Doch wenn ihr wissen wollt, wie ihr euch täglich an meine Werke der Liebe erinnern sollt, ohne in Fanatismus zu verfallen, werde Ich es euch sagen: Euer Leben soll eine ständige Huldigung für Den sein, der alles geschaffen hat, indem ihr einander liebt.

33. Handelt so, und Ich werde euch gewähren, worum ihr Mich demütig bittet: dass eure Verfehlungen euch vergeben sind. Ich tröste euch und schenke euch Erleichterung; aber Ich sage euch: Wenn ihr eure Fehler entdeckt, und euer Gewissen euch richtet, so betet, berichtigt euren Fehler, wappnet euch mit Stärke, damit ihr nicht wieder die gleiche Sünde begeht, und ihr Mich nicht wiederholt bitten müsst, dass Ich euch vergebe. Mein Wort lehrt euch, damit ihr aufwärtssteigt und dem Licht und der Vergeistigung Zugang gewährt.

34. Diese Lehre ist der Weg, der euch zu Mir führt. Wollt ihr in den Genuss des verheißenen Reiches kommen? — Ich erinnere euch an das Bündnis, das ihr mit Mir für alle Zeiten geschlossen habt, und belebe es aufs neue, damit dieser Bund nicht gebrochen wird. Ich frage euch, Männer Israels: Wollt ihr in das Ewige Leben eingehen und bei Mir sein?

Fühlt Mich jetzt, da Ich die Prophezeiungen bestätige und erfülle und euch mit Geduld lehre, damit in Zukunft jedes Wort, das aus eurem Munde kommt, aus eurer Seele geboren ist, die zuvor durch meine Liebe zubereitet wurde, und es sich in Werke der Barmherzigkeit für eure Brüder verwandelt.

35. Beginnt Nächstenliebe zu üben, ertragt eure Leiden mit Ergebung, erarbeitet euer Brot im Schweiße eures Angesichts. Liebt euch, wie Ich euch liebe, und wachet für diese Nation, die Ich unter allen erwählt habe und die Ich "die Perle" genannt habe, in die Ich meine Gnadengaben gelegt habe.

36. Handelt nicht wie Thomas, wenn Ich euch auf die Probe stelle, verlangt nicht von Mir, dass Ich euch erlaube, eure Finger in die Wunde an meiner Seite zu legen, um zu glauben. Wenn Ich euch eine Belehrung geben muss, die eure Seele erbeben lässt, so verkennt Mich nicht, zweifelt nicht, um nicht danach aus Reue zu weinen. Denn euer Leben ist ein Weg der Prüfungen und Wunder, der Schmerzen und hernach der Freuden, in denen die Seele auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit geformt wird.

37. Seid nicht wie Petrus, verleugnet nicht Den, der euch seine Unterweisungen mit soviel Liebe gegeben hat, und schämt euch auch nicht, zu diesem Volke zu gehören und die Geistesgaben zu besitzen, die Ich euch anvertraut habe; denn dann werdet ihr Mich verleugnen — nicht dreimal wie jener Jünger, sondern tausend mal tausend mal, weil ihr euch vervielfacht habt an Zahl, und euer Mangel an Glauben sich in andern Nationen auswirken wird.

38. Wachet, damit meine Sache nicht verraten wird und nicht der Same des Judas in den Herzen zum Keimen kommt, und — wenn die Stunde des Erwachens für diese Herzen kommt — sie in ihrer Verwirrung nicht wie jener Jünger glauben, dass der körperliche Tod sie von den Gewissensbissen befreien wird, die ihnen die begangene Verfehlung verursacht. Denn sonst werden sie in das Geistige Tal eingehen, ohne für ihre Seele, die niemals stirbt, Frieden zu finden.

39. Seht, wie Ich euch das wahre Leben zeige, wenn Ich Mich euch nahe und euch meine Gegenwart fühlbar mache. Aber ihr seid wenige, die ihr Interesse daran habt, es kennenzulernen; ihr andern "sterbt" allmählich aus Mangel an Glauben, weil ihr nicht an Mich geglaubt habt, als Ich in der "Zweiten Zeit" Mensch wurde. Heute zieht ihr mein Wort und meine offenkundigen Werke wiederum in Zweifel und stellt Mich auf die Probe, auch wenn Ich nur gekommen bin, um euch zum geistigen Leben aufzuerwecken und euch mit der Wahrheit bekanntzumachen.

40. Mein Geist durchlebt eine Passion, die nicht endet. In jedem Augenblick wird er am Kreuz erhöht, und die Dornenkrone umklammert meine Schläfen. Meine Wunden brechen auf und Ich werde von neuem geopfert, damit ihr an meinem Vorbild die Lehre der Liebe zu euren Mitmenschen findet und für immer lebt.

41. Heute komme Ich im Geiste zu euch und sage euch, dass Ich ewig lebe, während ihr oftmals gestorben seid, weil ihr, obwohl ihr Mich um euch habt und mein Wort vernommen habt, dieses nicht in euer Herz aufzunehmen versteht, wie es das Erdreich tut, wenn es vom Sämann umgebrochen wird und das Keimen des Samens unterstützt. Darum hat mein Liebessamen nicht hundertfältig Frucht getragen und sich vervielfacht, wie es mein Wille ist.

42. In dieser Zeit richte Ich Lebende und Tote. Das Licht meiner Liebe ergießt sich in jede Seele und auf alles Fleisch. "Selig, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden." Selig sind die Demütigen, denn sie werden Ruhm und Preis ernten.

43. Wenn die Zeit gekommen ist, sollst du dich aufmachen, geliebtes Volk, und deinen Brüdern mein heiliges Wort fühlbar machen. Ihr werdet euch als gute Jünger über die Welt verstreuen, und dies neue Evangelium, das Ich euch hinterlasse, wird sich ausbreiten. Dies Licht, das vom Sechsten Siegel ausgeht, wird die Menschheit jener Zeit erleuchten, und mit ihm werden die Geheimnisse aufgeklärt werden.

Meine Lehre wird in anderen Nationen Fuß fassen, und alles, was die Menschen nicht entdeckt haben, werden sie durch das Licht erkennen, das die Sieben Siegel spenden. Doch ihr sollt von diesen Unterweisungen, die ihr empfangen habt, sprechen und die Menschen in der Erfüllung meiner Gebote unterweisen.

44. Wenn meine Kinder in den Kern meiner Unterweisungen eindringen, werden sie begreifen, dass es mein Wille gewesen ist, Mich von Geist zu Geist mit den Menschen zu verbinden, dass Ich zu ihnen zurückgekommen bin, weil mein Bund unauflöslich ist.

45. Niemand kann sich lebendig nennen, wer meine Wahrheit nicht kennt, oder Jünger, wer verbrecherische Handlungen begeht, obwohl er diese Unterweisung hat. Ich bin gekommen, um die Seelen, die den Weg verloren haben, zurückzubringen und von der Unwissenheit und Sünde zu befreien.

46. Läutert euch wie Magdalena und lebt für meinen Dienst. Sie bekehrte sich aus Liebe und Reue. Da die Welt nicht zu meiner Liebe erwacht ist, so ehrt Mich wenigstens ihr, die ihr Mich gehört habt, indem ihr das Gebot erfüllt, das euch sagt: "Liebet einander."

47. Die Nationen, die heute im Kriege leben, sind die "Törichten Jungfrauen", die nicht wach bleiben wollten, und als der Gatte erschien und an ihre Tür klopfte, schliefen sie. Dies Volk hier hat Mich empfunden und hat darum erreicht, den Frieden zu bewahren.

48. Ich bin euer Diener gewesen, um euch die Demut zu lehren. Immer, wenn ihr Mich gerechterweise gebeten habt, habe Ich es euch gewährt, euer Wille ist der meine.

Ihr bittet Mich, dass euch nicht der Lebensunterhalt fehlt, dass Ich den Mangel von eurem Heime fernhalte, und Ich gebe euch das Notwendige. Ich gewähre euch alles, ohne dass ihr es erbittet, denn Ich bin euer Vater und liebe euch. Welcher Schmerz kann das Kind quälen, den der Vater nicht fühlt? Wer von euch hat kein Brot zum Munde geführt, ist unbekleidet, oder wem fehlt ein Dach? — Ich wache über allen meinen Kindern. Die reine Luft nährt euch, die Felder bieten euch ihre Samen und Früchte, um euch zu ernähren. Es hat nicht an einer Quelle gefehlt, die euch ihr Wasser beschert, um euren Durst zu stillen. Ich habe dem Menschen Intelligenz verliehen, damit er die Mittel zum Leben sucht und ein auskömmliches Leben führen kann, indem er in der Natur das Notwendige für sein Wohlbefinden entdeckt. Begreift, dass nicht ihr es seid, die die Wesen geschaffen haben und ihnen das Leben erhalten, sondern Ich, der Ich euch liebe und jedem Geschöpf seine Bestimmung zuweise.

49. In dieser Zeit, in der Ich Mich im Geiste kundgetan habe, um euch meine Unterweisung zu geben, sage Ich euch: Erfüllt das Dritte Testament, das Ich euch hinterlasse. Lasst euren Geist eilends zu Mir kommen, nehmt meine Gnade an, damit mein Licht in euch erstrahlt und "das Wort" auf euren Lippen ist.

50. Wascht euch mit euren Tränen der Sühne und Reue. Erhöht euer Verständnis durch das Gebet, damit eure Folgerungen richtig sind. Dann werdet ihr auf euch das Licht meiner Inspiration fühlen, und eure Wonne wird unermesslich sein. Nachdem ihr jene göttliche Inspiration empfangen habt, werdet ihr aufbrechen, um zu euren Brüdern von meinem Werke zu sprechen, und wahrlich, Ich sage euch, euer Wort wird ein Zeugnis der Wahrheit sein.

51. Ich habe euch meine Lehre durch das Wort kundgetan, das durch die Lippen vieler Stimmträger verkündigt wurde, im Innern vieler Versammlungsstätten, mit ein und demselben geistigen Sinngehalt und in ein und derselben Form, und welches (bei allen) den gleichen Weg vorzeichnete und auf ein gleiches Ziel hinwies.

52. Niemand von denen, die Mich in dieser Zeit gehört haben, kann — ohne zu lügen — behaupten, dass er Mich nicht verstanden hat, denn jeder, der gerufen worden ist, ist vorher zubereitet worden. Mein Wort ist ein göttlicher Schatz, von dem Ich nicht will, dass ihr ihn nur für euch aufbewahrt. Werdet nicht zu reichen Geizhälsen, denn sonst werdet ihr — in der Meinung, viel Weisheit zu besitzen — nichts haben. Wahrlich, Ich sage euch, die Selbstsucht ist Finsternis, und Finsternis in der Seele ist Unwissenheit.

53. Ausführlich und klar ist mein Unterricht in der Dritten Zeit — eine Unterweisung, die Elias euch mit seinem Worte erklärt und die überdies eure Geistigen Brüder mit ihren Ratschlägen leicht verständlich machen, damit ihr nicht im Irrtum lebt. Welcher meiner Jünger, der diese Unterweisung erhalten hat, wird sich zu schwach fühlen können, um mein Gebot zu erfüllen, den Menschen diese Botschaft zu bringen?

54. Ich will, dass ihr alle Mittel und Möglichkeiten lernt, um tätige Nächstenliebe zu üben, damit ihr Mir nicht sagt: "Vater, wie kannst Du wollen, dass ich mein Brot oder mein Geld mit meinen Nächsten teile, wenn es so knapp ist?" — Wenn ihr nicht wisst, wie ihr Barmherzigkeit üben sollt, könnt ihr eure Mitmenschen nicht in diesen Lehren unterweisen.

55. Wahrlich, Ich sage euch, wenn eure Hände bei vielen Gelegenheiten leer sind angesichts des Notleidenden, so wird doch eure Seele in sich immer etwas zum Geben finden. Wenn ihr in materieller Hinsicht nichts habt, um es mit euren Brüdern zu teilen, so lasst eure Seele von dem Vielen anbieten, was sie besitzt. Doch erkennt: Wenn es notwendig ist, dass eure Nächstenliebe in Materiellem besteht, dürft ihr der Erfüllung eurer Pflicht nicht ausweichen, indem ihr sagt, dass es mit der (guten) Absicht genug war. Lernt von eurem Vater, der euch alles gibt, sowohl für die Seele wie für den Körper. Lernet von Jesus, der euch lehrte, alles aus Liebe zu euren Brüdern hinzugeben.

56. Tragt euer Kreuz mit Geduld und Liebe, damit Ich zu euch sagen kann: Seid gesegnet!

Im Herzen einiger meiner Kinder sehe Ich entfesselte Stürme, und ihnen sage Ich: Wachet und betet, denn das Gewitter wird vorübergehen, und ihr werdet von neuem den Regenbogen des Friedens erstrahlen sehen.

57. Wenn morgen Drangsal die Menschheit umfängt, werdet ihr danken, weil ihr aufgrund der Prüfungen, die ihr heute durchlebt, erreicht habt, eure Seele zu stärken. Wenn ihr die Bilder des Schmerzes, des Hungers und Elends zu sehen vermöchtet, die es in den Nationen, die im Kriege sind, millionenfach gibt, würdet ihr euch nicht zu beklagen wagen; und wahrlich, Ich sage euch, wenn Mich viele jener eurer Brüder auch nicht segnen, so lästern sie wenigstens nicht!

58. Wachet und betet, macht euch meiner Wohltaten würdig und zerstört mit dem Gebete alles, was die menschliche Verderbtheit verursacht.

59. Nach dem Chaos, das sich naht, werden die Menschen meine Vaterliebe suchen und werden Mich finden in Erwartung aller meiner Kinder. Denn in der "Dritten Zeit" wird die ganze Menschheit Mich erkennen, und alle werden sich geistig in der gleichen Gottesverehrung vereinigen.

60. Die Menschen haben wie der "Verlorene Sohn" gehandelt; doch wenn sie selbst den letzten Rest ihres Erbes verschwendet haben, werden sie sich an ihren Vater erinnern und zu Ihm zurückkehren.

61. Euch alle warne Ich mit meinem prophetischen Worte. Hört darauf und verbreitet es, damit ihr morgen, wenn ihr es erfüllt seht, erkennt, dass euer Vater es war, der euch gelehrt hat.

62. Wie ferne steht die Menschheit dem geistigen Kampfe, der auf sie zukommt! Wie viele meiner Kinder, deren Lippen meinen Namen niemals ausgesprochen haben, werden überrascht sein, ihn überall rühmen zu hören!

63. Ich sage euch, dass ihr meinen Namen nur aussprechen sollt, wenn ihr es für unerlässlich haltet, damit ihr eure Brüder die Ehrfurcht vor dem Vater lehrt.

64. Wenn ihr seht, dass jede Moral, Tugend und Gerechtigkeit von der Welt gewichen ist, erscheint euch ihre Erneuerung unmöglich; doch gerade darin wird sich die Größe meiner Lehre offenbaren.

65. Lasst meine Unterweisung in euren Herzen erblühen. Betrachtet euch mit Liebe, helft einander in eurer geistigen Aufgabe, steht euch bei in den Prüfungen.

66. Wenn ihr euch zubereitet habt, indem ihr mein Gesetz erfüllt, werde Ich der Menschheit Zeichen geben, die euren Zusammenschluss kund machen.

67. Wann werdet ihr zubereitet sein, damit eure Mitmenschen in ihren Herzen das Verlangen fühlen, im Schoße dieses Volkes zu leben? Begreift, wie schwerwiegend die Aufgabe und die Verantwortung derer ist, die Mich in dieser Zeit meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan gehört haben.

68. Liebt einander, und ihr werdet erleben, dass euch große Menschenmengen folgen, denn die Menschen warten nur auf ein Beispiel wahrer Barmherzigkeit und Liebe, um meiner Wahrheit nachzufolgen. Wenn ihr im Herzen eurer Brüder Glauben erntet, werdet ihr in eurem Wesen meine Liebe fühlen, und für eure Seele wird es dann keinen größeren Lohn geben als den Frieden.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 50

1. Wie die Lerche, die ihre Flügel ausbreitet, um ihre Jungen zu bedecken, so breitet sich meine Liebe über euch aus.

2. Diese Stimme, die euch ruft, ist die des Göttlichen Meisters; dies Wort ist von Dem, der alles geschaffen hat. Wer Macht hat, alles zu tun, wird den Stein eures Herzens in ein Heiligtum der Liebe und Erhebung verwandeln und wird das Licht entzünden, wo nur Finsternis war.

3. Einige von euch werden umgewandelt und zubereitet werden durch meine Lehre, damit sie sich auf die Suche nach denen machen, die sich in der Wüste verirrt haben. Denn so sehe Ich das menschliche Leben — als eine Wüste. Mancher fühlt sich allein inmitten von Millionen Seelen und verschmachtet vor Durst, ohne dass es jemanden gibt, der ihm ein wenig Wasser darreicht; dorthin werde Ich meine neuen Apostel senden.

Ich will, dass mein Name von den einen wieder mit Liebe ausgesprochen wird und von den andern mit Ergriffenheit vernommen wird. Ich will, dass er denen bekannt wird, die ihn nicht kennen. Es gibt Menschen — Greise, Frauen und Kinder, — die nichts von meinem Dasein wissen. Ich will, dass alle Mich kennenlernen und wissen, dass sie in Mir den liebevollsten Vater haben, dass alle Mich hören und Mich lieben.

4. Ihr müsst euch zubereiten, denn der Augenblick ist sehr nahe, in dem Ich Mich in eurer Seele fühlbar machen werde. Ich werde zu euch kommen und an die Türe eines jeden Herzens klopfen: Selig, wer Mir Herberge zu geben versteht. Die einen werde Ich um Brot bitten, andere um Wasser, wie euch mein Jünger Johannes weissagte: "Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören und die Türe auftun wird, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir."

5. Begreift, dass es nicht die materiellen Dinge sein werden, um die Ich euch bitte; es werden die Liebeswerke eurer Seele sein. Denn mein Hunger und mein Durst ist der, dass ihr euch untereinander liebt, und dass ihr in Frieden lebt.

6. Lasst meine Liebe in euren Herzen keimen und stillt mit ihr den Durst, der diese Menschheit verzehrt.

7. Ich bin nicht müde geworden, euch zu erwarten; ihr jedoch seid müde geworden von so vielem Wandern, denn ihr habt euren (Entwicklungs-)Weg lang gemacht. Niemand fürchte sich, Mir nachzufolgen, denn Ich werde sein Stab sein.

8. Kämpft, damit die Menschheit sich vergeistigt. Wenn ihr es verwirklicht seht, werdet ihr euch freuen und eurem Vater danken. Doch wenn euch nicht vergönnt sein sollte, dies zu erleben, so ängstigt euch nicht, lasst den Samen ausgesät. Denn wenn ihr die Frucht nicht hier erntet, werdet ihr sie in dem Leben ernten, das euch erwartet. Wie wird jenes Leben sein? — Seid unbesorgt, glaubt an es, denn es ist unendlich schöner und vollkommener als das, in dem ihr heute lebt. In eurer Sprache gibt es keine Worte, die das Göttliche beschreiben oder ausdrücken können, und wenn Ich euch jenes Leben in irgendeiner Form beschriebe, würdet ihr es weder geistig erfassen noch verstehen. In jeder Welt und auf jeder Stufe, die ihr erreicht, werde Ich euch das sagen, was ihr dort wissen müsst. Dennoch habe Ich euch viel zu offenbaren in dieser Welt, damit ihr euch zu jenen erheben könnt, die euch erwarten, ohne durch die Hindernisse des Weges zum Straucheln zu kommen.

9. Ich will, dass der Mensch die Weisheit erlangt, demütig und zugleich wohltätig zu sein. Seht, wie viele durch ein wenig Wissen eitel werden, sich groß fühlen, ein Zepter ergreifen und sich vor ihren Mitmenschen krönen. Seid von Herzen demütig, seid einfach und umgänglich, dann werde Ich euch krönen, doch nicht mit menschlichen Eitelkeiten. Es ist nicht nötig, dass die Menschheit diesen Lohn sieht. — Sucht keine Belohnungen unter den Menschen, die euch recht wenig zu geben haben. Strebt danach, dass euch Der entschädige, der ganz Gerechtigkeit ist und alles besitzt.

10. Haltet euch nicht auf bei eurer Lebensreise, macht keine Rückschritte in eurer Entwicklung. Bedenkt, unter wie vielen Leiden und wechselvollen Fügungen ihr bis hierher gelangt seid. Der Fischer der Herzen hat euch befreit und in Sicherheit gebracht; befleckt euch nicht von neuem.

Ich sandte euch zur Erde, um eure Vergehen zu sühnen, und nicht, um sie zu vervielfachen. Denkt nicht — weil ihr seht, dass Ich euch jede Verfehlung vergebe — dass mein Gericht nie zu euch kommen kann und euch zwingt, aus eurem Traum von Größe zu erwachen. Lasst den Frieden meiner Liebe euch alles offenbaren, was ihr nach meinem Willen wissen sollt, auf dass es nicht der Schmerz meines Gerichts ist, der zu euch spricht.

11. Lernt, nutzt die göttliche Unterweisung und lasst sie zur Tat werden. Dies wird die (beste) Art sein, zu beweisen, dass ihr von Mir gelernt habt. Doch wenn Ich euch frage, was ihr mit meinem liebevollen Unterricht angefangen habt, werdet ihr hoffentlich nicht antworten, dass ihr nicht verstanden habt, was ihr gehört habt, und dass euch alles unbekannt ist. Wenn ihr, die ihr meine Worte gehört habt, mit euren Werken meine Liebe und meine Gerechtigkeit Lügen strafen solltet — welche Saat würdet ihr dann auf Erden hinterlassen?

12. In diesem Augenblicke ist es mein Wille, dass ihr für die Nationen der Welt, für eure Menschenbrüder betet, und Ich verspreche euch, dass Ich zu allen als "Lerche" herabkomme, so wie Ich bereits zu euch hernieder gekommen bin.

13. Mit Liebe und Freude sehe Ich, dass ihr alle euch vorbereitet habt, um Mich zu empfangen — die einen mit ihren guten Werken, andere mit ihrem Schmerz, und wieder andere mit geistiger Buße. Dornenvolle Wege musstet ihr zurücklegen, um bis zu dem Baume zu gelangen, auf dem die Nachtigall singt, deren Gesang dem Herzen Frieden gibt.

14. Als ihr hinausgegangen seid auf die Wege des Lebens, der Erfahrung und der Entwicklung, gingt ihr mit eurem Erbe; doch jetzt, da ihr meine Stimme hört, die euch auf halbem Wege überrascht hat, treffe Ich euch ohne Erbe an.

15. Welches Erbe meint der Meister? — Das des Geistes. Denn während die einen es verloren haben, vertauschten es die andern für die Eitelkeiten der Welt. Doch der Augenblick kam, in welchem ihr das Bedürfnis nach den geistigen Gaben empfunden habt, und da ihr sie nicht in euch selbst fandet, habt ihr sie voller Angst auf dem einen oder andern Weg zu suchen begonnen. Daher nenne Ich euch häufig "Verlorene Söhne"; denn ihr seid jenem ähnlich, von dem Ich zu euch in meinem Gleichnis sprach.

16. In euren Herzen sind die Spuren der Stürme eingeprägt, die über sie hinweggegangen sind, an euren Füßen sind die Narben noch frisch, welche die Dornen des Weges auf ihnen zurückgelassen haben, und in eurem ganzen Wesen sehe Ich die Mühsal eines Lebens, von dem ihr heute begreift, dass es nicht das ewige sein kann.

17. Euer Geist durchlebte eine lange Nacht der Schlaflosigkeit und der Tränen; doch die Hoffnung, auf die ihr setztet, als ihr euch aufmachtet, Mich zu suchen, wurde nicht enttäuscht. Denn eine schöne Morgenröte überraschte euch und blendete für Augenblicke euren Geist.

18. Endlich kehrte der "Verlorene Sohn" — gegenwärtig in den Herzen all derer, die dies Volk bilden — zum Heim seines Vaters zurück, hörte von neuem seine Stimme und fühlte sich mit unendlicher Liebe umfangen. Die Scham, seine Kleider zerrissen und seine Füße ohne Sandalen zu zeigen, verschwand, als er auf seiner Stirne den väterlichen Kuss fühlte, als Beweis dafür, dass alles vergeben war von jenem Vater, der lange Zeit hindurch auf die Rückkehr des Sohnes gewartet hatte.

19. Darum habe Ich euch an diesem Tage gesagt, dass ihr alle euch vorbereitet habt, um Mich zu empfangen, und dass ihr euch meiner Liebkosung würdig gemacht habt. Als ihr ausgeruht wart, und die Schluchzer in eurer Brust aufgehört hatten, da hat euch euer Vater, sich in den Meister verwandelnd, seinen Unterricht erteilt, damit ihr die Aufgabe zu erfüllen begännet, für die ihr erschaffen und zur Erde entsandt worden seid.

20. Wer seine Liebe zum Vater mehrt und zu seinem Jünger wird, kann danach nicht mehr den Weg verfehlen. Sie alle lasse Ich in mein Heiligtum eintreten, damit sie beim Anblick der Reinheit und der Vollkommenheit, die in ihm herrschen, nicht wagen, es jemals zu beflecken.

21. Der Neuling gerät bei der Lehrrede des Göttlichen Meisters in freudige Begeisterung, und beim Eindringen in den Sinngehalt seiner Unterweisung wird er sich bewusst, dass das Erbe, das er auf seinem Lebensweg verloren zu haben glaubte, immer bei ihm gewesen ist. Doch seine Augen sahen es nicht, und sein Herz fühlte es nicht, weil er taub, blind und unempfindlich für seine geistigen Gaben war. Wieder erstarkt, sicher und vertrauensvoll, hat er das Verlangen — da er seinen Schöpfer liebt und sich von Ihm geliebt fühlt — noch einmal die Wege zurückzulegen, die er hinter sich ließ. Doch nicht, um sich zu verirren, sondern um sie zu erhellen, die Dornen zu entfernen und die verirrten Wanderer aufzusuchen und ihnen die Richtung nach jenem Baume zu zeigen, bei dem er selbst das Leben und den Glauben zurückgewann.

22. Selig, die unermüdlich die Wahrheit suchen, und noch mehr jene, die sie nicht für sich behalten, nachdem sie diese gefunden haben, sondern sie zu den Menschen bringen, um mit ihrem Lichte den Weg ihrer Brüder zu erhellen.

23. Ich habe euch "Arbeiter" genannt, und ihr könnt es in Wahrheit sein. Ich habe euch die Zeit, das Saatkorn, das Wasser, die Äcker und die Arbeitsgeräte gegeben.

24. Einfach ist das Sinnbild, in welchem Ich zu euch spreche, damit ihr alles verstehen könnt, was Ich euch in diesen Unterweisungen sagen will.

25. Ich lasse auf eurer Seele meinen Liebestau zurück, der euch fruchtbar macht und liebkost. Weder auf die Berge, noch in die Täler, noch auf die Blumen habe Ich so große Gnade strömen lassen wie auf euch. Meine Liebe wird euch immer begleiten; aber dies Wort, das Ich euch derzeit durch Vermittlung des menschlichen Verstandesorganes gebe, wird nicht ewig bei euch sein.

26. Hört meine Worte und bewahrt sie in euren Herzen. Wenn Ich der Menschheit nicht gewährte, dass Ich — von neuem Mensch geworden — zur Erde zurückkehrte, wie es der Wunsch und die Glaubensüberzeugung vieler ist, so werde Ich euch ebenso wenig gewähren, dass ihr Mich nach dem angezeigten Zeitpunkt, der am Ende des Jahres 1950 ist, weiterhin in dieser Form hört. Heute wisst ihr noch nicht, was Ich nach dieser Zeit für euch bereithalte.

27. Ich will euch zubereiten, damit ihr die Kranken heilt, damit ihr die Witwen und die Waisen tröstet, damit ihr die Sünder mit Worten der Vollmacht bekehrt, damit ihr die "Aussätzigen" heilt und den geistigen Weg eurer Mitmenschen mit Licht erfüllt.

28. Von neuem vererbe und überlasse Ich euch den Samen des Lebens, der Liebe und der Vergeistigung. Verliert euer Erbe nicht mehr in eurem Leben.

29. Ich lasse euch meinen Frieden, denn Ich bin der Friede, der sich über die Welt ausbreitet, ähnlich den Flügeln der Lerche, die im Nest ihre Jungen bedeckt. Wann werdet ihr geistig wie Lerchen des Friedens sein?

30. Ich ließ euch in diesem Liebesnest geboren werden, wo es euch nie an Nahrung gefehlt hat, und wo meine Unterweisung euer Herz mit Wonne erfüllt. Noch seid ihr schwach, eure Flügel sind noch nicht gewachsen, das Gefieder ist spärlich. Aber der Tag wird kommen, an dem ihr euch stark genug fühlen werdet, um im Fluge aufzusteigen, Entfernungen zu überwinden und dem Toben der Stürme zu trotzen. Handelt nicht wie jene, die das Nest vor der Zeit verlassen wollten und zu Boden gestürzt sind, weil sie noch nicht mit ihren Flügeln zu schlagen verstanden. Wartet, bis Ich euch den Weg bezeichne, dann werdet ihr euch nicht verirren. Wie eine große Lerchenschar werdet ihr euch zerstreuen, als Symbol des Friedens einen Olivenzweig mitnehmend, und im Laub der Bäume werdet ihr neue Nester bauen.

31. Ihr fragt Mich, warum Ich in dieser Zeit zu euch gekommen bin, und Ich sage euch: Seid ihr euch nicht all dessen bewusst, was in eurer Umwelt vor sich geht? Wisst ihr nicht, dass das, was in jüngster Zeit auf der Welt geschehen ist, und das, was sich in der Gegenwart abspielt, die Verkündung meiner Ankunft und meiner Gegenwart unter den Menschen bedeutet?

32. Seht, wie der Krieg die fortgeschrittensten Nationen erfasst hat, die Bosheit seinen höchsten Entwicklungsgrad erreicht hat. Die Lüge wird aufgenommen, als ob sie Wahrheit wäre; die Wissenschaft hat erlaubt, als sie der Menschheit große Geheimnisse enthüllte, diese zur Zerstörung zu verwenden. Und wie viele unlautere Betätigungen hat die Welt als gut sanktioniert! Gerade dann erscheine Ich bei euch, um euren Verstand zu erleuchten und euch in eurem rasenden Lauf in den Abgrund aufzuhalten.

33. Ich spreche zu euch mit meiner ewigen Wahrheit und sage euch: Wenn ihr Vergnügungen sucht und nach Wissenschaft verlangt, so werdet ihr in Mir die wahre Wissenschaft und die wahre Wonne finden.

34. Wie klein ist euer Planet, und dennoch — wie ferne lebt ihr voneinander! Wie viel Zwietracht gibt es in eurer Welt!

35. Der Mensch ist nicht mehr unwissend, seine seelische und intellektuelle Entwicklung ist groß; darum ist seine Verantwortung in dieser Stunde der Prüfung ebenfalls sehr groß. Der Mensch dieser Zeit wird vielleicht sagen, dass er meine Gesetze und meine Gerechtigkeit nicht kennt. Doch dies ist nicht die Wahrheit, weil er eine Lichtseele in sich trägt. Der Grund (für seine Gesetzesverstöße) ist der, dass die Seele gegenüber den Versuchungen und Vergnügungen der Welt nachgibt, denen sie ihre Geistesgaben zu Füßen legt und vor denen sie ihren Nacken beugt.

36. Menschheit, aus Liebe zu dir bin Ich herabgekommen und habe Mich in dieser Form materialisiert. Mein Geist steigt in die Abgründe hinab, und meine helfende Hand streckt sich aus, um das verirrte Schaf zu retten. Ich lehre euch, mit der Seele, und nicht mit den Lippen zu beten und zu bitten; denn es ist nicht der Körper, der bitten soll, sondern die Seele ist es, die weiß, was beide bedürfen. Die Sprache gab Ich euch, damit ihr euch mit euren Brüdern verständigen könnt.

37. Die Sprache der Seele ist jenseits eurer Sprache und eures Denkens. Wie kann der Körper das ausdrücken, was die Seele empfindet? Immer werden diese Ausdrucksweisen armselig sein, und unvollkommen diese Äußerungen im Gebet. Immer wird eine Träne, die eurem Auge entquillt, und die oft niemand sieht, besser zum Vater sprechen — ein Schluchzen, das in eurer Brust erstickt, ein Schmerz, den ihr schweigend vor Mich bringt und den ihr mit Geduld ertragt, oder eure guten Werke, deren geistiger Gehalt zu Mir aufsteigt, so wie von den Blumen Wohlgeruch ausgeht.

38. Ich beweise meine Gegenwart unter euch mit der Tatsache meiner Unterweisung. Jemand mag sagen: "Meister, es ist schwer, deine Lehre in die Tat umzusetzen, und vielleicht ist sie ungeeignet für unsere materialistische Zeit." Doch Ich sage euch, das gleiche sagte man in der "Zweiten Zeit" von meinem Worte, und dennoch waren gerade die Heiden und Götzenanbeter diejenigen, die sich am schnellsten zu ihm bekehrten.

39. Ebenso, wie Ich euch diese Zeiten großen Leidens ankündigte, so sage Ich euch auch, dass, wenn die Verwirrung vorüber ist, die Harmonie unter den Menschen kommen wird.

40. Die Hochmütigen, die sich groß Dünkenden, die, welche ohne Nächstenliebe und Gerechtigkeit sind, werden eine Zeitlang im Jenseits zurückgehalten werden, damit das Gute, der Friede und die Gerechtigkeit auf der Erde Fortschritte machen und inmitten derselben die Vergeistigung und die gute Wissenschaft wachsen. Denn es wird nicht nötig sein, dass ihr ein mystisches Leben führt, um Mir zu gefallen, auch wird keiner genötigt werden, Mir zu folgen. Denn die Werke, die ihr Mir unter Zwang darbringt, werden von Mir nicht angenommen werden. Zu Mir gelangen allein die Opfergaben aus gutem Willen, die aufrichtigen Impulse, die spontane Liebe. Auch will Ich nicht, dass ihr Mir aus Furcht vor einer Strafe dient. Es ist Zeit, dass ihr wisst, dass Gott seine Kinder nicht bestraft. Verletzt Mich darum nicht mehr durch eure schlechten Urteile (über Mich).

41. Niemals soll euch der Eigennutz leiten, und gebt auch nie etwas, weil ihr im Voraus an den Lohn denkt; denn dies ist weder Liebe noch Barmherzigkeit. Euer Geist erwarte nicht, auf der Welt Liebe zu ernten als Lohn für seine guten Werke; denn ihr seid nicht zur Erde gekommen, um Liebe zu ernten, sondern um sie zu säen. Die Ernte ist nicht von dieser Welt.

42. Jene, die ihre Aufgabe in diesem Leben erfüllt haben, haben es mit Frieden in ihrem Herzen, mit einem Lächeln auf den Lippen, voll Befriedigung und Demut verlassen und haben alle gesegnet, ohne an all den Schmerz zu denken, den sie für die Liebe ernteten, die sie gesät haben. Ich bin der vollkommene und gerechte Lohn für eure Werke. Vergesst nicht, dass Ich euch sagte: "Alles, was ihr an euren Brüdern tun werdet, tut ihr an Mir."

43. Wenn um eines kurzen Aktes der Reue und der seelischen Erhebung willen mein göttlicher Strahl auf diese Körper (der Stimmträger) herabfällt und das Wort auf ihre Lippen legt, das meine göttliche Unterweisung zum Ausdruck bringt, die euch bewegt und durch ihre Liebe erbeben lässt — was wird euch der Vater erst geben, wenn ihr euch voller Verdienste in eurer Seele in jener andern Welt einfindet?

44. Ich sage euch sogar: Bittet Mich um mein Zepter, und Ich werde es euch geben! Ja, meine Kinder, versteht zu bitten, und alles wird euch gegeben werden; denn wenn ihr euch eines Tages meines Zepters würdig macht, würde Ich es euch nicht verweigern. Doch Ich will, dass ihr dies Wort richtig auffasst, damit ihr nicht einem Irrtum anheimfallt.

45. Viele Menschen von anerkannter Gelehrsamkeit in der Welt werden Mich in dieser Form nicht erkennen können und Mich verneinen. Doch seid dadurch nicht überrascht, da Ich es euch schon vor langer Zeit ankündigte, als Ich euch sagte: "Sei gesegnet, Vater, dass Du deine Wahrheit den Unmündigen offenbart und sie den Gelehrten und Klugen verborgen hast."

Dies geschieht jedoch nicht, weil Ich meine Wahrheit irgendjemandem verberge, sondern vielmehr, weil die, deren Verstand unbelastet ist, in ihrer (geistigen) Armut oder Bedeutungslosigkeit Mich besser empfinden können, während die Menschen mit Begabung, deren Verstand voller Theorien, Philosophien und Glaubenslehren ist, Mich weder begreifen noch empfinden können. Doch die Wahrheit, die für alle ist, wird zum vorbestimmten Zeitpunkte zu jedem kommen.

46. Viele werden kommen und euch sagen, dass nicht Ich es bin, der zu euch spricht, dass es nicht mein göttliches Wesen ist, das sich in dies Wort ergießt. Daraufhin werden einige von euch Zweifel bekommen und Mir in ihrem Kummer sagen: "Meister, wie ist es möglich, dass ich den Glauben verliere und (nun) ohne Gesetz und ohne Gott weiterleben muss?" Doch wahrlich, Ich sage euch, wer Mich empfunden und erlebt hat, kann Mich nicht mehr leugnen.

47. Ein Sturm von Ideen und finsteren Kräften hat seit langem die Menschen entzweit. Ein Sturm des Lichts wird sie in dieser Zeit vereinen. Der Turm von Babel, den die Menschen errichteten, ist zerstört worden, aber im Herzen der Völker und Rassen ist jener Turm des Hochmuts weitergewachsen. Nur ein geistiger Sturm kann ihn niederreißen, und dieses Unwetter beginnt nun seine Grundfesten und seine Mauern zu erschüttern. Doch wenn dieser Turm zerstört ist, wird sich dort an seiner Stelle ein anderer erheben, der nicht zerstört werden kann, weil seine festen Grundmauern nicht aus Uneinigkeit, sondern aus Brüderlichkeit und Harmonie bestehen werden.

48. Um euch zu helfen, meinen Unterricht zu verstehen, sage Ich euch: Empfangt Mich in eurem Herzen, damit ihr die Lehre begreifen könnt, die Ich euch in dieser Zeit offenbare. Dies Wort, das Ich euch übergebe, ist das neue Testament, das euch zum ewigen Leben führen wird. Selig, wer die hohen Werte dieses Wortes erkennt; denn dann wird er in der jenseitigen Welt die hohen Werte erkennen, die dort vorhanden sind.

Verlangt nicht Beweise, um zu glauben, denn ihr würdet die heidnischen Völker des Altertums nachahmen, und dies sind jetzt andere Zeiten. Treibt eure Vermaterialisierung und eure Zweifel nicht so weit, eure Propheten zu leugnen und sie sogar umzubringen, wie ihr es in der "Ersten Zeit" getan habt.

Ihr seid wieder ins Fleisch geboren worden, um einen Schritt vorwärts auf dem Entwicklungsweg zu machen, nicht um bei der gleichen Lektion stehenzubleiben. Falls meine neue Unterweisung tiefgehender ist — seht, wie Ich Selbst sie euch erkläre, damit ihr sie versteht.

49. Ihr alle erhaltet die gleiche Unterweisung, ihr habt jedoch nicht alle die gleiche Anzahl von Reinkarnationen. Ihr lebt in der Dritten Zeit, und noch immer wissen manche nicht, in welcher Zeit sie leben, noch was die Wahrheit ist, noch welches der rechte Weg ist.

50. Dies ist die Zeit des Lichtes und des Geistes, und viele kennen noch immer nicht die wahre Verehrung Gottes. Während die einen nicht die geringste Furcht vor meiner Gerechtigkeit haben, fürchten die andern Gott auf eine falsche und unberechtigte Weise.

Ich sage meinen Jüngern, dass der Mensch sich vor sich selbst fürchten soll, denn er ist es, der wirkt, der aufbaut oder zerstört. Wie ungerecht zeigt ihr euch gegenüber eurem Vater, wenn ihr im tiefen Schmerz, den ihr euch verursacht, zu Mir sprecht: "Herr, warum züchtigst Du mich?" — Ich setze keine Dornenkrone auf das Haupt meiner Kinder, auch lege Ich auf ihre Schultern kein schweres Kreuz. Sie verurteilen sich, krönen und überhäufen sich mit Mühsalen.

51. Jesus, der Gerechte, nahm die Krone an, die ihr Ihm zuteil werden ließet, und das Kreuz, das ihr Ihm auferlegtet; denn sein Opfer und sein Blut waren das Einzige, was würdig war, um durch sein Beispiel den Weg vorzuzeichnen, auf dem ihr aufwärtssteigen müsst, um euch von euren Sünden zu reinigen.

52. Ich bin euer Richter, doch mein Urteil, das unwiderruflich und unerbittlich ist, entspringt der Liebe. Heute richte Ich Lebende und Tote; doch lernt begreifen, wer die Lebenden und wer die Toten sind. Ich bin Auferstehung und Leben und erwecke die zu neuem Leben, die für die Wahrheit tot waren. Ich komme als König, doch Ich trage keine Krone der Eitelkeit, denn mein Reich ist das der Demut. Für viele bin Ich der Tote, der aufersteht, weil Ich im Geiste zur Menschheit gekommen bin, um ihr aufs neue zu sagen, dass "mein Reich nicht von dieser Welt ist", und dass — um die Stimme eures Königs und Herrn zu hören — es notwendig ist, die Seele zu erheben, um so zu Ihm zu gelangen.

53. Wer während seines Aufenthaltes auf der Erde den Versuchungen erlegen ist und Sklave der Welt und seiner Leidenschaften gewesen ist, den wird der Tod ohne Kraft und ohne Entwicklung der Seele überraschen, was so ist, als ob er den Tod in sich trüge.

54. Dem Bösen errichtet man Throne in der Welt und erweist man in allen möglichen Formen Verehrung. Das Gute verspottet und bekämpft man, als ob es schädlich oder unnütz wäre. Doch wenn meine Stimme euch von der Unendlichkeit aus ruft, damit ihr auf dem Weg des Guten zu Mir kommt, welches der einzige (Weg) ist, der zu Mir führt, so geschieht dies, weil Ich euer Schöpfer bin und weil ihr Mir gehört. Wenn Ich euch suche, so deshalb, weil Ich euch liebe und nicht will, dass jemand die Glückseligkeit verliert, die Ich für alle bereithalte. Wie ein Dieb bin Ich gekommen, um euch zu überraschen; doch was Ich gesucht habe, ist euer Geist. Da Ich euch ein schweres Kreuz tragen sah, brauchte Ich sein Gewicht nicht noch vermehren durch mein Gericht; vielmehr helfe Ich es euch tragen.

55. Wahrlich, Ich sage euch, noch kann Ich keine vollkommenen Werke von euch verlangen, weil ihr in Sünde geboren werdet und in Sünde lebt. Ich versichere euch aber, dass Ich durch die Macht meines Wortes aus euren Herzen Tugenden hervorsprießen lassen werde. Die Gaben, die in eurem Geiste vorhanden sind und von denen die Menschheit glaubt, dass sie nur den Gerechten und den Propheten einer andern Zeit zu eigen waren, erscheinen jetzt selbst bei den großen Sündern, und mittels dieser Gaben wird die Menschheit gerettet werden.

56. Ich habe Durst nach eurer Liebe, Hunger nach eurem Frieden. Doch wenn auch ihr Hunger und Durst habt — was könnt ihr Mir dann geben? Eure geistige Auftragserfüllung ist die des Friedens. Wachet und betet, damit ihr diese Gabe, die Ich euch anvertraute, Wirklichkeit werden lasst. Betet täglich für kurze Zeit und verwendet den Rest eurer Zeit dazu, eure geistigen und auch materiellen Pflichten zu erfüllen.

57. Sagt den Menschen, dass Ich den Weg der Sünder erhellt habe, damit sie dem Verderben entrinnen können. Ich komme auf der Suche nach den Verirrten, denn die Gerechten sind schon bei Mir.

58. Ich werde euch lehren, mit Sanftmut und zugleich mit Festigkeit durch die Welt zu gehen. Als meine Kundgabe in dieser Zeit begann — wer hätte euch da von allen geistigen Gnadengaben sagen können, die ihr genießen würdet?

59. Ihr habt die Prophezeiungen der vergangenen Zeiten erforscht und habt festgestellt, dass meine neue Offenbarung angekündigt worden war. Doch als ihr die Kundgabe Marias, eurer Himmlischen Mutter, erhieltet, fragte sich mancher: Sollte die Gegenwart Marias auch angekündigt sein? — Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr die Weissagungen des Apostels Johannes richtig auslegtet, würdet ihr entdecken, dass ihre "Gegenwart" gleichfalls in dieser Zeit sein musste.

60. Wie viele derer, die zu diesem Volke gehören, haben nicht einmal die Schriften erforscht; denn die Eingebung ihres Geistes und der Glaube ihres Herzens haben ihnen im Innersten gesagt: Es ist der Göttliche Meister. Es ist unsere Geistige Mutter.

61. Wahrlich, Ich sage euch, wo immer sich mein Geist kundgibt, dort wird die mütterliche Zärtlichkeit und Güte Marias gegenwärtig sein.

62. Warum haben viele sie verkannt? Bedenkt: Wenn sie nur als Frau gelebt hätte und sich ihre Mission darauf beschränkt hätte, jenen Körper zur Welt zu bringen, in welchem sich "Das Wort" kundgab, so hätte Ich sie euch nicht direkt am Fuße des Kreuzes als Mutter zurückgelassen, noch hätten meine Jünger sie als ihre eigene Mutter betrachtet, nachdem der Meister weggegangen war.

In der heutigen Zeit, in der ein Teil der Menschheit ihre Reinheit und Göttlichkeit verneint und ein anderer Teil sie als Universelle Mutter anerkennt, sie mit fanatischen, unwissenden und abgöttischen Kulten anbetet, sende Ich euch mein Licht und gewähre euch ihre Gegenwart, damit ihr euch durch ihr Wort, welches mütterliches Wesen, unendliche Zärtlichkeit und göttlichen Trost verbreitet, euch zu den Menschen aufmacht und in euren Herzen ein Heiligtum tragt, in welchem eure zarteste Opfergabe jene sein soll, die ihr eurer Himmlischen Mutter weiht. Dann werdet ihr mit Recht den Namen Trinitarisch-Marianische Spiritualisten tragen.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 51

1. Jünger, mit welcher Freude und Zärtlichkeit empfängt Mich heute euer Herz! Der Grund dafür ist, dass zuvor eure Geistige Mutter unter euch war und euch in ihr göttliches Wesen einhüllte.

2. Welche Freude wird in eurer Seele sein, wenn sie einmal außerhalb der Materie, die sie gefangen hält, in den Regionen des Friedens lebt und immerdar die Stimme der Himmlischen Mutter wie einen göttlichen Gesang hören kann.

3. Der Glaube und die Liebe zu eurer Geistigen Mutter ist ein Same, den Ich euch anvertraue, damit ihr ihn in den Herzen eurer Brüder pflegt. Alle, die durch meine Barmherzigkeit das Zeichen an ihrer Stirne empfangen haben, werden vorangehen und den Weg erhellen.

Vor langer Zeit gebot Ich eben diesen Seelen, als Symbol des Bündnisses und der Reinigung die Türen ihrer Häuser mit dem Blut eines Lammes zu kennzeichnen. Ich allein weiß, warum Ich euch zu allen Zeiten gekennzeichnet habe, Ich allein kenne eure Bestimmung und euren Sühneweg, und darum sucht euch immerzu meine Gerechtigkeit heim, damit ihr dem Bösen fernbleibt.

4. Als meine Stimme in dieser Zeit wie der Schall einer läutenden Glocke ertönte, habt ihr augenblicklich erkannt, Wer da rief, und habt euch aufgemacht, um Mich zu hören und Mir später nachfolgen zu können. — Keiner von euch fühle sich als König oder Herr wegen der Gaben, die er von Mir empfangen hat, oder wegen der Würde, mit der er bekleidet worden ist. Seid die Demütigsten und doch auch die Eifrigsten (in der Beachtung) meines Gesetzes.

5. Dies ist die Zeit eures geistigen Tätigseins, in der euch die Erfahrung helfen wird, die ihr auf dem Entwicklungsweg gesammelt habt. Immer, wenn ihr auf der Erde gewesen seid, habt ihr Annehmlichkeiten und Vergnügungen gesucht, und wenn ihr im Jenseits lebtet, habt ihr euch auf ein beschauliches Leben beschränkt. Erst jetzt begreift ihr allmählich den Zweck eures Daseins und das eigentliche Wesen eurer geistigen Aufgabe.

6. Täglich öffnen die Menschen neue Furchen für das sittliche Verderben, und gerade dort müsst ihr diesen Samen hineinlegen, Arbeiter Jesu, damit das Beispiel eurer guten Werke die Wahrheit meiner Lehre bezeugt und eure Mitmenschen von ihrem "Materialismus" befreit.

Lasst euer Leben immer auf dem rechten Weg hingleiten. Wenn dann der Tod eurer Seele die Tore zur Ewigkeit öffnet, können eure Brüder sagen: "Seht, das war ein Gerechter!" Und wenn ihr in meine Gegenwart kommt, kann der Vater zu euch sagen: "Kommt, ihr sollt ewig bei Mir leben!"

7. Elias, welcher der Geistige Hirte der "Dritten Zeit" ist, ist derjenige, dem die Seelen als Schafe der Hürde des Herrn anvertraut wurden. Er ist es, der die Hundertvierundvierzigtausend sammeln wird, die Ich mit dem Zeichen meiner Göttlichkeit kennzeichne, und wenn sie gekennzeichnet worden sind, wird mein Gericht über die Erde hereinbrechen. Heute entzündet Elias in jedem Geiste ein Licht, damit in der Stunde der Prüfung niemand verlorengeht.

8. Volk, mein Lichtstrahl wird durch meine Stimmträger zum Wort, um euch meine Lehre zu erläutern. Dies Wort hat eure Herzen berührt, es hat euch den Weg gewiesen, der zur Glückseligkeit führt und die Last eures Kreuzes leichter macht. Stärkt euch an meinem Worte, damit ihr euren Prüfungen mutig standhaltet und es mit Liebe und Sanftmut befolgt. Fürchtet nicht die losen Zungen der Menschen — vergesst nicht, dass ihr sehr geprüft werden müsst.

9. Es ist notwendig, dass die Menschheit sich von neuem gegen Mich erhebt, es ist notwendig, dass die Menschen mein Werk auskundschaften. Nur so werden sie imstande sein, die Wahrheit und das gerechte Gesetz zu entdecken, nur so werden sie meine Gegenwart finden und meine Weisheit und Liebe klar erkennen können.

10. In diesem Kampfe müsst ihr eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen. Doch haltet euch nicht für die Besitzer meines Gesetzes, denn das Gesetz bin Ich, und ihr seid nur seine Ausleger.

11. Seid glücklich bei dem Gedanken, dass ihr keine prächtigen Tempel besitzt, die jemand zerstören kann; denn ihr könnt eure Zusammenkünfte sowohl in einer schlichten Kammer, als auch in einem Tale oder auf einem Berg abhalten. Wo meine Kinder sich versammeln und Mich rufen, da werde Ich bei ihnen sein. Auch sage Ich euch, dass es keine menschliche Macht geben wird, die dies Wort aufhält, das ohne Unterbrechung bis zu dem Tage (zu euch) kommen wird, der durch meinen Willen festgesetzt ist. Und wenn die Menschen die Lippen meiner Jünger vor dieser Zeit zum Schweigen brächten oder sie töten würden, so würden ihre toten Körper schreien!

12. Die Prophetien, die Ich euch in meinem Worte gegeben habe, werden sich treulich erfüllen. Denn Ich habe euch nicht betrogen, habe euch nicht Steine statt Brot oder Schlangen statt Fische gegeben. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

13. In der "Zweiten Zeit" gab Ich euch nur Kunde von dem Reich, aus dem Ich kam und zu dem ihr eingehen müsst. Jetzt komme ich, um euch viele Schönheiten dieses göttlichen Vaterhauses zu offenbaren. Dieses neue Leben ist der Beginn des Friedensreiches, das Ich euch versprochen habe.

14. Meine Spur ist seit der "Ersten Zeit" deutlich sichtbar. Wandelt auf ihr, geht voran, ohne euer Kreuz im Stich zu lassen, denn ohne dasselbe könnt ihr nicht erkannt werden.

15. Was die Menschen zerstört haben, werde Ich wiederaufbauen.

16. Dringt in das Licht und den geistigen Sinn des Sechsten Siegels ein — des Buches, in welchem eure Bestimmung niedergeschrieben ist.

17. Ich gebe euch belehrende Worte des Trostes, andere zur Unterweisung, wieder andere zur Wachsamkeit, und einige auch zur Zurüstung, damit euch nichts in eurem Reisesack fehlt.

18. Wie viele der Prophezeiungen meiner Propheten gehen bereits in Erfüllung! Joel sagte: "Ich werde meinen Geist auf alles Fleisch ausgießen." Der Apostel Johannes sah diese Zeit in seinen prophetischen Gesichten, und mein Wort wird weiterhin bis in Ewigkeit in Erfüllung gehen.

19. Das Göttliche Wort findet Widerhall im Herzen dieses Volkes. Ihr habt die Wohnung vorbereitet, und hier bin Ich bei euch. Das Buch des Wahren Lebens liegt aufgeschlagen vor euch, und jedes Mal, wenn ihr es studiert, empfangt ihr eine neue Belehrung. Doch jene, die in ihrer Teilnahmslosigkeit tief schlafen, sollen nicht bis zum Jahr 1950 warten — nicht warten, bis meine laut tönende Glocke meinen Abschied ankündigt, und sich erst zu dieser Stunde aufmachen wollen, Mich zu hören. Ihr wisst, dass mein Wort und das meiner Geistigen Welt nach jenem Jahr, das Ich euch angezeigt habe, nicht mehr zu hören sein wird.

20. Ich habe euch befreit, und mein Blut war das Symbol der Liebe, die Ich zu euch habe. Ich will nicht, dass ihr zur Sünde, zur Finsternis zurückkehrt.

21. Eine weltweite Heimsuchung naht, und Ich will, dass mein Volk vorbereitet ist, damit es inmitten des Unwetters der Leuchtturm der Hoffnung ist, der den Weg der Schiffbrüchigen erhellt. Wahrlich, wahrlich, drei Viertel der Erde werden heimgesucht werden, sie wird der Schmerz reinigen. Höre auf Mich, Volk, denn du musst diese Worte allen deinen Mitmenschen bringen.

22. Ihr sollt in eurem Herzen die Selbstsucht, die es enthalten könnte, abtöten und der Nächstenliebe Raum geben. Ist es etwa möglich, dass ihr Liebe predigt, ohne sie zu empfinden? Bevor ihr diese Maske der Heuchelei auf euer Gesicht setzen solltet, werde Ich euch lehren und euch prüfen, bis Ich bewirke, dass die Aufrichtigkeit in euren Herzen geboren wird.

23. Der Tag meines Abschieds wird kommen, und wer sich vorzubereiten verstanden hat, wird sich geistig zur Rechten des Herrn stehen fühlen. Doch wahrlich, Ich sage euch, die Zahl der Ungehorsamen — jener, die den verbotenen Kreis überschreiten, wird groß sein. Dies werden jene sein, die, obwohl sie Mir oft zugehört haben, den Unterricht weder zu nutzen noch zu verstehen wussten, und in ihrer Unwissenheit werden sie den Vater bitten, dass Er noch eine Zeitlang bei ihnen sei, obschon Ich ihnen viele Male gesagt habe: "Mein Wort ist das eines Königs und wird niemals zurückgenommen"; und: "Eher würden Himmel und Erde vergehen, oder das Königsgestirn würde zu strahlen aufhören, als dass ein einziges meiner Worte nicht in Erfüllung ginge." Darum sage Ich euch, dass es mein Wille war, euch von den ersten Tagen meiner Kundgabe an das Ende dieser Manifestation anzukündigen, damit ihr alle es wüsstet und vorbereitet wäret.

24. Elias kündigte dem Volke meine bevorstehende Ankunft an, und ebenso bezeichnete er durch den Mund von Roque Rojas das Jahr 1950 als das meines Abschieds, das heißt das Ende des Zeitraums für die Kundgabe durch den menschlichen Verstand.

25. Zum jetzigen Zeitpunkt sage Ich euch, dass mein Unterricht weit vorausgeht, und dass ihr im Begriffe seid, zurückzubleiben. Wenn ihr euch am Tage der Heimsuchung nicht schwach fühlen wollt, müsst ihr euch beeilen und euch anstrengen, um mit meinen Lektionen Schritt zu halten. Nur so werdet ihr euch stark genug fühlen, um in den folgenden Zeitabschnitt einzutreten, in den der Kundgabe von Geist zu Geist.

26. Ich habe euch die Gegenwart der Geistigen Welt offenbart, damit ihr die Nähe eurer Brüder fühlt und ihre weisen Ratschläge annehmt. Sie sind gekommen, um euch Vergeistigung zu bringen. Warum wolltet ihr sie alle Augenblicke zum Materiellen herabzerren? Das wird euch zwar nicht gelingen, aber ihr verursacht ihnen Leiden.

27. Diese Geistwesen leben in Harmonie mit meiner Göttlichkeit, ihr seid die Toten, die sie auferwecken wollen. Meine Stimme wird euch beständig sagen: Bereitet euch vor! Denn wenn es nicht so geschehen würde — falls ihr euch nicht bewusst werden solltet, dass ihr in einer Zeit der Gefahren und Fallstricke lebt, werdet ihr vor euren Augen die falschen Christusse, die falschen Elias' und die falschen "Lichtgeister" aufkommen sehen.

28. Wollt ihr, dass es die Welt, die Menschen oder der Schmerz ist, die euch von euren Fehlern freimachen? Erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe: "Der Baum wird an seiner Frucht erkannt", was so zu verstehen ist, dass ihr nach euren Werken beurteilt werdet. Gesegnet seien jene, die mit Ergebung und Gehorsam ihr Kreuz auf sich nehmen. Doch immer wird es unter meinen Aposteln den verräterischen, selbstsüchtigen und falschen Jünger geben, der, wenn er könnte,' Mich von neuem dem Opfertod überantworten würde — wenngleich es nicht notwendig ist, dass Ich in einem materiellen Körper bin, um Mich kreuzigen oder mein Gesicht bespeien lassen zu können.

29. Ich will, dass ihr alle gehorsam seid, will keinen sehen, der diese harten Worte verdient; denn wenn eure Mitmenschen euch nach Mir fragen, sollt ihr euch nicht verbergen, noch ihnen gegenüber leugnen, Mich gehört zu haben. Denn niemand soll Mir im Augenblick der Prüfung den Rücken kehren, keiner soll sein Erbe verheimlichen.

30. Ausführlich ist mein Unterricht bei jeder meiner Lehransprachen; denn Ich will in eurem Herzen ein geistiges Heiligtum errichten, in dem Ich wohne, und einen Ort des Friedens für eure Brüder.

31. Nutzt diese Zeit, in der mein Wort durch den Stimmträger eure Seele liebkost. Öffnet euer Herz und bewahrt in ihm dies Buch, denn der Augenblick wird kommen, in dem ihr aus eurer tiefen Lethargie erwacht und auf der Suche nach Licht euch ihm zuwendet.

32. Ich spreche von meinem Kreuz der Liebe herab zu euch. Doch jetzt ist es nicht Blut, das aus meinem Körper fließt, sondern Licht, das in Strahlen hervorbricht, die auf die Menschen herabfallen. Ich habe euch die Gabe des Wortes und das Licht der Inspiration gegeben. Aus eurem Munde wird die Erklärung des Geheimnisses der Sieben Siegel kommen, damit die Menschheit meine Wahrheit kennt. Dies Wort, das Ich euch gebe, wird die dunkle Binde von den Augen der Menschen wegnehmen. Alles Unkraut wird ausgerissen werden, und an seiner Stelle wird der gute Same gesät werden.

33. Ihr geht auf Spuren von Blut, von Laster und von Sünde und verwünscht jene, die sie hinterließen, ohne dass ihr wisst, ob diese Spuren nicht diejenigen sind, die ihr in einem früheren Leben zurückgelassen habt. Fühlt euch daher nicht frei von Verantwortung in dieser Zeit. Dann werdet ihr zur Einsicht kommen, dass meine Gerechtigkeit, so hart und unerbittlich sie euch erscheinen mag, nur Liebe enthält.

Einen Schatz an Weisheit habe Ich in dieser Zeit durch meine Stimmträger ausgeschüttet; doch erst nach meinem Weggang 1950 werdet ihr diesem Worte seinen vollen Wert beimessen, wenn meine Nachtigallen für diese göttlichen Gesänge verstummt sind.

34. Mein Wort ist das eines Königs, mein Wille ist ein einziger, und wenn jener Zeitpunkt gekommen ist, wird nichts und niemand die Anordnung meiner Gebote und Ratschlüsse ändern.

Manche sagen, dass 1950 noch ferne ist und dass noch Zeit ist, um sich des freien Willens zu erfreuen, dass später noch Zeit sein wird, sich zu bekehren und mein Gesetz zu erfüllen. Wie armselig und unwissend erweist sich, wer so denkt und fühlt! Wer weiß die Tage, die er noch auf Erden zu leben hat? Wer ist Herr darüber, sein Dasein nach seinem Willen zu verlängern?

35. Niemand wünsche sich, dass seine Seele zu einem elenden Überbleibsel wird, wenn sein Erdenkleid aufhört zu existieren; und macht aus eurer Seele auch nicht einen leidenden Schatten, der von Tür zu Tür und von Herz zu Herz um ein Almosen von Licht bettelt, obwohl mein Geist Ströme davon auf sie ergoss.

36. Hört zu, Neuankömmlinge: der Meister will, dass — wenn dies Wort nicht mehr vernommen wird — ihr die geistigen Meister eurer Kinder sein könnt, der neuen Generationen, die Ich euch anvertraue. Ihr sollt Vergeistigung und Sittlichkeit lehren, dann wird eure Saat in meiner Kornkammer aufgenommen werden.

37. Die heuchlerischen Pharisäer der "Zweiten Zeit" kreuzten auf Schritt und Tritt meinen Weg — in der Hoffnung, einen Makel in meinem Werke, eine Lüge in meinen Worten zu entdecken, und konnten dies niemals finden.

38. In der heutigen Zeit werdet ihr ausgeforscht werden wie Jesus; doch da ihr nicht die Stärke und die Weisheit des Meisters besitzt, will Ich, dass ihr wenigstens auf dem wahren Wege seid. Nach allem, was Ich zu euch gesprochen habe, und der Zeit, die Ich euch gewährt habe, müsste euer Gebet nahezu vergeistigt sein. Aber noch habt ihr die Welt nicht überwunden, noch hat sich die Seele gegenüber dem Körper nicht durchgesetzt.

39. In der "Zweiten Zeit" suchte Ich Jünger an den Ufern des Galiläischen Meeres, und als Ich diejenigen fand, die Mir folgen sollten, sagte Ich zu ihnen: "Kommt!", und sie folgten Mir. Sie ließen alles zurück, um Mir nachzufolgen.

Den Menschenmengen, die an mein Wort glaubten, sagte Ich: "Wer Mich hören will, verteile seine Güter unter die Notleidenden und folge Mir. Ich lehre den Weg, der in mein Reich führt." Jene Jünger, die später zu Aposteln der Liebe und der Wahrheit geworden waren, die Christus predigte, verstanden es, die geistigen und moralischen Grundfesten der Völker jener Zeit zu erschüttern. Mit Liebe und mit Blut besiegelten sie ihr Werk der Hingabe gegenüber dem Vater. Aus jenen Scharen, die Mir zuhörten, und aus jenen Völkern, die später meine Jünger hörten, gingen die meiner Lehre Treuen, die Märtyrer hervor.

40. Heute verlange Ich nicht euer Leben, noch euer Blut, denn es ist eine andere Zeit, in der ihr heute lebt. Dennoch — könntet ihr nicht etwas Ähnliches tun wie das, was jene in Liebe, in Selbstverleugnung und im Glauben taten?

41. Mancher sagt Mir: "Vater, ich bin bereit, mein Leben für Dich hinzugeben"; doch Ich antworte euch: "Nein, mein Sohn, gib dein Leben nicht hin, ohne zu wissen wofür. Erhalte es lieber, damit du deinen Mitmenschen nützlich bist, und wenn du deine Mission vollendet hast, dann übergib es Mir in Demut."

42. Heute sagt ihr: "Herr, wir leben nicht vom Brot allein. Komm zu uns und gib uns dein Wort."

43. Inmitten der Wechselfälle eures Lebens erinnert ihr euch an Mich. Ihr seid "das starke Volk", doch in den Augenblicken schwersten Leidens besinnt ihr euch auf den Gekreuzigten, um Ihn um Kraft zu bitten.

44. Ihr seid stark genug gewesen, um Mich zu suchen und mir zu folgen, und eure Intuition hat euch zu Mir geführt, obwohl die Menschen alles daran setzten, das Licht des (wahren) Weges, mein Versprechen wiederzukommen, meine Prophetien der "Zweiten Zeit" und die Offenbarung meines Apostels Johannes zu verbergen.

45. Trotz allem habt ihr es verstanden, euch von der Abgötterei und vom Fanatismus zu trennen und den Glauben eures Geistes zu verteidigen. Und als ihr hörtet, dass Christus zurückgekommen war, und dass Er derzeit die Menschen lehrte, seid ihr dem Ruf gefolgt und erkanntet an der Einfachheit der Form, in der Er sich kundgab, an der Bescheidenheit des Ortes und an der Schlichtheit derer, die Ihm folgten, dass es der Meister war. Wenn man euch gesagt hätte, dass Er sich in den Palästen der Menschen kundgäbe, hättet ihr es nicht geglaubt; denn die Erinnerung an die Demut des Rabbis aus Galiläa ist noch nicht aus eurem Geiste verschwunden. Auch hättet ihr es nicht begreifen können, wenn Er erneut in einem Menschen inkarniert gewesen wäre. Doch als ihr Ihn auf geistige Art zur Welt kommen saht, fühltet ihr, dass dies Licht vom Heiligen Geist ausging, und zwar, weil ihr wisst, dass Ich nicht zweimal in der gleichen Form komme.

Jünger, verschließt eure Ohren gegenüber dem Gerede und den Meinungen, welche die Menschen sich von euch bilden; bedenkt, dass sie einfältig sind. Doch seid immer gewappnet, dass sie nicht das Licht eures Glaubens auslöschen.

46. Ich offenbare euch das Geheimnis, damit ihr niemals vom Weg des wahren Lebens abirrt, da es in dieser Zeit niemanden auf der Welt gibt, der euch auf dem Weg der Wahrheit zu führen vermag. Das Geheimnis besteht darin, euch vom Gewissen leiten zu lassen, denn in ihm bin Ich.

47. Alle Menschen und alle Völker haben Führer; doch wenn Ich sie fragen würde: "Wohin seid ihr geführt worden?", würden Mir alle sagen: "In den Schmerz, in den Abgrund und in die Zerstörung."

48. Ich gebe euch eine ausführliche Erklärung darüber, wie der Weg ist, der zu Mir führt, indem Ich euch lehre, auf der Erde in Reinheit zu leben, damit eure geistige Anbetung wohlgefällig und lauter ist. Ich sage euch, dass ihr (wirkliche) Menschen sein sollt, damit ihr Spiritualisten seid, welche ihre Verpflichtung gegenüber dem "Kaiser" erfüllen und die auch ihre Pflichten gegen ihren Gott zu erfüllen verstehen.

49. Das menschliche Leben hat Gesetze, die ihr erfüllen müsst, um mit ihm in Harmonie zu sein; die Natur verlangt von euch ihren Tribut. Gebt jedem Gesetze die Erfüllung, die ihm zukommt; doch irrt euch niemals dabei, indem ihr Mir den Tribut darbringt, welcher der Welt gebührt, und gebt ihr nicht die Opfergabe, die für Mich sein müsste. Begreift: Wer beide Gesetze erfüllt — sowohl das geistige als auch das materielle — verherrlicht Mich und wird zu Mir gelangen.

50. Daher beschränkt sich meine Unterweisung nicht nur auf den Geist, sondern sie bezieht sich auch auf das menschliche Leben, auf die Moral, die der Mensch in ihm haben muss. Denn wenn ihr euch in diese Unterweisungen vertieft, werdet ihr sehen, dass das Leben ein einziges ist und Der Weg ebenfalls ein einziger.

Wundert euch nicht, dass Ich euch sage, dass ihr den Familien Würde verleihen sollt, dass ihr eure Eltern lieben, die Gatten sich lieben sollen, dass der Mann in der Frau nicht eine Dienerin, sondern seine würdige Gefährtin sehen soll, dass die Frau im Manne ihre Schutzwehr, ihren Schild erblicken soll, dass die Eltern der Welt gesunde Kinder bescheren sollen, die sie auf den Weg des Guten führen.

51. Seid auch nicht erstaunt, so Ich euch sage: Wenn der "Kaiser" (d. h. der Staat) von euch den Tribut von eurer Arbeit fordert, so kommt dem nach, denn es ist gleichfalls ein Gesetz, das auf dem Menschen lastet. Ergreift die Arbeitswerkzeuge und entreißt der Erde ihre Schätze und ihre Früchte der Liebe.

52. Sucht euren Fortschritt innerhalb des menschlichen Lebens, doch lasst euch niemals von übermäßigem Ehrgeiz beherrschen; denn dann werdet ihr eure Freiheit verlieren, und der Materialismus wird euch versklaven.

53. Legt in jede eurer Handlungen das, was euch euer Gewissen anzeigt, damit sie Gerechtigkeit beinhalten. Achtet die, die euch regieren, folgt ihren Aufrufen und wirkt mit ihnen zum Wohle aller.

Respektiert die religiösen Überzeugungen eurer Mitmenschen, und wenn ihr ihre Kirchen betretet, so entblößt eure Häupter in aufrichtiger Andacht, da ihr wisst, dass Ich bei jeder Gottesverehrung gegenwärtig bin. Verleugnet die Welt nicht, um Mir nachzufolgen, und trennt euch auch nicht von Mir unter dem Vorwand, dass ihr Pflichten in der Welt habt. Lernt, beide Gesetze in ein einziges zu verschmelzen.

54. Ich befreie eure Seele nur vom Unnützen, vom Falschen, damit sie sich in den harten Prüfungen des irdischen Lebens über jedes Elend, jede Knechtschaft oder Erniedrigung zu erheben vermag. Hört meine Stimme, die euch sagt: Es gibt niemanden auf der Erde, der Macht über euren Geist besitzt.

55. Ich muss so zu euch sprechen, um die schlechten Auslegungen zu zerstören, die man meiner Lehre gegeben hat. Heute tue Ich es durch diese Menschen, durch die Ich Mich kundgebe, die nicht gerecht sind und die Ich dennoch — wie es mein Wille gewesen ist — erwählt habe.

56. Sie wissen: Je größer ihre Zubereitung und ihre Reinheit ist, desto größer ist die Inspiration, die in ihren Verstand gelangt. Dies ist der Grund für die Erneuerung und Besserung dieser meiner Kinder, die früher sündigten und die heute darum ringen, sich würdig zu machen, mein Wort kundzutun.

57. Wenn ihr Vollkommenheit suchen wollt, werdet ihr sie nicht in den Stimmträgern finden. Sucht sie im geistigen Sinn meines Wortes, dort werdet ihr meine Gegenwart finden.

58. Volk, lerne Barmherzigkeit zu üben in all ihren verschiedenen Formen. Doch macht eure Werke nicht bekannt, weil ihr Bewunderung oder Lob sucht; denn dieser Lohn ist gering, und ihr verliert so die große Belohnung, die Ich für euch bereithalte.

59. Ich sage euch nicht nur, dass ihr eure Seele reinigen sollt, sondern auch, dass ihr euren Körper kräftigen sollt, damit die neuen Generationen, die aus euch hervorgehen, gesund sind, und ihre Seelen ihren schwierigen Auftrag erfüllen können.

60. Betet, aber euer Gebet soll kurz sein, damit ihr die übrige Zeit zur Ausübung des Gesetzes verwendet. Nur fünf Minuten des Gebets verlange Ich von euch; aber in ihnen sollt ihr euch Mir hingeben, damit ihr meine Stimme in eurem Geiste vernehmt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid nicht alle wachend und betend; denn mein scharfer Blick ist in euer Herz gedrungen, wohin oftmals nicht einmal ihr selbst eindringen könnt, und hat alles entdeckt, was ihr in ihm verbergt.

61. Dies ist die Zeit des Gerichts für die Menschheit. Mensch für Mensch, Volk für Volk und Nation für Nation werden durch meine Göttlichkeit gerichtet. Trotzdem haben die Menschen dies nicht bemerkt, noch wissen sie, in welcher Zeit sie leben. Daher bin Ich im Geiste gekommen und habe meinen Strahl auf das menschliche Verstandesorgan herabgesandt, und durch seine Vermittlung habe Ich euch offenbart, Wer zu euch spricht, welche Zeit es ist, in der ihr lebt, und was eure Aufgabe ist.

62. Ich habe den Inhalt meiner drei Testamente in das Herz dieses Volkes gelegt, und obwohl ihr wisst, dass ihr die Wahrheit und das Gesetz besitzt, verkennt ihr euch noch immer untereinander. Dies geschieht, weil der Einfluss des Krieges, der über den Nationen schwebt, auch euch befallen hat.

63. Es spricht zu euch der einzige Gott, der existiert, den ihr Jehova nanntet, als Er euch seine Macht zeigte und euch auf dem Berge Sinai das Gesetz offenbarte; den ihr Jesus genannt habt, denn in Ihm war mein Wort; und den ihr heute Heiliger Geist nennt, weil Ich der Geist der Wahrheit bin.

64. Wie kommt es, dass ihr drei Gottheiten gesehen habt, wo nur Eine existiert? Ihr alle seid Kinder dieses Gottes. Warum versteht ihr euch hier auf der Erde nicht als Geschwister zu lieben, die ihr seid? Ihr wisst, dass Menschen durch Menschen getötet werden, dass das Blut in Strömen fließt, doch der Schmerz, der die Erde überflutet, erschüttert eure Herzen nicht.

Ich habe euch gesagt: Betet, und wenn ihr meine Gebote erfüllt, braucht ihr die Kriege, den Hunger, die Seuche oder die unbekannten Krankheiten nicht zu fürchten. Doch wenn ihr frei von diesen Plagen seid, so deshalb, damit ihr für eure Nächsten betet und für sie Sorge tragt. Zweifelt nicht an der Macht des Gebetes, denn es ist die größte Waffe des Geistes.

65. Die törichte Hand des Menschen hat die Tore geöffnet, welche die Kräfte und Elemente der Reinigung zurückhielten, die über die Menschheit gekommen sind.

66. Nationen der Erde, ihr trinkt einen sehr bitteren Kelch und fühlt den Schmerz bis in die tiefste Tiefe eurer Herzen, da ihr es so gewollt habt. Trinkt in Geduld, damit ihr aus dieser Erfahrung Licht und Nutzen für eure Seele ziehen könnt, wenn ihr euch auf die Suche nach dem wahren Wege macht, auf dem ihr zu den Ruinen des Tempels gelangen werdet, den ihr in euch selbst zerstört habt und den ihr wiederaufbauen müsst, damit in ihm meine Stimme zu euch spricht, und ihr wieder mein Gesetz besitzt.

67. Bete und erwirb dir Verdienste, Volk, denn der Krieg umlauert eure Nation. Eure geistige Mission wartet auf euch. Lasst nicht zu, dass Hunger, Krankheit und Tod bei euch Einzug halten. Wenn eurem Glauben Stärke fehlen sollte, werdet ihr euch vor Verzweiflung die Haare raufen müssen, wenn ihr erlebt, wie eure Mitmenschen einander töten, eure Kinder Hunger leiden. Das Wasser, das ihr trinkt, wird bitter sein, eure Berge und eure Täler werden austrocknen, die Bäume werden keine Früchte tragen, und dies Land, das von vielen wegen seiner Reichtümer und seines Überflusses als Land der Verheißung betrachtet wird, wird dem Ausländer, der sich ihm auf der Suche nach Freiheit oder Brot naht, nichts anzubieten haben.

68. Wahrlich, ich sage euch, während mein verborgener Weisheitsschatz voll Offenbarungen und Barmherzigkeit nur auf die Stunde wartet, in der die Menschheit ihren Blick dem Vater zuwendet und sich lauter und demütig zeigt, um sie mit allem zu überschütten, was Ich für sie bereithalte, habt ihr immerzu meine Gerechtigkeit herausgefordert, und in dieser Zeit habe Ich eure Herausforderung angenommen.

Ich komme in kriegerischer Absicht, meine Macht ist groß, meine Heere sind zahlreich, und meine Waffen sind unüberwindlich. Zuletzt werde Ich siegen; doch ich werde Mich nicht über Toten (siegreich) erheben, sondern vor Lebenden. Niemanden werde Ich erniedrigen, alle werden ihr Antlitz emporrichten, um meinen Namen zu preisen. Darum will Ich unter dir, meinem Volke, Einigkeit, Barmherzigkeit, Achtung und Liebe eines "Arbeiters" zum andern und einer Gemeinschaft zu den andern sehen.

69. Ich gewähre euch diese Zeit, damit ihr in euren Herzen die Abgötterei, den Fanatismus, alles Unnütze und Schlechte beseitigt, das in euren Gewohnheiten und eurer Gottesverehrung vorhanden ist. Fühlt das göttliche Wort, wie es auf die Menschheit herabkommt, doch inmitten meines Gerichtes fühlt meinen Frieden.

70. O Tal der Tränen und des Blutes, in welchem die Menschen ihren Thron errichten, um sich selbst anzubeten und danach mit ihren Händen ihr eigenes Grab zu graben! Ich komme, um sie von der Sünde und vom Tode zu befreien; denn sie haben sich gebunden und versklavt. Wahrlich, Ich sage euch, diese Welt gehört nicht mehr diesen Menschen, deshalb stößt sie dieselben alle Augenblicke von sich.

71. Die Erde, welche die Menschen wie eine aufopferungsvolle und duldsame Mutter beherbergt hat, wird ihnen von jetzt an auf Schritt und Tritt den Weg weisen, der nicht in ihren Schoß, sondern zum Höchsten führt, wo eine andere Mutter, die Himmlische Mutter, die Ankunft ihrer Kinder erwartet, um sie in ihren Mantel zu hüllen, welcher eine ewige Verheißung der Seligkeit ist.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 52

1. Nährt euch von meinem göttlichen Wesen, seid stark in der Erfüllung meines Gesetzes, dann werdet ihr als Lohn Frieden und Trost in euren Werken finden. Seid wahrhaftige Fürsprecher eurer Brüder und bringt ihnen durch eure Gebete und eure Verdienste den Frieden meines Geistes. Beraubt euch nicht meiner Gnade in diesen Zeiten voller Verführungen. Stärkt euren Geist, damit ihr aus den Prüfungen siegreich hervorgeht.

2. Legt Fürbitte ein und erwerbt euch sogar Verdienste an jenen, die euch nicht lieben. Handelt wie Maria, eure Himmlische Mutter, die Göttliche Fürsprecherin, die sowohl für den eintritt, der seine Hoffnung auf sie setzt, als auch für den, der ihr sein Herz verschlossen hat, oder für den, der ihre Reinheit und ihr göttliches Wesen leugnet.

3. Schwierig ist deine Aufgabe und edel deine Bestimmung, Volk. Weiche nicht mehr von dem Wege ab, den Ich dir vorgezeichnet habe. Ich habe ein Heiligtum in euren Herzen errichtet; doch lasst nicht zu, dass in ihm die Flamme des Glaubens erlischt, oder das Ideal, euch zu vergeistigen, stirbt. Hüllt euren Tempel nicht in Finsternis; denn wenn jemand an seine Pforten klopft, wird er das Licht nicht finden, das er sucht, noch kann er das Echo meiner Stimme vernehmen. Tragt meine Gegenwart und mein Wort in euren Herzen, und wahrlich, Ich sage euch, es wird niemanden geben, der euer Heiligtum zerstört oder euch veranlasst, auf dem Wege zurückzuweichen. Wer wird verhindern können, dass ihr Mich liebt?

4. Mein Licht erstrahlt in jedem Verstande, und meine Stimme ertönt in jedem Gewissen; dennoch wollen die Menschen sich nicht der Zeit bewusst werden, in der sie leben. Es ist nötig, dass sich ein "Volk" vorbereitet, um der Menschheit die Frohe Botschaft zu geben, und Ich will, dass dies Volk dieses hier ist, das Ich ausgewählt habe, um es mein göttliches Wort hören zu lassen.

Wenn Ich euch ständig sage, dass ihr euch vorbeiten sollt, so geschieht es, weil ihr von meiner Kundgebung durch das menschliche Verstandesorgan Zeugnis ablegen müsst, und dies Zeugnis soll sich nicht darauf beschränken, die Lehrsätze zu wiederholen, die ihr von Mir gelernt habt, sondern ihr sollt Beweise von geistiger Vollmacht geben — sei es, dass ihr hartnäckige Sünder bekehrt, aufgegebene Kranke heilt, oder irgendein anderes der Werke tut, die Ich euch gelehrt habe. Denkt daran: Falls ihr ans Werk geht, ohne zuvor die Erneuerung eures Lebens und einen Anfang von Vergeistigung erreicht zu haben, werdet ihr, wenn ihr Liebe und Barmherzigkeit predigt, es den heuchlerischen Pharisäern gleichtun, die ihre falsche Tugend zur Schau stellten und ihre Verderbtheit verbargen. Ich will keine Unaufrichtigen oder Heuchler unter meinen neuen Jüngern.

5. Wenn ihr sehnlichst wünscht, dass meine Lehre auf Erden erblüht, so sät sie so rein, wie Ich sie euch übergeben habe, und bewässert dies göttliche Saatkorn mit dem Wasser eurer guten Werke. Geht euren Weg im Vertrauen auf meinen Schutz.

6. Wer könnte euch aufhalten oder zum Schweigen bringen, wenn ihr euch, durch mein göttliches Licht inspiriert, ans Werk macht? — Niemand, mein Volk, so wie zu seiner Zeit niemand Jesus zum Schweigen brachte. Wenn Er gegenüber einigen Sündern verstummte, geschah es, um euch eine Lehre der Demut zu geben, da Er mit seinen Werken Zeugnis von der Wahrheit seines Wortes gab.

7. Werdet euch der Jahre bewusst, die verstrichen sind, während denen mein Wort durch diese Stimmträger ertönt ist, und niemand vermochte die göttliche Stimme zum Schweigen zu bringen, die von ihren Lippen kommt. Wahrlich, Ich sage euch, das Jahr 1950 wird kommen, ohne dass sie unterbrochen wird. Doch wenn einmal das Ende jenes Jahres gekommen ist, werden meine Nachtigallen für die Übermittlung meiner Unterweisungen verstummen; denn alles, was Ich euch durch ihre Vermittlung während dieser Etappe meiner Kundgebung zu sagen habe, wird dann abgeschlossen sein.

8. Ihr werdet mit Werken, Worten und Gedanken Zeugnis von meiner Lehre geben, und nichts wird den Lichtstrom aufhalten, den Ich aus eurem Geiste hervorbrechen lassen werde. Aber auch eure Stunde des Schweigens wird kommen: Ich werde eure Lippen versiegeln und euch (zu Mir) heimholen; denn das, was Ich durch eure Vermittlung zu sagen hatte, wird dann bis zum letzten Wort gesagt sein.

9. Ich will, dass ihr euch alle vereinigt, ohne Unterschiede zu machen, weil ihr verschiedene Versammlungsstätten besucht. Denn die Unterweisung, die alle erreicht hat, ist ein- und dieselbe — das Licht, das euren Verstand erleuchtet, ist in den einen wie in den andern das gleiche.

10. Ich habe euch Mittel gegeben, um euren Glauben zu verteidigen und um über das Werk zu wachen, das Ich euch anvertraut habe; doch niemals habe Ich euch Waffen gegeben, damit ihr euch gegenseitig verletzt. Ich will, dass die, welche dies Volk bilden, die Soldaten meiner geistigen Sache sind, aber niemals die Feinde derselben.

11. Meine geheime Herzenskammer tat sich in dieser Zeit auf, um die geistig Armen, die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden zu Besitzern eines geistigen Schatzes zu machen. Seid ihr darüber nicht glücklich? Bebt dein Herz nicht aus Dankbarkeit, o Volk? — "Ja", sagt ihr Mir. Aber Ich will, dass dieses Ja nicht aus Worten, nicht aus Gedanken besteht, sondern dass ihr es mit Werken der Liebe für eure Mitmenschen zum Ausdruck bringt.

12. Jetzt sage Ich euch: Ruht euch einige Augenblicke von eurer irdischen Mühsal aus. Ihr seid viel mit eurer Schmerzenslast auf den Schultern gewandert. Kommt zum Quell der Gnade, um von diesem Wasser, das erlöst, zu trinken. Derzeit seid ihr noch schwach; doch bald werdet ihr euch in Starke verwandeln, um für meine Sache zu kämpfen und den Prüfungen die Stirne zu bieten.

13. Schnürt eure Sandalen, denn ein neuer Weg erwartet euch, auf dem ihr Gelegenheiten ohne Ende finden werdet, um Barmherzigkeit und Liebe zu säen. Noch seid ihr furchtsam, und darum wolltet ihr der Menschheit die neue Zeit nicht ankündigen. — Ihr müsst begreifen, dass das, was der Vater in euch gelegt hat, euren Mitmenschen gehört, und dass ihr es ihnen bekannt machen müsst.

14. Ich gebe euch in dieser Zeit keine neuen Geistesgaben oder Fähigkeiten, denn das, was euch als euer Besitz bewusst geworden ist, ist immer in eurem Geiste gewesen. Doch die Zeit verrinnt, und Ich frage euch: Worauf wartet ihr, um mit der Erfüllung eurer Aufgabe zu beginnen? Wartet ihr, bis die ungläubigen Menschen sich über mein Wort, über meine neue Kundgebung lustig machen und überall Fälschungen veröffentlichen?

15. Lasst meine Unterweisungen zur Tat werden und lebt sie: Wahrlich, Ich sage euch, die lästernden Lippen werden schweigen, diejenigen, die widerspenstig waren, werden sich euch aufmerksam nähern, um die Auslegung meiner Lehre zu finden, und sie werden sehr große und beredsame Zeugnisse meiner Wahrheit finden, wenn eure Werke von Liebe und Barmherzigkeit geprägt sind. Wie viele von ihnen werden — wenn sie sehen, wie ihr die Kranken heilt — euch ihre Angehörigen zuführen — voll Hoffnung, Linderung für ihre Leiden zu finden.

16. Übergebt meine Unterweisung rein, dann braucht ihr euch nicht zu verbergen, um den Kranken zu heilen. Denn wahrlich, Ich sage euch, in dieser Zeit werdet ihr keine Katakomben aufsuchen, um meine Lehren ausüben zu können, sondern ihr werdet es im Lichte des Tages tun. — Habt keine Furcht! Wenn man euch in eurer Umgebung nicht glaubt, werdet ihr einfach in andere Provinzen gehen, wo ihr inbrünstige Herzen finden werdet.

17. Die Ersten, die von der Wahrheit, die ihr verkünden wollt, überzeugt sein müssen, müsst ihr sein, damit ihr diesen Glauben euren Brüdern mitteilt. Wenn der Zweifel in euren Geist eindringen sollte, wird er wie ein Dolch sein, der eurer Hingabe den Todesstoß versetzen würde.

18. Drei Zeitepochen sind schon über euch hinweggegangen. Begreift, dass ihr euch aufmachen müsst, um das Höchste eurer Bestimmung zu erfüllen. Erwacht aus eurer geistigen Trägheit und geht mit festem Schritte auf dem Wege eurer Entwicklung vorwärts.

19. Fragt Mich nicht, warum ihr noch immer von Versuchungen überrascht werdet, obwohl ihr auf dem Weg des Herrn seid. Begreift, dass ihr gerade dann am meisten geprüft werdet. Darum sage Ich euch immer: "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt."

20. Der Tag ist nahe, an dem eure Mitmenschen kommen werden, um euch Fragen zu stellen. Wollt ihr dann das, was Ich euch mit soviel Liebe offenbart habe, verheimlichen? — Ich habe euch in meinen Unterweisungen nichts gegeben, dessen ihr euch zu schämen braucht.

21. Wartet nicht, bis sich die Wehklagen auf Erden vervielfachen und sich die Kriegsnachrichten mehren, um euch aufzuraffen. Betet und vollbringt täglich Werke der Barmherzigkeit, denn damit werdet ihr der Macht des Bösen entgegenwirken.

22. Wenn jemand von euch sich nicht bereitmacht, seine Aufgaben zu erfüllen, so deshalb, weil er die Fähigkeiten nicht kennt, die Ich seinem Geiste gegeben habe.

23. Gesegnet seien, die den geistigen Sinn meines Wortes zu finden verstehen, denn ihrer wird dies Erbe sein. Die Sucher der göttlichen Wahrheit sind jene, die immerdar ihrem Schöpfer gefolgt sind. Diese werden die Gegenwart des Meisters in dieser bescheidenen Kundgebung finden.

24. Äußerlich mag meine Kundgebung in dieser Zeit ärmlich erscheinen. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich habe im Herzen des Menschen, der mein Wort vernimmt, ein Heiligtum errichtet. Glaubt nicht, dass unter denen, die Ich in dieser Zeit erwählt habe, Rangordnungen existieren — alle liebe Ich in gleicher Weise. Denkt nicht, dass die Gabe des Stimmträgers, die jene besitzen, die mein Wort übermitteln, dies durch eigene Verdienste erreichten. So groß ist diese Gnade, dass es dem Menschen nur durch meine Liebe möglich war, sie zu empfangen.

25. Diese Aufgabe ist schwer erfüllbar für den, der sie erhalten hat. Groß ist die Last dieses Kreuzes; denn ohne sich von den Notwendigkeiten der Welt abzuwenden und ohne seine irdischen Pflichten im Stich zu lassen, muss der Stimmträger den Grad von Vergeistigung erreichen, der ihm erlaubt, den göttlichen Strahl meiner Inspiration aufzunehmen.

26. Es gibt Augenblicke, in denen ihr euch wundert, dass Gott bei euch sein und sich mit soviel Liebe kundtun kann. Euer Erstaunen kommt daher, dass ihr im Bewusstsein eurer Flecken und Unvollkommenheiten euch dieses so großen Beweises der Liebe eures Vaters unwürdig fühlt. Immer hat euch meine Liebe überrascht, da ihr Mich beurteilt habt, wie ihr es mit euch selbst zu tun gewohnt seid. Warum habt ihr die Vorstellung, dass sich in Mir Groll, das Gefühl der Rache oder Selbstsucht verbirgt? Ich sage euch: Wenn ihr euch in einer Prüfung im Lichte eures Gewissens durch das ehrliche und demütige Bekenntnis eurer Verfehlung innerlich richtet, macht ihr euch würdig, dass Ich herabkomme, um zu euch von meinem Reiche zu sprechen; denn eure Betrübnis darüber, dass ihr Mich verletzt habt, hilft euch, euch zu reinigen.

27. Wundert euch nicht, dass meine Liebe euch trotz eurer Sünden überallhin folgt. Ihr alle seid meine Kinder. Auf dieser Welt habt ihr ein Abbild der göttlichen Liebe in der Liebe eurer Eltern gehabt. Ihr könnt ihnen den Rücken kehren, ihre Autorität nicht anerkennen, ihren Anordnungen nicht gehorchen und ihren Ratschlägen kein Gehör schenken; ihr könnt mit euren bösen Handlungen eine Wunde in ihrem Herzen verursachen, könnt Anlass geben, dass ihre Augen von so vielem Weinen austrocknen, dass sich auf ihren Schläfen weiße Haare zeigen und ihre Gesichter von den Spuren des Leides gezeichnet werden; doch niemals werden sie aufhören, euch zu lieben, und sie werden nur Segen und Vergebung für euch haben. Doch wenn diese Eltern, die ihr auf der Erde gehabt habt und die nicht vollkommen sind, euch so große Beweise einer reinen und erhabenen Liebe gegeben haben — warum seid ihr dann erstaunt, dass Der, welcher diese Herzen schuf und ihnen jene Aufgabe, Eltern zu sein, gab, euch mit vollkommener Liebe liebt? — Die Liebe ist die höchste Wahrheit. Um der Wahrheit willen wurde Ich Mensch, und um der Wahrheit willen starb Ich als Mensch.

28. In dieser Zeit verlange Ich von euch kein Blutopfer. Dennoch haben manche ihr Leben in meinem Namen hingegeben, für einen Augenblick durch ihren Fanatismus geblendet, und nachdem sie ein unreines Dasein geführt hatten. Jene Handlungsweisen werden keine wahrhaftige Saat emporsprießen lassen können, sondern weiterhin den Fanatismus fördern.

29. Darum sage Ich euch, dass ihr beim Reden euer eigenes Wort empfinden sollt, und dass ihr die Unterweisung, die ihr gebt, in eurem Herzen lebt. Nichts wird besser sprechen als euer eigenes Leben.

30. Meine Liebe soll euch nicht in Erstaunen setzen, doch zweifelt auch nicht an ihr, wenn ihr erlebt, dass ihr in der Welt oft einen sehr bitteren Kelch leert.

Der Mensch kann tief sinken, von Finsternis erfüllt sein oder zögern, zu Mir zurückzukehren. Doch für alle wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie Mich in ihrem eigenen Wesen spüren, Mich nicht (mehr) ferne fühlen und Mich auch nicht als einen Fremden betrachten oder mein Dasein, meine Liebe und meine Gerechtigkeit leugnen können.

31. So, wie der Mensch sich auf Erden eine Welt geistigen Friedens ähnlich dem Frieden meines Reiches schaffen kann, kann er durch seine Verderbtheit auch ein Dasein führen, das wie eine Hölle von Lastern, Schlechtigkeiten und Gewissensbissen ist.

32. Auch im Jenseits kann der Geist Welten der Finsternis, der Verderbtheit, des Hasses und der Rache antreffen, je nach der Neigung der Seele, ihrer Verirrung und ihren Leidenschaften. Doch wahrlich, Ich sage euch, sowohl der Himmel, als auch die Hölle, von denen sich die Menschen nur mittels irdischer Formen und Bilder eine Vorstellung machen, sind nichts anderes als verschiedene Entwicklungsstadien der Seele: die eine aufgrund ihrer Tugend und Entwicklung auf dem Gipfel der Vollkommenheit, die andere im Abgrund ihrer Finsternis, ihrer Laster und ihrer Verblendung.

33. Für die gerechte Seele ist der Ort, an dem sie sich befindet, gleichgültig, denn überall wird sie den Frieden und den Himmel des Schöpfers in sich tragen. Die unreine und verwirrte Seele hingegen kann sich in der besten der Welten befinden, und sie wird im Innern unaufhörlich die Hölle ihrer Gewissensbisse fühlen, die in ihr brennen werden, bis diese sie geläutert haben.

34. Glaubt ihr, dass Ich, euer Vater, Orte geschaffen habe, die eigens dazu bestimmt sind, euch zu strafen und Mich so auf ewig für eure Beleidigungen zu rächen?

35. Wie beschränkt sind die Menschen, die diese Theorien lehren!

36. Wie ist es möglich, dass ihr glaubt, dass ewige Finsternis und ewiger Schmerz das Ende ist, das manche Seelen erwartet? Auch wenn sie gesündigt haben, werden sie dennoch für immer Kinder Gottes sein.Wenn sie Belehrung brauchen — hier ist der Meister. Wenn sie der Liebe bedürfen — hier ist der Vater. Wenn sie sich nach Vergebung sehnen — hier ist der vollkommene Richter.

37. Wer nie versucht, Mich zu suchen und seine Fehler zu berichtigen, der wird nicht zu Mir kommen. Doch es gibt niemanden, der meiner Gerechtigkeit oder meinen Prüfungen widersteht. Nur geläutert könnt ihr zu Mir kommen.

38. Jünger, wenn ihr in dem Augenblick, da ihr mein Wort hört, es nicht versteht, so bewahrt es in eurem Gedächtnis auf und erinnert euch desselben und ergründet es in den Augenblicken der Ruhe. Dann werdet ihr vieles von dem, was Ich euch gelehrt habe, begreifen lernen. Wenn ihr nicht (Erkenntnisse) aufspeichert — was könnt ihr dann den Menschenscharen weitergeben, die noch kommen werden?

39. Ich lasse euch alle ohne Unterschied in meine Gegenwart kommen, um euch meine Lehren zu geben. Bevor Ich euch ein Amt anvertraue, trockne Ich eure Tränen, schließe Ich eure Wunden, stille Ich euren geistigen Hunger und Durst. Und als Ich euch Beweise meiner Liebe gegeben und das Licht des Glaubens und der Hoffnung in euren Herzen entzündet hatte, habe Ich euch gesagt: „Ihr alle seid gerufen worden. Wollt ihr zu den Auserwählten gehören?“

Daraufhin fragen die einen: "Auf welchen Weg und wohin führst Du uns?" — Dies sind jene, die sich nach der Welt und ihren Freuden sehnen. Die andern sagen Mir: "Herr, wir sind nicht wert, uns deine Auserwählten zu nennen, doch dein Wille geschehe an uns." — Dies sind jene, die schon soweit sind, aufwärts zu streben.

40. Denen, die Mir folgen, lege Ich den Frieden der Welt ans Herz, damit sie für ihn "wachen" und beten. Die Nationen werden bald ihre Gebete emporsenden, um Mich um Frieden zu bitten, den Ich ihnen zu jeder Zeit angeboten habe. Vorher habe Ich zugelassen, dass die Menschen die Frucht ihres Werkes kosten, dass sie Ströme von Menschenblut fließen sehen und Bilder des Schmerzes schauen, Berge von Leichen und in Trümmer verwandelte Städte. Ich wollte, dass die Menschen mit versteinerten Herzen die Verwüstung der Heime, die Verzweiflung bei den Unschuldigen, die Mütter sehen, die außer sich vor Schmerz die zerfetzten Körper ihrer Kinder küssen, dass sie die ganze Verzweiflung, Angst und alles Wehklagen der Menschen aus nächster Nähe erleben, damit sie in ihrem Hochmut die Demütigung empfinden und ihr Gewissen ihnen sagt, dass ihre Größe, ihre Macht und ihre Weisheit Lüge ist, dass das einzig wahrhaft Große dem Göttlichen Geiste entstammt.

Wenn diese Menschen ihre Augen der Wahrheit öffnen, werden sie sich entsetzen — nicht über die (Schreckens) Bilder, die ihre Augen schauen, sondern über sich selbst, und da sie dem Blick und der Stimme ihres Gewissens nicht entfliehen können, werden sie in sich die Finsternis und das Feuer der Gewissensbisse fühlen; denn sie werden für jedes Leben, für jeden Schmerz und selbst für den letzten Tropfen Blut, der ihretwegen vergossen wurde, Rechenschaft ablegen müssen.

41. Ich werde die Menschen nicht nur dafür zur Verantwortung ziehen, was sie mit fremdem Leben gemacht haben, Ich werde von ihnen auch darüber Rechenschaft verlangen, was sie mit ihrem eigenen Leben, mit ihrem Körper getan haben. Wer kann dann sagen, dass er gerade zu dem Zeitpunkt als Seele zu Mir gekommen ist, an dem die Uhr der Ewigkeit ihn abberufen sollte? — Niemand! — Denn häufig verkürzt ihr euer Dasein durch vorzeitiges Altern, manchmal seid ihr aus Gründen verbraucht, die nicht eine eurer Tränen oder ein einziges eurer grauen Haare wert sind.

42. Ich bin unerbittliche und vollkommene Gerechtigkeit, die der reinsten Liebe entspringt, welche euer Schöpfer ist, und Ich verlange nur von euch, dass ihr euch von den Freuden der Welt abwendet, um mein Wort zu vernehmen. Der Meister öffnet gerne sein Buch der vollkommenen Unterweisungen, um euch mit einer neuen Lektion zu erfreuen. Wie oft war ein einziger meiner Lehrsätze fähig, euch zu retten. Hierbei ist eure Seele erwacht und hat die Aufträge empfunden, die sie von ihrem Lebensursprung an empfing.

43. Ich habe entdeckt, dass euer Herz den eitlen Samen birgt, den es auf Erden geerntet hat; aber jetzt muss es sich in eine Kornkammer verwandeln, in der ihr die gute Frucht eurer Liebeswerke aufbewahren sollt.

44. Unter den Menschenscharen kommen die großen Sünder herbei — jene, die ihre Seele im Schmutz der Leidenschaften gewälzt haben, die (andern) die Ehre geraubt haben, die die grauen Haare des Greises entwürdigt haben, die fremdes Gut gestohlen haben, die die Unschuld des Kindes befleckt und ihren Nächsten körperlich oder moralisch getötet haben.

45. Es hören Mich solche, die das Heim entweihen, die gegen göttliche oder menschliche Gesetze verstoßen, die den Glauben der Herzen auslöschen. Doch wenn sie mein Wort vernehmen, das an die zarten Saiten ihrer Herzen rührt, dann sagen sie: "Es ist der Richter, der spricht; aber mit welcher Güte lässt Er uns unsere Irrtümer begreifen, und mit welchem Zartgefühl lehrt und berichtigt Er uns." Wenn jene Herzen die Versammlungsstätte verlassen haben, wo sie diese Stimme hörten, scheint es ihnen, als ob sie das Leben und alles, was sie umgibt, nicht nur durch das materielle Licht erhellt sehen, sondern mit einem göttlichen Lichte überströmt, das überall in der Schöpfung zum Menschen spricht. Dann ersteht vor den Augen dessen, der sich geläutert hat — dort, wo er nur Materie, fleischliche Freuden oder Sünden sah, ein wunderbares Leben. Vor seinem Geiste zeigt sich ein Dasein, das er nicht geahnt hatte — voller Offenbarungen, Verheißungen und Inspirationen. Es ist das Wunder der Liebe — nicht nur des Wortes; denn wie oft haben Menschen in erlesenerer und vollkommenerer Weise gesprochen als diese bescheidenen und ungebildeten Stimmträger, durch die Ich Mich kundgebe. Aber der geistige Sinngehalt, der in jedes dieser Worte hineingelegt ist, kann nur der Göttlichen Liebe entspringen.

46. Wenige haben mein Wort in dieser Form gehört; doch wahrlich, Ich sage euch, alle Menschen vernehmen meine Stimme in der Stille des Heiligtums, das in ihrer Seele vorhanden ist, auch wenn es ihrem Verstande nicht gelingt, diese Eingebungen zu begreifen, und ihre Lippen auch nicht alles auszudrücken wissen, was sie mittels ihrer geistigen Gaben beständig empfangen. Wenn ihr zubereitet seid, werdet ihr diese Wahrheit verstehen.

47. In dieser "Dritten Zeit" ist Elias der Hirte, der euch Tag für Tag aus den Gefahren errettet. Er ist es, der bis in den trauten Winkel eurer Schlafkammer dringt, wenn ihr betet, der euch in der "Einsamkeit der Wüste" beisteht und der euch auf den "langen Tagereisen" folgt. Überall, wo ihr jemanden braucht, der euch verteidigt, oder eine Stimme, die euch Mut gibt, da ist Elias, der Geistige Hirte der Dritten Zeit.

48. Wenn ihr wissen wollt, wo Elias lebt, sage Ich euch, dass es im Geistigen Reiche ist. Wer von euch kann sich bis dahin erheben, um ihn zu schauen? — Noch niemand. — Deshalb kommt er zu euch, um die Wege zu bereiten, die zu eurem Herzen führen, damit danach der Meister kommt und euer ganzes Wesen erleuchtet. Doch glaubt nicht, dass Ich nur zu denen herabkomme, die Mich mit größter Reinheit und Vollkommenheit suchen — nein, Ich komme zu jedem, der Mich sucht — zu dem, der vor seinem Götzen niederkniet, zu dem, der Mich in Formen oder Vorstellungen begreift, die der Wahrheit sehr ferne sind. Jeder sucht Mich gemäß der Fähigkeit seines Geistes, und Ich werde die Flamme des Glaubens nicht auslöschen, die sie im Verborgensten ihres Wesens in Bezug auf das Dasein Gottes haben.

49. Mein Wille ist es, dass die Menschen in dieser Zeit fähig werden, von Geist zu Geist mit ihrem Herrn in Verbindung zu treten, dass im Herzen des Menschen ein wahres Heiligtum vorhanden ist, in welchem er die Stimme des Vaters hört.

50. Um zu diesem Grade der Vergeistigung zu gelangen, werden die Menschen sich an den großen Kämpfen der Religionen beteiligen müssen, welche die eingeschlafenen Seelen zum Erwachen bringen werden, die (dann) das Licht der Wahrheit schauen werden.

51. Meint ihr nicht, dass es an der Zeit ist, dass die Menschen ihrem Gott, ihrem Schöpfer, eine Verehrung darbringen und einen Tribut zollen, die Dessen würdig sind, der sie empfängt, und dessen, der sie darbringt?

Wenn ihr die verschiedenen Reiche der Natur studiert und beobachtet, werdet ihr in ihnen eine unendliche Zahl von Beispielen, Lehren und Gleichnissen finden, die wert sind, dass ihr sie euch zum Vorbild nehmt. Ich will euch (damit) nicht sagen, dass die tieferstehenden Wesen eure Lehrer sein sollen. Aber Ich sage euch doch, dass die Natur, das ganze Leben ein Buch ist, dessen Autor Gott ist. Jenes Buch habe Ich vor den Menschen aufgeschlagen, damit sie in ihm meine Vollkommenheit, meine Liebe und meine Gerechtigkeit erkennen — nicht im Worte, sondern im Werke.

52. Sucht Mich nicht in Büchern falscher Gelehrsamkeit oder in euren Theorien, die im allgemeinen irrig sind wegen des Materialismus, in dem ihr lebt. Es wurde euch bereits gewährt, im vollen Genüsse eures freien Willens auf allen Wegen zu wandeln. Heute sage Ich euch, dass ihr euren schnellen Lauf zügeln und einige Augenblicke über die Erfahrung nachdenken sollt, die ihr im Leben gewonnen habt, über alles, was ihr auf dem langen, zurückgelegten Wege gesehen, empfunden und erlitten habt. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer dieses Licht (der Erkenntnis) nutzt, wird den Pfad der Wahrheit finden, der ihn zu seinem eigenen Ursprung führen wird. Der Weg bin Ich; wer ihn erkannt hat, hat Mich erkannt. Ich bin der Anfang und das Ende des Weges. Ich bin das Alpha und das Omega.

53. Ich bin der Meister der Einfachheit, der zu euch wie ein guter Freund in vertrautester Sprache spricht, um euch Geheimnisse zu erhellen und die Geheimnisse zu enthüllen, die eurem menschlichen Wissen bisher verborgen waren.

54. Gebt eurem Geiste die Gelegenheit, sich in der Betrachtung des Göttlichen und in der Ausübung der Gesetze, die ihn leiten, zu erquicken. Haltet dieses Leben nicht für das einzige, und die körperliche Arbeit auch nicht für das einzige Mittel, um Wohlergehen zu haben. Beschränkt euch nicht auf die Liebe zu eurer Familie, denn eure Felder sind ausgedehnter. Die Selbstsucht ist kein Same Gottes.

55. Die Menschen haben dies Leben derart geliebt, dass sie sich — wenn die Stunde naht, es zu verlassen — gegen meinen Willen auflehnen und den Ruf nicht hören wollen, den Ich an sie ergehen lasse. Sie verschmähen den Frieden meines Reiches und bitten den Vater um eine weitere Zeitspanne auf der Erde, um weiterhin ihre zeitlichen Güter zu besitzen.

56. Werdet feinfühlig, damit ihr das Geistige Leben erahnt und euch nicht mit dem Anfang eurer Entwicklung begnügt — denn das ist dieses Leben —, weil über ihm höhere Schöpfungswerke existieren.

57. Versucht nicht, den Tod zurückzuweisen, wenn er nach meinem Willen an euch herantritt, und verlangt auch nicht nach dem Wissenschaftler, damit er für euch das Wunder vollbringt, meinen Ratschlüssen zu widerstehen und euer Dasein zu verlängern, denn beide werdet ihr diesen Fehler bitter bereuen. Bereitet euch in diesem Leben vor, und ihr werdet keinen Grund haben, euren Eintritt ins Jenseits zu fürchten.

58. Ihr weint, wenn einer der Euren ins Geistige Tal abscheidet, statt dass ihr euch voll Frieden fühlt, weil ihr begreift, dass jener sich seinem Herrn einen weiteren Schritt nähert. Dagegen feiert ihr ein Fest, wenn ein neues Wesen in euer Heim kommt, ohne in dieser Stunde daran zu denken, dass jener Geist ins Fleisch gekommen ist, um in diesem Tränental eine Sühne zu erfüllen; dann solltet ihr um ihn weinen.

59. Wann werdet ihr für Fremde das empfinden, was ihr für eure Angehörigen fühlt? — Aus einer einzigen Ehe ließ Ich den endlosen Samen dieser Menschheit hervorgehen, die sich sehr bald in Familien, in Stämme, in Völker und Nationen teilte, woraus die Unterschiede in den Sitten, in den Sprachen und Religionen entstanden. Diese Unterschiede erzeugten Feindschaften und schufen Abgrenzungen zwischen den einen und den andern. Es entstanden Kriege und Rivalitäten. Der Same Kains hat viele Früchte getragen.

Doch jetzt, da die Seele sich entwickelt hat und ihr euren Verstand geschult habt — warum seht ihr euch weiterhin als Fremde an, hasst und tötet ihr euch? Heute wisst ihr, dass alle Seelen aus meinem göttlichen Geiste hervorgegangen sind, und dass die Menschheit von einem einzigen Paar abstammt, dass ihr also der Seelen nach und sogar nach dem Blute nach Brüder seid.

60. Wie ferne seid ihr dem wahren Weg, wenn ihr den Schmerz eures Nächsten nicht fühlt, obwohl er ein Teil von euch selbst ist! Ihr seht jemanden vorübergehen, den ihr nie zuvor gesehen habt, und — da ihr ihn für einen Fremden haltet — grüßt ihr ihn nicht. Wenn ihr dagegen einen Leichenzug vorübergehen seht, entblößt ihr euer Haupt. Warum widmet ihr eure Aufmerksamkeit, eure Liebe und Barmherzigkeit nicht den Lebenden?

Es war mein Wille, dass ihr mit eurer Liebe die Grenzen und Unterschiede auslöscht, die in der Welt bestehen; doch die Menschen haben es nicht so gewollt. Wollt ihr, dass es Menschenblut ist, das die Abgrenzungen aufhebt und die Menschen einander näherbringt? Wollt ihr, dass der Krieg die Rassen verschmelzt?

Von den frühesten Zeiten an rüstete Ich ein Volk zu, das Mich erkennen und lieben sollte, damit es unter der Menschheit wie eine Fackel wäre, und dieses ist zeitweilig stark gewesen und zu andern Zeiten ist es schwach geworden. Heute habe Ich es zur Erde zurückkehren lassen, auf dass die Weissagungen erfüllt werden. Dies Volk ist jenes, das geistig die drei Testamente empfangen hat; und da es wusste, dass Ich Mich in dieser Zeit durch das menschliche Verstandesorgan kundtat, wagte es nicht, Mich offen zu leugnen. Denn ihr Geist erinnert sich, dass sie in der "Zweiten Zeit" "Kreuzige den Betrüger" geschrien haben und sie hernach bitter zu leiden hatten.

Heute haben viele von ihnen an meine Wiederkunft geglaubt, andere jedoch nicht. Aber diese werden nach meinem Weggang 1950 ebenfalls glauben, denn sie werden meine Weissagungen erfüllt sehen und Mir sagen: "Herr, als Du zu Mir sprachst, zweifelte ich; doch nun, da Du weggegangen bist, und Ich dein Wort erfüllt sehe, glaube ich an Dich."

61. Bevor Ich mein (äußerlich hörbares) Wort verstummen lasse, werden jene herbeikommen, die ihr Ausländer nennt, und die — ohne dies Wort aufgrund der Sprachunterschiede klar zu erfassen — fühlen werden, dass ihre Seele von Frieden erfüllt wird und sich von meinem göttlichen Wesen nährt. Denn meine Liebe wird es sein, die sie in ihrem Herzen empfinden, und ihr wisst bereits, dass die Liebe die Sprache der Seele ist. Diese (Ausländer) werden sich ebenfalls aufmachen, um Mir nachzufolgen; denn mein Volk ist über die ganze Welt verstreut.

62. Inmitten eines Sturmes bin Ich in dieser Zeit zu euch gekommen. Der Regenbogen des Friedens hat noch nicht geschienen, die Taube mit dem Ölzweig hat sich noch nicht eingefunden. Doch der Augenblick wird kommen, an dem Ich, die Höchste Liebe, allen Menschen sagen kann: Hier bin Ich. Dann werden Mich alle erkennen und sich vereinigen. Heute bin Ich noch dabei, die Lebenden und die Toten zu richten.

63. In der "Dritten Zeit" bin Ich dem Grab des Vergessens, in das die Menschheit Mich verwiesen hat, entstiegen, um sie zu neuem Leben zu erwecken; denn Ich bin das Leben. Niemand kann sterben. Selbst jener, der sich das Dasein mit eigener Hand raubt, wird hören, dass ihm sein Gewissen seinen Mangel an Glauben vorwirft.

64. Ich will, dass ihr nach und nach eine Familie bildet, ein Volk, das an Seele und Körper heil ist.

65. Wann wird sich unter euch die seelische Erhebung Abels, der Gehorsam Abrahams, die Stärke Jakobs, die Geduld Hiobs und die Vergeistigung des Johannes zeigen? Erkennet eure Verantwortung in der Welt.

66. Männer, flieht die Laster, damit euer Blut fruchtbarer Same ist, und die Früchte von morgen wohlgefällig sind.

67. Frauen, Ich bereite euch vor, damit ihr der Welt Kinder des Friedens und des guten Willens schenkt. Den Unfruchtbaren sage Ich: Betet, habt nicht das Gefühl der Schande wegen eurer Sühne. Seid ergeben, denn Ich werde euch überraschen und bewirken, dass ihr in eurem Schoß den Herzschlag eines neuen Wesens spürt.

68. Zeugt vollkommene Kinder wie euer Schöpfer, der nur vollkommene Wesen geschaffen hat, und erfüllt das göttliche Gebot, das von euch verlangt, dass ihr einander liebt.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 53

1. Warum entdecke Ich, dass ihr von dem Tag, an dem Ich Mich bei euch kundgebe, bis zum nächsten, an dem Ich euch eine neue Unterweisung gebe — also in einer so kurzen Zeitspanne — bereits den Frieden verloren habt, den Ich euch schenkte? Verliert auf euren Lebenswegen nicht die Gnaden, die Ich euch übergebe.

Ihr kommt verzagt durch die Prüfungen und Wechselfälle, die euch auf eurem Weg begegnen, ihr nähert euch mit zerknirschten Herzen. So sehe Ich euch fast immer, wenn Ich euch meinen Frieden gegeben habe, damit ihr den Entwicklungsweg eures Lebens mit frohem Mut und Glauben zurücklegt.

2. Ich habe euch beten gelehrt, damit ihr euch von den Gefahren und Hindernissen, den Fallstricken und Finsternissen befreit. Ich habe euch gesagt, dass selbst die Naturgewalten euer Gebet vernehmen werden, wenn sie um meiner Gerechtigkeit willen entfesselt sind. Sie werden über euch hinweggehen, ohne euch anzutasten, weil ihr mit Glauben und Lauterkeit zu beten verstandet.

3. Aus dem Schmutz und dem Abgrund werde Ich eure Seele in dieser Zeit emporheben, damit sie nicht nur ihren Gott, sondern auch sich selbst sowie ihre Geistesgaben erkennt. Aber zuvor werdet ihr durch den Schmelztiegel des Leides hindurchgehen müssen, der euch reinigen wird. Denn ohne innere Erneuerung werden eure Gaben nicht in voller Stärke erstrahlen können.

4. Die menschlichen Leidenschaften sind wie ein Unwetter, das euer inneres Heiligtum peitscht, und nur der, der betet, ist stark genug, um den Prüfungen standzuhalten, und nur der, der wacht, ist genügend aufmerksam, um sich zu schützen.

5. Wenn Ich zu euch von Tempeln und von Heiligtümern spreche, meine Ich nicht die Versammlungsstätten, die ihr im Materiellen errichtet, sondern euer Herz; denn wo immer ihr auch hingeht, dort wird der Tempel sein, und ihr werdet meine Liebe in ihm immer gegenwärtig finden.

6. Die Menschheit hat Religionen geschaffen, so etwas wie Wege, die zu Mir führen. Doch Ich sage euch: Wandelt nicht mehr gemäß der menschlichen Auslegung, die jeder meinem Gesetze gibt. Es ist nun Zeit, dass ihr alle meine Inspiration zu empfangen versteht, damit jenes Licht es ist, das euch führt.

7. Manchmal fragt ihr euch: Warum ist dieses Volk das einzige, zu dem Ich gesprochen habe, wo es doch so viele Nationen gibt, die dessen bedürfen? — Darauf antworte Ich euch, dass es in der damaligen Zeit nur eine Menschengruppe war, die meine Kreuzigung und meinen Tod miterlebte, und dennoch verbreitete sich das Blut des Lammes über die ganze Menschheit, um ihr den Weg zu ihrer Entsühnung zu zeigen. So werde Ich in der heutigen Zeit zu diesen Gemeinschaften hier sprechen; doch das Licht meines Geistes ist über den ganzen Erdkreis ausgegossen.

8. Alle Mittel, um zu lernen und danach zu handeln habe Ich euch bereits übergeben, und Ich will nicht, dass — wenn ihr im Geiste in meine Gegenwart kommt — ihr euch ohne Ernte einstellt und vorgebt, dass die Unnachgiebigkeit und Widerspenstigkeit des Körpers euch eure Aufgabe nicht erfüllen ließ. Denn wer nicht über die Versuchungen der Welt siegt, wird keine Verdienste besitzen, um sich vor seinem Herrn zeigen zu können. Viel Kraft besitzt der Körper in seinen Leidenschaften, Neigungen und Schwächen, aber die Seele ist mit einer höheren Macht ausgestattet, und mit ihr kann er das Böse bezwingen.

9. Welches Verdienst hätte eure Seele, wenn sie innerhalb eines Körpers ohne Willen und ohne eigene Neigungen wirken würde? Der Kampf der Seele mit ihrer Körperhülle ist der von Macht gegen Macht. Da findet sie den Prüfstein, an dem sie ihre Seelengröße beweisen muss. Es ist die Prüfung, in welcher die Seele oft für einen Augenblick den Versuchungen erlegen ist, in die die Welt sie durch das Fleisch bringt. So groß ist die Gewalt, die diese auf die Seele ausüben, dass ihr schließlich den Eindruck hattet, dass eine übernatürliche und bösartige Macht euch ins Verderben riss und euch in den Leidenschaften zugrunde richtete.

10. Wie groß ist die Verantwortung der Seele vor Gott! Das Fleisch hat diese Verantwortung nicht übernommen. Seht, wie es für immer in der Erde ruht, wenn der Tod kommt. Wann werdet ihr Verdienste erwerben, damit eure Seele würdig wird, vollkommenere Heimstätten zu bewohnen als die, in der ihr lebt?

11. Die Welt bietet euch Kronen an, die nur von Eitelkeit, von Stolz und falscher Größe zeugen. Der Seele, die über diese Eitelkeiten hinwegzugehen versteht, ist im Jenseits eine andere Krone vorbehalten, jene meiner Weisheit.

12. Einstmals suchte Ich Täler, Berge, das Meer und die Wüste auf, um zu euch zu sprechen. Auch heute stellte Ich fest, dass es Herzen gibt, die durch ihren Frieden den Tälern gleichen — andere, die wie ein stürmisches Meer sind, wie jenes, das aufschäumte, als Jesus mit seinen Jüngern im Boot darauf fuhr. Einige werden durch ihre Erhebung, wenn sie Mir zuhören, dem Berge ähnlich, und andere gleichen mit ihrer Einsamkeit und (seelischen) Dürre der Wüste.

13. Ihr, die ihr mein Wort hört — liebt es, studiert es, und praktiziert es. Wie viele, die den Wunsch hatten, es zu hören, können es nicht vernehmen, weil ihnen in dieser Zeit diese Gnade nicht zuteil wurde. Doch wahrlich, Ich sage euch, sein Echo wird zu allen gelangen und in größerer Reinheit, denn es wird nicht die Stimme eines Menschen sein, die zu ihnen kommt, sondern der Geist Gottes.

14. Heute bearbeite Ich euer Herz mit dem Meißel meines Wortes, Ich lehre es, den Schmerz der andern zu fühlen; denn wer kein Mitgefühl besitzt, kann nicht mein Apostel sein. Ich will nicht, dass die Notleidenden — nachdem sie vergebens an eure Tür geklopft haben — Mich schluchzend fragen, ob jene meine Auserwählten sind — diejenigen, die Ich als Treuhänder der Sorgen ihrer Brüder vorbereitet habe, als die Vertrauenspersonen und Stützen für die Bedürftigen.

Wachet, o Jünger, damit ihr sogar mitten in der Nacht, wenn ihr tief schlaft, die Hand wahrnehmen könnt, die an eure Türe klopft. Dieser Notleidende, der euch heute aufsucht, kann jener sein, der — durch eure Hilfsbereitschaft bewegt — sich gleichfalls in meinen Arbeiter verwandelt und euch morgen eure Mission erleichtert. Wie viele von denen, die heute um ein wenig Liebe, Verständnis oder Gerechtigkeit bittend herbeikommen, werden morgen der Schild sein, der euch schützt, oder der Zeuge, der euch rettet. Aber was könnt ihr von dem erwarten, der in all seinem Schmerz an eure Türen klopfte und seine Hoffnung auf eure Hilfsbereitschaft setzte und dann kein Gehör fand? Lasst jenen zu euch kommen, der im Schlamm des Lasters versunken ist; wenn ihr ihn innerlich zu bewegen versteht, wird er Reue fühlen. Lasst den Zerlumpten sich eures Hauses und eures Tisches würdig fühlen; empfindet jedoch keinen Widerwillen vor seiner Armut, vielleicht ist er seelisch reiner und geschmückter als ihr. Spart eure besten Aufmerksamkeiten und euer freundlichstes Lächeln nicht für jene auf, die in ihren Händen materiellen Reichtum haben, oder die sich in kostspieliger Aufmachung präsentieren. Lasst euer Herz nicht auf diese Unterschiede sehen und teilt die Wohltat eurer Gaben an alle gleich aus. Leiden gibt es überreichlich — wie viel Gutes könnt ihr an jedem Tag und zu jedem Zeitpunkt tun!

15. Wenn ihr die Kinder beobachtet, werdet ihr sehen, dass es viele Kleine ohne Liebe, ohne Gesetz und ohne Brot gibt. Wenn ihr unter die Jugend tretet, werdet ihr den Kampf der Leidenschaften, die verfehlten Wege antreffen, und wenn ihr euch unter den Männern und Frauen umseht, die die Lebensreife erreicht haben, werdet ihr unter ihnen Tragödien finden, den sehr bitteren Kelch: manchmal den der Witwenschaft, das Fehlen von Hoffnung und Glauben sowie von wahrer seelischer Ermutigung, die sie tröstet und stützt.

16. Mein Wort allein vermag das durch das Leid hart gewordene Herz zu rühren und empfindsam zu machen. Viele von euch hatten so viel gelitten, dass sie den Schmerz der andern nicht fühlten und er ihnen gleichgültig war.

Ich spreche zu euch viel vom Schmerz und erwähne häufig das Erbarmen, das ihr mit euren Mitmenschen haben sollt, weil es so viele Leiden in der Welt gibt, wie es menschliche Wesen gibt, und in der heutigen Zeit fangen die Leiden der Menschheit erst an. Darum bereite Ich euch vor, damit ihr euren Brüdern mit eurer Liebe neue Kraft gebt.

17. Wenn es den großen Völkern der Erde gefällt, auf das "Wohl" der Welt zu trinken, indem sie den Leidenskelch hochheben und ihn auf die Menschheit ausgießen, so entbiete Ich euch von diesem bescheidenen Tische aus einen geistigen Kelch voll Süße und Leben, damit ihr diese Botschaft zu denen bringt, die in ihrem Herzen den Tod und auf ihren Lippen Bitternis haben.

18. Geht Schritt für Schritt auf diesem Weg der Liebe. Lasst die stürmischen Winde über euch hinwegbrausen, ohne schwach zu werden. Eure Ohren werden sie sagen hören, dass ihr auf dem Wege des Verderbens seid; doch stärkt euch in der Erinnerung an meine Worte, als Ich euch sagte, dass mein Mantel jeden bedecken wird, der auf der Welt den Weg geht, den Ich ihm mit der blutigen Spur meines Leidens vorgezeichnet habe.

19. Ich will, dass euer Gesicht die Sanftmut eurer Seele, jedoch nicht Heuchelei widerspiegelt; denn das, was eure Brüder nicht sehen, werde Ich richten.

Nach Stürmen, die dieses Volk peitschen müssen, wird die Zahl derer, die um Mich geschart bleiben, klein sein, weil viele durch die Prüfungen verzagen werden. Doch die Übrigbleibenden werden jene sein, die mein Werk zum Erblühen bringen. Alles wird dann lauter sein, im Materiellen wie im Geistigen. Denn Ich habe euch mit meinem Worte den Weg geöffnet, der durch die Bosheit und den Ungehorsam der Menschen verschlossen war. Die Augen eures Geistes wurden ebenfalls geöffnet, damit ihr die Wahrheit schaut. Ich sage euch noch einmal, dass jedes Auge Mich schauen wird.

Die rechtverstandene Buße, die Ich von euch verlangt habe, hat den Zweck, dass ihr in eurem Leben einen Anfang zur Erneuerung macht. Darum sage Ich euch, dass Ich nicht will, dass ihr euch mit "Kleidern" der Heuchelei bedeckt. Ich will, dass ihr gut und aufrichtig seid und mit euren Werken die Wahrheit meiner Lehre bezeugt.

20. Ihr werdet einen großen Schatz an Weisheit erlangen, ohne die Bücher der Menschen zu benötigen, da euer einziges Lehrbuch dies Wort ist, in welchem ihr weder Einfluss von fremden Lehren, noch von schlechten Auslegungen oder von Menschentheorien haben werdet, sondern nur mein Gesetz, das euch den Weg eurer Entwicklung vorzeichnet.

21. Der dichte Schleier eures Materialismus hatte euch in eine Unwissenheit versinken lassen, die verursachte, dass ihr euch dem Göttlichen ferne fühltet, und die euch das Licht verbarg, welches das Leben der Seele erhellen muss. In dieser Zeit zerriss meine Stimme jenen Schleier und zeigte euch mein Heiligtum, indem sie euch neue Lehren aus meiner geheimen Herzenskammer offenbarte. Bei meiner geistigen Kundgebung haben die einen ihre Lampe des Glaubens entzündet, während die andern vorgezogen haben, das Leben weiterhin in dem Lichte zu betrachten, das ihnen ihre geringe geistige Erkenntnis gegeben hat. Wann werdet ihr alles erfassen, was ihr für eure Seele (an Erkenntnissen) ansammeln müsst?

22. Ich verbiete euch nicht, die Natur zu erforschen oder Kenntnisse anzuhäufen, wenn diese zum Wohle und Fortschritt eures menschlichen Lebens sind. Aber Ich will, dass ihr euch auch dafür interessiert, für eure Seele Licht zu erlangen, denn es wird das einzige sein, was ihr von hier zum Jenseits mitnehmt, und was euch auf dem geistigen Wege für euren Fortschritt dienlich ist. Ich bin jedem von euch so nahe, dass ihr Mich mit euren Gedanken nur etwas zu fragen braucht, um sogleich meine Antwort zu empfangen. Niemand kann dem Vater vorwerfen, dass Er sich von seinen Kindern zurückgezogen hat. Denn als ein liebevoller Hirte habe Ich immer über alle meine Schafe gewacht, und Ich kann euch in Wahrheit sagen, dass keines verlorengegangen ist und auch nicht verlorengehen wird, weil Ich überall bin. An jedem Orte ist mein Licht vorhanden, und das Leben und die Liebe eures Vaters pulsiert in der ganzen Schöpfung.

23. Der Mensch ist von der Erfüllung meines Gesetzes abgewichen; doch heute kann Ich euch sagen, dass Ich mit meinen Liebeslehren viele verirrte Schafe auf den Weg zu ihrer Aufwärtsentwicklung bringe. Aber wenn diese zur Hürde zurückkehren, werde Ich andere herbeiführen, bis Ich sie alle im Gehege meiner Liebe verwahrt habe.

24. Heute wisst ihr, dass der Schmerz die Seele und das Herz läutert und dass es nicht das erste Mal ist, dass ihr eure Seele von ihren Verfehlungen reinigen müsst. Der Leidenskelch goss seinen Inhalt auf die Welt, und es war wie eine neue Sintflut, aber schmerzhafter, bitterer und länger anhaltend. Es werden Zeiten kommen, in denen nicht der Schmerz die Menschen bändigt und zügelt, sondern das Licht ihres Gewissens. Wenn ihr noch immer den Schmerz als einen Zaum benötigt, ist es das klarste Zeichen dafür, dass ihr euch seelisch nicht entwickelt habt.

25. Denkt daran, meine Kinder, dass ihr den Berg (der Vollkommenheit) ersteigen müsst und dabei ein Kreuz des Schmerzes auf dem Rücken tragt. Aber begreift, dass das Kreuz, das euch (geistig) emporheben soll, nicht das der Abtragung für eure Sünden ist, sondern das eurer Opfer für andere.

Den Männern sage Ich, dass sie Führer, Verteidiger und Beschützer der Menschen sein sollen. Den Frauen, den Müttern sage Ich: Betet für die großen Scharen von Kindern ohne Eltern, ohne Heim und ohne Brot. Eure Gebete werden wie die Flügel der Lerche sein, die sich ausbreiten, um die Jungen zu bedecken. Doch denkt in diesem Augenblicke nicht nur an die euren, denn sie haben eure mütterliche Liebe, sondern an jene, die auf der Erde nichts als Einsamkeit und Hunger nach Liebe haben. Betet für sie! Wer kann besser als ihr die Kälte, die Leere und den Durst jener zarten Herzen verstehen? Betet, dann wird das Brot, das Obdach und die Liebe bald zu ihnen kommen. Dies ist die rechte Gelegenheit, um Barmherzigkeit zu üben.

26. Ihr seid auf die Erde verbannt worden, auf diesen Planeten, den der Mensch in ein Tränental verwandelt hat, obwohl er ein wunderbarer Garten ist, den der Schöpfer mit seinen Segnungen überschüttete. Doch die Menschen werden einsehen lernen, dass ihnen um der Abtragung ihrer Schuld willen beschieden war, in dieser Zeit zur Welt zu kommen, um diese Wüste von Trübsal und Schmerz in ein Paradies des Lichtes zu verwandeln, in eine Stätte der Brüderlichkeit und des Friedens, wo man mein Gebot erfüllt, das euch sagt: "Liebet einander!"

27. Unter denen, die Mir zuhören, befinden sich Ungläubige, die, um glauben zu können, (mit ihren Händen) betasten möchten, wie es Thomas tat. Ihnen sage Ich, dass sie sich eines Tages mit Mir von Geist zu Geist verbinden werden. Zuerst sollen sie ihr Gefäß von innen und von außen reinwaschen, damit mein Wort sich in dasselbe wie ein Tau der Gnade und des Lebens für die Seele herabsenkt.

28. Die Kranken möchten mein Gewand berühren wie in der Zweiten Zeit, damit ihr Glaube sie heilt. Doch Ich sage euch: Warum berührt ihr nicht meinen Göttlichen Geist mit euren reinen Gedanken, mit eurem inbrünstigen Gebet? Ihr würdet alles erlangen, was eure Seele und euer Körper benötigt.

29. Dies ist die Unterweisung, die Ich euch gebe, womit Ich euch das Buch erblicken lasse, das Ich zu allen Zeiten vor euch aufgetan habe. Es ist das Buch meiner ewigen Weisheit, das Ich euch heute beim Sechsten Siegel geöffnet zeige, wobei Ich als meinen Dolmetscher den Stimmträger verwende, den Ich zubereitet habe.

30. Zu allen Zeiten wolltet ihr meine Kundgebung studieren, um meinen Willen und meine Gebote kennenzulernen, und Ich habe auf eure Fragen geantwortet, weil jeder, der Mich aus Liebe sucht, mit dem Wunsch, die Wahrheit zu finden, Mich findet, Mich vor sich sieht, Mich fühlt und sich an meiner Liebe erquickt, ebenso wie Ich von Freude erfüllt werde, wenn meine Kinder Mir die Frucht vorweisen, die sie mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit erreicht haben, mit denen sie den Schmerz ihrer Mitmenschen gelindert haben.

31. In diesem Buche, das Ich ein weiteres Mal vor euch aufgeschlagen habe, sind alle meine Lehren enthalten, und was in ihm niedergeschrieben ist, sollt ihr kennenlernen, und es wird zu eurem Glücke sein, weil es euch auf den Weg zu eurer Aufwärtsentwicklung führen wird.

32. Euch verlangt danach, meine Inspirationen zu empfangen, die Ich zu allen Zeiten reichlich fließen ließ; doch ihr habt sie nicht genutzt. Werdet ihr heute, da Ich mit euch durch das menschliche Verstandesorgan in Verbindung trete, weiterhin an meinen Unterweisungen und an meiner Gegenwart unter euch zweifeln? — Ich spreche nicht zu den Toten oder zu Wesen ohne Vernunft, sondern zu euch, die ihr menschliche Wesen seid und ein Gewissen habt und Mich kennt.

Wenn Ich zu den Toten sprechen würde, hätten diese sich schon aus ihren Gräbern erhoben, wenn Ich zu den Steinen oder zu den Elementen der Natur spräche, würden sie bereits Zeugnis von Mir ablegen. Doch die Ungläubigkeit meiner Kinder wird meine Unterweisung nicht aufhalten, und dies Buch wird weiterhin von der Wahrheit, dem Leben der Gnade und dem Jenseits sprechen.

33. Was sucht ihr in meiner Lehre, was wollt ihr kennenlernen, meine Kinder? "Das Licht", sagen Mir die einen. "Wir sehnen uns danach, den Frieden zu finden", höre Ich die andern sagen. Ich sage euch: Wenn ihr euch zuberereitet, werdet ihr in meinem Worte alles finden, was euer Geist ersehnt. Ich habe diese Nation wie einen fruchtbaren und gesegneten Acker zubereitet, von wo aus ihr den Berg des Neuen Zion schauen könnt — das Land, das euch erwartet. Und morgen, nachdem ihr durch die Welt gegangen seid und dabei eure Aufgabe erfüllt habt, werdet ihr euch im Geiste auf den Wegen des Jenseits befinden, und ihr alle werdet in einem einzigen "Tale" vereint sein und mit Mir einen einzigen Geist bilden.

34. Ihr müsst studieren, damit ihr die Ursache der Ereignisse dieser Zeit versteht: Warum Elias in dieser Zeit gekommen ist, und warum Ich euch mein Wort gebe. Zu allen Zeiten ist Elias als mein Vorläufer gekommen, um den Geist aller Menschen vorzubereiten.

In der "Ersten Zeit" kam Elias zur Erde, näherte sich den Herzen der Menschen und fand sie dem Heidentum und Götzendienste verfallen. Die Welt wurde von Königen und Priestern regiert, und beide hatten sich von der Erfüllung der göttlichen Gesetze abgewandt und führten ihre Völker auf Wege der Verwirrung und Unwahrheit. Sie hatten verschiedenen Göttern Altäre errichtet, denen sie Verehrung erwiesen. Elias trat in jener Zeit auf und sprach zu jenen mit Worten voller Gerechtigkeit: "Öffnet eure Augen und erkennt, dass ihr das Gesetz des Herrn entweiht habt. Ihr habt das Vorbild seiner Sendboten vergessen und seid Kulten verfallen, die des lebendigen und mächtigen Gottes unwürdig sind. Es ist notwendig, dass ihr erwacht, auf Ihn schaut und Ihn anerkennt. Zerstört euren Götzendienst und erhebt eure Augen über jedes Bildnis, mit dem ihr Ihn dargestellt habt."

35. Elias hörte meine Stimme, die ihm sagte: "Entferne dich von diesem bösen Volke. Sage ihm, dass für lange Zeit kein Regen mehr fallen wird, bis du es in meinem Namen befiehlst." — Und Elias sprach: "Es wird nicht mehr regnen, bis mein Herr die Stunde anzeigt und meine Stimme es befiehlt", und indem er dies sagte, entfernte er sich. — Von jenem Tage an war die Erde trocken, die für den Regen bestimmten Jahreszeiten verstrichen, ohne dass dieser sich einstellte. Am Himmel sah man keine Anzeichen für Regen, die Felder fühlten die Dürre, das Vieh verschmachtete nach und nach, die Menschen gruben in der Erde nach Wasser, um ihren Durst zu löschen, ohne es zu finden, die Flüsse vertrockneten, das Gras verwelkte, weil es den Strahlen einer sengenden Sonne erlag, und die Menschen riefen ihre Götter an und baten sie, dass jenes Element zu ihnen zurückkehre, um Samen zu säen und zu ernten, der sie ernähren würde.

36. Elias hatte sich auf göttliches Gebot hin zurückgezogen, betete und erwartete den Willen seines Herrn. Die Männer und Frauen begannen aus ihrer Heimat fortzuziehen auf der Suche nach neuen Ländern, wo sie kein Wasser entbehren würden. Überall sah man Karawanen, und an allen Orten war die Erde ausgedörrt.

37. Die Jahre vergingen, und eines Tages, als Elias seinen Geist zum Vater erhob, hörte er seine Stimme, die ihm sagte: "Suche den König auf, und wenn Ich dir das Zeichen gebe, werden die Wasser wieder auf dies Land herabfallen."

38. Elias, demütig und voll Gehorsam, ging hin zum König jenes Volkes und zeigte vor den Anbetern des falschen Gottes seine Macht. Danach sprach er vom Vater und von Dessen Macht, und da erschienen die Zeichen: Blitze, Donner und Feuer gewahrte man am Himmel, darauf fiel der lebenspendende Regen in Strömen herab. Von neuem bekleideten sich die Felder mit Grün, die Bäume waren voller Früchte, und es gab Wohlstand.

39. Das Volk erwachte angesichts dieses Beweises und erinnerte sich seines Vaters, welcher es durch Elias aufrief und ermahnte.

40. Zahlreich und sehr groß waren zu jener Zeit die Wundertaten Elias', um die Menschen aufzurütteln.

41. In der "Zweiten Zeit" erschien Johannes der Täufer, riet zur Buße und bereitete die Herzen vor, den Messias zu empfangen. Jener gesegnete Vorläufer redete zu den Menschenmengen, weil sich die Zeit von Jesu Predigttätigkeit nahte und es notwendig war, dass sie Ihn erkannten. — Er taufte mit Wasser und goss es auch über Jesus aus, wobei er zu Ihm sprach: "Meister, warum muss ich Dich taufen, obwohl Du ohne Makel bist?" Darauf erwiderte Jesus: "Es muss also geschehen, damit Ich mein Tagewerk damit beginne, dass Ich Ergebung zeige, auf dass diese hier, die Mir nachfolgen, sich zu läutern und zuzurüsten verstehen, wenn sie sich anschicken, ihre Aufgabe zu erfüllen."

42. Elias, ein Geist von großer Macht, der von der Menschheit nicht erkannt worden ist, ist immer mein Wegbereiter gewesen. Heute ist er ein weiteres Mal gekommen, um die Gekennzeichneten vorzubereiten, die Mir als Stimmträger zu dienen haben, sowie alle Menschen.

43. Wenn ihr euch zubereitet und meine Unterweisung studiert, um meinen Willen kennenzulernen, wird Elias euch zu Hilfe kommen und euch Stütze und Freund sein.

44. Elias ist (ein) göttlicher Strahl, der alle Wesen erleuchtet und lenkt und sie zu Mir führt. Liebt ihn und verehrt ihn als euren Bahnbrecher und Fürsprecher.

45. Jünger, wenn ihr in das Himmelreich eingehen wollt, so tut gerechte Werke, erfüllt das Gesetz, dann wird mein Werk von allen erkannt werden und unter den Religionen und Lehren als der einzige Weg hervorragen, den Ich den Menschen vorgezeichnet habe.

46. Kommt zu Mir, damit Ich euch bei eurer Zubereitung behilflich bin, setzt euch an meinen Tisch, an dem Ich für jeden meiner Jünger einen Platz bereithalte, von dem aus ihr meinem Unterricht beiwohnen werdet. Kümmert euch nicht darum, ob die Person, durch die Ich Mich kundgebe, ein Mann oder eine Frau, ob sie ein Greis, ein Jüngling oder ein Kind ist. Ergründet meine Unterweisungen, bis ihr den göttlichen Sinngehalt dieses Wortes gefunden habt; dann werdet ihr meine Gegenwart durch jeden meiner Erwählten fühlen. Nützt diese Augenblicke, denn später könntet ihr es beklagen, wenn ihr nicht also tut.

47. Lasst dies Volk wachsen, wie die Bäume wachsen, indem sie ihre Zweige vervielfältigen, wie die Flüsse sich ausdehnen, indem sie neue Flüsse und Bächlein bilden. Seht, wie aus einer Gemeinschaft neue Gemeinschaften in den Provinzen und in den Städten hervorgehen!

48. Mein Geist ist es, der sie (die Berufenen) in die verschiedenen Provinzen gesandt hat, um eine Botschaft der Vergeistigung zu überbringen. Warum wenden sich manche von den Grundsätzen der Vergeistigung ab, die Ich ihnen aufgezeigt habe — nämlich ohne irgendwelchen Eigennutz Liebe zu schenken und Barmherzigkeit zu üben — und verkaufen die Dienste, die sie mittels Gaben vollbringen, die sie nichts gekostet haben? Erinnert ihr euch nicht, dass Ich von den ersten Unterweisungen an, die ihr gehört habt, euch sagte, dass ihr wachen und beten sollt, weil die Versuchung eure Schritte umlauert? Denkt nach, dann werdet ihr euch entsinnen, dass Ich euch auch sagte, dass Ich euch mehr zu geben habe, als ihr von Mir zu erbitten habt — damit ihr euch darauf beschränken solltet, das von Mir zu empfangen, was zulässig ist.

49. Wisset, dass im Buche eurer Bestimmung der Tag und die Stunde aufgezeichnet ist, da sich die Pforten des Jenseits öffnen werden, um eurer Seele Einlass zu gewähren. Von dort aus werdet ihr euer ganzes Werk auf Erden, eure ganze Vergangenheit sehen. Ihr wollt doch dann nicht Stimmen hören, die aus Vorwürfen oder Klagen gegen euch bestehen, oder jene sehen, die euch als Urheber ihrer Übel bezeichnen!

50. Welches Leid, welchen Schmerz fühlt eine Seele, wenn sie in jene Welt des Lichtes und des Friedens kommt und hört, dass die Klage ihrer Opfer bis dorthin gelangt. Wenn ihr diese kritische Situation nicht durchleben wollt, so pflegt schon jetzt die Felder, die Ich euch anvertraut habe, und legt in sie den Samen meiner Lehre in ihrer ganzen Reinheit. Fühlt euch nicht unfähig, Werke zu vollbringen, die meiner würdig sind, und verlasst eure Ackergeräte nicht bei erst halb getaner Arbeit, um diesen Auftrag zu vergessen und euch erneut den Versuchungen der Welt hinzugeben.

51. Kommt eilends herbei, mein Wort zu hören. Erinnert euch daran, dass der Tag sehr nahe ist, an dem ihr es in dieser Form nicht mehr hören werdet. Für euch ist bereits die Zeit vorbei, in der es nötig war, dass Propheten vor dem Volke auftraten, um es zu ermahnen, Buße zu tun, und um ihm mit der Gerechtigkeit Gottes zu drohen, falls es nicht auf jenen Warnruf hören sollte. Heute will Ich, dass ihr die Propheten seid, welche die Menschheit erwecken und ihr diese himmlische Botschaft übermitteln. Ich werde Wunder auf eurem Wege tun und euch die Waffen der Wahrheit geben, um mit ihnen zu kämpfen, denn ihr werdet bekämpft werden.

52. Viele krumme Wege werde Ich gerade machen, indem Ich Mich der Rechtschaffenheit meiner guten Jünger bediene. Die geistige Gegenwart des Volkes Gottes, auf Erden Israel genannt, wird sich unter den Menschen fühlbar machen, und viele werden zu der Einsicht kommen, dass das, was in materieller Form ausgelegt worden war, einen hohen geistigen Sinn hatte.

53. Auch wenn die Seelen, die dies Volk gebildet haben, über die Welt und das Geistige Tal verstreut wurden, um eine Sühnepflicht zu erfüllen, werden sie jetzt — aufgrund meiner Liebe vereint durch das Licht des Heiligen Geistes, das den Pfad ihrer Entwicklung erhellt — auf ihrem Wege alle zusammenführen, die nach Freiheit, nach Frieden, nach Wahrheit und Gerechtigkeit, nach Liebe und Erlösung hungern.

54. Wahrlich, Ich sage euch, das Volk Gottes ist grenzenlos, ihr alle gehört geistig dazu. Darum konnte dies Volk nicht auf eine Nation oder eine Rasse beschränkt bleiben. Das Volk Israel, das von den Propheten und Patriarchen der Ersten Zeiten das Volk Gottes genannt wurde, ist ein Symbol der universellen Familie, ein Volk, das aus Wesen gebildet wurde, die für meine Vorhaben weise ausgewählt worden waren, und das Ich als Werkzeug gebrauchte, um der Menschheit meine Lehren wie ein vor den Menschen aufgeschlagenes Buch zukommen zu lassen — ein Buch, das von seelischeer und körperlicher Entwicklung, von göttlichen Offenbarungen, von Weissagungen, von menschlichen Auslegungen, von Erfolgen und von Irrtümern jenes Volkes spricht, von Glanz und Niedergang, von Freiheit und Knechtschaft, von Licht und von Finsternis. Dies Volk wird kein "Gelobtes Land" mehr unter den Füßen haben. Seine Aufgabe besteht darin, die Verirrten zu suchen, den Schwachen neuen Mut einzuflößen und ihnen den Weg aus der Wüste zu zeigen, hinter der die Tore des Neuen Jerusalem liegen, der Geistigen Stadt, in der ihr ewig mit eurem Meister wohnen werdet.

55. Die hundertvierundvierzigtausend Gekennzeichneten haben die Aufgabe, voll Eifer für das Gesetz einzutreten, das Volk auf dem Wege zu ermutigen, den Glauben zu verteidigen. Sie sollen Soldaten des Friedens sein, Meister in meiner Weisheit, Ärzte für alle Krankheiten, Tröster und Propheten.

56. Große Ereignisse haben die Generationen dieser Zeit miterlebt. Ohne dass ihr euch dessen bewusst werdet, durchlebt ihr die große Schlacht, die nicht nur auf euren Schlachtfeldern oder in den kriegführenden Nationen, sondern auf vielen Gebieten stattfindet. Die wahre Schlacht vollzieht sich im Geistigen — dort, wo eure Augen nicht hindringen, im menschlichen Verstande und Herzen, in den Männern der Wissenschaft und der Religionen und in allen menschlichen Institutionen. Der Grund dafür ist, dass eine neue Zeit herannaht, in der das Siebte Siegel geöffnet werden muss und die Gerechtigkeit und das Licht in den Seelen triumphiert. Zuvor werde Ich Seelen zur Erde senden müssen, die voll meiner Gnade sind und die die Menschen wie Kinder führen werden, damit sie ihr Heil erlangen.

57. Betet und fühlt, wie Elias den Weltraum von einem Ende zum anderen durcheilt und auf den dunklen Wegen Licht verbreitet, jene rettet, die sich verirrt haben, die Befleckten reinigt, diejenigen erweckt, die in der Unwissenheit schlafen, und alles ordnet, denn dies ist seine Zeit. Fürchtet ihn nicht, liebt ihn, denn er ist als Hirte gekommen, um euch zum Vater zu führen, zur himmlischen Hürde, die euch erwartet.

58. Mein Wort und alle Weissagungen werden in Erfüllung gehen.

59. In der "Zweiten Zeit" habt ihr meine Hände an ein Holz genagelt, die gleichen Hände, die die Kranken geheilt und Kinder, Jünglinge und Greise liebkost haben. Heute habe Ich meine Rechte freigemacht, doch nicht, um das Kreuz zurückzuweisen, an dem ihr Mich erhöht habt — nein, vielgeliebte Kinder, heute strecke Ich sie liebevoll aus, um euch meinen Segen zu spenden.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 54

1. Wohl denen, die ihre materiellen Güter verlassen, um Mich zu hören.

2. Diejenigen, die meine Unterweisung genutzt haben, sind stark geworden, und wenn sie sich von einer Prüfung betroffen sahen, haben sie, statt zu verzweifeln, nachzudenken und zu beten begonnen und haben empfunden, dass in jenen Augenblicken die göttliche Inspiration zu ihrem Verstande kommt gleich einem Lichtstrahl, der den Weg ihrer seelischen Entwicklung erhellt.

3. Wahrlich, Ich sage euch, wer sich in der Erfüllung meines Gesetzes vorzubereiten und zu stärken versteht, wird alles heil überstehen, selbst wenn er durch Unwetter oder durch Feuer geht. — Auch denen, die im Glauben die Prüfung zu bestehen vermochten, die ihre Seele heimsuchte, sage Ich noch einmal, dass sie sich nicht "schlafenlegen" sollen; denn es werden neue Prüfungen kommen, und sie müssen dann vorbereitet sein.

Es gibt viele, die am Ende einer großen Prüfung, wenn die Lebensreise schon beinahe vollendet ist, nahe daran waren, zu fallen, von der Last ihres Kreuzes bezwungen. Doch in jenen Augenblicken hat sich meine Stimme vernehmen lassen, die sie ermutigt hat, das Endziel zu erreichen, das schon nahe ist.

4. Wenn ihr die Prüfungen des Lebens dem Zufall zuschreibt, werdet ihr schwerlich stark sein können. Doch wenn ihr eine Vorstellung von dem habt, was Sühne ist, was Gerechtigkeit und Wiedergutmachung ist, werdet ihr in eurem Glauben Erhebung und Ergebung finden, um in den Prüfungen zu siegen.

5. Es ist mein Wille, eure Seele auf verschiedene Weise zu prüfen, denn Ich bilde, forme und vervollkommne sie. Dafür bediene Ich Mich aller Dinge und aller Menschen; als Werkzeuge gebrauche Ich sowohl einen Gerechten, als auch einen Bösewicht. Das eine Mal bediene Ich Mich des Lichtes, ein andermal mache Ich die Finsternis zu meiner Dienerin. Darum sage Ich euch: Wenn ihr euch in einer kritischen Situation befindet, so denkt an Mich, an euren Meister, der euch in aller Liebe den Grund für jene Prüfung erklären wird.

6. Es gibt Kelche, die alle trinken müssen, die einen früher, und die andern später, damit alle Mich verstehen und lieben lernen. Das Elend, die Krankheit, die Verleumdung, die Entehrung sind sehr bittere Kelche, die nicht nur an die Lippen des Sünders gelangen. Erinnert euch, dass der Allergerechteste in jener "Zweiten Zeit" den bittersten Kelch leerte, den ihr euch vorstellen könnt. Der Gehorsam, die Demut und die Liebe, mit welcher der Leidenskelch getrunken wird, werden das Kreuz leichter machen und die Prüfung schneller vorübergehen lassen.

7. Die Welt ist eine Schule für die Seelen, euer Körper ist nur ein Werkzeug. Auf Erden durchlauft ihr die verschiedenen Stufen der Leiter zur seelischen Vollkommenheit, auf der die Seelen zu Mir aufsteigen, angetrieben durch die Kraft ihrer Verdienste, ihres Bemühens, zum Vater zu gelangen durch die Liebe, die sie ihren Brüdern gegeben haben. Wer diesen Weg des Kampfes nicht durchläuft, wird weder wissen, wer sein Schöpfer ist, noch wird er sich selbst erkennen.

8. Wer seine Bestimmung verleugnet, weist den Ehrennamen "Kind meiner Göttlichkeit" zurück. Wenn er nicht an mein Dasein glaubt, kann er keinen Glauben an meine Liebe haben.

9. Wenn für manche dies Leben überaus bitter und leidvoll gewesen ist, so wisset, dass dieses Dasein nicht das einzige ist, dass es nur dem Anschein nach lang ist, und dass es im Schicksal jedes Geschöpfes ein Geheimnis gibt, in das nur Ich eindringen kann.

10. Diese Stimme hat euch nicht gesagt: Ihr müsst diesem Worte gehorchen. Sie hat euch nur gesagt: Sucht die Wahrheit, strebt nach Liebe, strebt nach Frieden, und wenn ihr dies in meiner Unterweisung, die ihr derzeit hört, findet, so bleibt dabei. Doch wenn ihr es hier nicht gefunden habt, so suchet weiter.

11. Ich tue Mich bei jedem von euch kund, manchmal über euer Herz, ein anderes Mal in eurem Geiste.

12. Bei meiner Stimme der Vergebung werden die Toten zum Leben der Gnade auferstehen, von der Verwirrung ihrer Seele frei werden und mein Gesetz erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander." Wo keine Vergebung ist, — die immer der Liebe entspringt — wird es weder Reue noch gute Werke geben, und dann wird es auch keine Erlösung geben.

13. Wie viele geistig Tote müssen auf der Welt umherirren und warten, bis der körperliche Tod sie in meine Gegenwart bringt, um die Stimme des Herrn zu vernehmen, die sie zum wahren Leben aufrichtet und sie liebkost. Welche Sehnsucht nach Erneuerung hätten sie auf Erden nähren können, da sie sich unwiderruflich für immer verloren hielten, obwohl sie sich einer wahren Reue und der Wiedergutmachung ihrer Verfehlungen für fähig fühlten?

14. Doch außer jenen, denen man das Heil ihrer Seelen abgesprochen hatte und die ohne Hoffnung zu Mir gekommen sind, sind auch die in meine Gegenwart gelangt, die von Wissenschaftlern hinsichtlich des Körpers zum Tode verurteilt worden sind. Ich, der Ich das Leben besitze, habe sie den Klauen des körperlichen Todes entrissen. Doch was tun in der Welt jene, denen Ich die Gesundheit der Seele sowie die des Körpers anvertraut habe? Kennen sie etwa nicht die hohe Bestimmung, die der Herr ihnen anvertraut hat, damit sie diese erfüllen? Muss Ich, der Ich sie mit einer Botschaft der Gesundheit und des Lebens ausgesandt habe, unaufhörlich ihre Opfer in Empfang nehmen?

15. Jetzt, da ihr Mir euren Kummer darlegt und Mich um Kraft bittet, sage Ich euch: Vertraut auf Mich, und ihr werdet alle getröstet werden.

Nicht alle hören mein Wort wie ihr es hört, aber meine Kraft und mein Licht sind das väterliche Erbe für alle Seelen. Ihr jedoch werdet schwach und lasst euch besiegen durch die Prüfungen.

16. Nur Ich, euer Vater, höre und verstehe euer Herz. Ihr habt noch nicht die wahre Liebe zueinander gefunden. Auch sage Ich euch, dass ihr nicht Heiligenbilder oder Symbole aufsuchen sollt, damit sie euch Erleichterung gewähren. Lernt, mit der Seele zu beten, erweckt die empfindsamen Fasern eures Wesens, damit ihr meine Gegenwart fühlt und meine Liebe bei Mir genießt. Fühlt euch eurem Vater gegenüber nicht fremd. Oder habt ihr euch etwa so weit (von Mir) entfernt, dass ihr Mich nicht mehr erkennt?

17. Ich sehe in dieser Zeit, dass die Menschen sich an die Sünde gewöhnt haben. Die Leidenschaften sind entfesselt, die Kinder verlieren schon in frühem Alter ihre Unschuld und nehmen verbotene Früchte. Die Menschheit hat den Weg zum Bösen eingeschlagen, und von Generation zu Generation wird sie hinfälliger und sinkt tiefer. Darum bin Ich noch einmal gekommen, um Mich unter euch zu offenbaren.

18. Betet, und versteht mein Wort. Bittet nicht nur für euch, bittet für die euch bekannten und unbekannten Mitmenschen, die irdischen und die geistigen.

19. Ihr wisst nicht um die seelische Armut, in der heute die Menschheit lebt. Die Fürsprache eines Volkes und sein Kampf sind notwendig, um das Licht zu allen Seelen zu bringen.

20. Reinigt die, die sich befleckt haben. Enthüllt ihnen die Gaben ihres Geistes, bringt sie wie kleine Kinder auf den Weg und führt sie zu Mir. Ihr werdet auf eurem Wege viele Kranke finden, die von der Wissenschaft nicht geheilt werden; unter euch jedoch werdet ihr die Möglichkeit finden, ihren Leiden Heilung zu verschaffen: Ihr werdet sie mit eurer Liebe heilen, durch den guten Einfluss, den ihr ausübt, durch die Erneuerung, zu der ihr sie anregt. Und durch die Kenntnis meiner Lehre, die ihr ihnen übermittelt, werden sie entdecken, dass der Heilbalsam im Frieden der Seele liegt und in der Erfüllung der Pflichten, in der Liebe zueinander.

21. Ich will nicht zusehen, wie meine Kinder die Gelegenheit zu ihrer Rettung versäumen. Wenn die großen Sünder Mich in Demut und Reue suchen, werde Ich ihre Verfehlungen vergeben und ihnen eine Gelegenheit bieten, ihr Leben neu aufzubauen. Ich lasse meinen Ruf an die größten Sünder ergehen, um sie zu erlösen und zu retten.

22. Ich habe das Herz der jungen Menschen, der Jünglinge und Jungfrauen dazu inspiriert, neue Generationen zu bilden. Hierfür läuterte Ich sie, und wenn sie an ihren Kindern die Aufgabe zu erfüllen verstehen, die Ich ihnen anvertraut habe, und sie jene Seelen zubereiten und auf den Weg des Guten führen, werde Ich Mich ihnen kundgeben, und ihr werdet euch auf diese neuen Generationen stützen, und sie werden die Fortsetzer dieses Werkes sein.

23. Bewahrt die Gnade, die Ich unter euch lasse. Bald wird es welche geben, die verhindern wollen, dass mein Werk fortschreitet. Doch es wird andere geben, die, nachdem sie meine Hilfe erfleht haben, ein Wunder empfangen werden; und auch wenn sie nicht zu meinen Jüngern gehören, werden sie von Mir Zeugnis geben und sagen: "Der Herr hat mich geheilt." Andere werden sagen: "Ich hatte das Liebste verloren, und Er hat es mir zurückgegeben."

24. Verteidigt mein Werk nicht mit falschen Zeugnissen und lügt niemals, denn Ich habe euch nicht gelehrt, zu lügen. Meine Werke sind immer lauter, und wenn ihr sie zu deuten versteht, werdet ihr in ihnen meine Liebe und Barmherzigkeit für die Menschen finden.

25. Wenn ihr törichte Worte hört, so schweigt, wie Jesus vor den Pharisäern schwieg. Doch fürchtet nicht, dass eure "Kleidung" zerrissen wird. Ich werde euch rechtfertigen und euch vor euren Brüdern emporheben. Diese Menschen, die euch verurteilen, werden dann einsehen, dass ihr nicht vom Wege abgeirrt seid, sondern dass ihr Mir nähergekommen seid.

Wachet über eure Handlungen und fürchtet nur den ewigen Richter, der euch immer sieht.

26. Mit Sanftmut und Vergeistigung sollt ihr davon zeugen, dass ihr Mich gehört habt, dann werden sich viele bekehren. Wenn ihr kein Verständnis findet, so schweigt und vergebt. Wenn ihr euren Körper mit eurer Seele eint und mein Gesetz erfüllt, werdet ihr für die Menschheit Gnade erlangen.

27. Erinnere dich, gesegnetes Volk, dass Ich dir in allen Versammlungsstätten gesagt habe, dass sich Zeiten des Schmerzes, der Prüfung und des Gerichts für die Menschheit nahen, was ihr zur Läuterung dienen wird. Auch kündige Ich euch an, dass nach jener Zeit auf Erden Freude herrschen wird.

28. Seit Jahren hört ihr diese Botschaften, welche Lehren sind, mit denen Ich euch als Jünger vorbereite, damit ihr morgen in das Leben eurer Brüder Licht bringen könnt und ihnen den guten Weg weist — sowohl den im Körper lebenden, als auch den entkörperten Wesen. Es ist mein Wille, dass ihr als Same für die künftigen Generationen ein gutes Vorbild hinterlasst; dass die Offenbarungen, die Ich euch gegeben habe, euch dazu dienen, euren Geist in meiner Weisheit und euer Herz im Guten zu stärken und alles Unkraut aus ihm zu entfernen, das lange Zeit hindurch in eurem Wesen gewachsen ist. Doch sage Ich euch voll Traurigkeit, dass ihr mein Wort noch immer nicht fühlt, dass ihr diesen Kundgebungen gegenüber schlaft, und dass eure Werke meine Lehre nicht bezeugen.

29. Ich wollte, dass ihr alle ein einziges Herz, einen einzigen Willen bildet; aber Ich sehe, dass ihr noch immer in eurer Uneinigkeit verharrt.

30. Ich habe euch gesagt, dass Ich Mich in allen euren Versammlungsstätten als der alleinige Gott kundtue, der euch alle in gleicher Weise liebt. Dennoch streiten die einen den andern die Geistesgaben und die Wahrheit ab. Wie könnt ihr glauben, dass ihr auf diese Weise meine Lehre verherrlicht?

31. Nicht nur durch das Verhalten, das ihr in diesen Versammlungsstätten zeigt, sollt ihr Mich suchen, um Mir wohlgefällig zu sein und Mir zu dienen, sondern mit allen Handlungen eures Lebens. Aber bis zu diesem Augenblicke habt ihr euch weder im Geistigen noch im Materiellen an mein Gesetz gehalten, und ihr seid immer noch Anfänger, die nicht glauben wollen. Wollt ihr nicht, dass euch fernerhin Christus führt. — Jener, der euch sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"? Wollt ihr nicht, dass die Liebe euch rettet, euch stark, froh und zuversichtlich macht, damit in der Stunde der Stürme und der Heimsuchungen sie es ist, die euch aufrichtet und schützt?

32. Erkennt, dass Ich euch eine Weisheit gegeben habe, die jeder menschlichen Wissenschaft überlegen ist: jene, die Kräfte der Natur zu beherrschen. Aber ihr habt es nicht verstanden, auf meine Stimme wie folgsame Schafe zu reagieren. Beansprucht ihr, dass jene Elemente sich bei eurem Ungehorsam wie ergebene Diener vor euch beugen?

33. Seht ihr nun, warum es nötig ist, dass ihr meine Unterweisungen hört, ebenso wie es unerlässlich ist, dass ihr über sie nachdenkt, dass ihr sie erfühlt und zur Anwendung bringt?

Wachet und betet, habe Ich euch gesagt, damit euch nicht unvermutet ein Leid zustößt; doch ihr wolltet weder wachen noch beten. Wenn die Prüfungen euch gepeitscht haben, habt ihr geglaubt, dass Ich euch gestraft oder euch verlassen habe. Erst dann fällt euch ein, zu beten, um Mich zu bitten, euch nicht allein zu lassen. Ach, wenn ihr doch begreifen würdet, dass Ich euch nicht im Stich lasse und dass ihr es seid, die Mich vergessen!

Ihr müsst wissen, dass es nicht eine Sekunde gibt, in der Ich euch nicht etwas gebe, und dass dagegen ihr oftmals ein ganzes Leben lebt, ohne Mir irgendetwas darzubringen.

34. Ich gebe euch diese Lehren, damit ihr wisst, dass Ich immer bei euch bin, dass Ich alles vernehme und alles weiß, — damit ihr meine Wohltaten nicht zurückweist und euch auch nicht allein und traurig fühlt in euren Prüfungen.

35. Wie viele von euch benehmen sich nach ihrer Menschwerdung wie undankbare Kinder, die nicht auf die Ratschläge ihrer Eltern hören und sich wie Unsinnige auf die gefahrvollen Wege des Lebens stürzen, um hernach, wenn sie viel gestrauchelt sind und Enttäuschungen erlebt haben, innezuhalten und unter Reuetränen auszurufen: "Ach, wenn Ich doch auf meinen Vater gehört hätte, dann hätte ich nicht soviel Leid erfahren und wäre auch nicht so weit vom rechten Wege abgekommen!"

36. Manchmal ist es schon zu spät, wenn sie ihre Schuld erkennen. Sie werden vom Tod überrascht, der ihnen nicht erlaubt, zum Vaterhaus zurückzukehren und vor jenen auf die Knie zu fallen, denen sie die Autorität absprachen.

37. Welch übergroßer Schmerz für jene, die ihren letzten Augenblick kommen sahen, ohne mit ihren Tränen die Gesichter ihrer Eltern benetzen zu können, noch von ihren Lippen Worte der Vergebung hören zu können!

38. Wenn ihr über diese Prüfungen nachdenkt, sagt ihr zuweilen: "Wie ist es möglich, dass Gott in seiner vollkommenen Gerechtigkeit soweit geht, jene Freude dem zu verwehren, der bereits seine Schuld erkannte und bereute? — Doch Ich antworte euch, dass nicht der Körper jene Gnade empfangen soll, sondern die Seele, für die immer genügend Zeit zur Verfügung stehen wird, ihre Flecken reinzuwaschen, und ebenso auch Zeit, die Frucht ihrer Reue zu ernten.

39. Damit eure Seele sich nicht auf der gefahrvollen Erdenpilgerschaft verirrt, ist sie mit einem höheren Lichte ausgestattet worden, welches der Geist ist. Außerdem wurde die Welt immer durch das Licht meiner Lehre und meiner Offenbarungen erleuchtet, von den ersten Tagen eures Daseins in dieser Welt bis in Ewigkeit.

40. Ich habe euch immer erleuchtet, damit, wenn eure inkarnierte Seele ins Geistige Leben zurückkehrt, sie in hohen Seinsebenen wohnen kann.

41. Geliebtes Volk, Werkzeug für meine Kundgebungen in dieser Zeit, vergeistige dich, damit — wenn du der wahre Interpret meines Wortes sein wirst — du es durch dein Denken, dein Leben und dein Wort bist. Begreife, dass lebende Vorbilder vonnöten sind, damit die Menschheit an Mich glaubt.

42. Welche von euch werden die großen Seelen sein, die die Menschen zur wahren Vergeistigung führen? Die Vergeistigung, das heißt die seelische Aufwärtsentwicklung, muss sich durch den Verstand und die Empfindungen offenbaren, damit sie die Rettung der Menschheit ist.

43. Jünger, für die großen Werke sind hohe Gesinnungen und reine Herzen nötig. Entwickelt eure Eigenschaften und seid groß. Warum verlange Ich von dir Zusammenschluss, Volk?: Weil Ich weiß, dass der Krieg als Folge des Fehlens von Brüderlichkeit unter den Menschen gleich einem Wirbelsturm näherrückt, der alles niederreißt, und weil Ich will, dass ihr wacht und ein Volk des Friedens bildet, ein Heer von Soldaten im Dienste des Guten. Wenn ihr euch aufmacht, diese Mission zu erfüllen, so tragt Mich in euren Herzen; ohne Mich könnt ihr nichts tun. Wer bin Ich?: Christus. Und wer ist Christus?: Er ist die Liebe Gottes. Darum sage Ich euch: Tragt Mich in euch, dann werdet ihr nicht umkommen. Vielmehr werdet ihr alle Widrigkeiten überwinden und die Ewigkeit erringen.

44. Vergesst nicht, dass die göttlichen Kräfte nur bei den Demütigen sind und dass sie niemals herabkommen, um den menschlichen Eitelkeiten zu schmeicheln.

45. Zwar beflecken viele ihre Seelen; doch verurteilt sie nicht, denn sie wissen nicht, was sie tun. Auch sie werde Ich retten, ungeachtet dessen, dass sie Mich derzeit vergessen haben, oder Mich durch die falschen Götter ersetzt haben, die sie auf der Welt schufen. Auch sie werde Ich in mein Reich bringen, selbst wenn sie jetzt — weil sie den falschen Propheten folgen — den gütigen Christus vergessen haben, welcher für sie sein Leben hingab, um sie seine Lehre der Liebe zu lehren.

46. Für den Vater ist niemand "böse", niemand kann es sein, da sein Ursprung in Mir ist. Verirrte, Blinde, Gewalttätige, Rebellen, so sind viele meiner Kinder aufgrund ihrer Willensfreiheit geworden, mit dem sie ausgestattet wurden. Doch in allen wird Licht werden, und meine Barmherzigkeit wird sie auf den Weg zu ihrer Erlösung führen.

47. Heute hat euch die Kraft der Materie und der Einfluss der Welt zu Egoisten gemacht. Aber die Materie ist nicht ewig, auch nicht die Welt und ihr Einfluss, und Ich bin der geduldige Richter, dessen Gerechtigkeit Herr des Lebens und der Zeit ist. Ihr dürft nicht jene richten, die Mich leugnen, denn dann werde Ich euch für schuldiger befinden als sie.

48. Erhob Ich etwa meine Stimme, um meine Henker zu verurteilen? Habe Ich sie nicht mit Liebe und Sanftmut gesegnet? Wenn ihr doch verstündet, dass viele von jenen, die wegen dieses Vergehens zeitweilig auf der Welt in die Irre gingen, sich heute geläutert in der Geistigen Welt befinden!

49. Seht, wie mein Wort euch den Weg zeigt und euch führt! Ich gebe es allen, weil Ich euch alle liebe und euch alle suche. Wartet nicht, bis euch die Wirbelstürme als Verirrte oder Schlafende überraschen, denn dann wird "Zähneklappern" sein. Noch kennt ihr nicht meinen Rettungsplan; deshalb braucht ihr nur auf Mich zu vertrauen und Mir zu gehorchen.

50. Merkt ihr, wie bescheiden mein Wort ist, wie unbedeutend die Diener sind, durch die Ich meine Stimme übertrage, und wie ärmlich das Milieu ist, in dem Ich Mich kundgebe? Wundert euch nicht, zu erfahren, dass in dieser Zeitepoche diese Lehre es sein wird, die die Geschicke der ganzen Menschheit regieren und lenken wird!

51. Die göttlichen Gedanken sind durch meine in Verzückung befindlichen Stimmträger in Worte übertragen worden, welche, zu Sätzen vereint, eine geistige Lehre gebildet und festgelegt haben, welche voll von Offenbarungen und vollkommenen Unterweisungen ist.

52. Dies ist der verheißene Tröster, dies ist jener angekündigte Geist der Wahrheit, der euch alles lehren würde. Die Zubereitung nimmt schon ihren Anfang, es kommen die Zeiten, in denen ihr jenen benötigt, der, weil er Stärke in seinem Geiste besitzt, euch mit dem Adel und der Schlichtheit seines Herzens, mit Weisheit und Gerechtigkeit führt.

53. Die Menschen bedürfen derer, die in den Prüfungen standhaft zu bleiben vermögen — derer, die mit den großen Kämpfen der Welt und des Geistes vertraut sind. Sie sind es, die der Menschheit die Richtung weisen und sie führen können, denn in ihren Herzen wird nicht das Verlangen sein, irgendjemanden zu unterdrücken oder zu beherrschen. Sie können der Selbstsucht keine Herberge gewähren, weil sie in ihren Augenblicken der Erhebung die Barmherzigkeit des Herrn empfunden haben, der sie mit Liebe überschüttet, damit sie von dieser Barmherzigkeit an ihre Brüder weitergeben.

54. Wenn ihr euch nicht vereint, werdet ihr den Menschen nicht zu antworten vermögen; wenn ihr euch nicht zusammenschließt, werdet ihr euch vor ihren Angriffen nicht schützen können. Bald wird der Kampf kommen, und dann ist es notwendig, dass Ich euch geschützt und zugerüstet finde durch Herzen, die Licht und Glauben besitzen. Alsdann sollt ihr schon fähig sein, denen zu vergeben, die euch beleidigen, weil ihr wisst, dass eure Mitmenschen euch jene Wunden aus wirklicher Unwissenheit zufügen.

55. Wenn der Kampf einsetzt, will Ich, dass ihr auf die Beleidigungen eurer Mitmenschen mit eurer Vergebung und eurer Liebe antwortet.

56. Nehmt euer Kreuz gleichfalls auf euch! Oder glaubt ihr etwa, dass das Kreuz von Christus keine Bürde ist? Glaubt ihr, dass meine Aufgaben klein sind? — Die Aufgaben derer, die Mir nachfolgen, werden weder klein noch leicht sein. Die leichten Werke sind für die geistig Schwachen, für die Herzen ohne Liebe.

57. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, denn der Zeitpunkt rückt näher, an dem die Starken dieses Volkes in Erscheinung treten sollen, um die Wege zu ebnen, die euch zu jenem hohen Feste leiten, bei dem ihr meinen Geist euch näher fühlen werdet.

58. Ich sehe unter den Anwesenden jene, die — von Wonne erfüllt, weil sie meine Inspiration fühlen und begreifen — sich für jenen Kampf vorbereiten. Sie wissen, dass nur die Wahrheit, die Vergeistigung und die Liebe die Waffen sein können, um siegreich zu bestehen.

59. Kommt zu Mir, eilt herbei auf den liebevollen Ruf, den euer Vater an euch richtet, damit ihr fern den dunklen Wegen des Schmerzes oder der Unwissenheit euch an meinem Frieden und meinem Lichte sättigt und danach das gleiche bei euren Nächsten tun könnt.

60. Ich bin nicht nur gekommen, um euch Aufgaben oder Verantwortungen zu übertragen. Ich habe Mich euch auch genähert, um eure Tränen zu trocknen und eure Klagen anzuhören.

61. Heute folgt ihr eurem Heiland nach, und Ich helfe euch bei eurem Kreuz. Aber bevor eure Wanderschaft auf dieser Welt endet, sollt ihr die gute Botschaft in die Provinzen tragen.

62. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", und diese Welt hat geistigen Hunger. Daher könnt ihr euren Brüdern von dieser Nahrung anbieten, die ich euch anvertraut habe.

63. Meine Lehre ist der Weg, der euch zeigt, auf Erden in Frieden zu leben, und der euch näher zum Vater bringen wird, wenn ihr einmal im Geiste lebt. Wo ist die Brüderlichkeit, die Ich die Menschen gelehrt habe? Sie existiert nicht auf der Erde, denn seit langem habt ihr zugelassen, dass das Unkraut unter dem Weizen wächst. Die Lieblosigkeit unter den Menschen nimmt überhand, ebenso wie die Zwietracht. Sie haben sich nicht als Brüder in Gott erkannt, und dennoch behaupten sie, dass sie Mich erkennen und Mich sogar lieben.

64. Da gibt es Herren und Knechte, Richter und Angeklagte, Henker und Opfer, doch alle sind Brüder. Groß wird die Erschütterung sein, die mein Wort dieser Zeit in der Menschheit hervorruft, denn es wird als Richter zu allen Seelen gelangen.

65. Wachet und betet, Jünger, damit ihr meine Gegenwart empfindet; denn falls ihr schlafen solltet, wird beim Erwachen großes Leid in eurer Seele sein.

Achtet genau auf mein Wort, damit euch nichts unvorbereitet trifft. Wenn dann die Wege geebnet sind und die Länder ihre Tore öffnen, sollt ihr bereit sein, eure Mission zu erfüllen, und wenn die Herzen ein Wort des Lebens ersehnen, soll es sogleich von euren Lippen kommen. Ebenso soll — wenn leidende Menschen an eurer Tür vorübergehen — diese nicht verschlossen bleiben.

66. Es ist nicht mehr Zeit, weiterhin den Freuden der Welt nachzujagen. Es ist an der Zeit, mit allen Sinnen und Kräften wach zu leben und aufmerksam zu sein für alles, was zu euch spricht und euch umgibt. Die Zeit eures Aufenthalts in dieser Welt ist schon sehr kurz geworden und es ist notwendig, dass ihr die kurze Zeitspanne nutzt, die ihr noch auf ihr lebt. Für die, die sich zubereiten, wird nichts unbeachtet vorübergehen, ob es menschliche Ereignisse, Zeichen in der Natur oder geistige Kundgebungen sind. Große Wunder wird derjenige erleben, der vorbereitet ist, damit er aufklären, lehren und denen Voraussagen machen kann, die weder sehen, fühlen noch verstehen.

67. Geliebtes Volk, erkenne, wie groß das Glück des Geistes sein wird, der auf seinem Lebensweg seinen Brüdern als Führer, Ratgeber oder Stütze diente. Dies ist eure Aufgabe: stark, redlich und gehorsam gegenüber meinem Gesetze zu sein, damit ihr euren Nächsten als Leuchtfeuer dient.

68. Wann wird diese Menschheit wie eine unermessliche Blume sein, deren Blütenblätter eure Herzen sind und deren Duft eure Liebe zu Mir ist?

69. Wenn ihr seht, wie die Welt in dieser Stunde der Prüfung beschaffen ist, in welcher ihre ehrsüchtigen Leidenschaften und ihre Hassgefühle überschäumen, denkt ihr, dass diese Worte, die Ich euch sage, nur ein göttlicher Traum sind. Doch Ich weise euch darauf hin, dass Ich nur deshalb in der "Zweiten Zeit" das Kreuz annahm, das ihr Mir gabt, und jetzt "auf der Wolke" zu euch gekommen bin, weil Ich wusste, dass der Same meiner Liebe über die menschliche Unvollkommenheit triumphieren wird. Warum zweifelt ihr, dass Ich euch erlösen kann? Glaubt ihr, dass Christus sein Blut umsonst auf Golgatha vergossen hat, dass es euch nichts lehrte? Glaubt ihr, dass meine neue Kundgebung unfruchtbar ist? — Wahrlich, Ich sage euch, Gott kann sich nicht irren, und Er kann auch nicht scheitern in seiner Liebesmission.

70. Groß, sehr groß ist in euren Augen die menschliche Verderbtheit, furchtbar erscheint euch die Macht und die Kraft des Bösen, welche die Menschen ausüben, und dennoch sage Ich euch, dass sie schwach ist gegenüber der Kraft meiner Gerechtigkeit, gegenüber meiner Göttlichkeit, welche Herr des Schicksals, des Lebens, des Todes und der ganzen Schöpfung ist.

71. Aus dieser gesegneten und fruchtbaren Erde hat der Mensch eine Hölle gemacht, weil er alle Kräfte und Elemente, mit denen Ich ihn für das Leben umgab, dazu verwendet hat, sich den Tod zu verursachen. Trotz alledem kann Ich euch sagen, dass der, der bereut, seine Verfehlung begreift und sich bemüht, sie wiedergutzumachen, bald zu den geistigen Toren des wahren Paradieses gelangen wird, wo der Engel des Herrn sein Schwert in die Scheide stecken und ihn in das ewige Reich des Friedens eintreten lassen wird, wo die Liebe des Vaters ihm den Lohn geben wird, der allen Menschen guten Willens verheißen ist.

Mein Friede sei mit euch!






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Unterweisung 55

1. Das Licht des Heiligen Geistes schwingt über allen Seelen.

2. Wohl euch, die ihr euch vorbereitet, meine Aufträge zu erfüllen, denn immerdar werdet ihr meine Hilfe fühlen. Doch sage Ich euch gleichfalls: Bringt nicht die Stimme des Gewissens zum Schweigen, wenn sie euch auf eure Fehler hinweist, hört auf sie, denn es ist meine Stimme. Wenn ihr Mir so wohlgefällig sein wollt, so erhebt euren Geist im Gebet, nachdem ihr eure Fehler wiedergutgemacht habt, dann werdet ihr Mich immer auf euch wartend finden, um euch den Frieden zu geben.

3. Je mehr ihr fühlt, dass Ich euch vergebe, desto mehr sollt ihr eure Pflichten erfüllen. Missbraucht diese Vergebung niemals!

4. Alle, die sich aufmachen in dem Bestreben, sich seelisch höherzuentwickeln, werden sich auf dem Wege der Erfüllung meines Gesetzes von großen Menschenscharen umgeben sehen, die ihnen nachfolgen werden. Doch wenn Ich euch an die Spitze einer Menschengruppe stelle, so bemächtigt euch nicht derselben. Bedenkt, dass selbst die Könige in dieser Zeit von ihren Thronen herabstiegen, um zu Dienern ihrer Völker zu werden; denn es naht ein Zeitalter der Gleichheit und Brüderlichkeit für alle Menschen.

Erinnert euch — als Ich euch rief, habt ihr demütig geantwortet und Mir gesagt, dass ihr folgsam sein würdet und euer Kreuz mit Liebe annehmen wolltet, um meiner Spur zu folgen, mit der Ich in der "Zweiten Zeit" den Weg zu eurer seelischen Entwicklung für euch kennzeichnete.

5. Wenn ihr euch zubereitet, werden die großen Heimsuchungen, die auf die Menschheit wie Wirbelstürme zukommen, für euch wie eine sanfte Brise sein, die euch liebkost. Danach wird das Licht einer neuen Morgenröte scheinen, und die Sonne wird euch ihre Wohltaten schenken. Doch wenn ihr nicht wacht, und ihr in euren Herzen die Heuchelei keimen lasst und euch mit einem Schafspelz bedeckt, während ihr im Innern hungrige Wölfe seid, werdet ihr auf Schwierigkeiten stoßen, und die Dornen des Weges werden eure Füße verletzen.

6. Weh euch, wenn die bösen Neigungen mehr vermögen als die Tugenden, die ihr in eurer Seele habt, und wenn meine Unterweisung keine Früchte hervorbringt! Wenn ihr nicht über mein Wort nachdenkt und es ergründet, und dabei meint, dass ihr meinen Willen erfüllt, wird mein Licht euch wachrütteln. Doch wenn ihr (dann) die ganze Wahrheit erkennt, werdet ihr euch daran erinnern, dass Ich euch zur Welt gesandt habe, um wohltätige Werke zu tun.

7. Auch wenn ihr eurer Bestimmung entfliehen wolltet, könntet ihr es nicht tun. Sooft ihr vom Wege auch abweichen mögt, wird euch meine Barmherzigkeit auf ihn zurückbringen. Mein Gesetz steht in jeder Seele geschrieben, und ihr müsst ihm gehorchen.

8. Ich habe gesehen, dass ihr mit den Führern der Nationen nicht einverstanden seid, wobei ihr nicht begreift, dass sie Werkzeuge sind, derer Ich Mich bediene, um die Völker zu beugen und abzuschleifen. Ihr habt es nicht verstanden, euch in Gedanken zu vereinen, um demjenigen beizustehen, den Ich dazu bestimmt habe, die Geschicke der Nation zu lenken. Ihr widersetzt euch und verursacht Spaltungen, obwohl Ich euch Vereinigung und Gehorsam gegenüber meinem Willen empfohlen habe. Liebt euch, auf dass euer Gebet sie zubereitet und geistig unterstützt.

9. Vereinige dich, Israel, höre auf Mich! Ich werde euch großen Prüfungen unterwerfen und will euch dann nicht weinen sehen. Betet für die, die es nicht zu tun verstehen — für die, die sich schwach fühlen. Dass ja nicht in den einen Freude über den Misserfolg der andern ist! Denn ihr wisst nicht, ob ihr nicht alle die gleichen Prüfungen durchleben werdet und — wenn sie euch treffen — ob ihr nicht gleichfalls schwach werdet.

10. Weist die Versuchung ab, denn dies ist die Zeit, in der jene Macht ihre Ernte zu vervielfachen sucht, und nur das Gebet und die guten Werke werden sie von euch fernhalten.

11 Viele Lehren werden euch zum Zusammenschluss aufrufen, wenn sie euch uneinig sehen, und Ich will, dass ihr alle euch in Mir vereint und eure Gottesverehrung in derselben Weise ausübt, in der Ich sie euch gelehrt habe.

12. Um euch bei eurer Erhebung zu helfen, habe Ich für meine Kinder den besten Platz vorbereitet; denn Ich will euch nahe zu Mir ziehen und euch meinen Frieden geben. Wer immer sich ermattet fühlt, komme zu Mir und erhole und stärke sich.

13. Jünger, habt Erbarmen mit denen, die gegen das Gesetz verstoßen, die sich aufgelehnt haben, denn es sind die Menschen, die eurer Hilfe und eurer Nächstenliebe am meisten bedürfen.

Warum sündigt der Mensch, obwohl er das Gute kennt und weiß, dass nur dessen Ausübung ihn glücklich machen wird? — Weil er nicht auf die Stimme seines Gewissens hört, und weil die Hirten zugelassen haben, dass ihre Herde sich auf verschiedene Wege verstreut, und weil ihr Wort keine Kraft mehr hat und auch nicht die Macht, die Schafe zur Rückkehr in die Hürde zu veranlassen. Wo sind meine Jünger, die Nachfolger jener Apostel der Zweiten Zeit?

14. Euch, die ihr derzeit meine Zöglinge seid, sage Ich: Nennt euch nicht Pastoren oder Priester, lasst Mich die Menschen führen, denn in Mir werden sie ihren Vater, ihren Richter, ihren besten Freund und Ratgeber haben. Ihr sollt nur Überbringer der Frohen Botschaft und Zeugen meiner Kundgebung sein. Wenn dann die Menschen mittels ihrer Gaben die Verbindung mit meinem Geiste erreicht haben, werden sie ihren Entwicklungsweg sicheren Schrittes gehen, und Ich werde ihnen Werke und Handlungen eingeben, die auf mein Gesetz gegründet sind. Dies wird nach der Sühne und Wiedergutmachung sein, die ihr jetzt durchlebt.

15. Wenn ihr nicht gesündigt hättet, hättet ihr nicht die Härte des Sühnegesetzes kennengelernt, sondern wärt immer vorwärtsgegangen in eurer Entwicklung. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht erfüllt, die ihr beauftragt seid, euren Brüdern diese Botschaft zu bringen, werdet ihr von der Menschheit gerichtet werden und die Härte dieses Richters kennenlernen, der weder Mitleid noch Liebe kennt.

16. Wenn Ich euch einer Prüfung unterworfen habe, um eure Seele emporzuheben, bin Ich euch beigestanden, damit euch nicht die Kräfte versagen, und wenn ihr euch meinem Willen unterstellt und jene Lektion genutzt habt, fühlt ihr euch Mir näher. Dafür dankt ihr Mir, und Ich gebe euch den Frieden.

17. Ich habe von der Menschheit Einigkeit und die Rückkehr zum einfachen, geistigen Leben verlangt, weil ich will, dass die Seelen sich in einem einzigen Glauben zusammenschließen, indem sie Mich erkennen und Mich lieben. Die unterschiedlichen Lehren werden verschwinden, und nur mein Gesetz und mein Wort werden überdauern.

18. Ich habe euch immer meine Liebe kundgetan, doch ihr habt Mich nicht verstanden. Wisst ihr nicht, dass — wenn Ich euch einen neuen Auftrag gebe — es in der Absicht geschieht, dass ihr durch seine Erfüllung eure Schuld abtragt? Ich habe euch erwählt, weil Ich euch liebe und weil Ich will, dass ihr meine Jünger werdet. Doch damit ihr euch so nennen könnt, müsst ihr euch bei allen Handlungen eures Lebens Demut und Sanftmut zu eigen machen.

19. Ihr seid in der Zeit der Ernte, in der ihr das ernten werdet, was ihr gesät habt. Aber wenn ihr von neuem sät, um später zu ernten, so verwendet guten Samen und pflegt ihn, denn Ich gebe euch eine neue Gelegenheit dazu.

20. Begreift: Weit mehr, als ihr Mir nachgefolgt seid, bin Ich euch zu allen Zeiten nachgegangen, um euch eure Aufgabe zu zeigen und euch zu lehren, mein Gesetz zu erfüllen, damit euer Geist niemals vom Wege abkommt, und er wie eine Glocke zu sein vermag, welche die Menschenscharen herbeiruft.

21. Wie viele Prüfungen musste eure Seele durchleben, um endlich sanft und demütig zu werden und mit Entschiedenheit den Weg des Gesetzes einzuschlagen! Früher kam von euren Lippen Lästerung, wenn sich auf eurem Lebenswege eine Prüfung fühlbar machte. Wenn ihr heute fühlt, dass ihr eine harte Lektion des Lebens durchmacht, betet ihr, weil das Licht eure Seele immer mehr durchdringt.

22. Wenn Ich euch sage, dass "jene (Menschen früherer Zeiten) und ihr dieselben sind", will Ich euch begreiflich machen, dass ihr durch die Wiedereinkörperungen eurer Seele nach und nach deren Höherentwicklung erreicht. Von dem Zeitpunkt an, an dem die Stimme des Vaters euch sagte: "Wachset, und mehret euch", bis zur Gegenwart, ist eure Entwicklung nicht einen Augenblick stehengeblieben. Doch wie langsam geht ihr euren Weg!

23. Ihr habt euch vermehrt, und damit habt ihr jenen göttlichen Auftrag erfüllt. Doch danach bedurfte es eines neuen Gebotes, damit eurem Herzen Früchte entsprössen, die Gottes würdig sind, und da sagte Ich euch: "Liebet einander". Ich gab euch diesen Lehrsatz in der "Zweiten Zeit" als die Zusammenfassung des ganzen Gesetzes, und noch immer warte Ich darauf, dass er in euren Herzen Frucht trägt. Jetzt bin Ich mit neuen Lehren und neuen Offenbarungen gekommen; jedoch wende Ich euer Herz nicht von jenem göttlichen Gebote ab, euch untereinander zu lieben, und auch nicht von jenem anderen, euch zu mehren.

24. Ja, Menschenkinder, wachset an Tugenden und an Weisheit, vervielfältigt euch durch die Vergeistigung, liebt euch alle, ohne Unterschiede zu machen zwischen Rassen, Klassen, Glaubensbekenntnissen und Welten.

25. Ich will den Weizen wachsen sehen auf den Feldern, auf denen das Unkraut derart gedieh und sich das Böse so sehr vermehrte. Der Tag des Gerichts ist gekommen, und das Feuer des Krieges verbrennt und verzehrt die böse Saat, von der nicht einmal Asche übrigbleiben wird, da die Winde sie verstreuen, und danach werden die Wasser- und Schneemassen die Menschheit reinigen und läutern. Wenn der Schmerz unter den Menschen sehr heftig sein wird, werden sie Mir Altäre errichten, Weihrauch verbrennen und sagen, dass sie Mich lieben. Doch Ich werde ihnen sagen, dass dies nicht die rechte Art ist, um meinem Geiste wohlgefällig zu sein, und dass das, was sie für Liebe zu Mir halten, Furcht vor dem Gericht und vor dem Tode ist.

Die Menschen müssen begreifen, dass der einzige Weihrauch, der zu Mir gelangt, jener der Werke der Liebe und Barmherzigkeit ist, die ihr einander erweist, wenn ihr euch die Liebe eures Vaters zum Vorbild nehmt.

26. Euch, die ihr dies Wort hört, sage Ich, dass ihr Mich zum Vorbild nehmen sollt, dass ihr Mir folgen sollt auf dem Wege der Liebe, den Ich euch in der "Zweiten Zeit" zeigte, damit — wenn ihr Mich nicht mehr in dieser Form hört — ihr befähigt seid, die Menschenscharen in diesen Gebetsstätten zu versammeln und sie durch die Wahrheit und Überzeugungskraft eurer Worte und eures Vorbilds bei euch zu halten. Nicht nur an diesen Orten sollt ihr die Lehre weitergeben, sondern wo immer die Umstände euren Einsatz erfordern. Vergesst nicht, dass Ich euch gesagt habe, dass ihr "in der Wüste, auf den Wegen, auf dem Meer und in den Tälern" von den Prüfungen und auch von meiner Inspiration überrascht werdet.

27. Damit ihr diese Aufgabe erfüllt, will Ich, dass dies Volk, das Ich durch meine Unterweisung heranbilde, mein Gesetz ehrt und durch seine Werke und sein Beispiel von seinem Meister Zeugnis ablegt. In euren Häusern soll der Friede regieren, in euren Familien sollen nicht die einen gegen die andern sein, es soll keinen Streit unter Brüdern geben oder Unstimmigkeiten zwischen Eltern und Kindern. Wenn unter euch der Friede zu herrschen beginnt und euer Heim nicht wie ein kleines Schlachtfeld ist, werden die Kriege nach und nach verschwinden; denn der, welcher Friede in seinem Herzen hat, wird ihn überall hinbringen.

Denkt an eure Kinder und erkennt, dass ihr es noch nicht verstanden habt, durch euer Vorbild mein Gesetz in ihre Herzen zu prägen, und dass sie die neuen Generationen darstellen, die dazu bestimmt sind, das geistige Licht in der Menschheit zu verbreiten.

28. Groß ist ihr Geist, doch erkennt, dass sie in der Kindheit ihres materiellen Lebens eures Schutzes und eurer Führung bedürfen. Beginnt diese Aufgabe bei den kleinen Kindern, seid verständnisvoll und geduldig. Lernt von Mir: Ich kann Jahrhunderte, Jahrtausende oder eine Ewigkeit lang auf die Entwicklung und die Vervollkommnung einer Seele warten.

Ihr alle gleicht dem Brillanten in seinem Urzustand, welcher sorgfältig geschliffen werden muss, damit er schöne Strahlen aussendet. Haltet ihr euch etwa für unwürdig, mit dem Brillanten verglichen zu werden?

29. Eines der schönsten und wunderbarsten Kunstwerke, mit denen Ich diese Erde ausgestattet habe, sind die Blumen, die euren Blick ergötzen, die Umgebung mit Wohlgeruch erfüllen und euch inspirieren. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr seid vollkommener und schöner als Blumen.

30. Wenn ihr bereits die Vergeistigung besäßet, die ihr erreichen sollt, würdet ihr die Sprache alles Erschaffenen verstehen, Ich würde durch diese zu euch sprechen und ihr würdet nicht Anlass dazu sein, dass sich euer Vater unter euch materialisiert bis zum Verbluten an einem Kreuze, und dass Ich mein göttliches Wort in dieser Zeit durch Lippen unreiner Menschen geben muss. Aber es ist notwendig, dass ihr euren Vater kennt, und darum habe Ich Mich niemals verborgen und habe es auch nicht abgelehnt, zu euch zu kommen — trotz eurer Sündhaftigkeit. Wenn Ich Mich den Menschen gezeigt habe, und sie (trotzdem) immer falsche Götter geschaffen haben: Was geschähe, wenn Ich Mich aus Widerwillen vor euren Sünden verbergen würde?

31. O Jünger, die ihr euch erquickt, wenn ihr Mich hört, und sagt: "Meister, wir bedauern, dass nicht die Freiheit besteht, die uns gestattet, von deinem Worte unumwunden zu unsern Nächsten zu sprechen." Doch Ich sage euch: Fürchtet nicht eure Mitmenschen, wessen könnt ihr euch schämen? Wartet, wartet nur kurze Zeit, denn bald wird die Menschheit die Begrenzungen und Hindernisse überspringen, die sie durch ihren Fanatismus und ihre Unwissenheit geschaffen hat, und die sie gehindert hat, zum Kern der Wahrheit vorzudringen, welche sie nur oberflächlich erkannt hat.

32. Esst von der Speise, die Ich euch heute anbiete, und ihr werdet meinen Frieden fühlen. Doch lasst nicht zu, dass irgendetwas euch denselben raubt.

33. Ich nenne euch Jünger der Dritten Zeit, weil ihr einen neuen Bund mit meiner Göttlichkeit geschlossen habt.

34. Ich vertraue euch neues Land an, auf dem sich die Stämme Israels vervielfachen werden. Aber werdet nicht von Eitelkeit erfüllt, weil ihr wisst, dass ihr zu meinem Volke gehört; denn wenn ihr gründlich nachdenkt über eure Aufgabe, werdet ihr eure große Verantwortung begreifen.

35. Ich bin von neuem zu euch gekommen und frage euch: Wollt ihr euren Herrn noch einmal opfern? Glaubt ihr, dass mein in der "Zweiten Zeit" vergossenes Blut nicht genug war?

36. Nehmt in dieser Zeit eure Seele wahr, wie sie das Kreuz ihrer Sühne mit sich trägt und ihr ausgedehnte Felder anvertraut sind, damit sie dieselben bebaue. Doch soll sie keinen andern Samen auf sie säen als nur den meinen. Die Ernte, die ihr in dieser Zeit einbringt, wird der Schlüssel sein, der euch das Tor zu eurem Heile öffnet.

37. Ich bin gekommen, um die Last eurer Sündhaftigkeit durch die süße Bürde meines Kreuzes zu ersetzen, damit ihr euch von der Sünde erholt, die euch jahrhundertelang niedergedrückt hat.

38. Eure Lippen sollen keine Lästerungen aussprechen, sie sollen nur meinen Namen verherrlichen. Die Gabe des Wortes, die Ich euch zuteil werden ließ, ist nicht dazu da, dass ihr die Ehre eures Nächsten besudelt.

39. Jetzt, da ihr wisst, dass Ich euch gerufen habe, um euch zu meinen geliebten Jüngern zu machen, unterzieht euch jeden Tag im Lichte eures Gewissens einer Prüfung, besonders wenn ihr wisst, dass ihr mein Wort hören werdet.

40. Hütet euch davor, falsch verstandene Bußen zu vollbringen, und entzieht eurem Körper nicht das, was er braucht. Erspart ihm dagegen, was für ihn schädlich ist, auch wenn es für ihn ein Opfer bedeutet. Dies wird die Buße sein, die eurer Seele dienlich ist, und daher jene, die dem Vater wohlgefällt.

41. Allmählich lernt ihr, eure Gedanken zum Unendlichen zu erheben, ohne die Notwendigkeit von Bildnissen, die auf einer Leinwand gemalt sind oder nach eurem Sinn geformt wurden. Nach und nach fallen die Hindernisse, die euer Geist immer vorfand, wenn er zu beten beabsichtigte. Jetzt ist er auf dem Wege, die geistige Verbindung mit seinem Herrn zu erreichen.

42. Vergesst nicht: Damit euer Gebet euch eine tiefe Befriedigung schenkt und euch wahren Frieden fühlen lässt, müsst ihr euer Herz reinigen, wenn ihr euch anschickt, eure Gedanken emporzusenden, damit sie zu meinem Heiligtum gelangen.

43. Morgen werdet ihr große Menschenscharen euch nachfolgen sehen. Sie müssen eine tiefe und leuchtende Spur entdecken, die sie zur Wahrheit führt, und jene Spur soll die eurer guten Werke sein.

44. Ihr müsst Zeugnis davon geben, dass ihr jenes Volk seid, das der Herr zur Pilgerreise auf die Erde sandte, um in der Menschheit das Licht zu entzünden. Die Weisheit, die eurem Geiste entspringt, wird das Licht des Sechsten Siegels sein, das in dieser Zeit gelöst ist.

45. Wenn ihr Mich liebt, werdet ihr meine Aufträge erfüllen können; wenn ihr Mich liebt, werdet ihr eure Mitmenschen zu lieben verstehen.

46. Einige sagen Mir in ihrem Innern: "Herr, wenn wir hier versammelt sind und dein Wort hören — geschieht es nicht, weil wir Dich lieben? — Doch Ich sage euch: Sehr wenige kommen aus Liebe herbei, um Mich zu hören; die meisten kommen, weil sie vom Schmerz gebeugt sind.

47. Ich tadle nicht, dass euch der Schmerz in meine Gegenwart gebracht hat; denn nachdem dieser seine Aufgabe erfüllt hat, vergeht er wieder, und er machte die Herzen derer aufnahmebereit, die später meine Jünger sein werden.

48. Ihr könnt nicht sagen, dass Ich nie menschlichen Schmerz gefühlt habe und euch daher nicht verstehe. Ich wurde Mensch und litt, um euch in jeder Prüfung und in jeder kritischen Situation ein Beispiel zu geben. Wenn Ich euch heute darum bitte, den Weg, den eure Kinder zu gehen haben, mit Licht und guten Beispielen zu versehen, so deshalb, weil Ich in Jesus immer der gehorsame Sohn des Vaters war. Ich kenne und fühle alle eure Leiden, und deshalb, weil Ich im Geiste zu euch gekommen bin, bin Ich doch nicht ferne. Wahrlich, Ich sage euch, meine Kundgebung in der "Dritten Zeit" ist der größte Beweis, dass Ich euch liebe und euch verstehe.

49. Vertieft euch in euren Augenblicken der Ruhe in mein Wort. Begreift, dass Ich der Friede bin, der sich herabsenkt, wenn euch der Sturm peitscht. Bewahrt diesen Frieden trotz aller Prüfungen und lasst nicht zu, dass er aus euren Herzen weicht und zu Mir zurückkehrt.

50. Lehnt euch nicht auf, wenn Krankheiten euer Heim befallen, sie läutern die Seele. Ich hindere euch jedoch nicht daran, dass ihr nach dem heilenden Balsam dafür sucht, vielmehr sage Ich euch, dass ihr euch an Mich als den Göttlichen Arzt wenden und mit Liebe das entgegennehmen sollt, was euch zu gewähren mein Wille ist.

51. Es gibt viele, die nur durch die Leiden des Lebens zum rechten Weg zurückgekehrt sind. Einige lästerten, während sie den Schmerz durchlebten. Doch als sie erkannten, dass er es war, der sie auf dem Weg ins Verderben aufhielt, segneten sie ihren Leidenskelch. Diese setzte Ich an meinen Tisch, und Ich gebe ihnen das Lamm zu kosten, das in eine köstliche Speise von Liebe und Barmherzigkeit verwandelt ist.

52. Wahrlich, Ich sage euch, wenn die Menschen das gleiche an denen täten, die undankbar zu ihnen gewesen sind — welcher Friede würde unter den Menschen herrschen!

53. Lebt in Frieden, dies wird das beste Zeugnis sein, das ihr ablegt, dass ihr meine Jünger seid. Vergesst nicht, dass euch immer viele Augen beobachten — sei es, um sich zu versichern, ob das, was ihr tut, wahrhaftig ist, oder um Beweise zu sammeln und euch dann Lügen zu strafen.

54. Seid meine treuen Soldaten! Seid niemals der Grund dafür, dass eure Brüder Mich verkennen. Nicht ein einziges Mal habe Ich euch mein Wort gegeben, ohne dass nicht zumindest ein Herz zugegen war, das es kritisch untersuchte. In jenen Augenblicken wurde mein Wort, meine Kundgebung in jeder Hinsicht genau geprüft, und ebenso die Handlungen meiner Diener. Mit all ihren Sinnen und Fähigkeiten haben sie sich eingefunden, um meine Kundgabe auszuforschen, und derer, die in der Erwartung gekommen sind, dass das Gerücht von meiner Gegenwart falsch ist, sind mehr gewesen als jener, die mit dem brennenden Wunsche herkamen, dass die gute Nachricht wahr ist.

Wer hätte ihnen sagen sollen, dass — während sie alles beobachten und beurteilen — mein Blick ins Innere ihres Herzens dringt und meine Stimme sie durch ihr Gewissen ruft? Gerade in jenem Augenblicke ist in vielen, die zweifelten, der Glaube entflammt, und er ist in denen übermächtig geworden, die ihn bereits besaßen. So hat sich die Zahl meiner Jünger ständig vermehrt, welche nun ein Volk bilden, dem Ich sage, dass es meinen Frieden gut verwahren soll, damit er sein größter Schatz sei. Denn dies wird das beste Zeugnis sein, das es vor den andern Völkern der Erde von der Wahrheit meiner Kundgebung ablegen kann.

55. Ich will, dass ihr begreift, dass diese Nation eine hohe Bestimmung zu erfüllen hat, und dass jeder von euch einen schwierigen Auftrag hat. Dies Volk wird ein Quell der Liebe und des Friedens sein, zu dem Menschen anderer Rassen kommen werden, um daraus zu trinken. Nicht ferne ist jene Zeit, doch zuvor müsst ihr so vieler Kämpfe unter Brüdern müde werden, zuvor müsst ihr euch von so viel Lüge und Falschheit überzeugen, aus denen die Menschen einen Kult gemacht haben. Dann werden sie zu Mir kommen und feststellen, dass Christus, der am Kreuze starb, lebt und voll Herrlichkeit und Majestät erscheint, so, wie Er gesehen wurde, als Er in der "Zweiten Zeit" zum Himmel auffuhr.

56. Heute fühlt ihr, dass die Verhältnisse durchaus nicht günstig sind, um von meinem Werke zu sprechen. Doch der Tag rückt näher, an dem eure Lippen unablässig von meinem Worte sprechen werden; denn der Schmerz, die Not, die Angst und die Verwirrung (der Menschen) werden von euch alles in Erfahrung zu bringen suchen, was Ich euch gegeben habe.

57. Schon jetzt bereite Ich euch darauf vor und unterrichte Ich euch, damit ihr meine Lehre mit Worten und Werken zu predigen versteht, denn die Menschheit ist der Heuchler müde. Bildet eine gehorsame Familie, vereint euer Denken, euer Wollen und euer Geschick mit dem Bande der Vergeistigung, und ihr werdet stark und unsterblich sein.

58. Große Heimsuchungen erwarten die Menschheit; bleibt bei jedem Schmerz und jeder Katastrophe wachend und betend. Viele Leiden werden gemildert werden, andere werden nicht eintreten, weil sie durch jene, die beten, auf ihrer Bahn aufgehalten werden.

59. Wenn Anhänger anderer Konfessionen und Sekten sehen, dass diesem Volke große Menschenscharen nachfolgen, werden aus diesen Konfessionen jene aufbrechen, die euch verfolgen. Doch fürchtet euch nicht, denn wenn ihr gefasst bleibt, wird der Heilige Geist Worte des Lichts auf eure Lippen legen, die jene, die euch verleumden, verstummen lassen.

60. Ich gebe euch nicht das tötende Schwert, um euch zu verteidigen, Ich gebe euch das Schwert der Liebe. Jeder seiner Lichtblitze wird eine Tugend sein, die von ihm ausgeht.

61. Wie viel Gnade werdet ihr beim Vater finden, wenn ihr die Scharen der Verfolger meines Werkes durch eure Worte bezwingt und sie durch eure Liebeswerke bekehrt zu Mir bringt.

62. Dies ist die Lehre, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab und die ihr bereits vergessen hattet.

63. Der menschliche Verstand wird Beunruhigungen erleiden, wenn er versucht, die Trinitarisch-Marianische Geistlehre zu verstehen. Denn der vermaterialisierte Mensch ist dem Geistigen gegenüber unbeholfen.

64. Ich bin gekommen, um Mich ein weiteres Mal in dieser Welt zu offenbaren und der Menschheit begreiflich zu machen, dass Ich Mich nicht auf einer Himmelshöhe befinde, die ihr nicht erreichen könnt. Ich lehre euch die Form, eure Seele durch das Gebet zu erheben, bis ihr meine Gegenwart findet und eure Seele durch ein dem Guten geweihtes Leben meiner Göttlichkeit näher bringt. Nur wer in meinem Gesetze lebt, weiß, dass Ich tatsächlich im Menschen bin, und dass dies kein bildlicher Ausdruck ist.

65. Ihr, die ihr Mir zuhört — behindert nicht euer Verständnis für die geistigen Unterweisungen. Verdunkelt nicht euer Licht, und lasst nicht zu, dass euer Herz, das in den Augenblicken, da es mein Wort hört, feinfühlend und veredelt ist, wieder gleichgültig und kalt wird. Die Freuden, die die Welt beschert, habt ihr bereits gekostet, ihr habt schon ihren Honig kennengelernt. Kommt und genießt jetzt die Frucht des Baumes, den Ich gepflanzt habe. Aber wenn ihr dann euren Hunger gestillt habt, so hütet euch, auf jene Wege zurückzukehren. Bedenkt, dass es nicht recht ist, dass ihr das in den Morast tragt, was Ich euch aus Gnade gegeben habe.

66. Hört mein Wort, welches Binden der Finsternis wegreißt und in jeder Seele Licht entzündet, damit ihr in Zukunft den guten Weg gehen könnt, und ebenso auch das Verbotene erkennen und in euch selbst Kräfte finden könnt, um nicht in Versuchung zu fallen. Wer diese Unterweisung empfangen hat, kann sich nicht mehr unwissend nennen. Hört und versteht Mich, Jünger — heute, da Ich noch in diesem Worte bei euch bin.

67. Wer auf der Welt Untergebener gewesen ist, wird sich nicht verwundern, wenn Ich ihm Anweisungen gebe. Wer Herr gewesen ist, vergesse seinen Stolz und sei mein Diener. Dann werdet ihr alle die so liebevolle Weise Jesu verstehen, seinen Jüngern Anordnungen zu erteilen.

68. Unterwerft eure Willensfreiheit meinem Gesetze und eurem Gewissen, dann werdet ihr euch nicht versklavt, sondern wahrhaft frei fühlen.

69. Gerade jetzt, da das Unkraut sich auf dem ganzen Erdenrund ausgebreitet hat, sage Ich euch, dass ihr euch bereitmachen sollt, meine Arbeiter zu sein, um meinen Friedenssamen auszusäen. Jeder meiner Erwählten in dieser Zeit möge sich in seinem Innern fragen, ob er nicht, bevor er dies Wort vernahm, im Schmerz geläutert und gestählt und oftmals in dem, was ihm am liebsten ist, geprüft wurde.

70. Erlangt Überzeugung und Glauben, hört Mir zu, ohne zu ermüden und ohne euch an diese Kundgebung zu gewöhnen. Wachet, Ich will euch am Tage meines Abschieds nicht im Schlaf überraschen. Heute seht ihr, dass dies Jahr vergeht und ein anderes kommt, doch mein Wort gelangt unwandelbar zu euch. Aber das Jahr 1950 wird kommen, und ihr werdet Mich nicht mehr in dieser Form hören.

Dann will Ich, dass ihr gestärkt und überreich an Unterweisungen seid.

71. Studiert mein Werk, das Ich durch alle meine Stimmträger geoffenbart habe, habt keine Vorlieben. Denkt daran, dass Ich zu allen herabkomme und durch alle die Wahrheit sage. Wollt ihr, dass das Jahr 1950 kommt, ohne dass ihr meine Gegenwart genutzt und meine Lehre gelernt habt? Wartet ihr, bis die Welt, die gegenüber meiner Kundgebung als Heiliger Geist ungläubig ist, sich auf euch stürzt und, da sie euch schwach findet, euch ausrottet? Wollt ihr, dass die Regierungen der Erde, wenn sie Zwist und Verwirrung unter euch entdecken, Gesetze erlassen, die eure Schritte aufhalten? Wie würdet ihr jammern, gegenwärtige Generationen, wenn ihr es herausfordern würdet, dass sich diese Prophezeiungen erfüllen! Wie hart und traurig würdet ihr dann euer Dasein machen, und wie viele Dornen würdet ihr auf dem Wege derer zurücklassen, die nach euch kommen! Erhebt euch voll Liebe und Hoffnung, Ich habe euch noch vieles zu offenbaren und anzuvertrauen.

72. Wenn ihr irgendeine Prüfung durchlebt, so zweifelt nicht. Seid aufmerksam, damit ihr seht, wie der Meister euch in jeder kritischen Situation von allem Übel befreit; dann werdet ihr fühlen, wie euer Geist sich entfaltet und stärker wird. Denkt daran, dass niemand vor Schmerz gefeit ist, dass die, die Mich am meisten geliebt haben und Mir am nächsten gefolgt sind, jene sind, die ihr Herz am meisten bluten fühlten. "Wer Mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich". — Warum sind viele auf dem Weg zurückgeblieben?: — Weil die Liebe nicht wahrhaftig war, die sie zu fühlen glaubten.

73. Vergeistigt euch, meidet das Unnütze und das Leichtfertige, strebt nicht länger nach den Eitelkeiten der Welt, sucht die geistigen Tugenden auch nicht als einen bloßen Schmuck für eure Seele, damit ihr bewundert werdet. Verschönt eure Seele durch die Tugenden, die Ich euch in meinen Unterweisungen der Liebe gelehrt habe.

74. Ich erwarte euch auf dem Gipfel des Berges, wo Ich euch euren Lohn geben werde. Wendet euren Blick nicht zurück, um die Spuren eurer Vergangenheit zu betrachten. Geht euren Weg ruhig voran, ohne die Dornen zu fühlen, die ihr selbst verstreut habt, und gelangt zum Gipfel eurer Vollendung, wo mein Licht strahlt. Wenn ihr einmal dort seid, werdet ihr endlich mein Liebesgesetz segnen.

Mein Friede sei mit euch!

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